Vorboten des Sturms - Spionage hinter den feindlichen Linien

  • Faustus machte sich nach der durchzechten Nacht in der Taberna daran seine Vorräte zu ergänzen und ein Ergänzungspferd zu organisieren das ihn auf seiner Reise begleiten konnte. Schnell war auch dieses gefunden, so dass er nicht länger zögerte und seinen Auftrag in Angriff nahm. Er überquerte die Brücke Richtung des freien Germaniens nachdem er die auffällig zahlreichen Kontrollen durchlaufen hatte. Tja das konnten die Römer kontrollieren nur mit dem Kämpfen wie ein Germane das hatten sie nicht drauf. Letztendlich war dies aber egal, denn er hatte sich entschieden für Rom einen Auftrag durchzuführen und später bei der Als seine Heimat zu finden. Voraussetzung war allerdings, dass er seinen Auftrag überlebte. Doch beiseite mit all den sinnlosen Gedanken jetzt ging es darum sich auf die Arbeit zu konzentrieren. Die Sonne schien am Wegesrand entlang und in der Ferne wogten sich die Bäume in einer leichten Brise. Alles erschien so friedlich und konnte einen Mann dazu verleiten seine Wachsamkeit aufzugeben. Doch Faustus wusste aus seiner Vergangenheit, wie schnell sich die Situation ändern konnte. Seine Wachsamkeit war erhöht, so dass er blitzschnell reagieren konnte. Er war bereit Tod und Verderben unter mögliche Angreifer zu bringen.


    Was hatte der Decurio ihm nochmals gesagt, er solle die Anführer ausfindig machen und ihren Standort auf einer Karte festhalten. Anführer von was und von wem und warum wurden diese Männer gesucht? Alles war mehr als verwirrend, da der Römer nur vage Andeutungen gemacht hatte. Die Pferde trotteten gemächlich dahin in einem leichten Trab und Faustus spürte immer intensiver die Sonnenstrahlen auf seiner Haut. Es würde heute warm werden und da hieß es für die Pferde einen Halt zu finden an dem sie sich satt saufen und in Ruhe grasen konnten. Der Kämpfer war sich bewusst, dass wenn er die Pferde verlor er totes Fleisch in Germanien werden würde. Wo konnte er also ansetzen mit seiner Suche ohne sich als römischer Spion bemerkbar zu machen. Faustus nahm sich vor heute eine Rast einzulegen um in aller Ruhe sein weiteres Vorgehen zu planen. Es wurde so langsam spannend mit dem Auftrag.

  • Der Tag zog sich dahin und Faustus entfernte sich immer mehr vom Limes um tiefer in das wilde Germanien einzudringen. Wie bereits vorgeahnt war der Tag brütend heiß geworden und dem Krieger liefen Schweißtropfen den Nacken und die Stirn herunter. Verfluchtes Wetter und noch verfluchter dieses vermaledeite Germanien. In diesem Scheißland gab es entweder nur Regen oder nur drückende Hitze, etwas dazwischen war diesem Landstrich fremd. Faustus fragte sich was die Römer nur mit diesem Stück Dreck von einem Land machen wollten, dass sie so scharf darauf waren. Vielleicht waren die Römer alle verrückt geworden, derweil gab es viel wichtigere Gedanken dehnen man nachgeben sollte. Wie z. B. das einem der Himmel auf den Kopf fallen konnte. Das war wirklich gefährlich. Faustus musste dabei grinsen als er sich an den alten Germanen erinnerte der diesen Spruch immer von sich gegeben hatte. Alle Dorfbewohner waren fest davon überzeugt das der Alte komplett irre im Kopf war. Jedenfalls zog sich der Tag dahin und so langsam dämmerte es bereits. Faustus erinnerte sich an eine Stelle im Wald vor sich, dort gab es im Schatten kleinerer Felsen eine Quelle die sicherlich auch jetzt noch Waser von sich gab. Dort würde er die Nacht verbringen und sich gestärkt und erholt am morgigen Tag auf seine Reise begeben.


    Plötzlich jedoch drang Rauchgeruch in seine Nase und er hielt seine Pferde im Schutz der Bäume und der Dunkelheit an. Leise ohne ein Geräusch zu verursachen glitt er vom Pferderücken und zog seine Axt sowie den Dolch. Die Spatha schien ihn nur zu behindern und so schlich er sich in der Dunkelheit an. Der Platz war von einer Gruppe von Menschen belegt die er im Licht des Feuers gut erkennen konnte. Fünf der Männer sahen wie Strauchdiebe aus und verhielten sich auch so. Sie hatten eine junges Paar gefangen, ein junger blonder Mann und eine sehr schöne blonde junge Germanin. Drei der Kerle schlugen den Jungen zusammen und banden ihn dann fest in einer gewissen Entfernung vom Feuer an. Die restlichen Strauchdiebe rissen dem Mädchen die Bekleidung vom Leib. Sie war schön gebaut und eine Augenweise. Zwei der Kerle zogen die Frau mit dem Rücken auf den Boden, währen ein Dritter sich von seiner Kleidung erleichterte und schließlich über die Frau hermachte. Faustus war klar das alle fünf Widerlinge ihren Spaß mit dem Mädchen haben wollten. Als der Erste der Männer sich dann über die Liegende hermachte hörte man die entsetzten Schreie des Mädchens. Ihre Schreie vermischten sich mit den verzweifelten Rufen des jungen Mannes und ließen die vom Feuerschein gespenstisch anmutende Szene zu einem Anblick der Unterwelt werden. Der erste der Dreckskerle hatte sein Werk vollbracht und das Mädchen wehrte sich immer noch verzweifelt mit den Füßen. Doch das half ihr nicht weiter, denn nun waren vier Kerle über ihr, zwei hielten ihre Arme und zwei spreizten ihre Beine. So konnte sich der fünfte über die Frau hermachen und wieder gellten ihre Schreie durch die Dunkelheit. Das Gegröle der Männer mischte sich zu einer widerwertigen Schreiorgie die einem durch Mark und Bein ging.


    Faustus verhielt sich ruhig und überlegte verzweifelt was er machen sollte. Wenn er jetzt ungestüm nach unten stürzte konnte er sicherlich den einen oder anderen der Dreckskerle erledigen, doch letztendlich waren sie in der Übermacht. wenn er sich ruhig verhielt dann konnte er seinen Auftrag weiter ausführen ohne das jemand bemerkten würde, dass das Geschehen beobachtet worden war. Er war hin und her gerissen und wusste, dass wenn er eingreifen würde er nur Ärger heraufbeschwören würde. Jetzt machte sich der Dritte der Verbrecher über das Mädchen her und ihre Schreie wurden immer leiser, auch hatte sie aufgehört sich zu wehren. Die beiden ersten Strauchdiebe gingen auf den am Baum festgebundenen Jungen zu und schlugen noch einmal auf ihn ein. Als dann der Anführer der Gruppe ein langes Messer zog und den Bauch des Jungen von oben bis unten aufschlitzte ergossen sich seine Eingeweide über die Beine auf den Boden. Dem jungen Mann waren die Schmerzen anzusehen und so hoffte Faustus, dass er schnell sterben würde. Das Mädchen schrie noch einmal auf und versuchte sich zu befreien, doch sie war bereits zu schwach und die Männer hatten mit ihr leichtes Spiel und setzten ihre Tortur fort.


    Für Faustus hatte sich jetzt aber eine Chance entwickelt, da die beiden Strauchdiebe sich am Leichnam des Jungen zu schaffen machten. Die drei am Feuer waren mit der Frau beschäftigt während die beiden anderen ihren Spaß mit der Leiche des Jungen hatten. Blitzschnell bewegte sich Faustus lautlos auf die beiden zu und mit seinem Dolch zog er dem ersten ein Schnitt durch die Kehle so dass das Blut reichlich hervorsprudelte. Doch das Ziel war erreicht dieser Kerl konnte keine Warnung mehr von sich geben. Als der zweite sich umdrehte war Faustus bereits an ihm dran, hielt seinen Mund zu und schnitt auch diesem die Kehle durch. Nun hatte er Oberwasser und konzentrierte sich auf die restlichen Banditen. Der Dritte kroch gerade von dem Mädchen runter als Faustus einen harten Schlag gegen seine Schläfe führte und den vierten ebenfalls mit einem gekonnten Schlag betäubte. Der letzte der Halunken war so starr vor Schreck das er keine Gegenwehr machte und sich willenlos binden ließ.


    Die Szenerie war grausam, eine Menge Tote an seiner geliebten Quelle, drei festverschnürte Strauchdiebe und eine vermutlich totgeschändete Frau. Der Gestank nach Blut, Gedärmen und Schweiß verflüchtigte sich nur langsam. Faustus musste erst einmal durchatmen und setzte sich auf einen Felsen der Quelle. Vermutlich würde er die drei Überlebenden töten müssen, vorher jedoch würde er sie noch ein bisschen aushorchen. Überraschenderweise bewegte sie das Mädchen plötzlich, es schien noch Lebenswille in ihr zu stecken und trieb sie wieder mit einem irren Blick nach oben. Als ihr Blick auf den Leichnam des jungen Mannes fiel begann sie wie eine Verrückte zu kreischen. Sie steigerte sich immer mehr hinein und ergriff ein am Boden liegendes Messer. Damit stürzte sie sich auf die drei Verschnürten und schnitt ihnen schnell ihr wichtigstes Stück ab. Faustus sah sich die Szene an ohne den Finger krumm zu machen. Dass das Mädchen noch die Kraft hatte so zu reagieren war schon verwunderlich, zeugte aber auch von einem unbändigen Überlebenswillen. Nun verbluteten die Dreckskerle unter unbändigen Schreien, währen die Frau mit einem blutigen Messer vor ihm stand und wild kreischte. Was sollte er jetzt tun? Sein Auftrag war erheblich in Gefahr geraten. Am einfachsten war es die Frau schnell und schmerzlos zu töten und dann seiner Wege zu ziehen.

  • Faustus kam geschmeidig auf die Frau zu und betäubte sie mit einem Schlag. Laut atmete er aus um sich zu beruhigen. Er hob das nackte Mädchen hoch und trug sie zur Quelle. Dort reinigte er ihren Oberkörper sowie die von der Tortur blutigen Beine. Er verband die augenscheinlichen Verletzungen und wickelte sie zum Schluss in eine der rumliegenden Decken ein und legte sie am wärmen Feuer ab. Danach erhob er sich wieder und begann die Toten zu durchsuchen, in ihren Taschen fand er insgesamt fünfzig Sesterzen. Eine stolze Summe für diese Strauchdiebe die sie sicherlich nicht mit Überfällen zusammen bekommen hatten. Auch waren ihre Waffen von einem vorzüglichen Zustand, der darauf schließen ließ das sie vielleicht doch nicht die einfache Art von Banditen gewesen waren. So schleifte Faustus einen nach dem anderen in eine entfernte Mulde und bedeckte die Kerle notdürftig mit Erde. Die Tiere des Waldes würden sich um die Reste kümmern. Auch den aufgeschlitzten Jüngling trug er fort und bedeckte seine Grabesstelle mit Steinen. Er sollte ungestört seinen Frieden erleben in der Unterwelt.


    Er war jetzt im Besitz von fünf zusätzlichen Pferden, etlichen Waffen und diverser Ausrüstung. Die Weinbeutel sowie das Trockenfleisch nahm er an sich und verstauchte diese in seiner Ausrüstung nachdem er seine Pferde aus dem Dunkel geholt hatte. Anschließens reinigte er seinen Körper und nahm eine langes Bad im kalten Wasser um das Blut und den Dreck abzuwaschen. Er zog frische Kleidung an und machte sich daran eine warme Suppe mit Fleisch zu kochen. Der Geruch der Suppe drang in seine Nase und beruhigten in endlich. Einen der Weinbeutel nahm er sich vor und trank diesen in kleinen Portionen gierig hinunter. Bald war die Suppe fertig und Faustus wollte sich bereits einschenken als er ein Geräusch hörte und blitzschnell seine Spatha zog. Er war bereit zu töten und ließ den Blick herumschweifen nach einem Gegner. Doch es war nur das Mädchen das sich am Feuer erhob und ihn anstarrte.

    "Willst du etwas essen, es gibt nur Suppe aber sie ist warm und schmeckt wirklich gut. Komm her und setze dich her.!" Er beobachtete das Mädchen ob sie sich ihm nähern würde. Und tatsächlich bewegte sie sich vorsichtig auf ihn zu um die gereichte Suppe zu holen. Sie schlang mit einem Heißhunger die Suppe hinunter und schaute überrascht auf das leere Behältnis. "Komm her ich schenke dir noch einmal nach es ist genügend vorhanden." Und wieder bewegte sie sich auf ihn zu um eine weitere Portion aufzunehmen. Und wie beim ersten mal zog sie sich in Sicherheit zurück.


    Das Essen war beendet und Faustus setzte sich an das Feuer und ließ seine Gedanken schweifen. Das Mädchen kam jetzt auch heran und setzte sich gegenüber von ihm an die lodernde Glut. "Wie heißt du eigentlich?" fragte Faustus. Sie hob den Kopf, sah ihn an und sagte dann: "Ich heiße Hilda und du?" Er sah sie an und sagte laut: "Mein Name lautet Thor!" Sie schaute überrascht auf und meinte nur: "Ganz wie der Donnergott!" Faustus war überrascht sie kannte tatsächlich die nordische Götterwelt. Wer war das Mädchen bloß, sie hatte Wissen das ein normaler Germane nicht besitzen sollte. Faustus starrte sie mit einem unergründlichen Blick an, so dass das Mädchen ihn ansprach: "Willst du mit mir schlafen schließlich bis du mein Retter du kannst dir alles an diesem minderwertigen Körper nehmen was du willst!" Er schüttelte nur den Kopf und legte sich mit dem Rücken ans Feuer. Er spürte die Wärme und bemerkte eine Müdigkeit die ihn schnell überkam. So wollte er sich schon dem Schlaf hingeben als er tastende Hände an sich spürte und wie diese immer intensiver an ihm entlang glitten. Er drehte sich herum und sah Hilda neben sich liegen und sie war nackt. Sie rutschte immer näher an ihn und umschlang seinen Nacken und drängte ihren Körper an ihn. "Was soll das hast du nicht genug?" fragte Faustus hart. Sie sah ihn intensiv an und hauchte ihm zu: " Bitte nehme mich mit viel Zärtlichkeit ich war Jungfrau und hatte noch nie einen Mann. Zeige mir wie man sich liebt." Während dessn liefen ihr Tränen hinab über ihr schönes Gesicht. Und so ließ sich Faustus sehr viel Zeit und versuchte alle Liebe die er noch in sich trug dem Mädchen zu geben. Als sie zum Höhepunkt kam stöhnte sie laut auf und verschwand schnell wieder unter ihre Decken. Was war da jetzt eigentlich passiert, doch Faustus war so müde das er schnell einschlief. Es würde sich alles an einem neuen Tag klären.

  • Faustus hatte überraschend gut geschlafen und erwachte am anderen Morgen ausgeruht. Es war eine wilde Schlachterei gestern Abend gewesen doch nun war soweit alles wieder im Lot. Er hatte immer noch das Problem mit dem Mädchen und das nervte ihn ungemein, vermutlich hatte sie auch deswegen mit ihm geschlafen da sie bemerkt hatte das er sie eher beseitigen wollte. Hilda war nicht dumm und hatte sicherlich 1 + 1 zusammengezählt und den Beischlaf als einzige Überlebensmöglichkeit gefunden. Nun jedenfalls erhob er sich geschmeidig und reinigte sich gründlich an der Quelle. Die Wasservorräte ergänzte er mit dem kühlen Nass und förderte Trockenfleisch aus seinem Vorrat. Hilde war ebenfalls wach geworden und beobachtete ihn intensiv. Er machte ihr ein Zeichen mit der Hand, dass sie sich zu ihm gesellen sollte um etwas zu essen. Sie schritt mit zierlichen Schritten heran und vergrub ihre Zähne in das Trockenfleisch. Als sie beide gesättigt waren sagte Faustus nur kurz angebunden: "Ziehe dich an und suche dir ein Pferd aus, es sind ja genügend vorhanden." So suchte sie sich eine braune Stute aus die ausdauernd erschien und folglich gut zu der Reise passen würde die sie gemeinsam antraten. Faustus war klar geworden, dass er sie mitnehmen würde und sie somit ihr Überleben gesichert hatte. Das schien das Mädchen auch zu erkennen und ein befreiendes Lächeln huschte über ihre Lippen.


    So machten sich die beiden auf den Weg ins Nirgendwo, zuvor hatte Faustus die restlichen Pferde freigelassen unter dem verwirrten Blick Hildas. Für sie schien eine Welt zusammenzubrechen, denn das was man erbeutet hatte gab man nicht einfach so her. Sie beobachtete den Krieger aufmerksam und schien in Gedanken versunken zu sein. Faustus aber sprach sie über seinen Rücken an. "Jetzt erzähle deine Geschichte, denn ich habe keine Lust ins offene Messer zu laufen, wenn ich nicht über dich Bescheid weiß." Nach einer Weile setzte sie an und begann stockend: "Ich und mein toter Bruder stammen aus einem Dorf 15 Meilen westlich von hier aus und waren auf der Flucht. Vor kurzem kamen fremde Krieger in unser Dorf und übernahmen die Herrschaft. Ihr Anführer Oswald wollte mich unbedingt ins sein Bett holen und zu seiner Frau machen. Mein Vater musste dem zustimmen, da sonst das ganze Dorf hätte Leiden müssen. Am Abend bevor ich mit dem Widerling ins Bett steigen sollte kam mein Bruder angeschlichen und befreite mich um mit mir zu flüchten. Er hatte zwei Pferde besorgt und Proviant, so dass wir es bis zum Limes schaffen sollten. Doch wie du gesehen hast hat uns das Schwein seine Männer hinterhergeschickt um mich zurück zubringen. Doch anscheinend hatten sie etwas anderes mit mir vor wie du weißt. Ich habe nichts mehr, denn für meine Sippe bin gestorben nachdem ich geschändet worden bin. Ich kann jetzt nichts mehr anderes tun als mit umzubringen, von dir getötet zu werden oder als deine Schlampe dir zu folgen. Du kannst mich so oft nehmen wie du willst, solange ich weiterleben kann."


    Faustus Gedanken kreisten um die geschilderten Geschehnisse und ihm kam ein Gedanke der vielleicht seinen Auftrag unterstützen konnte. Er wollte mit Hilda zusammen zu ihrem Dorf reiten und sich die Bande einmal genauer ansehen. Ihm war ein Verdacht aufgekommen, dass das Gesindel vielleicht mit seinem Auftrag etwas zu tun haben könnte. Das wäre dann tatsächlich ein Glücksfall der ihm gerade richtig in seinen Auftrag reinlief. Nun man würde sehen was sich so ergab. "Hilda damit du Bescheid weißt du bist nicht meine Bettgesellin, sondern meine Magd oder wenn du willst auch meine Frau. Damit musst du das Geschehene nicht deinen Verwandten weitererzählen und kannst dein bisschen Würde bewahren. Ich denke wir werden zukünftig als Ehepaar auftreten damit du dich darauf einstellen kannst. Solltest du mich aber hintergehen dann töte ich dich wie eine Fliege. Hast du mich verstanden?" Hilda nickte nur schüchtern mit dem Kopf und ließ ein leichtes Seufzen erkennen.


    Die neiden machten sich richtig Hildas Dorf auf und ritten einer ungewissen Zukunft entgegen.

      

  • Die Reise verging langsam und belanglos, so dass sie zügig vorankamen. Die offenen Wälder wogten in den Sonnenstrahlen sanft dahin und für eine kurze Zeit konnte man vergessen, dass man im wilden Germanien war. Faustus und Hilda ritten schweigend dahin, jeder mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt. So waren die 15 Meilen bis zu Hildas Dorf schnell zurückgelegt und man konnte vom Waldesrand gut auf das in einem Tal liegenden Dorf hinab blicken. Die Bewohner gingen fleißig ihrem Tagewerk nach und es herrschte ein reges Kommen und Gehen. Trotz Aufforderung ihn zu begleiten wollte Hilda nicht mit hinunter in ihr eigenes Dorf und so bauten sie zusammen ein Lager auf um die Nacht im Schutze der Bäume ungesehen zu verbringen.


    So ritt Faustus mit seinem Pferd alleine an den Dorfrand und beobachtete stetig mögliche Gefahrenquellen. Doch alles erschien ruhig, nirgends konnte man eine Gefahr erkennen und so kam Faustus schnell an den Dorfeingang. Was ihm allerdings auffiel war das eine frische Umzäunung um das Dorf herum errichtet worden war. Dies war im hiesigen Germanien eher selten zu finden und befremdete ihn doch. Am Tor standen zwei Krieger eher Wegelagerern gleichend als Kriegern des Dorfes Wache. Dies war für germanische Verhältnisse doch etwas seltsam. Einer der beiden gelangweilten Wachen sprach Faustus an: "Wohin des Weges Fremder, was suchst du in unserem Dorf?" Faustus blickte kalt auf den Mann hinab und ließ seine röhrende Stimme vernehmen. " Ich bin Thor und will meine Vorräte ergänzen und einen Platz finden an dem ich mich ausruhen kann von meiner Reise." Viel Information für den nicht gerade mit Geist gesegneten Posten. Man sah ihm an wie er verzweifelt versuchte seine 2 Gramm Hirn zweckdienlich einzusetzen. Der andere Wachposten rührte sich überhaupt nicht und so musste Spatzenhirn selber entscheiden. "Äh nun ja also ich denke dann kannst du einmal ins Dorf kannst ja dein Zeug einkaufen oder tauschen." Oh ihr Götter war der Kerl dumm. Dumm aber sehr muskulös. Die beiden waren jedenfalls keine besondere Hürde um ggf. schnell aus dem Dorf zu fliehen. So ritt Faustus von den neugierigen Blicken der Anwohner verfolgt in die Dorfmitte. Dort stieg er ab und band sein Pferd an. Kurz umblickend erkannte er so eine Art Laden für den Austausch von Waren. Er ging entschlossen hinein und begann mit dem Händler ein Verkaufsgespräch. Dies plätscherte so dahin ohne nennenswerte Informationen. Faustus kaufte zügig alles benötigte ein und begab sich dann wieder auf den Dorfplatz.


    Eine Hütte schien als Ausschank zu dienen und so ging er zielgerichtet auf diese zu. Er bestellte sich einen Krug Bier das stark und bitter schmeckte. Er setzte sich in die hintere Ecke der Hütte und verschmolz mit der Dunkelheit. Wachsam ließ er seine Augen über die Anwesenden schweifen und hörte sich ihre Geschichten an. Sie handelten vorrangig um die tägliche Arbeit und deren Mühen. Also nicht wirklich etwas brauchbares. Doch plötzlich vernahm er ein Gespräch zwischen zwei Kriegern. Hierbei drehte es sich um den Besuch einer Kriegerdelegation die von einer jungen Frau geführt worden waren. Sie hatten anscheinend dem Dorfältesten einen Pakt vorgeschlagen um gemeinsam gegen die Römer vorzugehen. Viel Feind viel Ehr und vor allem war die Grenze schwach bemannt, so dass sich Überfälle durchaus lohnten. Die einzige Gefahr ging von den Reitern der Römer aus, aber diese waren zu wenig um wirklich überall zu sein.Der Chef war auch nicht abgeneigt, doch war er auch als Lüstling bekannt und wollte die Anführerin in sein Bett bekommen. Sie war auch ein tolles Stück Fleisch, blond und gut gebaut, und sah rattenscharf aus. Also stürzte er sich mit ein paar Kriegern auf die Braut doch zu seinem Entsetzen war sie sehr gewandt mit dem Dolch und auch ihre anderen Kampffertigkeiten waren so stark, das zwei Begleiter des Anführers zu Tode kamen. Seine Lust war verfolgen und entwickelte sich eine kleine Schlacht zwischen den Kriegern der jungen Frau und den Halunken aus dem Dorf. Der Sohn des Anführers war anscheinend total verknallt in die Braut und so flüchtete er mit ihr auf zwei Pferden Richtung Limes. Die Truppe der jungen Frau konnte sich aus dem Dorf absetzen und verschwand in eine andere Richtung als die beiden Geflohenen. Der Anführer ließ die Truppe von seinen Männern verfolgen hielt aber fünf seiner Strauchdiebe zurück und meinte sie sollten die Frau aufspüren und ihren Spaß mit ihr haben, und zwar so oft wie es ging, damit sie erkennen könnte was ihr an ihm verloren gegangen war. Und weder der Sohn noch die Frau sollten lebend zurück kommen. Anscheinend hatten die Kerle die beiden auch ordentlich verfolgt, doch es dauerte mittlerweile zu lange und da sie nicht zurückgekehrt waren machte sich der Anführer Sorgen um seine besten Männer.


    Faustus hörte begierig zu und reimte sich die Erlebnisse der letzten Tage zusammen. Also war die Frau nicht die Tochter des Dorfältesten wie sie gesagt hatte, sondern eine Anführerin einer truppe von Kriegern, die gut ausgebildet waren und nicht so ein Gesindel wie die Strauchdiebe dieses Dorfes darstellten. Hatte sich etwa das Schicksal seiner erbarmt und ihm einen Weg zur Erfüllung seines Auftrages in den Schoß gelegt. Nun jetzt hatte er den ersten Punkt den er auf seiner Karte markieren konnte. Dieses Dorf lebte neben der herkömmlichen Bewirtschaftung auch von Überfällen auf den Limes. Die Ala würde sicherlich einen Besuch abstatten und dafür sorgen, dass Rom eine Menge neuer Sklaven auf den Markt bekam. Was Faustus hier erfahren hatte war sehr brauchbar und ließen ihn hoffen, dass er den Auftrag zufriedenstellend erfüllen konnte. Und er nahm sich vor Hilda ordentlich auf die Finger zu hauen. Allmählich machte sich in ihm ein Gedanken breit und zwar würde er mit zögern Hilda seine Dienste anbieten und sich tiefer in die Aktionen einbinden lassen. Vielleicht waren das genau diese Personen, die permanent Unruhe und Unfrieden an der Grenze stifteten. Nun man würde sehen was sich noch alles ergab, wichtig war jedoch das er weiterhin Thor den Kämpfer darstellte und bereit für jeden zu kämpfen der nur genügend bot.

  • Nachdem Faustus diese wichtigen Informationen mitgehört hatte war sein Aufenthalt in der Siedlung nicht mehr notwendig und so schlenderte er gemächlich zu seinem Pferd. Es hatten sich einige neugierige Gestalten darum versammelt doch als sie ihn kommen sahen zogen sie sich zurück. Bei seinem Pferd machte er noch einmal einen grimmigen Rundumblick, der die Anwesenden dazu zwang ihren Blick von ihm abzuwenden. Es war ja so einfach diese dummen Bauertölpel einzuschüchtern. Als er auf sein Pferd aufstieg stand ihm niemand im Wege und so verließ er dieses Nest Richtung Ausgang. Die beiden Wachen schauten zwar überrascht auf, dass er so schnell wieder die Siedlung verließ, doch sie behelligten ihn nicht weiter und so zog er seiner Wege.


    Faustus dachte konzentriert nach was er alles so vernommen hatte und vor allem welche Rolle Hilda in der bisherigen Situation spielte. Und was war eigentlich in diesem verdammten Germanien los? Wie oft hatten sich die Germanen gegen Rom erhoben und jedes mal eine auf die Schnauze bekommen. Nur weil sie einmal eine erfolgreiche Operation durchgeführt hatten vor langer Zeit 3 Legionen vernichtet hatten glaubten sie tatsächlich immer noch daran über Rom zu siegen. Lächerlich, Faustus war zu sehr Realist um sich mit diesem dummen Gedanken zu beschäftigen. Rom ließ sich nicht mit großen Schlachten besiegen, dazu war alles zu gut organisiert und das Militär absolut überlegen. Aber das sollte man einmal einem germanischen Führer erklären der im Wahn lebte. Und eine weitere Tatsache war auch die, dass die Germanen immer irgendeinen Führer benötigten um große Aktionen zu starten. Nun ja wie auch immer Faustus würde erst mal ein dringendes Gespräch mit dieser Hilda führen. Er hätte seinem Instinkt folgen und sie nach dieser Nacht einfach töten sollen. Mit diesem Weib würde es auch zukünftig nur Ärger geben, doch war dahingehend vielleicht zu weich, das lag wohl an seiner römischen Seele.


    Endlich war er am Ziel und sah Hilda wie sie ihn anstarrte während er langsam vom Pferd abstieg. Faustus packte alles Sachen die er in der Siedlung besorgt hatte aus und verteilte sie auf die Pferde um sie ordentlich zu verstauen. "Thor und was hast du herausgefunden?" fragte Hilda mit einem seltsamen Gesichtsausdruck. Doch er ließ sich nichts anmerken und zuckte nur mit den Schultern. Als er dann in ihrer Nähe war und sie sich zu beruhigen schien explodierte er und schlug ihr hart ins Gesicht so dass sie ihr Gleichgewicht verlor und auf den Boden stürzte. Nun stand er über ihr und sah sie mit seinem grimmigen Blick an, der für sie nichts gutes erkennen ließ. Innerlich musste er grinsen über dieses Schauspiel und er fragte sich tatsächlich ob er nicht auf der Bühne als Schauspieler eine gute Figur machen würde. Hildas Gesichtsausdruck hatte sich verändert und in ihr war eine gewisse Angst zu erkennen was wohl jetzt mit ihr passieren würde. "Ich möchte jetzt eine wahre Geschichte von dir hören und zwar so, dass ich verstehe um was es sich hier überhaupt handelt. Und komme mir nicht mit der Bruder Schwester Geschichte und dem ganzen Mist den du mir erzählt hast. Jetzt will ich die Wahrheit wissen."


    Daraufhin begann Hilda langsam ihre Geschichte zu erzählen: "Ich heiße wirklich Hilda bin aber mit niemandem in diesem Dorf verwandt. Der Jüngling der mir geholfen hatte war einer der Söhne des Anführers. Ich vermute mal die Kerle die mich vergewaltigten sollten mich hinterher umbringen. Ich bin dir sehr zu Dank verpflichtet das du mich gerettet hast und mir meinen Lebenswillen gelassen hast. Vermutlich hast du schon erfahren das ich mit einer Gruppe von Kriegern unterwegs war und sie mich beschützen sollten." Faustus nickte zustimmend und sprach: "Das weiß ich bereits aber ich will wissen was du hier zu suchen hast und ich hatte bereits bemerkt das du keine einfache Germanin bist, also was ist los und wer bist du wirklich?" Immer dieser Ärger mit den Frauen und die vor im liegende war ein Paradebeispiel für Ärger. "Thor bitte glaube mir das ich dich nicht absichtlich hinters Licht führen wollte, aber ich habe einen Auftrag zu erfüllen und der muss um jeden Preis erledigt werden. Selbst wenn mir hundert Männer Gewalt antuen würden der Auftrag ist zu wichtig." Nun das glaubte ihr Faustus ausnahmsweise wirklich, diese Frau war härter als sie aussah. Und dieser Auftrag interessierte ihn noch mehr, denn er hatte das Gefühl das er kurz davorstand seinen Auftrag zu erfüllen. "Was ist das für ein Auftrag um was handelt es sich dabei, du hast doch ehe schon mitbekommen das ich dich nicht kalt machen will?" Hilda erhob sich und schaute ihn mit großen Augen an und ihr Gesicht erhellte sich als sie ihn direkt anblickte und ihn küsste. Was war das denn bitte sehr, wollte sie ihn jetzt mit ihren Reizen betören? Dieses Weib macht nur Ärger. "Thor wie stehst du zu Rom?" kam eine überraschende Frage. "Wie ich zu Rom stehe, hmm, ich mag die Römer nicht und bin froh ihnen aus dem Weg zu gehen. Wo sind sind gibt es nur Ärger, Tod und Zerstörung." Hilda nickte bei dem gesagten. "Dachte ich es mir du hegst also auch einen Groll gegen die Bastarde. Sie sind das Schrecklichste was Germanien je erleben musste und unterdrücken alle freien Germanen. Ich hasse diese Dreckskerle so sehr und würde am liebsten jeden Römer auf der Stelle töten. Sie verdienen es alle, egal ob Frau, Kind oder Mann. Alle müssen getötet werden. Sie sind wie die Pest." Faustus war nun doch etwas überrascht hinsichtlich dieser Hasstirade. Doch er würde still dastehen und sich anhören was diese Verrückte ihm sagen würde. Währenddessen kam Hilda ganz nah an ihn heran und kuschelte sich an Faustus und verbarg ihr Gesicht an seiner Brust. "Du bist mein Retter und für mich etwas besonderes, denn du schmierst einem nicht Honig ums Maul sondern bis grade heraus und sagst was du denkst. Wie du bemerkt hast hasse ich die Römer aus tiefstem Herzen, denn sie haben mir soviel angetan und mir meine Liebsten auf schreckliche Weise genommen. Ich würde am liebsten alle Römer von dieser Erde tilgen, sie sind wie Ratten und zerstören alles. Ich bin Beraterin bei meinem Fürsten Gandalf und er sandte mich aus um viele Germanen auf unsere Seite zu ziehen und einen großen Krieg gegen dieses Dreckspack zu entzünden. Die Zeit ist reif ihnen zu zeigen, dass sie uns nicht mehr unterdrücken können. Noch sind wir wenige, aber es werden von Tag zu Tag mehr und bald werden wir eine große Kriegerhorde zusammen ziehen können um damit die Römer und ihren Limes von germanischem Boden zu vertreiben." Hilda hatte an seine Brust geschrien und Faustus bemerkte ihre ganze Leidenschaft und Hass gegen Rom. Nun vielleicht würde es seinem Auftrag gut tun, wenn er sie sich warm hielt und den tumben Germanen Thor weiterspielte. Jetzt würde sein Einsatz bei seinem Auftrag um 100 Prozent mehr steigen, denn es würde um sein Leben gehen wenn er in die Höhle des Löwen eindringen sollte. "Für mich ist es einerlei ob ich einen Römer töten muss oder nicht solange es um die Freiheit geht." Freiheit selbstverständlich, aber ihm ging es um seine persönliche Freiheit und vor allem hatte er schon vor langer Zeit entschieden seinen römischen Wurzeln zu folgen. Er würde definitiv römischer Soldat werden. Hilda hauchte deshalb auch "Ich verstehe dich ja so gut und weiss das du ein toller Krieger bist und dich vor nichts fürchtet. Willst du mich auf meiner Reise begleiten und zu den Kriegern dazustoßen dich mich unterstützen. Wenn die Zeit reif ist stelle ich dich auch meinem Fürsten Gandalf vor und den Häuptlingen die ihn unterstützen." Nu besser konnte es nicht laufen für den Germanen Thor alias Faustus der Römer. Der Decurio dürfte sehr zufrieden mit ihm sein und ihn vermutlich bei seinem Wunsch Soldat in römischen Diensten zu werden unterstützen. Faustus war bereit für eine neue Heimat und ein vernünftiges Leben alles zu tun.

  • Die Nacht brach so langsam herein und so machten die beiden das Lager. Faustus sammelte Feuerholz und zündete dann ein geschütztes Feuer, dass von außerhalb nicht sichtbar, an. Anschließend öffnete er den Proviant und stellte eine ausgewogenen Mahlzeit für sie beide zusammen. Diesmal würden sie Fladenbrot und ein saftiges Stück Fleisch mit Garum bekommen um sich den Magen ordentlich vollzuschlagen. Hilda und Faustus hatten Hunger und so blieb von der Mahlzeit nichts übrig. Dazu tranken sie noch einen Schlauch Wein der sie beide in eine ausgelassene Stimmung brachte. Für Thor/Faustus wurde es jetzt Zeit unter seine Decke zu kriechen und den benötigten Schlaf nachzuholen. Und wieder kroch Hilda leise und zögerlich unter seine Decke. Sie ertastete seien Körper und begann ihn zu liebkosen. Und da Faustus ein Mann war regten sich auch bei ihm die Gefühle. Beide tauschten Zärtlichkeiten aus, sehr behutsam und und doch mit Begierde gefühlt. Hilda war in eine wahre Extase verfallen und so keuchten sie beide ihren Atem und Leidenschaft in die Nacht hinaus. Mehrmals vereinten sie sich mit einer großen Leidenschaft und sanken dann erschöpft zusammen unter Faustus Decke.


    "Thor ich glaube ich mag dich sehr und ich fühle mich bei dir geborgen und beschützt. Bei dir kann ich entspannen und einfach nur die Frau sein die gerne sein möchte. Nehme mich bitte fest in deine Arme und lasse mich nicht wieder los." Ohne viel Worte umschloss er die Frau und gab ihr seine Wärme als er bemerkte das sie ein bisschen erzitterte. Langsam streichelte er sie am ganzen Körper und merkte wie sie langsam entspannte und sich schläfrig an ihn lehnte. "Hilda du bist mir ganz wichtig und ich werde dich beschützen. Fürchte dich nicht ab jetzt wird dir nichts mehr geschehen." Natürlich nicht denn er Faustus würde alle beiden Augen auf sie werfen und sie nicht mehr vom Hacken lassen. Dafür war sie ihm zu wichtig und vor allem für seien Auftrag. Bevor er zum Lager zurückgekehrt war hatte er eine kleine Rolle Pergament ausgefüllt und begonnen wichtige Daten darauf zu verzeichnen.

    Zielobjekte und Zielpersonen

    1. Operationsziel 27 Meilen nördlicher Richtung von der Provinzhauptstadt entfernt. Dorf lebt vorrangig vom Überfall auf den Limes und das Hinterland.

    2. Operationsziel Häuptling Oswald

    Diese Rolle versteckte er gekonnt unter seinen Sachen und behielt sie immer am Mann. Jedenfalls schliefen Hilda und Thor gemeinsam am wärmenden Lagerfeuer ein und verbrachten eine ungestörte und erholsame Nacht. Als der Morgen graute erhoben sich die beiden und reinigten sich um die Reste von gestern zu verzehren. Schnell war das Lager abgebaut und die Pferde für die weitere Reise vorbereitet. Als sie beide aufstiegen glitt Thors Gesicht Richtung Hildas mit der nicht ausgesprochenen Frag wohin es jetzt wohl gehen würde. Hilda machte ein kurzes Zeischen und meinte knapp angebunden: "Wir müssen jetzt erst einmal Richtung Osten und dort treffen wir vermutlich auf meine Begleiter sowie einen Dorfältesten der sich uns vielleicht anschließen möchte. So ritten die beiden durch die lichten Wälder und genossen das Spiel der Sonnenstrahlen die durch die Waldkronen hinab schimmerten.

  • Die beiden Reiter zogen immer weiter ihre Route entlang und so vergingen Stunden um Stunden. Hilda führte Thor/Faustus immer tiefer in den germanischen Wald und er stellte fest, dass die Gegend mittlerweile für Legionäre absolut ungeeignet war. Die schwer gepanzerten Soldaten würden hier an ihre Belastungsgrenze gelangen und erheblich von ihrer gefürchteten Schlagkraft verlieren. Dies war das Land der Reiter und beweglichen Krieger die einen Hinterhalt hier bestens ausnutzen konnten. Sie waren jetzt 25 Meilen nordöstlich des Dorfes angelangt und es schien immer noch kein Ende der Reise in Sicht. Schließlich gelangten sie an einen heiligen Platz an dem sich eine große Gruppe von Druiden befanden. Jetzt wurde es brandgefährlich für den Römer als er lässig auf den Platz zuritt. Überraschenderweise befanden sich auch 50 - 70 Krieger und einige Häuptlinge bei einem gemeinsamen Gedankenaustausch auf dem Platz ein. Hilda hielt geradewegs auf diese Gruppe zu und stieg mit Faustus gemeinsam ab. Thor/Faustus wurde von den Anwesenden argwöhnisch beobachtet, da sie alle den erfahrenen Kämpfer in ihm erkannten. DOch Hilda haute keine Scheu und ging mitten in die Versammlung und geradewegs zu einem imposanten Hünen mit grauen Haaren und einem furchterregenden Blick. Sie beugte sich vor und sprach längere Zeit mit ihm so dass nur sie beiden verstehen konnten um was es ging. Die gewaltigen grauen Augenbrauen über den aufmerksam blickenden Augen erzitterten vor Wut und Abscheu als Hilda vermutlich ihre Geschichte erzählte. Die grimmige Miene des Mannes veränderten sich mit der Zeit und er blickte mit einem leichten Wohlwollen auf Faustus. Innerlich schwitzte Faustus und erlitt Todesqualen, doch schien es nun das alles in geregelte Bahnen verlaufen würde.


    "Du bist also Thor und hast Hilda meine Beraterin vor einem grausamen Schicksal gerettet. Dafür danke ich dir. Wie ich sehe bist du ein erfahrener Kämpfer und scheinst auch Schweigen zu können." Der Mann winkte Faustus zu sich um ihn sich genauer anzusehen. Faustus trat langsam und kontrolliert auf die Gruppe der Sitzenden zu, aber immer bereit seine Spatha zu ziehen und Tod und Verderben über alle um sich herum zu verbreiten. "Mein Name lautet Dankwart und ich bin hier der Anführer, zeitgleich auch der Fürst in dieser Region. Du bist ein sehr gefährlicher Mann, denn ich sehe dir an das du jederzeit für alle Anwesende gefährlich werden könntest. Du kannst beruhigt deine Hand von der Spatha nehmen du bist hier in Sicherheit." Faustus atmete leicht aus und nahm die Hand von seiner Waffe. "Hilda hat mich in alles eingeweiht was ihr passiert ist und wie du in kürzester Zeit fünf Krieger getötet oder gefangen hast. Du scheinst kampfgewohnt zu sein und könntest vielleicht auch einen Kriegertrupp führen. Nun vielleicht bekommst du bald Gelegenheit dein Können unter Beweis zu stellen. Wir müssen uns mit einem verräterischen Dorfältesten auseinandersetzen. Wir warten hier nur noch auf Verstärkung und dann werden wir losschlagen." Thor nickte zu dem gesagten nur kurz und meinte "So sei es!" Hilda machte ihm ein Zeichen das er ihr folgen sollte und so verließen sie gemeinsam die Versammlung. Faustus hatte sich alle Gesichter gut eingeprägt und machte sich schon einmal innerlich aufzeichnungen. Die Bewaffnung der Krieger war im ganzen Lager hervorragend und denen der Römer ebenbürtig. Rom würde einen Blutzoll zahlen müssen, wenn sie die Bande ausdheben wollten. Nun man würdesehen was die Römer vorhatten. Er aber war sich sicher, dass er dabei war beim großen Schlachtfest an den Germanen.

  • Faustus ging mit Hilda zu einem Lager und richtete sich mit ihr in einem Zelt häuslich ein. Anschließend krochen sie zusammen unter eine Decke und liebten sich mit Leidenschaft einen großen Teil der Nacht. Als der Morgen anbrach erwachten die beiden Turteltäubchen und bereiteten sich auf einen neuen Tag vor. Thor alias Faustus ging mit Hilda zum Anführer Dankwart und setzen sich zu ihm auf den Boden. Dankwart war noch mit verschiedenen Aufgaben beschäftigt und so konnte sich Faustus die Szenerie in Ruhe zu Gemüte führen. Es war ein stetiges Kommen und Gehen von verschiedenen Anführern und Boten und für alle hatte Dankwart ein offenes Ohr. Seine Entscheidungen erfolgten schnell und präzise. Sollte dieser Mann wirklich die Macht über einen großen Kriegerkreis bekommen würde Rom eine blutige Zeit entgegen gehen. Faustus schätze den Hünen als sehr kampferfahren ein und er konnte auch wirklich führen. Was sich für Rom nachteilig entwickeln konnte. Was ihm auch noch aufgefallen war, dass sich die Zahl der Krieger auf fast 200 Mann erhöht hatte und somit eine für germanische Verhältnisse doch achtbare Streitmacht zusammengekommen war. Wenn die gegen den Limes losschlugen, waren die Menschen hinter der Grenze in echter Gefahr. Und bei einigen Erfolgen würden sehr schnell andere Krieger dazukommen und eine brennende Grenze hinterlassen. Das konnte dann nur noch mit viel Truppenmacht eingegrenzt werden. Bluten mussten vorrangig dann die Hilfstruppen, da sie im bewaldeten Gelände den Germanen ebenbürtig waren. Auf eine offene Feldschlacht würde sich Dankwart kaum einlassen, da er seine ganzen Vorteile aufgeben müsste. Wie auch immer für Rom bildete sich hier ein Gefahrenpotential heran das sehr schnell bereinigt gehörte.


    "So Thor du bist also der Retter von Hilda gewesne und bist auch kampfgewohnt wie ich schon erkennen konnte. Was hast du jetzt vor, nachdem Hilda wieder zurück ist? Willst du dich uns anschließen? Was möchtest du gerne machen? Einen Kriegertrupp führen oder als Kundschafter unterwegs sein und den Limes ausspionieren? Sag frei heraus was du machen willst?"


    Thor überlegte nicht lange und sah auf Hilda die ihn mit einem verliebten und vertrauensvollen Blick anstarrte. "Nun zum einen möchte ich bei Hilda bleiben, dieses Weib hat mich schon so viele Nerven gekostet da habe ich mich daran gewöhnt. Und zum anderen will ich mich euch und eurer Sache anschließen gegen die vermaledeiten Römer. Ich würde gerne einen Kriegertrupp übernehmen, wenn du es zulässt. Allerdings scheint es mir im Augenblick wichtiger zu sein über die Römer an der Grenze soviel wie möglich zu erfahren. Wir sollten dahingehende sehr vorsichtig sein. Ich hatte schon einmal die Gelegenheit mitzuerleben wie schnell und hart die Römer zuschlagen können. Das möchte ich diesmal vermeiden." Faustus du Schlingel für Hilda waren es die richtigen Worte gewesen, denn sie strahlte mit ihrem ganzen Gesicht und auch Dankwart schien er mit seinen Worten überzeugt zu haben. Denn dieser nickte wiederholt zu Faustus Anmerkungen und schien sehr zufrieden zu sein. Dies bestätigte er auch anschließend.

    "Ich sehe ich habe dich richtig eingeschätzt und werde dir einen Kriegertrupp geben den du führen kannst. Mache ihn zu den besten Kriegern unserer Befreiung. Do vorerst mache dich auf den Weg und spioniere die Grenze aus. Das ist mir am Wichtigsten und vor allem muss ich wissen ob die Römer irgendetwas über uns wissen. Dann komme schnell zurück und lasse dich auf keine unüberlegten Handlungen ein. Die Informationen sind wichtiger als gewonnene Kämpfe. Daher würde ich sagen du ziehst gleich los und erledigst deinen Auftrag." Faustus nickte nur dazu und erhob sich um seine Sachen zusammenzupacken. Hilda begleitete ihn traurig war sie doch davon ausgegangen dass sie eine zeit lang zusammenbleiben würden. Zum Abschied presste sie ihren Körper an Faustus und küsste ihn mit Leidenschaft. "Komme schnell und heil zurück ich were auf dich warten und dann werde ich dich eine Woche lang nicht mehr aus meinem Zelt lassen. Ich ... liebe ... dich." Faustus nickte dazu und erwiderte ihre Küsse und meinte dann zu ihr: "Ich habe dich in meiner Erinnerung immer bei mir und du weisst was ich für dich empfinde. Ich bin kein großer Redner." Er hatte etwas herausgeredet das man so oder so auffassen konnte. Nun jedenfalls hatte der die Verrückte jetzt vom Hals und er konnte zur Ala zurückkehren um sich seinem neuen Leben zu widmen. So winkte er ihr nochmals zum Abschied zu und verließ mit einem befreienden Gefühl das feindliche Lager. Er hatte erfahren was er benötigte um Rom zu helfen die Situation schnell zu bereinigen. Auf und zurücl zum Limes und schnell den Bericht abgeben.

  • Es war jetzt schon eine lange Zeit vergangen seit Thor(Faustus) das Lager verlassen hatte. Hilda sehnte sich nach ihm und seinem warmen Körper, der sie immer sehr beruhigt hatte. Sie wollte es sich nicht eingestehen, doch tatsächlich hatte sie sich in diesen Fremden ihren Retter verliebt. Er war stark und gewaltig, wenn sie sich liebten aber noch besser war es wenn sie in seinen starken Armen lag und sich geborgen fühlte. Ohne ihn wäre sie vermutlich schon längst tot oder innerlich zerbrochen. Diese Vergewaltigung hatte sie tief in ihrem Inneren versteckt und doch kam der Augenblick hier und da zu Tage. Doch bei Thor war sie beruhigt und konnte Kraft schöpfen in dieser schrecklichen Welt. Wie sehr hasste sie die Römer, denn durch diese war alles so fürchterlich geworden hier in Germanien. "Oh Thor wie sehr vermisse ich dich!" Nachts lag sie oft wach und betrachtete die Sterne, wobei ihre Gedanken immer bei Thor verweilten. Dieser Mann war trotz allem ein Mysterium für sie, denn tatsächlich wusste sie von ihm eigentlich überhaupt nichts. Er war ein Kämpfer wie sie nur selten einen sehen konnte in diesem Land und er war treu und überzeugt von dem was er tat. Die Tage vergingen immer mit der selben Routine ohne nennenswerte Ereignisse. Dankwart war bemüht mehr Germanen für en Kampf gegen Rom zu gewinnen, doch derzeit schien er wenige Glück zu haben. Strauchdiebe und Gesindel liefen ihm zu, doch wirklich überzeugte Germanen wollten einfach nicht zu ihnen stoßen. Und sie benötigte der Aufstand vor allem wenn es mal soweit war. Oh ja sie wollten Krieg und Tod und Verderben über Rom bringen.

  • Hilda lebte weiterhin in der Gegenwart von Dankwart und sehnte sich immer sehnlicher nach Thor ihrem Helden und Geliebten. Warum dauerte es nur solange bis dieser wieder zurück war von der Grenze? War ihm vielleicht sogar etwas passiert? War er verletzt oder lag er vielleicht tot in irgendeiner Waldmulde? Wenn sie daran dachte ebnete sich die Verzweiflung einen Weg an die Oberfläche und ließ die schluchzend in ihr Lager sinken. „Oh Thot ich liebe dich so sehr, wo bist du nur? Komm schnell zu mir zurück.“


    Heute hatte sie an einer Beratung teilgenommen, bei der es darum ging mehr Krieger für den geplanten Aufstand unter Dankwarts Führung zu beschaffen. Sie hatten nun fast 300 Männer auf ihrer Seite. Doch die meisten waren im Kampf zu unerfahren, ebenso fehlte noch etliches an einer passenden Ausstattung um den Legionären ebenbürtig zu sein. Und vor allem musste wie bei den Römern ein Kampftraining her, um alle notwendigen Schritte im Kampf einzuüben. Solange bis alles in Leib und Blut übergegangen war.


    Auch Dankwart wartete auf den Bericht, den Thor erbringen sollte und für Dankwart war auch klar, dass Thor einen Teil der Krieger befehligen würde. Ja Thor war schon etwas Besonderes und als Kämpfer einer der Wenigen, die auch Führungsqualitäten aufweisen konnte. Hilda konnte sich auch vorstellen, dass Thor vielleicht der Nachfolger von Dankwart werden könnte, wenn dieser ihn unter seine Fittiche nahm. Ja Hilda war glücklich, wenn sie an eine gemeinsame Zukunft mit Thor dachte. Und wenn die Götter sich gnädig zeigten, würde eine Handvoll Kinder um sie beide herumtollen und mit ihrem Geschrei die Eltern in den Wahnsinn treiben. Bei dem Gedanken daran, musste Hilda lauthals loslachen, vor allem wenn sie an den ernsten Thor dachte.


    Morgen sollte eine erste Übung der Krieger im Rahmen eines Kampftrainings stattfinden. Geplant war Speere wie die Römer zu werfen und so ähnlich auch vorzugehen wie diese bei den Kämpfen. Sie hatten dazu einen Deserteur der Ala als Ausbilder gefunden. Oswald wie er sich nannte war früher Eques der Ala gewesen und hatte etliche Einsätze mit den römischen Reitern gemacht. Er wusste genug um ihnen das grundlegende militärische Handwerkszeug der Römer beizubringen. Hilda war schon sehr gespannt darauf und nicht nur sie. Morgen würde es viele Zuschauer geben die sich das Spektakel ansehen würden.

  • Es war jetzt schon eine lange Zeit vergangen und Thor alias Faustus war bisher von seiner Erkundung an den Limes nicht zurückgekehrt. Hilda machte sich wirklich Sorgen, dass ihrem Geliebten etwas passiert sein konnte. In den einsamen Nächten trieben sie ihre Gedanken an den Mann für den sie sich entschieden hatte immer mehr in den Wahnsinn. Wie konnte sie ohne ihn und die Gedanken an seine Wiederkehr nur weiterleben? „Thor wo bist du nur, ich vermisse dich so sehr und mein ganzer Körper sehnt sich nach deiner Stärke und Liebe“ In ihrer Verliebtheit träume sie viele romantische Begegnungen mit ihrem Thor. Doch in der Realität des Tages kamen ihr Bedenken über den Aufenthalt des geliebten Mannes. Wie sehr sehnte sie sich nach einem starken Arm an dem sie auch einmal schwach sein durfte.


    Mit Tagesanbruch sammelte Dankwart seiner Krieger, derzeit immerhin eine stolze Zahl von 300 kampfbereiten Männern, um sie gegen ein Dorf zu führen deren Anführer Godhardt sich der Unterwerfung unter den Befreiungsplan Dankwarts wiedersetzte. Hilda war wie immer als Beraterin mit dabei bei solchen Aktionen, die sie verabscheute da hier von Germanen germanisches Blut vergossen wurde, während die Römer friedlich hinter ihrer Grenze saßen und sich über die Streitigkeiten der Germanen amüsierten. So rückten sie in Richtung Godhardts Dorf aus und kamen unter dem Schutz der Wälder in eine knappe Entfernung zum Tor an, während das Dorf von einem Wall umgeben war. Auf ein Zeichen stürmten die Krieger Dankwarts in den Eingangsbereich und töteten die anwesenden Wächter. Danach wurde das Dorf dem Erdboden gleichgemacht, während die Schreie der Frauen und Kinder zu einem unbeschreiblichen Lärm sich entwickelte. Das was Dankwart und seine Leute den Römern immer vorwarfen, genau das gleiche veranstalteten als Germanen unter Germanen. Beute, Weib, Wein und Gesang so herrlich war das Kriegerleben und die siegestrunkenen Männer kehrten mit ihrem Anführer zurück in ihr Lager. Hilda aber widerte es an die Krieger, die ausgezogen waren den Römern das Leben schwer zu machen, sich nicht besser verhielten als ihre Feinde selber. Wie traurig war das? Hilda verspürte Tränen die ihr über das Gesicht liefen, beim Anblick der geschändeten Frauen und zugleich erinnerte sie die heutige Aktion an ihre jüngste Vergangenheit. Die Germanin verspürte immer mehr, dass sie sich hier nicht mehr wohl fühlte und der Kampf sich mittlerweile wie der Raubzug von Banditen anfühlte. Es war zum Verzweifeln. Wenn doch wenigstens Thor da wäre und sie in seine starke Arme nehmen könnte.

  • Die Tage vergingen nur sehr zähflüssig für Hilda die sich nach Thor, alias Faustus, dem starken Krieger sehnte. Mittlerweile hatte sie gegen Dankwart und seine Männer eine große Abneigung entwickelt. Sie hasste diese Germanen, die nicht besser waren als dreckige Strolche und sich ihren Gelüsten und Begierden hingaben. Darunter litten nur die kleinen einfachen Menschen, die um ihr tägliches Überleben kämpfen mussten. Dankwarts Männer machten immer mehr dieser verheerenden Überfälle und erbeuteten zahlreiche, Gegenstände, Tiere und vor allem Sklaven. Das Lager platzte aus allen Nähten und vor allem Raubgesindel war zu Dankwarts Männern dazugekommen. Gestern war es das erste Mal vorgekommen, dass sie von zwei dieser Dreckskerle im Lager angemacht worden war und sich nur mit Hilfe Dankwarts retten konnte vor ihren Zudringlichkeiten. Doch auch Dankwart selber hatte sich verändert und nicht zum Guten. War er früher noch von der Idee überzeugt sich der Römer zu entledigen, so verwandelte er sich immer mehr in eine grausame Bestie, der der Gedanke an die Befreiung Germaniens als Nebensache erschien.


    Hilda hatte für sich endgültig entschieden Dankwart und seine Bande zu verlassen. Doch das konnte sie ihm nicht direkt sagen, dass wäre ihr sicherer Tod gewesen. Sie überzeugte Dankwart dahingehend, dass sie sich Sorgen um Thor machte und nachsehen wollte wo er verblieben war. Dankwart wollte ihr eine Gruppe Krieger mitgeben damit sie gesichert Reisen konnte, doch sie hatte Dankwart überzeugt das es einfacher und unauffälliger war als einzelne Magd unterwegs zu sein. So zog sie los Richtung Limes um irgendwo eine Spur von Thor zu finden. Auf ihrer Reise kam sie gut voran und hielt sich immer unauffällig bedeckt im Unterholz. Weiter und weiter führte ihre Reise doch von ihrem Thor konnte sie keine einzige Spur finden. Wo war er nur abgeblieben? War er vielleicht verletzt oder gar Tod? Sie hoffte inständig, dass sich der Mann ihres Herzens nur verlaufen hatte oder irgendetwas unauffälliges passiert war. Als sie endlich aus den germanischen Wäldern heraustrat und das Vorfeld des römischen Limes betrat war sie in einer ganz anderen Welt. Die Germanen waren besser bekleidet und auch ihre Äcker sahen gepflegter aus und warfen sicherlich deutlich mehr an Frucht ab als wie im tiefen Germanien. In Hildas Brust fraß sich jetzt die Angst vor den dreckigen Römern freie Bahn und nur mühsam konnte sie ihren Hass unterdrücken. Trotz allem gelang es ihr an den gelangweilten Wachtposten vorbei ins römische Hinterland vorzustoßen. So zog sie auf der befestigten Straße Richtung Mogontiacum immer auf der Suche nach Thor dem Krieger. Doch bisher war es zum Haare ausreißen. Keine Spur von Thor und auch die Passanten hatten nichts zu vermelden. Der Tag neigte sich zum Ende und so baute sie sich ein kleines abgeschiedenes Lager. Sie wollte sich jetzt ein bisschen ausruhen und Gedanken über die weitere Suche machen um den geliebten Mann Thor zu finden.

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    Hilda ruhte sich die Nacht aus und erwachte am frühen Morgen. Sie nahm ein karges Frühstück zu sich um sich zu sättigen. Angestrengt überlegte sie wie sie mit ihrer Suche nach Thor/Faustus weiter vorgehen sollte. Sie spürte das er noch am Leben war und sich irgendwo hier aufhielt. Wie konnte sie weitersuchen, wo konnte sie ansetzen um eine Spur von ihm zu finden. Was die Suche allerdings erschwerte waren die zahlreichen römischen Kontrollen denen sie aus dem Weg gehen wollte. Ihr Hass auf die Römer war immer noch zu grpß als das sie mit einem dieser Mistkerle etwas zu tun haben wollte. Wo war Thor nur?


    Während Hilda so vor sich hinüberlegte hatten sie im Lager von Dankwart das Verschwinden von Hilda der Ratgeberin festgestellt. Nach einer kurzen Suche war klar, dass Hilda verschwunden war und laut Dankwart war sie vermutlich auf der Suche nach Thor dem Krieger der sich so einprägsam in seine Erinnerung eingepresst hatte. Er wollte selber gerne wissen was los war mit dem Mann. Nun jedenfalls erwachte das Lager in aller Frühe und verschlafen machten sich die Bewohner daran ihre Notdurft zu verrichten und sich nach der Körperreinigung den dampfenden Kochstellen zuzuwenden. es lag eine Ruhe über dem Szenario und friedlich wogte das Lagerleben dahin. Urplötzlich durchdrang Kriegsgeschrei und Waffengeklirr das Lager und fremde germanische Krieger stürmten das Lager und metzelten ohne Rücksicht auf Mann, Frau und Kind alles nieder. Ganz langsam schaffte Dankwart es eine Verteidigung aufzubauen und die Angreifer zurückzudrängen. Die besser ausgebildeten Krieger Dankwarts gewannen langsam die Oberhand und töteten immer mehr der verzweifelt kämpfenden Angreifer. Der tosende Kriegsorkan umhüllte das Lager und mischte sich mit dem Geschrei der Kämpfenden, der Sterbenden und der vor Herzschmerz wimmernden Frauen, Kindern und Alten. Endlich erfüllte eine Todesstille das Lager und Dankwarts Leute machten sich ans aufräumen. Von den 300 Kriegern waren weit über 80 Männer im Kampf gestorben, fast 100 waren teilweise scher verletzt, aber der Feind hatte 234 Krieger verloren. Die wenigen Überlebenden wurden weggeführt und auf grausamste Weise gefoltert. Was mit ihnen geschah wollen wir uns lieber nicht vorstellen, jedenfalls hatte Dankwart recht schnell die Antwort auf seine drängenste Frage wer sie überfallen hatte. Es war eine Gruppe von Dörfern denen Dankwart böse mitgespielt hatte gewesen die sich verbündet hatten und den Überfall durchgeführt hatten. Grimmig nickte der Anführer und nach sich vor bei diesen Dörfern vorbeizusehen und blutige Rache zu nehmen. Ärgerlich war für Dankwart allerdings das so viel wertvolles Kriegerpotential durch diesen Kampf verloren gegangen war. Durch den hohen Verlust der Dörfer war ein Überfall seiner Leute natürlich jetzt eine Kleinigkeit. Doch dies alles entsprach nicht seinem Plan mit einer großen Kriegergruppe über die Römer herzufallen.

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    Hilda hatte sich aufgemacht um in Mogontiacum weiter nach ihrem geliebten Thor/Faustus zu suchen. Wie auch immer irgendwie schien niemand etwas von ihm gehört und gesehen zu haben. So irrte sie endlose Stunden durch die Stadt auf der verzweifelten Suche nach Thor. Als es schien, dass sie wieder ohne Erfolg dastehen würde, erfuhr sie durch einen Kellner aus einer Gaststätte, dass ein Mann der wie Thor ausgesehen hatte sich in der Gastronomie sich aufgehalten hatte. Er war anscheinend dabei mit einem römischen Decurio ins Gespräch gekommen, um was es aber dabei ging konnte der Kellner nicht mehr sagen. Derselbe Gast war dann etliche Wochen später nochmals im Lokal gewesen und hatte sich ordentlich betrunken. Danach war er bis jetzt wie vom Erdboden verschwunden. Nun das war ein wichtiger Punkt bei der Suche nach Thor und Hilda schloss daraus, dass sein Verschwinden irgendetwas mit den Römern zu tun hatte. Mit wem denn auch sonst, immer war ein Römer bei einer Schandtat mit dabei. Sie waren wie Ungeziefer, dass man nie aus der Kleidung herausbrachte.


    Hilda beschloss folglich sich bei den römischen Kastellen umzusehen. Vielleicht konnte sie dabei irgendetwas über Thor erfahren. Als erstes suchte sie im Umfeld des Legionslagers nach ihrem geliebten Mann. Doch so sehr sie sich auch bemühte war über Thor nichts zu erfahren. Hier schien er also nicht gewesen zu sein. So blieb nur noch das Lager der Ala übrig und so wanderte sie mit Hoffnung im Herzen Richtung der Befestigungen. Während im Legionslager ein reger Betrieb herrschte, schien das Lager der Ala wie verlassen dazustehen. Vor dem Lager befanden sich Übungsplätze für die römischen Soldaten und derzeit wurde eine Gruppe von Legionären über den Platz gescheucht. Hilda ließ mit wachen Augen das Geschehen auf sich einwirken und beobachtete die Römer nur am Rande. Für sie war die Suche nach Thor am wichtigsten. Unter den Römern kam ihr eine Figur irgendwie bekannt vor. Sie musste mehrmals hinsehen ob das war war, was sie erblickte. Einer der Römer sah ihrem Thor zum Verwechseln ähnlich. Diese Ähnlichkeit gab es doch gar nicht. Das war doch ihr Thor in römischer Uniform. Aber Thor war doch ein germanischer Krieger, wie konnte er dann als Römer hier herumlaufen. Was war da los? Tatsächlich schien dieser Mann ihr geliebter Thor zu sein den sie so sehr vermisste. So schritt sie näher an die Gruppe von römischen Soldaten die fleißig mit irgendwelchen Übungen beschäftigt waren. Ihre Augen waren nur noch auf den Mann gerichtet der wie Thor aussah. Sie ließ ihn nicht mehr aus den Augen. Oh ja es bestand gar kein Zweifel mehr, dieser Römer war ihr Thor. Doch wie war der an die Uniform eines römischen Soldaten gekommen. Seine Kampfbewegungen waren identisch zu denen die sie während des Kampfes anlässlich ihrer Vergewaltigung erkennen konnte. Sie war nun fest davon überzeugt ihren Thor gefunden zu haben. Während sie noch in Gedanken war zog die Gruppe von römischen Soldaten wieder zurück ins Lager. Sie hatte die Chance vertan um mit Thor ins Gespräch zu kommen. So eilte sie der Gruppe hinterher, wurde jedoch am Tor von den Wachtposten zurückgeschickt, da sie keinen Zutritt zum Lager der Ala hatte. Verzweifelt bettelte sie den Wachtposten an, doch dieser blieb eisern und wimmelte sie schließlich ab. So begab sie sich in die Nähe eines kleinen Wäldchens um dort ihr Lager aufzuschlagen. Hier wollte sie übernachten und Morgen weiter versuchen ins Lager eingelassen zu werden.


    Als sie ihr Lager aufgeschlagen hatte und endlich ein bisschen zur Ruhe kam, schossen ihr die Gedanken über Thor durch den Kopf. Sie hatte richtig gesehen ihr Thor war römischer Soldat. Wie ging das von statten? Was hatte es damit auf sich? Hatte er sie überhaupt wahrgenommen oder gar erkannt? Hilda war total verwirrt und schüttelte ihr blondes Haupt. So viele Gedanken flossen durch ihr Gehirn und sie konnte diese Gedanken nur sehr schwer einordnen. Am besten war es jetzt erst einmal zu schlafen und wenn es ging Morgen in der Frühe über alles genauer nachzudenken. Hilda hoffte in ständig, dass sie endlich die Ruhe erleben konnte um einfach den Schlaf der Erschöpfung genießen zu können.



    Germanien

    In der Zwischenzeit herrschte ein friedvolles Treiben im germanischen Lager von Dankwart. Unterbrochen wurde dies durch die Schreie der Verletzten. Die Krieger hatten sich nach dem Überfall wieder gefestigt und auch der Kampfeswille war wieder zum Vorschein gekommen. So herrschte emsiges Treiben bei den Waffenschmieden um zerstörtes Material wieder auf Vordermann zu bringen oder zu ersetzen. Der Klang der Hämmer auf den Ambossen donnerte den ganzen Tag und auch die Anführer trafen sich ständig zu Besprechungen über die derzeitige Situation im Einflussgebiet Dankwarts. Dankwart selber wollte so schnell es ging über die beteiligten Dörfer herfallen und ihnen eine blutige Lektion erteilen. Jetzt waren die Kräfte der Dörfer erschöpft und man konnte aus der augenblicklichen Situation noch das Bester herausholen in dem man schnell zu schlug und sich der Frauen und Kinder habhaftig machte. Die wenigen gesunden Männer konnten in die Kriegergruppe übernommen werden, wenn sie sich dem Willen Dankwarts fügten.


    So zog eine starke Kampfgruppe in das nächstgelegene Dorf und fiel mit Waffengewalt über die Dorfbewohner her. Die Dorfbewohner wurden wahllos niedergemetzelt, Frauen und junge Mädchen geschändet und dann zusammengetrieben, während die Alten alle abgeschlachtet wurden und die wenigen gesunden Männer vor die Wahl gestellt wurden sich Dankwart anzuschließen oder eben zu sterben. Das Dorf wurde geplündert und anschließend dem Erdboden gleichgemacht. Dicke Rauchschwaden zogen in den Himmel und ließen die entfernten Beobachter das Ausmaß der Tragödie erkennen. Als die Gefangenen abgeführt wurden blieben von diesem Dorf nur rauchgeschwärzte Trümmer die vor sich hin schwelten übrig. Die Leichen der Getöteten blieben achtlos liegen um als Nahrung für die wilden Tiere der Wälder herzuhalten. Viele Stellen der Erde im Dorf waren dunkelrot vor vergossenem Blut und ließen einen widerlichen Todesgestank umherschweben.


    Die Gefangenen wurden in das Dorf Dankwarts integriert, alleinstehende Frauen und junge Mädchen wurden an Dankwarts Krieger übergeben und so blieb die Erinnerung an das ausgelöschte Dorf nur noch in den Köpfen der wenigen Überlebenden übrig. Der germanische Anführer hatte versprochen für seine getöteten Krieger blutig Rache zu nehmen und das zog er gnadenlos durch.


    Während diese schrecklichen Vorkommnisse erfolgten, plante Dankwart bereits weiter, er wollte eine eigene neue Siedlung schaffen, die ausreichend Platz für 1000 Krieger mit Familien bot und schwer zu belagern war. Mit diesem Bollwerk wollte er eine Basis im Kampf gegen das Römische Imperium erschaffen um von hier aus eine germanische Armee aufzubauen mit der er über die Römer herfallen könnte wie damals Arminius. Die Römer sollten hinfort gespült werden und auf ihren Knochen sollten wilde germanische Pflanzen wachsen. Dankwarts Traum war der, dass die gesamte Limesregion in Flammen aufgehen sollte und kein einziger Römer mehr am Leben bleiben würde.


    Jedenfalls hatten Dankwarts Männer eine passende Stelle für eine Siedlung im großen Stil gefunden. Sie lag ca. 23 Meilen weg von jetzigen Standort, oberhalb einer ausgedehnten Hügelkette mit zahlreichen Quellen die eine dauerhafte Wasserversorgung gewährleisteten. Unterhalb der Hügel war fruchtbares Ackerland um darauf Getreide anzubauen und auch die Viehhaltung zu unterstützen. Auch gab es einen größeren Fluss der reichlich mit Fischen gesegnet war. Somit der ideale Standort für den Bau einer Wehranlage mit integriertem Dorf. Die Frage für Dankwart war letztendlich nur, wer konnte dieses Projekt betreuend begleiten?

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    Hilda versuchte sich in den Schlaf zu zwingen, doch ihre Gedanken rasten dahin. Sie hatte Thor gesehen doch er war in eine römische Uniform gekleidet. Was sollte das? War er einer dieser verdammten Römer? Wie konnte das denn sein? Er war doch so ein stolzer und zu allem entschlossener germanische Krieger oder? Hildas Gehirn war kurz vor dem zerplatzen. Geriet ihre Welt in Brüche? Was war noch wahr und was war gelogen? Sie verstand die Welt nicht mehr. Ihre Tränen überfluteten ihr liebliches Gesicht. Sie schlug ihre Hände vors Gesicht und schüttelte immer stärker ihren Kopf. Und es kam auch ein tiefes Gefühl von Liebe auf für ihren Thor, der Mann auf den sie sich verlassen konnte oder verlassen hatte oder .... "Ich werde noch verrückt, Thor ich brauche dich du bist mein einziger Halt den ich noch habe, THOR, THOR bitte ich ... ich .." laut schrie sie dies in ihrer Verzweiflung heraus.


    "Hilda was machst du denn hier?"


    Hilda meinte in ihrem aufkommenden Wahn die Stimme ihres geliebten Thors zu hören. Jetzt würde sie durchdrehen und verrückt werden. Dessen war sie sich klar. So hob sie ihr tränendes Gesicht und durch den Schleier der Tränen sah sie tatsächlich eine Gestalt vor sich stehen. Erschrocken stellte sie fest, dass sie nicht auf ihre Umgebung aufgepasst hatte und nun ein Fremder vor ihr stand. Und es war auch noch einer dieser verhassten Römer. SO zog sie blitzschnell ihren Dolch um sich des Feindes zu erwehren. Sie wollte sich nicht wehrlos schänden lassen. Denn was konnte es sonst bedeuten hier in dieser Abgeschiedenheit. Das Adrenalin durchströmte sich mit aller Macht und so bereitete sie sich auf den Sprung in Richtung ihres Gegners vor. So langsam klärte sich ihr Blick und sie dachte die Götter würden sie jetzt mit dem Irrsinn schlagen. Doch es war tatsächlich wahr vor ihr stand ihr Thor. Hilda knickte langsam ein und und kauerte vor dem geliebten Mann und ihr Atem ging schwer vor Erschöpfung und die Tränen begannen erneut über ihr Gesicht zu strömen. "THOR... THOR... THOR" stammelte sie vor sich hin und plötzlich spürte sie wie sie jemand in seine starke Arme nahm und fest an sich drückte. So erkannte sie endlich ihren Thor. "Was ... was .. machst du hier und was machst du in dieser Uniform ... ich verstehe nicht." Faustus küsste sie mit einer großen Zärtlichkeit und streichelte ihr Gesicht und ihre Haare. Dieses Gefühl hatte Hilda so lange vermisst und es tat ihr so gut. "Hilda was machst du denn hier?"  "Thor ich habe dich verzweifelt gesucht was machst du in dieser Uniform hier und warum bist du ein Römer?" "Hilda beruhige dich ich habe dich auch sehr vermisst. Ich bin froh das du jetzt hier bist. Hilda höre bitte jetzt genau zu ich heiße nicht Thor, sondern Faustus Inuius Rupa und bin römischer Soldat. Mein Vater war Römer und meine Mutter Germanin. Ich habe die meiste Zeit in Germanien verbracht und bin jetzt bei der Ala." Hilda war zuerst erschrocken als sie hörte das ihr Thor gar kein Römer war, sondern ein Römer Germane. Aber sie hörte zu und spürte instinktiv das Faustus es ehrlich mit ihr meinte. Er hatte sie nie als sie zusammen wahren angelogen, außer mit seinem Römertum. "Warum warst du in Germanien und was hast du dort gemacht?" "Hilda ich war auf Erkundung und habe spioniert. Den Römern war schon länger bekannt, dass etwas im Busche lag und so wollten sie Gewissheit haben, darum wurde ich vorgeschickt." Für Hilda war ihre heile kleine Welt zerbrochen und doch war sie glücklich das ihr Geliebter bei ihr war. "Ich bin von Dankwart weg, denn es wird immer schlimmer und er fällt über viele kleine Dörfer her und plündert sie alle aus. Und es gibt laufend Kämpfe mit vielen Toten es ist einfach nur noch schrecklich, wenn Germanen über Germanen herfallen. Ich bin so verzweifelt." Faustus nickte mit dem Kopf so etwas hatte er schon erwartet. Auf der einen Seite war es gut, dass die Germanen sich gegenseitig bekriegten auf der anderen Seite war ein größeres Problem entstanden dadurch das Dankwart einen Plan für eine germanische Festung mit 1000 Kriegern verwirklichen wollte. Das war wichtig für den Decurio, denn das hieß auf absehbare Zeit massive Zusammenstöße mit gut ausgerüsteten germanischen Kriegern.


    Faustus nahm Hilda in seine Arme und bedeckte ihr Gesicht mit zahlreichen Küssen und schließlich spürte er wie sie nachgab und weich in seinen Armen lag. Die Erregung kam bei den beiden Liebenden hoch und ihre nackten Körper vereinigten sich mit einer tiefen Leidenschaft. Hilda schwebte auf Wolke Sieben und gab sich dem gemeinsamen Akt hin. Wie lange hatte sie sich danach gesehnt. Und so überflutete die Leidenschaft die beiden eng umschlungenen Menschen und ließ sie von Höhepunkt zu Höhepunkt schweben. Unter dem klaren Sternenhimmel betrachteten die Götter wohlwollend die beiden kleinen Menschlein und lächelten freundlich.

  • Der Morgen brach an und Faustus kam so langsam zu sich. Hilda und er hatten sich die ganze Nacht geliebt und waren erst in der Frühe eingeschlafen. Doch in Faustus war bereits der römische Drill mit seinen festen Weckzeiten tief verwurzelt, so dass er sich vom gemeinsamen Lager erhob und begann sich anzukleiden. Zwischenzeitlich kam auch Hilda zu sich und sah ihren Römer liebevoll an. „Musst du schon gehen und wann sehen wir uns wieder? Wie kann ich mit dir in Verbindung treten?“ In Hildas Stimme vermeinte man eine gewisse Verzweiflung heraus zu hören. Faustus blickte auf sie herab und meinte dann: „Mache dir keine Sorgen, wir werden eine Lösung für uns finden. Bleibe bitte vorerst in der Nähe des Lagers damit ich dich ggf. kontaktieren kann. Ich muss jetzt erst einmal mit meinem Decurio sprechen. Er wird uns sicherlich helfen können. Mache also bitte keinen Unfug und verhalte dich unauffällig. Ich muss jetzt los.“ So küsste er Hilda noch einmal stürmisch und ließ die glückliche Frau alleine zurück. Faustus aber ritt stetig Richtung Dienst bei der Ala entgegen.

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    In der Zwischenzeit hatte Hilda ihrem Thor/Faustus bei sich gehabt und war von Liebe und Glück erfüllt. So wartete sie vor dem Lager auf ihren Faustus, war sich aber auch nicht ganz schlüssig ob er heute überhaupt Zeit für sie finden würde. Er hatte ihr ja gesagt, dass er im Lager der Ala zu bleiben hatte solange er in der Grundausbildung war. Für die junge Germanin war die ganze Situation verwirrend, da sie nicht wirklich eine Bleibe hatte und sich bisher in Lagernähe herumtrieb. Es wäre schön, wenn sie mit Faustus ein kleines Haus bewohnen könnte. Sie liebte diesen Kerl so sehr und hatte ihm auch seine Lüge über seine wahre Identität verziehen. Hilda hatte bisher noch bei keinem anderen Mann diese Wärme und dieses Verständnis erfahren wie bei Faustus.


    Was Hilda heute erschreckt hatte, war dass sie einige Germanen aus dem Lager von Dankwart gesehen hatte. Das musste sie Faustus unbedingt mitteilen. Es war nicht gut, dass diese Germanen sich hier so unbedarft aufhalten konnten. Nach den ganzen Kämpfen und Überfällen hatte Dankwart immer noch genügend Potential seine Männer an die Grenze zu schicken um zu spionieren. Hilda war zwiegespalten, da sie auf der einen Seite immer noch sich als Germanin fühlte und auf der anderen Seite hatte sie einen Mann der Römer war.


    So beschloss sie den Männern Dankwarts vorsichtig zu folgen um sie ggf. zu belauschen. Und tatsächlich ergab sie für Hilda die Gelegenheit näher an die Männer heranzukommen als diese in einem dichten Waldstück ihr Lager aufschlugen. Hilda hielt sich gut versteckt, so dass sie nicht zu sehen war doch die Gespräche der Männer folgen konnte. So erfuhr sie, dass Dankwart nach ihr und auch nach Thor suchte, vermutlich um sie zu töten oder zu foltern oder was immer auch. Die Männer wussten selber nicht genau um was ging, nur dass sie die beiden lebend zu Dankwart bringen sollten. Doch anscheinend war ihnen egal was mit Hilda und Thor passiert war und daher strengten sie sich bei der Suche auch nicht sonderlich an. Wichtiger war ihr Hauptauftrag den Limes zu erkunden und vor allem die hinter dem Limes stationierten römischen Truppen auszukundschaften. Dabei hatten sie erstaunliches herausgefunden, die Legion war relativ einsatzbereit aber unterbesetzt. Die Ala, ihr gefürchtetere Feind, zeigte sich hingegen nur ganz selten und in kaum nennenswerter Zahl und es schien fast so wie wenn kaum Reitertruppen anwesend waren. Irgendwie wirkte alles ein bisschen zu leer im Vergleich zu sonst kampfstarken Reiterabteilungen. Da war offensichtlich irgendwas im Busch und man musste bei der Ala sehr vorsichtig sein, denn immer wenn man dachte es war alles soweit überschaubar dann entpuppte sich die Ala als sehr großes Überraschungsei das den Germanen ordentlich auf die Finger klopfte. Für Hilda war das alles sehr informativ und so zog sie sich zurück um wieder an der Porta der Ala auf Faustus zu warten.

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