"Gut, dann werde ich mich informieren - Aurelius ist überhaupt nicht anwesend, soweit ich weiß - nicht wahr? Aber ich werde schon jemanden finden, der mir Auskunft gibt..."
Damit war der sakrale Charakter dieses Mahles bereits völlig vergessen...
"Gut, dann werde ich mich informieren - Aurelius ist überhaupt nicht anwesend, soweit ich weiß - nicht wahr? Aber ich werde schon jemanden finden, der mir Auskunft gibt..."
Damit war der sakrale Charakter dieses Mahles bereits völlig vergessen...
Wie jedes Jahr fand auch in diesem Jahr das Ritual der Arvalbrüder anlässlich der Ambarvalia statt. Man hatte ein paar Felder direkt vor den Toren Roms ausgewählt, die stellvertretend für das gesamte römische Ackerland geweiht wurden.
Tiberius Durus hatte dieses Jahr die Organisation des Ritus übernommen, da sein Vetter Vitamalacus in Mantua wichtigeres zu tun hatte - der Krieg stand ins Haus!
Am Tage der Ambarvalia versammelten sich die Fratres am bestimmten Treffpunkt. Während Durus noch ein wenig nervös war, da er wieder einmal öffentlich opfern würde, schienen andere entspannt ob des arbeitsarmen Tages.
Im Hintergrund beruhigten Staatssklaven, die diesmal als Opferhelfer fungierten, die drei Tiere, die über die Felder getrieben werden würden. Während der Bulle und die Sau eher ruhig wirkten, blökte das Schaf mehrmals, als sei auch es nervös vor diesem großen Auftritt.
"Oh, das ist wahrlich kurz. Aber ich werde sehen, was ich tun kann..."
In Gedanken war er bereits dabei, darüber nachzudenken, wie man am besten einen Schneider als landwirtschaftsgüterverarbeitenden Betrieb darstellte. Zweifelsohne eine...fordernde Aufgabe.
"Wer sind denn die Richter? Du, Prudentius und wer noch?"
Durus lächelte. Diesmal lag sein alter Freund doch gewaltig falsch.
"Aus den westlichen! Quintus...also Tiberius Vitamalacus besitzt in Hispania ein Landgut, auf dem er Reben züchtet. Ich habe ihm eine Fuhre abgekauft."
Durus nickte. So dumm war sie scheinbar nicht - sie schätzte die Dinge gut ein - aber sie war ja auch eine Tiberia (im Herzen zumindest)!
Die nächste Bemerkung rief hingegen Verwunderung bei ihm hervor, sodass er etwas ungläubig schaute.
"Das Erbe verweigern? Mit welcher Begründung?"
Durus lächelte zufrieden. Das Ergebnis war wirklich sehr viel knapper geworden, als der Tiberier angenommen hatte, dennoch...das Ergebnis zählte.
"Ich werde das Ergebnis dem Collegium mitteilen!"
erklärte er und nahm Platz. Die Information hatte bis nach der Sitzung Zeit...
Durus überlegte. Albina war nun tatsächlich überhaupt nicht sein Zuständigkeitsbereich. Er hatte gedacht, Minervina wüsste bescheid...
"Das weiß ich auch nicht...
Aber wenn du schonmal hier bist, wäre ich dir sehr dankbar, wenn du mal ein Auge auf den Maiordomus wirfst. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob er so rechtschaffen wirtschaftet, wie man denkt..."
Genaugenommen vertraute Durus dem Maiordomus schon einigermaßen und er ging auch nicht davon aus, dass Minervina die Ein- und Ausgänge der Familienkasse völlig überblicken würde, aber zumindest würde sie so beschäftigt sein...
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Durus lachte kurz auf. Offensichtlich hatte sie ihn völlig missverstanden.
"Das hätte mich auch gewundert. Ich meinte, ihn geführt!"
Er betonte das 'geführt' überdeutlich.
"Sklaven überwacht - delegieren, kontrollieren, schikanieren eben!"
erklärte er noch einmal genauer. Es kam ihm auch fast komisch vor, wenn er sich vorstellte, wie Minervina mit einem Reisigbesen das Atrium kehrte. So etwas war doch nichts für ein junges Mädchen - zumindest nicht für ein freies!
| Acanthus
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Acanthus machte eine Verbeugung vor dem Tribun und ging dann zu einem kleinen Nebenraum, während er auf das Impluvium deutete
"Wasservorrat,..."
Er öffnete die Tür. Darin standen Besen und Eimer.
"...Eimer."
Er stellte sich neben die Tür und wies in den Abstellraum, der auch leicht staubig war.
"Fehlt noch irgendetwas?"
| Maiordomus
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Genaugenommen war der Maiordomus nicht wirklich wütend, sondern einfach genervt. Stesichoros war ohne anzuklopfen in sein Officium geplatzt - nur seine lange Dienstzeit verhinderte, dass er dafür hart bestraft wurde - und hatte ihn aus der Arbeit gerissen.
"Kein Problem - Acanthus!"
rief er und ein recht junger Sklave tauchte auf.
"Zeig' den Herren das Brandschutzzeugs!"
Mit einer Verneigung quittierte der Sklave dies und wies die Vigiles, mit ihm zu kommen, während der Maiordomus in sein Officium zurückkehrte. Mit so einer Nebensächlichkeit konnte er sich nun wirklich nicht abgeben!
"Ich kann dir auch noch einen richtigen kaufen - oder ich miete dir einen Veteranen...der Maiordomus hat ein glückliches Händchen beim Sklavenkauf..."
antwortete Durus. Auch wenn er Minervina mochte, schätzte er sie doch als verwöhntes Mädchen ein, dem er nicht unbedingt zutraute, einen passenden Sklaven für derartige Aufgaben zu beschaffen. Vermutlich wählte sie eher nach Aussehen aus oder ließ sich jemanden aufschwatzen.
"Hast du bei Quintus den Haushalt geführt?"
Als Durus ein Knabe gewesen war, hatte seine Mutter zumindest den alexandrinischen Haushalt geführt und wenn er recht darüber nachdachte, konnte er sich auch nicht denken, was eine Frau sonst den ganzen Tag tat...
Durus rieb sich das Kinn. Eine Pflichtverteidigung eines Patriziers, der einen illegalen Betrieb besaß? Klang nicht gerade nach Ruhm und Ehre für den Anwalt. Andererseits...was tat er schon den ganzen Tag? Seine Güter verwalten, hin und wieder eine Sitzung in einem der beiden Priestercollegia. Und eine solche Verhandlung versprach interessant zu werden - wenn er es schaffte, einen Schuster für zulässig zu erklären, dann war das schon eine juristische Glanzleistung. Andererseits fand er so etwas nicht gut, aber das musste man ja nicht per Gericht lösen.
"Hm, klingt nach einem richtigen Pflichtverteidiger-Job. Aber wozu ist man Anwalt? Ich würde es tun."
ZitatOriginal von Lucius Flavius Furianus
"Gedenkst du für die nächste Wahlperiode als Praetor zu kandidieren?"
Es war noch recht früh, aber eine Nachfrage war ja nichts verwerfliches.
Durus war ein wenig überrascht von dieser doch sehr direkten Frage. Er war gerade erst in den Senat gekommen und wusste nicht recht...das Alter besaß er ja bereits, aber die Reife? Und noch viel wichtiger: Die Verbindungen?
Er überspielte sein Abwägen mit einem Lächeln.
"Darüber habe ich zugegebenermaßen noch nicht nachgedacht. Die Praetur ist ein höchst ehrenvolles Amt und eine Kandidatur dazu sollte wohlüberlegt sein. Ausschließen würde ich es aber noch nicht - es ist ja auch noch Zeit!"
Gerade kam dem Tiberier, dass er nach einer Praetur auch einen Statthalterposten erhalten konnte und damit vielleicht seine finanzielle Lage verbessern, die im Gegensatz zu der der Flavier durchaus nicht so furchtbar üppig war - jedenfalls für Patrizierverhältnisse.
Gedankenverloren murmelte er
"Er hätte sich schon verabschieden können..."
Immerhin zog er in den Krieg und möglicherweise kehrte er nicht zurück! Dann erklärte sie ihr Bleiben, bevor Durus es schaffte, ihr ebendies anzubieten. Wenn sie sich von Quintus verabschiedet hatte, hatte dieser offensichtlich auch nichts dagegen...
"Sehr schön. Dann sehen wir uns ja in Zukunft etwas öfter...ich hatte mich schon gewundert, dass Quintus die halbe Familie mit in diese kleine Hütte im Castellum genommen hatte."
Zwar war "kleine Hütte" für die Casa des senatorischen Tribuns eine blanke Untertreibung - in Relation zur Villa Tiberia Roma jedoch hingegen durchaus angebracht. Vor allem für solch ein junges Mädchen wie Minervina es war.
"Dann kannst du dich ja nun wieder ins Großstadtleben stürzen. Hast du denn einen Custos Corporis?"
fragte er sofort, als er die praktischen Anforderungen eines Großstadtlebens abwog - Rom war keineswegs so sicher, wie die Propaganda behauptete!
| Maiordomus
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upsie, vergessen irgendwie ![]()
Doch nicht der Hausherr erschien nach einiger Zeit, die die Vigiles Zeit hatten um die Schönheit des Atriums zu bewundern. Genaugenommen war es vielleicht doch eine Art Hausherr - der leitende Verwalter nämlich trat aus seinem Officium und musterte die Männer feindselig. Mit in die Seiten gestemmten Armen überflog er die Soldaten und entdeckte endlich deren Anführer.
"Wegen der Brandschutzverordnung seid ihr hier? Wo ist das Problem?"
Hinter seinem Rücken verschwand der Ianitor wieder zu seinem Arbeitsplatz.
Diese Frage warf in Durus viel Nachdenken auf. Was hatte er denn bereits für das Collegium getan? Auspizien für eine Senatssitzung eingeholt - die Magistrate dieser Amtsperiode legten offensichtlich wenig Wert auf die Zustimmung der Götter zu ihren Taten. Folglich fragte er sich, ob er Furianus von diesem Collegium vorschwärmen sollte...
"Die Arbeit ist...interessant."
erklärte er schließlich diplomatisch.
"Vor allem dank meiner Collegae, deren Erfahrung und Hilfsbereitschaft wirklich bewundernswert sind."
Der letzte bedeutende Rat war von Verginius, dem Magister persönlich gekommen: Nach der Wahleröffnung hatte er den jungen Auguren beiseite genommen und ihm einige Dinge klar gemacht. Offensichtlich wurden nicht alle Vögel, die bei den verschiedenen Riten erschienen, von Iuppiter persönlich geschickt. Es war wohl durchaus üblich, dem Willen des Himmelsherren mit eigen gekauften Exemplaren nachzuhelfen. Durus hatte dies bereits geahnt, aber dass es dabei innerhalb des Collegiums völlig üblich war, Geschenke für erfolgreiche Auspizien anzunehmen war doch sehr überraschend gewesen. Ein wenig mehr Diskretion hatte er schon erwartet...
Durus war etwas verwundert. Gracchus war für ihn der geborene Senator - ernst, wohl gebildet, eloquent, patrizisch - die Liste ließ sie fortführen. Aber anstatt dies kommentieren zu können, wandte der Flavier das Thema von sich zu Furianus, der eine überaus interessante Antwort von sich gab.
Claudias Tod schien Furianus mehr mitzunehmen, als Durus gedacht hatte. Für ihn war es eine politische Beziehung gewesen - Patrizier heiratet anderen Patrizier - legitime Nachkommen zeugen, dafür war die Ehe doch da! Und natürlich, Gentes zu verbinden. Aber wo die Liebe eben hinfiel...
Auch kam Durus der Dienst im Cultus Deorum weitaus weniger unpassend vor wie Gracchus. Immerhin war es in der Oberschicht Gang und Gäbe, zwischen Leitungspositionen in Militär, Religion und Politik hin- und herzuspringen. Die Frage nach dem Dienst an Libitina fand er jedoch nicht angemessen und erkannte dahinter schnell Gracchus' mangelnde Begeisterung.
"Willst du einem der Collegia beitreten?"
fragte er, die Indigniertheit des anderen Flaviers übergehend.
Durus hatte ebenfalls Platz genommen und war ein wenig überrascht ob der Worte, die Furianus an ihn wandte.
"Aurelius Cicero? Einen Pflichtverteidiger? Was hat er denn verbrochen?"
Seitdem Durus im Collegium Augurum beschäftigt war, kam er irgendwie nicht mehr so dazu, die Gerichtsverhandlungen in der Basilica zu verfolgen.
Auch Durus stimmte ab, wie man es wohl von ihm erwartet hätte.
Manius Flavius Gracchus ![]()
Lucius Claudius Marcellus ![]()
Manius Matinius Fuscus ![]()
Lucius Flavius Furianus ![]()
Gaius Prudentius Commodus ![]()