[Grundausbildung] Appius Quintilius Promotus

  • Die Männer kamen zusammen und sahen sich die Sehne an. Nun wußte jeder wie Spliß aussah und es würde keinem mehr entgehen. Als dann die weiteren Aufgaben verteilt wurden verzog Promotus kurz sein Gesicht.


    Ach hätte ich nur das Maul gehalten ging es Promotus durch den Kopf als er von Gallio erfuhr was er nach der Einlagerung der Geschossmaschienen zu tun hatte. So machte er gute Miene zum nun ja "bösen" Spiel. Wobei so böse war es gar nicht.


    Wird erledigt Optio Gallio! Also ihr habt es gehört Männer. Schnappt euch die Teile und passt mir ja auf, dass sie heil in die Horrea zurückkommen. Also dann ab dafür!


    Seine Kameraden mußten grinsen. Allerdings wußte Promotus nicht genau warum. Ob es der ungewohnt Befehlston von ihm war, oder aber, dass er dem Optio später einen Bericht schreiben durfte.


    Was grinst ihr denn so dumm?


    Fragte er von daher, doch er erntete nur ein Schulterzucken.
    Erst als er Anstalten machte den Scorpion nun endlich wegtragen zu wollen, schlossen sich die Männer ihm an.

  • Gallio stand auf dem Campus, neben ihm Centurio Terentius, ehedem Vexillarius der Legionsreiterei.
    Er hatte sich bereiterklärt den Probati den begriff des Reitens zu erläutern.
    Gallio wartete bis auch der letzte Probatus eingetrudelt war und kam sofort zur Sache.
    So Herrschaften!...das letzte Kapitel,...die Reitkunst!Er sah in die Gesichter um festzustellen wer sich freute und wer nicht.
    Wir als Römer sind keine ausgeprägten Reiter,...dafür haben wir die Auxilliartruppen.
    Er nickte bestätigend.
    Dennoch kann es vorkommen, daß ein Legionär ein Pferd benutzen muß. Und damit er dabei keine lächerliche Figur abgibt, bekommt ihr jetzt eine Einführung von Centurio Terentius...er war jahrelang bei der Legionsreiterei und diente zuletzt als Vexillarius.
    Er sah den terentier an.
    Wenn also jemand etwas von Pferden versteht, ...dann er...Centurio?!
    Bereitwillig machte er dem Terentier Platz.



  • Nachdem der Optio seine Order gegeben hatte und Lupus sich einigermaßen an seinen Tinnitus gewöhnt hatte trat er vor und sah die angetretenen Probati an.
    Dann sagte er,


    Guten Morgen Milites! Mein Name ist Marcus Terentius Lupus,...ich bin Centurio der Prima Cohors Tertia. Vorher war ich bei der Turma Secunda der Legionsreiterei der Leg.II und Stellvertretender Kommandeur der Leibgarde des Legatus Vinicius.


    Wieder sah er die Männer an...


    Dieser Teil eurer Ausbildung dient dem Umstand, daß ihr irgendwann einmal aus dienstlichen Gründen auf ein Pferd steigen müßt,...meistens als Bote.
    Wir bringen euch heute näher, worauf es ankommt,...wir zeigen euch, wie man aufsteigt, absteigt und sich auf dem Pferd hält,...und zwar so, wie es einem Angehörigen der ruhmreichen römischen Legion zukommt.


    Sein Blick wanderte von rechts nach links an der Formation vorbei.


    Bedenkt,...ihr seid als Repräsentant des Legatus Legionis unterwegs, ja gar des Kaisers selbst...man blickt zu euch auf,...sowohl Bürger als auch Barbaren...Es kommt nicht nur darauf an, daß ihr euren Auftrag erfüllt, sondern auch darauf wie ihr den Menschen unterwegs begegnet.


    Wir werden euch die Furcht vor der Kreatur nehmen und euch beibringen in voller Rüstung aufzusitzen, vernünftig im Sattel zu sitzen und sauber abzusteigen... wir zeigen euch die üblichen Gangarten des Pferdes und wie ihr es lenkt und bremst.


    Er gestattete sich ein sparsames Lächeln.


    Nichts unmögliches also,...
    Lupusus wies auf die Pferde und sagte,


    Jeder Probati tritt nun zu einem Eques mit seinem Pferd. Diese Eques werden euch zeigen wie man ordentlich auf- und vor allem absteigt.

  • Reiten... Ging es den Meisten der Auszubildenden durch den Kopf. Nicht das sie angst vor einem Pferd hatten, vielleicht einige, aber der Großteil mußte es einfach nicht haben. Promotus gehörte zu der Gruppe die keine Probleme damit hatten, aber es auch nicht unbedingt für notwendig fanden sich auf ein Gaul zu schwingen. Sein Vater hatte schon versucht es ihm beizubringen und er hatte sich nicht einmal dumm dabei angestellt, aber es war nicht sein Ding gewesen.
    Von daher schwang er sich mehr oder weniger ohne die Hilfe des Eques auf das Tier. Es sah jetzt nicht so glanzvoll aus, aber etwas besser als bei manch seiner Kameraden, die den Tieren schon fast am Halse hingen. Der Eques der bei Promotus stand nickte anerkennend.


    "Du kannst reiten?"


    Mein Vater hatte es mir beibringen wollen. Aber ich beschloss für mich, dass ich nichts damit zu tun haben wollte. Nicht weil angst vor den Tieren hatte, es ist eben nicht meins.


    Der Eques nickte.

  • Lupus sah wie Promotus sich in den Sattel schwang. Im Gegensatz zu den übrigen Probati sah es schon ziemlich gekonnt aus, wenn auch ein wenig eingerostet.
    Er kam zu ihm nickte dem Eques zu und meinte,
    Salve Promotus,...was machen die Narben?

  • Da trat auch schon der Ausbilder sein Ex-Centurio auf Promotus zu.


    Sei gegrüßt Centurio Terentius Lupus. Die Narbe, naja es geht so. Ich schmiere sie mir hin und wieder ein dass sie nicht zu hart wird. Allerdings merke ich sie, so bald sich das Wetter ändert. Ist natürlich sehr dumm und auch unangenehm. Aber ich lebe immer hin noch...


    Er zuckte mit der rechten Schulter.

  • Lupus nickte verstehend. Es ging ihm genauso.
    Er nickte dem Eques zu und meinte,
    Ich mach´hier weiter Titus,...danke!
    Der Eques salutierte lässig und ging dann zum Rand des Campus um sich dort in die Sonne zu setzen.
    So,...aufsteigen kannst du,...absteigen nehm ich an auch...
    Er sah zu den Übungspfählen und stellte fest, daß die anderen Probati eine Herculesaufgabe vor sich hatten
    Du reitest jetzt mal zu den Übungspfählen,...reitest zwischen durch , wendest das Pferd, wieder zwischendurch und hierher,...dann absitzen.
    Er klopfte dem Pferd auf die Kruppe und ab ging es...

  • Promotus nickte.


    Ja absteigen kann ich auch. Allerdings werde ich mich nicht sonderlich gut auf dem Tier halten nehme ich an.


    Gestand der Auszubildende.
    Und noch bevor Promotus fragen konnte, ob denn eine bestimmte Geschwindigkeit erwünscht wäre, hatte Lupus dem Tier schon einen Klapps gegeben und setzte sich doch recht flott in Bewegung.
    Erst ritt das Pferd dorthin wo es wollte aber nicht sollte, dann bekam Promotus ein Gespür es in die richtige Richtung zu lenken, wenn es auch nicht einfach war. Nach einiger Zeit und dem absolvieren des Parkurs, stand Promotus wieder neben dem Centurio. Er froh, dass das Tier ihn nicht auf den Boden befördert hatte. Die Anderen hatten da wohl einige Probleme mehr.

  • Lupus betrachtete den "Ritt" des Promotus. Er wirkte wie einer jener die sich durchaus auf einem Pferd halten konnten, deren große Liebe es aber nie wurde. Sein Bemühen lag darin nicht vom Pferd zu fallen, an das Erhöhen des Tempos war nicht zu denken.
    Deshalb nickte ihm Lupus auch zu als Promotus mehr heilfroh als befriedigt neben ihm hielt.
    Langsam nahm er die Zügel in die Hand und machte mit dem Pferd eine halbe Drehung.
    Naja,...du sitzt noch,...jetzt versuchst du mal das Gleiche ohne zügel,...lenk´das Pferd mit den Knien,...keine Angst,...die Pferde sind darauf trainiert...
    Er knipste ein Auge zu und machte ein auffordernde Geste zu den Pfählen hin.

  • Die Frage ist nur, wie lange noch...


    Und dabei verzog er seine Mundwinkel in Richtung Boden.


    Na wenn du meinst Centurio.


    So ganz begeistert war Promotus nun nicht als er hörte was er denn jetzt zu tun hatte. Allerdings blieb ihm auch nicht viel über. So versuchte er sein Bestes und presste seine Oberschenkel an den Körper des Tieres. Es war für ihn eine recht wackelige Angelegenheit und viel schneller ging es nun auch nicht vorwärts, eher langsamer. Aber irgendwie und vorallem mit fiel Schweiß auf der Stirn, schaffte sie es zurück zum Ausgangspunkt.


    Wirst du uns noch weiter quälen Centurio?


    Wollte er noch wissen. Hätte er in dem Moment gewußt was auf ihn zukam, hätter er dem Terentier eh den Vogel gezeigt. ;)

  • Lupus grinste seinen alten Kampfgefährten an und entgegnete,
    Nein,...ein Equites wird sicherlich nicht aus dir werden,...aber um von A zu einem nahegelegenen B zu reiten wird´s schon reichen.
    Er machte die Geste des Absteigens und meinte dann,
    Tja, Promotus,...alter Punier,...das war´s dann mit deiner Ausbildung zum Legionarius...
    Lupus wandte sich Iosephus zu und sprach kurz mit ihm.

  • Iosephus ließ die Probati sammeln. Als dann in Reih´und Glied vor ihm und Gallio standen meinte er,
    Männer,...das war der letzte Teil eurer Ausbildung, ...von nun an dürft ihr euch Legionär der Legio Secunda nennen!
    Er sah Gallio an und dieser raunte,
    Abite Legionarii!

  • Promotus atmete erleichtert auf als er die Worte von Lupus hörte. Und dieser konnte gar nicht so schnell schauen, da war Promotus von seinem Pferd gesprungen und stand schon fast Nasenspitze an Nasenspitze vor ihm.


    Ich weiß und ganz unter uns, ich hatte es auch nicht vor.


    Grinste er leicht. Noch konnte er es ja auch.


    Bei den Göttern, ich dachte schon die Ausbildung würde nie rum gehen.


    Und ihm ging es vermutlich nicht alleine so.
    Dann trat Iosephus zu den Probati und verkündete, dass sie nun endlich Legionäre waren. Der Jubel verhielt sich hier in Grenzen, doch in ihrer Unterkunft, würden sie sicherlich einen drauf machen.

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