Unterkünfte der Cohortes Urbanae

  • "Hey Domitius, draußen steht ein Praetorianer für dich." rief der geschickte Soldat nach Ahenobarbus, welcher gerade erst in der Baracke von einer Patrouille zurück kam. 'Ein Praetorianer will mich sprechen?' fragte er sich erst und stand mit einem Seufzer auf.
    Als er nach draußen kam und sich kurz umsah erkannte er seinen alten Sparring-Partner wieder "Ah! Avianus du bist also der wartende Praetorianer." begrüßte der Domitier Avianus und reichte ihm die Hand.

  • Er hatte Glück, wie es schien, denn der Domitius war nur kurz darauf zur Stelle. Jetzt brauchte der Kerl nur noch etwas mehr Zeit erübrigen zu können.
    "Was hast du erwartet? dass dich jemand verhaften will?", scherzte Avianus mit einem gespielten Lächeln und erwiderte den Händedruck, um anschließend doch noch eine angemessene Begrüßung hören zu lassen. "Salve, Domitius. Lust auf einen Becher Wein? Oder hast du zu tun?" Na geht doch. Klappt doch alles prima. Vielleicht lernte er ja doch noch mal dazu.

  • "Ja, warum nicht. Hab sowieso gerade die Patrouille zu ende gebracht." antwortete Ahenobarbus freundlich und wollte fast schon voran gehen... ließ dann aber davon ab und wartete auf Avianus damit er sie in eine Taverne führte.

  • Mit meinem neuen Gepäck aus der Waffenkammer kommend, öffnete ich langsam, unter einem leichten Knarren, die Tür zu den Unterkünften, zu der ich gewiesen wurde. Der Lichtstrahl schoss an mir vorbei, ins Innere der Baracke. Nach drei Schritten fand ich ich im Innern wider. Der Boden bestand aus einfachen Holdielen, ebenfalls die Wände. Das Tageslicht drang nur durch kleine Fenster hinein, sodass es doch, trotz der grellen Sonne draußen, im Innern der Baracke dunkel war.
    Ich musste ein paar mal blinzeln, bevor sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten. Ich stand nun in einem langen Raum, der mit Betten, Kisten und Schränken bestückt war. Zwar waren die Möbel wohl augenscheinlich nicht die Neusten, aber soviel hatte ich eh nicht vorgehabt, mich hier aufzuhalten.


    In der Mitte war ein schmaler gang, der von der Tür bis in den hinteren Teil des Gebäudes führte. Langsam schritt ich den Gang entlang, die Lanze mit dem Bündel über der Schulter und den Gladius in der linken Hand. Der Raum war vollkommen verlassen- für den Moment. Ein paar Betten sahen so aus, als wären sie vor nicht langer Zeit benutzt worden, doch größtenteils sahen die Betten alle gleich gemacht aus.
    Ich hatte vor mir eines im hinteren Teil des Gebäudes zu suchen. Ich mochte es nicht gerade direkt in Greifweite der Türe zu schlafen. Langsamen Schrittes und mich umsehend schritt ich also nach hinten, bis ich ein Bett erreicht hatte, dass unbenutzt aussah. Sollte ich mit meiner Annahme daneben liegen, würde ich mir hier wohl nicht die ersten Freunde bereiten. Ich legte meine Sachen ab, verstaute das zeug, was ich nicht brauchte in der Kiste vor dem Bett und nutzte den Beutel als Kopfkissen. Ich schmiss den Sack auf das Bett, stemmte die Hände in die Hüfte und sah mich noch einmal genau um.
    Die war nun also meine neue Heimat ...

  • | Caius Ursanius Caninianus Urbicus


    Nicht offiziell aufgrund seines Äußeren, aber doch alles andere als objektiv hinsichtlich seiner Leistungen - Schönheit konnte sich eben auch beim Militär bezahlt machten -, war der aus der Gens Caninia adoptierte Ursanier Urbicus kurzerhand zum Cornicularius des frisch ernannten Tribunus Iulius befördert worden. Und der erste Auftrag für den Beau war auch gleich gefunden: Der Tribun gedachte nämlich mit seinem hier bei den Urbanern dienenden Verwandten Macro zu sprechen. Man musste sich ja schließlich wenigstens mal kurz gesehen haben, um zu wissen, auf wen man hier stets besonderes Augenmerk zu legen hatte.
    "Salve! Der Tiro Iulius Macro, wo find ich den?", erkundigte sich der Soldat immer wieder und ließ ich auf diese Weise so ganz nach und nach den richtigen Weg durch die Unterkünfte weisen. Dann klopfte es an der vermeintlich richtigen Unterkunft, die Tür schwang auf und der Cornicularius trat ohne das vorherige Warten auf eine Reaktion von drinnen ein. Kurz verschaffte er sich einen Überblick. "Tiro Iulius Macro?!?", fragte er dann streng in den Raum und erwartete eine positive oder eben auch negative Meldung.


    Sim-Off:

    Edith sagt, dass die deutsche Sprache eine schwere Sprache ist.



    CORNICULARIUS TRIBUNI - MARCUS IULIUS DIVES

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    CIVIS
    DECURIO - OSTIA
    INSTITOR - MARCUS IULIUS LICINUS
    IUS LIBERORUM
    VICARIUS DOMINI FACTIONIS - FACTIO VENETA

    Klient - Marcus Vinicius Hungaricus

    2 Mal editiert, zuletzt von Marcus Iulius Dives ()

  • In meiner Baracke war einiges los. Vor ein paar Minuten ist eine Kohorte der Urbaner, mit der wir hier untergebracht waren. Laut redend wuselten die Legionäre durch die Gegend und werteten den heutigen Tag aus. Erst gestern war ich hier eingetroffen. Zu meinem Glück hatte ich ein Bett erwischt, dass nicht belegt war und so konnte ich meine Sachen dort lassen, wo ich sie verstaut hatte. Bekanntschaften konnte ich jedoch noch keine knüpfen. Die Kohorte, die eben erst- vor ein paar Minuten -die Baracke betreten hatte war zumeist unterwegs, sodass ich noch keine größere Gelegenheit finden konnte, mich näher mit den Männern vertraut zu machen.
    So saß ich nun auf meinem Bett und polierte mit einem Wolltuch mein Gladius. Zwar war es sauber, aber mir fiel nichts besseres ein. Vielleicht würde ich nachher noch meine Rüstung ein bisschen auf Vordermann bringen. Ich hauchte erneut die Klinge des Kurzschwertes an und polierte die Stelle mit meinem Tuch. Ab und an schaute ich verstohlen über die Schulter, um zu schauen was die Anderen machen, aber die quatschten und lachten noch immer über irgendwas, was wohl heute beim Dienst passiert sein muss.
    Plötzlich glaubte ich meinen Namen gehört zu haben. Nein, ich glaubte es nicht nur, sondern ich war mir ziemlich sicher. Irgendwer hatte meinen Namen gerufen!
    Ich legte das Schwert neben mir auf das Bett und erhob mich. Mein Blick huschte durch die Baracke, dorthin von wo ich glaubte meinen Namen gehört zu haben. Auch einige Legionäre hatten ihre Köpfe gewendet und waren in ihrer guten Laune unterbrochen.
    "HIER!", rief ich mit lauter, fester Stimme, damit mein Wort auch ja nicht in der Masse untergeht.
    Gespannt wartete ich auf denjenigen, der nach mit gefragt hatte. Was wollte man nur von mir? Ich war doch erst ein paar Tage hier. Etwas aufgeregt reckte ich den Kopf in die Höhe, um besser sehen zu können, wer nach mir verlangte.

  • | Caius Ursanius Caninianus Urbicus


    Der Cornicularius wandte seinen Kopf in die Richtung, aus welcher er das 'hier' vernahm und schaubte einmal hörbar.
    "Progredere* !", forderte er den Tiro sodann in ermahendem Tonfall auf. "Und dann erwarte ich eine _richtige_ Meldung! Wir sind hier schließlich nicht in irgendeiner Taverne oder bei dir zu Hause, sondern bei den Cohortes Urbanae! Also benimm dich gefälligst auch wie ein richtiger Urbanicianus!", tadelte er den Neuling anschließend streng. Denn so äußerlich schön er auch sein mochte, hatte er vor allem eine Sache in seinen Jahren bei den Stadtkohorten felsenfest verinnerlich: Disziplin. Und ebendiese würde er gerade nach seiner jüngsten Beförderung und insbesondere den neusten Rekruten im Zweifelsfall schon irgendwie eintrichtern - jetzt, wo er so einen dünnen Draht bis in die Stabsebene der Cohortes hatte...


    Sim-Off:

    * Vortreten!



    CORNICULARIUS TRIBUNI - MARCUS IULIUS DIVES

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    Klient - Marcus Vinicius Hungaricus

  • Leicht erschrocken über den Besuch, zumindest über den Rang des Mannes, denn dieser musste recht hoch sein in Anbetracht seines Auftretens trat ich, wie befohlen, vor. Ich bahnte mir einen Weg durch die Männer, die nun eine Art Spalier gebildet hatten. In der Baracke herrschte nun vollkommene Ruhe und alle beobachteten das Schauspiel zwischen dem Neuankömmling und mir.
    "Tiro Servius Iulius Macro meldet sich wie befohlen!", salutierte ich in strammer Haltung, um meinen Fehler wieder gut zu machen beziehungsweise zu lindern.
    Es konnte doch niemand wissen, dass ein hochrangiger Mann jetzt schon nach mir verlangte. Nun gut, jetzt war es so und mein Auftreten war nicht das Erwartete. Ab jetzt wusste ich jedoch auch, dass sobald mein Name erklingt, sage ich diese acht Wörter auf. Dann war ich schon einmal auf der sicheren Seite und ich lief nicht auf Gefahr mich vor den anderen Legionären zum Gespött zu machen.
    "Verzeih' mir meine Unaufachtsamkeit, Herr.", fügte ich noch leise, fast flüsternd, hinzu.
    Hätte ich gewusst, dass ein Offizier nach mir verlangt, hätte ich mich selbstverständlich entsprechend gemeldet, aber ich war schier zu überrascht.

  • | Caius Ursanius Caninianus Urbicus


    Der Cornicularius nickte zufrieden.
    "Geht doch!", ließ er seinen Gegenüber mit undurchsichtiger Mimik wissen. "Und wenn du beim nächsten Mal noch dieses 'Herr' weglässt, du bist schließlich kein Sklave, und mich stattdessen mit meinem Rang als Cornicularius oder Cornicularius Tribuni anspricht, wäre ich sogar ganz zufrieden.", sprach Urbicus nun hörbar ruhiger und gelassener. Eine kurz Pause folgte.
    "Movere*.", gab er sodann trocken von sich und erklärte hernach den Grund seines Erscheinens: "Der neue Tribun wünscht dich zu sehen. Ich werde dich zu ihm bringen." Mehr Informationen gab es für den Tiro nicht an dieser Stelle. Keine Namen. Kein Wort von Verwandtschaft. Der Ursanius nämlich war davon überzeugt: Innerhalb der Cohortes gab es keine Familie und keine Freunde, sondern nur Ranghierarchien und Kameraden. Namen in der Folge waren für ihn - in der selbstredend durch Ausnahmen bestätigten Regel - irrelevant. "Da entlang!", wies er dem Tiro dann den Weg von hier erst in die Principia und dort sodann zum Officium Tribuni des Tribunus Iulius...


    Sim-Off:

    * Rühr dich.



    CORNICULARIUS TRIBUNI - MARCUS IULIUS DIVES

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    Klient - Marcus Vinicius Hungaricus

  • Mit einigem Gepolter – durchaus bewusst – kam Hadamar in Begleitung von zwei älteren Soldaten eines Abends durch die Barracken der Centurie. Wenn man die Stuben inspizieren wollte nach Ende eines langen Diensttags, konnte es nie schaden, die Soldaten ein bisschen aufzuschrecken. So hämmerten sie also gegen Türen und rissen sie dann gleich auf, ohne auf eine Antwort zu warten, gingen durch die Unterkünfte, besahen sich die Ordnung dort, den Zustand der Waffen, der Rüstungen, der anderen Gegenstände. Der ein oder andere Miles fing sich einen Rüffel ein, die meisten, weil es zu unordentlich war, ein paar andere, weil die Rüstungen nicht ordentlich poliert waren, einer, weil sein Gladius nicht sauber gepflegt war und einer, weil er zu faul gewesen war seine Caligae zu nageln... das übliche halt. Einer der Soldaten, die Hadamar dabei unterstützten, knallte gerade die nächste Tür auf, der andere kritzelte auf einer mitgebrachten Tafel rum, wo er grob notierte, wie es wo ausgesehen hatte, als Hadamar auffiel, dass sie schon ziemlich weit gekommen waren, ihnen aber noch keiner der Neuen untergekommen war. „Wo sind eigentlich die Tirones abgeblieben? Wir haben doch ein paar Neue in der Einheit, wo sind die?“

  • Die Stubeninspektion traf den jungen Fabier ziemlich unvorbereitet. Grundsätzlich war er kein unordentlicher Mensch, aber er kannte die Anforderungen des Centurios noch nicht. Und natürlich war der Zeitpunkt mehr als ungünstig, immerhin war er gerade dabei gewesen, die kleine Kiste neben seinem Schlafplatz einzuräumen, die in Zukunft sein gesamtes Hab und Gut beherbergen sollte. Vor der Kiste kniend, war er also gerade dabei die letzten hastigen Handgriffe zu erledigen, als er hinter sich bereits die lautstarke Stimme des Centurios hörte. Sofort sprang er auf und trat einen Schritt nach vorne. "Tiro Lucius Fabius Scato!" meldete er und hoffte alles Richtig zu machen, so wie es ihm die älteren Zimmerkammeraden bereits erklärt hatten. Die Hälfte seiner Ausrüstung, die er heute ausgefasst hatte, lag noch auf seinem Schlafplatz verteilt. Unsicher sah er daher auf den Boden vor sich, fast als wollte er dem strafenden Blick des Centurios damit entkommen, obwohl er noch gar nicht wissen konnte, ob dieser etwas zu bemängeln hatte. Immerhin war heute Scatos erster Tag.

  • Kaum hatte er – laut genug, dass ihn nicht nur seine Begleiter, sondern auch die übrigen in der Nähe verstehen konnten – nach den Neuen gefragt, meldete sich auch schon einer von selbst, wie sich das gehörte. Hadamar streifte den Tiro mit einem flüchtigen Blick. „Die Haltung kann ruhig etwas strammer sein, Tiro.“ Es gab ein paar Tirones in der Centurie, aber das Gesicht hier sagte ihm noch gar nichts, was hieß: er musste einer von den ganz neuen sein. Weshalb Hadamar zwar eine leichte Schärfe in den Klang seiner Stimme legte, aber mehr auch nicht. Was er in der Stube sah, gefiel ihm allerdings weniger. „Was soll der Sauhaufen hier?“ fragte er, während er einem seiner Begleiter mit einer Handbewegung zu verstehen gab, die Ausrüstung in den Truhen des restlichen Contuberniums zu kontrollieren.

  • Mit einem lauten "Jawohl Centurio!" versuchte Scato noch strammer zu stehen, als er es ohnehin schon tat. Als der Offizier jedoch seinen Sauhaufen ansprach, war die Körperspannung auch schon wieder weg. Stattdessen wandte sich der junge Fabier wieder zu seiner Liegestätte um und ergriff eilig ein paar der umherliegenden Gegenstände und Rüstungsteile. "Ich bin gerade erst angekommen und noch am einräumen" sagte er entschuldigend und ziemlich kleinlaut. Schnell verschwanden die Dinge in der Truhe, was jedoch bei der Vielzahl an anderen Teilen seiner Ausrüstung keinen besonderen Unterschied zu dem Bild vorhin machte, dass sich dem Centurio geboten hatte.

  • Glücklicherweise war die Barackentür halb geöffnet. Die Hitze hat also auch ihr gutes, dachte Antias erleichtert. Er hatte auf dem Weg ein halbes Dutzend mal nachgefasst, um nichts von seiner Ausrüstung fallen zu lassen, und war nun froh, die Tür nur aufstoßen zu müssen, um mit all seinem Krempel in die Unterkunft rumpeln zu können.


    Kaum hatte er sich mit seinem Bündel durch die schmale Tür gedrückt, empfing ihn bereits heiseres Geschrei. Nicht noch ein Optio! Lasst mich doch erstmal in Ruhe meine Sachen verstauen! dachte er flehentlich, während er durch den dicht umklammerten Wald aus Töpfen, Lampe, Helm, Rüstung und Hasta im Halbdunkel der Baracke zu erkennen versuchte, was vor sich ging. Als er im Dämmerlicht schließlich eine quergestellte rote Crista erblickte, war er im Bilde. Kein Optio. Der Centurio höchstselbst stand da breitbeinig in der Unterkunft, Jupiter sei Dank mit dem Rücken zur Tür.


    Mist! Und jetzt? Meldung? Wie? Salve? Ave? Die Augenblicke verrannen so langsam wie Jahreszeiten. Salutieren? Aber wie? Mit dem ganzen Zeug im Arm? Fallen lassen? Den Gladius und die Hasta? Nie im Leben!
    Antias dankte den Göttern, dass der Centurio offenbar seine ganze Aufmerksamkeit auf einen der strammstehenden Kameraden konzentriert hatte. Vorsichtig und so geräuschlos wie möglich legte er sein Bündel neben sich auf den Boden, nahm Haltung an und wartete einfach ab.

  • Frischlinge. Immer wieder das gleiche mit ihnen. Hadamar hätte ja gegrinst, aber in solchen Situationen unterdrückte er das immer. „Hat dir jemand erlaubt dich zu rühren?“, fuhr er den Tiro stattdessen an – noch brüllte er nicht, aber seine Tonlage war schon eine Stufe lauter als bisher. Er wartete, bis der Tiro wieder Haltung angenommen hatte, wartete dann noch ein bisschen länger, einfach um zu sehen, ob er auch wirklich ruhig stehen bleiben konnte und nicht sofort wieder nervös herumzappelte. Erst nach einer Weile kommentierte er: „Haltung, Tiro. So lange du nichts anderes von einem Vorgesetzten hörst, bewahrst du Haltung. Und jetzt sorg dafür, dass der Sauhaufen weg kommt. Wenn dein Zeug bei der nächsten Kontrolle nicht tiptop ist, fängst du dir schneller eine Strafarbeit ein als sonst ein Tiro vor dir.“ Jetzt zuckte doch ein angedeutetes, fröhliches Grinsen um Hadamars Mundwinkel, als er noch anfügte: „Und dafür willst du nicht bekannt sein. Jedenfalls nicht wegen was so Banalem wie Sauhaufen in der Unterkunft.“ Er nickte ihm noch mal zu, drehte sich dann um und ging weiter, um die Inspektion fortzusetzen. Dass er auf dem Rückweg noch mal vorbei kommen würde, um tatsächlich heute noch zu kontrollieren wie es mit der Ordnung aussah bei dem Fabier, verstand sich von selbst.

  • Kitzlige Sache das. ging es Antias durch den Kopf. Der Offizier drang noch tiefer in die Barracke vor, ohne ihn bemerkt zu haben. Sollte er stumm hier stehen bleiben und riskieren, dass der Centurio ihn für einen maulfaulen Schwachsinnigen hielt? Oder sollte er in dessen Rücken versuchen, seinen Plunder lautlos zu einer freien Pritsche zu schleppen? Besser nicht.
    Antias beschloss, sich dem Schicksal zu ergeben und sich bemerkbar zu machen.


    „Centurio! Tiro Germanicus meldet sich zum Dienst!“

  • Rühren? Nein, eigentlich hatte er darüber nicht wirklich nachgedacht. Schnell kam Scato wieder vor seinen Schlafplatz und stellte sich gerade hin, als er die nicht gerade leisen Anmerkungen des Centurios vernahm. Ein wenig Unverständnis kam zwar kurz in ihm auf, denn immerhin hatte er ja versucht zu erklären, dass er gerade erst beim Einräumen war. Doch einem Centurio widersprach man nicht. Vor allem, wenn dieser gerade eben noch zusätzlich mit Strafarbeit gedroht hatte. Dann lieber den Anweisungen folge leisten und nur mit einem unterwürfigen nicken zeigen, dass man sie verstanden hatte. "Jawohl Centurio!" Als der Offizier sich auf den Weg machte die anderen Kameraden zu inspizieren machte sich Scato ziemlich flott daran, dort weiter zu machen wo er vorhin aufgehört hatte und seine Unordnung zu beseitigen.

  • Wieder in der Unterkunft nuzte Antias die Zeit, bis das gesamte Contubernium aus der Kleiderkammer zurück sein würden für eine Anprobe der erhaltenen Sonderzuteilung.
    „Naja ..“


    Die neuen Caligae passten zwar besser als die alten, aber dafür hatte man ihn mit einer Tunica beglückt, die offenbar für einen kleinwüchsigen Gladiator maßgeschneidert und dann nicht abgeholt worden war.
    Oben fiel ihm der Stoff in tiefen Falten bis zu den Ellbogen von den Schultern, unten hatte er Mühe, den Saum unter dem Cingulum hervor zu zerren. So konnte er nicht rumlaufen, aber vielleicht würde sich noch ein Interessent für den Fetzen finden, wobei Antias bezweifelte, dass sich in den Reihen der Chohortes irgendwelche muskelbepackten Zwerge herumtrieben. Grummelnd zog er die Tunica wieder aus und wedelte damit den fünf anwesenden Kameraden zu.


    „Jemand Interesse an einem längsgeschlitzten Getreidesack?“

  • In unserer Unterkunft zurück aus der Kleiderkammer grüßte ich die bereits anwesenden Kameraden und huschte in den hinteren Teil der Baracke, wo ich mein Quartier bezogen hatte. Ich verstaute mein Donativum in der schweren Holzkiste, die an meinem Bett steht. Dann machte ich mich daran meine neuen Sachen anzuprobieren. Etwas aufgeregt legte ich meine alte Tunika ab und zog die Neue an. Mensch, die passte besser als gedacht!
    Mit etwas zupfen hier, etwas zupfen dort zog ich mir das Teil zurecht. Zwar würde ich die Tunika sicher noch ein bisschen 'ausleiern', aber was soll's. Größtenteils hatte man eh seine Rüstung darüber. Ich hatte also keine Probleme mit der Tunika und machte mich an die neuen Caligae. Naja, etwas eng und klein. Ich ging ein paar Schritte und rückte immer mal wieder meine Füße im Schuh zurecht. So richtig fühlte mich darin nicht wohl. Und ich war wohl auch nicht der Einzige, der mit den neuen Sachen seine Probleme hatte. Antias, der in der Kleiderkammer vor mir dran war hatte wohl anscheinend einen Fehlgriff in der Tunika gelandet. Das Ganze sah doch schon ein wenig aus wie ein Sack, den man ihm über den Körper gezogen hatte. Der Anblick hatte schon etwas lustiges, aber das hätte genauso gut mir passieren können. Daher schwieg ich und schaute nur mitfühlend zu meinen Füßen hinab. Er die Tunika, ich die Caligae.
    "Meine Tunika passt, Antias. hmm, da haste du ja einen wirklichen Fehlgriff gelandet.", sagte ich zu dem Tiro. "Meine Caligae wollen aber auch nicht so recht ... Etwas klein."
    Etwas betrübt schaute ich zu Antias, der nun mit der Tunika herumwedelte. Ich konnte ihm also schon mal nicht weiterhelfen. Wir hatten glaube auch gar nicht die gleiche Körpergröße, von daher würde das sowieso nicht passen. Aber vielleicht konnte dem Mann ja jemand anderes aus unserer Zenturie helfen.

  • Scato, der ebenfalls gerade seine Geschenke begutachte, hatte nicht viel mehr Glück als seine Kameraden. Die Tunika war der typische Einheitsschnitt der Soldaten. Ein Offizier konnte es sich vielleicht leisten seine Tunika bei einem Schneider anfertigen zu lassen, der vorher Maß nahm. Für einen Soldaten gab es eben diesen besseren Sack. Die Caligae gingen eigentlich einigermaßen, waren aber auch alles andere als Bequem. Doch wie sagte man so schön: einen geschenkten Gaul, schaute man nicht in das Maul! Und dementsprechend regte er sich nicht lange darüber auf, sondern warf die Kleidungsstücke auf sein Bett, ehe er sich an seine Kameraden wandte.


    "Was haltet ihr davon, wenn wir mit einem Teil unseres Donativum die Stadt morgen unsicher machen? Wir haben morgen Abend doch Ausgang oder? Vielleicht können wir sogar die Tuniken und Caligae zu Geld machen. Irgendein Straßenhändler wird sie uns schon für ein paar Sesterzen abkaufen, die wir dann in eine ordentliche Flasche Falerner investieren können."

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