Ein fröhliches Julfest und Io Saturnalia im Hause Duccia

  • Dagny lächelte, als die anderen miteinstimmten, hob ebenfalls ihren Becher und tat es Iring nach, indem sie etwas Met gen Boden tropfen lies. Sie beschloss, in den nächsten Tagen vermehrt den Göttern zu opfern. Das war zwar noch kein Garant für ein wohlwollendes Schicksal, aber es nicht zu tun, war ein Garant dafür, ihren Unmut auf sich zu ziehen. Und das wollte niemand – und schon gar nicht die Duccier nach so einer Zeit. Auf Octavenas Worte ihre Frisur betreffend lächelte Dagny ehrlich erfreut. So oft trug sie solche Frisuren nicht – es sei denn, der Anlass forderte es ein, was in einer römisch geprägten Stadt wie Mogontiacum vorkommen konnte. Aber gerade auf den Festen ihrer Familie wählte sie germanische Tracht. Einfach, weil sie sich, genauso wie der Großteil ihrer Verwandten, den germanischen Wurzeln sehr verbunden fühlte.


    Iring nahm Octavenas Kommentar zum Anlass, um sich zu verdrücken. Dagny grinste, weil sie sich denken konnte, wieso. Wahrscheinlich hatte er Angst, dass er nun hineingezogen wurde in eine ausschweifende Diskussion über Mode. Noch immer mit einem leichten Grinsen zwinkerte sie Octavena zu. „So schnell kann man einen Mann verschrecken. Aber danke, es freut mich, dass dir die Frisur gefällt. Von dir ist so ein Kompliment nochmal mehr wert, weil du am meisten darüber weißt.“ Gut, Dagmar wusste auch einiges, weil sie lange in Rom gelebt hatte, aber Octavena hatte sich trotz der vielen Jahre, die sie hier verbracht hatte, nie wirklich dem hiesigen Kleidungsstil angepasst. Sie kleidete sich immer durch und durch römisch. „Da wir mit dem Fest hier beide Kulturen miteinander verbinden, dachte ich mir, ich trage so meinen Teil dazu bei. Ich hoffe, ich habe euer Gespräch eben nicht unterbrochen?“


    Gerade wollte sie Octavena vorschlagen, ein wenig durch die Menge zu flanieren und zu schauen, wer so alles da war, als sie einen Neuankömmling bemerkte, der aussah, als habe ihn jemand dorthin zitiert und dann vergessen, ihn abzuholen. Dagny kannte den Mann – oder vielleicht doch eher Junge, er wirkte nicht viel größer als sie, und sie war selbst von kleiner Statur – nicht. Was aber nicht unbedingt etwas zu bedeuten hatte, zwar hatte sie einen groben Überblick, wer alles eingeladen worden war, aber es brachte immer jemand jemanden mit. Und manchmal nutzten Leute die Tatsache, dass gefeiert wurde, um einfach so vorbeizuschauen – auch ohne explizite Einladung. Dagny störte das nicht, solange die Gäste keinen Ärger machten. „Wer ist das denn?“ fragte sie Octavena und nickte in Richtung Eingang. „Ich gehe ihn mal eben begrüßen, er sieht recht verloren aus.“ Mit den Worten begab Dagny sich zu dem Neuankömmling und lächelte. „Herzlich Willkommen und bona Saturnalia. Ich bin Duccia Valentina. Wenn du möchtest, begleite ich dich zu den anderen Gästen.“

  • Hadamar holte sich ebenfalls einen Met und etwas zu essen, während Sabaco für einen Moment so aussah, als hätte er auf etwas nicht sehr Appetitliches gebissen. „Die Reise war in Ordnung. Ging recht flott“, überging er die Miene jedoch, genauso wie er dezent untertrieb was ihr Reisetempo anging – und einfach unterschlug, dass er das selbst vorgegeben hatte. „Ja, man könnt wirklich meinen die Welt wär ein Dorf. Ich hab auch einen... kleinen Ziehbruder, wenn man so will, bei der Ala.“* Ein Schmunzeln glitt über sein Gesicht, als Cimber über den Tribun sprach, der ihre Versetzungsbefehle abgezeichnet hatte, und wie er ihn charakterisierte. Hadamar indes hielt sich zurück mit Kommentaren über den Tuccius, wenn es blöd lief, dann würde der Mann auch hier sein Vorgesetzter werden – da war es besser, die Strategie aus Satala einfach weiterzufahren: neutral verhalten, Befehl befolgen. Es brachte nichts, sich mit Männern wie dem Tuccius anzulegen, solange er nicht wirklich bei einem wichtigen Thema komplett falsch lag. Und selbst dann konnte man als Offizier vielleicht seine Meinung anbringen, musste aber am Ende trotzdem den Befehl ausführen, wenn der sich nicht änderte.


    Und dann sagte Cimber etwas, das Hadamar unterdrückt prusten ließ. Was unproblematisch gewesen wäre, hätte er nicht gerade etwas von seinem Met getrunken. Ein nicht unbeträchtlicher Anteil des Getränks geriet plötzlich in seine Luftröhre, und er drehte sich zur Seite, während er für ein, zwei Augenblicke von Husten geschüttelt wurde, bis er den Reiz im Hals einigermaßen wieder unter Kontrolle hatte. Der Vorteil daran war: der Husten kaschierte sein Lachen immerhin komplett. Er hatte auf der Reise schon gemerkt, dass Cimber sehr offenherzig war und frei von der Leber weg sprach – und Hadamar mochte das sehr, das war einer der Hauptgründe, warum er sich mit dem Mann angefreundet hatte, und das recht schnell. Aber das, was er jetzt gerade erzählte, war dann doch so offenherzig, dass Hadamar nicht anders konnte als sich zu amüsieren. Dass Cimber überhaupt davon erzählte, dass Stilo und er eine Ehefrau für den Matinier ausgesucht hatten, dass Sabaco davon offenbar gar nichts gewusst hatte bisher, weil Cimber das als neue Information präsentierte, dass sie ihm diese wunderbare Frau schon wieder quasi weggenommen hatten, weil Stilo sie für sich selbst wollte... die Geschichte war einfach lustig, und zugleich ein bisschen bizarr.


    „‘Tschuldigung. Falscher Hals“, brummte er, als er wieder zu Atem gekommen war, und trank einen Schluck hinterher, bevor er sich den Fragen nach dem Haus widmete. Ungefährliches Terrain, das war gerade ganz sicher besser, auch wenn Cimbers Kommentar dazu führte, dass sich irgendwo in ihm etwas zusammenzog. Dein Haus, echote es in seinem Kopf. Was sich falsch anhörte, für ihn. Es war Witjons Haus. Witjon war das Sippenoberhaupt. Davor war es Lando gewesen. Jetzt wären es Alrik, oder Phelan. Aber Lando war tot, seit Jahren schon, Witjon war nun auch tot, Phelan war die Götter wussten wo im Augenblick, und Alrik... Hadamar rang sich ein Lächeln ab und stoppte seine Gedanken, bevor diese zu jenem Zimmer in der Villa wanderten, in dem Alrik lag. Dem er bislang als einzigem der Familie noch keinen Besuch abgestattet hatte. „Es ist das Haus meiner Sippe“, erwiderte er. Was Besseres fiel ihm nicht ein, ohne tief in die Familiengeschichte – und seine eigene, ganz persönliche – einzusteigen und eine Menge erklären zu müssen, was er nicht erklären wollte, unter anderem warum er sich nicht als das neue Familienoberhaupt sah. „Der Bau ist noch nicht so alt, aber ich hatte kaum Anteil daran, das waren die Älteren der Familie. Aber ja. Genau das wollen wir eigentlich: aus beiden Welten das Beste nehmen und es vereinen. Man kann seinen Wurzeln treu bleiben und trotzdem neue Dinge dazu nehmen, wenn man sich nicht daran stört, dass es manchmal knirscht und ruckelt, bis es passt.“


    Er schüttelte leicht den Kopf bei der nächsten Frage. „Ich war davor in Rom und Carthago stationiert, von daher war ich was anderes schon gewohnt, bevor ich zur XV gekommen bin. Aber Rom war einer, definitiv.“ Er grinste kurz. „Nicht nur die Stadt selbst, die Größe, die Masse der Menschen – auch die Stadteinheiten waren nicht so meins, um ehrlich zu sein. Da war Satala dann eher eine Erleichterung im Vergleich dazu... normales Legionslager, normale Dienste, ne Grenze zum Schützen, das liegt mir mehr. Cappadocia war aber interessant. Zu trocken und im Sommer zu heiß für meinen Geschmack, aber die Landschaften, die man da sehen kann, sind der Wahnsinn, bei manchen Strukturen fragt man sich, ob die Götter irgendwelche Pilze intus hatten, als sie sie geschaffen haben. Und Feuer aus der Erde hab ich so auch noch nicht erlebt.“ Tariq und auch manch anderer Einheimischer hatten ihm erzählt, dass dahinter Dschinn steckten, übernatürliche Wesen aus Feuer und Rauch. „Und die Menschen. Deutlich mehr Freude am Handeln, am Reden generell, auch am sich-Rausreden. Aber unterm Strich sind zumindest die einfachen Leute gar nicht so anders als hier.“ Die Reichen vermutlich auch nicht, schätzte Hadamar, aber mit denen hatte er nun eher wenig bis gar nichts zu tun gehabt.


    Als dann ein weiterer Mann zu ihnen trat, grüßte Hadamar auch diesen freundlich. „Salve und frohes Julfest. Ich bin Lucius Duccius Ferox.“



    Sim-Off:

    * Wird aktuell ausgespielt, liegt zeitlich vor dem Julfest.

  • "Salve Lucius Duccius Ferox, Du bist also der Gastgeber. Es freut mich Deine Bekanntschaft zu machen, ich bin Tius Umbrenus Nero und der Onkel von Cimber. Was Du über Cappadocia gesagt hast, kann ich bestätigten. Ein seltsames, raues, aber auf seine Art wunderschönes Land. Unser Gestüt steht in Caesarea. Deine geschmückte Villa mit all den Gästen, den Speisen und Getränken, erinnert mich an meine alte Heimat. Wobei ich sie schon früher verlassen habe als Cimber.


    Nun ich bin ja auch einige Jahre älter und reisefreudiger. Und nicht ganz so mit den Pferden verhaftet, wie die meisten unserer Familie. Mich hat das Meer gelockt, also habe ich meine Heimat verlassen. Rom selbst hingegen, tja, Rom. Seltsam irgendwie, ein Moloch so sagt man. Lasst uns auf Germania trinken, unsere Wahlheimat, das Fest und auf unseren Gastgeber", schmunzelte Nero und leerte seinen Becher auf ex.



  • Octavena lächelte ebenfalls ein wenig amüsiert, als Iring bei dem ersten Anzeichen, dass sich das Gespräch in Richtung Mode verschieben könnte, sich direkt wieder verzog. Immerhin dachte er noch daran, seiner Schwester ebenfalls ein Kompliment für ihre Haare zu machen, aber damit war er auch genauso plötzlich verschwunden, wie er zuvor aufgetaucht war. Das Lächeln auf ihren Lippen wurde dann fast zu einem richtigen Grinsen, als Dagny genau das aussprach, doch noch im nächsten Moment wurde der Ausdruck auf Octavenas Zügen unwillkürlich wieder sanft. "Es ist lieb, dass du das sagst", erwiderte Octavena dann auf die Bemerkung über ihr eigenes Modewissen und lächelte ein wenig überrascht. Eigentlich hatte sie inzwischen meistens das Gefühl, nicht mehr so sehr auf ihr Äußeres zu achten wie früher, ganz egal, ob es um römische oder germanische Mode ging. Früher, ja, da hatte ihr viel an ihrem Aussehen gelegen, aber inzwischen fehlte Octavena an den meisten Tagen die Zeit und der Kopf, sich so intensiv mit alldem zu beschäftigen, wie sie es zum Beispiel als Jugendliche noch getan hatte. Das bedeutete nicht, dass Dagny mit ihrer Bemerkung vollkommen falsch lag, Octavena wurde inzwischen einfach nur noch selten daran erinnert. "Und keine Sorge, du hast nichts unterbrochen. Iring hat mich nur eben aus einem nicht enden wollenden Gespräch gerettet."


    Den Fremden, den Dagny dann beim Eingang entdeckte, hätte Octavena wahrscheinlich sonst übersehen und einen Moment lang runzelte sie die Stirn, während sie zu ihm hinübersah und überlegte, ob sie ihm schonmal begegnet war. "Keine Ahnung", gab sie dann wahrheitsgemäß zurück, als sie zu dem Schluss kam, dass sie ihn auch nicht kannte, was sie aber auch nur begrenzt überraschte. Es waren genug Leute da, die nicht direkt eingeladen, sondern mit irgendwem anderes gekommen waren, und selbst von den Gästen, die sie dezidiert eingeladen hatten, kannte Octavena auch nicht alle, schon allein weil die ganze Familie zur Gästeliste beigetragen hatte. Als Dagny losging, um den jungen Mann zu begrüßen, setzte sich Octavena ebenfalls in Bewegung, wenn auch etwas gemächlicher, während sie ihren Blick ein weiteres Mal über die Gäste gleiten ließ und im Vorbeigehen noch dem einen oder anderen bekannten Gesicht zunickte. Sie entdeckte dabei kurz Ildrun, die gerade mit einem der großen Wachhunde der Villa um eine Ecke bog, und verspürte kurz wieder diesen vertrauten Stich der Sorge, wie immer, wenn sie ihre Tochter mit einem der Tiere sah. Ildrun hatte in den letzten Monaten einen wahren Narren an den beiden gefressen und auch wenn Leif, der die beiden abgerichtet hatte, Octavena versichert hatte, dass sie aufs Wort hörten und Ildrun wusste, wie sie den beiden Befehle gab, konnte Octavena die Sorge darüber nie ganz niederkämpfen. Es hatte zwar auch keinen Sinn, mit Ildrun darüber zu streiten, erst recht nicht heute, aber die Sorge, die blieb nun einmal. Noch so etwas, das sie in diesem Jahr stetig zu begleiten schien, ganz egal, wie sehr sie sich darum bemühte, es abzuschütteln. Octavena seufzte leise und zwang sich, den Gedanken bei Seite zu schieben. Stattdessen folgte sie Dagny, wie sie es ohnehin vorgehabt hatte. "Bona Saturnalia", grüßte sie dann ebenfalls freundlich den Fremden, als sie mit leichter Verzögerung neben Dagny erschien und sich ihrer Vorstellung anschloss. "Und ich bin Petronia Octavena, die Hausherrin hier." Es fühlte sich noch immer etwas ungewohnt an, sich einfach nur als Hausherrin statt als Wijtons Frau und damit auch Hausherrin der Villa vorzustellen, aber das war nun einmal das, was auf dem kürzesten Weg erklärte, wer sie war, ohne dass sie ihre eigene Biografie direkt ausbreiten musste. "Willkommen."

  • "Richtig, wie Nero aufführte ist das mein Onkel. Wo ist überhaupt Tariq Hadamar? Ihn habe ich hier noch gar nicht entdeckt. Mit Hadamar und Tariq bin ich gemeinsam nach Germania gereist Nero. War eine sehr zügige Reise und wir haben einiges erlebt. Wusstest Du, dass Sabaco Stilo kennt? Eben hatte ich mich noch gefragt, woher mir der Name so bekannt vorkam, bis mir einfiel, dass Stilo oft von ihm sprach. Irgendwie hatte ich das nicht verbunden.


    Tja auf einem Gestüt findet man nicht viele Möglichkeiten, die mit der Seefahrt zu tun haben. Aber Neptun ist jedem Pferd gewogen, auch dem der Meere. Cappadocia ist ein Land dass mit keinem anderen zu vergleichen ist. Aber wer weiß, mit was Germania aufwarten kann? Vielleicht nicht den Feuern aus dem Boden die die Dschinn anheißen, aber möglicherweise haben sie ihre ureigenen Wunder, nicht wahr?", warf Cimber gut gelaunt ein.


    "Der heiße Met könnte eines davon sein", grinste er.

  • Stilo hatte Sabaco die Braut geklaut? Und Cimber erzählte ihm das brühwarm? Nicht nur Duccius Ferox erlitt eine Gesichtsentgleisung. Während er Gastgeber mit seinem Met herumhustete, starrte Sabaco Cimber an, als würde er jeden Moment über ihn herfallen. Freilich tat er das nicht, sondern starrte nur. "Mein Bruder bei der Ala ist Matinius Ocella, Vexillarius. Ich hoffe, zu dem bist du netter als zu mir." Vor allem, weil Ocella dann Cimbers Vorgesetzter war und genau so ungemütlich wie Sabaco werden konnte, wenn ihm was nicht passte. Der Kleine. Ein verliebter Ausdruck strich über Sabacos Gesicht, als er sich bildhaft vorstellte, wie Ocella den Cimber für sein loses Mundwerk zusammenbrüllte und mit einem Stock triezte und den treulosen Stilo gleich mit. Das Starren löste sich darob auf.


    Als Ferox ihm seine Frage zur Architektur beantwortete und von Cappadocia berichtete, nickte Sabaco anerkennend. "Ja, Cappadocia soll Landschaftlich sehenswert sein. Wenn man Stilo glaubt, ist es das Elysium auf Erden. Ich hätte es mir auch gern mal angesehen. Aber wer weiß, wohin das Schicksal mich noch führt."


    Dass Nero einen Neffen namens Cimber hatte, war Sabaco bekannt. Nun standen sie beide hier, Neffe und Onkel. Aber irgendwie missfiel ihm die Verwandtschaft. Eigentlich missfiel ihm gerade vieles, Cimber hatte ihm den Abend verdorben. Na, wenigstens war Nero nun da. "Salve, Gubernator", schnurrte Sabaco. "Dein Neffe hat seine Schwester lieber an Stilo verheiratet als an mich. Was sagt man dazu. Fast wären wir beide Verwandte geworden."

  • Auf die Information hin, dass Cimber Sabaco verheiraten wollte, prustete Nero seinen Met einmal quer über das Feuer.

    "Was?!?", echote er baff und musterte Cimber für einige Sekunden grimmig, ehe er schlagartig grinste.


    "Nun dann ist der Kelch ja noch einmal an Dir vorrüber gegangen. Soll sich Stilo doch mit Madara rumschlagen. Die beiden haben des öfteren so außergewöhnliche Ideen. Was nicht heißt, dass diese Hirnfürze gut wären", antwortete der ältere Umbrenus. So weit käme es noch, dass er Sabaco an Madara verlor. Der Mann gehörte an seine Seite und auf die See und nicht in das Patschehändchen von Madara. Wie würde das enden? Sabaco ein Bild von einem Mann, völlig entstellt und verzärtelt, nicht mal mehr Wind und Wetter tauglich?


    Nero hätte Saba gerettet, notfalls gegen seinen Willen. Titus warf einen Blick auf Sabaco und grinste.

  • "Noch netter als zu Dir? Das könnte er dann aber missverstehen und das möchte ich vermeiden. Er könnte mich für einen Schleimfisch halten. Nein ich werde meinem Vorgesetzten mit dem nötigen Respekt entgegentreten, anders geht es gar nicht. Mein Onkel hat seine eigene Weltsicht, Du musst schon entschuldigen. Die Neckereien in einer Familie. Stilo meinte es sehr gut mit Dir, er sprach auch nur lobend und gut über Dich. Deshalb hatte er sofort an Dich gedacht, als wir überlegten, wen wir Madara anvertrauen können.


    Das es letztendlich anders kam, als geplant, konnte niemand ahnen Sabaco. Ich kann Deinen Schmerz verstehen, gerade da diese Empfehlung von Stilo kam, aber ich wollte Dich nicht kränken. Nein ich wollte Dich aufmuntern und Dir zeigen, wie wichtig Du Stilo bist, dass er so an Dich dachte.


    Aber genug von Madara oder anderen Familienangelegenheiten. Wir sind hier um zu feiern und Hadamar ist unser Gastgeber. Stoßen wir auf sein Wohl an", freute sich Cimber und hob den Becher.

  • Iring registrierte durchaus, wie plötzlich das Lächeln auf Dagmars Gesichtszügen erschien, kaum dass sie ihn kommen sah. Ein Tick zu plötzlich, fand er. Davor war ihre Miene eher ernst gewesen, und sie hatte sich abseits gehalten, wie so oft im vergangenen Jahr. Aber auch hier, ähnlich wie bei Octavena, verzichtete er darauf sie darauf anzusprechen. Er hatte ein recht feines Gespür für so was, aber darüber reden war nicht so seins. Er hätte gar nicht gewusst, was er sagen sollte, außer ein ums andere Mal sein Mitgefühl zu äußern.


    Stattdessen also erwiderte er ihr Lächeln und stieß mit ihr an. „Auf das Fest, und darauf, dass alle Spaß haben.“ Dagmar wirkte allerdings selbst mit einem Lächeln im Gesicht nicht so, als hätte sie tatsächlich sonderlich viel Spaß. Er unterdrückte ein Seufzen, als er sich eingestand, dass er nicht ganz drum herum kommen würde, das letzte Jahr anzusprechen. „Ich glaube, es tut uns allen ganz gut nach dem vergangenen Jahr. Es fühlt sich ein bisschen komisch an, das Haus voller Leute, die fröhliche Feierstimmung“ – auch für ihn, aber er war ziemlich gut darin das einfach irgendwo in sich zu vergraben –, „aber ich glaube, wir brauchen so was wie das hier endlich mal wieder. Es wird Zeit.“


    Er trank ein bisschen von seinem Met, ließ seinen Blick über die Leute schweifen – und überlegte. Eigentlich hatte er vorgehabt, sich ein bisschen locker mit ihr zu unterhalten. Für etwas fröhliche Stimmung zu sorgen. Allerdings... nun ja. Dagmar lächelte zwar, aber er hatte trotzdem das Gefühl, dass ihr nicht nach leichter Unterhaltung war. Sie würde mitmachen, wenn er das Gespräch in diese Richtung lenkte, das wusste er. So war sie. Sie würde mitspielen, aber es wäre mehr gezwungen als alles anderes, und wahrscheinlich würde sie recht bald in Gedanken die Augenblicke zählen, bis er verschwand. Also entschied er sich spontan um und brachte ein Thema auf den Tisch, über das er schon länger mit ihr hatte reden wollen, für das er bisher aber irgendwie nie die Gelegenheit gefunden hatte. Ihr Julfest war auf den ersten Blick eigentlich erst recht nicht dafür geeignet, deswegen hatte er es auch nicht vorgehabt... aber jetzt hatte er das Gefühl, dass er Dagmar damit einen größeren Gefallen tat, als zu versuchen eine Unterhaltung zu simulieren, die ihnen beiden am Ende keinen Spaß machen würde. „Ich hab vor im neuen Jahr mehr zu machen. Hier, in der Stadt.“

  • Mit der Nachricht über Sabacos Fast-und-dann-doch-nicht-Braut sowie der Ankunft von Cimbers Onkel fing das Gespräch an ein bisschen durcheinander zu gehen. Wenn Cimber vorgehabt hatte, den Matinier aufzuheitern, dann war das ein absoluter Reinfall – Sabaco war erkennbar nicht amüsiert. Und Umbrenus Nero reagierte fast wie Hadamar, als er dann auch noch davon hörte, nur mit dem Unterschied, dass er seinen Met gleich quer über das Feuer prustete und ein paar Flammen höher lodern ließ – und dass er zuerst ebenso wenig wie Sabaco amüsiert drein blickte, bevor er dann schließlich doch anfing zu grinsen. Und diese Madara in etwas anderem Licht präsentierte als Cimber zuvor.


    Hadamar stellte in diesem Moment fest, dass er ziemlich froh war, bei derlei Familiengeschichten bislang außen vor gewesen zu sein, selbst bei seinen engsten Familienangehörigen – Eldrids Hochzeit hatte Alrik eingefädelt. Dann allerdings ging ihm auf, dass er sich auch dabei in Zukunft nicht mehr zurückziehen würde können. Dagny war im heiratsfähigen Alter. Und bisher hatte er noch nichts davon gehört, dass irgendjemand schon was eingefädelt hatte für sie, oder auch nur angedacht. Für einen kurzen Moment suchte sein Blick seine Schwester und fand sie schließlich im Gespräch mit Octavena und einem jungen Mann, der ein wenig verloren aussah. Vielleicht, nein, sicher sollte er mal nachfragen, wie da der Stand war. Aber nicht jetzt, und so trank er einfach noch schnell einen Schluck Met, um die Gedanken wegzuspülen.


    Und auch Cimber versuchte nun, das Gespräch in andere Bahnen zu lenken, weg von Verkupplungs- und Heiratsplänen, nachdem er einen weiteren Versuch gestartet hatte, den Matinius zu besänftigen. Hadamar trank einen weiteren Schluck, als sie anstießen, überging dabei, dass sie auf ihn als Gastgeber anstießen – was ihm immer noch wirklich seltsam vorkam –, und knüpfte dann mit einem leichten Grinsen wieder an das Thema Cappadocia an. „Naja. Nichts gegen Anwesende und ihre Heimat, und interessant ist es allemal da, find ich. Aber Elysium auf Erden würd ich’s jetzt nicht unbedingt nennen.“

  • „Ich gehe ihn mal eben begrüßen, er sieht recht verloren aus.“ Mit den Worten begab Dagny sich zu dem Neuankömmling und lächelte. „Herzlich Willkommen und bona Saturnalia. Ich bin Duccia Valentina. Wenn du möchtest, begleite ich dich zu den anderen Gästen.“


    Fango war froh darüber, dass ihn jemand vom Tor pflückte. "Ich bin Iullus Seius Iunianus Fango. Danke für die Gastfreundschaft." Er begleitete die Dame zu den übrigen Gästen.


    Als dann ein weiterer Mann zu ihnen trat, grüßte Hadamar auch diesen freundlich. „Salve und frohes Julfest. Ich bin Lucius Duccius Ferox.“


    "Salve und gleichfalls. Ich bin Iullus Seius Iunianus Fango. Cimber und Sabaco da kennen mich schon. Das sind Freunde von meinem Onkel Stilo."


    Nur den grimmigen Glatzkopf kannte er nicht. Scheinbar ging es auch gerade um besagten Onkel Stilo und dessen Braut. Schön, dass der Onkel endlich mal unter die Haube kam, wenn sonst schon keiner von ihnen heiratete. Die meisten von ihren Familien waren mit dem Militär verheiratet. Irgendwie machte ihn das traurig, weil das bedeutete, dass sie aussterben würden. Ihn machte gerade alles traurig. Doch er lächelte und war dankbar dafür, nicht länger allein herumstehen zu müssen.


    "Und woher kennt ihr euch?", fragte er den Gastgeber. Vermutlich auch vom Militär, so wie er aussah.

  • "Salve und willkommen Fango. Das ist Hadamar unser Gastgeber, den ich auf meiner Reise nach Germania kennenlernen durfte. Wir beide hatten den gleichen Weg und so reisten wir gemeinsam. Tarqic gehörte ebenfalls zu unserer Gruppe. Und das ist Nero, mein Onkel. Also ebenso ein Verwandter von Dir. Ich möchte mich nicht vordrängeln Hadamar, sondern nur kurz meinen Neffen willkommen heißen.


    Stilo hat Dir ein Geschenk aus Cappadocia mitgegeben. Keinen Geringeren als Topas. Stilo trat seine Reise nach Rom auf Onyx an, deshalb soll Topas Dir gehören. Er steht neben Impetus im Stall und freut sich über gutes Heu und Rundumverpflegung. Ich hoffe Du freust Dich darüber und ich bin mir sicher, dass Du ein gutes Pferd zu schätzen weißt. Gesell Dich zu uns.


    Leider bin ich wohl in ein Fettnäpfchen getreten, was den guten Sabaco angeht. Dabei wollte ich ihn nur aufmuntern und ihm zeigen wie wichtig er Stilo ist. Naja vielleicht klappt es beim nächsten Mal. In diesem Sinne erstmal willkommen in unserer Runde und auf diesem außergewöhnlichen, schönen Fest", begrüßte Cimber seinen Neffen gut gelaunt.

  • "Das Elysium von Stilo sieht sicher völlig anders aus als unseres, Duccius Ferox. Lass doch mal hören ... wie würde dein persönliches Elysium aussehen? Meins wie Tarraco im Sommer. Eine saubere römische Stadt mit einem guten Theater, ein trockener Olivenhain, ein weicher Sandstrand am Meer. Nette Leute zum gemeinsamen Trinken, jemanden zum in die Arme schließen, nicht irgendwen, sondern die große Liebe. Und ein paar Rivalen, die einem das Leben interessant machen."


    Seinetwegen sogar der olle Germanicus, manchmal war der alte Spießer eigentlich ganz witzig, auch wenn Sabaco das nie zugeben würde. Und seinen kleinen Bruder, der ihn wieder mochte ... der ihm wieder der kleine Bruder war. Den hätte er auch gern im Elysium an seiner Seite.

  • Hadamar grinste leicht. „Mh... auf den ersten Blick anders, aber wenn man’s genau nimmt, eigentlich ganz ähnlich wie bei dir. Heimat, Familie, Freunde. Und keine Langeweile.“ Er wies hinaus, in die Richtung, in der sich die Ländereien der Duccii erstreckten. In ein bisschen Entfernung fing dort ein Wald an, einer jener tiefen, dunklen, germanischen Wälder, die den Einheimischen so vertraut waren und den Zugereisten so unheimlich vorkamen. Mitten in diesem Wald lag ein See, über den man sich Geschichten erzählte: dass dort vor Urzeiten ein Riese ausgerutscht und hingefallen war, und dass das Loch, das er dabei in den Boden gerissen hatte, vom Allvater Rhein mit Wasser gefüllt worden war. So oder so war das der See, mit dem Hadamar einige der glücklichsten Momente seines Lebens verknüpfte. „Dort draußen, in den Wäldern, liegt ein See. Wenn ich mir so was wie das Elysium vorstell, dann dort. Am besten ein lauer Frühlingsabend, zusammen mit den Menschen, die mir wichtig sind, was zu essen, was zu trinken, eine Angel dabei...“ Viel mehr brauchte er nicht. Wobei: die Angel war eigentlich eher Dekoration... die hatte er fast immer nur als Vorwand genutzt, um sich vor der Arbeit drücken zu können, und am See hatte er sie dann oft genug einfach nur ins weiche Ufer gesteckt. Aber genau deswegen gehörte sie irgendwie auch dazu.


    Als dann Dagny und Octavena zusammen mit dem jungen Gast hinzutraten, der gerade angekommen war, lächelte Hadamar ihnen zu. „Salve und ein frohes Julfest“, wünschte er, und überließ dann Cimber die Vorstellungsrunde. Erstens kannte er den Jungen offenbar nicht nur, sondern war mit ihm sogar verwandt – was erneut bestätigte, wie klein die Welt manchmal war –, und zweitens konnte der Mann das sowieso viel besser als er, fand Hadamar. Er bestätigte nur mit einem Nicken und einem weiteren freundlichen Lächeln gegenüber Fango Cimbers Erzählung, woher sie beide sich kannten, und ergänzte noch: „Ich war auch bei der XV in Satala“, und übernahm dann den zweiten Teil der Vorstellungsrunde: den der beiden Damen, die Fango zuerst begrüßt hatten und nun ebenfalls dabei standen: „Und das hier sind Petronia Octavena, die Hausherrin und Gastgeberin, und meine Schwester Duccia Valentina.“

  • "Wir können festhalten, im Grunde ist für uns im Elysium wichtig, das unsere Lieben bei uns sind. Der Ort ist eigentlich zweitrangig. Neben meinen Lieben hätte ich gerne mein Pferd Impetus an meiner Seite. Wo mein Elysium liegen würde ist klar und zwar in Cappadocia. Dort gibt es so viele schöne Ecken, ebenso raue und unwirkliche. Aber eines Tages werde ich dorthin zurückkehren. Vorher jedoch werde ich sicher noch das eine oder andere Land kennenlernen. Und mit Germania fängt es an.


    Ebenso ist es möglich, dass wir alle in Rom landen. Wer weiß, möglicherweise zieht es Dich eines Tages auch zurück zu den Pferden, sprich zu jenen an Land und nicht zu denen von Neptun Nero", warf Cimber ein und grüßte dann die beiden Gastgeberinnen.


    "Salve und Danke für die Einladung wie die Verköstigung", grüßte Cimber.


    Er vermutete beide hatten an dem Fest geplant und er wollte keinen der Gastgeber auf die Füße treten. Am Ende war es heimlich Hadamar gewesen, der die Feier geplant hatte. Sowas war durchaus möglich, irgendwie fand er jeden Fettnapf. So durften sich alle die mitgewirkt hatten, an dem Fest angesprochen fühlen. Der Dank galt allen.

  • "Von mir ebenfalls Salve und vielen Dank für die Einladung an uns alle. Zur Frage, nein ich werde nicht zu den Landpferden zurückkehren. Sollte ich jemals meinen Dienst quittieren, dann werde ich mich irgendwo an der See niederlassen. Ein Pferd aus den Ställen des Umbrenus Gestüts ist ein sehr schönes und wertvolles Willkommensgeschenk Fango.


    Ansonsten schließe ich mich Euren Wünschen für das Elysium an. Was ich benötige um dort glücklich zu sein, wäre mein Seehund und jede Menge salziges Wasser. Ach und meine Schätze, andere würden Deko dazu sagen. Oder Schlimmeres", lachte Nero gut gelaunt.

  • Iullus Seius Iunianus Fango. Den Namen hatte sie definitiv noch nicht gehört und konnte sich auch nicht erinnern, ihn auf der Gästeliste gesehen zu haben. Aber er schien einige andere Gäste zu kennen, denn er ging recht zielstrebig zu dem Feuer hinüber, an dem Hadamar stand. Dagny folgte gemeinsam mit Octavena und versuchte, möglichst schnell herauszufiltern, wer wer war und wie mit wem verbandelt. Cimber war offenbar der Onkel von Fango und derjenige, mit dem Hadamar und Tariq aus Cappadocia hierhergereist waren. Genau wie Tariq hatte er laut der Erzählung der beiden wohl zur Ala gewollt. Nero und Sabaco kannte Dagny nicht, aber sie ging davon aus, dass sie ebenfalls beim Execitus waren.


    „Salve und willkommen“, grüßte sie, als Cimber und Nero sich direkt an Octavena und sie wandten. „Sehr gerne, es freut mich, dass ihr hier seid. Der Großteil des Dankes gebührt Petronia Octavena.“ Zumindest mehr als ihr oder gar Hadamar, dessen Beitrag sich auf das Durchgeben seiner Wunschgäste beschränkt hatte. Wenn sie sich nicht irrte, war Cimber auch einer der Namen, die er genannt hatte. Dagny selbst hatte bei den Vorbereitungen geholfen, wo sie konnte, und die eine oder andere Idee beigesteuert, aber wenn jemandem hier der Dank gebührte, dann Octavena, auch, wenn sie das selbst vielleicht anders sehen mochte. Zudem war sie die Hausherrin.


    Dagny verstand nur Teile des Gesprächs und leider war sie aus dem Alter raus, in dem sie sich relativ gefahrlos mit neugierigen Nachfragen auf den aktuellen Stand hätte bringen können. Auch die Frage danach, was ein Seehund sei, verkniff sie sich. Bei einem Teil des Gesprächs hakte sie jedoch ein: „Die Umbrenier haben ein Gestüt in Cappadocia?“ Jetzt, wo Nero den Namen erwähnte, fiel ihr auch wieder ein, dass Cimber ein Umbrenus war, das hatte zumindest so auf der Liste gestanden. Dagny wusste allerdings nicht viel über diese Familie, hier in Mogontiacum waren sie ansonsten nicht wirklich vertreten. „Entschuldigt, dass ich mich einmische, ich frage nur, weil unsere Familie ebenfalls ein Gestüt hat. Vielleicht hat Hadamar das schon erzählt.“

  • "Ja das ist richtig, wir haben ein Gestüt und zwar eines der Besten, auf das unsere Familie sehr stolz ist. Bei dem Gestüt Umbrena handelt es sich um ein großes Landgut in Cappadocia, in unmittelbarer Nähe zur Stadt Caesarea. Das Landgut ist ein landwirtschaftlicher Betrieb, der sich auf die Pferdezucht spezialisiert hat. Das Gestüt besteht neben dem Hauptgebäude aus Wirtschafts- und Nebengebäuden, die innerhalb eines hoch ummauerten Hofes stehen, um den Schutz für Mensch und Tier zu gewährleisten.


    Das Haupthaus des Gestüts Umbrena ist in Form einer Porticus-Villa gehalten. Die Front gliedert sich in Eckrisaliten und den dazwischenliegenden Portikus. Also eine nach vorne offene Säulenhalle. Der Risalit oder auch Vorsprung Vorsprung ist ein zumeist auf ganzer Höhe aus der Fluchtlinie eines Baukörpers horizontal hervorspringender Gebäudeteil. Die Wohn- und Arbeitsräume des Hausherrn sowie der Familie grenzen an die Portikus. Ein großer, zentraler Raum ist an mehrere Raumfluchten angeordnet. Hierbei handelt es sich um einen unüberdachten Innenhof.


    Das Gestüt Umbrena ist eine große Anlagen mit einem großen palastartigen Hauptgebäude. Das Gestüt verfügt über beheizbare Baderäume und sogar einem Badehaus. Zudem ist ein Teil der Räume mittels Fußbodenheizung beheizt, da vor allem die Winter in Cappadocia äußerst kalt werden können. Was den meisten gar nicht bewusst ist, wenn sie an Cappadocia denken. Ebenso verfügt das Umbrena Gestüt über einen Cella/Keller, der sowohl als Vorratskeller wie auch als Hausheiligtum für die Laren dient. Die Schutzgötter des Gestüt, werden in einem kleinen Gestüt eigenen Tempel verehrt.


    Wie zuvor erwähnt, ist die gesamte Anlage mit einer Mauer umfriedet. Jene Mauer weist Türme und Bastionen auf, so dass das Gehöft im Zweifelsfall auch von römischen Truppen verteidigt werden kann und somit ebenso zum Schutze Caesarea beiträgt. Weiter findet man auf der Anlage des Gestüts neben Wohn- und Wirtschaftsgebäuden, ein Badehaus, ein Tempel, Stallungen, ein Brunnen, sowie eine Garten- und Teichanlagen.


    Alles in allem ist es ein in sich geschlossener Lebenraum, in dem es sich wirklich gut leben lässt. Erzählt uns von Eurem Gestüt und Euren Pferden", bat Cimber. Bei dem Thema Pferde war er immer hellhörig. Vielleicht konnte er für Zuhause eines der Tiere später von Hadamar erwerben? Je nachdem worauf sie sich spezialisiert hatten.

  • "Hrrrm, hört sich idyllisch an, dein Elysium, Duccius. Und Cimber hat ganz recht - lieber mit guten Kameraden im Orcus als allein im Elysium."


    Sabaco nickte der Dame zu, die ein Gespräch mit Cimber begonnen hatte. Duccia Valentina, die Schwester vom Lucius Duccius Ferox. Er wusste sich durchaus zu benehmen und eine römische Dame war etwas anderes als das, was er so flachlegte. In seinem ganzen, langen und dunklen Leben hatte er sich bei aller Verdorbenheit nie der Unhöflichkeit gegenüber einer Römerin schuldig gemacht, auch wenn er nicht gerade eine sympathische Gestalt war. An diesem Eindruck konnte auch sein Bemühen um Höflichkeit für die meisten wenig ändern, so als würden sie die Dunkelheit hinter seinen trügerisch hellblauen Augen sehen oder irgendwie spüren, dass vor ihnen ein Beutegreifer stand.


    "Dank auch von mir. Echt lecker das Essen und die Feier kommt gerade recht. Das Wetter ist schlecht und der Dienst anstrengend, die Heimat fern. Ein bisschen Zerstreuung ... freundlich."


    Er würde entsprechend auch, wenn er ging, ein Geldgeschenk dalassen. Wenn er sich schon durchfraß und fremde Sklaven sein Geschirr wuschen, sollte es nicht zulasten der Kasse der Gastgeber gehen.

  • Fango bekam ein Pferd geschenkt. Topas mit dem goldgelben Fell und der schwarzen Mähne und den schwarzen Stiefeln. Diesen edlen Hengst hatte er schon kennenlernen und sogar geführt auf ihm reiten dürfen. Topas war Stilos Lieblingspferd, ein ausgebildetes Kriegspferd im besten Alter. Dass er ihn nicht mehr brauchte, konnte nur eine Ausrede sein, um nicht zu sentimental zu klingen, wie es sein Adoptivvater oft handhabte. Er wusste, dass Fango dieser Hengst sehr gefiel und er mit ihm gut harmoniert hatte.


    "Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Vielen Dank, dass du Topas für mich mitgebracht und versorgt hast. Mein Schecke von der Ala ist schon ziemlich alt und wohl etwas klein. Auch nicht mehr sehr hübsch, sehr borstig und stumpf, aber lieb. Eigentlich handelt es sich nur noch um ein Ausbildungspferd."


    Aber was zum Henker machte Cimber denn eigentlich hier in Germania? Das würde er ihn später fragen, wenn sie sich das Pferd ansahen. Jetzt ließ er die älteren Männer und die Dame reden und nippte an seinem Wein, während er zuhörte. Irgendwie war er immer noch traurig. Das würde sich bestimmt legen, wenn er etwas mehr Wein getrunken hatte und sein neues Pferd ansehen konnte.


    Auch er spitzte die Ohren um zu hören, was Duccia Valentina vom Gestüt ihrer Familie zu erzählen gedachte.


    Irgendwie hatte er Angst vor dem Glatzkopf. Er konnte nicht sagen, warum.

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