Beiträge von Manius Tiberius Durus

    Da der Praefectus Praetorio gegen eine "Entscheidungshilfe" nichts einzuwenden hatte, erhob sich Tiberius Durus erneut.


    "Dann würde ich vorschlagen, wir suchen einen geeigneten Mann in unseren Reihen."


    Er sah zum vorsitzenden Consul - das war ja eigentlich dessen Aufgabe! Oder zumindest die eines Consularen und nicht die eines ehemaligen Aedils.

    Durus nahm das Schreiben entgegen und fragte sich, ob es tatsächlich irgendeine Anweisung war. Vielleicht die Einweihung eines Ianus-Tempels? Oder heiratete die Nichte des Fabiers nun doch endlich und er brauchte gute Vorzeichen?


    Als der Senator jedoch zum zweiten Satz des Schreibens gekommen waren, erblasste er vor Überraschung. Immer weiter las er und immer mehr malte sich ein Lächeln auf sein Gesicht. Offensichtlich war er ein Liebling der Götter, denn schon wieder kam er auf seinem Weg weiter - und diesmal sogar ohne, dass er jemanden bestochen hatte! Jetzt fehlte nur noch die Praetur und das Jahr war perfekt!


    Er brauchte nicht lange nachzudenken. Ein Pontifikats-Angebot lehnte man nicht einfach ab und abgesehen davon würde ihm das auch nicht im Traume einfallen! Bevor der Rex Sacrorum es sich anders überlegen konnte, erklärte er deshalb


    "Ich bin gerne bereit, das Amt eines Pontifex auf mich zu nehmen. Richte dies dem Rex Sacrorum aus."


    Er rollte das Schreiben zusammen.


    "Und richte ihm außerdem meinen Dank für dieses Angebot aus."

    Tiberius Durus versuchte, die Schmarotzer links und rechts an sich vorbeizulassen. Schließlich schaffte er es auch ins Atrium, wo alle herumstanden und auf ihre Gnadengaben warteten. Nun musste er es nur noch schaffen, die Aufmerksamkeit des Hausherrn zu erhaschen, sodass dieser ihn zu einem etwas privateren Gespräch einlud. Allerdings hatte er das Gefühl, dass hier niemand eine Liste führte und Hungaricus so informieren konnte, wenn wichtige Persönlichkeiten erschienen. Er war also nur auf den Latus Clavus an seiner Toga angewiesen...

    | Stesichoros


    Oh, der Procurator a libellis! Das war doch eines der höchsten Tiere am Kaiserhof, wie der gut informierte Ianitor wusste. Umständlich faltete er das Taschentuch zusammen, dann antwortete er.


    "Das sollte kein Problem sein. Er ist zu Hause."


    Für einen derartig wichtigen Mann war der Senator immer zu Hause! Also...


    "Wenn Du mir also folgen willst, ich informiere ihn über Deinen Besuch!"


    Und schon führte er den Procurator ins Atrium.





    IANITOR – GENS TIBERIA

    Der Ianitor führte Callidus ins Atrium, wo er ihn bat, zu warten. Stesichoros selbst eilte zuerst ins Tablinium, tauchte von dort wieder auf, ging weiter zu einer anderen Tür, sah dort nach. Mit ratlosem Gesicht erschien er auch diesmal. Sich noch einmal schneuzend eilte er dann in den hinteren Bereich der Villa. Nach kurzer Zeit erschien er wieder.


    "Der Herr wird gleich hier sein. Er ist ein wenig...unvorbereitet."


    Tatsächlich dauerte es eine ganze Zeit, ehe der Senator mit feuchtem Haar und einer nicht gerade perfekt sitzenden Tunika erschien. Dennoch lächelte er freundlich und ging auf seinen ehemaligen Vorgesetzten zu.


    "Salve, Aelius Callidus! Was für eine Überraschung!"


    Tatsächlich war Durus überrascht. Er hatte sein Bad rasch unterbrochen, um den wichtigen Mann zu empfangen. So sehr hatte er sich beeilt, dass es dem Ankleidesklaven nicht gelungen war, seine Tunika ordentlich zu richten. Nun wurde Durus sich dieses Fehlers gewahr und richtete seine Kleidung.


    "Verzeih...wie gesagt: Eine Überraschung!"


    Nun lächelte er entschuldigend.

    | Stesichoros


    Noch einmal sog Stesichoros den Rotz hoch, dann nickte er.


    "Senator Tiberius Durus, kein Problem."


    ...zumindest für einen Gesandten des Rex Sacrorum. Immerhin war dieser eine hochrangige Persönlichkeit - das wusste selbst ein Sklave!


    "Komm' mit, ich sehe nach, ob er dich empfängt."


    Und schon führte der Ianitor den Scriba ins Innere der Villa...





    IANITOR – GENS TIBERIA

    Der Ianitor führte den Scriba ins Atrium, wo er ihn eine Weile warten ließ, um währenddessen hinter dem Vorhang zum Tablinium zu verschwinden. Es dauerte eine Weile, dann erschien sein Kopf und Arm und er winkte Mercurinus hinein.


    Daraufhin verschwand er und überließ es dem Hausherrn, den Gast zu begrüßen, was dieser sofort tat.


    "Salve, Valerius Mercurinus! Der Rex Sacrorum schickt dich? Worum geht es?"


    Durus war äußerst gespannt, was der Opferkönig ihm mitzuteilen hatte, denn für gewöhnlich hatte er nichts mit dem Collegium Pontificium zu tun - es sei denn, es ging um Inaugurationen von Priestern oder ähnlichem. Aber da erschien meist nur ein Pontifex Minor.

    | Stesichoros


    Stesichoros schniefte gerade tief ein, als es heftig klopfte. Eine solch stürmische Weise kannte er normalerweise nur von Soldaten, sodass er erst vorsichtig aus der Tür spitzte. Hinter ihm waren bereits seine beiden neuesten Gesellschafter - die Soldaten der CU - aufgesprungen und hatten Hand an ihre Schwerter gelegt. Einen von ihnen hatte der ewig-kranke Ianitor bereits angesteckt, aber seine Aufmerksamkeit hatte das nicht geschmälert.


    Als er den Scriba erkannte, öffnete er die Tür ganz, sodass auch die Milites entspannt ihre Hände von Schwertgriff nehmen konnten.


    "Du wünscht?"


    fragte Stesichoros den Fremden.





    IANITOR – GENS TIBERIA

    "Du willst also eine Prüfungspflicht für Architekten, die innerhalb der Stadt Rom Bauwerke errichten wollen, durchsetzen? Oder jemanden, der Staatsaufträge annimmt?"


    fragte er noch einmal nach. Das würde die Sache ja schon deutlich eingrenzen.


    "Übrigens glaube ich eher, dass ein Architekt von gutem Ruf eine derartige Kostenflut für ein solches Diplom eher als nutzlos empfinden wird - er weiß, dass er gut ist und seine Auftraggeber wissen es auch - wozu also Geld ausgeben?


    Wobei ich immer noch der Meinung bin, dass es einen enormen Kostenaufwand bedeuten würde. Schließlich müssten ständig alle Baustellen überprüft werden und um diese Kosten zu decken, müssten die Gebühren schon von enormer Höhe sein."

    "Oh, sehr erfreulich - also dass es ihr gut geht, nicht die Erkältung."


    Auch er nahm sich ein Stückchen Huhn, das sauber in mundgerechte Happen geschnitten worden war. Langsam tunkte er es ins Garum und ließ es sich anschließend schmecken. Diese Köchin war wirklich ein Segen für das Haus!


    Als er heruntergegessen hatte, führte er die Unterhaltung ein wenig fort.


    "Ich habe übrigens beschlossen, im kommenden Jahr zum Praetor zu kandidieren."

    Am Morgen des Tages der Hauptverhandlung erschien Durus wesentlich früher um nicht wieder vorletzter zu sein. Er betrat den Gerichtssaal, sog die leicht staubige Luft des Raumes ein - er war zu Hause.


    Dann ging er, gefolgt von seinem Scriba, nach vorn und nahm auf der Anklagebank Platz. Hier war er schon so oft gesessen, schon als Advocatus Imperialis...jetzt war er privater Kläger.

    | Stesichoros


    Als es klopfte, öffnete Stesichoros gewohnt übellaunig und erkältet. Seitdem es kühler wurde, nahm aus seine Erkältung wieder merklich zu. In ihrer Gemeinheit hatte die Köchin auch noch ein besonders scharfes Essen gemacht, sodass die Nase des Ianitors lief wie der Tiber. Er schneuzte sich, ehe er erkannte, dass es sich um einen höheren Beamten handeln musste.


    "Ihr wünscht?"


    fragte er die drei Herren, von denen der Mittige offensichtlich der Chef war.





    IANITOR – GENS TIBERIA

    Als Durus das Familiengrab der Prudentier erblickte (das er nur erkannte, weil dahinter ein frischer Scheiterhaufen wartete), atmete er auf. Das Totenbett war mit der Zeit deutlich schwerer geworden, als er geahnt hatte und seine Schulter schmerzte von der harten Tragestange. Heute Abend würde er sich diesen Schmerz ausmassieren lassen!


    Schließlich kamen sie näher und der Tiberier musterte das eher unscheinbare Grab, das deutlich die griechische Herkunft der Familie bekundete. Sicher stammten sie aus irgendeiner Stadt, die irgendwanneinmal von einem dieser Griechen-Freaks auf dem Kaiserthron das Bürgerrecht verliehen bekommen hatte. Aber das zählte nun nicht - jetzt war es wichtig, dass der Consul Prudentius Commodus das Zeitliche gesegnet hatte und damit der römische Staat an sich in seinen Grundfesten erschüttert worden war.

    Nachdem niemand etwas einzuwenden hatte, meinte Durus.


    "Gut, dann beginnen wir mit der Abstimmung. Tiberius Valens, ich bitte Dich, dafür den Raum zu verlassen."


    meinte er zu Valens und wartete, bis der junge Mann gegangen war.


    "Dann möge jeder seine Hand heben, der für den Beitritt des Caius Tiberius Valens zum Collegium der Arvales Fratres ist."


    Durus selbst hob als erster seine Hand.


    :dafuer:


    Sim-Off:

    sorry, sooo lange wollte ich eigentlich nicht warten - habs auch verpennt ;)

    "Hühner legen also ohne Pflege und Haltung keine Eier, verstehe.


    Aber ich bin eher der Meinung, dass du die Gesetze durch die ominöse Behauptung, das Roden von Ackerland und das darauffolgende Verkaufen der Baumbestände sei kein Teil der Landwirtschaft.


    Abgesehen davon säe und pflege ich meine Kirschbäume, deren Holz bei meinem Mandanten zu Brettern verarbeitet wird."


    meinte Durus und sah dann hinauf zur Sella Curulis des Praetoren. Er sah es kaum möglich, dass dies hier noch eine Einigung wurde.