[tirocinium] Grundausbildung des Sextus Hadrianus Flavus

  • Was heisst hier es tut dir leid? Mit so einem Mist kannst du dich bei deiner Mutter entschuldigen wenn du ihr Geschirr zerdepperst. Aber nicht hier. Entschuldigst du dich auch wenn du "unbeabsichtigt" dein Gladius in den Rücken deines Vordermannes rammst weil du einfach nicht weißt wo oben und unten ist? Du meldet dich sofort bei Centurio Hadrianus. Avianus' Stimme war ruhig und leise. Es würde keinen Sinn machen nun loszubrüllen. Manche mussten eben wie Kleinkinder behandelt werden und das funktioniert meist so besser als mit Gebrülle.
    Und ich will keinen Ton hören wenn du aus der Formation austrittst. Dann blickte er Flavus an. Tiro. Der Helm gehört auf den Kopf. sprach er und ging wieder ein paar Schritte zurück. Dummerweise konnte er nicht ausmachen wer sich nun über die Rüstungen beschwert hatte und konnte nichts anderes tun als den Mann mit Unwissen stehen lassen als jenes dass Metall härter war als Leinen.


    Das ganze nochmal. Schilde hoch. Testudo.

  • Sallustius wollte gerade zu einer Antwort ansetzen als er von seinem Nebenmann einen gut gemeinten Ellbogenstoß in die Seite bekam, welcher bedeuten sollte, dass es besser war die Klappe zu halten und das tat er auch und schüttelte nur den Kopf und ging wie ihm befohlen wurde zum Centurio. Das Angstgefühl allerdings steigerte sich in ihm noch mehr als vorher.


    Jawohl Legionarius! bestätigte Flavus und holte sich seinen Helm zurück und band ihn diesesmal fester zu, damit sowas nicht schon wieder passieren konnte.


    Beim erneuten Befehl lief die ganze Sache schon ruhiger ab. Die Tirones hoben die Schilde schon, als sie noch etwas weiter auseinander standen und rückten dann zusammen. Man konnte zwar immer noch hören, als Holz auf Holz und Metallkante über Metallkante geschoben wurden, aber es war wenigstens kein Scheppern irgendwelcher Rüstungsteile zu hören.
    Und so standen nun die Tirones in Testudoformation vor dem Legionär.

  • Fontinalis beobachtete das ganze Schauspiel. Es war wie immer. Es wurde was neues ausprobiert und das durcheinander war perfekt.
    Aber eines war sicher, sein neuer Hilfsausbilder war ein tüchtiger Mann, der wusste wie man mit Rekruten umzugehen hatte. Der Centurio würde nochmal mit ihm sprechen müssen.
    Nachdem der Anschiess verteilt war konnte es weiter gehen, der Rekrut meldete sich bei Fontinalis, bekam eine kleine Standpauke und konnte wieder eintreten...

  • Nun standen sie alle korrekt und fast unsichtbar hinter Schilden. Avianus war ebenfalls zufrieden. Anscheinend hatte man hier einen guten Neuzugang bekommen mit dem man anscheinend wenig Arbeit haben würde. Mit zufriedenen Gesichtsausdruck ging er die Linie ab, nicht um zu kontrollieren sondern rein proforma.


    Tirones. Ich beglückwünsche euch zu dieser tadellosen Leistung. Ihr habt nun 15 Minuten Pause. Besucht die Latrine oder putzt was zu putzen ist. In 15 Minuten wird hier wieder angetreten. verkündete Avianus nun.


    Tirones. Weggetreten. Mit diesen Worten waren die Auszubildenden für kurze Zeit entlassen. Er selbst nahm begab sich nun zu Fontinalis um Rücksprache zu halten und um sich den einen oder anderen Tadel abzuholen. Schliesslich war niemand perfekt.


    Centurio. und salutierte zackig. Wenn du erlaubst könnte man nun mit der theoretischen und praktischen Waffenausbildung beginnen. Die Tirones sind zwar noch nicht das non plus ultra und es wird noch einige Tage, Wochen zum endgültigen Schliff dauern.

  • Fontinalis nickte den Salut ab. Man musste schließlich nicht alle paar Minuten Salutieren.
    Du warst bestimmt zu beginn deiner Laufbahn auch nicht das non Plus ultra.
    Der Centurio grinste Avianus frech an.
    Ja ich denke auch das es Zeit ist das sie Waffen in die Hand bekommen.
    Dann schweifte der Blick über die Tirones.
    Du wirst sie einweisen. Dann kämpfen sie gegen uns beide.

  • Worauf du dich verlassen kannst, Centurio. Avianus grinste breit zurück. Hadrianus war einverstanden damit die Tirones nun mal an die Waffen zu lassen und übertrug auch gleich die weitere Ausbildung auf Avianus. Dieser musste lächeln. Nicht weil er weiterhin die Leute herumscheuchen durfte sondern die Aussicht auf ein paar nette Szenen mit dem Centurio und den Tirones.
    Centurio. Warum bist du nicht bei der Reiterei? Wir hatten uns schon vor einiger Zeit unterhalten. Du warrst damals noch Optio und kamst aus Germanien hierher. begann nun der junge Matinier die Wartezeit mit ein wenig Geplauder zu überbrücken

  • Der Centurio blickte Avianus an.
    Richtig, damals war ich für kurze Zeit bei den Reitern, aufgrund der Personalnot. Aber eigendlich habe ich meinen Platz bei der Infantrie. Wozu Reiten wenn man auch laufen kann
    Fontinalis musste sich beherrschen um nicht laut los zu brüllen.

  • Ja aber.....Avianus blickte den Centurio verdattert an. Ist es nicht besser am Pferd zu sitzen als auf eigenen Beinen Meilen zurückzulegen. Im Sommer. Bei Regen und Wind? wollte er nun wissen da er nicht wirklich erkennen konnte ob Fontinalis es ernst oder mit Sarkasmus gemeint hatte.

  • Und was machst du wenn sie dir dein Pferd unterm Arsch abschlachten? Nein, lieber laufe ich bei Wind und Wetter durch die Gegend.
    Der Centurio sah kurz zu den Tirones hinüber, einige tranken, andere Putzten ihr Zeug.
    Und du? Willst du bei der Infantrie bleiben oder zu den Reitern?

  • Dann hab ich etwas zu essen und hol mir ein anderes Pferd antwortete Avianus prompt. Ob er nun selbst zur Kavallerie möchte....Ich habe mich mit dem Ziel gemeldet zu Pferde dem Imperium zu dienen doch das war vor dem...ganzen Tohuwabohu. Vermutlich wird mein Gesuch abgelehnt wegen des Personalmangels in der Infanterie. Und zuerst müsste ich auch ein Gesuch stellen was mir aber bisher zeitlich nicht möglich war.. Ich werde auch nicht mit dem Schicksal hadern weiterhin der Infanterie zu marschieren wenn es so ist. antwortete er länger als nötig war.

  • Misstrauisch beäugten einige der Tirones das Gespräch zwischen ihren Ausbildnern.
    Was glaubst du was die beiden jetzt reden? fragte Paulinus und nahm einen Schluck Wasser zu sich. Auch Flavus saß bei den Tirones, welche ihre Ausrüstung schon gereinigt hatten und sich nun ein wenig ausruhten.
    Naja was sollen sie schon groß reden! Normales Zeug halt! dass Fontinalis sein Onkel war, verschwieg Flavus vorerst.
    Ich denke eher sie suchen nach Möglichkeiten uns fertig zu machen! Ich sags euch DAS gefällt mir nicht!
    Achwas! Sie bilden uns aus mehr nicht! Also seid nicht solche Weicheier! Wir müssen wieder los, die Pause ist vorbei! meinte dann Flavus und erhob sich um die Gruppe Tirones wieder zu den Ausbildnern zu führen wo sie sich in Grundposition aufstellten und warteten was nun kam.

  • Langsam wurde es Zeit. Avianus ließ den Blick über die Tirones gleiten die sich selbstständig dazu aufmachten in Formation wieder anzutreten und nun warteten.


    Avianus stellte sich nun wieder vor den Tirones auf und grinste. Erneut kam ihm das Bild in den Kopf, wie zuvor, und begann nun das weitere Training mitzuteilen.


    Tirones. Da wir nicht nur zum Wandern hier sind und uns nicht langweilig werden soll werden wir nun beginnen ein wenig die Waffentechnik und Waffenkunde auszuüben. Ihr seht dort drüben er deutete mit der Hand in die entsprechende Richtung Übungswaffen bereitgestellt. Jeder nimmt sich ein Gladius und kommt dann wieder in die Formation zurück. Theoretisch war dies ein einfacher Befehl doch er setzte noch etwas hinzu Und dass alle im geordneten Ablauf. Abite

  • Die Tirones hörten den nächsten Befehl und schon zauberte sich ein Lächeln auf das ein oder andere Gesicht! Auch auf Flavus´s Gesicht schlich sich ein solches ein. Endlich würden sie kämpfen lernen, das was jeder tun wollte.
    Alle wollten auch sogleich losstürmen und sich bewaffnen, hielten sich dann aber doch zurück und marschierten geordnet zu den Übungswaffen. Es war ja nicht so, dass sie nichts aus ihren begangenen Fehlern lernten.


    Na endlich wirds mal interessant! Endlich kommen wir mal zum Teil für Männer! hörte man einen der Tirones sprechen, sobald sie genügend Abstand zu den Ausbildnern hatten. Die Freude währte aber nur sehr kurz, als sie dann die Waffen sahen. Was? Was soll denn der Mist? Holzschwerter? Wir sind doch keine Kinder mehr!
    Flavus musste Lachen, es war üblich dass man mit Holzschwerten trainierte, das hatte er auch immer mit seinem Vater gemacht.
    Unter einigem Murren und Scherzen bewaffneten sich alle und traten wieder vor Avianus in Formation auf.

  • Fontinalis kannte die Gedanken der Tirones. Schließlich war er selbst mal einer. Und kein Soldat oder angehender Soldat rannte gern mit einem Holzschwert durch die Gegend. Aber es musste sein.
    Männer, jetzt wird der Kampf mit dem Gladius in der Formation geübt. Das ist wichtig. Denn es kommt nicht nur auf den einzelnen an, sondern auf alle. Verliert einer von euch seine Deckung, kann es passieren das der Feind die ganze Einheit überrennen kann.
    Ernst sah Fontinalis durch die Reihen.
    Flavus. Hast du eine Vorstellung wie das ganze aussieht?

  • Centurio Hadrianus hatte das Wort ergriffen und so war Avianus bis auf weiteres entlassen. Zumindest von der Aufgabe die Tirones zu unterrichten. Dies machte Hadrianus nun selbst. Avianus hatte aber nicht vor sich nun die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen sondern eignete sich ebenfalls eine der Schwertattrappen an und stellte sich an die Seite der Formation. Mit einem ziemlich schmutzigen Grinsen wartete er nun auf das was kam. Hadrianus begann die praktische Übung damit dass er den Tirones ein paar Fragen stellte. Zumindest eine wurde bisher gestellt. Gespannt auf die Antwort harrten die restlichen Tirones stumm und bewegungslos aus

  • Wäre die Frage nicht direkt an Flavus gestellt worden, hätte er sie so oder so beantworten müssen, so hatte er wenigstens das Gefühl. Kurz überlegte Flavus bevor er zu einer Antwort ansetzte.


    Centurio, die Legionäre der römischen Legion kämpfen in Schlachtreihen! Sie stellen dem Feind eine geschlossene Reihe an Schilden gegenüber, durch die es im Normalfall kein Durchkommen gibt! Es kämpft eigentlich immer nur die vorderste Reihe an Legionären, die hinteren Reihen sind dafür da, dem Druck standzuhalten, nachzurücken, wenn irgendwo eine Lücke entstanden ist und diese sofort wieder aufzufüllen. Der Centurio gibt Befehle auf die die vorderste Reihe sich nach hinten verschiebt und die nächste Reihe nachrückt! Das hat den Vorteil, dass immer frische ausgeruhte Männer kämpfen und so den Feind aufreiben können. Das funktioniert aber nur, wenn alle Legionäre gleich kämpfen! Dies wird einerseits durch das Kampftraining andererseits durch die Ausrüstung gewährleistet! Wenn man sich das Gladius eines Legionärs betrachtet sieht man schnell, dass es eine Stichwaffe ist und keine Hiebwaffe, wie sie andere Truppen verwenden! Die Schilde der Legionäre sind auf maximalen Schutz konzipiert! Sie verdecken beinahe den gesamten Körper des Legionärs nach vorne hin! Der Legionär blockt ab und versucht dann einen Stich in die Lebenswichtigen Redionen seines Feindes zu setzen! Bevorzugt werden Hals-, Bauch- und Lendenregion! Würde ein Legionär vorstürmen und alleine kämpfen wollen, wäre er ziemlich schnell umzingelt und würde sofort überrannt werden, da seine Kampftaktik nicht auf diese Art des Kampfes ausgelegt ist! Die Kampfweise der Legion kann man sehr schnell zusammenfassen indem man sich einen simplen Satz merkt: Allein bist du nichts zusammen bist du unbesiegbar! Dann suchte sich Flavus wieder einen Punkt den er mit seinem Blick fixierte und hoffte, dass die kleine Zusammenfassung das war, was sein Onkel hören wollte.

  • Fontinalis war ein wenig Stolz, schließlich lieferte Flavus ein recht ordentliches Bild ab.
    Richtig. Deshalb werden wir das jetzt an diesen Stämmen Üben. Angriff und dann gleich Verteidigungsposition einnehmen. Fragen?
    Der Centurio nahm Übungsschwert und Schild ging auf den ersten Pfosten zu, nahm das Schild so vor den körper das er fast dahinter verschwand. Nur die Augen schauten drüber.
    Dann aus dem nichts öffnete er ein klein wenig seine Deckung und das Gladius schnellte hervor und traf den Pfosten. Und noch ehe der angenommenen Feind reagieren konnte verschwand der Centurio wieder hinter dem Schild.
    Habt ihr das gesehen. Verteidigen und Angreifen. Schnell und ohne großen Tamtam.

  • Die Tirones hörten Flavus zu und dann beobachteten sie den Centurio genau bei seinen Ausführungen! Bei dem einen oder anderen konnte man im Gesichtsausdruck sehen, dass sie sich gedacht hatten sie könnten hier kämpfen wie Gladiatoren, aber dem war nicht so.
    Nein Centurio keine Fragen! antworteten die Tirones beinahe gleichzeitig, da diese Übung nicht allzu kompliziert war.
    Dann nahmen sie ihre Übungsausrüstung und verteilten sich auf die Stämme um die Übung zu beginnen!
    Deckung-Zustechen-Deckung-Zustechen-Deckung-Zustechen. Für Flavus war das nicht ungewohnt, erinnerte es ihn doch sehr stark an seine Jugend in Germanien. Auch die anderen kamen relativ gut in die Übung hinein! Der ein oder andere war ein wenig langsamer als der Rest, was das aufnehmen der Deckung betraf aber im großen und ganzen waren sie nicht so schlecht.


    Sim-Off:

    ich war mal so frei und habe ohne Befehl angefangen! ;)

  • Ausnahmsweise eine Übung die richtig gut begann. Mehr oder weniger hatten alle verstanden worum es ging.
    Du da, wir sind hier nicht in einem Heim für alte Leute. Ein bisschen schneller wenn ich bitten darf. Verteidigung, Angriff, Verteidingung und Angriff.
    Fontinalis ging zum nächsten.
    Schild höher!
    Dann kam er bei Flavus an.
    Weitermachen...
    Mehr hatte Fontinalis nicht zu sagen. Die Ausführung stimmte, auch das Tempo war gut...

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