Faustus Decimus Serapio

  • Ein Ausrutscher? Ich war ein Ausrutscher? Wie sollte ich das denn verstehen? Nach einem Ausrutscher hatte sich das nicht angefühlt. Aber gut. Ich sah ja ein, dass er das mit mir herunterspielen musste, um nicht sein Gesicht zu verlieren.

    "Moment! Ich habe dich gar nicht abgefüllt! Du hast dir diese eine Cervisia selbst bestellt! Und mal ganz nebenbei habe ich viel mehr getrunken, als du! Wahrscheinlich war ich schon viel zu betrunken und hab dich deshalb mit einem hübschen Mädchen verwechselt!", mutmaßte ich grinsend. Nun ja, auch wenn er schon ein paar Tage älter war als ich, sah er noch recht attraktiv aus. Wahrscheinlich war er in jungen Jahren ein wahrer Schönling gewesen. Biss ihm jemand diese Narbe in seinem Gesicht verpasst hatte. Aber hatten wir nicht alle Narben, die uns das Leben zugefügt hatten?


    Ich sah in seinem Gesicht Verwunderung aufkeimen, nachdem ich ihm erzählt hatte, dass er der Erste und bisher Einzige war. Wäre diese Begegnung anders verlaufen, wenn er es geahnt hätte? Wahrscheinlich nicht. Er wäre sicher genauso hochmütig und fordernd gewesen, da er auch dann nur den Sklaven in mir gesehen hätte. Doch nun konnte ich bei ihm eine Veränderung feststellen. Offenbar war er inzwischen von seinem hohen Ross herabgestiegen. Sein Lachen hatte nichts arrogantes mehr. Es war ein erfrischendes Lachen und auch seine Sehnsucht nach einem Kuss war ebenso echt.

    Nun endlich entließ ich seine Armgelenke wieder in die Freiheit, in der Hoffnung, dass er mir nichts vorgespielt hatte. Dann gab ich ihm, wonach es ihn verlangte. Meine Lippen trafen auf seine und meine Zunge suchte ihren Weg in seinen Mund. Ich küsste ihn lange und leidenschaftlich, bis ich mich schließlich vom ihm löste und mich neben ihn auf das Bett setzte, um von dort aus auf seinen Körper, der nun neben mir lag, hinabzublicken und ihn zu mustern. Im Laufe der Jahre hatte er anscheinend noch einige weitere Narben davongetragen. Doch mein Hauptaugenmerk lag auf dem, was erneut die Gelegenheit genutzt hatte, um sich wieder aufzubäumen.

    "Hat dir das gefallen? Dann entspann dich!" raunte ich ihm zu. Mir war bewusst, dass ich ihm etwas schuldete. Besonders nachdem, was ich hier gerade veranstaltet hatte. So ließ ich meine Fingerspitzen ganz sanft an seinem Körper hinab zu seinem Schoß gleiten. Während meine Hand, an ihrem Ziel angekommen, in rhythmische Bewegungen verfiel, begannen meine Lippen und meine Zunge seinen Körper zu liebkosen, um ihn auf mehr vorzubereiten.

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  • Endlich gewährte er mir den Kuss. Ich genoss das hart erkämpfte Vergnügen in vollen Zügen, angenehm überrascht von seinem hitzigen Zungenspiel, das ich enthusiastisch erwiderte. (Hoffentlich stellte er sich jetzt nicht gerade vor, ein hübsches Mädchen zu küssen.) Verstohlen lockerte ich meine Handgelenke, sah schwer atmend und einigermaßen verwirrt zu ihm auf. Er sah mich an, und ich konnte trotz allem nicht anders, als mir zu wünschen, dass ihm gefiel was er sah...

    "Hmhm..." gab ich etwas verschämt zu. Natürlich gefiel es mir, auch wenn es das nicht hätte dürfen. Wahrscheinlich ging mir gerade jedwede Autorität flöten, aber darüber konnte ich mir später immer noch Sorgen machen, gerade fühlte sich alles einfach zu gut an. Ich grinste schief, als Angus mir schon wieder meine eigenen Worte zurückgab. Seine Fingerspitzen zogen eine heiße Spur über meinen Körper, doch so ganz entspannt war ich wahrlich nicht, als eine von den Barbarenpranken, die mir gerade ihre gewaltige Kraft bewiesen hatten, meine Lenden erreichte... wo sich herausstellte, dass auch ein erstaunliches Feingefühl in ihr steckte. Wohlig seufzend bewegte ich mich ihr entgegen, spähte auf sein wirres Haupt, wie es sich über mich neigte... ich erschauderte und räkelte mich unter seinen nun mit einem Mal so freigiebigen Liebkosungen und zwang mich, zwang mich ganz fest, jetzt nicht zu ungeduldig zu sein. Meine Hände irrten über seinen Leib, flüchtig die Linie seines Rückens verfolgend, den Schwung zu seinem herrlichen Hintern, dann wieder fanden sie seinen Nacken, beifällig kosend, sich ins Blondhaar tief hinein wühlend.

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  • "Hmhm..." antwortete und ich konnte nicht anders, als einfach nur in mich hinein zu grinsen. Er hatte meinen Kuss entgegnet, wie ein ausgehungerter Bär, dem man mit einem Lachs gelockt hatte. Und genauso war es dann auch, als ich ihn weiter stimmulierte. Ich hoffte nur, er war diszipliniert genug, um sich zurückzuhalten. Dabei war es für mich anfänglich ganz einfach gewesen. Ich tat das, was ich auch bei einer schönen Frau tun würde, die ich begehrte.

    Ich musste gestehen, dass es mich auf eine gewisse Weise erregte, wie er sich unter mir zu räkeln begann und dabei erschauerte, so dass sich auch bei mir wieder etwas regte. Doch noch war mir sein wohliges Seufzen Bestätigung genug, dass ich es diesmal richtig machte. Er selbst ließ seine Hand über meinen Rücken hinunter gleiten, um letztendlich doch wieder kraulend in meinem Nacken zu landen.

    Indessen näherte sich meine Zunge und meine Lippen immer mehr jenem Zenit, der der logische Entpunkt ihrer Reise hätte sein sollen. Spätestens jetzt musste ich mich von meiner Vorstellung einer hübschen begehrenswerten Frau verabschieden. Ja, es kostete mich im ersten Moment etwas Überwindung. Doch dann tat ich es doch! Nicht weil ich glaubte, es ihm schuldig zu sein, sondern weil ich es wollte...

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  • Ich verstand ihn nicht. Ich verstand ihn einfach nicht..! Erst das rebellische Gebaren und die Rede von der Selbstachtung. Und jetzt gewährte er mir hier von sich aus die totale Hingabe...?! Mein Kelte war ein Mysterium. Ein unberechenbares, himmlisch heißes Mysterium, das ich mit allen Sinnen genoss...
    "... ja..." seufzte ich, und "...so..." und "...gut..." , und der Rhythmus seiner Bewegungen, die auf mich übergingen und denen ich mich wohlig überließ, das unsagbar heiße Auf und Ab seines Löwenhauptes, die leisen Geräusche dabei... machten mich fast wahnsinnig und ließen mich schon bald nach der Erlösung lechzen. (Dabei war ich ausgesprochen verwöhnt – besonders seitdem ich mit Borkan zusammen gewesen war, aber auch Icarion war ein wahrer Künstler der Fellatio.) Tiefer... Unwillkürlich grub ich die Hand fest in Angus' Haar, in dem Impuls ihn herrisch zu steuern, doch zugleich erinnerte ich mich wieder an seinen Trotz und lockerte rasch wieder meinen Griff, um jetzt nur ja keinen neuen Aufstand heraufzubeschwören. Nur einen sachten Druck der Fingernägel in seinem Nacken erlaubte ich mir, um ihm zu zeigen was mir ganz besonders gefiel...

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  • Wenn er mich nun immer noch als lausigen Liebhaber bezeichnete, dann verstand ich die Welt nicht mehr. Seinem Seufzen und Stöhnen nach zu urteilen, beförderte ich ihn gerade direkt in himmlische Sphären. Es war nur noch eine Frage der Zeit und seiner eigenen Selbstkontrolle, bis er endgültig in Ektase verfiel. Seine Hand in meinem Nacken schien mich führen zu wollen, um sicherstellen, dass ich nicht vorzeitig aufhörte. Doch irgendwann lockerte er seinen Griff wieder. Ich fragte mich, ob er tatsächlich etwas gelernt haben sollte. Dass er Lust und Hingabe nicht erzwingen konnte, auch wenn ich nur sein Sklave war und er mich eigens hierfür gekauft hatte. Denn alles andere war lediglich Fassade, um von seinem wahren Wesen abzulenken.


    Schließlich ergab er sich seiner Lust und erreichte dabei seinen Höhepunkt, was mich vor ein Problem stellte, dass ich dummerweise so nicht bedacht hatte. Mir wurde es übel, bei dem Gedanken, das Produkt seiner Ekstase schlucken zu müssen. Sofort ließ ich von ihm ab, sprang von seinem Bett, um nach einer geeigneten Möglichkeit zu suchen, mich des Inhalts meines Mundes zu entledigen. Ich griff dafür nach dem erstbesten was ich fand (wie sich später noch herausstellen sollte, war es seine Tunika :P). Dann griff ich mir meinen Kelch, in dem sich noch genügend Wein befand und trank ihn auf einmal aus. Nachdem ich den Kelch zurückgestellt hatte, kehrte ich zurück zu seinem Bett, wischte mir mit meinem Handrücken den Mund ab und legte mich neben ihn. "Na, nennst du mich noch immer einen lausigen Liebhaber?" Jetzt war zumindest eine Entschuldigung fällig!

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  • "Nein mein Schöner..." Mit einem glückseligen Lächeln stützte ich mich auf einen Ellbogen auf und küsste Angus weich auf die Lippen. "Ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil." Einen Arm um ihn geschlungen, ließ ich mich wieder zurücksinken, schmunzelte nachsichtig in mich hinein über seine geradezu erschrockene Reaktion eben, die mir bestätigte, dass er recht neu auf dem Gebiet war.
    "Du bist ein Naturtalent und..." - ich konnte der Gelegenheit nicht widerstehen, ihn noch ein wenig zu necken und fuhr mit hochseriöser Stimme fort, so als ginge es um eine todernste Angelegenheit: "... hochbegabt mit allerlei natürlichen Vorzügen. Womöglich könntest du zu wahrer Größe gelangen, vorausgesetzt du entfaltest all dein Potential... durch diszipliniertes, hartes Training, am besten natürlich unter fachkundiger Führung durch einen erfahrenen Mentor!"
    Ich grinste schelmisch und ließ meine Finger in träger Zärtlichkeit über seinen Körper wandern.
    Es war schön so zu liegen, schön so viel Zeit zu haben. Der Abend war noch jung. Ich ruhte mich ein wenig aus, fuhr andächtig die Konturen seiner Bauchmuskeln nach, und konnte mich nicht entscheiden welche ich exquisiter fand – seine, oder die des Satyrn mit der Eisenmaske...
    Verträumt und entspannt fragte ich mein blondes Mysterium dann irgendwann:
    "Was möchtest du eigentlich? Ich meine... so generell..."

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  • Na, eine Entschuldigung kam zwar nicht, dafür aber ein Eingeständnis. Ich durfte eben nicht zu viel von 'meinem' Römer erwarten. Aber das war ja schon mal ein guter Anfang. Heute hatte er gelernt, dass er nicht den großen Dominus heraushängen lassen konnte, wenn er mich wollte. Als Dank dafür erhielt ich einen zarten Kuss und ein nicht ganz ernstgemeintes Kompliment, dass mich allerdings grinsen ließ. "Aha, lass mich raten, dieser erfahrene Mentor wirst natürlich du sein. Aber tu mir bitte nur den einen Gefallen und leihe mich nie an einen deiner zahlreichen Freunde aus!" Ich erwiderte zwar sein schelmisches Grinsen, doch meine Bitte war war kein Scherz gewesen.


    Am Morgen noch hatte ich auf dem Sklavenmarkt gestanden, voll der Ungewissheit, was mir die Zukunft bringen würde und nun lag ich nackt neben meinem neuen Dominus in dessen Bett und er strich mit seinen Fingern über meine Bauchmuskeln. Der Kontrast hätte größer nicht sein können! Wenn ich auf die letzten Jahre zurückblickte, in denen ich nun hier in dieser Stadt lebte, konnte ich mit Gewissheit behaupten, dass dies nun der skurrilste Abschnitt meines Sklavendaseins war. Und ich rätselte immer noch, ob ich nun von Glück sprechen konnte, an den Decimer geraten zu sein, oder eher nicht. Dann jedoch überraschte er mich mit einer Frage, mit der ich niemals gerechnet hätte.

    "Was ich möchte?" ich drehte mich zu ihm um und stütze meinen Kopf mit meinem Ellenbogen und versuchte in seinem Gesicht zu lesen, wie er diese Frage gemeint haben könnte. "Das meinst du jetzt nicht ernst, oder?" Sicher war das wieder nur so ein Scherz von ihm.

    "Es gibt nichts, was ich möchte, außer vielleicht ab und an mal eine Frau zur Abwechslung." Ein anderer hätte vielleicht 'die Freiheit' oder 'wieder nach Hause kommen' geantwortet. Doch all das bedeutete mir inzwischen nichts mehr. Es gab niemand mehr, zu dem ich zurückkehren konnte und die Freiheit hatte für mich schon lange ihren Reiz verloren.

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  • "Du hast es erraten." bestätigte ich lächelnd. Ich war in der Stimmung, nicht nur Angus sondern die ganze Welt zu umarmen, hätte dem Schönen gerade am liebsten jeden Wunsch von den Augen abgelesen, und versprach ihm leichtfertig: "Mache ich nicht, versprochen. Ich bin Hispanier, wir sind schrecklich eifersüchtig, ich will dich ganz für mich haben..."
    Nach einem kleinen Augenblick des Nachdenkens, kam mir mein Versprechen dann allerdings etwas voreilig vor. Was, wenn ich mal Lust auf einen Dreier hatte? (Zu spät.)

    Meine Frage dann schien ihn zu verwundern. Ich zuckte lässig mit einer Schulter, ließ meine Hand begehrlich über seinen Bauch wandern.
    "Doch, schon, jeder möchte doch irgendwas..." Und zu wissen was dies war, gab einem die Hebel in die Hand, den anderen zu etwas zu bewegen, oder eben auch nicht. Kein Wunder, dass er sich so argwöhnisch bedeckt hielt.
    'Ab und an mal eine Frau'... unwillkürlich verzog ich ein wenig das Gesicht. Es erinnerte mich zu sehr an all die Chrysanthas, die mich im Laufe meines Lebens ausgestochen hatten. Musste das denn sein? Andererseits... war er ein Löwe, und wenn ich ihn zähmen, ihn mir zu eigen machen wollte, dann musste ich ihn auch gut füttern.


    Ich richtete mich zum Sitzen auf, und verschaffte mir ein wenig Zeit zum Nachdenken, indem ich die Kiste unter meinem Bett hervor angelte, in der sich die Öle und dazu allerlei Spielzeug befanden. Um Angus nicht zu erschrecken, beließ ich es vorerst bei den Ölen. Narcissus hatte sie mir angemischt, in schönen Glasflacons.
    Ich nahm das erste, öffnete den Stopfen und roch daran, las was Narcissus auf das Etikett geschrieben hatte ('Salbei-grüner Pfeffer-Minze'), und hielt es Angus unter die Nase.
    "Magst du das?"
    Das zweite war Narde, das verkorkte ich wieder und stellte es zurück – Narde erinnerte mich immer an Manius.
    Das dritte ließ ich Angus wieder schnuppern. "Oder das?" Es war ziemlich süß, aber mit einem interessanten intensiven Beiklang. Ich las: "Ambra und Zitronenblüte."
    "Oder lieber das? Zypresse, Mandel und Wassermelone" las ich. "Hm, also ich kann keine Wassermelone riechen, du?"


    Ich nahm jenes, welches ihm am ehesten zuzusagen schien. Wie ein Sacerdos im Ritus ließ ich mit langsamen und bewussten Bewegungen ein ganz feines Rinnsal goldenen Öls auf seinen Bauch fließen.
    "Es ist so..." sprach ich dabei nachdenklich, "Wie gesagt, ich bin Hispanier und teile nicht gern. Ich möchte nicht, dass du dir irgendeine Freundin anschaffst, oder einen Freund. Hingegen... müssen gute Dienste auch gut belohnt werden, und ich habe nichts dagegen..." - 'Nichts dagegen' war gelogen, ich würde es in Kauf nehmen - "wenn du ab und an ins Lupanar gehst. Aber nicht zu den verlausten drei-As-Huren. Wenn, dann geh bitte in ein hochklassiges, ja? Du bekommst dann auch ein entsprechendes Peculium."
    Ich begann, ihn leicht zu massieren, erfreute mich an der straffen Muskelpracht, die im Kerzenschein herrlich schimmerte, glitt spielerisch tiefer und bemerkte beiläufig:
    "Aber ich glaube dir nicht, dass das alles ist."

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  • Natürlich, wie hätte es auch anders sein sollen! Er lächelte und war guter Dinge. Anscheinend hatte ich wirklich alles richtig gemacht. Zumindest fürs Erste. Ich war nun wirklich gespannt darauf, wie wertvoll seine Versprechen waren. Die Erfahrung hatte mich gelehrt, dass man Römern nicht unbedingt trauen konnte. Auch wenn er Hispanier war, wie er sagte, wuchs dadurch mein Vertrauen in ihn nur marginal.

    Überraschenderweise aber war seine Frage tatsächlich ernst gemeint gewesen. Doch was hätte ich darauf antworten sollen? Führer hatte ich es gemocht, jagen zu gehen. Manchmal war ich tagelang unterwegs gewesen. Als ich noch ein Junge gewesen war, hatte mich mein Vater alles gelehrt. Ich hatte mir immer gewünscht, dieses Wissen auch eines Tages an meinen Sohn weitergeben zu können. Doch das Schicksal hatte mir übel mitgespielt!


    In der Zwischenzeit hatte er sich neben mir aufgesetzt und kramte plötzlich einige Fläschchen unter seinem Bett hervor. Zunächst verstand ich nicht, was er damit wollte. Jedoch als er die Fläschchen nacheinander öffnete, konnte ich einen verschiedene Düfte riechen. Die einen waren angenehm, die anderen weniger. Bei Dem letzten Fläschchen war ich genauso ratlos wie er und zuckte mit den Schultern. Dabei fragte ich mich, wie Wassermelone riechen sollte.

    Schließlich deutete ich auf das zweite Fläschchen, das er geöffnet hatte. "Das da! Am... Ambra? Ambra Zitronenblüte. Das riecht gut!" Wesentlich besser als das Öl, mit dem man mich nach dem Waschen eingerieben hatte.

    Er ließ ein wenig von dem Öl auf meinen Bauch fließen und ich fragte mich bereits, was er damit vorhatte. Nebenbei sprach er weiter über meine Bitte, gelegentlich bei einer Frau liegen zu dürfen. "Ich habe nicht das Bedürfnis nach einer Freundin. Alle Frauen, die mir etwas bedeutet haben, habe ich ins Verderben gestürzt. Aber ich danke dir für deine Großzügigkeit!"

    Er begann das Öl einzumassieren und ich musste gestehen, dass es angenehm war, wie er das tat. Natürlich blieb es nicht aus, dass sich seine Hand manchmal etwas tiefer nach unten 'verirrte'. Auch das gefiel mir, so dass ich mir wünschte, er würde sich öfter dorthin verirren.

    "Ja, du hast Recht. Es würde mir gefallen, wenn du mir den gleichen Dienst erweisen würdest, den ich dir erwiesen habe." raute ich ihm zu. Dann stützte ich ich mich zu ihm auf und küsste ihn ein weiteres Mal.


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  • Ein angenehmer Duft umfing uns. Verspielt zeichnete ich mit den Fingern in Öl das spiralige Zeichen seiner Tätowierung um seinen Bauchnabel herum.
    Alle Frauen habe er ins Verderben gestürzt - das klang natürlich sehr bitter. Es passte zu der Resignation, die er zuvor so beteuert hatte... Meine Frage jedoch, die beantwortete er auf unerwartete Weise. Meine Augen wurden weit, bei diesem unverschämten Wunsch. Ich war Römer und sein Herr, meinen Mund so zu entweihen mehr als verboten! (Was ich für Manius tat, geschah auf einem anderen Stern.)
    Schon hatte Angus mir ebenjenen Mund mit einem Kuss verschlossen. Halb empört, halb angetörnt löste ich mich aus diesem.
    "Was bist du dreist." Eine heiße Röte war mir ins Gesicht geschossen, mein Blick richtete sich auf seinen wunderschönen Phallus, und ich biss mir auf die Lippen, beschämt weil ich größte Lust hatte, seinem Wunsch zu willfahren. "Du weißt, dass das nicht geht." Und wieder tauchte der verruchte Gedanke von vorhin in meinem Kopf auf: An den Saturnalien vielleicht....? Sind ja schon bald....
    Ich schüttelte den Kopf, wie um mich selbst zu überzeugen, schluckte trocken und benetzte meine Hände erneut mit dem Ambraöl. "Ich habe andere Pläne... du kommst schon auf deine Kosten, mein Schöner. Lass mich mal dahin..." Entschlossen kletterte ich halb über ihn, drückte ihn küssend zurück ins Liegen, kniete mich zwischen seine Beine und fuhr mit der Massage fort, wobei ich gleitend zu seinen Lenden wanderte und zu seinem Gesäß. "Magst du das...?" fragte ich ihn unschuldig, während ich ihn aufreizend verwöhnte, diesmal in aller Ruhe und mit aller mir gegebenen Kunstfertigkeit, um ihn aufzustacheln und nach mehr gieren zu lassen.

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  • Er löste sich empört von mir und ich fragte mich gerade, was denn jetzt wieder war. Stimmte etwas mir dem Kuss nicht, oder etwa mit meinem Wunsch? Ich sei dreist und das ginge nicht, erklärte er mir und ich sah, wie er puterrot im Gesicht wurde. Oh oh, hatte ich da seine empfindliche Seite getroffen?

    "Ach ja!", entgegnete ich herausfordernd. Seinem Blicken nach zu urteilen musste es ihn gerade sehr schmerzen, in seinen eigenen Konventionen gefangen zu sein. Ich haderte mit mir selbst, dass ich so freigiebig gewesen war und ihn nicht länger unter mir hatte zappeln lassen.

    Noch einmal griff er zu dem Fläschchen mit dem Öl und nahm sich davon. Dann erhob er sich plötzlich und kletterte über mich. Zuvor hatte er mir erklärt, eigene Pläne zu haben und versprach mir, auch auf meine Kosten zu kommen. Diesmal war er es, der mich küsste und mich so daran hinderte, noch ein weiteres kritisches Wort zu verlieren. Dabei drängte er mich wieder zurück auf das Bett und setzte seine Massage fort. Diesmal kam er dem erstrebten Ziel immer näher und wich dabei auch auf mein Hinterteil aus. Ja, es fühlte sich gut an, weshalb auch auch mein Körper sogleich reagierte und ich mich nach mehr sehnte.

    "Hmhm ...", machte ich, um ihm zu zeigen, das ich noch immer gekränkt war. Jedoch kam ich nicht umhin, schon bald wieder schwerer zu atmen und mich nach noch mehr sehnte.

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  • Ach, diese Mischung von Freimut und Trotz, von Vermessenheit und Unschuld war einfach hinreißend. Selbst sein Schmollen war - auf eine raue Weise - kokett. Ich wünschte mir nichts anderes, in jenem Moment, als dass der schöne Barbar mich... mit der gleichen Wucht begehren sollte wie ich ihn... und auch wenn ich seinen besonderen Wunsch unmöglich erfüllen konnte, so setzte ich in der folgenden Schäferstunde wirklich alles daran, mit meiner Fingerfertigkeit, mit aufreizenden Küssen und immer pikanteren Ölmassagen an geheimen Stellen sein Feuer immer weiter zu entfachen, und ihm doch die Erfüllung noch nicht zu gewähren. Er sollte nach mir lechzen, für mich bereit sein, er sollte sich mir schenken... Innige Huldigungen flüsterte ich dem Schönen in sein Ohr, und laszive Vorschläge was ich gerne mit ihm anstellen würde. Doch ich hielt mich zurück und übte mich in Geduld, und als ich ihn dann endlich nahm, bebend vor verhaltener Erwartung, da war ich gut zu ihm, und sanft zu Beginn, suchte im Rhythmus unserer Leiber nach seiner Ekstase, suchte ihm die höchste Lust zu bereiten, ganz so als wäre ich wirklich sein Lehrmeister, ein Führer auf neuem Territorium, bevor ich es mir erlaubte, mich selbst zu verlieren im hitzigen Verschmelzen unserer Körper.
    "Angus...." flüsterte ich seinen Namen in sein goldenes Haar, als wir danach nebeneinander lagen, und ich hatte die seltsame Vorstellung, dass ich mich gerne darin einhüllen würde, wie in eine Decke. Ich atmete ihn, und den Geruch von Schweiß und Öl und Samen, und streifte zärtlich seine Schulter mit den Lippen. "Bleib bei mir... Bitte."

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  • Er war in der Tat ein guter Lehrmeister, der mich in Dinge einweihte, die ich bis dahin nicht gekannt hatte. Dabei trieb er mich ständig an, doch nur so viel, dass ich nie ganz den Gipfel aller Lüste erklimmen konnte. Er verstand es, mich hinzuhalten, ohne dass ich die Geduld verlor. Als es dann endlich so weit war, dass es keinen anderen Ausweg mehr gab, nahm er mich. Jedoch war er vorsichtig dabei, um mir diese Spielart nicht von Anfang an zu vergällen. Tatsächlich brachte er mich auf diesem Wege auch dorthin, wohin es mich die ganze Zeit gedrängt hatte. Ein lautes Seufzen der Lust entwich mir, bis er schließlich von mir abließ.

    Mein ganzer Körper war erhitzt und meine Brust hob und senkte sich noch für eine Weile bis mein Herzschlag sich wieder normalisierte. Als er mich dann ansprach wandte ich meinen Kopf in seine Richtung. Er richtete eine Bitte an mich, keinen Befehl. Er bat mich. bei ihm zu bleiben, so wie es früher manchmal die Frauen getan hatten, mit denen ich mich vereinigt hatte. Doch er war keine dieser Frauen, er war mein Dominus. Jedoch wollte ich keine Minute daran glauben, dass ich hier im Privaten seine Sichtweise geändert hatte. Letztendlich hatte ich ihm das gegeben, was er von Anfang an wollte . Wofür er mich gekauft hatte.

    "Ja, ich bleibe bei dir!" versprach ich und wandte mich nun ganz zu ihm, so dass ich meine Arme um ihn schlingen konnte.

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  • Wohlig erschöpft schloss ich die Augen. Ein leichtes Lächeln strich über mein Gesicht bei seiner Antwort. Es war schön, seine Arme um mich zu spüren, und ich erlaubte es mir, meinen Kopf an seine Schulter zu legen, ganz so als wären wir beide einfach nur Menschen und er mein Geliebter. Was tat es schon, dass dies eine Illusion war, was tat es, dass er gar nichts anderes hätte antworten können. Ich wollte eben nicht alleine sein. Die Kerzen brannten herunter, eine nach der anderen verlosch, und es wurde dunkel in meinem Cubiculum. Ich merkte, das ich schon halb eingeschlafen war... richtete mich aber noch einmal auf, und griff nach einer zweiten Decke. Die zog ich über Angus, dann rollte ich mich zur Seite, bis ich dicht an der Wand lag, um ihn nicht zu stören. Ich war ein unruhiger Schläfer, träumte oft vom Krieg... Zwar schlief ich besser, wenn ich nicht allein war, aber Icarion hatte sich mehrfach darüber beschwert, ich habe ihn getreten oder geweckt, darum verbrachte er die Nächte nicht mehr bei mir.


    Erfüllt von den Eindrücken meines herrlichen goldenen Barbars sank ich in den Schlaf. Am nächsten Tag dann, da ließ ich ihn, trotz seines tollkühnen Auftrittes auf dem Hof, doch wieder zu mir kommen. Und auch die folgenden Nächte wollte ich nicht ohne ihn sein. Ich war ganz verrückt nach ihm, und ich wünschte ich mir, er könnte mehr sein... ein richtiger Gefährte eben.... der mich mit wahrer, mit ungezwungener Leidenschaft umarmte. Aber er war eben doch mein Sklave, und mir nie ganz greifbar, nie ganz durchschaubar...
    Tagsüber hieß ich ihn mit meinen Leibwächtern trainieren. Ihn in ein Ludus zu geben, wo er geschliffen - und vielleicht gebrochen... - würde, dazu konnte ich mich noch nicht durchringen. Ich wollte damit warten, bis er mir langweilig geworden war. Das geschah mir bei neuen Gespielen ziemlich regelmäßig, dass ich ihrer nach ein paar Wochen überdrüssig wurde. Doch irgendwie... wurde Angus mir nicht langweilig.


    Erst als meine Hochzeit dann näherrückte, da erklärte ich meinen hinreißenden Britannier – mit großem Bedauern – dass er eine Zeitlang nicht mehr mein Bett teilen würde.
    Denn ich wollte einigermaßen vorbereitet sein, um meine Braut nicht allzu sehr enttäuschen zu müssen. Darum frischte ich vor der Hochzeitsnacht meine diesbezüglich doch sehr überschaubare Erfahrung mit Hilfe unserer aparten Haussklavin Scybale etwas auf..

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