Cubicullum Suboptio Matinius Sabaco

  • <<< RE: Officium III - Centurio Classicus - Marineinfanterie


    Schnucklig. Sabaco blickte sich um. Das erste Mal, dass er eine eigene Unterkunft besaß. Damit hatte er nicht gerechnet, weil die Optiones der Legio bei den Mannschaften untergebracht waren. Er warf sein Gepäck auf den Boden. Das Pferd hatte seinen Platz im Stall gefunden, wo es Heu und Hafer fressen und sich ausruhen konnte, bis er es eines Tages wieder benötigte. So schnell würde das nicht der Fall sein. Da es sich um ein altes, ruhiges Tier handelte, war das in Ordnung.


    Sabaco strich mit der Hand über den Schreibtisch und die Stuhllehnen, ehe er in den Schrank schaute. Ein Schrank, wie genial war das! Keine Truhe, in deren dunklen Tiefen man nie etwas fand und sich beim Wühlen darin jedes Mal fast den Rücken brach. Nein, man hatte Sabaco einen richtigen Schrank gegönnt, lichtdurchflutet und übersichtlich.


    Er öffnete das Fenster, um hinauszusehen. Der Anblick ließ sein schwarzes Herz höher schlagen. Er hatte direkten Blick auf das Treiben bei den Anlegestellen! Er schob den Tisch längs davor so, dass er beim Arbeiten mit einem Blick nach links hinaussehen konnte. Blickte er nach rechts, sah er die Tür. Bei so einem guten Ausblick wäre er ein Narr, sich mit dem Rücken zum Fenster zu setzen, nur damit die Gäste nicht als Erstes seinen Arsch sahen, wenn sie eintraten. So mit dem verdrehten Tisch war es ein guter Kompromiss.


    Nachdem er den Schrank eingeräumt hatte nahm er die Tunika, die er nicht am Leib trug über den Arm und ging damit zur Werkstatt.


    RE: Die Werkstätten >>>

  • <<< RE: Die Werkstätten


    "Legt alles dort auf den Boden. Danke fürs Helfen."


    Nachdem die beiden hilfsbereiten Milites alles abgeladen und sich wieder verzogen hatten, begann Sabaco seinen Schrank einzuräumen. Dabei ging er sehr sorgfältig vor, so wie er es gelernt hatte. Die Tuniken waren sauber zusammengelegt und exakt gestapelt, auch die übrigen Habseligkeiten lagen so, dass er sie mit einem Griff benutzen konnte. Waffen und Rüstungen packte er auf die entsprechenden Ständer und Halterungen. Das Fenster, was er offen gelassen hatte, um frische Luft hineinzulassen, verschloss er nun. Er warf einen Blick auf das Bett, aber Nein. Später. Sabaco war noch nicht fertig damit, sich umzusehen.


    RE: Liegeplätze der Schiffseinheiten >>>

  • <<< RE: Unterkünfte der Nautae (Matrosen) und Marini (Marinesoldaten)


    Sabaco schloss hinter sich die Tür. Meist stand sie tags wie nachts sperrangelweit offen, damit er die Stimmen und Geräusche seiner Kameraden hörte und sie vorbeilaufen sah. Er warf die kleine Papyrusrolle, auf die er die Anordnung zusätzlicher Fleischrationen für Seppi aufgeschrieben hatte, in den Ofen. Wenn Seppi sich bereits wegen seiner freundlichen Nachfrage fast einschiss, wäre er bei der kleinen Gefälligkeit vermutlich kreischend aus der Tunika gesprungen. Das Papyrus flammte kurz auf und schrumpelte knisternd in sich zusammen.


    Sabaco setzte sich an seinen Arbeitstisch und starrte durch das offene Fenster hinaus zu den Schiffen. Es schneite, dabei hatten vor einigen Tagen noch frühlingshafte Temperaturen geherrscht. Nun war nachts wieder Frost und das dunkle Holz glänzte nass. Er zog einen Stapel Tabulae zu sich heran, die ihm jemand hingelegt hatte, und nahm seinen Griffel zur Hand, um die aktuelle Stärkemeldung für den Nauarchen aufzustellen.

  • Marco, der Bursche Cimbers klopfte an die Türe der Unterkunft. Er hoffte der Matinier wäre dort, sonst würde er ihn auch noch suchen müssen.

  • "Herein!"


    Sabaco, der seinen Arbeitstisch quer zum Fenster stehen hatte, damit er einerseits genügend Licht zum Arbeiten bekam, andererseits sowohl das Fenster (aus sentimentalen Gründen) als auch die Tür (aus praktischen Gründen) im Blick hatte, sah von seiner Tabula auf und wartete, wer da wohl irgendwas wollte.

  • Auf einem der vielen Papyri auf seinem Arbeitstisch fand sich ein Gedicht. Es war in seiner maritimen Metaphorik deutlich von Sabacos Eindrücken bei der Classis geprägt.


    Die Waldquelle und die See

    von einem Seehund für dich


    Schwarz modernde Waldesquelle

    liegt unruhig, im Schlafe erbebt

    Sie träumt wie die brechende Welle

    sich aus ihren Tiefen erhebt.


    Da werf von den Steinen den ersten

    ich ihr in das trübe Gesicht

    Die Quelle gluckst leise, nicht berstend

    es ist keine Brandung in Sicht.


    So bleibet der Wildheit nur Traume

    Die Leidenschaft ebbet sehr bald

    Nicht brechend in Brandung noch Schaume

    Im Herzen längst älter als alt.


    So träg bist du, Quell, keine Seele

    in deinem Morast ich noch seh

    Du rufst mich, doch bald schon ich fehle

    Denn Seehunde locket die See.


    Sie lieben der Gischt Regenbogen

    Die Schätze am endlosen Grund

    Den Tanz in türkisgrünen Wogen

    Den allesverschlingenden Schlund.


    Dein Wesen so trist, ohne Wellen

    Die Sehnsucht umsonst nie verlosch

    Für tümpelnde Waldesquellen

    Eignet sich besser ein Frosch.



    Mit zusammengezogenen Brauen hatte er die Rolle am Ende zuschnappen lassen und sie beiseite geschubst.



    Sim-Off:

    Eigentliche Antwort ist über diesem Post zu finden. Der Thread kann übergangslos mit der Handlung fortgesetzt werden; das Gedicht spielt keine Rolle dafür.

  • Der Marini trat ein und traf auf einen Mann vor einem Tisch voller Schreibkram. Ein Grund mehr für ihn sich nicht für die höheren Ränge zu interessieren. Supotio Matinius?!...der Centurio läßt dich rufen,...du sollst stante pede in seinem Quartier erscheinen. Es war nicht das erste Mal daß der Centurio ihn schickte irgendwelche Unteroffiziere zu holen. Er sagte zwar nie stante pede, jedoch stand dies ausser Frage,...außerdem hörte es sich sehr wichtig an, wertete ihn als Überbringer auf und es war immer schön anzusehen wie die Herren Unteroffiziere sich aufgrund seiner Aussage beeilten.

    Es war halt die kleine Freude in seinem Leben.

  • "Salve dir auch", murrte Sabaco etwas angefressen, da kein Salve gefallen war und er auch keine Ahnung hatte, wer der Kerl war, der hier reinplatzte - er hatte sich nicht vorgestellt. Er meinte, ihn unter den Marini gesehen zu haben.


    Mehr Gedanken aber machte er sich um den Anlass der Anweisung. Wer wusste, was los war, dass er stante pede erscheinen sollte. Sabaco vermutete keinen Anschiss. Die meisten Vorgesetzten hatten die Angewohnheit, geradezu unheimlich ruhig und höflich zu werden, wenn sie einen ins Visier nahmen. Wenn der Centurio stante pede was von ihm wollte, gab es vielleicht einen Notfall.


    Sabaco erhob sich und stapfte in der Tat sehr viel zügiger los, als er es ohne den Hinweis stante pede getan hätte.


    RE: Cubiculum Centurio Classis >>>

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!