Beiträge von Manius Tiberius Durus

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    Generalversammlung der Factio Veneta
    Iden des Februar (13.2.2009/106 n.Chr.)


    Tagesordnung:
    I. Jahresrückblick
    II. Adlectio neuer Sodales
    III. Wahl des neuen Princeps Factionis
    IV. Wahl des neuen Vicarius Principis Factionis
    V. Planung für das kommende Jahr
    VI. Sonstiges
    VII. Gemütliches Ausklingen



    Geladen sind alle Sodales Factionis Venetae und Interessenten an einer Mitgliedschaft in der Factio.



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    Nachdem der Princeps Factionis zu einer Generalversammlung eingeladen hatte, war die Tagesordnung hierfür an der Domus Venetae öffentlich ausgehängt worden. Doch dies war nicht alles, was zur Vorbereitung getan werden musste: Es mussten Speisen für die Versorgung der Sodales, ausreichend Wasser und Wein, aber auch Dekoration bereitgestellt werden.


    Erschwerend kam hinzu, dass der bisherige Vilicus der Domus, der Sklave Narcissus, vor kurzem bei einem Unfall das Zeitliche gesegnet hatte und so ein neuer Organisator bestimmt werden musste. Dennoch bemühte man sich, alles rechtzeitig zu vollenden.




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    | Stesichoros


    Von der Porta kommend marschierte Stesichoros direkt zum Schlafzimmer von Arvinia - er wollte endlich schlafen, denn Schlafmangel erzeugte Krankheit und davon hatte der arme Stesichoros beiweitem genug!


    Als er endlich angekommen war, klopfte er und reichte dann den kleinen Zettel weiter. Er war sogar zu müde gewesen, ihn zu öffnen und nachzusehen, was darauf stand, sodass er noch wie gehabt gefaltet war.

    Liebste Arvinia, draußen wartet eine Sänfte, m.





    IANITOR – GENS TIBERIA

    | Stesichoros

    Zitat

    Original von Sklave
    "Salve, ich habe eine Botschaft für Tiberia Arvinia - und ich soll auf eine Antwort warten.", sagte der Sklave, der kurz zuvor noch die Sänfte getragen hatte, kurz angebunden. Dabei hatte er in Billet in der Hand, das er dem Ianitor übergab, es war zusammengefaltet und der Text war folgender:


    Liebste Arvinia, draußen wartet eine Sänfte, m.


    Der Ianitor blickte den Sklaven verwirrt an. Eine Nachricht? Er sollte warten? Was hatte es nun damit auf sich? Ob er den Burschen wegschicken sollte? Andererseits...was sollte schon an einem kleinen Zettel gefährlich sein.


    "Na gut - warte hier!"


    meinte er, nahm den Zettel und verschloss die Tür. Solch finstere Gestalten wollte er nicht ins Haus lassen! Außerdem musste er seinen Posten verlassen und Arvinia den Zettel überbringen!





    IANITOR – GENS TIBERIA

    Der frischernannte Pontifex und baldige Verwandte des Tiberius stellte sich - wie Durus bereits wusste - ebenfalls zur Wahl. Und da man bald verwandt sein würde (zumindest wenn nicht alles abgeblasen würde, wie es mit den Fabiern geschehen war), unterstützte man diesen jungen Mann, der allerdings gar nicht mehr so alt war, natürlich.


    Allerdings wusste er gerade nicht, wie genau er diese Unterstützung einbringen sollte...

    Diese Kandidatur hatte ausnahmsweise etwas Kurioses: Der Kandidat war selbst gar nicht in Rom, sondern saß in Alexandreia fest! An so etwas konnte sich der Tiberier allerdings nicht erinnern - obwohl bereits viele Kaiser in absentiam zum Consul bestimmt worden waren. Doch auch wenn Meridius der erste Triumphator war, der nicht dem Kaiserhaus entstammte (zumindest seit dem göttlichen Augustus), war dies bemerkenswert. Und es war klar, dass viele sich darauf stürzten, obwohl es Durus sehr überraschte, dass Corvinus sich dabei so hervortat.


    Durus selbst hielt sich bedeckt - er hielt Meridius für fähig, möglicherweise würde er gemeinsam mit Gracchus ein gutes Praetorenpaar abgeben.

    Auch Durus verfolgte diese Kandidaturrede wie die übrigen. Auch hier wusste er bereits von den Wahlkampfspielen, was Gracchus vorhatte. Der Rest der Rede war im Grunde nur das Dreschen von üblichen Phrasen - nichts Besonderes, aber auch nichts, was dem Amte unangemessen gewesen wäre. So war der Tiberier mit seinem politischen Freund zufrieden, aber fast ein wenig enttäuscht, da er etwas Kreativeres erwartet hätte (obwohl er es hervorragend verstanden hatte, allen seinen Tätigkeiten etwas juristisches abzugewinnen). Nichtsdestotrotz war Durus bereit, den Flavier zu unterstützen.


    "Ich bin davon überzeugt, dass Flavius Gracchus die Aufgaben eines Praetors hervorragend ausfüllen würde. Seine Qualifikationen sprechen für sich, darüber hinaus fungiert er als Pontifex bereits hervorragend als Richter über religiöse Fragen."


    Das war zwar etwas sehr vereinfacht und vermutlich wäre die Bezeichnung "Geschworener" besser gewesen, doch für Gracchus ließ sich so etwas schon sagen.

    Durus musste noch einen Gefühlsausdruck über sich ergehen lassen, der ihm jedoch auch ein wenig seine Mitfreude verstärkte. Eigentlich war es wirklich schön, wenn die beiden Gefühle füreinander empfanden - die würden zwar vergehen, doch bis dahin konnten sie sicher die schönste Zeit miteinander verbringen. Und dies war eine Sache, die die wenigsten Sprösslinge vornehmer Häuser genießen konnten!


    "Das glaube ich."


    bestätigte er daher, obwohl er nicht an ewige Liebe glaubte - sehr wohl aber an ewige Treue. Und wenn die Liebe eines Tages vergehen sollte, war dieses Erlebnis sicher immerhin eine schöne gemeinsame Erinnerung. Und abgesehen davon hatte Durus gehört, dass Verliebte besonders fruchtbar waren...

    Zuerst fragte er sich, ob er sich undeutlich ausgedrückt hatte oder ob er der einzige war, den Arvinia nicht kannte und deshalb so fassungslos wirkte. Dann plötzlich brachen die Emotionen aus dem Mädchen hervor wie die glühende Asche aus dem Vesuvius (zumindest in Durus' Vorstellung, denn er war nicht dabei gewesen): Sie schien ja geradezu vernarrt zu sein in die Idee, Orestes zu ehelichen! Woher kannten sie sich nur? Und vor allem: Woher liebten sie sich? Oder war dies nur eines dieser mädchenhaften Verliebtheits-Phasen? Damit hatte er wahrlich nicht gerechnet! Damit hatte er wirklich nicht gerechnet...


    Im Grunde war es einfach: Er konnte es ihr erlauben, dann würde sie glücklich sein. Oder war es vielleicht doch etwas vorschnell? War Duilius Macer nicht bereits erfolgreicher als Orestes? Doch dafür hatte er keinen patrizischen Status...noch einmal blickte er prüfend in Arvinias Augen. Das Mädchen war gespannt wie die Sehne eines parthischen Bogens. Und so viel bange Freude lag in ihren Augen, dass sie das sonst eher kalte Herz des Tiberiers erweichte. Ein Lächeln malte sich auf seine Lippen und er breitete abwehrend die Hände aus.


    "Du sollst ihn ja haben - aber beende deinen Ausbruch an Emotionen! Das ist äußerst unmatronenhaft!"


    Seine Worte klangen mehr belustigt als mahnend - so etwas hatte er noch nie erlebt: Eine Liebesheirat, wie sie sonst nur in der Plebs vorkam!

    Natürlich musste der Sklave der Tiberier den Brief erst einem Prätorianer geben, welcher ihn aber direkt an die Aelier weiterleitete.


    Ad
    Consul Lucius Aelius Quarto
    Casa Germanica, Roma
    Provincia Italia



    Princeps Factionis Venetae M' Tiberius Durus Consuli L Aelio Quarto s.p.d.


    Nach langer Zeit rufe ich Dich wieder zu einer Generalversammlung aller Sodales der Factio Veneta. Nachdem die letzte derartige Sitzung auf wenig Widerhall gestoßen ist, bitte ich Dich diesmal besonders um Dein Erscheinen.


    Als Themen sollen ein Jahresrückblick, sowie die Neubesetzung wichtiger Ämter innerhalb der Factio, sowie Planung für das kommende Jahr auf der Tagesordnung stehen.


    Als Termin wurde der Nachmittag der Iden des Februar (13.2.2009/106 n.Chr.) bestimmt. Selbstverständlich werde zu diesem Anlass als Abschiedsgeschenk ein kleines Gastmahl in unserem Vereinsheim finanzieren.


    Solltest Du Interessenten an einer Mitgliedschaft in unserer ruhmreichen Factio kennen, bitte ich Dich, sie zu dieser Versammlung mitzubringen, sodass sie gehört und aufgenommen werden können.



    Vale bene


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    Der Bote der Tiberier brauchte einen Moment, bis er die Casa Germanica fand - war er doch noch nie hier gewesen!



    Ad
    Legatus Augusti curso publico Medicus Germanicus Avarus
    Casa Germanica, Roma
    Provincia Italia



    Princeps Factionis Venetae M' Tiberius Durus Legato Augusti curso publico Med Germanico Avaro s.p.d.


    Nach langer Zeit rufe ich Dich wieder zu einer Generalversammlung aller Sodales der Factio Veneta. Nachdem die letzte derartige Sitzung auf wenig Widerhall gestoßen ist, bitte ich Dich diesmal besonders um Dein Erscheinen.


    Als Themen sollen ein Jahresrückblick, sowie die Neubesetzung wichtiger Ämter innerhalb der Factio, sowie Planung für das kommende Jahr auf der Tagesordnung stehen.


    Als Termin wurde der Nachmittag der Iden des Februar (13.2.2009/106 n.Chr.) bestimmt. Selbstverständlich werde zu diesem Anlass als Abschiedsgeschenk ein kleines Gastmahl in unserem Vereinsheim finanzieren.


    Solltest Du Interessenten an einer Mitgliedschaft in unserer ruhmreichen Factio kennen, bitte ich Dich, sie zu dieser Versammlung mitzubringen, sodass sie gehört und aufgenommen werden können.



    Vale bene


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    Ad
    Curator operum publicorum Quintus Germanicus Sedulus
    Casa Germanica, Roma
    Provincia Italia



    Princeps Factionis Venetae M' Tiberius Durus Curatori operum publicorum Q Germanico Sedulo s.p.d.


    Nach langer Zeit rufe ich Dich wieder zu einer Generalversammlung aller Sodales der Factio Veneta. Nachdem die letzte derartige Sitzung auf wenig Widerhall gestoßen ist, bitte ich Dich diesmal besonders um Dein Erscheinen.


    Als Themen sollen ein Jahresrückblick, sowie die Neubesetzung wichtiger Ämter innerhalb der Factio, sowie Planung für das kommende Jahr auf der Tagesordnung stehen.


    Als Termin wurde der Nachmittag der Iden des Februar (13.2.2009/106 n.Chr.) bestimmt. Selbstverständlich werde zu diesem Anlass als Abschiedsgeschenk ein kleines Gastmahl in unserem Vereinsheim finanzieren.


    Solltest Du Interessenten an einer Mitgliedschaft in unserer ruhmreichen Factio kennen, bitte ich Dich, sie zu dieser Versammlung mitzubringen, sodass sie gehört und aufgenommen werden können.



    Vale bene


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    | Stesichoros


    Es war bereits spät und Stesichoros wollte gerade die Schlüssel beim Maiordomus holen, um die Pforte für heute zu schließen und sich auf seinem kleinen Nachtlager in einem Lagerraum des Hofes, in den der Nebeneingang mündete, niederzulassen, als es klopfte. Überrascht zündete er eine Öllampe an und öffnete die Tür einen Spalt breit. Eine mysteriöse Sänfte stand davor, doch niemand entstieg ihr. Stattdessen stand ein Sklave da.


    "Was willst du?"


    blaffte der Ianitor ihn an. Er hasste Gäste, die nicht zum Thema kamen!





    IANITOR – GENS TIBERIA

    Sie wirkte erwartungsgemäß überrascht bis geschockt. Doch dann schien sie gar nicht so abgeneigt - ja, das Mädchen war sehr, sehr vernünftig! Durus hatte es immer gewusst! Er lächelte schmeichelnd und meinte


    "Natürlich haben bereits viele junge und vielversprechende Herren aus edlen Häusern um deine Hand angehalten. Ich habe daher die würdigsten ausgewählt, bin jedoch nicht ganz sicher, wer deiner am würdigsten ist. Einerseits haben wir hier Marcus Bellicius Natalis, der Sohn eines Suffektkonsuln, der jedoch noch keine Laufbahn vorzuweisen hat und außer seinem Vater keinen besonders herausragenden Vertreter in seiner Familie hat. Dann Gavius Apicius, der allerdings eine ritterliche Karriere beschritten hat - auch wenn sie sehr erfolgversprechend ist. Weiterhin Aurelius Orestes, der zum Vigintivirat kandidieren wird - vielleich erinnerst du dich, er war bei meinem letzten Gastmahl. Zuletzt haben wir noch Duilius Macer, ein frischer Senator, der gerade eben seine Quaestur gebracht hat."


    Schließlich hatte er alle aufgezählt. Nach Durus' Geschmack waren vor allem die beiden letzten gute Partien, wobei die vorletzte möglicherweise etwas überflüssig war, wenn er selbst schon eine Aurelierin heiratete...

    Ein Sklave des Hauses Tiberia erschien bei der Postannahme und bezahlte direkt in bar.



    Ad
    Germanica Aelia
    Regia Praefecti Alexandriae et Aegypti
    Provincia Alexandria et Aegyptus



    Princeps Factionis Venetae M' Tiberius Durus Germanicae Aeliae s.p.d.


    Nach langer Zeit rufe ich Dich wieder zu einer Generalversammlung aller Sodales der Factio Veneta. Nachdem die letzte derartige Sitzung auf wenig Widerhall gestoßen ist, bitte ich Dich diesmal besonders um Dein Erscheinen.


    Als Themen sollen ein Jahresrückblick, sowie die Neubesetzung wichtiger Ämter innerhalb der Factio, sowie Planung für das kommende Jahr auf der Tagesordnung stehen.


    Als Termin wurde der Nachmittag der Iden des Februar (13.2.2009/106 n.Chr.) bestimmt. Selbstverständlich werde zu diesem Anlass als Abschiedsgeschenk ein kleines Gastmahl in unserem Vereinsheim finanzieren.


    Solltest Du Interessenten an einer Mitgliedschaft in unserer ruhmreichen Factio kennen, bitte ich Dich, sie zu dieser Versammlung mitzubringen, sodass sie gehört und aufgenommen werden können.



    Vale bene


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    Ad
    Proconsul Marcus Vinicius Hungaricus
    Villa Proconsularis apud Tarraco
    Provincia Hispania



    Princeps Factionis Venetae M' Tiberius Durus Proconsuli M Vinicio Hungarico s.p.d.


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    Als Termin wurde der Nachmittag der Iden des Februar (13.2.2009/106 n.Chr.) bestimmt. Selbstverständlich werde zu diesem Anlass als Abschiedsgeschenk ein kleines Gastmahl in unserem Vereinsheim finanzieren.


    Solltest Du Interessenten an einer Mitgliedschaft in unserer ruhmreichen Factio kennen, bitte ich Dich, sie zu dieser Versammlung mitzubringen, sodass sie gehört und aufgenommen werden können.



    Vale bene


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    Ad
    Legatus Legionis Quintus Tiberius Vitamalacus
    Legio I Traiana Pia Fidelis
    Provincia Italia



    Princeps Factionis Venetae M' Tiberius Durus Legato Legionis Q Tiberio Vitamalaco s.p.d.


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    Als Termin wurde der Nachmittag der Iden des Februar (13.2.2009/106 n.Chr.) bestimmt. Selbstverständlich werde zu diesem Anlass als Abschiedsgeschenk ein kleines Gastmahl in unserem Vereinsheim finanzieren.


    Solltest Du Interessenten an einer Mitgliedschaft in unserer ruhmreichen Factio kennen, bitte ich Dich, sie zu dieser Versammlung mitzubringen, sodass sie gehört und aufgenommen werden können.



    Vale bene


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    Sim-Off:

    Bar gezahlt

    Bereits kurz nachdem Durus seinen neuen Titel als Pontifex pro magistro erhalten hatte, stellte er fest, dass an diesem Posten weitaus mehr hing, als er anfänglich erwartet hatte: Er musste praktisch alle Ernennungen stadtrömischer Priester siegeln, weshalb nun auch das Siegel des Cultus Deorum direkt auf seinem Schreibtisch stand, wurde ständig von irgendwelchen Collegia consultiert und bekam auch sonst ständig irgendwelche Aufgaben zugeteilt. Zusammen mit seiner temporären Rechtsberatung des Kaisers hatte er einfach nicht mehr genügend Zeit, seinen Pflichten als Princeps Factionis nachzukommen. Schweren Herzens hatte er daher beschlossen, dieses Amt zur Wahl zu stellen.


    Und damit dies geschehen konnte, musste er eine Generalversammlung einberufen. Rasch hatte er seinen Scriba herbeigeholt und ein Diktat aufgesetzt, das er sich nun noch einmal persönlich durchsah.



    Ad
    <NOMEN>



    Princeps Factionis Venetae M' Tiberius Durus <NOMINI> s.p.d.


    Nach langer Zeit rufe ich Dich wieder zu einer Generalversammlung aller Sodales der Factio Veneta. Nachdem die letzte derartige Sitzung auf wenig Widerhall gestoßen ist, bitte ich Dich diesmal besonders um Dein Erscheinen.


    Als Themen sollen ein Jahresrückblick, sowie die Neubesetzung wichtiger Ämter innerhalb der Factio, sowie Planung für das kommende Jahr auf der Tagesordnung stehen.


    Als Termin wurde der Nachmittag der Iden des Februar (13.2.2009/106 n.Chr.) bestimmt. Selbstverständlich werde zu diesem Anlass als Abschiedsgeschenk ein kleines Gastmahl in unserem Vereinsheim finanzieren.


    Solltest Du Interessenten an einer Mitgliedschaft in unserer ruhmreichen Factio kennen, bitte ich Dich, sie zu dieser Versammlung mitzubringen, sodass sie gehört und aufgenommen werden können.



    Vale bene
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    Noch einmal überprüfte Durus alles, dann setzte er sein Siegel (wobei er aufpassen musste, nicht das Siegel des Cultus Deorum zu verwenden). Anschließend gab er das Schreiben mit einer Liste der Sodales an seinen Sekretär, der alles vervielfältigen und versenden würde.


    OFFICIVM


    M' TIBERIVS DVRVS


    Dem Brand der Villa Tiberia fiel auch das Tablinium, wie das alte Officium des Tiberius Durus zum Opfer. Da Durus jedoch dennoch einen Arbeitsplatz braucht, bis der repräsentative Bereich der Villa wiedererrichtet ist, hat er ein vorläufiges Officium im Wirtschaftstrakt in unmittelbarer Nähe zum neuen Haupteingang bezogen.


    Es handelt sich um eine ehemalige Abstellkammer, in der vor allem Livrees für die Sklaven bei Convivia gelagert worden waren. Dennoch verfügte er über ein kleines Fenster zu einem Innenhof und war darüber hinaus ausreichend geräumig um die anfallenden Arbeiten zu erledigen. Unerfreulicherweise war dem Brand nicht nur die Büste seines Vaters, die sein altes Officium geziert hatte, sondern auch seine juristischen Texte zum Opfer gefallen. Zumindest war das Archiv der Villa, das nun im Raum nebenan lagerte, gerettet worden.


    Der Raum war frisch gekalkt worden, hatte als Einrichtung einen Tisch, sowie drei Klappstühle erhalten und mit einem Vorhang verziert worden. Dennoch machte es einen ziemlich provisorischen Eindruck.

    "Arvinia, schön, dass du Zeit hast!"


    begrüßte Durus das Mädchen, obschon er selbstverständlich sowieso davon ausgegangen war, da sie als Frau wohl wenige Aufgaben außerhaus wahrnehmen musste! Er hatte sich bereits überlegt, auf welche Weise er es dem Mädchen erklären wollte, wie ihre Zukunft aussehen würde. Sollte er zuerst ein belangloses Gespräch führen, bei dem er dann letztendlich auf den Punkt kam? Oder direkt? Er hatte sich für letzteres entschieden, daher begann er sofort


    "Arvinia, ich habe etwas Wichtiges mit dir zu erörtern. Du bist in der Blüte deiner Jahre."


    Diese Feststellung war relativ belanglos, doch im Grunde leitete sie bereits ein, was nun folgte:


    "Ich bin der Meinung, dass du alt genug bist, um einen eigenen Haushalt zu führen - kurzum: Ich denke, es ist Zeit für dich, verheiratet zu werden."


    Abschätzend blickte er das Mädchen an - wie würde sie reagieren? Schockiert? Überrascht? Erfreut?

    Auch diesen Bewerber hörte Durus voller Interesse. Er hatte immerhin die Spiele besucht, die auch in seinem Namen veranstaltet worden waren. Abgesehen davon glaubte er sich jedoch auch zu erinnern, ihn auf einem seiner Gastmähler bewirtet zu haben und aus irgendeinem Grund brachte er ihn auch mit der Jagd in Verbindung. Leider hatte Durus jedoch ein sehr schlechtes Namens- und Gesichter-Gedächtnis (was im Grunde sein größtes Hindernis im politischen Leben war), sodass er mehr nicht verbinden konnte. Doch er konnte ihn mit Gracchus in Verbindung bringen, was im Grunde genügend Auszeichnung war, obwohl der Flavier keinen besonders trittsicheren Eindruck auf dem spiegelglatten Boden der Politik machte. Wahrscheinlich war er ein Soldat wie Quintus, gezwungen von der Mos Maiorum, sich auch auf diesem Schlachtfeld zu bewähren.


    Doch immerhin war es ein Flavius, daher war es besser, ihn zu unterstützen - wobei Durus noch zurückhaltend damit war, dies aktiv zu tun. Stattdessen wartete er ab.

    Nachdem im Prinzip alles über die Bühne gegangen war, hatte Durus sich einem anderen Freund zugewandt und sich daran gemacht, die gerade dargebotene Veranstaltung zu kommentieren, ehe er eine kleine politische Diskussion anstieß (denn ausführlich über den Kaiser zu lästern, während dieser anwesend war, war doch etwas unverfroren). So merkte er es gar nicht, als der Kaiser ihn ernannte - bis plötzlich alle Augen auf ihn gerichtet waren: Verwirrt sah er sich um, dann flüsterte ihm sein Leibsklave zu, warum.


    Als er den Grund erfuhr, erstarrte er. Verwirrt blickte er sich um: Hatte sich sein Sklave sicher nicht geirrt? Die Blicke gaben ihm jedoch Recht! Was hatte das jetzt wieder zu bedeuten? War der Kaiser verrückt geworden? Oder war er unsäglich dumm? War Durus nicht einer seiner schärfsten Kritiker? Hatte er nicht gerade eben noch über die Unfähigkeit des Kaisers schimpfen wollen? Und nun sollte er sein Stellvertreter sein? Dies war doch...verrückt!


    Es dauerte eine ganze Zeit, bis er seine Fassung wieder zurückerlangte, dann zwang er sich jedoch zu einem freundlichen Blick - dem schwierigsten freundlichen Blick seines Lebens - und meinte


    "Vielen Dank. Damit habe ich wirklich nicht gerechnet!"


    Und damit sagte er die absolute Wahrheit. Noch immer arbeitete sein Verstand auf Hochtouren - was wollte der Kaiser damit? Was es am Ende ein genialer Schachzug, ihn ruhigzustellen? War es eine Art Bestechung? Als Pontifex pro magistro konnte er kaum seinen Dienstherren kritisieren - man biss die Hand, die einen nährte, nicht! Und sollte Durus dieser Regel gehorchen? Sollte er nun die Aufgabe, den Kaiser an seine Pflichten zu erinnern, in die Hand nehmen? Aber wollte er das überhaupt? War das vor den Göttern vertretbar, einen so unfähigen Herrscher zu stützen?


    "Ein paar Worte?"


    Sein Freund, mit dem er sich gerade noch unterhalten hatte, stupste ihn an und riss ihn damit aus den Gedanken. Doch Durus hatte keine Ahnung, wie er nun reagieren sollte. Ihm fehlten sprichwörtlich die Worte! Krampfhaft versuchte er, irgendetwas aus seinem Erfahrungsschatz zu zaubern, was ihm hier helfen konnte...


    "Ich...ich danke Dir, Pontifex Maximus! Ich...werde mein Bestes geben, Dich würdig im Collegium der Pontifices zu vertreten und in...im Sinne der Res Publica zu handeln."


    Plötzlich kam es Durus, dass er diese neue Stellung auch einen Vorteil hatte: Er musste sich nicht ständig über den Kaiser ärgern! Und er konnte ihm genau das präsentieren, was ihm nützte! Er konnte regelrecht Einfluss auf ihn ausüben! Vielleicht war dies ein Fehler des Kaisers...vielleicht aber auch ein Glücksfall für den Staat!