[AULA] Verhör des Myrddin Ariamir und seines Angreifers

  • Zum ersten Mal seit einigen Wochen wurde die Aula für eine Anhörung hergerichtet. Drei große Sessel wurden am Kopfende der Halle aufgestellt, daneben Schreibpulte und Tische für die Ablage von Akten und Protokollen. Zwei große Wandteppiche im Rücken der drei Sessel zeigten den römischen Adler auf dunkelrotem Grund.


    Witjon betrat zusammen mit dem Legatus Iuridicus Kaeso Veturius Gratus und dem Pontifex Decimus Duccius Verus die Halle. Es war früher Vormittag. Witjon hatte sich Zeit damit gelassen, den Druiden vorführen zu lassen. Erstmal hatte er dringendere Amtsgeschäfte erledigt, denn immerhin musste er zusammen mit dem Legatus Iuridicus wegen der gesundheitsbedingten Abwesenheit des Statthalters eine Provinz verwalten. Er gab den anwesenden Apparitores einen Wink, woraufhin jemand geschickt wurde um die beiden Gefangenen zu holen.


    Witjon und seine Kollegen nahmen derweil auf den Sesseln Platz, wobei der Senator Veturius den mittig platzierten Sessel in Anspruch nahm. Er würde das Verhör auch leiten. Einige Schreiber und sonstige Amtshelfer wuselten im Rücken der Provinzbeamten herum und bereiteten sich auf das Verhör vor.

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    DECURIO - MOGONTIACUM

    MUNICEPS - MOGONTIACUM

  • Aus dem Carcer in die große Aula wurden Myrddin und sein Widersacher von den Wachen geführt.


    Der Braunhaarige und dürre Angreifer wurde ebenfalls von zwei Wachen in die Aula gebracht oder wohl eher geschleift den dieser wehrte sich was das zeug hielt, er schimpfte und schrie und versuchte sich gegen seinen beiden Begleiter zu Stemmen doch wahrlich ohne Chance.


    Auf dieses wilde Szenario folgte Myrddin, der seine beiden Begleiter überragte und aufrechten Ganges relativ schnell voranschritt, sodass die Wachen des Carcers eilig schritt hielten und ihn, versuchten etwas zu bremsen. Unter der Kapuze erkannte man in dem roten drei Tage Bart ein Sanftes lächeln, das eher jemand vor sich her trug der einen lang ersehnten verwanden Besuchte als ein Gefangener, der zu seinem Verhör gebracht wurde.

    Der alte Schäfer auf Einsamen Feld kennt seine Schafe und auch die Welt, er lächelt leise, weil er es versteht, das Glück der Erde es kommt und geht.

  • Runa trat hinter ihrem Onkel und Vater in das Zimmer und verkroch sie auch sogleich hinter einem Schreibpult. Schließlich hatte sie nur mitkommen dürfen, nachdem sie versprochen hatte sich ganz still zu verhalten. Und da sie nicht vorhatte den Vater oder den Onkel zu erzürnen, tat sie genau das. Sie verhielt sich so unauffällig wie nur irgend möglich. Sie legte mehre Wachstafeln auf dem Pult ab. Die nötigen Schreibwerkzeuge ordnete sie gerade, als sie ein komisches Gefühl beschlich. Noch ehe der Druide hereingebracht wurde erahnte sie seine Anwesenheit. So starrte sie nun also zum Eingang. Als sie nun jenen Mann erblickte starrte sie ihn regelrecht an. Sie musste sich am Pult festhalten, damit sie nicht taumelte. Was auch immer sie da spürte, es war stark. Sie blickte auf ihr Pult und schloss für einen Moment die Augen, damit sie sich sammeln konnte.

  • Der Tross kam in der Aula an.


    Schreibpulte und Tische waren hineingestellt, drei große römische Adler auf Wandteppichen zierten den Hintergrund der Anwesenden hohen Herren.


    Myrddin und der andere Gefangene wurden etwas noch zurückgehalten.


    Dem Anlass entsprechend nahm Myrddin nun seine Kapuze ab, da sich was anderes nicht gehörte.


    Sein Blick schweifte über die einzelnen Anwesenden, und er spürte etwas am Rande das nicht sonderlich ausgeprägt war, aber es war da.


    Dann erblickte er eine Frau im Hintergrund die auf ihr Pult startet, und als sie ihren Kopf erhob und er ihr in die Augen blickte, erschrak Myrddin regelrecht.


    Er blickte, ihr in die blauen Augen und eine Erinnerung flammte im Hintergrund leise aber mit einer unerbittlichen Klarheit auf.


    Es ist nur ein Moment ein kurzer Augenblick zu kurz für einen einfachen Mann, nur ein guter Beobachter würde es bemerkt haben.


    Dann faste sich Myrddin wieder und betrachtete die Frau mit Interesse.


    Ja diese Frau sah ihr verdammt ähnlich, doch es gab markante Unterschiede, diese Frau war jünger, hatte keine Narbe im Gesicht und das Gefühl hier im Raum war lasch. Aber die Augen, diese blauen Augen es waren die Selben, wie auch immer das möglich sein konnte. Sie sah ihr verdammt ähnlich.


    Er war immer noch äußerst fixiert auf diese Frau an ihrem Pult.


    Er machte einen Schritt nach vorne und verbeugte sich leicht, seine Worte galten nur ihr und niemandem sonst.


    Er sprach Sie mit seiner Ruhigen kräftigen Art, sein keltischer Akzent verschwand gänzlich. Er sprach die Worte nicht laut aber auch nicht leise aber sie waren hörbar.


    Er hatte es so oft ausgesprochen und dennoch war das Letzte mal lange her, und er dachte er würde diese Worte nie mehr in den Mund nehmen. Er betonte sie so, wie er es gelernt hatte wo durch sie äußerst klang- und respektvoll waren, doch kaum ausgesprochen verblassten sie, wie aus einem fernen Traum den man nicht greifen konnte.

    „Elda, nemetia“

    Sie würde es nicht verstehen, aber das war auch bedeutungslos zumindest für den Moment.

    Der alte Schäfer auf Einsamen Feld kennt seine Schafe und auch die Welt, er lächelt leise, weil er es versteht, das Glück der Erde es kommt und geht.

  • Runa krallte sich nun wirklich am Pult fest und ihre Knie drohte nachzugeben, als ihre Blicke sich trafen. Es war gerade so als könnte er ihr bis auf den Grund ihrer Seele blicken. Als er dann das Wort an sie richtete. Verstand sie es zwar nicht aber etwas in ihrem Inneren verstand. Und so erwiderte sie die Worte. „Elda, galstar.“ Ihre Stimme zart und sie glich wohl eher einem Windhauch der leise Rauschend durch die Blätter fuhr.
    Runa selbst war die Bedeutung dieser Worte nicht mal bewusst. Sie waren einfach da in ihrem Kopf und sie musste sie aussprechen.

  • Auch wenn der duccische Pontifex schon einige Tage darauf gebrannt hatte, dass dieses Verhör endlich stattfand, musste er doch einige Tage warten, da es zur Zeit wichtigeres in der Verwaltung zu tun gab, was vorrangig mit dem Gesundheitszustand des Statthalters zu tun hatte. Außerdem war sein Vetter als Procurator genau in diesen Umstand involviert, weshalb das Verhör einfach hatte warten müssen.


    Weniger als eine Woche nach dem Vorfall in der Nähe der Iuppiter-Säule, bei dem viele Menschen - einschließlich der beiden Duccier - von den grünen Flammen verängstigt wurden, standen nun in der Aula der Regia die drei Täter des Abends vor ihnen. In der Mitte saß Kaeso Veturius Gratus, rechts von ihm Witjon und links von ihm der Pontifex. Phelan hatte seiner Tochter Runa eine Möglichkeit verschafft, an dem Verhör als Schreiberin für den Cultus Deorum teilzunehmen. Da es sich hier um dunkle Magie und höhere Mächte eines vermeintlichen Druiden handelte, durfte er als Vertreter des hiesigen Cultus Deorum nicht fehlen.


    Alsbald die drei Gefangenen herangeführt wurden, wobei die Attentäter deutlich nervöser waren als der Druide, richtete sich Phelan auf und machte sich für das Verhör bereit. Doch bevor der Legatus Iuridicus dieses eröffnen konnte, passierte etwas Sonderwares. Der Druide blickte in die Richtung zu den Schreibertischen, wo sich Runa befand, und hauchte ihr irgend ein unterständliches Kaudawelsch zu, welches der Pontifex nicht verstehen konnte. Nicht nur als Diener der Götter sondern auch als Vater erbost, fuhr er dazwischen und gemerkte somit gar nicht, dass seine Tochter diese mystische Floksel scheinbar erwidert hatte. "Hüte deine Zunge, Druide! Du redest nur, wenn du gefragt wirst." Dass Runa etwas schwach auf den Beinen war, hatte er ebenfalls (noch) nicht bemerkt.

  • Myrddins Begrüßung wurde von der Frau am Pult mit dem korrekten und ach so schön gewohnten zarten "Elda, galstar" erwidert. Ein leichter Windhauch, der leise durch die Blätter fuhr und jäh von einem erbosten Schrei eines der Herren durchbrochen.

    "Hüte deine Zunge, Druide! Du redest nur, wenn du gefragt wirst."


    Dieser zwischen Ruf zerstörte diesen wunderbaren Augenblick denn wohl nur Myrddin und Sie erlebt hatten.


    Die Frau wirkte erschöpft und irritiert, woraus Myrddin schloss, dass es Ihre erste Begegnung dieser Art sein musste. Außerdem merkte er Sie weiterhin nur leicht und unausgeprägt so das Sie lediglich ein sehr starkes Talent besaß aber wahrscheinlich keine Ausbildung.


    Was sollte man auch von den Römern erwarten, dachte sich Myrddin, da ja das Reich nicht gerade derlei Talente förderte.


    Der Zorn blieb im Raum und die Atmosphäre der Anhörung hatte sich drastisch geändert, selbst die vermeidlichen Attentäter neben ihm waren zum Schweigen gekommen. Und Myrddin selbst war nun nicht mehr allzu gehalten von dem benehmen der Herren.


    Myrddin Ariamir tat einen schritt vor und die Wachen lösten ihren griff von ihm, Myrddins scharfer kalter Blick richtete sich auf den, der es gewagt hatte, ihm druwid Myrddin Ariamir dazwischen zu funken. Nur die Zurechtweisung dieses Unwissenden verkniff er sich.

    Der alte Schäfer auf Einsamen Feld kennt seine Schafe und auch die Welt, er lächelt leise, weil er es versteht, das Glück der Erde es kommt und geht.

  • Kaeso Veturius Gratus
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    Mit betont gleichgültiger Miene betrachtete der Legatus Iuridicus Veturius die beiden Gefangenen. Sie zeigten gänzlich unterschiedliche Verhaltensweisen. Der eine, der nach seinem äußeren Erscheinungsbild offenbar der Anlass für die Unruhen gewesen war, wirkte beinahe entspannt und schien keinerlei Furcht zu haben. Das war Veturius schon suspekt. Der andere musste dagegen der Attentäter sein. Dieser machte keinen so sorglosen Eindruck wie der Druide.


    "Silentium!", ertönte die befehlsgewohnte Stimme des Senators, als er es für angemessen hielt, die Anhörung zu eröffnen. Dies tat er dann auch, indem er den Protokollschreibern diktierte: "ANTE DIEM XIX KAL SEP DCCCLXV A.U.C. (14.8.2015/112 n.Chr.), Verhör zweier Unruhestifter und mutmaßlicher Verbrecher. Den Vorsitz führt Legatus Iuridicus Kaeso Veturius Gratus. Als Beisitzer sind Procurator Rationis Privatae Numerius Duccius Marsus und Pontifex Decimus Duccius Verus anwesend." Soviel zu den Formalitäten. Jetzt konnte es losgehen.


    "Du." Er zeigte zunächst auf Myrddin Ariamir. "Wie lautet dein Name?"



  • Myrddin konzentrierte sich und sein Blick normalisierte sich. Wie sollte er auch diesem Mann böse sein weis er doch gar nicht, was momentan im Hier und jetzt passiert ist. Nun befahl der dritte, bisher schweigsame, Mann ruhe und fragte Myrddin nach seinem Namen.


    Zuerst schwieg er und zog seiner selbst zurück, damit es der jungen Frau an ihrem Pult besser ging. Sie würde Myrddin immer noch sehr präsent spüren können es würde Sie aber nicht mehr zu sehr belasten. Sie sah eh schon so bleich aus, das Myrddin befürchtete, das Sie jeden Moment umkippte. Und wahrscheinlich würde Sie ihre erste Begegnung dieser Art lange im Gedächtnis behalten.


    Er wandte sich nun gedanklich wieder der Frage zu und stellte zuerst nüchtern fest, dass er weder vor sich selbst fliehen konnte und dass seine Vergangenheit in scheinbar aus Prinzip einholte, wenn sie nicht sogar schon vor ihm da war.


    Grundsätzlich hatte er sich an seinen Namen auch schon gewöhnt den er gedachte in seinem "neuen" Leben ausschließlich zu verwenden. Da es nun aber äußerst offiziell war, und sich der Vorfall an der Iupitersäule als auch das gerade Geschehene nicht von der Hand weisen lies beschloss Myrddin vollen Namen und Titel zu nennen oder zumindest die verständlichste und kürzeste Variante.


    Myrddin atmete wie gewohnt tief ein, richtete sich in volle Größe auf, um seiner Gestalt die benötigte Wirkung zu geben und sprach dann mit seiner stimme in einem kräftigen, mächtigen, würdigen Ton in angenehmer Lautstärke.

    "anryhdeddus....... Ich bin druwid Myrddin Ariamirsun, galstar ther gräwen, raban istari int tragar twaier gondrafn"

    Erst im Nachhinein viel ihm auf das er sogar seine "Muttersprache" verwendete und nicht wie das mittlerweile oft verwendete keltisch. Obwohl ihn so mancher bereits als Kelte bezeichnete.


    Er machte eine kurze Pause um seine Worte nachdruck zu verleihen und die gesprochenen Silben im raum verschwinden zu lassen. Myrddin atmete erneut tief ein und verbeugte sich dann.

    "Stets zu diensten, anrhydeddus"

    Der alte Schäfer auf Einsamen Feld kennt seine Schafe und auch die Welt, er lächelt leise, weil er es versteht, das Glück der Erde es kommt und geht.

  • Kaeso Veturius Gratus
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    Stirnrunzelnd betrachtete Veturius die Reaktion des Gefangenen. Dieser wirkte überhaupt nicht eingeschüchtert oder verunsichert von der allseits präsenten Macht Roms, die sich in den Räumlichkeiten, der Kleidung der Amtsträger oder den Uniformen der anwesenden Wachmannschaften spiegelte.


    "Anridetus?", fragte der Legatus Iuridicus schließlich verwirrt. "Mann, sprich verständlich!", befahl er verärgert. "Du heißt also Anridetus Mirdin Arimus?" Der Veturius war sichtlich irritiert. Die hiesigen keltischen oder germanischen Namen waren häufig schon eine Herausforderung für den italischen Senator. Aber das, was der Gefangene da ausgespuckt hatte, war absolut unverständlich für ihn. Die Schreiber sahen ebenfalls ziemlich bedröppelt drein. Sie wussten nicht, was sie niederschreiben sollten.


    Ungeachtet dessen wandte der Legatus Iuridicus sich nun spontan dem anderen Gefangenen zu. "Na, dann eben zu dir. Wie ist dein Name? Du warst es, der diesen Mann" - Veturius zeigte auf Myrddin - "angriff und zu töten versuchte?"



  • Als Myrddin aus seiner Verbeugung hoch kahm sah er in fragende Gesichter der Schreiber, und die Frage wurde auch so gleich vom Wortführer der drei Männer gestellt.


    Sie hatten ihn schlicht und ergreifend nicht verstanden. Myrddin war etwas enttäuscht hatte er sich doch extra Mühe gegeben, also dachte er nach, wie er aus dieser peinlichen Situation wieder raus kam.


    Da der Wortführer scheinbar keine Geduld aufbrach auf den Namen von Myrddin zu warten wendete er sich an Myrddins Angreifer.


    War er jetzt völlig ruhig geworden, weckte die Ansprache in ihm völlig wieder den Kampfesmut. Eine krächzende, hasserfüllte Stimme füllte den Raum "DAS GEHT DICH EINEN SCHEISS AN VERVEX" das letzte Wort verschluckte er förmlich in seiner rauen stimme, was kein Wunder war, wenn man Nächte lang den Carcer zusammenschrie.


    Die Wachen mussten ihn gut halten, und sein hasserfüllter Blick richtete sich auf Myrddin. "TÖTET DEN CORVUS, SONST STÜRZT er euch.......ins.....verderben" Seine stimme versagte förmlich. Myrddin musste gedanklich den Auftraggeber beglückwünschen der hatte ganze Arbeit geleistet.


    Da der Mann nun ausgesprochen hatte, ergriff spontan wieder Myrddin das Wort. "Du und deine Schreiber könnt mich Myrddin Ariamir nennen."


    Myrddin hätte auch gleich seine "Römische" Namensvariante nutzen sollen, gestand er sich, das andere Zeug hatte hier eh keinerlei Bedeutung. Wobei sich Myrddin etwas schämte, erst mit einem Ellen langen Namen aufzutauchen und nun nur noch eine Kurzform zu verwenden.

    Der alte Schäfer auf Einsamen Feld kennt seine Schafe und auch die Welt, er lächelt leise, weil er es versteht, das Glück der Erde es kommt und geht.

  • Kaeso Veturius Gratus
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    Langsam neigte sich die Geduld des Senators Veturius ihrem Ende zu. Da begann doch jetzt tatsächlich dieser andere Knilch wie ein Irrer herumzubrüllen. Mit einer knappen Geste gab er einem der bewaffneten Amtshelfer einen Wink. Dieser verpasste dem schreienden Gefangenen eine ordentliche Backpfeife.


    "Also Myrddin Ariamir", wiederholte Veturius daraufhin den Namen des anderen Mannes für das Protokoll und die Schreiber waren froh, dass der Gefangene nun nochmal verständlicher gesprochen hatte. So konnten sie sich endlich etwas gehaltvolles notieren. Der Legatus Iuridicus entschied sich nun dafür, erstmal mit dem kooperationswilligen Mann zu reden. Deshalb wandte er sich nun dem Procurator Rationis Privatae zu und fragte: "Procurator Duccius, was wird diesem Mann, Myrddin, vorgeworfen?"



  • Witjon verfolgte mit wachsender Genervtheit den Hergang dieser Anhörung. Der merkwürdige Zauberer plapperte erst in einem ihm unbekannten Dialekt, der wohl keltischen Ursprungs war. Der andere Gefangene war nicht einmal in der Lage seinen Namen anzugeben, sondern verfluchte statt dessen lieber den Druiden. Der Legatus Iuridicus ging die Anhörung jedoch mit der nötigen Geduld an, was Witjon sehr schätzte.


    Schließlich fragte der Veturius, was Myrddin vorgeworfen wurde. Witjon zögerte. "Nun...Myrddin Ariamir hat Volk versammelt und sich als Heilkundiger betätigt. Dann wurde er von diesem anderen Mann dort angegriffen, es gab einen Tumult. Daraufhin ließ er..." - Witjon suchte nach Worten, um das Gesehene zu beschreiben - "naja...er ließ grüne Flammen aus einem Feuer emporschießen. Er muss ein Magier sein." Das Wort "Magier" sprach Witjon dabei mit einem gewissen Respekt aus. Nicht, weil er so jemanden für eine Autoritätsperson hielt. Eher, weil er eine gewisse Furcht vor allem Übernatürlichen empfand.

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  • Myrddin lies das Prozedere mit Geduld über sich ergehen.


    Es folgte eine Schilderung des Mannes, der Myrddin festgenommen hatte. Und da staunte er gedanklich nicht schlecht, hörte er einen gewissen Respekt hervor.


    Nun wurde ihm Fragen gestellt die für die Römer zwar einfach klingen mochten doch für Myrddin eine gewisse Komplexität beinhalteten.

    "Nun anrhydeddus, es hat sich genau so zugetragen wie es gesagt wurde."

    Nun warum sollte dieser wicht nun Myrddin umbringen. Auch das war Komplexer, als es sich anhörte, weshalb Myrddin beschloss, das große ganze zu verschweigen und dem Römer eine einfachere Variante darzulegen.


    "Warum er mich angriff, kann ich dir nicht sagen, aber wie du siehst hegt er einen Hass gegen mich"


    Die letzte Frage hingegen ließ Myrddin sanft unter den Tisch fallen.

    Der alte Schäfer auf Einsamen Feld kennt seine Schafe und auch die Welt, er lächelt leise, weil er es versteht, das Glück der Erde es kommt und geht.

  • Der Fragensteller schien sich vorerst mit den Antworten von Myrddin zufriedenzugeben, und wendete sich an den Attentäter.


    Dieser Mann sah eigentlich schon sein scheitern recht nah.


    Dieses Mal antwortete er in normaler Lautstärke doch, seine Tonart war keines Wegs respektvoller als zuvor.


    "Ich sagte doch, das geht dich einen Scheiß an"


    Er machte eine Pause.


    "Und der Procurator hat dir doch schon alles gesagt, diese Bestie ist ein Zauberer, tut euch einen gefallen und tötet Ihn"


    Sein hasserfüllter Blick wanderte kurz zu Myrddin. Warscheinlich würde dieser Mann sein Name mit in sein Grab nehmen.

    Der alte Schäfer auf Einsamen Feld kennt seine Schafe und auch die Welt, er lächelt leise, weil er es versteht, das Glück der Erde es kommt und geht.

  • Kaeso Veturius Gratus
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    "Das geht mich einen Scheiß an", sagte der Legatus Iuridicus halb belustigt, halb empört. "Habt ihr das gehört?", fragte er seine beiden Sitznachbarn. "Einen Scheiß, meint er." Veturius schüttelte den Kopf. Es war nicht klar, ob er enttäuscht, ärgerlich oder amüsiert war.


    "Verpasst ihm draußen eine Tracht Prügel, damit er Respekt lernt", wies der Legatus Iuridicus seine Apparitores an. Deren Rutenbündel würden dabei zweckdienlich sein. "Gebt ihm acht Stockschläge, vier auf die Beine und vier auf den Rücken. Aber achtet darauf, dass er danach noch sprechen kann." Mit einem herrischen Wink beorderte er die Männer hinaus.


    Daraufhin wandte er sich dem duccischen Pontifex zu: "Werter Pontifex, wie lautet deine Einschätzung? Ist dieser Mann ein Zauberer, wie dieser Prolet sagte? Stellt er eine Gefahr dar?"



  • Druwid Myrddin Ariamirsun, galstar ther gräwen, raban istari int tragar twaier gondrafn.


    Runa besah sich immer wieder die Wort, die sie mitgeschrieben hatte. Sie kannte ihre Bedeutung nicht und dennoch wusste sie, dass sie mehr Bedeutung hatten, als das sie nur ein Namen waren. Dann hob sie ihren Blick von der Wachstafel und schaute ihren Onkel Witjon fast schon erschüttert an. Warum hatte er Angst? Dann schüttelte sie heftig den Kopf. Nein der Mann war nicht böse. Ein Zauberer? Ja ja vielleicht, aber definitiv nicht böse. Sie sagte aber nichts. Sie durfte nicht – sie hatte es versprochen und dennoch formten ihre Lippen leise und ehrfuchtsvoll das Wort „Druide.“


    Den anderen Mann nahm sie kaum war. Zu stark war die Präsenz des Druiden.

  • Als der mysteriöse Mann sich vorstellte, rümpfte der duccische Pontifex nur die Nase. Jetzt tar er hier auf unschuldig doch das war er keinesfalls, das wussten auch die Götter!


    Der Legatus Iuridicus befragte dann doch erst wieder den vermeintlichen Angreifer, der sich derartig im Ton vergriff, dass Phelan nur verächtlich prustete, als der Veturier Witjon und ihm die Worte des Mannes erneut vorsprach. Draußen würde dieser seine Rüge erhalten und zwar mit dem Stock. Der Typ schien Eier in der Hose zu haben, wenn er sich traute in Gegenwart dieser drei Amtsträger und in Anbetracht seiner Lage eine derartige Wortwahl zu gebrauchen.


    Als es mit dem myteriösen Kerl weiterging, fragte der Legatus Iuridicus den duccischen Pontifex nach seiner Meinung, welcher in seinem Sitz zurückrutschte und sich nach vorne beugte. "Nun werter Veturius, anhand seines Dialekts und seines Aussehens handelt es sich bei ihm zweifelsohne um einen Mann keltischer Abstammung. Ein Zauberer? Nein, er ist mehr als das. Er ist ein.. Druide." referierte er. "Druiden sind in der Tat sehr gefährlich, vor allem, wenn sie im Alleingng ihr Unwesen treiben. Selbst sein Volk hat große Angst vor den Druiden. Anscheinend hat sein Stamm ihn fortgejagt, sonst wäre er wohl nicht hier!" Irgendetwas musste der Mann angestellt haben. Vielleicht stammten die auffälligen Narben ja von "seinen" Leuten?


    "Druiden sollte man nicht trauen. Ob es sich bei den grünen Flammen wirklich um Magie oder doch nur um Betrug handelte, weiß ich nicht. Ich weiß aber, dass er eine Gefahr für unsere Civitas ist, wenn er in Eigenregie die Geister unserer Brügerinnen und Bürger mit seinen frevelhaften Worten belehrt oder seinen zweifelhaften Mitteln behandelt. Zudem ist sein anmaßendes Handeln Blasphemie!" Und das nicht nur den römischen sondern auch vor den germanischen und keltischen Gottheiten. Seiner Tochter warf er einen Blick zu, nachdem er geendet hatte, um ihr deutlich zu machen, dass sie die Dinge fest halten sollte, die hier gesagt wurden. Diese schien allerdings etwas.. merkwürdig dreinzuschauen, was ihn sehr irritierte.

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