Sweet Sixteen - vom Ende der Junggesellinnen-Zeit

  • Chaerea war erst erstaunt dass ihre Freundin kein einziges Wort zu ihr sprach während des Spaziergangs zur Taverna. Nach dem ersten Schock wandte sie sich dann zu Sayon und Shama und unterhielt sich mit denen. Für sie gab es keinen Unterschied zwischen den Klassen, jeder Mensch war ihr gleich viel Wert.


    So an halber Strecke schien Calliphana langsam ein Licht auf zu gehen, sie drehte sich zu ihr um und entschuldigte sich für ihr Verhalten.


    "Sei doch kein Narr, wieso sollte ich denn böse auf dich sein? Du bist keine schlechte Freundin, nur eine durchgeknallte Freundin, die gerade ziemlich viel zu tun hat!" - zwinkerte sie ihr zu und stupste sie mit dem Ellenbogen in die Seite.


    "Und nu komm, wir sind gleich da, nur noch ein paar Minuten, und das Kleine hier wird langsam ungeduldig." - sagte sie und zeigte mit einem Finger nach Hinten zum kleinen Fohlen.


    Wieso gerade ein kleines Fohlen als Geschenk? Nun das war einfach... Ihnen beiden ist nichts besseres eingefallen, Kleider, Schmuck, Kosmetik würde Serrana bestimmt von ihren anderen Freundinnen schon Unmenge bekommen. Also bräuchten sie was, was kein anderer hat, was originelles, was einzigartiges, was ihr viel bedeutet. Chaerea fiel das Fohlen ein, welches ihr so gut gefiel als sie in der Casa Sergia zu Besuch war.


    Als sie die Taverna erreichten band Nashua das Fohlen an und sie betraten das Gebäude.


    Der Freundeskreis hat sich schon um einen Tisch versammelt und unterhielt sich zwanglos. Sie traten zum Tisch und grüßten erst mal alle.


    "Salve euch allen, und Serrana, herzlichen Glückwunsch auch von mir!" Als Calliphana vom Geschenk erzählte nickte sie eifrig und lächelte Serrana verschmitzt an. "Ja sie hat recht, wir hätten da eine Kleinigkeit für dich..." - stimmte sie Calli zu und konnte das Kichern kaum mehr unterdrücken.

  • Eintönig? Ja, diese Beschreibung passte vermutlich auch hervorragend auf Serranas Leben, bevor sie nach Rom gekommen war und sie nickte automatisch, als Catiena von ihren Erfahrungen berichtete.


    "So ähnlich ging es mir in der Campania auch. Man hat das Gefühl, immer nur von den selben Menschen und Dingen umgeben zu sein und jeden Tag das selbe zu tun. Hier in Rom erlebt man zwar auch nicht ständig großartige Abenteuer, aber es gibt immer etwas neues zu sehen und zu hören.Am Anfang erschlägt es einen förmlich, aber man gewöhnt sich daran." Nun war Serrana auch nach über einem halben Jahr immer noch weit davon entfernt, sich mutig und freudestrahlend in unbekannte Gewässer vorzuwagen, aber ganz so ängstlich wie im letzten August war sie den Göttern sei Dank inzwischen auch nicht mehr. Gerade wollte sie noch einmal ein bisschen bei Catiena nachhaken, als im Eingangsbereich ein roter und ein blonder Haarschopf auftauchten. Sofort sprang Serrana wieder von der Bank um die beiden Neuzugänge zu begrüßen.


    "Calliphana und Chaerea, wie schön euch zu sehen." strahlte sie vergnügt und konnte kurz darauf nur schwer ihre Neugier verbergen. Ein Geschenk, das draussen vor der Taverne wartete? Irgendetwas sperriges vielleicht, das zu schwer zum reintragen war? Aber was sollte das sein? Serrana focht einen kurzen aber vergeblichen Kampf um vornehme Zurückhaltung und flitzte dann mit den Worten "Ich schau nur mal kurz nach" in recht undamenhaftem Tempo quer durch die Taverne und aus der Tür hinaus. Draussen angekommen brauchte sie einen kleinen Augenblick, bis sich ihre Augen wieder an das Tageslicht gewöhnt und registriert hatten, dass dort nicht etwa ein Möbelstück sondern ein lebendiges kleines Fohlen auf sie wartete. Serrana starrte einige Sekunden auf das glänzende braune Fell und die weiße Blesse, die ihr seltsam bekannt vorkamen, und als der Sesterz endlich gefallen war, berührte sie das Tier einmal ganz sacht an den Nüstern und eilte dann wieder ins Innere des Gasthauses zu ihren Freundinnen zurück. Hätte jemand sie gebeten, ihre Gefühle in diesem Moment zu beschreiben, wäre ihr das wohl sehr schwer gefallen, denn die waren ein Mischmasch aus ungläubiger Überraschung, Freude und Befürchtung, vielleicht doch etwas missverstanden zu haben. "Das...ähm...ist doch der kleine Hengst, den Chaerea und Clara Prisca und mir damals im Stall in der Casa Sergia gezeigt haben, oder?" fragte sie und ihr aufgeregter Blick ging zwischen den beiden jungen Frauen hin und her. "Aber den könnt ihr mir doch unmöglich schenken, das ist doch ein viel zu großes Geschenk." fügte sie noch hinzu, natürlich inständig hoffend, dass die beiden keinen Rückzieher machen würden. Ein eigenes Pferd. Sie. Unfassbar.


    Adula dagegen hatte in diesem Moment ganz andere Probleme. Wie hatte sie nur so dumm sein können, den Germanen nach seiner Herkunft zu fragen? Da war es doch im Grunde absehbar gewesen, dass er sich mit einer Gegenfrage revanchieren würde...Verdammter Mist, das hatte man davon, wenn man redete wie ein Wasserfall...


    "Weiß nicht genau." brummte sie und starrte geradeaus in die Taverne hinein, um Baldemars Blick ausweichen zu können, der sie nun vermutlich wie so viele andere für schlichtweg schwachsinnig halten musste. Dabei gab es eigentlich kaum eine andere Möglichkeit, um ihr Wissen über ihre Herkunft passend in Worte zu kleiden. Adula hatte 20 ihrer etwa 25 Lebensjahre in der Sklaverei verbracht, aber ganz tief in ihr drin waren noch Erinnerungen an ein anderes Leben unter Menschen, bei denen ihr Aussehen ganz normal gewesen war. Sie wusste auch, dass sie einst einen anderen Namen gehabt hatte, bevor irgendein Witzbold unter den Sklavenhändlern sie nach einem Berg weit nördlich von Rom benannt hatte. Ob er ihr irgendwann wieder einfallen würde? Aber was sollte das bringen?

  • Nur wenig überrascht von Adulas Aussage hob sich Baldemars Mundwinkel an. Nun ging er davon aus das sie entweder in dieses Leben geboren worden war oder aber sehr früh schon so zu leben hatte. Beide Möglichkeiten gefielen dem Germanen nicht. Baldemar brummelte knapp vor sich hin.
    Es war aber auch im Rahmen der Möglichkeiten, das sie einfach nicht darüber sprechen wollte. Kurz wog er seine Gedanken gegeneinander ab. Kann gut oder schlecht sein.


    Irgendwie bezweifelte Baldemar das diese Worte auch nur geringfügig einen Sinn ergaben. Was ihn nicht wirklich zu stören schien. Sparta? Der Germane wusste nichts genaues aber sein Halbwissen sagte ihm das es eine mögliche Erklärung für die Figur von Adula sein konnte. Sparta waren doch sehr kräftig, wenn er sich recht erinnerte. Aber für solche Dinge war eigentlich seine Frau zuständig. Ihm war so etwas vollkommen egal. Wichtig war, wie jemand kämpfte und welche Ehre er besaß. Nicht wo er oder sie herkam.

  • Da Prisca nicht auf ihre Frage antwortete, welche der beiden Sänften sie nun nach Hause schicken sollten, blieben demnach bei hier. So konnte jede von ihnen gehen, wann ihr der Sinn danach stand. Das hatte auch etwas gutes an sich.


    Leicht ungehalten schüttelte Septima ihren Kopf, als sie Priscas alberne Antwort auf ihr Angebot von Saft und Wasser hörte. ‚Der Honigwein scheint ihr gut zu schmecken und wirken tut er auch schon.’ Dachte sie still bei sich, ließ der Freundin aber den Spaß und lächelte nur kurz. Anschließend goss sie sich selbst Saft und Wasser in den eigenen Becher.


    Die Information, dass Calvena in Macers Abwesenheit die Casa Octavia überwachte, erstaunte Septima schon. Sie warf ihrer Freundin prompt einen fragenden Blick zu, woraufhin diese auch brav erklärte. Wieder einmal seufzte die Tiberia innerlich. ‚Wie schön wäre es, wenn er MIR die Überwachung übertragen hätte. Vielleicht wäre sogar die Möglichkeit eines kurzen Besuches aus Mantua hier in Rom gewesen, genau an dem Tag, an dem ich gerade in seinem Haus weilte?’ Und schon verlor sie sich wieder in einem Tagtraum, in dem sie zusammen mit dem Mann ihres Herzen sein konnte, ohne dass sich jemand daran stören könnte.


    Die Träumerei sorgte dafür, dass Septima abgelenkt war und gar nicht mehr richtig zugehört hatte, was Calvena zum Vorteil reichte, konnte sie diese ob ihres Freundschaftsdienstes gar nicht böse anfahren. Mit einem Mal waren zwei weitere Gäste eingetroffen. Calliphana und Chaerea. Sie erzählten etwas von einem Geschenk vor der Tür der Taverne und Septima zog ihre Stirn fragend kraus. Kaum war Serrana davon geeilt, um sich das Geschenk anzuschauen, wand sich die Tiberia an die beiden Neuankömmlinge. „Was habt ihr denn für ein großes Geschenk mitgebracht?“ erkundigte sie sich freundlich und deutete auf den freien Platz am großen Tisch. Inzwischen waren nur noch wenige Plätze frei, was bedeutete, die Runde war langsam voll. Ob sie sich auch einen Honigwein wie Prisca bestellen sollte? Es war nicht gerade lustig sich vorzustellen, dass all ihre Freundinnen leicht betrunken waren, nur sie selbst nicht. Dabei hasste Septima den Zustand in den erhöhter Weingenuss die Menschen brachte.

  • Zugegeben - Prisca war etwas albern, wobei sie sich selbst lediglich als gut gelaunt bezeichnen würde. Oder soll ich weinen? War es am Ende nur Galgenhumor angesichts der Tatsache, dass fast alle von ihren Freundinnen bereits einen Mann hatten, beziehungsweise bald einen heiraten würden? Aber was haben die denn alle plötzlich ... ?, dachte sich Prisca wiederum leicht pikiert, mit einem Blick in die Runde. Septima schien heute jedenfalls keinen Spaß zu verstehen, oder warum überging sie Priscas Bemerkung: das wir deine Sänfte nehmen sollen so einfach mit einem nichtssagenden Lächeln? Na gut, meinetwegen … ,beließ es Prisca bei einem kurzen "pfff" in Richtung der Tiberia.


    Und was war mit Serrana Du meine Güte warum wird sie denn gleich rot bei der Frage was sie denn so alles "trieben"? Ich wollte doch nicht indiskret sein, geschweige denn Details wissen … Prisca ging ja nun nicht gerade davon aus, dass ihre Freundinnen vor der Hochzeit unsittliche und unerlaubte Dinge täten. Aber ein bisschen knutschen und Händchen halten und so weiter … wird doch wohl erlaubt und der Fall sein, oder? Du meine Güte! Die könnten ruhig mal ein bisschen davon erzählen, wie es denn nun ist und sich anfühlt, so kurz vor einer Hochzeit …, schmollte Prisca innerlich angesichts der Tatsache, dass keine von Ihren Freundinnen so recht damit herausrücken wollte, was sie denn nun mit ihren zukünftigen Ehemännern so alles gemeinsam unternahmen.


    Auch Calvena erzählte nichts darüber und stillte somit Priscas Neugier nicht. Aber wenigstens konnte sich die Germanica für ein Treffen in der aurelischen Therme begeistern. "Gut, dann werde ich dafür sorgen, dass du auf alle Fälle in den Genuss des kretischen Stiers kommen wirst!", versprach Prisca augenzwinkernd, auch wenn sie den Sklaven hinter Celerinas Rücken für diesen Zweck ausleihen müsste.


    Und was war mit der Octavia? Auch Catiena rang sichtlich nach Worten und auch irhe Röte war unverkennbar. Du meine Güte, stell nur ich heute so indiskrete Fragen, oder was ist los? … Fühlte sich Catiena gar in die Rolle des Moralapostels gedrängt? "Nun du magst in vielen Punkten Recht haben mit deiner Meinung Catiena. Aber wenn du erst einmal ein bisschen Zeit in Rom verlebt hast, wirst du vielleicht anders darüber denken. Und keine Angst! ... In unserer Runde hier wurde noch Niemand für seine Meinung verurteilt, Catiena. … Nur musst du halt damit rechnen, dass wir dich damit aufziehen werden! ", entgegnete Prisca der Octavia augenzwinkernd und in einem schelmischen Grinsen. Sie hoffte der Neuen damit ein wenig die Angst zu nehmen hier etwas falsches zu sagen …


    Und ehe Prisca selbst noch etwas falsches oder gar albernes hätte hinzufügen können, stießen Chaliphana und Chaerea zu der fröhlichen Runde hinzu. "Salvete ihr beiden! , begrüßte Prisca ihrerseits die Neuankömmlinge freundlich lächelnd und natürlich interessierte es auch sie, was denn das für ein Geschenk wäre das die beiden mitgebracht hatten ...

  • Calli steuerte auf den Platz zu den Septima ihnen zeigte und erzählte dabei munter weiter. Sie versuchte elegant sich zu bewegen, aber aus versehen trat sie auf manche Füße...


    "Entschuldigt, das war nicht mit Absicht!!" - bedauerte sie während ihr Gesicht nach und nach die Farbe ihrer Haare an nahm.


    Sie nahmen Platz und betrachteten die kleine Runde. Nicht all zu weit von ihnen saß ein neues Mitglied der Frauenrunde.


    "Entschuldige, ich glaube wir kennen uns noch nicht, mein Name ist Furia Calliphana und dies ist meine Freundin Sergia Chaerea. Zu wen haben wir die Ehre?" - lächelte sie freundlich während sie beim Vorstellen ihrer Freundin auf diese zeigte.



    Zitat

    Original von Iunia Serrana
    "Calliphana und Chaerea, wie schön euch zu sehen."


    "Ich schau nur mal kurz nach"


    "Das...ähm...ist doch der kleine Hengst, den Chaerea und Clara Prisca und mir damals im Stall in der Casa Sergia gezeigt haben, oder?" fragte sie und ihr aufgeregter Blick ging zwischen den beiden jungen Frauen hin und her. "Aber den könnt ihr mir doch unmöglich schenken, das ist doch ein viel zu großes Geschenk."


    Calliphana und Chaerea blickten zu einander rüber und fingen an zu kichern. Es war schon eine lustige Idee gewesen Serrana dieses Geschenk zu machen, aber sie haben es sich ganz anders vorgestellt, wie sie wohl reagieren wird. Und zugegeben, diese Reaktion war viel amüsanter als die ausgedachte. Wie sie schnell aus der Tür flitzte um nach zu schauen, oder was für ein erstauntes Gesicht sie gemacht hatte, als sie wieder rein kam.


    "Doch das ist er. Sieht er nicht noch bezaubernder aus, als damals? Er hat sich prächtig entwickelt finde ich, meinst du nicht Chaerea?" - lächelte sie schon fast verschwörerisch zu ihr.

  • Priscas Vorhaben glückte und Catienas Röte entwich ihren Gesichtszügen, machte einem Lächeln platz, das Erleichterung und Amüsement gleichermaßen ausdrückte. Vergessen waren nun auch die Gedanken an die Geschehnisse in der Casa, die sowohl sie als auch ihre Freundin Clavena bedrückten - wenn sie bei der Germanica auch nicht wusste, wie sehr dies Vergangenes wiederbelebt hatte.
    "Es ist nicht meine Meinung", erwiderte Catiena auf die Worte der Aurelia hin mit einer sanften Stimme, um in keinster Weise maßregelnd zu wirken. "Sie wurde mir gegeben. Doch womöglich", in die Gesichtszüge der Römerin schlich sich ein fast frech zu nennendes Grinsen, was so gar nicht zu ihrer sonstigen Haltung passte, "hoffe ich gar, diese Gerüchte mögen stimmen, denn umso aufregender wird es hier in Rom." Sie sah Prisca aus offenen und ehrlichen Augen an. In ihrem Hinterkopf kreisten noch einige Gedanken um die Worte zu einer privaten Therme, die angesprochen worden war und von einem kretischen Stier, was - wie Catiena fand - sehr anrüchig und damit ungeheuer aufregend klang, doch sie überging es dezent, um sich nicht womöglich fälschlicherweise angesprochen zu fühlen. "So werde ich denn meine Meinungen und Ansichten nicht verbergen", versprach sie weiter, "denn ein wenig Spott zur Belustigung an der richtigen Stelle vermag ich ohne weiteres zu ertragen." Völlig entspannt nun erwiderte sie das Zwinkern jener Frau, deren beeindruckende Präsenz sie noch immer fesselte, die mit einem Male jedoch noch mehr ganz so autoritär wirkte, sondern vielmehr von Verständnis und Weisheit geprägt - etwas, das Catiena keinesfalls mit Alter assoziierte.
    Das Geräusch schneller Schritte lenkte schließlich die Aufmerksamkeit der Octavia für einen Moment hin zur Mitte des Raumes. Erstaunt und mit einem stillen Lachen auf den Lippen sah Catiena Serrana nach, als diese aus der Taverne rannte, um ihre Neugierde zu stillen. Sofort fragte sie sich, ob sie gleichermaßen gehandelt hätte. Natürlich wäre sie sofort nachsehen gegangen, doch wäre sie gerannt? Sie wusste es nicht, doch sie schloss es keineswegs aus. Wahrscheinlich, denn in solchen Augenblicken spielte die Gravitas keine Rolle, es kam lediglich auf den Moment an und das man diesen auskostete. Schon für diesen Gedanken hätte ihre Großmutter womöglich zu einer drakonischen Strafe ausgeholt, doch sie war nicht hier und den Styx überquerte man nicht zweimal.
    Catiena stieß schließlich doch ein leises Lachen aus, bevor sie sich der Dame mit der bemerkenswerten roten Mähne zuwandte, die sich und ihre Freundin nun vorstellte. Beide hatten klangvolle Namen, sowohl in der Familie als auch für sich selbst. Insbesondere fiel ihr auf, das sie beide in dieser Form nie zuvor vernommen hatte, umso exotischer und schöner klangen sie. "Es ist keine Entschuldigung vonnöten, zuviele Freunde sind hier, als das man sich zugleich den Fremden widmen könnte. Octavia Catiena", antworte sie und ließ ihren Worten ein strahlendes Lächeln folgen. "Die Ehre ist ganz auf meiner Seite, Calliphana, Chaerea." Sie nickte beiden bei der Aussprache ihrer Namen zu. "Euer Geschenk scheint ja von beson..."
    Weiter kam Catiena nicht, denn in diesem Augenblick kam Serrana zurück in die Taverne mit einem Ausdruck auf ihren weichen Gesichtszügen, der mehr als nur Freude und Überraschung ausdrückte. Es war schiere Überwältigung. Und als ausgesprochen war, was vor der Türe stand, konnte Catiena dies sehr gut nachvollziehen. Ein Hengst, sie wiederholte die Worte in Gedanken; welch wunderbares Geschenk. Es war nicht nur die Anmut des Tieres, sondern auch seine Bedeutung, sein Wert. Ein Pferd stand in gewisser Weise für Unabhängigkeit, für schnelle Bewegung, was mehr konnte man von einem Leben als erwachsene Frau erhoffen?

  • Das Calvena die Überwachung von Hof und Haus der Gens Octavia bekommen hatte, war eigentlich nur reiner Zufall gewesen. Eigentlich war sie ja aus anderen Gründen zum Essen eingeladen worden, sie sollte sich umhören ob nicht einer ihrer Kollegen dem Merkurtempel in Ostia etwas Leben einhauchen wollte. Irgendwann im Laufe des Gespräches hatte sie sich dann bereit erklärt ein Auge auf die Casa zu haben, während er dann seinem Tribunat in Mantua nach ging. Dass Septima ihr deswegen wütend sein konnte, befürchtete sie für einen kleinen Moment, doch die Tiberia reagierte nur halbherzig auf ihre Erklärung und schien in Gedanken woanders zu sein. Mit einem leichten Schulterzucken hackte sie dann das Thema ab, war ja auch nicht so wichtig. Stattdessen grinste sie Prisca zu. „Du bist zu beneiden, schließlich kannst du ja täglich in den Genuss von Minos Diensten kommen“, zwinkerte sie lachend. Catiena bekam sogleich einen Eindruck wie es war, wenn sich die Freundinnen gegenseitig etwas neckten. Wirklich Böse meinten sie ihre Worte nie, es war einfach nur etwas herum albern. Schließlich waren sie ganz unter sich.


    Serrana sprang mehr oder weniger ziemlich begeistert auf um nachzusehen, was sie nun von Chaerea und Calliphana bekam. Neugierig war Calvena schon, was es denn sein würde, aber da sie zwischen Septima und Catiena saß, kam sie nicht so einfach raus. Also blieb sie sitzen und wartete darauf, dass die Iunia wieder zurück kam. Lange ließ sie nicht auf sich warten und überschwänglich bedankte diese sich dann bei der Furia und der Sergia für ein Fohlen. Das war ja lieb von den Beiden. In dem ganzen durcheinander kam Calvena gar nicht dazu, Catiena mit den Neuankömmlingen bekannt zu machen. Wie gut dass die Octavia es dann sogleich selbst übernahm.

  • Zitat

    Original von Tiberia Septima
    „Was habt ihr denn für ein großes Geschenk mitgebracht?“ erkundigte sie sich freundlich und deutete auf den freien Platz am großen Tisch.


    Als sie und Calliphana verschwörerisch Worte nur mit Blicken austauschten, zeichnete sich ein breites Lächeln auf ihrem Gesicht ab. Sie wartete mit der Erklärung bis sie sich gesetzt haben.


    "Also wegen dem Geschenk Septima, du musst wissen, es ist ein kleines Fohlen." Sie wandte sich dann an Prisca, die das kleine Fohlen ebenfalls kannte. "Erinnerst du dich noch an unseren Ausritt Prisca? Und an das kleine Fohlen welches kurz davor geboren worden ist. Dieses steht gerade vor der Taverna und Serrana bestaunt es. Es hat sich seitdem sehr schön entwickelt, und steht graziös auf den Beinen. Prächtiges Tier. Ich glaub wir können es nachher alle gemeinsam bestaunen, sobald unsere Gastgeberin heute noch zurückkommt!" - lachte sie scherzend auf.


    Und wie auf Kommando trat diese auch schon ein und eilte wieder zu ihnen.


    "Doch aber natürlich, und ja es gehört ganz dir! Aber wehe du passt nicht gut auf das Kleine auf! Dann bekommst du Ärger!" - mimte sie ein zorniges Gesicht und zeigte warnend mit dem Finger. Im nächsten Moment lachte sie aber auch wieder.


    "Es freut mich sehr Catiena." - lächelte sie ihr sanft entgegen. Ihr Haar rutschte dabei ihrer Stirn immer weiter nach unten und sie bekam eine Strähne zwischen die beiden Augen wie eine lockige blonde Trennwand. So machte sie eine ärgernden Gesichtsausdruck, aber die hielt nicht lange an. Sie korrigierte den kleinen Missgeschick und lächelte dann wieder die Gesellschaft an.


    "Wer ist denn Minos? Den Namen habe ich vorhin noch auf geschnappt als wir ankamen." - fragte sie unschuldig nach. Sie kannte die Vorgeschichte dazu nicht und dachte es handle sich dabei um einen Verlobten von eines der noch ledigen Frauen in der Runde.

  • Da Septima nicht weiter auf die Sänften Frage einging, vernahm sie ein leises 'Pfff...' neben sich und schaute zu Prisca. Schaute diese sie böse an? Was hatte Septima getan oder gesagt, was ihre quasi Schwägerin verstimmt hatte. „Was ist, Prisca? Bist du irgendwie beleidigt? Hab ich was falsches gesagt?“ erkundigte sie sich in freundlichem Ton. Prisca war ihr sehr sympathisch und auf keinen Fall wollte es sich Septima mit dieser verscherzen.


    Während ihres Gespräches drängte sich Calliphana, auf Septimas Aufforderung hin, zwischen ihnen hindurch, um einen Platz am Tisch zu bekommen, wobei der ein oder anderer Fuss einer Dame unter der Tollpatschigkeit der Furia leiden mußte, so auch Septima linker Fuss. Sie sog kurz die Luft ein, und lächelte Calliphana leicht gequält entgegen. „Macht nichts.“ beruhigte sie ihre Freundin und war heil froh darüber, dass diese kein Schwergewicht war.


    Erstaunt vernahm Septima die Großzügigkeit des Geschenkes von Cailliphana und Chaerea an Serrana. „Ein Fohlen? Das ist wahrlich ein großartiges Geschenk, über welches sich...“ Und genau in dem Moment kam Serrana zurück in die Taverne und ihre rosigen Wangen, zusammen mit den begeisterten Worten drückten ihre Freude sichtlich aus. „Nun, Serrana freut sich offensichtlich sehr darüber.“ grinste Septima und betrachtete ihre Freundin. Ob sie selbst auch mal einen solch besonderen Tag zu Ehren ihres Wiegenfestes haben würde? Bei den ganzen Freundinnen die sie umgaben, sollte das kein Problem sein.


    Eine Gruppe junger Männer in der Taverne hatte den gackernden Haufen von Frauen schon eine Weile beobachtet und sie hatten Wetten untereinander abgeschlossen, das der Jüngste in ihren Reihen es sich nicht trauen würde, das Geburtstagskind zu einem Kuss zu überreden. Faustus Avienus Catienus, ein Mann Anfang zwanzig, mit einer etwas zu groß geratenen Nase, erhob sich soeben von seinem Platz und ging auf Serrana zu, welche gerade erst wieder in die Taverne zurück gekehrt war. „Wehrte Damen. Darf ich dir ebenfalls, im Namen unserer Runde...“ dabei deutete er auf die anderen fünf Männer, welche nun kopfnickend zu dem Damentisch starrten, „...ganz herzlich zu deinem Wiegenfeste gratulieren. Wir kamen nicht umhin, es aus eurem Gespräch zu entnehmen.“ fügte er lächelnd hinzu und trat nun einen Schritt näher an Serrana heran, legte ihr die Hände auf die Oberarme und gab ihr sehr spontan – nicht das es nicht vorher mit seinen Kumpanen so verabredet gewesen war – der hübschen jungen Frau einen flüchtigen Kuss auf den Mund.

  • Also hatte sie das Fohlen doch richtig erkannt. Und sie würde es tatsächlich behalten dürfen, wirklich glauben konnte sie das immer noch nicht ganz.


    "Oja, er ist wirklich wunderschön." sagte Serrana an Calliphana und Chaerea gewandt und warf einen sehnsüchtigen Blick zur Tür. Am liebsten wäre sie gleich zu dem kleinen Kerl hinausgelaufen, aber das ging natürlich nicht, schließlich konnte und wollte sie ihre Gäste nicht noch einmal allein lassen. "Wie heisst er denn?"


    Serrana war noch derart auf den kleinen Hengst fixiert, dass sie den jungen Mann erst bemerkte, als er unmittelbar vor ihr stand. Überrascht und ein wenig aus dem Konzept suchte sie fieberhaft nach den richtigen Worten, um sich für die doch immerhin netten Geburtstagsgrüße zu bedanken, als er sich plötzlich ohne jegliche Vorwarnung vorbeugte, ihre Arme fasste und sie küsste. Sie küsste! Ein wildfremder Mann hatte sie soeben mitten in einer öffentlichen Taverne geküsst! Noch Tage später würde sie diese Situation in Gedanken immer wieder durchgehen und es würden ihr massenhaft passende Reaktionen einfallen, aber in diesem Moment war Serrana zu solchen Erwägungen gar nicht in der Lage. Sie wedelte wild mit den Armen in der Luft herum und machte hektisch ein paar Schritte nach hinten, bis sie an der langen Sitzbank hängen blieb und ein wenig undamenhaft auf Aurelia Priscas Schoß landete.


    [Blockierte Grafik: http://img503.imageshack.us/img503/1383/adula.jpg]


    Adula hatte in der Zwischenzeit Baldemar unauffällig gemustert, während sie auf seine nächste Bemerkung wartete, bei der sich zeigen würde, ob er sich über sie lustig machte oder nicht. Nein, offensichtlich war dem nicht der Fall.
    "Hm, müsste die Sprache hören." sagte sie auf seine Vermutung hin. Der Name Sparta sagte ihr nichts, aber es war ja auch schon lange her, dass sie daheim gewesen war. Bei den diversen Besuchen mit ihrer Herrin auf den Märkten der Stadt hatte sie erst einmal ein paar Wörter aufschnappen können, die einen vertrauten Klang gehabt hatten, aber in der Menschenmenge hatte sie die entsprechende Quelle nicht schnell genug ausfindig machen können. Adula überlegte gerade, ob sie jetzt wohl wieder etwas fragen müsste, als plötzlich etwas geschah, dass schlagartig ihre komplette Aufmerksamkeit forderte. Mit einer für eine derart große Frau ungewöhnlichen Geschwindigkeit sprang sie auf, war in zwei Sätzen bei ihrer Herrin angelangt und packte den vorwitzigen Kerl, der diese gerade geküsst hatte, beim Schlawittchen. Sie brauchte nur den einen Arm, um ihn soweit nach oben zu stemmen, das seine Fußspitzen gerade eben noch so den Boden berührten, fixierte ihn einen Moment lang drohend aber immer noch verdächtig ruhig und schleuderte den Knaben dann mit den Worten "Mach das nicht noch einmal" von sich, so dass er mit einem lauten Plumps kurz vor dem Tisch seiner Kumpane auf dem Hosenboden landete.

  • Mit einem Blick hatte Baldemar erkannt, was der Mann wohl vor hatte. Doch augenscheinlich ging es nicht um seine Herrin, also lehnte er sich entspannt, grinsend zurück. Adulas plötzliches Aufspringen nahm ihm die Verlegenheit, nach neuen Gesprächsthemen zu suchen. Sein Blick folgte nur kurz der kräftigen Frau. Die Freunde des dummen Kerls schienen einerseits sehr amüsiert doch sie machten sich daran aufzustehen, als sie Adula sahen. Baldemars Grinsen wurde nicht weniger, nur etwas grimmiger.
    Der Germane stand auf, ging einen Schritt auf den Tisch zu und verschränkte die Arme. Vorerst reichte dieses Signal den Halbstarken, um sich aus der Sache raus zu halten.

  • Ah es schien gewirkt zu haben! Catienas Röte verblasste langsam, sie wirkte entspannter und man konnte sehen, dass sie sich in der Runde langsam wohlzufühlen begann. Ja fast schon ein wenig frech klangen die folgenden Worte über die Gerüchte Roms, was Prisca freute und wiederum zum schmunzeln brachte. Gleichzeitig nahm die Aurelia nun ihrerseits ein klein wenig Röte an, da Calvena ausgerechnet in der Sekunde auf Minos und seine Dienste anspielen musste. So konnten auch schnell Gerüchte entstehen, die der Aurelia ganz und gar nicht recht wären und deshalb wechselte Prisca schnell einen verschwörerischen Blick mit ihrer Freundin, ehe sie räuspernd zu einer kurzen Erklärung gegenüber Catiena ansetzte: "Sie meint Minos, den Masseur aus den Thermen! " und nach einem weiteren Blickwechsel fügte die Aurelia grinsend hinzu: "Du wirst ihn sicher bald kennen lernen, wenn ihr alle uns einmal besuchen kommt!", mehr wollte Prisca vorerst nicht verraten da Catiena sich hiermit als 'mit eingeladen' betrachten durfte, sobald die Damenrunde die aurelischen Privatthermen besuchen käme.


    Mehr konnte sie auch nicht mehr dazu sagen, da schon die nächsten Gäste eintrafen und Chaerea nun das Wort an sie richtete. "Chaerea! Calliphana! Schön, dass ihr hier seid", grüßte Prisca die Beiden und da die Sergia bereits (siehe oben ;) ) mitbekommen haben dürfte wer Minos war, ging Prisca gleich auf ihre Frage ein: "Ja natürlich erinnere ich mich an das Fohl … Wie jetzt? Nein! Sag nur, ihr habt Serrana ein Fohlen mitgebracht?, kaum das Prisca sich versah war Serrana auch schon aufgesprungen und nach draußen gerannt. Prisca blieb - wie die meisten Anderen auch - jedoch am Tisch sitzen und folgte damit dem Vorschlag der Sergia, das Fohlen erst später gemeinsam zu begutachten. "Wirklich eine vorzügliche Idee von Euch! ", bemerkte Aurelia noch kurz zu Caliphana und Chaerea, ehe sie von Septima direkt angesprochen wurde.


    Es gab eigentlich nicht vieles was Septima hätte falsch machen können, denn Prisca mochte ihre Freundin wirklich gern! Deshalb grinste Prisca innerlich bereits, während sie nach außen hin gespielt schmollend die Unterlippe vorschob. "Ja das hast du. … Du ignorierst mich einfach. Aber das tust du ja ständig!", klang es völlig überzogen und gekränkt aus Priscas Mund ehe sie im selben Atemzug die Lippen zu einem flüchtigen Kussmund formte, den sie ihrer Freundin neckend zuwarf: "Nein hast du nicht. Ich bin auch nicht beleidigt. Ich dachte nur ich bin dir heute vielleicht zu albern, so wie jetzt gerade eben! ", fügte die Aurelia noch mit einem versöhnlichen Lächeln hinzu um Septima zu zeigen, dass sie wirklich nur aus Spaß und Albernheit so überzogen reagiert hatte …


    Zitat

    Original von Iunia Serrana
    ...ohne jegliche Vorwarnung vorbeugte, ihre Arme fasste und sie küsste. Sie küsste! ... und ein wenig undamenhaft auf Aurelia Priscas Schoß landete


    Derart eingenommen von Septima bemerkte Prisca nur aus den Augenwinkeln heraus, wie die Iunia plötzlich von einem dieser Kerle (die im übrigen schon die ganze Zeit über zu ihrer Runde herüber gegafft hatten) gepackt und geküsst wurde. Was macht der denn da?, wandte Pisca den Blick in der Sekunde zu Serrana als diese auf sie zugetaumelt kam und gerade noch rechtzeitig konnte die Aurelia die Arme heben, um ihre Freundin sicher aufzufangen. "Serrana?! … Was ist denn? … ", rief Prisca völlig perplex und war ansonsten erst einmal sprachlos.So eine Unverschämtheit von dem Kerl!!! … oder war es am Ende gar nicht so schlimm wie es ausgesehen hatte?...

  • Kurz tauschten Prisca und sie verschwörerische Blicke und Calvena zwinkerte ihr zu. Sie hatte nicht vor irgendwelche Gerüchte zu verbreiten, aber diesen kleinen Scherz auf Kosten der Aurelia hatte sie sich dann doch nicht verkneifen können. Zum Glück nahm es Prisca mit Humor und erklärte dann Catiena um wen es sich bei dem ominösen Minos handelte. „Ein begabter Masseuer nur etwas eingebildet“, fügte sie grinsend hinzu. Der Einladung in die Villa Aurelia würde sie nachkommen, es würde sicher ein vergnüglicher Tag werden. Catiena würde sicher ihren Spaß haben, sie schien sich schnell wohl zu fühlen in dieser Damenrunde.


    „Ein Fohlen? Das ist ja wirklich nett! Ich darf das nur nicht Sabina verraten, die würde dann nur Theater machen und selbst so bald wie möglich eines haben wollen“, grinste sie und konnte sich schon lebhaft vorstellen, was zu Hause los sein würde, wenn ihre kleine Cousine erfuhr, dass Serrana ein Fohlen hatte. Das Mädchen wünschte sich ja schon seit Monaten eines und wartete eigentlich ungeduldig auf den Frühling und darauf, dass es recht bald nach Germanien ging. „Sabina ist meine kleine Cousine“, erklärte sie dann Catiena. „Fünf Jahre und sie weiß wie sie ihren Vater zu beeinflussen hat um alles zu bekommen, was sie will!“ Serrana kam in diesem Moment zurück und wirkte glücklicher denn je. Diesen Moment nutzte ein junger Mann um An Serrana heran zu treten. Wie es Aussah hatte ihre Freundin anscheinend einen Verehrer. Was an sich ja schön war und der Iunia etwas mehr Selbstbewusstsein geben würde. Nur war diese ja verlobt und die Hochzeit schon bald. Aber etwas Spaß haben war nicht verboten und mehr als eine harmlose Flirterei würde es wohl nicht werden. Gerade wollte sie an ihrem Becher nippen, als der Kerl, dann etwas tat, was nicht nur frech war, sondern dreist: Er küsste einfach Serrana. Calvena blieb der Mund offen und Serrana war völlig perplex. Kurz senkte sich schweigen über die Runde.


    „Anscheinend hast du einen Verehrer“, meinte sie trocken. Damit sprach sie ihren ersten Gedanken einfach aus.

  • Die Art, wie die anwesenden Damen über diesen Minos sprachen, verursachte ein Kribbeln entlang der Wirbelsäule Catienas, sodass sie unwillkürlich schauderte. Anzügliche Bilder schossen ihr durch den Kopf, die sie in Selbstermahnung wieder in ihre Tiefen verbann, aus welchen sie aufgestiegen war. Nunmehr gelöst von beinahe jedem Vorbehalt lauschte die junge Octavia den Tischgesprächen, stets ein Lächeln auf den Lippen, das mehr und mehr zu einem beständigen Lachen wurde. Besonders, als Prisca bekräftigte, dass die Einladung in die Privatthermen der Gens Aurelia auch ihr galt, strahlte Catiena über das ganze Gesicht. Sie fühlte sich einfach wohl in dieser Runde und nickte auch zugleich eifrig auf die Worte Priscas hin. "Ich kann es fürwahr kaum erwarten, diesen Minos kennen zu lernen. Wenn solcherart von ihm gesprochen wird, muss seine Fingerfertigkeit fantastisch sein!" Und was er mit diesen Händen wohl noch anzustellen vermochte? Wieder schauerte es Catiena und erneut zwang sie die Bilder zurück in ihr Unterbewusstsein.
    Fast schon froh war sie daher über die Ablenkung, als die neben ihr sitzende Calvena ihre kleine Cousine Sabina ansprach. Die Octavia lenkte ihre Aufmerksamkeit zur Gänze auf ihre Freundin und lauschte ihren Worten, wobei sie nicht umhin kam, ein breites Grinsen auf ihrem Gesicht entstehen zu lassen. "Früh übt sich?", fragte sie mit einem kichernden Lachen. "Man sollte doch nie den Einfluss einer Frau auf das Gemüt und die Entscheidungen eines Mannes unterschätzen, selbst in solch jungen Jahren." Catiena versuchte sich zu erinnern, ob sie gleichermaßen Einfluss auf ihren Vater gehabt hatte, musste jedoch feststellen, dass dem nicht so gewesen war und sich bis heute nicht geändert hatte. Dies lag allerdings weniger an der Strenge des Mannes - denn dies war ihr Vater nicht - als vielmehr an ihrer Anspruchslosigkeit. Sie hatte nicht gewusst, was sie begehren sollte, da sie nicht wusste, dass es überhaupt existierte.
    Catiena war so in Gedanken versunken, dass sie fast nicht mitbekam, was um sie herum geschah. Erst als ein eifriger Tumult entstand, gefolgt von Rufen des Erstaunens und des Schreckens, die jäh wieder abbrachen, sah die junge Octavia auf und erhaschte noch einen kurzen Blick auf den Kuss, den Serrana von einem fremden Mann erhielt, bevor das Geburtstagskind zurücktaumelte und direkt in den Armen von Prisca landete. Sprachlos vor Erstaunen riss Catiena die Augen auf. "Was ...?", stieß sie leise hervor, doch weitere Töne brachte sie nicht hervor. Sofort griffen auch die beiden rüstigen Sklaven in das Geschehen ein und der Fremde war binnen Augenblicken in sichere Entfernung gebracht, was Catiena nun deutlich machte: Dies war zweifellos kein Ereignis von beiderseitigem Einverständnis, wohl eher eine Wette - oder eine Mutprobe. Der Römerin stellten sich unwillkürlich die Nackenhärchen auf und sie sah zu Serrana, besorgt um die nächste Reaktion, welche diese zeigen würde.

  • „Oh gut, da bin ich aber erleichtert.“ gab Septima offen und ehrlich gegen über Prisca zu, dass sie sich darübe freute nichts sonderlich falsch gemacht zu haben. Den Spaß verstand sie und grinste die Aurelia an. „Wenn jemand im ignorieren gut ist, dann doch wohl eher Corvinus. Dem kann ich nicht das Wasser reichen.“ rutschte es ihr in der entspannten Atmosphäre der Taverne gegenüber Prisca heraus. Septima sprach mit Absicht etwas leiser, denn dies ging sonst niemanden etwas an. Das sie sich gerade an die Vertraute des Pater familas der Aurelia wand, wusste Septima nicht, doch vielleicht würde sie es durch diese unbedachte Äußerung erfahren. "Und du darfst heute so albern sein, wie du es schon immer mein sein wolltest, liebe Prisca, denn dies ist unser Abend, der Mädels-Abend!"


    „Dann ist es also abgemacht? Wir treffen uns alle zu einem kleinen, privaten Bad in der Villa Aurelia? Das ist sehr schön, da freue ich mich schon drauf.“ voller Begeisterung schaute Septima in die Runde. Zwar waren sie alle zu Ehren von Serrana hier, doch jede der anwesenden Damen war der Tiberia äußerst sympatisch und wenn es nach ihr ging, würde sie alle als ihre Freundinnen bezeichnen, sogar Catiena, jetzt wo sie wusste dass sie eine Verwandte von Octavius Macer war und keine Konkurentin.


    Die übrigen fünf Männer aus der Runde hatten sich erhoben als die kräftige Frau ihren Kumpel gepackt und anschließend in ihre Richtung geschuppst hatte. Gerade als sie Catienus zu Hilfe kommen wollten, baute sich noch ein stämmiger Kerl neben dem Weibsbild auf. Catienus rappelte sich auf und deutete noch eine Verbeugung in Richtung des Geburtstagkindes an und drehte sich grinsen zu seinen Freunden um. Gröhlend nahmen diese ihren ‚Held’ in die Mitte und tranken ihre Krüge leer.


    Als die Kussattake über Serrana hereingebrochen war, hatte sich Septima erhoben. „Ihr Götter! Serrana! Ist alles in Ordnung?“ erkundigte sie sich besorgt und blickte ihrer Freundin in die vor Schreck geweiteten Augen. Sie reichte Serrana eine Hand, um ihr das Aufstehen von Priscas Schoss zu erleichtern. „Komm, setzt dich erstmal und trink einen Schluck… Wein.“ schlug Septima vor und reichte der Freundin irgendeinen Becher. „Unverschämter Kerl! Was fällt dem bloss ein.“ schimpfte sie derweil und warf einen verstohlenen Blick zu der Gruppe von jungen Männern. „Er war nicht nicht mal einer der Hübscheren.“ entschlüpfte Septima ein Kommentar und sie schaute Serrana entschuldigend an. „Ähm… bestimmt so ne blöde Wette… oder so.“ versuchte sie zu retten, was noch zu retten war.


    Mit einem Winken versuchte Septima ihren Sklaven auf sich aufmerksam zu machen. Sie flüsterte ihm leise zu. „Bestell Mulsum für uns alle. Auf den Schreck brauchen wir etwas vernünftiges.“ befahl sie ihrem Leibwächter.

  • Zitat

    Original von Aurelia Prisca
    "Ja natürlich erinnere ich mich an das Fohl … Wie jetzt? Nein! Sag nur, ihr habt Serrana ein Fohlen mitgebracht?, kaum das Prisca sich versah war Serrana auch schon aufgesprungen und nach draußen gerannt. Prisca blieb - wie die meisten Anderen auch - jedoch am Tisch sitzen und folgte damit dem Vorschlag der Sergia, das Fohlen erst später gemeinsam zu begutachten. "Wirklich eine vorzügliche Idee von Euch!


    "Oh doch, das ist das Kleine, und das fanden wir irgendwie passend. Und als kleines Fohlen kann es sich an Serrana gewöhnen, und die gemeinsame Zeit bis zum ersten Ritt schweißt dann die beiden dann richtig zusammen. Eine bessere Freundschaft kann ich mir nicht vorstellen!"


    Solche Treue und Liebe mit einem Tier gab es kein zweites Mal auf der Welt, wie zwischen Pferd und Mensch. Prisca war wirklich sehr verwundert darüber, sie hatten also die richtige Idee bezüglich des Geschenkes gehabt, damit hatte nun wirklich keiner gerechnet!


    Zitat

    Original von Iunia Serrana
    "Oja, er ist wirklich wunderschön." sagte Serrana an Calliphana und Chaerea gewandt und warf einen sehnsüchtigen Blick zur Tür. Am liebsten wäre sie gleich zu dem kleinen Kerl hinausgelaufen, aber das ging natürlich nicht, schließlich konnte und wollte sie ihre Gäste nicht noch einmal allein lassen. "Wie heisst er denn?"


    Serrana schien aufgekratzter zu sein als je zu vor, das zauberte ein breites Lächeln auf ihr Gesicht, sie war froh dass sie jemandem eine Freude bereiten konnte.


    "Es hat noch keinen Namen, naja, doch, eigentlich schon, sie heißt Tigalit, aber ich finde du solltest ihr einen anderen Namen geben, wenn du möchtest, schließlich ist es ja jetzt dein Pferdchen."


    Da geschah plötzlich was unerhörtes, so ein Flegel kam daher und küsste das Geburtstagskind doch glatt auf die Lippen! So was unverschämtes! Calliphana blieb der Mund offen und sie guckte sehr entsetzt.


    "So was dreistes habe ich ja noch nie gesehen! Unerhört ist das! Serrana, ich hoffe du kennst diese Gruppe nicht!"

  • Sie konnte sich sogar einen eigenen Namen für das Fohlen einfallen lassen, wenn sie wollte? Serranas Augen leuchteten auf, und sofort begannen vor ihrem inneren Auge zahllose Möglichkeiten aufzutauchen. Welchen Namen gab man denn einem Pferd? Schließlich sollte es ja schon etwas besonderes sein, irgendetwas, das auch einen Bezug zu dem Tier hatte. Etwas aus der Mythologie vielleicht? Oder ein Stern? Ja, ein Stern war eine gute Idee, das passte gut zu der niedlichen weißen Blesse des Fohlens. Aber welcher? Leider kam Serrana nicht mehr dazu, ausführlich über diese Frage nachzudenken, denn da kam ihr auch schon der vorwitzige Gast vom Nachbartisch in die Quere. Dank Adula und Baldemar war der Schreck nur ein kurzer, aber dennoch war es Serrana unendlich peinlich, soviel Aufmerksamkeit auf sich gezogen zu haben und dabei auch noch Prisca angerempelt zu haben.
    Schnell stand sie wieder auf, zuppfte hektisch ihr Kleid und ihre Frisur zurecht und blickte mit einem verlegenen Lächeln in die Runde ihrer Freundinnen.


    "Macht euch bitte keine Gedanken, es ist alles in Ordnung." murmelte sie mit hochrotem Kopf und nahm dankbar und ein wenig zittrig den Weinbecher aus Septimas Hand entgegen. Nachdem sie einen Schluck getrunken hatte und ein paar mal tief ein und ausgeatmet hatte, ging es ihr schon deutlich besser, und Schreck und Verlegenheit verwandelten sich in Ärger, zumal sie sich nicht wenig darüber ärgerte, dass sie selbst so wenig souverän reagiert hatte.


    "So ein elender Blödmann, was fällt dem eigentlich ein?" fauchte sie mit einem wütenden Blick hinüber zu den jungen Männern.
    "Nein, ich kenne die nicht, Calliphana, keine Ahnung, wie die auf so eine Idee gekommen sind. Am liebsten würde ich es ihnen ja irgendwie heimzahlen, aber was können wir Mädels schon machen?"


    Sim-Off:

    den eigenen Geburtstag verpennt, seufz.... -.^

  • Das Winken von Septima bemerkte Baldemar erst etwas später. Dann aber kam er zu ihr und verzog leicht den Mund. Nickte dann aber als Bestätigung. Auf direktem Wege, mit sehr grimmigem Gesicht ging er zum Wirt. Dort bestellte er den Mulsum für den Tisch.
    Ebenso zielstrebig ging er wieder an den Tisch, an dem er mit Adula gesessen hatte. Knurrend setzte er sich und sah zu Septima. Ein kleiner Wink verwies an den Wirt, der sich gerade daran machte den Mulsum zu bringen. Die Unruhestifter behielt er im Auge. Römer! Sie sollten nicht trinken, wenn sie es nicht vertragen, murrte Baldemar leise zu seiner Tischnachbarin.

  • Nach dem Kussüberfall des jungen Mannes auf Serrana, gab es kaum ein anderes Gesprächsthema mehr am Tisch der Frauen. Serrana nahm den ihr gereichten Becher entgegen und trank zur Beruhigung einen Schluck Wein. „Komm und setzt dich erstmal wieder, Serrana.“ forderte sie ihre Freundin dazu auf, wieder ihren Platz am Tisch einzunehmen. „Soll jemand dein Fohlen nach Hause bringen? Nicht das es jemand vor der Taverne entwendet.“ So ein junges Pferd war gewiss für Diebe lukrativ. Septima würde ein so wertvolles Geschenk nicht länger als nötig hier behalten, sondern es schnellstens in den eigenen Stall schaffen lassen. Es gab genügend Sklaven, die diese Aufgabe übernehmen könnten.


    „Und was diese Horde ungehobelter Männer angeht, vergiss sie einfach. Keine von uns wird ein Wort über dieses Missgeschick verlieren, oder Mädels?“ wand sie sich fragend an den Rest der Runde. Baldemar hatte den Mulsum bestellt und gerade eilte der Wirt höchst persönlich herbei und schenkte den Damen ein. Als alle einen Becher des leckeren Gewürzweines mit Honig hatten, erhob sich Septima. „Lasst uns auf den Schreck einen guten Schluck Mulsum genießen. Dies hier ist ein besonderer Tag für unsere Freundin Serrana und den lassen wir uns nicht von einer Horde daher gelaufener Männer verderben.“ Bei der Erwähnung letzterer, wand sie sich kurz zu dem Tisch der Gruppe junger Männer zu und strafte sie mit einem verächtlichen Blick. Sie stießen fröhlich auf den Geburtstag von Serrana an und als Septima sich wieder setzte, dachte sie über Rachepläne ihrer Freundin nach. Es mußte doch etwas geben, womit sie die Männer, oder zumindest einen von ihnen, ebenso reinlegen konnten, wie die es mit der armen Serrana getan hatten.


    Sim-Off:

    Los Mädels! Lasst eurer Kreativität mal freien Lauf! :)

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