[Schiff] Impetus

  • Zu ihrer Rechten erstreckte sich die Küste. Die Sicht erlaubte sogar einen vagen Blick auf das sich im Landesinnern erhebende Vorgebirge am Ausfluss des Thermodon mit seinen dicht bewachsenen Hängen. Schiffsreisende sahen von Bord aus keine Tiere, aber es tummelten sich unzählige im Unterholz und auf Lichtungen. Der Landstrich schien fruchtbar zu sein. Die Stadt Themiskyra wurde vom Fluss Thermodon durchflossen und lag an dessen Mündung in den Iris. Von ihrem Zentrum aus benötigten Reisende 5 km bis zur Küste.

    Gegen Mittag näherte sich das Schiff Impetus dem befestigten Küstenabschnitt unweit von Themiskyra. Längst wurde das Segel eingeholt. Der Rhythmus der Ruderschläge verlangsamte sich, bis er kurz vor dem Anlegen zum Erliegen kam. Die letzten Doppelschritte trieb das Schiff. Ein Mann stand mit Seil in der Hand bereit, auf den Anlegebereich zu springen, um das Schiff zu vertauen, während ein anderer den Anker absenken würde. Dann ging alles ganz schnell. Ehe sich die Reisenden versahen, lag das Schiff ruhig und gesichert. Meerwasser plätscherte in ruhigem Rhythmus gegen den Rumpf und die Stimmung hätte beflügelnd sein können, wäre da nicht die schmetternde Stimme des Kapitäns gewesen.


    "Runter von Bord, was nicht zur Besatzung gehört! Der eigene Dreck ist mitzunehmen!" Auf die Besatzung kam eine Schiffsreinigung zu, bevor sie Landgang erhielten.

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  • „So ein Anlegen in einem fremden Hafen ist schon sehr interessant“, meinte ich zu Chari. „Aber nicht nur da, generell“, ergänzte ich. „Jetzt ist Schluss mit dem faulenzen, nun heißt es wieder die Füße benutzen und das wird mein größtes Problem sein. Habe ich dir schon erzählt, dass ich schon immer mit Fußschmerzen geplagt
    wurde? Von Anfang an in Rom.“
    Abrupt war mein Reden zu Ende. Die bissige Stimme des Alten ertönte. Der schmiss uns quasi von Bord und bezeichnete unser Gepäck als Dreck. „Hörst du seine höfliche und freundliche Aufforderung?“ Das konnte ich mir nicht verkneifen, da mein Freund ja wie es mir schien gut mit dem Kapitän auskam.

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  • Charislaus schulterte seine Habseligkeiten und winkte dem alten Seebären zu.


    "Ach Linos ob Du es glaubst oder nicht, ich denke das ist wirklich die freundliche Art von dem alten Kapitän. Schau doch wie besorgt er um sein Schiff ist die ganze Zeit. Sorge lässt so manchen bissig erscheinen. Er hat gut auf das Schiff, seine Mannschaft und uns Acht gegeben. Aber so ein alter Haudegen wie der Kapitän, sagt doch nicht passt auf Euch auf und macht es gut. Er wählt seine eigenen Worte, denn zu so einem harten Mann passt doch so ein umsorgendes Verhalten nicht, nicht wahr? Drum die derbe Wortwahl. Harte Schale, weicher Kern. Der Mann ist eine gute Seele Linos, gleich was er uns vorspielen möchte.


    Ja das Anlegen war schon spannend anzuschauen, ich hatte Angst dass wir gegen irgendwas poltern. Alles ist gut gegangen Linos. Wir können langsamer gehen, wenn das besser für Dich ist. Was hast Du denn für Probleme mit Deinen Füßen, falls Du mir das sagen möchtest? Vielleicht kann ich Dir ja helfen. Weißt Du wohin wir uns als erstes wenden müssen?", fragte Charislaus und schaute, dass Linos vernünftig und ohne Probleme vom Schiff kam.

  • Ich konnte nur zustimmend nicken und stellte wieder einmal fest, Charislaus gehörte zu den Menschen, die in jedem nur das gute sahen. Seltsam überlegte ich, eigentlich ich auch, wieso bei ihm nicht.
    Meine Einstellung zu ihm musste ich wohl überdenken. Doch nun beginnt das große Spiel. Die Aufgabe war ernst und ich nahm sie auch ernst, dennoch es war wie ein Rätselspiel. Nachforschungen anstellen, Spuren aufnehmen und verfolgen. So etwas lenkte mich hoffentlich von meinem Heimweh ab, denn daran litt ich zur Zeit ganz bestimmt.

    Eilig schulterte ich ebenfalls mein Gepäck. „Du hast Recht und ich streite nicht ab, dass er immer ein guter Schiffsführer war, sonst würde mein Dominus ihn auch nicht im Dienst behalten. Zuerst besorgen wir uns ein
    Unterkunft und dann etwas warmes zum anziehen. Vielleicht bekommen wir dabei schon ein paar Hinweise.“

    Wichtig war dabei der Name des gesuchten, Aulus Tiberius Verus. So viele Tiberier liefen bestimmt nicht in Cappadocia herum, es sei denn, nun wen das der Fall war, wurde es wirklich schwierig.
    Es sei denn, er hatte wegen seines eventuellen Auftrages oder weil er sich verbergen wollte, einen anderen Namen angenommen.

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  • "Ja eben Linos, der Mann ist eine verwitterte Urgewalt wie ein alter Vulkan. Wenn ein Vulkan spricht, poltert es auch. Gleich wie leise er murmelt, so ist das auch bei dem alten Seebären. Weißt Du denn wo wir ungefähr hin müssen? Das ist eine gute Idee, Unterschlupf und Hinweise benötigen wir. So weit war ich noch nie fort von Zuhause. Ich bin ein wenig aufgeregt muss ich gestehen", antwortete Chari und folgte Linos auf dem Fuße.



    RE: Themiskyra I Anfang der Suche

  • "Das ist es also?" Eine Frage banal und dennoch interessiert gestellt. Verus blickte zum Schiff, welches am Kai lag und durch zwei Täue gesichert war. "Du hast uns gut gedient, Charislaus," stellte Verus fest. Ihm war (vorerst) egal, was Linos glaubte und ihm war vollkommen gleichgültig, was sich Linos oder Charislaus erdachten; wichtig war stets nur eine vollständige Kontrolle über ihre Handlungen. Das unheilige Phantom lächelte Linos, welcher noch immer geknebelt war, diabolisch, fast wahnsinnig fordernd, an. Seine Soldaten packten Linos und drängten ihn zu Verus heran, der ihm den Knebel löste. "Jeder Mensch hat seinen Nutzen, Linos. Jeder Mensch dient und erst im Tode endet der Dienst wirklich," erklärte Verus und wandte sich dann Charislaus zu. "Du wirst mit mir an Bord gehen und wir sprechen mit dem Schiffsmeister und Kapitän," sagte Verus und blickte dann zu Marcus, wohl ein falscher Name, seinem Chefhandlanger und sprach: "Informiere den Rest und sammle die Männer am Treffpunkt Ignis." Ein klarer Befehl, den Marcus mit einem Nicken beantwortete, bevor er sich entfernte. "Wir beginnen gerade erst. Wir haben noch eine Mission...," murmelte Verus mit halblauten Worten. "... und ihr seid nun ein Teil davon, Linos und Charislaus." Verus packte Charislaus am Hals und versuchte ihn auf die Rampe zu schubsen, damit er endlich auf das Schiff ging. "Wenn Charislaus eine falsche Bewegung macht, schlitzt Linos die Kehle auf." Verus trat unmittelbar hinter Charislaus und deutete an ihm vorbei unmittelbar zum Schiff. "Geh' und zeige mir den Schiffsmeister und Kapitän!" Er machte keinen Hehl daraus, dass er es durchaus ernst meinte.

  • Charislaus fragte sich, was er denn nun schon wieder falsch gemacht hatte. Der Mann der sie entführte, oder sagte man bei einem Sklaven raubte, war fast von Sinnen. Er sollte ihm das Schiff zeigen und das hatte er. Nun wurde auch noch der gute alte Kapitän, der sie so umsorgt hatte, mit hineingezogen. In was eigentlich? Charislaus hatte nicht einmal einen Namen dafür. Wie nannte man Mord, Brandstiftung, Raub und Kaperung? Kaum in Cappadocia angekommen, waren sie gleich über die gefährlichste Bande gestolpert, die es hier gab. Das konnte doch nicht wahr sein.


    Als ihr Peiniger ihn fragte ob dies das Schiff sei, nickte Charislaus zur Bestätigung.

    "Ja das ist das Schiff Impetus", sagte Chari sicherheitshalber noch einmal laut.


    Ihr Entführer wies ihn an, mit ihm an Bord des Schiffes zu gehen und beim Schiffsmeister und Kapitän vorzusprechen. Charislaus schämte sich in Grund und Boden, diese guten Männer dem auszuliefern, was nun folgte. Was war eine falsche Bewegung? Niesen? Husten? Sich kratzen? Schluckauf? Warum musste dieser Mann sie ständig bedrohen? Charis Nerven lagen schon blank genug. Er versuchte einen Blick auf Linos zu erhaschen.


    "Du musst niemandem Gewalt androhen oder verletzen, ich gehorche Dir. Bitte höre auf damit", bat Charislaus leise und betrat das Schiff.


    Er fühlte wie seine Ohren glühten und spürte die Präsenz des Mannes hinter sich, der sie gefangen genommen hatte. Suchend schaute sich Charislaus auf dem Schiff um. Was sollte er dem Kapitän sagen? Der Mann hatte niemandem etwas zu Leide getan und verlor nun vielleicht nicht nur sein Schiff, sondern auch sein Leben. Schäbiger war sich Charislaus niemals in seinem Leben vorgekommen. Und doch hatte er keine andere Wahl, als zu tun, was von ihm verlangt wurde.


    "Ich... ich habe vor Schreck den Namen des Kapitän vergessen", gestand Charislaus seinem Entführer.

  • Pitholaus Plato ist sein Name“, rief ich, da ich die Not meines Freundes sah und hörte. Jetzt da mir der
    Tiberier den Knebel raus gezogen hatte war das möglich. Gleichzeitig erwartete ich mindestens, dass ich niedergeschlagen oder sonst wie gemaßregelt wurde. Mit meinem lauten rufen wollte ich den Kapitän auf mich aufmerksam machen, wusste ich doch wie er auf mich reagierte.

    Was interessierte mich welche Mission dieser angebliche Prätorianer noch zu erfüllen hatte. Seit wann waren Chari und ich ein Teil von dieser. Ja der Teil, an dem er mit uns ,seine Wünsche durch setzte um uns anschließend wie einen nassen Lappen zu entsorgen.

    Gut, er hat jetzt Chari zu dem Kapitän geschickt, dabei hatte er ein gutes Händchen, weil er ihn wählte und nicht mich. Charislaus kam gut mit dem Kapitän aus und dieser würde nicht dulden, dass ihm im Gegensatz zu meiner Person etwas geschah.

    Ich spürte wie sich langsam Resignation in mir breit machte und mein Widerspruchsgeist allmählich erlahmte. Nein, das wollte ich einfach nicht zulassen. So ohne weiteres konnte ich doch nicht von meinem Ziel, meinen Freund zu retten ablassen. Außerdem war da der der Auftrag meines Herrn, Verus egal ob lebend oder Tod zu finden und ihn zu bringen. Der würde sich freuen wenn er von meiner inneren Not wüsste. Gleich kam mir, der weißt das schon längst.

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  • Die Prognose seines Auftraggebers für den Aufenthalt in Cappadocia lautete im Glücksfall eine Woche, realistisch aber mehrere Wochen, vielleicht sogar Monate. Nachdem die Mannschaft klar Schiff gemacht hatte, bekam sie Landgang, während sich der Kapitän im Hafen um die Auffüllung des Proviants gekümmert hatte. Während seine Bordgäste der Hinreise, Linos und Charislaus, einen Fußmarsch nach Themiskyra unternahmen, trugen Hilfsarbeiter Fässer und Kisten an Bord des Schiffes. Schiffskundige begutachteten den Rumpf der Impetus und die Taue. Mängel wurden keine festgestellt, was Plato nicht wunderte, da die Herfahrt ohne jede Komplikation ablief. Die Aufsicht über die Einlagerung der Vorräte und die Schiffskontrolle überließ Plato seinem Steuermann. Er brauchte etwas Ruhe.

    Er hatte es sich gerade erst in seiner Kajüte bequem gemacht, hörte das Trappeln von Füßen, das er den Transportleuten zuschrieb und was ihn in einen seichten Schlummer fallen ließ, als eine ihm wohl bekannte Stimme an sein Ohr drang und ihn hochfahren ließ: Linos.

    "Was, zum Hades, macht der schon wieder hier?!" Sichtlich geladen stapfte Plato an Deck und sah sich um. Linos konnte er nicht auf Anhieb entdecken, daher brüllte er: "Was willst du noch mal hier?" Plate vermutete, der Hänfling würde nach dem Weg fragen wollen oder sonstige überflüssige Fragen stellen, ließ den Blick weiter streifen und entdeckte zwischen pendelnden Transportarbeitern und sonstigen Fremden Charislaus. Sein Hirn arbeitete, warf aber keine Erklärung für die Situation aus.

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  • Charislaus starrte den Kapitän aus großen, runden Kuhaugen an. Er öffnete den Mund um etwas zu sagen, aber seine Unterlippe bebte und kein Ton kam aus seinem Mund. Nervös wischte er sich über die Stirn und versuchte es erneut. Innerlich betete er zu den Göttern, dass der Mann hinter ihm nicht zustach und ihn für seine versuchte Stammelei tötete. Zeitgleich betete er darum, dass der Kapitän nicht ermordet wurde. Dieser Mann hatte sie sicher über das große Wasser gebracht und er brachte den Tod an Bord. Er war widerwärtig, keuchte Chari in Gedanken.


    Am liebsten hätte er losgeschrien, lauf, renn weg. Aber dieser Mann würde nicht rennen. Das wusste Chari, woher auch immer, er wusste es.

    "Hinter... hinter mir steht ein Mann, er wollte zu Dir. Er will.... Dein Schiff", keuchte Charislaus mit dem Grauen in der Stimme, das er empfand.

  • Gewalt war so einfach und banal, dass sie als Instrument taugte aber niemals von Wert für Verus war. Was Charislaus glaubte, war falsch, denn Verus war gewalttätig, grausam aber nicht willkürlich und wahllos. Jede seiner Handlungen hatte einen Zweck und Sinn, geboren aus einer verletzten und einsamen Seele, die einer Welt Ordnung geben wollte, die keine besaß und so handelte Verus mit allen Mächten, die er besaß. Das Böse des Verus lag nicht in der Erscheinung, nicht im bösen Eifer, sondern es verbarg sich in der guten Absicht, einer Sache zu dienen, die größer als man selbst, dabei gab es dieses etwas nicht. Es hatte es nie gegeben nd doch war der Glaube wohlgefällig, denn der Zweck heiligte immer die Mittel. Mit jeder Tat brauchte er Rechtfertigung. Mit jedem Weg und dem Schritt darauf, brauchte er Bestätigung, dass etwas blieb und besser war, als das, was bisher gewesen ist. Die gute Absicht, die Welt zu erhalten und zu ordnen, war das wirklich Widerwärtige, was Verus gegen jede Veränderung, gegen jeden Wandel und jeden freien Wunsch stellte. Doch in allem lag immer klare Absicht, keine Willkür, denn das notwendige Böse hatte kein Herz, sondern nur falsche Vernunft. Charfislaus konnte nicht begreifen, wollte vielleicht nicht begreifen, was das Imperium zusammenhielt, was die Welt um ihn herum derzeit formte, denn es bedeutete, dass jeder Wunsch nach Selbstbestimmung, nach eigenen Gedanken und Wünschen, Kräften vollkommen gleichgültig war und jedes Schicksal auch nur Illusion war, denn mitunter gab es keine Götter und höheren Mächte, so dass diese Welt nur eine Abfolge von sich wiederholenden Ereignissen war, die immer wieder Menschen ketteten und zu etwas zwangen, immer und immer wieder. Verus war gefangen durch unsichtbare Ketten, die ihn zwangen und immer wieder mit sich rissen, damit die Abfolge von Wirkungen erhalten blieb. Die Welt hatte einst gebrannt, doch jetzt blieb nur noch Asche und Asche konnte nur noch in Erinnerung glimmen und bald darauf verglimmen, bis alles Licht verschwunden war. Verus war ein Vorbote jener Asche, geschaffen aus verlorenen Träumen und verdorbener Absicht. Charislaus konnte freier sein, als es Verus jemals war und doch entschied er sich zur Furcht und Missverständnis, öffnete damit jenen dunklen Mächten ein Portal, welche auch ihn Besitz nehmen konnten, wenn er sich nur dafür entschied und es zuließ. Angst und Gewalterfahrungen veränderten jeden Menschen und jene tiefsitzende Furcht konnte alles beherrschen, so dass man selbst Grausamkeit wählte. Asche zu Asche. Verus prustete nur. Er musste Charislaus nicht antworten, nichts mehr sagen, denn es war bereits alles gesagt. Die Abfolge erfolgte und die Welt formte sich erneut in bekannten Mustern; nichts veränderte sich für Verus und seine Opfer. Linos rief den Namen, der Schiffsmeister tauchte auf und alles passte sich zusammen, wie ein Muster. Verus blickte sich für einen Moment um, für einen einzigen Moment, konnte er begreifen, welches Muster sich abzeichnete, und wieder schmeckte er Schwefel und Salz. Kälte kroch hinaus in die Leere, welche er fühlte. Und wieder war er hier, tat seine Arbeit, es die gewünschte Veränderung, so ersehnt und erbeten, trat nicht ein. Sein Verstand beobachtete, bewertete kühl und frustriert, was sich abbildete und sein Herz verschmähte jede Beteiligung, denn auch dieser Moment war verloren in der Zeit der unendlichen Wiederholungen, denn Menschen taten das, was Menschen eben taten.


    "Ich möchte vieles aber nicht dieses Schiff," antwortete Verus mit bittersalziger Stimme, die kaum aus seiner Kehle kam. "Kannst du mir sagen, wem dieses Schiff gehört?" Es war so einfach und doch musste er sich absichern, diese Frage stellen und den Meister dieses Schiffes ausfragen, denn nur durch vergleichbare Informationen konnten neue Erkenntnisse gewonnen werden und Dinge entlarvt werden, um sie der eigenen Macht untertan zu machen, denn die wahren Zusammenhänge zu kennen, machte es möglich, diese zu verändern und diese Kontrolle gebar stets Macht und Ordnung: die Abfolge der Ereignisse zu erahnen oder sogar zu verstehen war von hoher Bedeutung. Verus trat neben Charislaus und gab sich weniger aggressiv, fast freundlich aber die kalten Augen blieben.

  • Während Platos Blick zwischen Charislaus und dem Fremden hin und her wanderte, verkannte er die Situation. In Anbetracht der Tatsache, dass Linos ebenfalls hier weilte, auch wenn er ihn nicht sah, aber immerhin hörte er dessen Stimme, unterstellte er den beiden Sklaven, in Themiskyra zu viel herumgeplappert zu haben, weswegen er nun einen Hafenbeamten - inkognito unterwegs - vor sich sah, der möglicherweise Gebühren für die beabsichtigte lange Liegezeit des Schiffes kassieren wollte. Probleme stellte das keine dar, aber trotzdem ärgerte sich Plato über die Schwatzhaftigkeit der Sklaven.

    Da Plato weder Pirat war noch die Liegegebühren aus eigener Tasche bezahlen musste, sah er keine Notwendigkeit, die an ihn gerichtete Frage nicht zu beantworten. Er führte ausreichend Geld mit und er stach mit einem offiziellen Auftrag in See, daher antwortete er wahrheitsgemäß.

    "Eigentümer des Schiffes ist Consular Claudius, Präfekt der Stadt Rom."

    Geld wollte er nicht von sich aus anbieten. Sollte der Beamte doch danach fragen. Zuvorkommenheit gehörte nicht zu Platos Stärken, aber er sah Notwendigkeiten ein, verhandelte nicht unnütz und hielt sich stets an Gesetze. Andernfalls hätte er wohl längst den gut bezahlten Posten bei seinem Geldgeber verloren.

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  • Charislaus schielte zu ihrem Entführer herüber. Er traute sich nicht, sich offen nach ihm umzudrehen. Dieser Mann wollte das Schiff nicht, Charislaus fühlte sich wie betäubt. Was sollte dieser Mann? Wollte er nur den Namen des Schiffseigners wissen? Den hatte Linos ihm doch genannt. Oh... es dämmerte Chari, ihnen wurde nicht geglaubt, da sie Sklaven waren. Der gute Kapitän schaute immer noch voller Unschuld drein, fand Charislaus. Der Mann wusste nicht um die Gefahr in der er schwebte. Vielleicht ging er vom Guten im Menschen aus, wie sie auch bis vor wenigen Augenblicken.


    Es war nur einige Augenblicke her, dass dieser Mann sie entführt hatte, musste sich Charislaus selbst erinnern. Es kam ihm so vor als wären sie Monate unterwegs gewesen. Dabei waren sie nur zurück zum Schiff gelaufen.


    Chari umklammerte fest seine Tasche, das Gefühl etwas in der Hand zu haben beruhigte ein wenig seine Nerve. Er betete zu den Göttern, dass der Meuchler nicht den Kapitän, dessen Namen er schon wieder vergessen hatte, niederstrecken würde. Charislaus hoffte das der Mann in die Nähe des Wassers ging. Möglicherweise konnte er ihn ins Hafenbecken stoßen und sein Leben retten. Wobei der Kapitän sehr standfest aussah, aber wenn sich die Gelegenheit bot und er den Mut fand, wollte er es versuchen.


    Erstes ergab sich vielleicht, bei zweitem war sich Chari überhaupt nicht sicher.

  • Wie passend. Entweder die Herren hatten sich abgesprochen oder dieses Schiff war tatsächlich eine passende Gelegenheit. Dennoch blieb der Zweifel. "Hast du entsprechende Dokumente bei dir, um dies zu belegen?" Urkundsbeweise waren immer besser als bloße Aussagen, so denn man diese noch leichter überprüfen konnte. "Ich bin der Hafenmeister und wir müssen dein Schiff inspizieren," log er und nahm damit unbewusst den Impuls des Kapitäns auf, der bereits von einer städtischen Amtsperson ausging. In der nahen Ferne stiegen schwarze Schwaden und dicker Qualm auf, da sich das Feuer ausgebreitet hatte aber bereits unter den Löschmaßnahmen litt. Themiskyra konnte gerettet werden, so dass diese Hafenseite sicherlich verschont blieb. Verus hob die linke Faust und machte eine greifende Geste. Seine Männer trat auf die Rampe und schoben Linos, sofern dieser nicht erheblich Widerstand leistete, einfach mit sich über die Rampe, da sie ihn inzwischen mit vier Personen umrungen hatten. "Deine Sklaven oder Matrosen sind uns in die Hände gefallen. Sie wirkten etwas hilflos," ergänzte er seine Lüge.

  • Das ging ja wunderbar, freute Vulpis sich. Sein Plan schien aufgegangen zu sein. Er hatte sich langsam auf dem Weg zum Schiff immer mehr zurückfallen lassen. Bald konnte er sich zwischen denvor dem Feuer fliehenden Menschen, wie er hoffte, ungesehen von den Kerlen, bewegen und doch alles beobachten. Scheinbar hatte man ihn vergessen. Ganz weg wollte er nicht. Sein Plan war schon sie im Auge zu behalten. Sie halten an dachte er und schon werden die Würmer über die Rampe
    geschober oder getrieben, das blieb sich gleich.

    Schnell schaute er auf die kleinen Küstensegler, die zwischen den Frachtschiffen lagen. Nein es sollte schon ein größeres Schiff sein, so das er herabschauen musste. Was für ein Glück direkt daneben lag ein solches Schiff, es entsprach genau seinen Vorsellungen. Schnelle drängte er sich in die Reihe der Arbeiter. Mit einem riesigen Korb beladen und stieg die Rampe hoch. Oben angekommen schaute er sich schnell um, und stellte den Korb an den vorgesehenen Platz ab, um blitzschnell hinter den aufgestapelten Fässern zu verschwinden. Nun musste er nur noch dafür sorgen eine gute Sicht zu bekommen. Den Auslauf des Schiffes durfte er auch nicht verpassen.

  • Andere Länder, andere Sitten, dachte Plato bei sich, als er statt zur Bezahlung aufgefordert zu werden, zunächst die Papiere vorlegen sollte. "Ich reise nie ohne Schiffspapiere", antwortete er auf die Nachfrage und wandte sich ab, um in die Kajüte zu gehen. Dabei zuckte er mit den Schultern und murmelte: "Seltsames Volk hier."

    Es handelte sich um sein Schiff, daher kam er nicht auf die Idee, irgendwen um Erlaubnis fragen zu müssen, ob er unter Deck gehen durfte. Er stieg die wenigen Stufen hinab, die unter seinem Gewicht ächzten.

    Der Gang bis zur Kajüte, das Öffnen und Schließen der Schatulle und der Rückweg nahmen derart wenig Zeit in Anspruch, dass Plato, der geistig eher langsam arbeitete, nicht für sich klären konnte, welche Auswirkungen der Rauch in der Ferne auf seinen Aufenthalt in diesem Hafen haben könnte. Auf die Ankündigung einer Schiffsinspektion hingegen hatte er eine Antwort parat.


    "Nur damit das klar ist, hier wird nichts inspiziert, solange ich keinen von offizieller Stelle ausgefertigten Inspektionsauftrag vorgelegt bekomme. Ihr könnt allerlei Krankheiten mit an Bord bringen. Wer hier in alle Ecken kriechen will, muss gesundheitlich unbedenklich sein und das will ich schriftlich haben." Gleichzeitig reichte er die Schiffspapiere dem Hafenbeamten.


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    Name: Impetus

    Eigner: Herius Claudius Menecrates

    Typ: Navis Actuaria





    Im Moment, wo er Linos entdeckte, hörte er die Erklärung des Beamten zu ihm und Charislaus. "Meine Sklaven sind das nicht und Matrosen erst recht nicht!" Er schnappte nach Luft, weil ihn die Vorstellung aufregte, der vorlaute und schwatzhafte Linos könne ein Dauergast bei ihm sein. "Sie sind Passagiere auf meinem Schiff - auf der Herreise und für die Rückfahrt." Stimmlage und Gesichtsausdruck wirkten nicht entspannt.

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  • Die guten und braven Römer hatten viele Menschen dazu erzogen, doch Dokumente und Listen vorzuhalten, so dass Verus nur genügsam lächeln konnte. Genau diese Dokumente erlaubten jene umfassende Kontrolle, die sein eigener Apparat und Organisation so sehr brauchte, wie Luft zum atmen. Ohne Kontrolle waren sie bedeutungslos und Bedeutungslosigkeit bedeutete, dass sie sich alle ihren Taten stellen mussten; Dinge, die sie mitunter unter anderen Umständen niemals getan hätten. Der Umstand formte doch oft die Entscheidungen und Entscheidungsfreiheit war eine Illusion der Stolzen. "Einverstanden," sagte Verus ohne jeden freundlichen oder bösartigen Ton in seiner Stimme. Es war der Ton eines gelangweilten Amtsdieners, der einfach seine Aufgaben ausführte. Der Schiffsmeister gab genügend glaubthafte Informations preis, so dass sich die Geschichte der beiden Sklaven als wahr beweisen konnte, doch eine absolute Sicherheit war es nicht. Verus kannte aus seiner eigenen Erfahrung genügend ausgereifte Fallen und heimtückische Attentate, die auch viel Schall und Rauch aufboten, um ihr Ziel zu erreichen. Das Dokument in seinen Händen wirkte echt, auch wenn Verus an diesem Ort keine vollständige Prüfung durchführen konnte. Er musste es zu diesem Zweck mit anderen Dokumenten vergleichen und diese stand ihm hier nicht zur Verfügung, insofern reichte er das Dokument an den Kapitän zurück. "Danke," sagte Verus aus bloßen Reflex heraus und blickte dann mit einem kurz Kopfschwenk über das Deck. Scheinbar mochte dieser Magister die beiden Sklaven nicht, was die ganze Sache erleichterte. "Sie sind im Hafen negativ aufgefallen und wir möchten Dir und ihrem Herren Ungemach ersparen, so dass wir sie einfach wieder an Bord bringen und sie somit ihre Heimreise antreten können," erklärte Verus und nickte dem Schiffsmeister zu. Dieses Schiff war wirklich eine Gelegenheit ihre Mission zu erfüllen. Verus trat einen Schritt zurück und hob seinen Arm, was ein Zeichen für die Soldaten war, Linos und den anderen auch herauf zu bringen. Sie sollten alle an Bord. Doch dieser Fremde fehlte urplötzlich. Wahrscheinlich hatte er sich aus dem Staub gemacht. Verus kniff beide Augen zusammen. Wie Verus diesen Freischärler einschätzte, wäre er mit Sicherheit nicht ganz verschwunden und würde auf eine günstige Situation warten. Diese Halunken taten so etwas, um sich stets einen Vorteil zu sichern oder Beute zu machen. Linos wurde an Bord gebracht und von zwei kräften Handpaaren auf den Boden gedrückt, damit er das Schiff nicht mehr verlassen konnte. Sieben weitere Männer traten an die Hafenkante, in ihrer Mitte befand sich eine große Holzkiste, die mit einem Schloss versehen war. Sein Mann hatte tätsächlich die Truppe zusammengerufen und diese warteten nun vor der Rampe, um das Schiff ebenfalls zu betreten. "Ich muss dich ein Stück auf deiner Reise begleiten. Meine Männer ebenfalls. Diese Fracht ist für die Stadtverwaltung von Themiskyra von höchster Bedeutung und da sich kein anderes geeignetes Schiff im Hafen befindet, werden wir diese Fracht ein Stück auf deinem Schiff transportieren müssen. Dafür entfällt die Hafen- und Zollgebühr," meinte Verus und zimmerte sich hektisch eine Lüge zurecht, damit seine Männer nicht wirklich behindert wurden. Erneut machte Verus eine Geste und die Sieben weiteren Männer traten über die Rampe hinauf, wobei zwei von ihnen jene schwere Holzkiste trugen. Verus beäugte die Kiste scharf, denn in ihr lag ein gewisser Wert für ihn. Die Männer nahmen inzwischen das Deck ein, verdrängten sogar Charislaus ein Stück. Einer der Männer lächelte Charislaus frech an. "Wir sollten gleich ablegen," sagte Verus und trat wieder an den Kapitän heran.

  • Es hatte schon einige Situationen in meinem Leben gegeben in denen ich es zu tiefst bereut hatte, meine Familie verlassen zu haben, um meine Bildung zu erweitern, gleichgesinnte zu treffen. Gelehrte wollte ich kennen lernen, ihre Vorträge hören und mit ihnen debattieren. Gleichgesinnte kennen lernen um vorhandenes Wissen zu ergänzen, später vielleicht anderen, das Wissen vermitteln oder sie überzeugen. Dieser Jugendtraum war zerplatzt in dem Moment, als mich Sklavenhändler aufgriffen und nach Rom brachten, um mich dort zum verkauf anzubieten. Immer wieder hatte ich mich meinem Schicksal ergeben und versucht mich der Situation anzupassen. Das hier heute, übertraf bei weitem allem erlebten. Sonst konnte ich wenigstens im vorhinein absehen was kommen würde. Heute, seit dem verlassen der Impetus, geschah nur unberechenbares. Jede Situation zog eine andere hinterher, die Chari’s und meine Lage nur noch verschlimmerte. Es war vielleicht für einen außenstehenden Zuschauer, wie ein Theaterstück in dem sich die Handlung in jeder Szene steigerte, weil unberechenbares hinzugefügt wurde, um das Stück zu dramatisieren. Ungewollt hatte ich manchmal die Hauptrolle, wurde aber oft zu einem Statisten.

    Jetzt war ich der Statist der gerade den Boden des Schiffsdecks küsste. Hilfe war keine in Sicht. Der Kapitän wäre bestimmt der Letzte der mir helfen würde, eher würden er sich den Kerlen gegenüber dankbar zeigen. Schließlich gelang es ihnen mein Schweigen zu erzwingen. Ein Aufbäumen von mir wurde mit einem stärkeren Druck der Pranken belohnt.

    Die Geräusche verrieten mir, es kamen noch mehr schwere Schritte an Bord. Die Worte des Tiberiers bestätigten mein gehörtes. Was mich in diesem Augenblick interessierte ob ich die Fahrt in diesem erniedrigen Zustand verbringen musste. Da war die fahrt auf dem Sklavenschiff ja regelrecht gemütlich gewesen. Wo war eigentlich der Kistenmann geblieben? Fragte ich mich, dabei hatte ich die Antwort doch schon vor der Frage gewusst. Natürlich, es wäre ja auch äußerst dumm von ihm gewesen, die Gelegenheit nicht zu nutzen, um dem hier zu entkommen. Hilfe war von ihm bestimmt nicht zu erwarten.
    Selbst wenn er gewollt hätte, bei dieser Situation am Hafen wäre es kaum möglich gewesen. Wohin mochte die Reise gehen? Von welcher Fracht war die Rede gewesen?

  • Die Vorkommnisse befanden sich unter Kontrolle, aber bald sollte sich das ändern, weil Plato über keinen Blitzgang beim Denken verfügte. Alles begann gut, als das Wort 'einverstanden' erklang. Nicht nur, weil das Wort gut klang, sondern weil es losgelöst im Raum stand und vom Kapitän kurzerhand auf seine Forderung nach einem Inspektionsauftrag umgelegt wurde. Die Schiffsinspektion stand für ihn damit nicht mehr zur Debatte. Er nahm die Schiffspapiere entgegen, bekam aber keine Zeit, sie wieder an Ort und Stelle zu bringen.

    Plato fühlte sich auch noch Herr der Lage, als er hörte, Linos und Charislaus wären negativ aufgefallen, weil er sich nicht für die Sklaven verantwortlich fühlte und die Aussage sich mit seiner eigenen Auffassung deckte. Nicht umsonst wählte er gegenüber Linos einen barschen Ton, weil der Wicht zappelte, viel quasselte, vorlaut war und ein Talent für Fettnäpfchen besaß. Plato sorgte sich regelmäßig um sein Schiff, wenn er Linos transportierte. Den anderen Sklaven kannte er nicht und er erschien ihm weniger bedenklich.

    Bei der nächsten Aussage des Hafenbeamten kam Plato aber nicht mehr mit, daher zog er die Brauen zusammen, während er nachdachte, was Zeit in Anspruch nahm. Der Kapitän verstand als erstes nicht, warum der Beamte des Hafens mitfahren wollte. Hinzu kam, dass er weitere Passagiere ankündigte, die nach Platos Verständnis allesamt Bedienstete der Stadt Themyskyra sein mussten. Vor allem aber verstand er nicht, warum eine Fracht, die für die Stadtverwaltung wichtig war, fortgebracht werden sollte. Er wendete in Gedanken die Frage, ob jene Fracht von Beamten in Sicherheit gebracht werden sollte, damit Räuber in Themiskyra keinen Zugriff mehr darauf hatte, oder ob es sich bei den Männern um Piraten handelte, die nur vorgaben, Beamte zu sein, aber sein Schiff entern wollten, um ihr Diebesgut in Sicherheit zu bringen. Wie Plato die Angelegenheit auch wendete, er kam zu keinem Ergebnis, während sich das Deck zusehends mit Personen, Fracht und dem Sklaven Linos füllte.


    Zum Glück folgte eine weitere Aussage des Beamten oder Piraten, bei der Plato nicht lange nachdenken musste, sondern sofort eine Antwort wusste.

    "Das könnt ihr vergessen! Ich lege hier erst ab, wenn meine Fracht an Bord ist! Außerdem weiß ich nicht, ob sich meine Fracht mit euch versteht." Er beließ es bei der Bezeichnung 'Fracht', weil ihm nahegelegt wurde, dass es sich bei dem Gesuchten, weswegen der gesamte Aufwand betrieben wurde, um jemand Ungewöhnlichen handeln musste. Inwiefern ungewöhnlich wurde ihm nicht gesagt und er wollte es auch nicht wissen.

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    MAGISTER NAVIS - HERIUS CLAUDIUS MENECTRATES

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  • Immer diese gebundenen Entscheidungen. Scheinbar war auch dieser Mann vor ihm nicht frei in seiner Wahl. Verus war nun neugierig, was diese Fracht war. Immerhin blockierte diese jene Abfahrt. Hatte dieser nervige Linos, dieser Sklave, nicht etwas erwähnt, dass dieses Schiff geschickt worden war, um ihn, Tiberius Verus höchstselbst, zu retten oder zu finden? Eine Rettung konnte es für Verus nicht geben, denn so etwas strebte er garnicht mehr an, denn allein der Dienst erhielt seine volle Aufmerksamkeit. "Was ist diese Fracht?" - eine ernstgemeinte Frage, so dass Verus diese mit einer Handgeste unterstrich, indem er auf den Kapitän zeigte. "Wenn es sich um eine bestimmte Person handelt, ist diese mit aller Wahrscheinlichkeit an Bord," sagte er und deutete auf sich selbst, ein gewisses Risiko eingehend, seine Person und Position zu verraten. Doch in diesem Augenblick schien ihm dieses Risiko lohnenswert, um diesen Sachverhalt zu seinen Gunsten zu nutzen. "Ich denke, dass sich die Fracht sehr wohl mit anderen versteht," scherzte er bitter und zynisch, um im Anschluss zu Linos zu blicken. "Ich habe keine echten Widerworte gehört," meinte er böse und lächelte salzig in die Richtung des Kapitäns. Die Todes gebietenden Augen fielen unmittelbar auf den Schiffsmeister, forderten etwas Unbekanntes ein und drängten zu einer Antwort, die alles weitere an diesem Tag entscheiden würde. Neben Charislaus traten nun auch zwei Männer und legten ihre prankenhaften Hände auf seine Schultern, jederzeit bereit, seinen Handlungen ein Ende zu bereiten. Es war eine gewohnte Vorgehensweise für Specualtores potenzielle Unruheherde und Störfaktoren unter Kontrolle zu bringen, auch ohne unmittelbaren Befehl in einer derartigen Situation, wie sie sich in diesem Augenblick darstellte.

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