Audienz für den Tribunus plebis L. Annaeus Florus Minor

  • Der Kaiser hatte die Magistrate des neuen Jahres zur Audienz geladen, denn er wollte wissen, was sie planten. Sie hatten einzeln Termine bekommen. Diese fanden im Officium Imperatoris statt, das ein wenig kleiner und weniger pompös war als die Aula Regia, wie es dem Augustus besser entsprach. Darin befanden sich zwei Klinen. Eine für den Kaiser und eine für den Gast.


    Heute war der Tribunus Plebis an der Reihe.

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  • Von einem Prätorianersoldaten wurde ich in das Officium Imperatoris geleitet, welches für die heutige Audienz vorgesehen war.

    Ich trat ein und blickte mich um, blieb jedoch stehen, denn es war nicht am Gast, sich einfach zu setzen oder auf eine Kline zu legen.

    Immerhin sollte ich hier den Kaiser treffen und dieser war, trotz aller gemeinsamer Vergangenheit und Zusammenarbeit während meiner Quaestur, noch immer der mächtigste Mann unserer Welt.

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  • Wie üblich kam der Kaiser ein wenig später, selbst für einen Volkstribun. Als er den jungen Annaeer aber sah, begrüßte er ihn sofort mit einem Lächeln und wieß ihm mit einer Geste seine Kline zu. Er selbst nahm auf der prunkvolleren Platz.

    "Ave, Annaeus! Wie erwartet sieht man sich schnell wieder! Und das auch noch in Amt und Würden!" Er griff intuitiv nach seinem goldenen Mercurius-Medaillon und rückte es auf der Tunica zurecht. "Hast du dich bereits gut eingearbeitet?"

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  • Ich hatte nicht lange gewartet, als der Kaiser auch schon eintrat und mir eine Kline zuwies.


    Ave, mein Kaiser! antwortete ich entsprechend des dargebotenen Grusses. Danach nahm ich auf der mir zugeteilten Kline Platz.


    Ja, danke. Alles dauert seine Zeit, aber mein Wunsch war es schon immer, möglichst bald in die etwas fortgeschritteneren Ränge des Cursus Honorum aufzusteigen um dir und Rom dann vielfältiger zur Verfügung zu stehen.
    Dem Kaiser musste man kaum erklären, dass die wirklich wichtigen Ämter, welche ein Senator übernehmen konnte, erst nach absolvierter Aedilität oder eben dem Volkstribunat, wenn man ganz genau sein wollte, dann sogar erst nach einer Prätur, zur Verfügung standen. Erst als Legatus Legionis oder Legatus Augusti Pro Praetore in einer Provinz, war man als Senator dem Kaiser wieder zu wesentlich mehr nützlich, als in den untersten Stufen, wo man vielleicht als Vigintivir oder Quaestor wesentliche Zuarbeiten für wichtige Amtsträger erledigte.

    Dies sollte keineswegs bedeuten, dass ein Amt als Aedil nicht nützlich war, sondern lediglich, dass die Bandbreite der möglichen Funktionen eben mit zunehmender Höhe der absolvierten Ämter breiter wurde.


    Eingearbeitet haben wir uns noch nicht wirklich, nein. Dafür ist die Zeit auch noch etwas zu kurz, jedoch wurden uns bereits einige wesentliche Anliegen aus dem Volk überbracht, welchen wir uns widmen wollen.
    Ich sprach natürlich nicht im Pluralis Majestatis sondern auch für meine anderen Kollegen Volkstribune. Auch wenn der Kaiser Einzelaudienzen gewünscht hatte, waren wir doch am Ende ein Zehnerkollegium.*


    Sim-Off:

    * Zu Beginn der Republik waren es 2, dann später 4 und am Ende gar 10 Volkstribune, welche als gemeinsame Vertretung der Plebs, aber jeder für sich selbst, das Amt ausübten.

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  • "Nun, die Aufgaben wachsen mit der Erfahrung. Und Erfahrung kommt eben erst mit der Zeit." kommentierte der Kaiser die zu vernehmende Ungeduld des jungen Annaeers, der offensichtlich nach Höherem strebte.


    Seine Bemerkung bestätigte sich auch direkt mit der Erklärung zur Einarbeitung. Verständnisvoll nickte der Augustus und lächelte. "Auch wenn ich selbst nie Volkstribun war, bewundere ich doch dieses Amt mit all seinen Spezialitäten und besonderen Ritualen." Ein Aspekt dabei war sicherlich die Sacrosanctitas, die sich wiederum in besonderen religiösen Ritualen ausdrückte. "Aber erzähl: Welche wesentlichen Anliegen haben euch schon erreicht? Oder hast du selbst bereits Pläne, die du im kommenden Jahr umsetzen willst?"

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  • Der Kaiser war, wie damals während meiner Quaestur auch, freundlich und aufgeschlossen. Natürlich hiess dies nicht, dass man sich irgend etwas erlauben konnte, aber es war einem angenehmen Gesprächsklima zuträglich und half auf jeden Fall, dass man sich in seiner Gesellschaft wohl fühlte und nicht eingeschüchtert in einen Winkel kriechen wollte.


    Die Anliegen aus der Plebs sind zwar für diese Menschen zentral und nachvollziehbar, doch ist darunter bislang noch nichts, was deine volle Agenda noch weiter belasten sollte. Es geht meist um Beschwerden wegen Lärm oder Abfall. Diese Dinge werden wir natürlich direkt mit den entsprechenden Vigintiviri besprechen und versuchen auf direktem Wege Abhilfe zu schaffen. Dann gibt es einzelne Beschwerden wegen der ausbleibenden Getreidelieferungen aus Aegyptus, doch auch hier ist zuerst der direkte Besuch beim Praefectus Annonae angebracht. Wenn er die Befürchtungen des Volkes ausräumen kann, dann gibt es nichts, was in dieser Hinsicht dein Gemüt trüben sollte, selbst wenn die Getreidelieferungen natürlich ein wesentliches Thema vieler deiner Sitzungen sein dürften.
    Es war natürlich völlig klar, dass der Kaiser über alles was mit der Nahrungmittelversorgung Roms zu tun hatte informiert sein wollte. Daher war es wichtig, ihm auch klar mitzuteilen, dass es noch keine Mangelerscheinungen gab und das Volk noch längst nicht vor Hunger auf die Strasse gehen würde.


    Allerdings gibt es in der Tat ein Thema, dem ich mich annehmen möchte. Es wurde mir bereits vor dem Wahlkampf zur Kenntnis gebracht und ich habe mir als Senator bereits gewisse Informationen beschafft, mit welchen ich nun weiter arbeiten möchte.

    Hier war es in meinen Augen nun angebracht, zu pausieren und dem Kaiser die Chance zu geben, sich entweder interessiert zu zeigen, oder keine weiteren Informationen zu wünschen. Dies selbstverständlich obwohl es klar war, dass er ein Interesse haben würde, denn sonst hätte er uns nicht zur Audienzen berufen, wenn er nicht wissen wollen würde, was wir planen.

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  • Der Kaiser horchte auf, als Annaeus Florus von ausbleibenden Getreidelieferungen sprach. "Ausbleibende Lieferungen? Davon ist mir gar nichts bekannt!" Die Getreidelieferungen waren kein Bagatellthema. Das politische Überleben jedes Kaisers hing davon ab, dass die römische Plebs genug zu Essen bekam. Der Praefectus Annonae würde auf jeden Fall umgehend einbestellt werden!


    Das nächste Thema wollte der Volkstribun scheinbar besonders in Szene setzen, dass er nicht direkt damit herausrückte. Mit einer Geste deutete der Augustus an, dass Florus Minor weitersprechen sollte.

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  • Das Zeichen des Kaisers kam sehr wohl bei mir an. Jedoch fand ich es wichtig, zuerst noch auf seine Reaktion zu den Getreidelieferungen zu antworten.


    Ich bin mir sicher, dass man dich sofort informiert hätte, wenn an den Gerüchten der Plebs etwas dran wäre. Mein Besuch beim Praefectus Annonae wird dies sicherlich ebenfalls bestätigen können und dann werde ich sehen, wo denn sonst das Problem liegt. Sollte einer der Beamten, welcher für die Verteilung des Getreides zuständig ist, dieses zurückhalten oder nur gegen Zuwendungen herausrücken, dann werde ich natürlich einschreiten. Falls alles seine Richtigkeit hat, dann werde ich selbstverständlich die entsprechenden Bürger beruhigen.


    Dann wurde es Zeit für mein grosses Thema, welches mir wirklich auf dem Magen lag.


    Das Thema, um welches ich mich eigentlich gerne kümmern möchte, ist jedoch eines, welches das ganze Imperium betreffen könnte, auch dich, mein Kaiser. Darum tue ich mich etwas schwer damit und möchte dies erst mit dir besprechen, bevor ich es im Senat vorbringen. Es geht um Teile des Codex Universalis, welche gemäss unserer momentanen Gesetzessammlung keinerlei Inhalt haben. Meine Nachforschungen haben ergeben, dass die Streichungen dieser Teile auf die Zeit des Verräters Vescularius Salinator zurückgehen. Zwar war damals Divus Valerianus noch an der Macht, in Rom hatte jedoch Salinator das Sagen und obwohl die entsprechenden Dekrete durch den damaligen Procurator a Memoria Titus Decimus Verus verfasst wurden, bleibt der Verdacht bestehen, dass die grossen Streichungen in Pars Secunda bis Pars Quarta des Codex Universalis auf Salinators Drängen hin vorgenommen wurden, um ihm den Weg zur Macht zu ebnen, da es in diesen Teilen um die Rechte und Pflichten des Kaisers, der Augusta und des Caesars geht. Sollte sich herausstellen, dass dies wahr ist, so wären diese Änderungen heute illegal und müssten entweder rückgängig gemacht oder neu formuliert werden.


    Ich möchte gerne eine Untersuchung des Senates zu diesen Änderungen beantragen, damit in unserem Gesetz wieder Sicherheit herrscht, wie im Falle deiner Abwesenheit die Macht aufgeteilt wäre, wer welche Rechte und Pflichten hat und wie im Falle einer Krise vorgegangen werden sollte.


    Ich war mir sicher, dass der Kaiser mir keine Revolution unterstellen würde. Dafür kannte er mich nach meiner Quaestur zu gut, doch es war mir wichtig, dem Kaiser zu verdeutlichen, dass es mir nicht um seinen Nachteil oder den Vorteil des Volkes ging, sondern darum, überhaupt wieder eine gewisse Rechtssicherheit herzustellen, welche durch die gestrichenen Paragraphen nicht mehr gegeben war.

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  • Die Sache mit dem Getreide quittierte der Kaiser mit einem Nicken. Scheinbar waren es eher Gerüchte als handfeste Hinweise auf eine Fehlfunktion seiner Verwaltung.


    Dann kamen sie aber zu einer mindestens ebenso heiklen Sache. Severus war nie ein großer Jurist gewesen und hatte auch wenig Freude an der Formulierung von Gesetzestexten. Aber er wusste natürlich, dass es hier um die Grundlagen seiner Macht ging!

    "Der Codex Universalis ist mir schon lange ein Dorn im Auge und ich habe schon mit verschiedenen Senatoren und Juristen über eine Reform gesprochen. Leider kamen meine bisherigen Runden nie bis zu einem echten Entwurf." Er lächelte gequält. Es war eben ein sehr weitläufiges Feld. "Der Codex ist, wie du sicher weißt, ein Werk von Divus Iulianus nach dem vorletzten Bürgerkrieg. Die Regelungen dort waren klar, aber standen auch in der Kritik, faktisch eine erbliche Monarchie zu errichten." Das galt natürlich besonders für die von Florus angesprochenen Teile. "Aus diesem Grund bin ich bisher davor zurückgeschreckt, hier etwas zu unternehmen. Vor allem, weil es ja auch der älteren Tradition entspricht, dass der Caesar und die Augusta ihre Autorität nicht aus eigener Kraft, sondern durch fallweise Delegation des Augustus erhalten." So war es ja auch bei anderen kaiserlichen Amtsträgern wie den Procuratoren üblich. "Im Fall meiner Abwesenheit benenne ich ja auch einen Vertreter."


    Er strich sich nachdenklich durch den Bart und sah den Annaeer fragend an. "Welche Form von Regelung schwebt dir denn vor?"

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  • Grundsätzlich war die Bereitschaft des Kaisers, den Codex Universalis zu überarbeiten schon einmal sehr gut. Die Zurückhaltung in Bezug auf seine eigenen Kompetenzen war natürlich ebenfalls zu erwarten gewesen. Es galt nun, die richtigen Worte zu finden.


    Eine konkrete Regelung habe ich noch nicht im Kopf, da ich zuerst Zugriff auf die ursprünglichen Formulierungen vor der Streichung durch den Verräter Salinator erhalten müsste, um zu sehen, was damals denn überhaupt gültig war. Wie du von meiner Arbeit als Quaestor weisst, bin ich nicht ein Reformator. Mir liegt nicht daran, das ganze Staatswesen, welches seit vielen Jahren gut funktioniert, über den Haufen zu werfen. Doch ohne gesetzliche Grundlage, und im Moment bietet der Codex Universalis wirklich einfach keine Grundlage, da die entsprechenden Paragraphen alle gestrichen wurden, kann im schlimmsten Fall jeder Bürger sich zum Imperator erheben oder jeder Legatus Legionis sich dazu ausrufen lassen.

    Ich möchte daher eine gesetzliche Grundlage schaffen, welche für dich ganz klar festlegt, dass du einen Vertreter ernennst, dass du auch den Caesar ernennst und niemand sonst.


    Gerüchte über einen Todesfall im Kaiserhaus hatten in den letzten Tagen die Runde gemacht, weswegen ich darauf verzichtete, genauer zu werden. Sollte auch nur die Hälfte der Gerüchte stimmen, so war jede Bemerkung in Bezug auf einen anderen Caesar, oder auf die Augusta, in diesem Moment vollkommen unerwünscht.


    Ausserdem sollte eine Regelung festgelegt werden, für den Fall, dass einmal ein Kaiser unerwartet verstirbt, ohne einen Vertreter oder Caesar benannt zu haben. Für einen solchen Fall sind wir im Moment überhaupt nicht gerüstet.

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  • Der Kaiser nickte, als der Volkstribun seine Bindung an die Mos maiorum betonte. Anders kannte er ihn auch nicht. Nur fehlte es ihm vielleicht ein bisschen an politischer Erfahrung. Was für einen jungen Mann seines Alters aber auch nicht überraschend war.


    "Theoretisch klingt das gut." antwortete er daher und schien kurz nachzudenken. "Praktisch stellt sich aber die Frage, welchen Wert solche gesetzlichen Regelungen haben, wenn ich nicht mehr bin. Denn natürlich kann sich jeder Legat zum Imperator ausrufen, egal was irgendein Gesetz sagt. Die Frage ist, ob er Chancen sieht, dass der Senat ihn akzeptiert! Umgekehrt nützt so ein Gesetz meinem Sohn wenig, wenn der Senat ihn für unfähig hält. Im Gegenteil: Ich vermute, dass Divus Iulius nicht zuletzt deshalb ermordet wurde, weil er seine Position zu sehr gesetzlich zementiert hatte." Der erdolchte Dictator perpetuus war auch für Divus Augustus eine Warnung gewesen. "Ich will ein Mann des Ausgleichs sein, so bin ich damals angetreten. Insofern wäre ich vorsichtig bei Gesetzen, die manche womöglich provozieren, aber wenig nützen."


    Er strich sich durch den Bart. "Trotzdem könnte man prüfen, was einer gesetzlichen Regelung bedarf. Vielleicht grundsätzlich die Prinzipien, nach denen Amtsvollmachten delegiert werden dürfen. Und natürlich sollten so oder so keine Paragraphen unbesetzt sein." Es war also genug Arbeit da. "Was damals gestrichen wurde, sollte sich leicht herausfinden lassen. Also sieh es dir ruhig an und überlege, was man heute noch brauchen könnte. Aber beachte das, was ich sagte!" Nichts lag ihm ferner, als einen engagierten Jungmagistrat zu bremsen!

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  • Ich nickte, denn ich hatte in keinem Fall vor, die Worte des Kaisers unbedacht zu lassen.


    Ich dachte ebenfalls daran, diese Dinge im Senat vorzubringen und besprechen zu lassen. So wäre sichergestellt, dass die Senatoren in einer Mehrheit den neuen Paragraphen und Formulierungen zustimmen und diese entsprechend auch honorieren würden, wenn man sie eines Tage nutzen müsste. Dies wäre ein grosser Vorteil und würde die Usurpation durch einen anderen Amtsträger als den gesetzlich vorgesehenen wiederum schwieriger gestalten, weil eben die Mehrheit der Senatoren hinter dem Gesetz und somit auch hinter dem gesetzlich Ernannten stehen würde.


    Ich mochte durchaus noch unerfahren sein in der Politik, jedoch war ich nicht dumm und gewisse Kniffs und Tricks waren mir durchaus nicht fremd. Ich hoffte, der Kaiser würde meine Logik ebenfalls erkennen und mir seine Zustimmung für den Einbezug des Senates erteilen.

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  • "Wie gesagt: Ich bezweifle, dass so etwas Sensibles wie die Ernennung des Imperator Caesar Augustus durch ein Gesetz definiert werden kann." Immerhin war er selbst auch nicht durch ein Gesetz an die Macht gekommen. "Ich möchte in jedem Fall vorab informiert werden, was du dem Senat vorzuschlagen gedenkst." Nicht dass der Senat dann irgendetwas beschloss, was seinen Interessen zuwiderlief. Und irgendetwas musste er ja vorschlagen, um eine Diskussion in Gang zu bringen.

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  • Das war natürlich nichts anderes als selbstverständlich und genau deswegen stand ich ja im Moment auch wo ich gerade stand.


    Natürlich! Der erste Schritt wird sein herauszufinden, ob die gestrichenen Teile tatsächlich durch den Usurpator Salinator gestrichen wurden oder ihre Streichung auf seine Initiative hin geschehen war. Nur wenn dies einwandfrei bewiesen werden kann, nur dann ist es überhaupt legitim, weiter darüber zu sprechen.


    Ist dies jedoch so, dann wäre der zweite Schritt, die Streichung durch ein Senatus Consultum für ungültig erklären zu lassen.


    In einem dritten Schritt müsste man dann darüber diskutieren, wie man mit den alten Paragraphen weiter verfahren möchte.


    Stelle ich jedoch fest, dass die Änderungen ursprünglich nicht von Salinator ausgingen, dann ist die ganze Sache mehr oder weniger hinfällig.

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  • Der Kaiser lächelte. Der Annaeer war fleißig, dachte aber wie ein Jurist, nicht wie ein Politiker. "Wer was gestrichen hat, ist für mich nicht relevant. Das einzig relevante ist, dass wir am Ende eine sinnvolle Regelung im Gesetz haben." Immerhin war Severus explizit angetreten, sich auf keine Seite der damaligen Bürgerkriegsparteien zu stellen. "Also prüfe alles und sende mir einen Vorschlag, dann sprechen wir noch mal."

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  • Damit hatte ich zum Einen eine klare Anweisung und zum Anderen die Bewilligung, meine Nachforschungen offiziell und mit Befehl des Kaisers zu tätigen.


    Ich straffte automatisch den Rücken.


    Jawohl mein Kaiser. Das werde ich tun. Bedarf es für meine Nachforschungen eines Schreibens, damit ich in der Kanzlei die nötigen Nachforschungen betreiben kann? Oder stehen die kaiserlichen Archive dem Tribunus Plebis automatisch offen?

    Das war wichtig. Es sollte nicht geschehen, dass ich mitten in der Arbeit durch irgend einen Bürokraten ausgebremst würde.

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  • "Für was brauchst du meine Archive?" fragte der Kaiser etwas verwirrt. Nicht dass er vor dem Annaeer Geheimnisse hatte. Der hatte ja schon als Quaestor Zutritt zu ihnen gehabt. Aber… "Die Gesetzestexte sollten eigentlich auch öffentlich zugänglich sein. Und wie gesagt: Ich wünsche keine Diskussion über legale oder illegale Streichungen durch Salinator, Palma oder sonstwen.“ Solche Diskussionen waren nach seiner Sicht fruchtlos bis gefährlich!

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  • Nun war ich definitiv verwirrt. Zuerst hiess es "prüfe alles" und nun wurde der Zugriff auf die Unterlagen und jede Diskussion über die Streichungen verboten? Ich blickte komplett verwirrt drein und fragte dann:


    Mein Kaiser? "Prüfe alles und sende mir einen Vorschlag" hast du soeben gesagt. Um alles prüfen zu können, benötige ich Zugriff auf alles und da dies damals über die Kanzlei lief und nicht über den Senat, werden wohl die Unterlagen im Archiv der kaiserlichen Kanzlei liegen und nicht in demjenigen des Senats.


    Eine Diskussion ist erst über einen konkreten Vorschlag geplant, welcher auch deine Zustimmung hätte. Das hatte ich dir bereits zugesichert. Ich möchte meinen Blick in die Zukunft richten, nicht in die Vergangenheit, aber dazu sollte man die Vergangenheit kennen, weil man sonst das Risiko eingeht die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen.

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  • Für einen Moment verstand der Kaiser nicht, was es hier nicht zu verstehen gab. Dann nickte er. "Da haben wir uns missverstanden: Ich halte eine Aufarbeitung dieser Streichungen dahingehend, ob sie legal waren oder nicht für fruchtlos. Ich meinte, du solltest prüfen, was eine sinnvolle Regel wäre - egal, ob sie dem entspricht, was Divus Iulianus, Salinator, Palma oder sonstwer schon einmal hatte oder nicht." Er zuckte mit den Schultern. "Wenn dir die kaiserlichen Archive dafür hilfreich sind, kannst du sie nutzen. Aber nicht dazu, Salinators alte Gefolgsleute gegen dich oder mich aufzubringen." Er lächelte. Manchmal war Politik schwierig. Oder auch sehr einfach, je nach Perspektive.

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  • Da ich nicht vorhatte irgendwen gegen mich oder den Kaiser aufzubringen, weil ich nicht vorhatte die Vergangenheit oder ihre Gespenster wieder zu erwecken, nickte ich.


    Ich habe verstanden, mein Kaiser.


    Dass dies allerdings meine Arbeit nicht erleichtern würde, war mir auch klar. Ein Scheitern war nun vorprogrammiert, denn als Volkstribun war es eigentlich nicht meine Aufgabe eine neue Gesetzesvorlage zu Gunsten des Kaisers einzubringen, sondern mich um das Volk zu kümmern. Vermutlich würde dieser Entscheid des Kaisers also dazu führen, dass am Ende halt doch wieder gar nichts geschah, was ich sehr schade fand.


    Doch dies würde sich alles erst später zeigen. Nun galt es fürs Erste auf die Entlassung aus der Audienz zu warten, falls der Kaiser nicht selbst noch etwas anzumerken hatte.

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