Durus kam direkt von der Wache zur Administratio - wo er früher selbst häufig unterwegs gewesen war. Diesmal blieb er jedoch beim Officium des Rationalis stehen und klopfte.
*KLOPF KLOPF*
Durus kam direkt von der Wache zur Administratio - wo er früher selbst häufig unterwegs gewesen war. Diesmal blieb er jedoch beim Officium des Rationalis stehen und klopfte.
*KLOPF KLOPF*
Ad
Praetor Urbanus
Basilica Ulpia
Roma
Advocatus M' Tiberius Durus Augur Praetori Urbani s.d.
Hiermit reiche ich, Manius Tiberius Durus, in Vertretung des Senators Quintus Tiberius Vitamalacus, gemäß Cod Iur § 25 (2) eine Anfechtungsklage gegen das Edictum Praefectus Urbi ANTE DIEM XVI KAL SEP DCCCLVII A.U.C. (17.8.2007/104 n.Chr.) ein.
Der benannte Betrieb "Lignarius Hispania Carthagae Nova Q.Tiberius Vitamalacus" entspricht als landwirtschaftlicher Betrieb, dessen Holzwirtschaft als zielgerichtete Erzeugen eines pflanzlichen Produktes, nämlich des Holzes, den Bestimmungen von § 3 (5) Lex Mercatus entspricht.
Aus diesem Grund bitte ich um Prüfung des Sachverhalts und Aufnahme eines Verfahrens.
Vale
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"Ah, interessant."
bemerkte Durus, dann kam ihm auch schon, wie er den Smalltalk am Leben halten konnte.
"Du willst den Göttern dienen? Hast du schon etwas Bestimmtes im Auge?"
Durus setzte sich auf und betrachtete das Schriftstück. Wieder einmal der Praefectus Urbi, natürlich. Diese These stand tatsächlich argumentativ auf tönernen Füßen und da Quintus zur Familie gehörte...
"Ich werde mich darum kümmern, Cato. Ich werde ihn gerichtlich vertreten."
Dass Cato als Vertreter von Quintus etwas dagegen haben würde, war für Durus unvorstellbar, also fragte er garnicht erst.
"Dagegen habe ich nichts einzuwenden. Ich persönlich würde mich auch gern an der Ausarbeitung eines solchen - sagen wir Formblattes - beteiligen."
erklärte Durus.
Die Sänfte des Senators Tiberius erschien am Aufweg zum Palatin, wo sie schon lange nicht mehr gewesen war. Ihr entstieg der Senator persönlich und sprach die Wache an, die er mittlerweile nicht mehr kannte (früher als Advocatus Imperialis hatte er die meisten Prätorianer, die hier Dienst schoben, gekannt) an.
"Salve, Prätorianer. Ich bin Manius Tiberius Durus, Senator. Ich komme wegen des Kaufes von Grundstücken."
Durus musterte die junge Dame. Sie wirkte äußerst attraktiv - aber sie war eben eine Tiberia ![]()
Auch er versuchte, bekannte Züge in ihrem Gesicht zu erkennen, musste allerdings passen.
"Das ist kein Wunder. Ich habe sehr lange Zeit in Alexandria gelebt. Ich bin Manius Tiberius Durus, Sohn des Manius Tiberius Ahala."
stellte er sich freundlich vor.
"Und war führt dich hier her, in die ewige Stadt?"
Diese Sache war weitaus deutlicher Sache der Auguren und deshalb war Durus auch weitaus interessierter - sogar Aemilius Pansa hörte zu.
"Diesem Antrag kann ich zustimmen, auch wenn ich bemerken möchte, dass es wohl kaum möglich sein wird, all die komplizierten Regeln und Fallunterscheidungen der Auguren-Tätigkeit für den gemeinen Mann durchsichtig zu machen.
Dennoch - ein Anfang wäre durchaus zu machen."
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Natürlich war Durus dafür - er war immerhin mit Furianus befreundet!
| Stesichoros
Der Sklaven war nicht weniger grimmig, als der Name gemeldet wurde. Wieder irgendeine Tiberia, wahrscheinlich Schwippschwägerin des Großcousins zweiten Grades und wahrscheinlich wollte sie Geld vom Senator. Für Geld kamen manche Leute ziemlich weit angereist. Aber der Name "Tiberia" öffnete hier in der zugehörigen Villa fast automatisch alle Türen, sodass er sagte.
"Gut, soll reinkommen."
Während er die Tür weiter öffnete, verfluchte er den Tag, an dem der Frühling mit seinen garstigen Blüten eingesetzt hatte.
Durus ließ die junge Tiberia direkt in sein Tablinium führen. Sie gehörte offensichtlich zur Familie (auch, wenn der Senator sie gerade nicht sofort in den Stammbaum einordnen konnte), also konnte man ihr vertrauen. Vertrauen wurde in der Tiberia groß geschrieben.
Als das Mädchen eintrat, erwartete Durus sie in seiner üblichen, eher schlichten, wenn auch teuren Tages-Tunika, mit der er über seinen Akten und Beschlüssen zu brüten pflegte.
"Salve, Tiberia Camilla."
begrüßte er sie.
Also für eine Tiberierin bin ich gerne bereit, meine raren Geburtstagsglückwünsche zu entsenden!
Alles gute!
...und wieder bat der Senator, der gerade dabei war, Berichte seiner Späh-Klienten zu lesen, den Libertus herein.
"Herein!"
Als er Cato erkannte, ahnte er bereits, dass es wohl um irgendeine Anweisung von Quintus gehen musste...
Durus sah auf, als der Praefectus Urbi zurückkehrte. Während der Wartezeit hatte er sich nicht unterhalten, sondern stattdessen ein Wachstäfelchen mit verschiedenen Informationen zur nächsten Senatssitzung studiert. Ihm war das Schicksal seines Klienten inzwischen kaum mehr wichtig - beziehungsweise er würde zufrieden sein, wenn dieser tot war.
Aber dennoch interessierte ihn die Urteilsverkündigung - schon aus Gewohnheit!
Am Morgen des Tages öffnete der Ianitor die Pforten der Villa Tiberia. Wie immer standen massenweise Männer im Morgengrauen, gehüllt in teilweise eher schäbige Togen, der ein oder andere jedoch auch durchaus in etwas feinerem Zwirn. Mit einer Lampe in der Hand führte Stesichoros die Männer ins Atrium, wo sie wie eine Schafherde zusammenstanden und erwartungsvoll zu der Tür blickten, aus der ihr Patron jeden Morgen zu kommen pflegte.
Es dauerte eine ganze Weile, bis sich diese öffnete und Manius Tiberius Durus in seiner naturfarbenen Toga mit dem Latus Clavus heraustrat und mit freundlichem Blick den Zeigefinger zu Gruße hob.
"Salve, Domine."
"Salve, Domine."
"Salve, Domine."
"Salve, Domine."
"Salve, Domine."
"Salve, Domine."
"Salve, Domine."
ging durch die Menge, während sich die hinteren reckten, um einen Blick von ihrem "Herren" zu erhaschen. Doch der Tiberier würdigte die grex togata, die ihm hier ihre Aufwartung machte, keines Blickes mehr, sondern verschwand in seinem Tablinium, um die wichtigsten der Klienten persönlich zu treffen. Einer seiner Sklaven, der neben der Tür jeden Ankömmling registriert hatte, reichte ihm die Tabula, auf der die wichtigsten Namen angestrichen waren.
Klienten und Bittsteller von Tiberius Durus dürfen sich direkt hier in die Salutatio schreiben und müssen nicht erst an der Porta klopfen!
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Leonidas Philotates
Oikos Leonides
Polis Alexandria apud Aegyptus
Chaire, Leonidas!
Gern erinnere ich mich an die Zeit in Alexandria zurück, wo ich bei deinem Vater in deinem Haus zu Gast sein durfte. In Anbetracht dieser positiven Erinnerungen bin ich gerne bereit, Dich als meinen Philos aufzunehmen.
Anbei sende ich dir auch ein kleines Sportulum in pekuniärer Form. Ich hoffe, Du hast Freude daran.
Chaire
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Familienwertkarte
Durus bekam von einem Sklaven einen Brief hereingereicht. Er stutzte. Die Notiz sagte, dass er von einem gewissen Leonidas kam - aus Alexandria! Rasch öffnete er und seufzte. Griechisch. Zwar beherrschte er das Griechische, doch lateinische Texte hatten ihm schon immer besser gefallen. So begann er zu lesen...
An
M' Tiberios Skleros
Oikos Tiberios
Roma, Italia
Chaire Kyrios,
Nach all den Jahren schreibe ich Dir nun, um Dich um die Erfüllung einer Bitte zu bitten.
Mein Vater, der ehrenwerte Philotas Alexandres war dereinst der Philos Deines Vaters, Tiberios Ahalas. Viele Jahre waren sie in enger Freundschaft verbunden - mein Vater half dem Deinen, der Deine dem meinen. Stets gereichte dies zu beider Nutzen, aber auch zur Freude beider.
Nun bitte ich Dich um Deine Freundschaft, wie sie auch unsere Väter verband. Möge dieses ewige und ehrwürdige Band der Freundschaft uns beide verbinden, wenn es Dir gefällt. Ich selbst würde Dir Treue und Liebe schwören und würde im Gegenzug einzig das verlangen, was unter Freunden als mindestes üblich ist.
Ich bitte Dich inständig, die Vorteile einer Freundschaft zu bedenken und wünsche Dir und den Deinen den Segen der Unsterblichen.
Chaire
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Als er geendet hatte, wusste er wieder, wer dieser Leonidas war. Er war öfters bei dessen Vater, Philotas, zu Besuch gewesen. Dort hatte es immer hervorragendes Essen gegeben! Und Leonidas war wohl der Bursche, der etwas jünger als er selbst gewesen war...offensichtlich brauchte er Hilfe und da er sich erinnerte, dass Philotas nicht uneinflussreich war dort drüben, beschloss er, sofort zu antworten. Natürlich auf Griechisch, denn er wusste nciht, ob Leonidas überhaupt Latein sprach...
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Leonidas Philotates
Oikos Leonides
Polis Alexandria apud Aegyptus
Chaire, Leonidas!
Gern erinnere ich mich an die Zeit in Alexandria zurück, wo ich bei deinem Vater in deinem Haus zu Gast sein durfte. In Anbetracht dieser positiven Erinnerungen bin ich gerne bereit, Dich als meinen Philos aufzunehmen.
Anbei sende ich dir auch ein kleines Sportulum in pekuniärer Form. Ich hoffe, Du hast Freude daran.
Chaire
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