Beiträge von Manius Tiberius Durus

    Naja, prinzipiell wollten wir das Gladiatorenspiel erstmal bündeln, und da bietet sich Rom nunmal an, weil auch die Magistrate dort ihre Spiele veranstalten. Wenn es großen Zuspruch in Rom gibt, können wir allerdings darüber nachdenken, auch in Germania/Aegyptus eine Gladiatorenschule aufzumachen.


    Solange müsste man dort eben auf NSCs zurückgreifen (wobei man natürlich durchaus auch Gladiatoren von der Ludus Magnus ausleihen kann ;)).

    Durus seufzte. Natürlich hatte er schon einen Plan, aber diesen einfach so auszuplaudern, war sicherlich ebenso dumm wie gefährlich. Allerdings war es durchaus interessant, wie weit Lucianus zu gehen bereit war.


    "Ich weiß es nicht. Aber ich bin sicher, dass wir ihn loswerden müssen, ehe er noch mehr Unheil anstellt. Und sicher stellen, dass danach nicht wieder so ein Stümper der starke Mann in Rom wird."


    Dies klang zwar verdächtig nach Ermordung, ließ jedoch durchaus auch andere Interpretationen offen: Wenn der Kaiser ihn fallen ließ, waren sie ihn schließlich auch los!

    | Lukios


    Ein wenig überrascht über den Themawechsel horchte Lukios auf. Was diese Frage wohl bedeuten sollte? Sicherlich hatte Macer nicht vor, aktiv nach jemandem zu suchen, den er für das nächste Jahr unterstützte. Und er hatte auch schon von seinem Herrn gehört, dass der Purgitier mit dem Gedanken an ein Consulat spielte...


    Dennoch ging er natürlich nicht direkt darauf ein, sondern hielt sich auch hier ein wenig bedeckt, aber durchscheinend genug.


    "Mein Herr hat noch niemandem offiziell seine Unterstützung zugesagt, wenn du das meinst. Aber natürlich haben wir schon von ein paar Candidati gehört: Vettennius Severus, und Sosius Senecio will scheinbar noch ein zweites Consulat draufsetzen."


    Wenn Macer tatsächlich kandidieren wollte, musste er sich auch einen potentiellen Collega suchen...Sosius Senecio war sicherlich keine schlechte Wahl!





    SCRIBA PERSONALIS - MANIUS TIBERIUS DURUS

    Es blieb Durus kaum etwas anderes, als zu nicken. Es war in jedem Fall absolut sinnvoll, die Regulatorien zu lesen, ehe man irgendeinem Verein beitrat! Als sie dann aber weitere Fragen stellte, lächelte der alte Tiberier milde.


    "Meine liebe Septima, da bin ich eindeutig überfragt. Wie gesagt, gehöre ich dem Verein nicht an, daher weiß ich auch wenig über seine Zusammensetzung oder seine Vorgehensweisen. Am besten, du sprichst wirklich einfach mit Dolabella!"

    | Stesichoros


    Die Porta war wie jeden Morgen geöffnet und Stesichoros von Privatus, dem Nomenclator flankiert. Allerdings waren viele Klienten schon erschienen, sodass es eher ruhig zuging.


    "Die Salutatio beginnt in Kürze! Du kannst Dich zu den anderen Klienten gesellen."


    erklärte der Ianitor, Privatus notierte den Namen und Lupus wurde ins Atrium durchgewunken.





    IANITOR – GENS TIBERIA

    Im Atrium stand bereits eine größere Gruppe Männer in Togen, die teilweise ein wenig ob der nun auch herbstlichen Temperaturen am Morgen fröstelten. Einige unterhielten sich interessiert, während einige wenige, offenbar gesellschaftlich höher gestellte Klienten offenbar sogar Geschäfte abschlossen.


    Dann endlich begann die Salutatio: Tiberius Durus erschien, grüßte die Anwesenden und empfing von allen ein


    "Salve Domine!"


    Anschließend zog er sich ins Tablinium zurück, wo er einen nach dem anderen empfing. Nach einiger Zeit kam auch Aurelius Lupus an die Reihe. Man führte ihn in das Büro des Hausherrn, der auf einem Stuhl thronte, umgeben von Sklaven, die teilweise Tabulae hielten, teilweise aber auch mit Sportulae ausgestattet waren.


    "Salve, Aurelius...Lupus?"


    Der alte Tiberier hatte sich trotz der Einflüsterung von Privatus den Namen nicht sicher merken können, sodass sein Gruß fast wie eine Frage klang.

    Zitat

    Original von GAIUS ULPIUS AELIANUS VALERIANUS
    "Mein lieber Pontifex pro magistro, nichts wünsche ich mir mehr, als wieder in Rom zu sein und alles mit eigenen Augen zu sehen. Das ist der Platz, den mein Vater für mich vorgesehen hatte. Aber es geht nicht. Noch nicht."


    Im Gegensatz zu seinen Worten schien die Stimme zu resignieren. Er machte eine Pause und senkte den Blick, bevor er weiter sprach.


    "Aber Salinator ist keine Gefahr. Er hat viele Gefahren abgewandt, viele Schlachten für mich und mit mir geschlagen. Und außerdem ist dort ja noch Quarto, mein lieber Bruder. Aber ich werde an eure Ermahnung denken und mehr Briefe schreiben."


    Im Geiste schüttelte Durus den Kopf, nach außen blieb er völlig unbewegt. In den Augen seines Kaisers war weder Mut, noch irgendeine Kraft zu erkennen und alles in allem wirkte es auf den Tiberier sogar so, als wäre Valerianus ganz zufrieden, dass er nicht in Rom sein musste! So etwas durfte es nicht geben!


    "Das solltest du."


    meinte er daher knapp.


    "Aus dem Cultus Deorum kann ich Dir übrigens ebenfalls berichten: Menenius Lanatus hat sich als Rex Sacrorum gut gemacht. Er vollführt die Riten ebenso gewissenhaft und zuverlässig wie unser neuer Flamen Martialis. Nur der Flamen Dialis macht mir Sorgen: Seine Krankheit hat sich nicht gebessert, noch immer kann er seinen Pflichten kaum nachkommen."


    Wenn Durus sich vorstellte, dass der Pontifex Maximus auf lange Sicht ebenso dahinsiechen würde wie der Flamen Dialis...!


    "Weiterhin hat der Senat auf Vorschlag der Collegia einige Ergänzungen vorgenommen, von denen Du sicherlich unterrichtet wurdest. Soweit es mir bekannt ist, haben auch sie ihre Arbeit gut aufgenommen. Die Pontifices Flavius und Aurelius haben ebenfalls das Atrium Vestae inspiziert, den Bericht aber noch nicht vorgelegt. Hast Du ihn vielleicht bereits erhalten?"

    Durus nickte knapp, wobei er sich fragte, wie viele Opferhelfer dieser ominösen Rinderherde zum Opfer gefallen waren. Dass Celerina über Leibwächter verfügte, wunderte ihn kaum. Mehr, dass sie über einen Liebhaber und so viel Dreistigkeit verfügte!


    Er blickte sich kurz um und winkte den nächstbesten der Leibwächter - es war Áedán - herbei und herrschte ihn an:


    "Warst du die ganze Zeit bei deiner Herrin?"

    Auch wenn Valerianus schon ein großer Feldherr gewesen war, ehe er den Thron bestiegen hatte, glaubte Durus kaum, dass der Kaiser mehr Erfahrung in Staatslenkung hatte als er selbst. Man konnte seine öffentlichen Auftritte ja an einer Hand abzählen, obwohl er nun schon seit mehreren Jahren im Amt war! Und auch bei seinen Entscheidungen vermutete der Tiberier eher die Beamten als ihn selbst in aktiver Rolle.


    Aber so etwas zu sagen wäre wohl tatsächlich hart am Rande der Majestätsbeleidigung gewesen, sodass er zwar kurz schien, als wolle er etwas erwidern, dann aber doch Platz nahm und die Arme vor der Brust verschränkte. All dies war wirklich eine Beleidigung des Senats, wie es sie nicht mehr seit Domitianus gegeben hatte!

    Auch zu diesem Verhandlungstermin war Tiberius Durus selbstverständlich erschienen. Kaum hatte er es sich auf seinem Richterstuhl bequem gemacht, als auch schon die 'Reden' begannen. Leider waren sie nicht annähernd so spannend, wie er erwartet hatte: Octavius Macer verzichtete gänzlich auf Argumentation und wiederholte praktisch seine Anklage, der große Jurist Decimus Mattiacus schien erkannt zu haben, dass zumindest der erste Fall kaum zu gewinnen war - zumindest wirkte seine Argumentation an einigen Stellen ziemlich konstruiert. Von diesem geradezu politischen Fall hatte er sich wahrlich mehr erwartet!

    Das Gespräch wendete sich ab von der Karriere seines Klienten hin zu weitaus gewichtigeren politischen Angelegenheiten. Einen Moment überlegte Durus, ob er Lupus wegschicken sollte, doch dann entschied er sich, dass er einem Gentilmitglied und Klienten schon trauen konnte.


    "Das fürchte ich auch. Ich habe schon mit dem Kaiser persönlich in dieser Sache gesprochen, aber er zeigt sich leider völlig uneinsichtig."

    Ein Sklave der Tiberier kam gegen Morgen, kurz vor dem Beginn der Salutatio, zur Villa Aurelia. Er klopfte Sturm, denn der Befehl seines Herrn war sehr ernst gewesen und duldete keinerlei Aufschub.


    Als man ihm endlich öffnete, japste er nur:


    "Der Pontifex pro Magistro bittet Aurelius Corvinus sofort zu sich. Es geht um eine sehr wichtige Angelegenheit. Er muss sofort kommen!"

    Nur die Dignitas und Gravitas eines Consulars hinderte Durus daran, über diese Aussage zu seufzen. Glücklicherweise musste er aber gar nicht mehr nachfragen, denn wie aufs Stichwort regte sich das Mädchen plötzlich und ihre Palla geriet in Bewegung. Sie rutschte und offenbarte ein klein wenig von dem Gesicht - das dem alten Tiberier doch irgendwie bekannt vorkam!


    Rasch griff er nach Kleidungsstück und zog es weg. Was sich darunter verbarg, verschlug ihm den Atem. Das war doch...das war - konnte Durus seinen Augen trauen? Eigentlich war so etwas doch gar nicht möglich! Er machte einen Schritt auf die Täterin zu und begutachtete sie genau. Natürlich hatte sie einige Kratzer, ihr Arm wirkte ein wenig unnatürlich verdreht und ihre Kleidung bedurfte dringend einer Reinigung, aber das Gesicht war doch unverkennbar: Flavia Celerina!


    Welche Teufelei hatten die Parzen nun wieder ersponnen? Wie kam Flavia Celerina, die Gattin des Pontifex Aurelius Corvinus, in den Hain der Diana - oder viel genauer: mit einem Mann in den Hain der Diana, mit dem sie ihren Gatten betrog - an den Nemoralia? Er musste sich irren! Und doch war er sicher, dass er genau diese Frau schon unzählige Male an der Seite seines Collega und Freundes Corvinus gesehen hatte!


    Einen Moment raste sein Gehirn: Was sollte er tun? Diese Frau hatte die Pax Deorum so empfindlich gestört, dass es eigentlich seine Pflicht war, sie hinrichten zu lassen! Andererseits: Wie würde das für Corvinus aussehen? Konnte er sein Pontifikat nicht auch gleich niederlegen und ins Exil gehen? Aber eigentlich konnte diese Geschichte so nicht stimmen - es musste eine Verwechslung vorliegen!


    Nach vielen Augenblicken wurde er sich endlich wieder der anderen Anwesenden gewahr und blickte in fragende Gesichter.


    "Diese Angelegenheit bedarf eines zweiten Blickes. Ich werde einen weiteren Pontifex holen lassen. Ihr könnt euch solange von der Reise erholen - und versorgt diese Dame! Ihr Arm ist gebrochen!"


    Er blickte herrisch zu seinen Sklaven, die sich sofort daran machten, die Ankömmlinge zu versorgen und Flavia Celerina eine Matratze und Capsa, den Arzt des Hauses, holten.


    "Wer sind die anderen Männer?"


    fragte Durus inzwischen den Rex Nemorensis, der soeben einen Becher verdünnten Weines gereicht bekam.

    Durus schüttelte nur mit dem Kopf. Septima war der lebende Beweis, dass die politischen Verhältnisse zwischen den Aurelii und den Tiberii nahezu ungetrübt waren - und für so etwas war der alte Tiberier auch viel zu professionell! Er beschloss jedoch kein Wort mehr darüber zu verlieren, sondern wandte sich wieder Dolabella zu.


    "Hm, prinzipiell habe ich nichts dagegen. Pferdezucht ist eine gute Sache und etwas Zusammenarbeit kann nicht schaden. Andererseits habe ich mir die Statuten einmal angesehen und musste zugegebenermaßen etwas die Stirn runzeln."


    Abgesehen davon, dass er erwartet hatte, dass man ihn vorher fragte, bevor ein Tiberier ein Gesetz oder sonstige juristischen Regelungen entwarf, gab es noch etwas:


    "Diese große Beteuerung der Kaisertreue halte ich persönlich für etwas übertrieben - ich hätte mehr über Pferde und weniger über Politik geschrieben."


    Genaugenommen hielt Durus solche Formulierungen sogar für verdächtig - denn wer hatte es denn nötig, das so stark zu betonen, wenn nicht der, bei dem seine politische Gesinnung zweifelhaft war?


    "Aber wie gesagt, Dolabella ist eben ein Pferdenarr, da passt so eine Vereinigung gut zu ihm. Ich werde dem ganzen allerdings nicht beitreten - schon allein, weil ich keine Pferde züchte."

    Der alte Tiberier hingegen konnte kaum glauben, was er da hören musste: War nun nicht einmal mehr Nachfragen gestattet? Wenn das wirklich die Meinung des Kaisers war, dann stellte sich eigentlich nur noch eine Frage:


    "Willst du damit also allen Ernstes behaupten, der Senat sei völlig überflüssig?


    Selbst die Könige Roms vor vielen Jahrhunderten griffen auf den Rat der erfahrensten, angesehensten und weisesten Männer Roms zurück! Seit Gründung der Republik ist es die Mos Maiorum, dass diejenigen, die die größte Erfahrung in der Lenkung des Staates besitzen, indem sie Magistraturen bekleideten, sich hier versammeln! Schon immer berieten sie die Consuln und auch die Principes weise und gut! Nicht umsonst greift auch der Kaiser auf uns Senatoren immer wieder zurück, wenn es verantwortungsvolle Ämter zu besetzen gilt!


    Und da willst du mir allen Ernstes sagen, dass die kaiserlichen Beamten, die - bei allem Respekt für ihren wichtigen und erfolgreichen Dienst - keinerlei Erfahrung in der Bekleidung von Magistraturen besitzen, die das Führungszentrum der Res Publica darstellen, besser entscheiden können als Consulare, Praetorier und selbst Senatoren, die die Quaestur am eigenen Leibe erfahren haben?"


    Durus war außer sich. Solch eine Unverschämtheit konnte wirklich nur ein Homo Novus von sich geben!

    Um der Form gerecht zu werden, sandte Tiberius Durus kurze Zeit nach dem klärenden Gespräch mit Aurelius Corvinus den Scheidungsbrief an die Villa Aurelia:


    ~ LIBELLUS REPUDII ~


    Hiermit erkläre ich das Ehebündnis, geschlossen ANTE DIEM XV KAL DEC DCCCLIX A.U.C. (17.11.2009/106 n.Chr.) zwischen Dir, Aurelia Laevina, Tochter des Marcus Aurelius Lyso, und mir, Manius Tiberius Sohn des Manius Durus, Consul der Stadt Rom, Senator und Pontifex pro Magistro mit sofortiger Wirkung für beendet.


    Entsprechend der vertraglichen Vereinbarungen erwarte ich zur Auslösung der Dos, die sich auf eineinviertel Salti Ackerland mitsamt dem darauf stehenden Gehöft und allen darauf befindlichen Gebäuden, südlich von Mantua, zwischen dem Grund des Marcus Aurelius Corvinus und dem Anwesen des Validius Tusca belaufen hat, eine Summe von M Sesterzen von Dir.


    Es bestehen weiterhin keinerlei finanzielle Ansprüche von beiden Seiten. Tuas res tibi habeto.


    [Blockierte Grafik: http://img522.imageshack.us/img522/7630/siegelmtdalleindv5.png] [Blockierte Grafik: http://img504.imageshack.us/img504/8783/unterschriftmtdrk3.png]



    ANTE DIEM XIV KAL OCT DCCCLX A.U.C. (18.9.2010/107 n.Chr.)

    Durus begutachtete das Bündel nun ein wenig genauer. Es war kein Blut auf ihrer Kleidung, soweit er das erkennen konnte. Wahrscheinlich war sie also nur ein wenig erschöpft - oder Diana hatte sie auf andere Weise niedergestreckt?


    "Und was ist mit ihr? Ist sie tot?"


    Die Verdeckung durch den Mantel deutete zumindest darauf hin. Andererseits - warum sollte man eine Tote so eilig nach Rom transportieren, wo sie doch ohnehin nicht mehr aussagen konnte?