Beiträge von Aelia Adria

    "Irre ich mich, oder ist dieser Nauticus nicht schon seit vielen Monaten tot? Eigenartig, dass das Testament erst jetzt auftaucht.


    Doch das mit den Stipendien freut mich außerordentlich. Wie sieht dies genau aus?
    Diese Stipendien sind in der Höhe der Studiengebühr von 500 Sesterzen? Sind Bedingungen daran geknüpft?
    Und wie werden wir es in der Praxis verwalten? Sollen Schüler, die es in Anspruch nehmen wollen, sich mit dir in Verbindung setzen?"

    "Das wäre nett, mir die Bibliothek zu zeigen."
    Sie versank kurz in ihren Gedanken.
    "Ich bin noch immer überrascht über deinen Sohn.


    Aber zurück zum Thema. Ich weiß nichts von einem Testament. Was ist damit?"

    "Ach sieh an. Ich wusste nicht, dass du einen schon so alten Sohn hast."
    Es war nicht schmeichelhaft, aber die Wahrheit.


    "Ich bin vorhin etwas durch die Stadt spaziert. Kann es sein, dass ich an eine öffentliche Bibliothek gesehen habe?"

    "... bevor du dort dann einschneist ..."
    Sie lachte ihn an und wartete, ob er wohl merkt, was sie damit meinte.


    "Wenn wir uns morgen sehen, werde ich dich für heute nicht weiter aufhalten. Deine Familie will sicher auch noch etwas an dir haben.


    Ich wünsche dir noch einen schönen Abend."

    "Gut!


    Ich werde dir das Geld hierlassen, du machst die Besorgungen und alles."


    Sie lächelte ihr zufrieden zu.
    "Dann denke ich haben wir alles besprochen. Ich werde mich auf den Weg machen.


    Für den Fall, dass wir uns vor meiner Abreise nicht mehr sehen, wünsche ich dir alles Gute hier für die Schola.
    Und wir bleiben ohnehin brieflich in Kontakt."

    "Wunderbar, danke!
    Er kandidiert derzeit zum Consul. Hat meistens viel Arbeit um sich, aber damit musste ich rechnen.


    Wie lange wirst du in Hispania bleiben?"

    "Wie gesagt, wenn nicht gerade Hochbetrieb hier ist, sollten ein paar Tage ohne dich kein Problem sein.


    Und für das Fest ... was meinst du, wieviele Leute werden kommen?
    Werden 300, 400 Sesterzen reichen?"

    "Zu deinem Gestüt?"


    Sie lächtelte ihn freudig an. Beim flüchtigen Gedanken an einen spanischen Hengst musste sie dann aber mit aller Kraft einen dummen Grinser unterdrücken.


    "Morgen habe ich Zeit, ja.
    Ich komme dann morgen vormittag?"

    Eigentlich war sie sich bis dahin noch nicht im klaren, ob sie seine Iulia wirklich kennenlernen wollte. Doch als er sie auf diese Art zum Essen einlädt, fällt ihr eine Absage schwer.
    "Gerne werde ich bleiben."


    Seine Andeutung zu einem Geschenk ließ sie noch immer nicht los, doch nochmals nachzufragen wäre unhöflich gewesen. Er wird es, so hoffte sie, doch nicht vergessen.

    "Dass wir sie für die Arbeit an der Schola ausgewählt haben, hat übrigens nichts mit dir zu tun, möchte ich noch erwähnen."
    Das dauernde Problem, dass die Auswahl der Mitarbeiter für die Schola kritisiert wird, brachte sie dazu, immer wieder darauf hinzuweisen, dass persönliche Beziehungen keine Rolle dabei spielen. Zumindest so gut es ging.


    Als sie merkte, von ihm begutachtet zu werden, stellte sie sich noch um ein Stück aufrechter hin. Eine alte Gewohnheit, der Wunsch so gut wie möglich dazustehen.
    "Danke! Das tut es auch.
    Besonderes dann, wenn man auch wieder einmal aus Rom hinauskommt.


    Dir geht es auch gut?
    Deine ...."
    Freundin? Geliebte? schon Verlobte??
    "... Iulia ist auch hier?"

    "Ein Geschenk wäre doch nicht notwendig. Besonders nachdem die Hochzeit jetzt auch schon eine Weile zurückliegt. Aber wenn du darauf bestehst...
    Aussuchen?? "

    Er schaffte es, sie neugierig zu machen.


    "Ich war schon einmal in Hispania. Das liegt aber schon länger zurück. Ich glaube, damals kannte ich dich noch gar nicht.


    Vor kurzem habe ich übrigens deine Halbnichte oder Viertelnichte kennengelernt. Valeria. Ein nettes Mädchen."

    Sie trat ihm gutgelaunt näher.
    "Grüße dich, Meridus!"


    Vor ihm stehend überlegte sie ob eine kurze freundschaftliche Umarmung angebracht wäre, ließ es dann aber doch sein.


    "Ich bin vor allem wegen der neuen Schola nach Tarraco gekommen. Und wenn man schon einmal hier ist, besucht man auch die Freunde, die man schon lange nicht mehr gesehen hat."
    Sie lächelte ihn dabei an; er sollte sich ruhig angesprochen fühlen.


    "Und hatte nun auch das Glück dich anzutreffen. Die Legio spannt sich sicher wieder stark in Germanien ein. Nicht einmal zu meiner Hochzeit konntest du kommen."
    Der Vorwurf war ernst gemeint, aber nicht böse, was sie ihm mit einem Zwinkern zu zeigen versuchte.