Beiträge von Manius Tiberius Durus

    ...erschien Durus wieder wie üblich in der Basilica, um sich um seine Amtsgeschäfte zu kümmern. So trat er mit seinen Liktoren und sonstigen Apparitores in die Halle der Basilica und ließ die Sella Curulis aufstellen.


    Dann nahm er Platz und ließ die Bittsteller - oder besser gesagt Kläger vorlassen.

    Zitat

    Original von Spurius Purgitius Macer
    In seinem Keks hatte Macer wie alle anderen um ihn herum ebenfalls keine Münze vorgefunden und ihn dann rasch verspeist. Durchaus lecker, dieses Gebäck, davon könnte man ruhig mehrere reichen. Aber es war vermutlich schon eine gewaltige Arbeit, überhaupt für so viele Leute Kekse zu backen, da wäre es nicht zu machen, auch noch mehrere pro Person herbeizuschaffen.


    "Was passiert eigentlich, wenn mal ein paar Kekse zu viel gebacken wurden und am Ende die Münze noch in einem von denen ist, die nicht vertielt wurden?" fragte er Tiberius Durus, der sich als Pontifex in solchen Dingen vielleicht ein wenig auskannte. "Oder gibt es da einen Trick, den Keks mit der Münze in jedem Fall sicher ins Volk zu bringen?"


    Durus war noch damit beschäftigt, nachzusehen, ob einer seiner Begleiter den goldenen Keks gezogen hatte, als Macer ihn ansprach. Einen Augenblick musste er überlegen. Tatsächlich hatte er keine Ahnung, wie es in diesem Fall gehandhabt wurde. Aber er wusste ja, wie Literationes oder Auspizien oft ohne jegliche Beteiligung der Götter eingeholt wurden...da war es eigentlich nicht schwer zu vermuten, dass es bei den Saturnalien ähnlich abgekartetes Spiel war...dennoch gab er eine rationale Antwort.


    "Nunja, die Priester haben Erfahrung, wie viele Kekse in etwa verwendet werden. Und derjenige, der den letzten Keks nimmt, hat wohl geringe Chancen. Aber so genau weiß ich es auch nicht."




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    | Fabia Vibulana


    Vibulana lächelte, fast geschmeichelt.


    "Sicher! Beispielsweise Schriften des Epikur - aber auch Platon. Das ist Philosophie. Und Menander. Der hat Komödien."


    Dann genoss sie den Nachgeschmack des Käse. Er war recht herzhaft, aber doch recht gut.


    "Der Käse ist wirklich recht gut."


    Scheinbar war Crista wirklich noch sehr neu. Sie kannte sich außerdem wenig mit Begriffen wie 'Familia' etc. aus, aber woher auch? Vielleicht


    "Nein, nein! Alle, die zur Hausgemeinschaft gehören, gehören auch zur Familia. Sogar die Klienten werden oft dazugezählt. Wenn du Tiberius Lupus gehörst, gehörst du wohl automatisch zur Familia. Und alteingesessen...nunja, ich denke nicht, dass es sonderlich lange dauert, bis du dich eingewöhnt hast. Aber alteingesessen...das dauert natürlich eine Weile."


    Als nächstes schnappte sich die Patrizierin eine Traube und schob sie in den Mund.


    "Woher stammst du denn eigentlich?"




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    | Fabia Vibulana


    "Ja, sie hält nicht viel von griechischer Literatur."


    erklärte sie. Das Wort 'Graeculi' - Griechlein war ein abwertendes Wort. Und das nur, weil die Griechen ihre Lebensaufgabe in mehr sahen als im Militär- und Staatsdienst! Vibulana verstand ihre Mutter in diesem Punkt überhaupt nicht.


    Dann folgte sie der Sklavin zum Buffet. Zuerst sah sie nur zu, dann nahm sie sich jedoch auch ein Stück Käse. Mit spitzen Fingern manövrierte sie es in ihren Mund und warf ihrer Mutter, deren Augen Blitze hinter ihr herzuschicken schienen, einen entschuldigenden Blick zu. In der Hoffnung, Crista hätte es nicht bemerkt, meinte sie dann


    "Oh, das klingt ja tatsächlich interessant."


    Tatsächlich wusste Vibulana nichts von handwerklicher Arbeit. Einzig Weben und Spinnen hatte sie von ihrer Mutter gelernt. Bevor sie selbst flüssig hatte lesen können, hatte ihre Amme ihr auch vorgelesen, doch inzwischen konnte sie es schneller und besser als die alte Dame mit den schwachen Augen.


    "Dann gehörst du zur Familia?"


    fragte sie dann vorsichtig und wollte tatsächlich wissen, ob sie eine Sklavin war. Dass sie nicht mit den Tiberiern verwandt war, war ihr klar - sonst würde sie kaum Truhen tragen oder singen!




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    Zitat

    Original von Crista
    "Von einem einflussreichen Mann versorgt werden und dafür Botengänge erledigen?" Crista lachte leise auf. "Gar kein so übles Lebensbild, finde ich." Und es klang viel besser als das Leben wie sie derzeit führte, unter der Fuchtel von Lupus. So übel war er gar nicht als Herr. Wie es nun sein würde, nachdem sie hier angekommen waren? Crista schob die Gedanken beiseite. Interessiert hörte sie der anderen zu. Ich hätte auch gerne einen Bruder gehabt. Er verstarb kurz nach der Geburt. Meine Mutter ging mit ihm mit über den Styx. Da war ich plötzlich ganz alleine mit Vater. Und du wohnst mit deinen Eltern ganz alleine in dieser großen Stadt? Was machst du denn den ganzen Tag? Wo ist Moesia?" erzählte und fragte Crista ganz beherzt. Ihr war bewusst, dass Lupus neben ihr saß, nur heute konnte er ihr nicht verbieten Fragen zu stellen. Und das wollte sie ausnutzen. Freundlich lächelte sie Fabia an. Kennst du dich in der Stadt aus? Wo bekommt man schöne Stoffe? Bei welchem Händler?


    Auch Fabia lächelte ein wenig. Scheinbar wusste Crista nicht, dass ein Klient eigentlich eher ein Mensch war, der von seinem Patron als schmückendes Beiwerk mit sich geführt wurde und dafür schäbige Geschenke und Ignoranz entlohnt wurde. Aber so konnte eine Fabierin, deren Vater sich ebenfalls solcher Speichellecker bediente, nicht ausdrücken. Nunja, vermutlich war es besser, wenn Crista nicht allzuviel von ihrem Lebensstil mitbekam.


    "Moesia liegt weit Osten. Zwischen Achaia und Asia. Sie haben wunderbar warme Sommer, aber dafür sind die Winter eisig."


    erklärte sie. Dann musste sie nachdenken. Was machte sie den ganzen Tag?


    "Nein, wir sind natürlich nicht allein. Wir Fabier sind ein alteingesessenes Geschlecht. Wir haben natürlich viele Sklaven in unserem Haus. Außerdem leben einige Verwandte hier in Rom. Der Rex Sacrorum beispielsweise ist ein Großonkel von mir. Aber ich bin viel zu Hause und lese."


    plötzlich mischte sich Aemilia Lepida, ihre Mutter in das Gespräch ein. Sie hatte schon längere Zeit missbilligend dreingesehen und meinte nun


    "Ja, diese ganzen Graeculi verderben dich noch völlig - die werden dir keinen Mann einbringen!"


    Die Fabierin machte eine abwertende Handbewegung in Richtung ihrer Mutter und rollte mit den Augen.


    "Meine Mutter versteht davon nichts. Sie ist manchmal unmöglich - welche Funktion hast dann eigentlich du?"


    Die Gerügte hob zum Sprechen an, doch ihr Ehemann ergriff milde lächelnd ihren Arm.


    "Lass' sie doch, Aemilia. Heute sind doch Saturnalien!"


    Dann wandte sich Vibulanus wieder an Durus und fragte


    "Was ist denn nun eigentlich in den Gerichtshöfen los? Man munkelt, es läge eine Klage gegen Matinius Agrippa vor?"


    Durus nickte langsam. Es war unglaublich, wie schnell Anklagen gegen einflussreiche Senatoren in Rom die Runde machten. Er hatte es erst erfahren, als er auf die Akten gestoßen worden war.


    "Tatsächlich. Aber ich denke, das ganze liegt noch ein wenig auf Eis...mindestens bis der Kaiser geantwortet hat. Ich habe ihm zwar angeboten, die Sache zu übernehmen oder in seinem Auftrag vor den Senat zu bringen, aber ich denke, er wird das doch lieber selbst übernehmen."


    Dass er als Praetor über einen Consular richten würde, war tatsächlich mehr als unwahrscheinlich. Viel wahrscheinlicher würde er abwarten. Aber ob er die andere Verhandlung an sich ziehen würde?




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    Eine ganze Zeit lang musste der Tiberier mit seinen Mitbrüdern warten, ehe der Aemilier erschien. Er hatte einen hochroten Kopf und wäre fast gestolpert, als er die Curia betrat.


    Er begrüßte rasch die anwesenden Brüder, dann setzte er seine religiöseste Miene auf. Alles war bereits bereit: Eine Sau, die ordentlich gemästet wirkte, wurde von einem Tempeldiener am Strick geführt, Durus hatte das Ritualmesser in Händen, das er zu gegebener Zeit dem Mitbruder reichen würde. Ein weiterer Arvale trug eine Schüssel mit mola salsa, ein dritter eine Kanne Wein. So konnte Pansa nach einem kurzen Voropfer und der rituellen Händereinigung endlich mit dem Hauptopfer beginnen.


    Einer der Opferdiener entrollte eine Schriftrolle und gab dem Aemilier den Text flüsternd ins Ohr, sodass dieser laut sprach:


    "O Angerona, herrliche Göttin, Geheimnisvolle!
    Seit ältester Zeit befreist Du uns vor der Angst, die unsere Herzen gefangen hält, die unseren Geist lähmt und den Körper schwächt.


    Daher bringt die Bruderschaft der Arvalen seit ältester Zeit Opfer zu Deiner Ehre dar. In jenen Tagen, in denen wir Saturn, den Herrn des Überflusses, ehren und jenes goldene Zeitalter feiern, in denen alle Menschen und Götter frei waren von Angst und Furcht, opfern wir jenes Schwein, dessen Blut Dir gefällt.


    Auch das folgende Jahr mögest Du, herrliche Göttin, unsere Herzen und Körper stärken, den Geist befreien, aufdass wir furchtlos dem schlimmsten Feind, der feindlichen Natur entgegentreten, dass uns weder Krieg, noch Unruhe, weder Sturm, noch Überschwemmung, weder Feind, noch Natur uns ängstige, dass einzig den unsterblichen Göttern unsere Furcht gelte.


    So dies geschehe, Angerona, möge unser Dienst ewig und unsere Opfer groß sein im nächsten Jahr und von Ewigkeit zu Ewigkeit.


    Durus lauschte den Worten. Der Dienst der Angerona war Durus ein sehr persönliches Anliegen, denn tief in seinem Inneren quälten ihn so manche Ängste, die er niemals zum Vorschein gebracht hätte. Seit wenigen Monaten war eine entscheidende hinzugekommen: Wer würde seiner gedenken, wenn er starb? Gerade bei Betrachtung der Lage von Quintus war er darauf gekommen - er stand im Feindesland und kein Sohn würde seinem Genius opfern, keiner die Familienlinie weiterführen. Vielleicht war er daher ermahnt worden...


    So bemerkte der Tiberier kaum, wie der Opferdiener und Aemilius Pansa kurze Worte wechselten und erst der Schrei der Sau riss Durus aus den Gedanken. Blut spritzte und ein Tropfen trat tatsächlich den Saum des Gewandes der Götterstatue. Ein weiterer Durus' weiße Tunica. Ob es ein Zeichen der Verbundenheit war? War Angerona ihm gnädig?




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    Zitat

    Original von Spurius Purgitius Macer
    Vor lauter Jubel und ausgelassener Freude, kam man gar nicht dazu, ein paar Worte zu wechseln. Von den Worten, die vorne am Tempel gesprochen wurden, verstand Macer kaum ein Wort, aber die Handlungen waren ja bekannt. Eben zogen die Verteiler der Kekse los und als sie sich langsam weit genug über den Platz geschoben hatten, bekam auch Macer einen der Kekse ab. Schätzend betrachtete er ihn und dann diejenigen, die sich Durus und die anderen Menschen um ihn herum genommen hatten. "Sehen mal wieder alle gleich aus."


    Durus ergriff sich wahllos einen der Kekse, die nun herumgereicht wurden. Noch allzugut erinnerte er sich an das letzte Jahr, als Jakobus den goldenen Keks gezogen hatte. Er hatte den Rausch seines Lebens gehabt, da war sich Durus sicher. Eigentlich hatte er keine besonders große Lust, der Saturnalienfürst zu werden, obwohl es sicher eine gute Möglichkeit war, bekannter zu werden - andererseits war er bereits Praetor...


    Er brach den Keks auseinander und stellte fest, dass er sich umsonst Gedanken gemacht hatte: Der Keks war leer und er hielt eine Hälfte seinem Nomenclator hin. Er fand, dass das Teilen mit einem seiner Sklaven doch eine schöne Geste war an diesem Tage. Dann sah er nach, ob dieses Jahr wieder jemand aus der Familia Tiberia es geschafft hatte, so viel Glück zu haben...




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    Durus lehnte sich zurück. Offensichtlich war das Militär eine Familienkrankheit der Tiberier. Jeder wollte dorthin, aber zumindest war sein Vater vernünftig.


    "Nein, Antoninus ist wieder zurück gegangen, wo er herkommt. Und Calvina wollte aufs Land. Ihre Gesundheit war ein wenig angeschlagen, soweit ich mich erinnere. Zumindest ist das mein letzter Stand."


    erklärte er kurz. Dann beschloss er, auf die Wünsche des jungen Mannes zurückzukommen.


    "Nunja, in politischen Karrieren ist das Tribunat normalerweise erst nach den ersten Erfahrungen auf der politischen Bühne üblich. Den Militärdienst kann man natürlich immer vorziehen, aber du bräuchtest zumindest einen senatorischen Rang. Das ist jedoch zur Zeit etwas schwierig. Daher würde ich dir vorschlagen, dass du zuerst eine Aufgabe hier in Rom wahrnimmst. Du könntest mich beispielsweise bei meinen Amtsgeschäften als Praetor begleiten und ein wenig Erfahrung im politischen Bereich sammeln. Wenn du dann einige Senatoren kennst, dürfte es kein Problem sein, beim Kaiser eine Erhebung in den Senatorenstand zu erwirken. Und dann steht deiner Karriere nichts mehr im Wege!"


    erklärte er und hoffte, dass Lupus seinen Vorschlag akzeptieren würde. Es war dringend notwendig, dass wieder einmal ein Tiberier den Cursus Honorum antrat - sonst würde die Gens am Ende in der Bedeutungslosigkeit versinken, wenn er einmal nicht mehr war!

    Bereits in aller Frühe versammelten sich am Fuße des Palatins, am Velabrum, einige Pontifices unter Führung des Flamen Quirinalis. Sie alle trugen trotz der herrschenden Saturnalien die Toga Praetexta, die sie kennzeichnete. Unter ihnen befand sich Durus, der vom gestrigen Abend in gemütlicher Runde leichte Kopfschmerzen hatte. Glücklicherweise war die Hauptaktivität dem Flamen überlassen, der sich vor dem foculus aufbaute, um das Opfer zu beginnen. Diesmal vor kleinem Publikum, denn nicht wenige feierten den letzten freien Tag vor der alltäglichen Arbeit mit einem Rausch vom Vorabend.

    Aus den Augenwinkeln stellte er fest, dass Lupus sich erhob und etwas holte. Im Nachhinein war es ihm etwas peinlich, dass er den jungen Mann vergessen hatte. Dies überspielte er jedoch, indem er einfach sein Gespräch mit Vibulanus fortführte.


    "Nunja, das Forum ist groß."


    Dann hörte er, wie die neue Sklavin sich recht dumm anstellte und anfing, mit einer römischen Patrizierin zu plaudern. Kurz kreuzten sich seine Blicke mit Aemilia Lepida, die ebenfalls etwas missbilligend den Mund verzog. Heute waren Saturnalien, aber eine Sklavin sollte sich dann wohl doch nicht zu viel herausnehmen...und dann wusste sie nicht einmal, was eine Klientin ist!


    Den Sklaven, der nun erschien, ignorierte er dafür (obwohl er ihn nicht als Sklaven erkannte).

    Sim-Off:

    nicht übel nehmen, rein SimOn ;) Schön, dass du mit ihr redest :)


    Zitat

    Original von Crista
    Dennoch freudnlich lächelnd sah sie die junge Frau an und schüttelte den Kopf. "Mhm... tut mir leid, ich kann diese Frage dir nicht beantworten. Was meinst du mit diesem Wort? Entschuldige, ich komme aus Sizilien. Mir schwirrt der Kopf von all den Eindrücken die nur so einprasseln." bemühte sie sich ehrlich zu erwidern. Wann hatte sie schon mal Gelegenheit ganz ungezwungen mit beinahe Gleichaltrigen zu sprechen? Wie alt Fabia wohl war? Crista selbst wurde bald 18 Jahre. Ihr Vater hatte sie immer aufgezogen, sie sehe älter aus.. mindestens 21 Lenze. "Wie alt bist du? Bist du hier geboren? Hast du Geschwister?" platzten ein paar neugierige Fragen aus ihr heraus.


    Fabia Vibulana hingegen strafte ihre Mutter mit dem gleichen missbilligenden Blick, der etwas sagen wollte wie 'Heute sind Saturnalien! Da werde ich doch mal nett zu einer Sklavin sein dürfen!' Dann lächelte sie Crista freundlich an.


    "Eine Klientin ist jemand, der von einem einflussreichen Mann versorgt wird und ihm dafür hilft. Zum Beispiel um einen Botengang zu machen oder so."


    Sie nahm einen Schluck aus einem Tonbecher, den man für die Gäste abgestellt hatte (An den Saturnalien waren alle gleich, also tranken auch alle aus den einfachen Bechern.).


    "Ich bin Neunzehn. Ich bin eigentlich auf unserem Landgut in Sicilia geboren. Aber aufgewachsen bin ich hier. Mein Bruder Gnaeus auch. Er ist aber zur Zeit in Moesia bei der Legion."




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    Durus hob eine Augenbraue, als Crista sich selbstständig vorstellte. Zuerst dachte er sich *Stimmt, Tiberius Lupus hab' ich vergessen*, dann fragte er sich, ob die Sklavin deshalb beleidigt war.
    Vibulanus hingegen lächelte, wie auch seine Tochter.


    "Bona Saturnalia, Crista."


    meinte er und nahm Platz. Sofort setzten sich die beiden Damen in seiner Begleitung neben ihn. Es wurde den dreien gedeckt und Durus beschloss, das Ruder wieder an sich zu reißen.


    "Ein überaus würdiges Opfer war das dieses Jahr, findest Du nicht auch?"


    "Tatsächlich - aber ich habe Dich gar nicht gesehen, Tiberius!"


    Die Tochter, die recht schüchtern wirkte, wandte sich unterdessen an Crista. Vorsichtig fragte sie


    "Bist du...bist du eine Klientin oder so?"




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    Durus blickte auf, als der Hausherr den Raum betrat und ging auf ihn zu. Ein 'Io Saturnalia' hielt er für unangebracht, daher meinte er nur


    "Salve, Vinicius."


    Doch Hungaricus hatte offensichtlich kein Interesse daran, sich mit Etiketten aufzuhalten, denn er begann sofort zu erzählen, wofür er Durus herbestellt hatte. Durus lauschte interessiert. Dass Hungaricus in den Sitten unsicher war, überraschte ihn - war er doch Consular von höchstem Ansehen. Aber vielleicht war dies auch nur die übliche Bescheidenheit...


    "Und darum wolltest Du mich bitten?"


    fragte er schließlich vorsichtig. Nicht, dass dies für Durus ein Problem war, noch war es ungewöhnlich, wenn die Familie der Frau deren Beerdigung übernahm. Aber dennoch...aus Livias Familienzweig lebte nur noch Titus, Durus selbst war eher entfernt verwandt...aber immerhin war er Hungaricus' Klient und würde tun, was dieser wünschte.




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    Durus sah verwundert auf, als die Fabier das Atrium betraten. Mit ihnen hatte er fast nicht gerechnet. Doch umso mehr freute es ihn, seinen alten Kollegen begrüßen zu dürfen. Und dann auch noch mit Familie!


    "Bona Saturnalia miteinander!"


    meinte Durus und winkte sie dann herbei. Als die drei am Tisch angekommen waren, stellte der Senator seinen Kollegen vor.


    "Das ist Fabius Vibulanus, ein Kollege, zusammen mit seiner reizenden Gattin Aemilia Lepida und seiner Tochter Fabia Vibulana."


    Dann sah er zu seinen Verwandten, die bei ihm saßen.


    "Darf ich vorstellen? Tiberius Iuvenalis, zuständig für die kaiserliche Korrespondenz und Tiberia Albina, meine Cousine. Ich muss gestehen, dass euer Besuch mich ein wenig überrascht. Aber nichtsdestotrotz..."


    Er deutete auf den Tisch, wo bereits einige Speisen standen. Zugleich winkte er einen Diener mit Tellern und Besteck herbei.


    "...seid unsere Gäste!"




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    | Quintus Fabius Vibulanus


    Gemeinsam mit seiner Frau und seiner Tochter betrat Vibulanus die Villa Tiberia durch die offene Pforte. Der Fabier hatte zu diesem saturnalischen Anlass eine rote Tunika mit passendem Pileus gewählt, während seine Frau und seine Tochter zugleich schlichte und elegante Stolen gewählt hatten. Ihnen folgten Begleiter - schwer zu sagen, ob es sich um Sklaven oder Diener handelte. Sie trugen Zweige, die reich mit Süßigkeiten und Keksen behängt waren.


    "Salvete, Tiberii!"


    grüßte er in die Runde und zeigte ein breites Lächeln, das seine Frau aufnahm und ebenfalls grüßte


    "Io Saturnalia!"


    Sie traten näher und stellten sich an den Tisch, an dem die Tiberier Platz genommen hatten.


    "Wie ich sehe, seid ihr bereits am Feiern!"




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    Durus trat ein und folgte dem Ianitor ins Atrium. Im Gegensatz zum tiberischen Atrium schien hier alles wie gewöhnlich zu sein. Nur, dass es für ein derartiges Anwesen verdächtig still war...schweigend sah sich Durus um. Man hatte Livia noch nicht hierhergebracht, kein Totenbett stand in der Eingangshalle.


    Wie es Hungaricus wohl ging? Durus hatte immer das Gefühl gehabt, dass das Paar recht glücklich miteinander gewesen war...in diesen Kreisen wurden selten Hochzeiten aus Liebe geschlossen, jedoch gewöhnten sich die meisten Eheleute sehr schnell aneinander und Hungaricus hatte immer den Eindruck gemacht, sich gut mit der Tiberierin zu verstehen...




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    Irgendwie hatte Durus das Gefühl, dass es der Sklavin nicht schmeckte - und dass sie kein besonders flüssiges Latein beherrschte. Naja, vermutlich war sie keine verna*, sondern frisch eingefangen. Und sie schien die Saturnalia zu genießen, denn sie wagte es scheinbar, die Herrschaften nicht zu kennen. Die gute Laune Durus' ließ ihn dies jedoch nicht auf ihre Dummheit, sondern auf ihr gestriges Ankommen schieben. Daher verbesserte er zunächst


    "Serva. Es heißt Serva. Aber ich kann dir gerne die Familia vorstellen. Ich bin Tiberius Durus, das hier Tiberius Iuvenalis und Tiberia Albina. Da hinten ist der Ianitor, Stesichoros."


    Er deutete noch auf einige Sklaven, die er namentlich kannte und stellte sie vor.


    "Wie war eure Reise?"


    Er wandte seinen Blick zu Lupus, als ihm kam, dass dieser ja ebenfalls gereist war. Dann sah er zwischen beiden hin und her, da er heute ja alle gleich behandeln sollte. Sollte antworten, wer wollte...


    Sim-Off:

    * unfrei Geborene/r




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    Noch immer herrschten die Saturnalia in Rom und alle Welt stand Kopf. In dieser Lage machte sich der Tiberier auf und ging den Weg zum Palatin hinauf - jedoch nicht in den kaiserlichen Palast, sondern in die Nähe der Curia der palatinischen Salier. Genaugenommen kam er letztendlich in die Curia Acculeia an, wo seit Alters her der Dea Dia geopfert wurde und zwar genau am fünften der Saturnalien.


    Als er die Curia betrat, hatten einige Tempeldiener bereits das Sacellum Volupiae vorbereitet. Die Dea Dia, die heute unter dem Namen Angerona verehrt wurde, stand mit verbundenen Augen und versiegeltem Mund frisch poliert in der Nische, dekoriert mit allerlei Grünzeug und Kerzen.


    Der Tiberier begrüßte nacheinander die bereits anwesenden Arvales, die alle ohne Toga, dafür aber mit Ährenkränzen auf dem Haupt erschienen waren, und Tempeldiener mit einem freundlichen


    "Io Saturnalia!"


    Dann stellte er sich in die Reihe und wartete auf Aemilius Pansa, der die Zeremonie leiten würde.




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    Caius Aemilius Pansa erklärte sich bereit, diese Aufgabe zu übernehmen - freute er sich doch schon seit Jahren darauf, endlich einmal selbst eine derartige Zeremonie zu leiten!


    "Als nächstes geht es um die Vota pro Salute Principis am Januarkalenden. Auch hier benötigen wir einen Organisatoren."


    Sim-Off:

    ebenso ;)


    MAIORDOMUS
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    Der Maiordomus wollte zwar einen Sklaven, aber jetzt stellte er fest, dass der Bursche irgendwie nicht so ganz gesund aussah. Vielleicht sollte er doch mehr auf Gesundheit in der Küche achten...sollte doch der junge Bursche ihn nehmen!


    Er verschränkte die Arme hinter dem Rücken und ging weiter, um ein besseres Schnäppchen zu finden.





    MAIORDOMUS – GENS TIBERIA