Officium Magistratus - Arbeitszimmer des Magistraten

  • Lucius lächelte.


    "Die Wiedersehensfreude, mein Neffe. Es freut mich, dass du mir und der Familie nach Rom gefolgt bist. Sei dir sicher, hier erwartet uns ein gutes Leben."


    Seleucus warf einen Blick durch das Officium.


    "Du bist also prompt zum Magistratus von Ostia gewählt worden, Glückwunsch."

  • "Danke", sagte ich und sah meinem Onkel in die Augen, "glaubst du ich schaffe das schon? Ich meine es gibt momentan keinen Duumvir in der Stadt und somit bin ich der ranghöchste Beamte hier. Ich habe einfach Zweifel. Wahrscheinlich ist das normal."

  • "Sicher ist das normal. Es ist immer schwierig sein erstes offizielles Amt auszuüben."


    Und so war es auch. Lucius' Gesichtsausdruck war mittlerweile wieder ernster und sachlicher.


    "Da ich aufgrund meiner Arbeitsstelle sicher noch eine Weile hier in Ostia bin, kann ich dir etwas unter die Arme greifen, was die Lage in der Stadt betrifft. Ich würde dir empfehlen gut auf den neuerbauten Merkurtempel zu achten, der in den letzten Wochen zahlreiche Bürger aus anderen Städten anzieht und gewisses Prestige für die Stadt bringt. Ein Hort der Götter, wie es der Merkurtempel ist, sollte stets sauber und der Gottheit, auch wenn es keine griechische ist, würdig sein. Außerdem hätte ich noch ein langfristiges Anliegen", ergänzte Lucius und pausierte dann kurz.


    "Da ich mich derzeit des öfteren am Hafen aufhalte, ist mir der Sitz der Hafenverwaltung negativ ins Auge gefallen. Das Gebäude muss meiner Meinung nach dringend renoviert werden, da es in meinen Augen aufgrund der Baufälligkeit nicht ins Bild des belebten Hafens passt. Vielleicht kannst du mit einem Schreiben an die italische Verwaltung, beispielsweise an den Curator Kalendarii, eine finanzielle Unterstützung erwirken, um das Gebäude zu renovieren."


    Natürlich war es nur eine Empfehlung. Wenn die Stadtverwaltung es nicht für nötig befand, das Gebäude zu renovieren, würde sich Seleucus natürlich fügen. Allerdings hielt es der Eprianer aufgrund der derzeitigen, sehr guten Marktlage in Ostia für eine gute Investition.

  • "Du hast ganz recht. Auch ich finde das der Hafen von Ostia das Hers der Stadt ist und man es nicht zulassen darf das er verfällt. Ich werde mich um die Sache kümmern", sagte ich meinem Onkel der mich nun endlich aus einer Phase der Untätigkeit gerießen hatte.

  • "Sehr gut."


    Lucius wusste, dass Galeo es zur Zufriedenheit der Bürger und aller Beteiligten renovieren würde.


    "Eines noch...du kannst jederzeit nach Rom in die Casa Epria kommen. Die Familie würde sich sicher freuen und du würdest abseits von der eher kleinen Stadt Ostia auch einmal einen richtigen Massenauflauf begutachten können."

  • "Gerne, ich werde deinen Rat beherzigen. Übrigens wird mein Sohn bald ankommen. Ich hatte lange gedacht er sei Tod doch als ich in Griechenland war hörte ich das er sich in Athen aufhält und deswegen habe ich miene Reise verlängert und in mit gebracht er wird bald einlaufen." sagte ich.

  • "Eine höchst erfreuliche Nachricht, Galeo. Wenn er hier keine Unterkunft findet, birgt die Casa auch für ihn jederzeit ein freies Zimmer."


    Saturninus' Sohn hatte Seleucus vor etlichen Jahren kennengelernt. Er war damals noch ein kleiner Junge. Irgendwann verschwand er, allerdings hatte der Eprius darüber noch nicht viel erfahren, er war immerhin 25 Jahre in Germanien. Noch dazu betrachtete Seleucus diesen Zeitpunkt für nicht allzu günstig, um solch ein Thema anzusprechen.


    "Gibt es noch etwas, Galeo? Wenn nicht, will ich dich nicht weiter stören, damit du wieder deiner Arbeit nachgehen kannst."

  • "Nein, ich glaube das war alles. Es hat mich gefreut wieder ein vertrautes Gesicht zu sehen" , sagte Galeo und geleitete Lucius zur Tür, "Wir werden sicher bald wieder von einander hören. Bis dahin viel Glück bei deiner Arbeit."


    "Ach ja, bestelle allen schöne Grüße von mir."

  • Nachdem er wieder vom Hafen zurückgekehrt war, setzte er sich wieder hinter in seinen Schreibtisch und machte sich über sein "Projekt" Gedanken. Es musste etwas prachtvolles sein, etwas das den Stolz der Stadt repräsentierte. Zum Glück hatte er eine weitreichende Ausbildung zum Architekten genosssen und wußte wodrauf es ankam. Und so machte er sich ans Werk.

  • Dort angekommen, öffnete er die Tür. Das Officium war nicht eingestaubt, es wurde auch die letzten Monate benutzt. Hier lies es sich wirklich gut arbeiten.


    So, schau dich um. Hier wirst du die nächste Zeit arbeiten. Bedenke aber, dass du als Magistrat nicht viel am Schreibtisch machen musst, ich hoffe das stimmt dir zu...

  • Interessiert blickte sich Catulus im Officium um, schritt die Regale und Schränke ab und nickte dann sichtlich zufrieden.


    Abermals vielen Dank für dein Vertrauen, Duumvir! Ich werde mich gleich an die Arbeit machen!

  • Es war so weit. Sermo hatte die Wahl zum Magistratus gewonnen und konnte nun sein Officium beziehen. Hier war ein breiter Schreibtisch, etliche Regale, ein kleiner Beistelltisch und ein halbwegs gemütlicher Stuhl. Mit dieser Einrichtung war er vollends zufrieden, denn auf der Arbeit sollte es nicht gemütlich sein. Zumindest nicht so sehr, dass man gern auf der Schreibtischplatte einschlief. Bei seinen Schreibern musste er sich zum Glück nicht mehr sonderlich ausführlich vorstellen, denn Germanicus Aculeo kannte er ja bereits. So legte er seine Tasche auf den Tisch und ließ sich stolz auf seinem Stuhl nieder, um einige Momente nur den Geruch des Erfolgs einzuatmen. Wenn er hierher gekommen war, würde er auch noch viel weiter kommen, da war er ganz und gar Optimist. Eifrig packte er seine Griffel, Federkiele und sein Tintenfass aus und ordnete alles korrekt vor sich auf dem Schreibtisch an. Dann ließ er sich einen Scriba kommen und trug ihm auf die Stadtordnungen zu bringen, die er sich noch einmal ansehen wollte, bevor er seinen ersten Rundgang machte.

  • Nachdem Paullus mitbekommen hatte dass der neue Magistratus sein Büro bezogen hatte machte er sich sogleich auf den Weg dahin.


    Ohne zu klopfen trat er ein, ein paar Rollen Papyrus in der Hand, begrüsste er Sermo freundlich.


    Salve, Quintilius Sermo. So sieht man sich wieder. Du hast dich bereits eingerichtet wie ich sehe.
    Wahrscheinlich willst du gleich mal die Stadtverordnungen sehen die ich gleich mitgenommen habe. Die allgemeine Stadtverordnung und die für den Hafen.
    Er überreichte Sermo die beiden Rollen und wartete nun ab was Sermo so sagen würde.

  • Sermo nickte seinem Scriba zu und nahm dankend die Unterlagen entgegen. "Salve," grüßte er. "Ja zeig mal her, danke." Er überflog die Verordnungen und runzelte erneut die Stirn. Da fiel ihm etwas anderes nebenbei ein, weshalb er den Kopf hob und an Aculeo gewandt erklärte: "Du kannst übrigens die Tür zwischen unseren Officien einfach offen stehen lassen, sofern ich keinen Besuch da habe. Jedes Mal anzuklopfen ist zu lästig. Lass mir deshalb aber keine unerwünschten Leute herein, verstanden? Jeder muss sich zunächst bei dir anmelden, wenn er einen Termin bei mir oder den Duumvirn haben will. Klar soweit?" Er legte die Verordnungen auf die Seite, darüber würde er sich später nochmal Gedanken machen.

  • Paullus schmunzelte. Es war ihm klar dass er nicht jeden daher gelaufenen Strassenköter weiterwinken konnte ob die Türe nun offen war oder nicht. Er nickte mit ernstem Gesichtsausdruck und meinte. Etwas anderes würde auch für mich nicht in Frage kommen. Da würde es ja bald zugehen wie in einen Etablissement wo gewisse Dienste angeboten werden.
    Falls es etwas gibt dann ruf einfach. Im Moment liegt nichts an was deine Aufmerksamkeit benötigt


    Aculeo nickte Sermo zu und verließ das Büro.

  • Die Tage vergingen und Aculeo tat was getan werden musste. Er schlichtete Rollen aus Papyrus und ordnete Tafeln. Sein Schreibtisch war dem grössten Teil des Tages leer und als er eines Abend aus Rom kam hatte er einen Entschluss gefasst. Diesem Entschluss ging ein Gespräch voraus mit einem der Familienmitglieder und hatte zur Folge dass Paullus nun ins Büro von Sermo stürzte.
    Mit leichtem Unbehagen stand er vor dem Magistratus und begann belanglos mit Sermo zu plaudern.


    Mitten im Gespräch meinte Paullus dann. Quintilius Sermo, ich werde meinen Posten als Scriba hier aufgeben. Du hast sicher in den letzten Tagen bemerkt das die Arbeit hier nicht wirklich meinen Vorstellungen entspricht. Nein, denke nun ja nicht ich sei erbost darüber nicht Magistrat geworden zu sein, da muss ich dich leider enttäuschen. Die Sache ist einfach die dass es mir hier zu wenig zu tun gibt. Nimm bitte meine Kündigung hiermit an. Es wird sicher ein anderer den Platz einnehmen um dir Unterstützung zukommen zu lassen bei den Stadtgeschäften.


    Kündigung


    Mein Name ist Paullus Germanicus Aculeo und mit diesem Schreiben trete ich hiermit aus den Diensten der Curia Ostia als Scriba zurück.
    Mit diesem Schreiben verzichte ich auf alle Rechte wie das Gehalt aus der Stadtkasse.


    gez.


    Paullus Germanicus Aculeo



    Mit ernsten Gesichtsaudruck überreichte Aculeo dem Magistraten das Kündigungsschreiben.

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