Küche der Casa

  • Während zuerst Narcissa sein Gesicht wusch und dann Marga ihn behandelte, wurden Montanus langsam aber sicher die Lider schwerer und schwerer, bis sie zusanken. Das kühle Tuch auf dem einen Auge holte ihn dann jedoch recht unsanft aus seinem Dösen, weshalb er auch Margas Frage mitbekam.
    "Nur ein paar blaue Flecken denk ich.", murmelte er und fühlte dabei, wie sich die Heilpaste an seiner Lippe bewegte. Er zog einen Mundwinkel nach oben, und schloss dann wieder die Augen.

  • Nun gegen blaue Flecken konnte sie nichts machen. Diese waren eben ein Lehrgeld, dass man außerdem zahlen musste. Das blaue Auge würde abschwellen, die Lippe bald verheilt sein und der Römer bald wieder der alte und hoffentlich um eine Erfahrung reicher. Marga fragte nicht, was er getan hatte und warum er so rampuniert aussah. Wahrscheinlich war es auch besser es nicht zu wissen.
    "Wenn du denn meinst, dass all deine Verletzungen versorgt sind, solltest du dich zu deiner Unterkunft begeben und dich dort ausruhen und am besten bis morgen nichts anderes machen als in deinem Bett zu liegen."
    Wahrscheinlich würde dieser Jungspunt das nicht verstehen, aber dann würde er schon merken, dass er hätte besser hören sollen.

  • "Wo wir dann auch beim Thema wären.", klinkte Loki sich ein, "Ich denke ihr werdet sicherlich müde sein, nach der langen Reise und dem anstrengenden Tag."


    Er warf den leergebissenen Apfel in einen dafür vorgesehenen Eimer und zwinkerte Marga zu...


    "Danke für deine Hilfe, Marga."


    Den Römern zugewandt meinte er: "Also, wenn ihr nichts weiter vorhabt würde ich euch dann das Gästezimmer zeigen!?"

  • Narcissa hielt brav die Öllampe, als Marga das Gesicht ihres Cousins versorgte. Der Ärmste... dachte sie ein weiteres Mal. Und das war alles ihre Schuld. Naja... Montanus würde nicht nachtragend sein, dessen war Narcissa sich sicher. So nahm sie dann auch Öllampe weg und stellte sie irgendwo ab um Margas Werk zu begutachten. Sie gab ihm letzte Anweisungen, dass er sich hinlegen sollte. das wäre wahrscheinlich das Beste. Auch Narcissa war müde, aber andererseits war sie auch noch immer reichlich aufgeregt.


    "Vielen Dank frü deine Mühen, Marga.", meinte auch Narcissa und nickte dann Loki zu, damit er sie zu den Gästezimmern führte. Langsam wurde es wirklich Zeit.

  • Marga sah den drein schließlich nach. Sie hatte ihnen nur zugenickt als sie sich bedankten. Schließlich war es so etwas wie Margas Pflicht die Verletzungen in dieser Casa zu versorgen.

  • Nachdem sie Aulus, wenn auch unfreiwillig, in seinem Zimmer deponiert hatten, überredete Loki Sextus dazu, sich direkt bei Marga zu melden, damit sie es hinter sich hatten... auf dem Weg zur Küche, wo sie Marga vermuteten, sprachen sie kein Wort. Die Erlebnisse des Abends steckten ihnen noch zu sehr in den Knochen, zu wenig verstanden sie wie Duccier auf Duccier losgehen konnte, wie man so das Bild der Friede-Freude-Eierkuchen-Familie zerstören konnte.


    Als sie schließlich an der Küche ankamen klopften sie nicht einmal, sondern traten direkt ein, Sextus setzte sich auf einen Hocker während Loki sich hinter ihm gegen eine Ablage lehnte...


    "Nun, du wolltest uns sprechen?", murmelte Loki mürrisch.

  • Sextus hatte eigentlich zu seinem Vater gewollt, doch irgendwie hatte es Loki wieder hinbekommen, ihn gleich zu Marga zu schleifen. Aber eins war für Sextus klar, lange würde er hier nicht bleiben! Er wollte sehen, wie es seinem Vater ging!


    Den Weg in die Küche und noch während dem Eintreten grübelte Sextus darüber, wie er Marga möglichst schnell wieder abwimmeln konnte. Doch jetzt wollte er erst mal hören, was sie von ihm und Loki wollte. Und sein Freund stellte gleich die richtige Frage.

  • Da der Medicus da war, musste sie nicht weiter da bleiben, weshalb sie sich kurz den beiden Kerlen annehmen würde. Danach aber wäre ihre Aufgabe wieder bei den beiden Streithähnen. "Euch ist der Begriff Familie bekannt?" fragte sie so auch ohne umschweife und mit einem eindeutigen Blick, der sie vorsichtig sein lassen sollte.

  • "Japp. Ziemlich genau sogar,", meinte Loki mit frostiger Stimme,"Familie ist eine Gruppe von Menschen die sich in Liebe und Einigkeit zusammentut um sich gegen den üblen Rest der Welt zur Wehr zu setzen. Der einzige Punkt an dem Mensch wirklich sicher ist.."

  • "Genau das,", bestätigte Sextus und fügte aus eigener Erfahrung hinzu: "und Familie ist da, wo sie dich aufnehmen müssen, wenn du an die Tür klopfst, egal, was du vorher angestellt hast." Er hob die Augenbrauen und verschränkte die Arme vor der Brust.

  • Sie hörte ihnen zu, aber auch wenn sie einige Punkte noch dazu hätte sagen können, denn das ein oder andere brachte sie doch etwas in Rage, schwieg sie nur und sagte: "Genau, Familie heisst, füreinander da zu sein. Irminar gehört zur Familie und wir sind für ihn da, ausnahmslos und ohne dumme Sprüche!" Nun war ihre Stimme sehr eisig und böse.

  • "Ich dachte immer Füreinander-Dasein, sein ein Akt der Gegenseitigkeit.", meinte Sextus trocken. "Außerdem haben wir ihm doch geholfen, obwohl er der erste war, der sich gegen die Familie gestellt hatte!" Die Arme blieben verschränkt und die Augenbrauen wanderten wieder nach oben. Zwar wusste Sextus nicht genau, was passiert war, doch das, was er bisher wusste reichte ihm eigentlich völlig. Irminar war auf seinen Vater losgegangen und hatte auch Venusia sehr weh getan, sei’s nun körperlich oder geistig, ansonsten wäre Valentin nicht so wütend geworden.

  • "Im ernst...", Loki versuchte sich zu beruhigen und die Sache so ernst wie möglich anzugehen,"jeder in dieser Casa oder unserer unmittelbarer Umgehe hat wahnwitzig viel Scheisse durchgemacht, bevor er hier einen Platz fand an dem er seinen Kopf abschalten konnte und endlich mal wieder sowas wie Ruhe fand. Das Heim der Duccier, und die Duccier an sich, sind genau das was sich eine geschundene Seele immer gewünscht hat. Gleichgesinnte, die verstehen und die mitfühlen, ohne gleich einen anderen Gott anzubeten! Die ähnliches durchgemacht haben und darum wissen wie es dir geht! Die Familie bietet Sicherheit! Die Familie bietet Liebe! Die Familie bietet Freundschaft! Die Familie bietet die Möglichkeit Dinge hinter sich zu lassen die sich eigentlich mit Trollzähnen in deinen verdammten Arsch verbissen haben! DAS ist die Familie! Und was kann dieser Kerl schon erlebt haben das es rechtfertigt SO mit der Familie umzugehen? Du hast vollkommen Recht, dieser Irmidings ist Teil dieser Familie, aber das gibt ihm noch lange nicht das Recht die Leute und Ideale mit Füßen zu treten die WIR unsere Heimat nennen!"


    Er hatte sich in Rage geredet, war aufgestanden und hatte wild mit den Armen gestikuliert.. er blickte Marga verzweifelt an, Tränen schossen ihm in die Augen, das war alles zu widersinnig... zu irreal...

  • Je mehr sie sich in Rage redeten, desto ruhiger wurde sie. "Loki, setz Dich wieder," sagte sie fast sanft, auch wenn sie noch immer sehr ernst war. "Wisst Ihr denn mit SIcherheit, dass er auf Sarolf losgegangen ist und nicht Sarolf auf ihn? Wisst ihr, was vorher alles passierte, was bei ihm diesen Ausraster verursacht hat? Ich bin mit dem was geschehen ist nicht einverstanden und ich werde es auch nicht kommentarlos dulden. Aber eine Geschichte hat immer zwei Seiten und ehe ihr nicht beide kennt, solltet Ihr auch nicht urteilen."

  • Sextus musste zugeben er war leicht erstaunt, wie gut Loki ausdrücken konnte, was er meinte. Doch Marga schien sich nicht überzeugen lassen zu wollen, oder doch? Als Marga fragte, ob die beiden Männer sicher wussten wer auf wen losgegangen war lachte Sextus trocken auf. "Marga, du kennst meinen Vater viel länger als sich. Aufwieviele Leute ist er schon losgegangen, die es nicht wirklich verdienten? Auf wie viele ist er überhaupt losgegangen?" Sextus lehnte sich nach vorne und gestikulierte mit beiden Händen. "Du kannst nicht behaupten, dass Sarolf ein aggressiver Mensch wäre und du weißt, was für einen Schwur er geleistet hat! Selbst wenn es so wäre, dass Vater auf Irminar losgegangen war und nicht umgekehrt, so kann ich mir doch jetzt schon sicher sein, dass Irminar es eindeutig verdient hatte!" Sextus nickte bestimmt, denn davon war er überzeugt.

  • Ihr Gesicht wurde traurig, denn ja, sie kannte den Jungen und wusste ob mehr Dinge als diese beiden Jungen vor ihr das jemals wissen würden. "Es gibt Momente, wo auch Sarolf dieses Schwur vergisst. Weisst Du, ob nicht auch er nur die eine Seite gesehen hat? Vielleicht hat Irminar Mist gebaut. Vielleicht hat er es zu einem gewissen Grad auch verdient, aber das ist eine Sache zwischen diesen Beiden, höchstens noch zwischen ihnen und Dagmar, nicht zwischen ihnen und Euch!"

  • "Sarolf ist mein Vater!", entgegnete Sextus entschieden. "Wenn jemand ihm schadet, dann geht mich das sehr wohl etwas an! Immerhin ist er, wie du schon sagtest meine Familie!" Sextus stand auf. "Und wenn du nichts dagegen hast, würde ich nun gerne zu eben diesem gehen, weil ich mir immer och Sorgen um ihn mache!" Diesmal war es sogar eine ernst gemeinte Frage und er wandte sich nicht gleich ab. Doch man konnte ihm ansehen, dass er jetzt eh nicht mehr weiter diskutieren würde, weil ihm die Angelegenheit mit seinem Vater um einiges wichtiger erschien.

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