Beiträge von Manius Tiberius Durus

    "Ja und nein. Meines Wissens nach sind diese Dinge schon immer im Aufgabenbereich des Censors gewesen...folglich denke ich, dass das Gesetz normalerweise nicht notwendig gewesen wäre. Andererseits hat es heutzutage sicherlich seine Notwendigkeit..."


    '...da der Kaiser ja nichts tut' fügte er in Gedanken an, enthielt sich jedoch - man konnte schließlich nie wissen, ob die kaiserlichen Agenten Spitzel unter seinen Sklaven oder den anwesenden Gästen hatte. Es wäre kein besonderes Zeichen von Dankbarkeit gewesen, seinem Gönner Untätigkeit zu unterstellen...


    "Ist eigentlich näheres über die Verletzung des Praefectus Urbi bekannt? Ich hörte, er liege noch mit starkem Wundfieber darnieder."

    Sim-Off:

    allmächd, voll übersehen :(


    Der Vater von Tiberia Camilla? Nun, das war eine schwierige Sache bei Camilla, denn dieser weilte gar nicht in Rom...


    "Ich muss leider zugeben, dass Camilla allein hier wohnt, während ihr Vater in Illyricum weilt.


    Aber ich kann ihm natürlich schreiben, wenn Du wünscht..."


    erklärte er daher. Das war für die Virgo Vestalis Maxima sicher eine schwierige Sache, daher fügte er hinzu


    "Aber vielleicht kann sie Dir selbst weiterhelfen, was die Pläne ihres Vaters angeht. Ich glaube, sie ist zu Hause."






    PRINCEPS FACTIONIS - FACTIO VENETA

    Durus sah zu Macer und erinnerte sich an dessen niedere Geburt.


    "Ich will damit nicht sagen, dass Plebejer der Senatorenwürde unwürdig sind - vielmehr meinte ich mit 'Plebs' den Pöbel, der durch polemische Reden bis in den Senat gelangen konnte - ich erinnere mich an einige Volkstribune, die eine Beleidigung für das ehrwürdige Gremium der Senatoren darstellten.


    Ich meinte es dahingehend, dass bei Senatorensöhnen die Wahrscheinlichkeit sehr viel höher ist, dass sie eine vernünftige Erziehung genossen haben und wissen, wie man sich verhält und wovon man besser die Finger lässt. Leider ist es auch bei Patriziern so geworden, dass mancher nicht mehr weiß, was geboten ist und was nicht.


    In keinster Weise wollte ich damit jedenfalls Deine Würdigkeit mindern, Purgitius!"


    Offensichtlich hatte er sich ein wenig unglücklich ausgedrückt. Gerade im Wahlkampf war derartiges höchst ungeschickt...

    Sim-Off:

    Ich hab keinen Überblick, aber ich lass mich einfach mal an die Reihe kommen :D


    Durus war endlich an der Reihe. Mit einer ruhigen Handbewegung legte er seine Toga über den Hinterkopf, dann ließ er sich von einem Sklaven die Hände waschen. Leise murmelte er dabei das Reinigungsgebet.


    "Haec aqua a corpore impuritates, modo simile plumbo mutando ad aurum, elluat. Purga mentem. Purga carnem. Purga animum. Ita est!*"


    Anschließend hob er die Amphore hoch, die zweifelsohne ein Weingemisch enthielt, das man für das Opfer an Meditrina verwenden konnte. Mit Blick auf die Iuppiter-Statue begann er - jedoch leiser als üblich, da im ganzen Raum Unterhaltungen waren.


    "Iuppiter Optimus Maximus , weil es rechtens für eine Schale Wein ist, Dir für das Wohl meiner Familie und der meines Gastgebers geopfert zu werden, sollst du um dieser Sache Willen in diesem Opfer geehrt werden."


    Anschließend goss er ein wenig Wein in die Schale, ehe er die Statue der Meditrina fixierte. Für sie gab es ja eine altüberlieferte Formel, die er natürlich wiederverwendete.


    "Novum vetus vinum bibo, novo veteri morbo medeor.**"


    Anschließend goss er den übrigen Wein ins Opferfeuer, woraufhin dieses zischte und ein wenig dampfte - glücklicherweise gab es hier ein Loch im Dach, sodass der Dampf abziehen konnte!


    Anschließend wandte sich der Tiberier nach rechts, als er plötzlich aus der Ruhe gerissen wurde. Ein Sklave kündigte die Cena an - allerdings wollte Durus vorher noch rasch den Gastgeber aufsuchen, sodass seine spirituelle Stimmung sehr schnell dahin war.


    Er entdeckte der Aurelier zusammen mit Flavius Gracchus und Gattin. Mit wenigen Schritten war er bei ihnen und stellte sich vorerst hinten an, bis die drei ihr Gespräch beendet hatten.


    Sim-Off:

    * "Möge dieses Wasser alle Unreinheit von meinem Körper waschen wie das Verwandeln von Blei in Gold. Reinige den Verstand. Reinige das Fleisch. Reinige den Geist. So ist es."


    ** "Ich trinke neuen und alten Wein, um von neuer und alter Krankheit geheilt zu werden"

    Durus nahm mit einem Lächeln die Urkunde entgegen und freute sich bereits darauf, sie ins Familienarchiv zu legen. Er hatte sehr viel erreicht, geradezu unerhört viel. Etwas abwesend nahm er die Glückwünsche einiger Priester entgegen, dann trat Gracchus an ihn heran. Mit einem weiteren Lächeln erwiderte er den Wunsch.


    "Danke. Möge Fortuna auch mit Dir sein, Flavius!"

    Tiberius Durus wunderte sich den ganzen Weg von der Porta bis ins Atrium (was ein sehr kurzer war), warum er eine kleine Amphora bekommen hatte, doch als er eintrat, konnte er gerade noch sehen, wie Aquilius opferte, offensichtlich auch aus der kleinen Amphora. Natürlich, hier wurde das heimische Opfer für Meditrina wiederholt! Und zwar offensichtlich von allen Gästen. Also beschloss auch Durus, sich unauffällig unter die Gäste zu mischen und erst zu opfern und dann den Gastgeber zu begrüßen, zumal er ihn gerade nicht ausmachen konnte.

    Durus nahm ebenfalls Platz und verfolgte dann schweigend das Gespräch zwischen beiden. Auch er wunderte sich einen Augenblick, dass Camilla noch keine favorisierte Gottheit hatte, aber andererseits war das ja auch nicht entscheidend. Folglich blieb er einfach sitzen und wartete ab, wie sich das Gespräch gestalten würde.








    PRINCEPS FACTIONIS - FACTIO VENETA

    Der frischgebackene Pontifex zog eine Augenbraue hoch und sah den Sklaven an. Die Aurelier waren offensichtlich eine sehr poetische Familie...aber er sagte nichts und ging wortlos an dem Jungen vorbei, wobei er die Amphore nahm.

    Eine Sänfte, getragen von acht Ägyptern und vier kräftigen Sklaven wurde im Eilmarsch die Straße hinauf zur Villa Aurelia getragen, sodass der ebenfalls ägyptische Sklave, der vornewegging, seine liebe Mühe hatte, die ahnungslosen Passanten zu verscheuchen. Kaum waren sie vor der Porta angekommen, eilte der Ägypter zur Porta und klopfte an.


    *KLOPF KLOPF*


    Währenddessen entstieg Manius Tiberius Durus der Sänfte. Vor weniger als einer halben Stunde hatte sein Sekretär beiläufig erwähnt, dass er eine Einladung der Aurelier zu den Meditrinalia erhalten hatte. Daraufhin war er erst wütend geworden, weil er nicht davon erfahren hatte, dann hatte er seinen Sekretär zum Auspeitschen abführen lassen und sich in die Garderobe begeben, wo die Ankleidesklaven ihre liebe Not mit ihm gehabt hatten, denn er war äußerst hektisch gewesen.


    Nun atmete er tief durch, um seine Ruhe zu finden, zupfte selbst noch einmal seine Toga zurecht (zu einem solchen Anlass war die Staatstracht sinnvoll, auch wenn das Essen mit ihr ein Graus für die Reinigungssklaven war) und trat hinter seinen Sänftenführer.

    Durus saß weiter auf seinem Stuhl, während Sophus die Aufmerksamkeit auf den Duumvir richtete. Zur Begrüßung erhob sich der Tiberier natürlich und lächelte in die Menge - wenn die Leute sein Gesicht kannten, würde das in jedem Falle nicht schaden - und setzte sich dann wieder, um der Literatio zuzusehen.


    Natürlich hatte Durus selbst schon mehrmals diese Zeremonie selbst durchgeführt, dennoch wohnte ihr eindeutig ein beachtenswerter Zauber inne, der wohl nie verschwinden würde. Ein einziges Mal hatte Durus sogar das Gefühl gehabt, die Geister zu spüren, die er verjagt hatte. Diesmal saß er nur da und sah dem alten Augur zu, wie er umherging.


    Währenddessen bemerkte er, dass sich die beiden jungen Aurelier eifrig mit dem Magistratus unterhielten, was ihn etwas störte - so etwas konnte man doch später regeln! Dennoch bekam er mit, dass offensichtlich beide eine politische Karriere vorhatten...eine interessante Sache!

    Durus folgte jeder Bewegung des Alten, obwohl sein Blick auch mehrmals zum Himmel sprang. Würde ein Zeichen erscheinen? Der Tiberier war sich nie ganz sicher gewesen, ob die Götter wirklich ihr Interesse durch das Lenken von Vögeln zeigten und nicht vielmehr den Menschen ihren Willen einpflanzten, sodass sie glaubten, es wäre ihre Idee...wenn dem so war, konnte eine unglückliche Taube seinen Karrieresprung verhindern!


    Aber dann wandte Sophus sich um und lächelte den Rex Sacrorum an, was Durus als gutes Zeichen wertete. Die Worte darauf bestätigten es.


    Die Verbeugung vor dem Tiberier selbst überraschte Durus dann aber doch - es gab selten Anlässe, bei denen ein Römer sich verneigte und die meisten hatten mit dem Princeps selbst zu tun! Offensichtlich ein ganz besonderer Ehrbeweis. Durus deutete eine Verbeugung an, die jedoch eher wirkte, als würde sein Blick dem Kopf des Annaeers folgen, dann lächelte er.

    Zitat

    Original von Spurius Purgitius Macer
    Macer wollte nicht widersprechen, dass dies eine faszinierende Frage war, aber es war ihm noch eindeutig zu früh am Tag, um sich jetzt schon in derartig tiefsinnige Betrachtungen zu stürzen. Das konnten andere Herren am Tisch ohnehin zweifellos besser als er. Also verzichtete er darauf, den Consular zu belehren und griff stattdessen noch einmal bei den Vorspeisen zu.


    Durus hörte sich vorerst die verschiedenen Standpunkte der verschiedenen Senatoren an, während er sich fragte, wann er den nächsten Gang auftragen sollte. Er hatte genau die richtigen Gäste gefunden, wie er feststellte: Alle traditionsbewusst, mit kritischem Blick auf diese Handwerkersöhne.


    "Ich will mich ja nicht zu weit aus dem Fenster lehnen..."


    ...was in seinem Haus kaum möglich war, da die meisten Fenster eher klein waren, aber das ganze war ja metaphorisch gemeint...


    "...aber ich frage mich, ob diese Entwicklung nicht ein allgemeiner Trend ist, der eine Gefahr für den Bestand der Res Publica darstellt. Ich sehe die mos maiorum ist großer Gefahr, wenn ich mir den Senat ansehe..."


    Natürlich wollte er nicht noch einmal den Kaiser kritisieren, aber einer konservativen Revolution wäre Durus sicherlich nicht gänzlich abgeneigt gewesen...aber das war nun wirklich nicht öffentlichkeitswirksam!


    "Aber die Schließung des Senats für den Plebs ist schon ein guter Anfang, auch wenn selbst einige Senatorensöhne eine vernünftige Ausbildung missen lassen - oder nicht von ihr Gebrauch machen."


    schwächte er das ganze noch ab.

    Die Nackenhaare des Tiberiers stellten sich auf, als der Rex Sacrorum seine Captio erklärte. Zwar hatte er schon viele Ehren erfahren, aber solche im sakralen Bereich hatten doch einen ganz besonderen Zauber. Hier würden nun die Götter entscheiden und nicht seine guten Beziehungen zu wichtigen Männern...denn er wusste, dass Annaeus Sophus niemals Bestechungsgelder für seine Auspizien und Augurationen angenommen hatte...zumindest nicht so offensichtlich. Und so hatte Durus es garnicht erst versucht.

    Durus stimmte Camilla mit einem


    "Das stimmt. Diese Ornamente gefallen mir besonders!"


    Und er deutete auf die goldene Raumdekoration, ehe er den Hausherrn (zumindest einen von ihnen) kommen sah und rasch den Arm senkte. Als Aquilius bei ihm angekommen war, musterte er den Sacerdos. Leider konnte er sich kaum erinnern, ihn schon einmal getroffen zu haben - höchstens bei irgendeinem gesellschaftlichen Anlass...war es nicht eine Hochzeit gewesen?


    "Salve, Flavius. Danke, für mich nicht."


    grüßte er zurück und begann direkt mit seinem Anliegen.


    "Dies ist Tiberia Camilla, meine Cousine. Sie möchte in den Dienst der Götter treten und Du wurdest der jungen Dame als Ausbilder zugeteilt."


    eröffnete er dem Flavier. Natürlich konnte der junge Mann von nichts wissen, aber einem Senator würde er sicher glauben - erwartete Durus!

    Durus sah erwartungsvoll auf Sophus, seinen Kollegen. Jetzt würde er bald er selbst zum Pontifex werden. Diese Handlung hatte er selbst bereits häufiger durchgeführt, da im Grunde alle Priester und Magistrate inauguriert wurden...doch selten in Anwesenheit des halben Collegium Pontificium...

    Durus sah sich ein wenig um, während der Sklave sie verließ. Er war erst selten im flavischen Hause gewesen, umso neuer kam ihm die Raumgestaltung vor. Hatte man die Villa etwa renoviert?


    "Ich frage mich, ob wir unser Atrium auch einmal renovieren sollten, Camilla..."


    meinte er gedankenversunken.

    Durus lächelte, da er einen guten Tag hatte. Sonst wäre er über einen solchen Ianitor empört gewesen. Der Sklave, der es gewohnt war, angeblafft zu werden, übernahm es, für sie zu sprechen.


    "Der ehrenwerte Senator Manius Tiberius Durus und Tiberia Camilla möchten mit Flavius Aquilius sprechen."


    Währenddessen meinte Durus


    "Ich glaube, Stesichoros ist auch nicht unbedingt freundlich, wenn Bettler auftauchen."


    Allerdings würde der eigene Ianitor sicher niemals so eindrucksvoll wirken wie Acanthus...