Kontakte knüpfen - wie langweilig!

  • Nachdem sein Patron ihm empfohlen hatte die Thermen zu besuchen, hatte Lucius nach einigem Zögern beschlossen der Empfehlung nachzugehen - immerhin hatte er zu Hause gelernt, dass jede "Empfehlung" eines Vorgesetzten bedingungslos als Befehl auszuführen war. Warum er alerdings ausgerechnet in den Thermen nützliche Kontakte knüpfen sollte, war ihm nicht ganz klar: Hier waren alle Gäste splitternackt und folglich gab es kaum Kennzeichen ob jemand reich war oder es die Mühe lohnte, ihn anzusprechen. Viel logischer wäre es für den jungen Petronier gewesen, auf dem Forum oder in einer Gerichtshalle Kontakte aufzunehmen. Die Tjerme war für ihn doch primär aus zwei Gründen attraktiv: zum Sauberwerden und für den Sport!


    Entsprechend war ihm mit Armin zusammen nach kurzem Herumlungern langweilig geworden und er war ein paar Bahnen Schwimmen gegangen. Erst nachdem er völlig ausgepowert war, schleppte er sich wieder an den Beckenrand, von dem Armin verschwunden war. Stattdessen erwartete ihn dort jemand anderes...

    Sim-Off:

    Wer mag?

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  • Varus lag vollkommen entspannt im Beckenrand. Da Commodus im Moment sehr abgelenkt war hatte er die Gelegenheit genutzt und war für ein paar Tage in den Weinbergen bei Ariccia verschwunden und hatte dort solange es das Tageslicht zugelassen hatte gearbeitet. Dazu dann die Nachtstunden noch etliche im Weinkeller verbracht. Das hatte dazu geführt das er mal wieder über und über von kleinen Kratzern übersäht war und nach den Tagen ausgesehen hatte wie ein Bauer. Aus diesem Grund hatte er vor allem anderen die Therme ausgesucht und sich dort dann erst einmal in einem Rundrumprogramm wieder zivilisieren lassen. Er war nun am Ende der Prozedur angekommen und entspannte im Becken. Als er die Schritte die sich ihm näherten, sie klangen auch irgendwie nicht kraftvoll, öffnete er ein Auge und ließ ein fast schläfriges
    "Salve", los.
    Mehr erst einmal nicht da er ja keine Ahnung hatte ob der junge Mann bedarf nach Unterhaltung hatte oder einfach nur entspannen und seine Ruhe wollte.

  • Mechanisch erwiderte Lucius den Gruß, wie der Alte es ihm eingetrichtert hatte:
    "Salve!"
    Dann lehnte er sich selbst an den Beckenrand und kam erstmal wieder zu Atem. Schließlich tauchte er noch einmal unter, um den Schweiß, der sich beim Ausschnaufen im Gesicht gebildet hatte, wieder abzuwaschen. Als er sich dann wieder anlehnte, bemerkte er erst, dass sein Nachbar über und über mit Kratzern bedeckt war - was hatte der denn gemacht? Im Vergleich zu den oft geradezu weibisch manikürten Körpern der anderen Thermenbesucher - anders als in Mogontiacum waren die Stadtrömer ja durchaus eitel und enthaarten, salbten und pflegten ihre Körper - war dieses Exemplar hier doch ganz schön auffällig. Und weil der junge Petronier viel zu ausgepowert war, um daran zu denken, dass andere Leute es nicht mochten, wenn man sie anstarrte, tat er genau das - und starrte Varus mit unverhüllter Verwunderung an.

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  • Varus bemerkte die Blicke oder das Starren relativ schnell da er ja ein Auge offen gelassen hatte. Er öffnete das zweite und konnte schnell sehen das es kein kurzer Blick des Badnachbarn war sondern ein durchgehender.


    Nicht unfreundlich fragte er:
    "Kann ich helfen?"


    Er überlegte noch gleich anzufügen das er bestimmt nicht schüchtern war und sich jetzt über die beiden nackten Männerkörper nebeneinander störrte. Aber falls der Nachbar eher an einem griechisch angehauchtem Gespräch interessiert war wollte er das eben so schnell abblocken. Da diese Neigung aber ja keinesfalls aus einem Blick und einem Salve heraus zu hören war musste man erst einmal sprechen.


    "Ich glaub gesehen haben wir uns noch nie. Mein Name ist Tiberius Helvetius Varus!"

  • Als er so angesprochen wurde, fühlte Lucius sich sofort ertappt und bekam rote Ohren. Er selbst hätte so einen Gaffer vermutlich etwas aggressiver angesprochen, während der hier geradezu freundlich war. Seine Frage war allerdings auch ziemlich unlogisch - immerhin war nicht der Petronier der mit den zahlreichen Kratzern am ganzen Körper!
    "Du - äh - bist verletzt!"
    stellte er deshalb ein wenig unbeholfen fest.

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  • Für einen Moment war Varus verwirrt bis er sich denken konnte was sein Gegenüber meinte.
    "Nicht wirklich... ich hab mich mal wieder übermannen lassen und habe mich zu tief in die Arme einer riesigen Horde Wesen gestürzt die viel Aufmerksamkeit haben wollen es einem aber nicht immer mit ihren Früchten dankten." antwortete er ziemlich kryptisch was wohl relativ sicher auch Absicht war.


    "Aber es sind nur Kratzer und hier in den Thermen sieht man ja schnell wieder aus wie ein Mensch."


    "Wie war deine Name noch gleich?"

  • Eines riesige Horde Wesen? Natürlich verstand Lucius die Anspielung in der Aussage nicht und versuchte sofort, eines rationale Erklärung für sie zu finden: Welches Tier hatte Krallen, dass es solche Kratzer verursachte? Vielleicht eine Ratte? Aber die hatte ja immer fünf Krallen, sodass es parallele Kratzer in kleinen, regelmäßigen Abständen ergeben hätte? Außerdem verteidigten sie keine Früchte. Aber welches Tier hatte das schon? Eichhörnchen sammelten Nüsse - aber nur im Winter und jetzt war Sommer... Vielleicht war die Aufmerksamkeit der Schlüssel - ein Hund vielleicht?


    Er kam einfach zu keinem stichhaltigen Ergebnis, sodass er zuerst einmal die zweite Frage beantwortete.
    "Lucius - äh - Petronius Crispus..."
    Noch einmal überlegte er - aber er kam zu keinem vernünftigen Ergebnis, sodass er passen musste:
    "Äh - wie meinst du das?"

  • Es lag sehr wahrscheinlich daran das Varus bis eben noch halb am dösen war das er die Frage von Crispus anders interpretierte. Oder eben daran das er das über und über voller Kratzer sein wenn er sich mal wieder in den Weinberg gestürzt hatte so normal war.


    "Na wo, außer in einem Lupanar vielleicht, bekommt man denn sonst so schnell Entspannung als in einer Therma...das warme Wasser, die Massagen, das Essen usw. Also ich fühle mich nach einem ausgiebigen Thermenbesuch frisch gewaschen, rasiert und erholt wieder bereit für alles weitere. Geht es dir da anders?"

  • Ein Lupanar? Das war des Rätsels Lösung? Naja, man konnte Prostituierte natürlich durchaus als Wesen bezeichnen, aber eine ganze Horde war sicherlich ziemlich teuer. Nur was waren ihre Früchte? Der zweite Teil des Satzes erklärte dann aber, dass der Helvetier ihn offensichtlich missverstanden hatte:
    "Klaro, aber was für Wesen haben dich da überfallen?"
    präzisierte er seine Frage deshalb noch einmal.

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  • Varus beschloss das es wohl besser war für ein ordentliches Gespräch auch ordentlich zu sitzen und zu zu hören. Das hatte er nämlich bisher nicht so richtig getan. Die Quittung war jetzt das er nicht genau wusste was sein Gegenüber meinte. Nun aufrecht sitzend fragte er:
    "Öhm... mich überfallen... wo... mich hat niemand überfallen wie kommst du darauf?"

  • Unwillkürlich richtete sich auch der junge Petronier ein wenig auf, als sein Nachbar dies tat - ob als Zeichen einer gewissen Aufmerksamkeit bzw. potentiellen Verteidigungsbereitschaft oder aus Höflichkeit wurde nicht so ganz klar. Wahrscheinlich wusste Lucius es selbst nicht. Dass sein Gegenüber aber wiederum nicht wusste, was er meinte, verwirrte ihn doch wieder:
    "Naja, du sagtest doch - äh - du wurdest von irgendwelchen Wesen überfallen, oder nicht?"
    Dass nicht Varus, sondern er selbst nicht richtig aufgepasst hatten, entging dem jungen Mann offensichtlich...

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  • Varus musste kurz lachen.
    "Ach so das... nicht ganz ich habe mich Ihnen viel mehr in die Arme gestürtzt. Ich habe in der Nähe von Aricia einen Weinberg der der Gens gehört in Bearbeitung. Immer wenn es mir hier in Roma zu viel wird stürze ich mich quasi ohne Rücksicht auf Verluste in die Arbeit mit den Stöcken um mich durch diese ehrliche Arbeit wieder zu erden sozusagen.... da bleibt die Optik dann manchmal auf der Strecke?
    Wie ist es mit dir was tust du um in diesem Moloch nicht den Blick auf das Wichtige zu verlieren?"

  • Mit ihren Früchten - das war also doch ganz wörtlich gemeint gewesen, auch wenn Weinstöcke für ihn nicht gerade Wesen waren... die waren doch irgendwie tot! Naja, das war aber sowieso nicht gerade die Form von Entspannung, die der junge Petronier sich wünschte - der Alte hatte ihn auf ihrer Villa Rustica lange genug geschunden!
    Aber es fragte sich sowieso, wie er hier den "Blick auf das Wichtige" verlieren sollte...
    "Naja - äh - ich hab' hier den ganzen Tag Zeit, das wichtige weiterzuverfolgen... ich will Eques werden und mein Vater hat mir genügend Geld, dass ich mich um nichts anderes kümmern muss..."
    antwortete er deshalb noch immer ein bisschen unsicher. Dass der Trubel allein schon zu viel werden konnte, verstand er wohl noch nicht recht - dafür war er zu kurze Zeit in der Hauptstadt und noch im Rausch der aufregenden Großstadt gefangen! Da er dann aber doch erkannte, dass es wohl um Freizeitgestaltung ging, fügte er noch an:
    "Aber mein Hobby ist - äh - Mathematik!"

  • "Mathematik...", dass Ach du Scheiße blieb gerade eben so noch unausgesprochen. Krampfhaft versuchte Varus noch die Kurve zu kriegen.


    "Naja jeder soll ja das machen was einem Glücklich macht oder?"

  • "Ich - äh - denk' schon."
    antwortete Lucius, obwohl er daran denken musste, dass der Alte ganz offensichtlich eine völlig andere Vorstellung hatte. Sein Prinzip war eher "Jeder soll das machen, was ihn glücklich macht"... Aber das war wohl nicht der richtige Zeitpunkt, um über seinen Vater zu lästern. Also nahm er lieber auf die Aussage seines Gegenübers Bezug:
    "Und dich macht's also glücklich, im Weinberg Reben zu schneiden?"
    Das hatte Lucius noch nie gemacht - aber er kannte das ganze mit Getreide und einer Sichel und das war verdammte Sklavenarbeit!

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  • Varus war, wie immer wenn es um Weinbau ging, sofort dabei seine Begeisterung dafür zu verbreiten.
    "Na auf jeden Fall... und wie konnte es das einen auch nicht. Glaub mir das ganze ist eine Wissenschaft die mindestens so kompliziert ist wie Mathematik. Es gibt so viele Dinge die man tun oder lassen muss. So viele Variablen die man bedenken muss und berechnen. Ständig trifft man Entscheidungen die alles oder nichts bedeuten können und am Ende, wenn man alles richtig gemacht hat, kommt eines der größten wenn nicht sogar das Größte heraus was die Welt zu bieten hat. Wein!"

  • Etwas irritiert kratzte der junge Petronier sich am Kopf - Weinbau eine Wissenschaft? Er kannte natürlich keinen Bauern persönlich - bis auf die kläglichen Versuche des Alten, die aber weder etwas mit Wissenschaft zu tun gehabt hatten, noch mit Begeisterung. Man warf die Saat auf den Boden und manches ging auf, manches nicht. Natürlich musste man noch ein bisschen mehr machen, aber im Wesentlichen hatte noch kein Bauer auf Lucius sonderlich gebildet gewirkt... - wenn, dann eher verschlagen!
    "Was für Variablen braucht man denn dafür?"
    fragte er deshalb ein bisschen verwirrt.

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  • Hätte Varus die Gedanken von Crispus gehört hätte er jetzt erst einmal eine Kopfnuss verteilt. Schließlich war ein Winzer ja nicht mit einem Bauern gleich zu setzen. Da er die Gedanken aber natürlich nicht gehört hatte antwortete er genauso begeistert wie eben:


    "Es sind schier unendliche die alle miteinander in Verbindung stehen. Da wäre zunächst einmal die ausgewählte Rebsorte. Jede stellt andere Ansprüche, Forderungen und Ablehnungen an den Boden. Dann die Lage des Bodes wo man die Stöcke pflanzt. Wann bekommt er wie viel Sonne. Sehr wichtig ist ohne Frage auch die Tatsache wie warm das einzelne Jahr war und wie oft die Sonne geschienen hat. Dir ist ja natürlich bewusst das jedes Jahr unterschiedlich viel Sonne vergibt. Wichtige Entscheidungen sind z.B. auch wie viel man an den Stöcken zurück schneidet und später wie viele Reben man groß werden lässt. Mit jeder die man wegschneidet konzentriert sich der Stock auf weniger Trauben. Bedeutet weniger Ertrag aber potentiell mehr Geschmack. Also ein haarscharfe Seiltanz zwischen Menge und Qualität....", bevor er weiter machte schaute er erst einmal ins Gesicht seines Gesprächspartners ob der zu mindestens im Ansatz Interesse an seinem Lieblingsthema zeigte.

  • Lucius hatte zwar schon einmal gehört, dass es verschiedene Rebsorten gab, allerdings noch nie einen Unterschied geschmeckt - im Alltag kaufte der Alte sowieso immer irgendein billiges Gesöff, das mehr nach Essig schmeckte als nach Wein. Wenn man es allerdings so betrachtete, dann schien es ja tatsächlich ein multifaktorielles Ding zu sein mit gegebenen Konstanten... - oder war es doch nur Orakelleserei?
    "Aber wenn man sieht, wie viel Sonne scheint, ist der Boden doch schon ausgewählt, oder? Oder kann man die Weinstöcke dann auch umtopfen?"

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  • Beim Wort umtopfen schaute Varus kurz als ob gerade vorgeschlagen worden wäre das 1+1 5 wären!
    "Nein auf gar keinen Fall kann man die umtopfen... so ein Stock verwächst förmlich mit dem Boden auf dem er steht und er soll da ja auch sehr viele Jahre stehen. Was die Wahl des Bodens natürlich schon mal sehr wichtig macht und die Auswahl wo man neue Stöcke pflanzt ebenso sehr aufwenig und kompliziert. Mal eben so kann man das nicht machen.
    Man muss aber z.B. ja nach Stärke der Sonne in dem entsprechenden Jahr entscheiden wie viele Reben man am Stock lässt."


    Nach einem Moment überlegen fragte Varus noch:
    "Wie stehst du überhaupt zu Wein?"

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