Beiträge von Manius Tiberius Durus

    Durus sah sich um. Es freute ihn, dass Gracchus an ihn dachte und er sich nicht selbst vordrängen musste bei der Einholung der Auspizien. Damit jedoch gleich die Beschlussfähigkeit des Collegium Pontificium zu hinterfragen, fand er doch etwas überzogen. Immerhin durften Pontifices kraft ihres Amtes keine Auspizien einholen...eigentlich wäre es wohl ein Fall für den Censor - der vergab schließlich die Bauaufträge üblicherweise. Aber dummerweise stand der im Krieg...also war es doch legitim!


    "Ich denke auch, dass diese Auspizien durchaus von mir durchgeführt werden könnten. Eigentlich wäre wohl der Censor die richtige Adresse, aber der ist ja aus bekannten Gründen verhindert.


    Ich wäre also bereit dazu - wenn das Collegium mich dazu beauftragt!"


    Er nahm wieder Platz und sah in die Runde. Wenn er den Rex Sacrorum richtig einschätzte, war er etwas beleidigt. Immerhin fühlte sich der Fabier für das Gremium hier verantwortlich...diese überspitzte Formulierung würde die Karriere des Flavius Gracchus sicher nicht fördern, wie Durus annahm.

    | Briseis


    Als die Tür sich öffnete, blickte Briseis auf. Das Mädchen wirkte tatsächlich recht nett.


    "Nein, nein, setz dich!"


    Dann fragte sie sich jedoch, ob Crista Witze machte. Der Raum war zwar sauber für eine Sklavenunterkunft, aber im Vergleich zu den Räumen, in denen Briseis arbeitete, war dies jedoch ein finsteres Loch.


    "Ich bin Briseis. Wie heißt du?"





    CUBICULARIUS - MANIUS TIBERIUS DURUS

    Im neuen Jahr wurde Fabius Vibulanus erneut von Durus in die Villa Tiberia eingeladen. Es gab eine Aussprache zu führen, sodass Durus kaum, dass Vibulanus das Triclinium betreten und Platz genommen hatte, das Gespräch begann.


    "Etwas Wein, Fabius?"


    "Gern, danke!"


    erwiderte dieser und sofort trat ein Sklave herbei und füllten den Pokal des Fabiers mit dunklem Mulsum... Eigentlich war die Sache nicht so schwierig, aber Durus war dennoch sehr nervös. Leichte Schweiß-Perlen standen auf seiner Stirn. Lange hatte er überlegt, wie er die Sache am besten vorbereitete, doch nun war ihm fast alles aus seinem Plan entfallen.


    "Ein sehr guter Wein! Kastanie?"


    Durus hatte keine Ahnung. Die dunkle Farbe sprach dafür, aber einen derartig feinen Geschmack hatte der Tiberier leider nicht. Er hatte den Cellarius einfach angewiesen, das beste aufzufahren, was die Villa zu bieten hatte.


    "Ich glaube schon. Ich kann Oinophlyx fragen lassen, wenn du möchtest."


    "Nein, nein, schon gut!"


    Schließlich begann ein lockeres Gespräch über Politik, das Durus zunehmend entspannte. Zuerst ging es um die neuesten Gerichtsurteile, dann fuhr man mit dem senatorischen Tagesgeschäft fort. Aber auch die Saturnalien wurden zwischen dem letzten Hauptgang und der Nachspeise noch einmal angesprochen. Als die beiden Männer endlich den Honigkuchen gegessen hatten, wurde Durus wieder nervöser. Mehrmals nahm er seine Serviette und trocknete Hände und Stirn, ehe er vorsichtig fragte


    "Wie geht es eigentlich deinen Kindern, Fabius?"


    Der Fabier wirkte überrascht, danach gefragt zu werden. Dann jedoch begann er


    "Gnaeus hat das Kommando über die Legionsreiterei bekommen, wie er schrieb. Außerdem scheint er ein fähiger Soldat zu sein - sein Legat hat mir geschrieben, ihn zu bitten, sein Tribunat zu verlängern. Vielleicht auch bei einer anderen Legion. Der Platz bei der I. scheint ja frei geworden zu sein, nachdem dein Cousin das Kommando übernommen hat..."


    Er blickte einen Augenblick nachdenklich drein. Durus wusste um die lange militärische Tradition der Fabier - immerhin zählte Fabius Maximus Verrucosus, genannt "der Zögerer" zu ihren Ahnen. Und dieser hatte Hannibal von Rom ferngehalten! Er fuhr sich über das Kinn und stellte dabei fest, dass seine Finger recht kalt waren.


    "Und deine Tochter?"


    "Oh, der geht es auch gut. Sie ist mit ihrer Mutter nach Baiae gefahren - Rom ist ihr doch etwas zu kühl in dieser Jahreszeit."


    Nachdenklich nickte Durus. Er würde auch lieber den Golf von Neapel besuchen als in der morgens recht kühlen Basilica Ulpia zu sitzen. Aber Amt war Amt!


    "Soso."


    Durus hasste sich an diesem Abend. Sonst konnte er ohne mit der Wimper zu zucken die absurdesten Anträge vor Gericht stellen. Er hatte schon wildfremde Ankläger als Hurenböcke oder Falschspieler bezeichnet, nur um seinem Mandanten den Hals aus der Schlinge zu ziehen. Und jetzt traute er sich nicht, Fabius Vibulanus um die Hand seiner Tochter anzuhalten! Das war doch absolut lächerlich! Eben jener Fabier sah ihn nun neugierig an.


    "Hast du denn bereits einen Gatten für sie gefunden? Ich erinnere mich, dass dir das vor kurzem Sorgen bereitet hatte..."


    Tatsächlich lag diese Äußerung Monate zurück, aber Durus hatte natürlich einen seiner Handlanger in die Archive geschickt um nachzusehen, ob Fabia Vibulana bereits eine Verlobung eingegangen war. Und tatsächlich war sie dies nicht!


    "Nein, warum?"


    fragte Vibulanus scheinheilig. Er musste wissen, worauf Durus hinauswollte.


    "Nunja..."


    Rasch ging Durus Faust zu seinem Mund, als er hüstelte.


    "...ich habe lange nachgedacht...wie du weißt, bin ich noch nicht verheiratet...aber auch vor mir macht das Altern nicht Halt und die Vorstellung, dass niemand nach meinem Tod meinen Laren opfert, betrübt mich sehr. Kurzum..."


    Wieder machte er eine Pause und rang nach Worten.


    "Ich habe mich entschlossen, um die Hand deiner Tochter anzuhalten. Ich denke, dass eine solche Verbindung für beide Familien von Nutzen sein würde. Sicher ist es auch in deinem Interesse, dass..."


    Während Durus so vor sich hinredete, hatte sich langsam ein Grinsen auf das Gesicht des Fabiers gelegt. Dann, als Durus gerade weiterargumentieren wollte, lachte er auf.


    "Ach deshalb hast du mich eingeladen, Tiberius! Da fällt mir aber ein Stein vom Herzen! Ich hatte schon befürchtet, dass meine Tochter dich vergrault hat!"


    Und was für ein Stein Durus nun vom Herzen fiel! Er hatte befürchtet, dass Vibulanus ihn auslachen würde! Immerhin hatten die Tiberier keinen einzigen Consul in ihrer Ahnenreihe vorzuweisen, waren erst wenige Generationen Patrizier! Doch entweder gefiel Vibulanus Durus als Mensch und Politiker, oder er war verzweifelt genug, seine Tochter in diese Verbindung zu geben, ehe sie als alte Jungfer starb...nunja, andererseits war Durus bereits Praetor und ein Günstling des Kaisers...zumindest vermutete man dies...


    "Soll das also heißen, dass du eine solche Verbindung gutheißen würdest?"


    fragte er sicherheitshalber nach und legte den Kopf leicht schief.


    "Natürlich, Tiberius! Aemilia wird begeistert sein!"


    Das konnte sich Durus vorstellen. Er hatte dieses Getue bei den Saturnalia schon verdächtig gefunden...eigentlich hätte er es doch wissen müssen, dass die Fabier interessiert waren!


    "Dann lass uns darauf trinken, Fabius!"


    erwiderte Durus schließlich und ließ den 15-jährigen Falerner servieren. Jetzt rückte eine standesgemäße Verbindung in greifbare Nähe. Und damit auch die Möglichkeit, die alten Verbindungen der Fabier für einen weiteren Aufstieg zu nutzen!

    Nachdem Durus die strenae von Fabia erhalten hatte, lächelte er das Mädchen an und fragte sich plötzlich, ob sie auch tatsächlich fruchtbar genug war, um um ihre Hand anzuhalten. Etwas widerspenstig war sie ja...


    Dann registrierte er die Diener mit den Geschenken, die Durus nun verteilen durfte. Wieder einmal bewunderte er den Maiordomus, der den Wunsch des Tiberius von den Augen abgelesen hatte.


    Vorsichtig nahm er einen der Zweige und trat an Vibulanus heran.


    "Bona Saturnalia, Fabius!"


    sagte er und reichte den Zweig weiter, ehe er eine Kerze nahm und sie Aemilia Lepida reichte. Wahrscheinlich konnten die Fabier ihr Haus auch das ganze Jahr mit den Saturnalien-Kerzen erleuchten...
    Dennoch bedankten sie sich wortreich bei Durus.


    Schließlich verabschiedeten sich die drei Fabier und verließen vergnügt die Villa. Endlich war die Bescherung für die Tiberier gekommen!


    Zuerst trat Durus an Tiberia Albina heran. Fröhlich meinte er


    "Albina, ich wünsche dir fröhliche Saturnalien!"


    Damit reichte er seiner Verwandten eine strena.




    [Blockierte Grafik: http://img258.imageshack.us/img258/2711/saturnaliakd4.png]

    Leise - nicht, dass es jemand hörte - seufzte Durus. Die Lösung religiöser Probleme war wirklich manchmal aufs höchste komplex. Und die Interpretation der Sybillinischen Bücher war wohl die höchste der pontifikalen Künste! Manchmal sehnte er sich an seine Auguren-Zeit zurück: Die höchste Spende hatte die Zustimmung Iuppiters - schließlich verbarg sich hinter dem besten Spender auch der stärkste Wille! Und Iuppiter mochte einen starken Willen, dessen war sich Durus sicher.


    Einen Augenblick dachte er nach, dann kam ihm jedoch der Flamen Quirinalis zuvor:


    "Drei schwarze, drei rote und vier weiße Rinder sind mea opinione am sinnvollsten - immerhin überwiegen die himmlischen Gottheiten beiweitem!"


    Durus hatte als konservativer Mensch eine hohe Meinung vom Flamen Quirinalis, daher stimmte er diesem sofort zu - schon allein, um die Diskussion voranzutreiben!


    "Ich schließe mich der Meinung des ehrenwerten Flamen Quirinalis an!"

    Es war wieder einmal so weit: Der Senat wurde einberufen! Und obwohl Tiberius Durus schon oft Senatssitzungen beigewohnt hatte, war diese etwas Besonderes: Er berief sie in seiner Funktion als Praetor Urbanus zum ersten Mal selbst ein!


    So hatte er sich an das Collegium Augurum gewandt, denn vor einer jeden Sitzung mussten Auspizien eingeholt und die Zustimmung der Götter zu der Sitzung erfragt werden! Damit wurde gleichzeitig die Zustimmung der Götter zu den diskutierten Punkten (und Durus' Gesetzesvorschlag bezüglich der Macht der Proconsuln) eingeholt.


    Ein wenig aufgeregt stand er daher vor der Curia Iulia, in der die Senatoren zusammenkommen würden, angetan mit der Toga Praetexta, begleitet von seinen Liktoren...fehlten nur noch die Auguren!

    | Briseis


    Neben Crista bewohnte Briseis diesen Raum. Sie war noch relativ jung (etwa 16 Jahre) und arbeitete als kleine Kammerdienerin für Tiberius Durus. Am Abend saß sie in der Unterkunft und wartete auf ihre neue Mitbewohnerin. Sie hatte gerade erst vom "Unter-Vilicus" erfahren, dass sie noch jemanden in ihre Kammer bekam...





    CUBICULARIUS - MANIUS TIBERIUS DURUS

    Wie die anderen Sklavenunterkünfte liegt die kleine Kammer im Wirtschaftstrakt der Villa Tiberia, die von einem langem Korridor abgeht. Die Tür der Kammer ist wie die alle anderen sehr massiv und nur von aussen durch einen Riegel zu verschliessen.


    In der Kammer selbst befindet sich neben zwei Betten und zwei kleinen Kisten noch ein Tisch mit einer Schüssel als Waschgelegenheit. Ansonsten ist die Kammer leer, an einer Wand hängt noch eine Öllampe, an der Stirnwand liefert noch ein kleines Fenster etwas Licht.

    | Fabia Vibulana


    "Natürlich! Die Küche hier ist sicher recht groß!"


    Sie war noch nie in der Küche der Tiberier gewesen, aber schon auf einem Abendessen. Und um diese Gerichte zuzubereiten benötigte man natürlich eine große Küche. Crista kam wohl von einem eher kleinen Gut...


    In diesem Augenblick rief ihr Vater sie. Entschuldigend sah sie Crista an.


    "Ich denke, wir gehen bald. Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute! Vielleicht sehen wir uns ja noch einmal!"


    Sie befürchtete sogar, dass dies noch häufiger sein würde, falls ihr Vater den Plan umsetzte, sie mit Tiberius Durus zu vermählen...dies bestärkte sich, als sie - kaum war sie näher getreten - von ihrer Mutter eine strena in die Hand gedrückt bekam.


    "Gib du deine Durus!"


    raunte sie dazu und wieder musste Vibulana einen genervten Gesichtsausdruck aufsetzen. Dann seufzte sie und trat lächelnd zu Tiberius, der sich zu diesem Zweck sogar erhob.


    "Bona Saturnalia, Tiberius Durus!"


    Damit reichte sie den behängten Zweig an Durus weiter. Sofort danach trat sie wieder zurück, sogar einen halben Schritt hinter ihre Mutter. Diese lächelte Durus ebenfalls an.


    "Vielen Dank für Deine Gastfreundschaft, Tiberius!"


    Während Fabius Vibulanus seinen Zweig an Iuvenalis gab und ihm schöne Saturnalien wünschte, danach auch an Tiberius Lupus, reichte Aemilia Lepida einen Zweig an Tiberia Albina. Auch Fabia Vibulana nahm einen weiteren Zweig und ging noch einmal zu Crista. Mit einem warmen Lächeln gab sie der Sklavin den Zweig.


    "Bona Saturnalia, Crista!"


    Dann warf ihr ihre Mutter auch schon einen bösen Blick zu und sie kehrte an deren Seite zurück, nicht ohne Crista jedoch zuzuzwinkern.




    [Blockierte Grafik: http://img258.imageshack.us/img258/2711/saturnaliakd4.png][Blockierte Grafik: http://img507.imageshack.us/img507/1930/fabiaif1.png]

    Durus war inzwischen mit Fabius Vibulanus in ein längeres Gespräch über Verwandtschaft, Politik und die Freuden der saturnalischen Ferien verfallen, bis der alte Fabier plötzlich feststellte, dass es spät war. Er sah sich zu seiner Frau um und meinte.


    "Oh, es wird langsam etwas spät. Wir müssen noch andere Freunde besuchen."


    Damit deutete er auf den Haufen an mit Leckereien behängten, als strenae bezeichneten Zweigen, die einer seiner Begleiter mit sich trug. Durus lehnte sich zurück und gab einem der Diener einen Wink, dass dieser seinerseits Geschenke für die Fabier holen sollte. Unterdessen rief Vibulanus:


    "Fabia, komm doch bitte! Wir müssen weiter!"


    Unterdessen nahm seine Frau dem Diener einige strenae, die reich mit kleinen Keksen und in Honig eingelegten Früchten behängt waren, ab. Einen von ihnen hielt sie sofort ihrer Tochter hin.


    Unterdessen erhielt Durus die Kerze, die er vom großen Opfer mitgenommen hatte, sowie tiberische strenae. Neben den übrigen Süßigkeiten hatte er schmale, blaue Bänder befestigen lassen - gewissermaßen als Erkennungszeichen. Zu Iuvenalis gewandt meinte er kurz


    "Sollen wir unsere Bescherung gleich anhängen, Appius?"




    [Blockierte Grafik: http://img258.imageshack.us/img258/2711/saturnaliakd4.png]

    All die Ideen und Debatte sorgten für große Nachdenklichkeit bei Durus. Zu wichtig war diese Lustratio, als dass sich das Collegium irren durfte. Im Allgemeinen glaubte der Tiberier ja eher, dass die Götter sich nicht so stark in die Welt einmischten, wie es die meisten abergläubischen Römer taten. Aber diese Zeichen waren zu deutlich gewesen!


    "Vielleicht ist das Capitol doch als Anfangs- und damit Opferort zu sehen. Immerhin steht dort die Hütte des Romulus. Da Alba Longa als zu weit weg und der Geburtsort von Mars oder Venus als unbekannt gelten müssen, wäre dort tatsächlich der passende Ort. So wäre jene wichtige Stätte auch in die lustratio inkludiert und nichts spräche gegen das Pomerium als geheiligten Bezirk."


    wandte er ein.

    | Fabia Vibulana


    Fabia zog eine Augenbraue hoch. Keine anderen Sklavinnen? Das hielt sie für ein Gerücht. Aber als sie sich umsah, konnte sie tatsächlich keine erspähen...


    "Natürlich gibt es hier Sklavinnen! Vielleicht treffen die sich in der Küche?"


    Zumindest bei ihnen zu Hause trafen die Sklavinnen sich mindestens einmal an den Saturnalien in der Küche und tratschten, was das Zeug hielt. Und jeder größere römische Haushalt hatte Sklavinnen - also auch sicher die Tiberier.


    "Du brauchst dich nicht entschuldigen."


    ermunternd lächelte sie Crista an. Die Ärmste hatte scheinbar Kontaktschwierigkeiten...




    [Blockierte Grafik: http://img258.imageshack.us/img258/2711/saturnaliakd4.png][Blockierte Grafik: http://img507.imageshack.us/img507/1930/fabiaif1.png]

    Zitat

    Original von Spurius Purgitius Macer
    Nickend stimmte Macer zu und ließ seinen Blick über die Menge schweifen. "Stimmt, so wird es wohl sein. Der Keks wird in einem der ersten Körbe sein, die verteilt werden, um sicher vergeben zu werden." Was wiederum bedeuten würde, dass man weiter vorne höhere Chancen hat als hinten. Es sei denn, der Priester mit dem Korb schlängelte sich erstmal nach hinten und begann dort zu verteilen. Macer fiel auf, wie schwierig so etwas war, wenn man es wirklich zufällig und gerecht machen wollte.


    "Ist es eigentlich schon einmal vorgekommen, dass ein Priester selber zufällig die Münze erwischt hat? Oder das ausgerechnet der goldene Keks im Gedränge zu Boden fiel und zertrampelt wurde?" Letzteres würde bestimmt Unglück bringen und irgendeine Sühnemaßnahme nach sich ziehen, vermutete Macer. Alles, was bei einer religiösen Zeremonie nicht nach Plan lief brachte schließlich Unglück.


    Durus überlegte wieder. Er hatte die pontifikalen Archive noch nie nach den Saturnalien-Akten durchsucht. Daher zuckte er mit den Schultern und meinte


    "Nicht, dass ich wüsste. Aber ich denke, da muss man Saturn einfach vertrauen, dass das nicht passiert."


    Er lächelte den Senator an. Er selbst war sich zwar nicht sicher, ob sich ein Gott wie Saturn mit diesen abergläubischen Gücksspielchen abgab, aber man sollte die Gläubigen ja nicht desillusionieren.




    [Blockierte Grafik: http://img258.imageshack.us/img258/2711/saturnaliakd4.png]

    | Fabia Vibulana

    Zitat

    Original von Crista
    Wenn Fabiana ihrerseits wüsste... wie langweilig es war an einem Platz zu stehen und nichtssagendem Geplänkel zuzuhören, wenn draußen das allerschönste Wetter herrschte. Crista konnte nicht umhin leise aufzuprusten. Männer einwickeln? Immer noch kichernd schluckte sie mühsam die Reste der Traube hinunter, die sie im Mund hatte. Und warf einen Blick auf Fabiana, deren weiblicher Körper nun eine ganz andere Sprache sprach als zuvor. Sollte sie es ihr sagen. Sie um Rat fragen? Was sie tun sollte? Warum sie nicht auf Männer stand? Warum sie keine Gänsehaut mehr bekam? "Tut mir leid. Ich hab noch nie sehr viel über Männer, das andere Geschlecht, nachgedacht. Sie sind mir irgendwie... egal. Die Blicke, die sie mir zuwerfen. Ich sehe sie. Aber mhm, was soll ich damit anfangen?" Sie rutschte näher, flüsterte inzwischen. "Schau... ich versuche es zu erklären. Die, die ebenfalls bei Lupus arbeiten und dienen sind alles Männer. Ich bin die einzige weibliche in seiner Gefolgsschaft. Diese Blicke von ihnen.. sie sind Alltag geworden. Nichts Neues mehr für mich. Ich weiss nicht was ich tun soll." Crista kaute anstatt auf einer Weintraube auf ihrer Lippe herum, sich unsicher, ob sie das richtige getan hatte. Ob es richtig war, so etwas tiefergehendes einer anderen Frau anzuvertrauen.


    Fabia nickte eifrig. Sie kannte dieses Problem. Sie war nicht die allerhübscheste - sie fand sich etwas flach und kindlich - aber eigentlich war ihr das auch egal. Vor allem hatte sie keine Lust, wie ein Stück Vieh an einen x-beliebigen Senator verkauft zu werden, nur damit ihr Vater Vorteile bei seiner Kandidatur zum Praetor hatte. Naja, zumindest schauten ihr die Sklaven nicht nach...


    "Nunja, du bist ja auch recht hübsch. Du solltest dich geschmeichelt fühlen...solange sie natürlich nicht handgreiflich werden."


    Ihr Blick ging hinüber zu Lupus. Dieser war ein ganzes Stück älter als Crista - ob er sich am Ende an ihr vergreifen würde? Niemand konnte es ihm verbieten, immerhin gehörte sie ihm! Und nicht jeder nahm es wie Annaeus Seneca: Servi sunt, immo homines!*


    Sie genoss es dennoch irgendwie, das Vertrauen dieser jungen Frau zu genießen.


    Sim-Off:

    Sie sind Sklaven - dennoch Menschen!




    [Blockierte Grafik: http://img258.imageshack.us/img258/2711/saturnaliakd4.png][Blockierte Grafik: http://img507.imageshack.us/img507/1930/fabiaif1.png]

    | Fabia Vibulana


    Vibulana hatte den Eindruck, dass Crista wenig Ahnung hatte, wie hart das gesellschaftliche Leben als Tochter einer derart alten Patrizierfamilie war. Sie konnte kaum zählen, wie viele Stunden sie schon lächelnd auf Klinen gelegen hatte, ohne auch nur ein Wort zu sagen. Hätte sie auch nicht gehabt, denn ihr Vater sprach mit Vorliebe über Politik.


    Nachdenklich nahm sie eine Traube und aß sie. Ja, sie schmeckte wirklich sehr gut zum Käse.


    "Da hatte er Recht. Ich habe auch immer viel gelernt - obwohl meine Mutter scheinbar die Meinung vertritt, dass eine Frau lieber Haushaltsführung als Philosophie lernen sollte. Oder wie man Männer einwickelt."


    Sie ließ die Schultern hängen und sah zu Boden. Ihre Eltern versuchten sie schon seit Jahren an einen reichen Patrizier zu vermitteln. Einmal hätte es fast funktioniert, dann jedoch hatte sie es glücklicherweise geschafft, den Lüstling abzuschütteln. Ein alter, dicker Senator war das gewesen...igitt!


    "Was beherrscht du denn so?"




    [Blockierte Grafik: http://img258.imageshack.us/img258/2711/saturnaliakd4.png][Blockierte Grafik: http://img507.imageshack.us/img507/1930/fabiaif1.png]

    Durus hatte sich ein wenig in seinen Stuhl gelümmelt und verfolgte mit finsterem Blick die kurze Ansprache des Flaviers. Das hatte er befürchtet - einen Haufen teurer Architekten oder einen Beleidiger des Mars! Plötzlich kam ihm eine Idee: Wer konnte dies entscheiden, wenn nicht Iuppiter höchstpersönlich?


    "Ich schlage vor, wir überlassen die Entscheidung Iuppiter Optimus Maximus persönlich. Holen wir Auspizien ein!"


    Die Auguren kannte er bestens...die würden schon richtig entscheiden!

    Durus verfolgte schweigend die Opferhandlung. Ihm kam die ehrenvolle Aufgabe zu, diesem Opfer nur als Zeuge beizuwohnen. Währenddessen schwirrten seine Gedanken um Selbstmitleid ob seines schweren Kopfes und Selbsthass ob seines zügellosen Weingenusses.


    Doch endlich kam die Sache zu einem Ende und Durus' Bett in greifbare Reichweite...

    Neben seinen zahlreichen Amtsgeschäften hatte Durus natürlich noch immer an den Senatssitzungen teilzunehmen. Dass Senator Octavius sich zu Wort meldete, erregte die Aufmerksamkeit des Tiberiers. Dass es sich jedoch nur um die Abschaffung eines Relikts aus alten Tagen handelte, passte nach Durus' Meinung zu Victor. Er war eben doch eher ein Verwaltungshengst als ein großer Reformer.


    "Ich stimme dem Antrag des Senator Octavius zu!"


    ließ der Praetor verlauten.

    | Fabia Vibulana


    Fabia hörte der jungen Sklavin zu. Eine sehr dramatische Geschichte, wie sie befand. Sie sah sie gerührt an. Dann lächelte sie plötzlich.


    "Ein Glück, dass er dich doch noch der Amme gegeben hat - sonst müsste ich jetzt den ganzen Tag mit diesen Langweilern am Tisch sitzen und freundlich lächeln!"


    flüsterte sie Crista zu und lächelte. Wenn ihre Mutter das gehört hätte! Aber wenn sie ihre Eltern so ansah, wirkte es fast, als wollten die Fabier weiterziehen und andere Freunde und Verwandte besuchen, wie es an den Saturnalien üblich war.


    "Meine Bücher sind fast alle auf Griechisch. Kannst du das denn?"


    Offensichtlich hatte sie eine recht vertraute Stellung zu ihrem Herrn - aber die hatte Vibulana ja auch zu ihrer Amme. Vielleicht hatte man sie beide gemeinsam unterrichtet, wie es in manchen Häusern üblich war (später ließen sich gebildete Sklaven teuer verkaufen oder als Hauslehrer anstellen)...




    [Blockierte Grafik: http://img258.imageshack.us/img258/2711/saturnaliakd4.png][Blockierte Grafik: http://img507.imageshack.us/img507/1930/fabiaif1.png]