Beiträge von Manius Tiberius Durus

    Zitat

    Original von Quintus Germanicus Sedulus
    Auch Sedulus war erschienen und suchte sich einen Platz. Doch zuvor begrüßte er den Senator Tiberius Durus.


    Salve Senator Tiberius Durus. Was glaubst du, werden alle Sodalis erscheinen?


    Durus war natürlich der erste gewesen, der heute das Factio-Haus aufsuchte. Er hatte sich in ein blaues Pallium mit goldenen Stickereien geworfen, um auch äußerlich auf seine präferierte Factio hinzuweisen. Persönlich hatte er alles kontrolliert, hier und da die Diener zurechtgewiesen und war dann schließlich noch einmal seine Rede durchgegangen. Ein wenig wehmütig war er nun doch, nachdem er seinen Platz an der Spitze der Veneta räumen musste.


    Langsam erschienen die ersten Sodales und auch das ein oder andere neue Gesicht war darunter. Germanicus Sedulus kam auf ihn zu und begrüßte ihn persönlich.


    "Sicher nicht alle - viele werden wie üblich verhindert sein. Aber ich denke, dass es zumindest einige mehr sein werden als das letzte Mal - da war die Teilnahme beschämend gering."


    Natürlich erinnerte sich auch Durus, dass er Avarus eine ganze Zeit lang angeschwiegen hatte, ehe andere Sodales gekommen waren und so die peinliche Stille gebrochen werden konnte. Heute schien dieses Problem allerdings nicht aufzutreten.

    In seiner neuen Funktion als Pro-Procurator a cognitionibus hatte Durus freien Zugang zum Palatin, was er sehr genoss. Schon immer hatte er die Kontrollen als äußerst demütigend empfunden, doch jetzt konnte er endlich hineinspazieren und jedermann salutierte eifrig.


    Heute hatte er jedoch ein Anliegen, das nichts mit seiner juristischen Tätigkeit zu tun hatte: Er war vor kurzem zum Pontifex pro Magistro ernannt worden, jetzt wollte er den Pontifex Maximus befragen, wie groß genau sein Spielraum innerhalb des Götterkultes war.


    Da er jedoch nicht wusste, wie der Tagesplan des Kaisers heute aussah, beschloss er, zuerst beim a libellis nachzufragen, ob er Valerianus jetzt sprechen könne - was er natürlich als überaus höflich empfand, denn als Senator erwartete er üblicherweise, dass man sich für ihn Zeit nahm!

    Die beiden Sklaven an der Pforte begrüßten Merula und suchten ihn auf der Liste. Da sie ihn nicht fanden, fragten sie nach seinem Begehr und da er sich als Interessent entpuppte, bat man ihn freundlich einzutreten.


    "Nimm drinnen einfach Platz - es geht bald los und Du musst Dich eben melden, wenn es um neue Mitglieder geht!"


    erklärte man ihm außerdem noch. Dann war der Sklave allerdings schon mit dem nächsten Sodalis beschäftigt.




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    "Ebenso, ebenso!"


    erwiderte Durus. Er hatte im Grunde nichts anderes erwartet, als dass es Balbus gut ging - immerhin war er frisch verheiratet! Durus ergriff sich von einem herumlaufenden Sklaven einen Becher verdünnten Wein und trank einen Schluck.


    "Wie läuft die Arbeit? Gibt es neue juristische Anfragen?"


    In diesem Fall würde es nämlich neue Arbeit für Durus geben! Außerdem wollte sich Durus ein wenig über die Lage in der kaiserlichen Kanzlei informieren...

    Für Tiberius Durus war dieser Tag ein Tag voller Stress geworden: Zwar war er zeitig aufgestanden und hatte die Klienten abgearbeitet, dafür war jedoch seine Sänfte kaputt - der Maiordomus hatte erklärt, der Boden wäre morsch geworden. Daraufhin hatte es eine lange Debatte darüber gegeben, was nun zu tun sei: Ob man die Reisekutsche verwenden solle oder doch besser die offene Sänfte (aber würde das Wetter mitspielen?). Schließlich hatte man sich für die Kutsche entschieden, womit das nächste Problem entstanden war: Der Fuhrknecht war just an diesem Tag nach Lucus Feroniae, um dort seine Mutter zu begraben. Also dauerte es erneut, bis ein Klient gefunden war, der den Wagen lenken konnte und so verzögerte sich die gesamte Abreise ein wenig. Zusätzlich musste der Wagen auch noch um die gesamte Stadt herumgefahren werden, da Wägen bei Tage innerhalb der Stadt verboten waren.


    Als sie dann endlich aufgebrochen waren, war Tiberius Durus bereits stark verspätet. Dann war der Wagen auch noch in einen Stau auf der Via Ostiensis gekommen und so erreichte Durus, umringt von seinen Sklaven, den Kai erst, als bereits Aurelius Orestes die Opferprozession auf den Weg zum Altar machte. Glücklicherweise hatte Durus ein paar Sklaven dabei, die ihm Platz schafften - dennoch war es unmöglich, das Brautpaar vor dem Opfer zu begrüßen. Folglich blieb der Tiberier in der ersten Reihe stehen und wartete darauf, dass das Opfer begann.


    Sim-Off:

    Sorry, Orte außerhalb Roms kommen mir irgendwie immer aus den Augen :D

    Während die übrigen Gäste sich sofort auf den Consul stürzten, hielt sich der Senator von unter der Brücke nach seiner Begrüßung eher im Hintergrund. Zum einen, weil er zuerst überblicken wollte, wer alles eingeladen worden war, zum andern, weil er keine allzu wichtigen Themen hatte und den anderen Gäste gern den Vortritt ließ.


    Avarus flüsterte seinem Neffen etwas ins Ohr, wie er feststellte. Und natürlich machte dies den Tiberier argwöhnisch. Ob Avarus Sedulus schadete? Oder lag all diese Anlage in der Familie?


    Durus beschloss, seinen Geist nicht mit derlei unerfreulichen Fragen zu belästigen und blickte sich ein wenig um. Neben den bereits erschienen Gästen deutete auch die Dekoration darauf, dass heute nur die wichtigsten Persönlichkeiten Roms geladen waren.


    Nach kurzer Zeit fiel dem Tiberier Prudentius Balbus, der a libellis, ins Auge. Vor einiger Zeit war er auf dessen Hochzeit gewesen, nun arbeitete er sogar mit ihm zusammen. Folglich konnte es sicherlich nicht schaden, ein paar Worte zu wechseln. Unauffällig trat er an ihn heran und begrüßte ihn


    "Have, Prudentius! Wie geht es Dir?"

    Obwohl alle Sodales der Factio Veneta persönlich angeschrieben worden waren, hängten ihre Anhänger auch an den öffentlichen Plätzen Hinweise auf die Versammlung auf - möglicherweise war ja der ein oder andere Interessent unter den Passanten!


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    Generalversammlung der Factio Veneta
    Iden des Februar (13.2.2009/106 n.Chr.)


    Tagesordnung:
    I. Jahresrückblick
    II. Adlectio neuer Sodales
    III. Wahl des neuen Princeps Factionis
    IV. Wahl des neuen Vicarius Principis Factionis
    V. Planung für das kommende Jahr
    VI. Sonstiges
    VII. Gemütliches Ausklingen



    Geladen sind alle Sodales Factionis Venetae und Interessenten an einer Mitgliedschaft in der Factio.



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    Endlich war es so weit: Der Tag der Generalversammlung war gekommen und die Sklaven hatten alles vorbereitet. In der Küche, die während des Jahres kaum genutzt wurde (höchstens, um dem Trainer den ein oder anderen Becher Glühwein aufzuwärmen) herrschte Hochbetrieb, denn die Speisen, die der Princeps Factionis heranschaffen hatte lassen, mussten bis zum Ende der Versammlung warm und servierbereit sein.


    Der Eingang war mit einer blauen Girlande geschmückt und die Sklaven, die davor als eine Art Türsteher fungierten, steckten in wunderbaren blauen Livrees mit aufgestickten Löwen.


    Nun fehlten nur noch die Sodales...

    "Nein, es geht darum, Richtlinien aufzustellen, was jeweils mit den Betrieben zu geschehen hat. Der eine Consul möchte vielleicht stärker die Einzelfälle berücksichtigen, der andere hält nur Betriebe mit gewisser Größe einer genaueren Prüfung würdig. Letzendlich kann sich dies ständig ändern, daher bin ich der Meinung, dass dies nicht allgemein als Gesetz geregelt werden kann. Diese Angelegenheit sollte durch zeitlich begrenzte Anweisungen geregelt werden."


    erklärte er. Abgesehen davon glaubte Durus tatsächlich, dass das Consulat mehr Ehre als Arbeit bedeutete: Man musste zwar zahlreiche Kulthandlungen vollziehen und zu Festen erscheinen, doch die faktische Gewalt lag im Grunde doch beim Kaiser und theoretisch sollten wichtige Dinge von ihm vorgelegt werden (obwohl dies im Augenblick nicht der Fall war).


    "Und abgesehen davon ist der Consul ja auch berechtigt, Aufgaben an andere Magistrate zu deligieren."

    "Es geht nicht darum, sämtliche Legionen aus Germanien herauszuziehen! Es geht einzig darum, den Gemeinden ein wenig mehr Autonomie zu gewähren. Es geht nicht darum, hinterwäldlerische Barbaren sich selbst zu überlassen, damit sie auf dumme Gedanken kommen, sondern zivilisierten Stadtbewohnern, die unsere Kultur angenommen haben, zu erlauben, sich selbst zu verwalten, anstatt in allen größeren Angelegenheiten von einem Comes des Statthalters und letzterem selbst bevormundet zu werden. Damit werden sie niemals lernen, sich als freie Römer zu fühlen, obwohl einige bereits das römische Bürgerrecht besitzen.


    Wenn wir wollen, dass sie Römer werden, dann müssen wir ihnen das auch ermöglichen. Beispielsweise dadurch, dass wir ihnen Stadtverfassungen geben, die denen Roms gleichen. Der Ordo Decurionum ist eine wichtige Einrichtung: Wir können den Reichtum und Einfluss der provinziellen Eliten für unsere Sache nutzen, indem wir sie in die Verwaltung einbinden. Wenn der Ordo Decurionum beispielsweise höhere Kompetenzen und Mitsprache erhält, wird er attraktiv sein. Um in ihm jedoch mitstimmen zu können, müssen die einflussreichen Bürger jedoch in die Städte gehen, wo sie sich dann gewissermaßen automatisch auch der römischen Kultur angleichen. Wenn sie das tun, werden sich ihre Klienten ebenfalls in diese Richtung orientieren und letztendlich wird die große Militärmacht, die zu ihrer Beherrschung bisher notwendig war, nicht mehr notwendig sein, weil der Großteil der Provinzbevölkerung unsere Kultur kennt und schätzt. Als leuchtendes Beispiel kann uns Italia dienen - auch unsere direkten Nachbarn waren einst teilweise Barbaren und verteidigen nun in unseren Legionen ihr Reich.


    Abgesehen davon, dass ein Ordo Decurionum auch wichtige finanzielle Beiträge leisten kann und damit unsere Staatskasse entlasten würde."


    Durus verstand tatsächlich nicht, wie der Claudier und der Germanicer gegen diese Idee sein konnten.


    "Im Übrigen würde ich mich ebenso dafür aussprechen, den Kontakt mit den Statthaltern zu suchen, um ihre Erfahrungen einzubeziehen."

    Selbstverständlich verfolgte Tiberius Durus den ersten Kampf voller Interesse. Er war ziemlich überrascht, dass man Zycus, den Schnitter gegen diesen unbekannten Germanen antreten ließ - von ersterem hatte Durus schon gehört und das wiederholt! Und er hätte vielleicht erwartet, dass man Zycus gegen feste Größen wie Alkibiades oder Artas kämpfen ließ. Oder war dieser Rutger etwa ein so großes Talent?


    Der Kampf zeigte dies dann tatsächlich, denn wider erwarten gelang es ihm, gegen den Veteranen auf besonders überraschende Weise zu besiegen - mit bloßen Händen! So etwas hatte Durus noch nie gesehen! Sein Applaus fiel entsprechend aus. Bloß um Zycus war es ein wenig schade - er hätte vielleicht noch spannende Kämpfe liefern können - nun war er stattdessen tot...


    Während der Pause ließ sich der Tiberier seinen Weinbecher nachschenken und diskutierte den vergangenen Kampf noch einmal mit seinem Nachbarn.

    "Ich denke, dass die Aedile mit der Marktaufsicht mehr als genug beschäftigt sind. Die Decemviri litibus iudicandis sind ohnehin mit der Verteilung von Erbschaften beschäftigt, also fällt es logischerweise in ihren Aufgabenbereich. Die Cohortes Urbanae sind für die Ordnung und Sicherheit Roms zuständig, nicht für irgendwelche Verwaltungsaufgaben!


    Und ob ein Betrieb nun vom Staat weitergeführt wird oder eben verkauft, kann meines Erachtens vom jeweiligen Fall abhängig gemacht werden. Einen Schuster wird man möglicherweise nicht benötigen, aber große Goldminen oder ähnliches würden sich möglicherweise auch bei langfristigem Besitz als lukrativ erweisen."


    An dieser Stelle kam Durus allerdings die Frage, wer dies zu entscheiden hatte. Der Kaiser? Oder die Consuln? Ja, vermutlich sollten sie als Vorsteher des Staates Richtlinien darüber ausgeben!


    "Ich denke, dass die konkrete Regelung vom jeweiligen Consul abhängig gemacht werden kann, da sie ja die Repräsentanten des Staates sind. Aber dies muss wohl kaum gesetzlich festgehalten werden - es ist immerhin traditionell ihre Aufgabe, im Namen des Staates zu handeln."

    Der Haruspex war erschienen und natürlich hatte Durus bereits alles vorbereitet: Das Lämmchen war auf die Schnelle gekauft, daher auch nicht sonderlich ausgewählt. Auch standen einige Sklaven bereit, die als Opferhelfer fungieren sollten. Nun stand er vor dem improvisierten Lararium, einem kleinen Steinaltar, auf dem nun die geretteten Statuetten standen: Zwei jugendliche Laren, eine Minerva, Durus' Genius und so weiter.


    "Können wir gleich beginnen? Ich will von den Göttern wissen, was der Blitzeinschlag in meinem Haus zu bedeuten hat. Ist es eine Verfluchung? Oder ist es Zufall? Oder was mag es bedeuten?"


    Der Haruspex hörte alles schweigend an. Er wirkte sehr bedächtig. Vermutlich hatte er sowieso von den Umständen des Blitzes gehört, dennoch fragte er noch einmal genau nach. Punkt für Punkt ging er den Hergang des Geschehens durch, dann endlich sah er sich bereit. Das Opfer wurde wie üblich begonnen, zuerst die Reinigung, dann ein Voropfer aus Weihrauch, Wein und Keksen (die waren im Hause Tiberia glücklicherweise stets vorrätig!). Dann endlich kam das Opfer selbst: Im Opfergebet rief Durus die Götter an, bat um eine Offenbahrung ihres Willens, bot ihnen im Gegenzug ewige Verehrung und gewaltige Opfer an. Selbstverständlich gehörte auch ein Weihestein dazu! Dann endlich konnte das Lämmchen geschlachtet und geöffnet werden.


    Nervös stand Durus neben dem Haruspex, während dieser die Leber betrachtete. Weitaus geschickter als Durus es bei seinen Opfern tat, drehte und wendete er das Organ, untersuchte nach und nach alle Punkte auf Besonderheiten.


    "Orion und Antares sind soweit in Ordnung...die Vega ist ein wenig schmal...der Kopf des Drachens hingegen - nein, der ist in Ordnung!"


    Er blickte auf und der Tiberier sah ihn flehend an. Er saß wie auf glühenden Kohlen, denn er konnte sich gar nicht ausmalen, was geschah, wenn die Götter ihn verflucht hatten! Er wäre als Pontifex unbrauchbar, im Grunde konnte er seine Existenz in diesem Falle auch gleich beenden! Oder aber er musste alles tun, um den Fluch loszuwerden...aber vielleicht irrte er sich ja auch! Warum ließ sich der Haruspex so viel Zeit?


    "Die Vega ist, wie gesagt, etwas schmal. Das könnte möglicherweise darauf hinweisen, dass dein Leben möglicherweise etwas verfrüht endet - wie lange genau, kann ich allerdings nicht sagen. Ich nehme aber aufgrund der Tatsache, dass die Vega nur geringfügig zu schmal ist ist, an, dass du deinen Tod nicht in nächster Zeit befürchten musst. Vielleicht kommt es auch ganz anders!"


    Er lächelte Durus ermutigend an, doch diesem war seine Lebensspanne im Augenblick völlig egal. Warum spannte dieser Nichtsnutz ihn nur so lange auf die Folter?


    "Was ist mit den Göttern? Bin ich verflucht?"


    fuhr er den Haruspex an, woraufhin dieser leicht erschrocken zurückfuhr. Er ließ die Leber in die Schüssel fallen und wechselte zur Waschschüssel. Dann meinte er kurz


    "Es deutet nichts darauf hin, dass die Götter dich oder deine Familie verflucht haben. Allerdings könnte es sein, dass ihr eine Gottheit vernachlässigt habt. Du solltest in Zukunft gut darauf achten, niemanden zu vergessen, sonst könnte er dir zürnen!"


    Er ließ sich die Hände trocknen und warf das Handtuch einem Sklaven zu, dann verabschiedete er sich. Offensichtlich war er leicht brüskiert ob der Ungeduld des Tiberiers. Doch jetzt war dies Durus eigentlich egal! Vielmehr war er sehr glücklich, dass er nicht verflucht war. Natürlich durfte auch der Haruspex daran teilhaben und wurde fürstlich entlohnt! Und Durus nahm sich vor, noch einmal genau darüber nachzudenken, wen er vergessen haben könnte...

    Nachdem nicht das gesamte Familienarchiv der Tiberier gerettet worden war und darüber hinaus vieles in Unordnung geraten war, hatte Durus beschlossen, eine Neuordnung zu beginnen. Dabei entdeckte er einen Brief, den er noch gar nicht gelesen hatte. Offensichtlich war der Brief vom Boden seines Cubiculums aufgelesen und auf seinen Schreibtisch im Tablinium gelegt. Und dort war er offensichtlich liegen geblieben. Dann war er bei dem Brand zusammen mit all den anderen Dingen gepackt und gerettet worden. Und nun tauchte es wieder auf und Durus kam endlich dazu, ihn zu lesen:


    Salve Tiberius Durus,


    ich sitze mit einem Lächeln hier und halte Deinen Brief und die wunderschönen Blumen in meinen Händen. Ich habe mich wirklich sehr über diese schönen Blumen und deine Worte gefreut und vor allem bin ich froh zu hören, dass es dir gut geht.
    Ich hatte nicht damit gerechnet, dass dieser Sturz doch so schlimm gewesen war und glaubte außer dem Kratzer würde nichts weiter übrig bleiben, doch bin ich froh, dass es sich nun langsam wieder bessert.


    Ich...würde mich freuen wenn sich unsere Wege irgendwann wieder einmal kreuzen würden, dann aber vielleicht auf eine andere Art und Weise und nicht mit einem Unfall. Das kurze Gespräch hatte mir gefallen und ich würde es sehr gerne weiterführen.


    Mit einem Lächeln und einem lieben Gruß verbleibe ich.


    Caecilia Calena


    Als Durus dies las, war er zuerst sehr erstaunt. Dann jedoch irgendwie auch erfreut: Er hatte das Mädchen gemocht und sie offensichtlich auch. Wenn er das gewusst hätte, als sie den Unfall in seinem Haus gehabt hätte! Vielleicht sollte er sie doch einmal wieder besuchen...oder ihr zumindest schreiben...

    Nachdem Durus seine Dankbarkeit ausreichend geäußert hatte und ein paar Glückwünsche entgegengenommen hatte, was ihm in diesem Fall wirklich recht war, da er davon ausging, dass er in dieser Position eine ganze Menge Glück brauchen würde, trat er zu Corvinus und Gracchus, die sich gerade ebenfalls unterhielten. Sofort erhielt er auch hier Gratulationen.


    "Ich danke dir. Nein, um ehrlich zu sein, wurde ich sehr davon überrascht... offenbar hat der Kaiser eine höhere Meinung von mir, als ich dachte!"


    Den letzten Satz sagte er ein wenig gedämpfter, denn er war sich nicht sicher, ob er möglicherweise kritisch gegenüber dem Kaiser war. Corvinus würde ihn wohl nicht deshalb anzeigen, ebensowenig Gracchus. Langsam löste sich seine Anspannung wieder, die mit seiner Ernennung in ihn gefahren war.

    | Stesichoros


    All die Informationen und Fragen überforderten Stesichoros vorerst: Sie waren irgendwo untergekommen? Mit diesem Cato? Und das hatten Sklaven des Hauses gewusst? Warum hatte er davon nichts mitbekommen? Und wie es ihm ging? Wie wohl?


    "Also mir geht's soweit ganz gut. Die Herrschaften haben das Feuer alle überlebt - naja, Iuvenalis ist wenige Tage vor dem Feuer leider verstorben."


    erklärte er kurz die Lage. Dann fiel ihm siedendheiß ein Gerücht ein, das er Crista unbedingt ebenfalls mitgeben musste:


    "Ach ja, ich glaube, er hat dich in seinem Testament erwähnt! Du solltest mal bei diesem Marhabal nachfragen - er weiß mehr, glaube ich."





    IANITOR – GENS TIBERIA

    Zur erneuten Bestätigung nickte Durus. Er nahm sich fest vor, für beide im Senat ein gutes Wort einzulegen und auch bei seinen Senatsfreunden privat die Aufmerksamkeit auf sie zu lenken. Die zweite Angelegenheit war ebenfalls akzeptabel, obwohl er sich gerade nicht so gut vorstellen konnte, wie er einen solchen Brief formulieren sollte: "Salve Aurelius, bezüglich deines Ansinnens gegenüber Tiberia Arvinia kann ich dir mitteilen, dass von unserer Seite nichts dagegen steht."? Irgendwie seltsam...finanziell bereitete ihm dies natürlich keinerlei Sorgen - seine Einnahmen waren ausreichend, um einen ganzen Stall voller einkaufswütiger Matronen auszustatten.


    Das nächste Thema überraschte den Tiberier allerdings - er das Consulat? Dies war nicht die erste Gelegenheit, bei der man ihn darauf angesprochen hatte, doch er persönlich hatte im Grunde noch keine ernsthaften Vorbereitungen getroffen.


    "Oh, diese Wahlen nicht, so viel ist sicher. Alles andere steht in den Sternen - oder wohl eher in einer Schafsleber, denn diesen östlichen Wahrsagern traue ich nicht!"


    antwortete er daher eher ausweichend. Vielleicht sollte er dieses Projekt ja tatsächlich in nächster Zeit angehen - ein Consulat würde seine politische Karriere hervorragend krönen!


    Sim-Off:

    Mir ist übrigens aufgefallen, dass das mit Arvinias Vater eine sehr dumme Ausrede war - ich hatte da die Verhältnisse mit Albina verwechselt - aber das wird dir sicher schon aufgefallen sein :D

    | Stesichoros


    Stesichoros hatte in seiner Pförtnerstube ein kleines Nickerchen gemacht, als er vertraute Stimmen hörte: Das war doch sein Mitsklave Macedonicus! Was wollte der denn? Musste der heute nicht auf der Baustelle schuften? Verwirrt kam er heraus und ging zur Tür. Als er öffnete, erkannte er das Problem: Sie hatten Crista mitgebracht! Hatte man nicht gesagt, dass sie beim Brand verschwunden war? Stesichoros hatte - wie die anderen auch - angenommen, dass sie den Flammen zum Opfer gefallen war. Daher war er sehr überrascht.


    "Crista, wo kommst du denn her?"


    fragte er sie. Er kannte das Mädchen nicht besonders gut, aber im Grunde freute er sich, denn sie war immer ganz nett gewesen.





    IANITOR – GENS TIBERIA