Beiträge von Manius Tiberius Durus

    "Korrekt."


    bestätigte Durus und lehnte sich zurück. Furianus war ja nicht nur Magister der Arvales, sondern auch Consul! Und hatte sicherlich auch noch die ein oder andere Zusatzaufgabe, warum sollte er seine Geschäfte also nicht von Zuhause aus führen?


    Als er dann mit einer Bitte um eine kleine Finanzspritze herausrückte, nickte er nur. 600 Sesterzen waren ja eine winzige Investition!


    "Natürlich. Sag einfach meinem Procurator Bescheid, er wird dir den Betrag aushändigen."

    Durus zuckte ein wenig zurück, als er so viel aufgestaute Emotion abbekam. Er hatte ja von Anfang an befürchtet, dass derartig emotionale Beziehungen eine Verbindung zweier Familien eher gefährdeten als beförderten. Andererseits war es natürlich verständlich, dass sie beleidigt war, denn es geziemte sich nicht für einen Verlobten, sang- und klanglos abzutauchen!


    "Das betrübt mich sehr! Ich werde mich einmal etwas umhören, was genau vorgefallen ist."


    versuchte er sie zu beruhigen, als plötzlich sein Sohn hereingeschneit kam und die Stimmung hob - ein Talent, das er zweifelsohne nicht von seinem Stiefvater geerbt hatte. Dennoch bewunderte der alte Tiberier dieses Talent ein wenig.


    "Salve, Aulus! Wir sprechen gerade über Arvinia und Orestes. Man hört schon länger nichts mehr von ihm. Weißt du etwas? Du gehst doch zur Zeit bei den Aureliern ein und aus!"


    Zumindest ging Durus davon aus, dass sein Sohn das Tirocinium Fori gewissenhaft absolvierte und viel von seinem Lehrmeister lernte.

    Auch Tiberius Durus war zu dieser Sitzung erschienen und hörte zuerst bedächtig zu, ehe er sich zu Wort meldete. Die Worte Salinators waren nicht nur unqualifiziert (jeder wusste, dass Senatoren natürlicherweise mehrere Leitungspositionen in verschiedenen Gremien übernahmen!), sondern auch beleidigend. Langsam fragte er sich, was die verschiedenen Männer, die er so attackierte, ihm getan hatten!


    Seiana schlug sich jedoch gut, weshalb er sich bemüßigt sah, seine Unterstützung auszudrücken.


    "Ich bin der Meinung, dass Decima Seiana eine gute Wahl ist. Ich unterstütze den Antrag des Senators Aurelius, sie zu seiner Nachfolgerin zu machen!"


    Die Angelegenheit mit der Ehrung würde er später noch einmal aufgreifen.

    Natürlich war auch Durus sich sicher, dass der junge Mann den CRV bestand - er war immerhin ein Tiberius! Und der Cursus Iuris - nun, da würde man sehen, wie gut er war. Aber das zu beurteilen war immerhin Sache von Mattiacus!


    "In Ordnung."


    meinte er daher und stellte fest, dass dieser Lupus auch noch weitere Pläne hatte, die ihn möglicherweise direkt ins Zentrum der Macht befördern würden.


    "Wir haben den Hain der Dea Dia vor den Toren Roms. Wenn du der Sodalität beitreten willst, wendest du dich aber am besten an den Consul Flavius Furianus, ebenfalls ein Freund von mir. Richte ihm dabei am besten gleich schöne Grüße von mir aus! Er wohnt auf den Quirinal. Eigentlich hätte ich der Magister werden sollen, aber ich habe ihm damals den Vortritt gelassen."


    erklärte er, überzeugt davon, dass dies den jungen Mann beeindruckte. Aber so war es nunmal: Der alte Tiberier war im innersten Zentrum der Macht!

    Als Tiberius Durus an diesem Tag von seinem Calator einen Bericht über die aktuelle Lage des Cultus Deorum erhalten hatte, war er sehr erstaunt gewesen, was die Septemviri nun wieder vom den Pontifices wollten. Ein Gutachten über die Frage, ob Frauen Septemviri werden konnten! So etwas seltsames war ihm lange nicht mehr untergekommen!


    Und so musste das Collegium zusammengerufen werden und nach den üblichen Einstiegsopfern und Begrüßungsfloskeln das Thema angeschnitten werden:


    "Pontifices, ich habe Post erhalten vom Collegium der Septemviri. Sie erbitten eine Relatio für folgende Problemstellung:"


    Er gab dem Pontifex Minor ein Zeichen, woraufhin dieser sich erhob und mit getragener Stimme das Schreiben vorlas:


    Collegium Septemvirorum Collegio Pontificorum s. d.


    Wir, das Collegium der Epulonen, schreiben einer Fragestellung wegen, die auf Grund jüngster Ereignisse, die mit dem Tod des ehrwürdigen Septemvir Sextus Ceionius Petro einhergingen, für das Collegium an Relevanz gewonnen hat. Da wir der Meinung sind, ein eigener Beschluss in dieser Frage würde unsere Kompetenzen sprengen, erbitten wir vom Collegium Pontificorum eine Vorabentscheidung, um die rechtliche Position unseres Collegiums für diesen Fall und für Fälle in der Zukunft zu klären.


    Die Frage, um deren Antwort hiermit ersucht wird, lautet:
    Darf das Collegium Septemvirorum Frauen als Mitglieder aufnehmen?


    Relevante Hintergrundinformationen: Nach einem diesbezüglichen Vorschlag des Propertius Secundus und Nachforschungen des Flavius Piso erachten wir Cocceia Maior, Aeditua des Tempels der Ops am Kapitol, als für eine potentielle Nachfolgerin des Ceionius Petro. Sie ist die Tochter sowie die Witwe eines Senators und kann durch profundes Fachwissen überzeugen; es besteht im Prinzip kein Zweifel an ihrer Befähigung. Wir erachten , dass das einzige, was dem Gedanken, sie aufzunehmen, im Weg steht, ihr Geschlecht ist.


    Submissionen: Uns ist bewusst, dass eine solche Aufnahme mit der Tradition brechen würde, und dem Namen unseres Collegiums, der den Bestandteil „Vir“ enthält, zuwider handeln würde. Gleichzeitig aber hatte das Collegium Pontificorum mit der Aufnahme der Tiberia Claudia und der Einsetzung von weiblichen Pontifices Minores einen Präzedenzfall gesetzt, der analog auch für die anderen Collegien Roms gelten müsste. Zudem muss gesagt werden, dass der Anstieg der Anzahl weiblicher Priester in der letzten Zeit unweigerlich zur Frage führt, ob es ob dessen nicht angemessen wäre, die Möglichkeiten der Frauen, im Cultus Deorum aufzusteigen, zu erweitern.


    Wir hoffen auf eine baldige Entscheidung in dieser essentiellen Frage durch das Collegium Pontificorum und danken für die Betrachtung unserer Fragestellung. Wir bitten infolge dieser Anfrage auch darum, die rechtliche Lage bei den anderen Collegien jenseits aller Zweifel festzustellen.


    Mögen die Götter ihre schützende Hand über die Mitglieder des Collegium Pontificorum halten.


    [Hier befinden sich 9 Unterschriften – eine von jedem lebenden Septemvir]


    Durus blickte erwartungsvoll in die Runde. Natürlich hatte er bereits eine Meinung, doch wollte er zuerst die anderen zu Wort kommen lassen.


    "Gibt es Kommentare zu dieser Anfrage?"

    Durus nickte langsam. Die Acta waren auf jeden Fall eine gute Möglichkeit um berühmt zu werden. Abgesehen davon würde es vielleicht eine kleine Bewährungsprobe für den jungen Mann sein.


    "Bei der Acta sollte es kein Problem sein, eine Stelle zu bekommen. Am besten du wendest dich an Aurelius Corvinus, ein Freund von mir. Da solltest du sogar ohne meine Empfehlung dazukommen, die suchen scheinbar nach Autoren."


    erklärte Durus daher knapp. Wenn er bei den Acta gut ankam, würde es vielleicht einfacher werden für die nächsten Schritte. Doch bevor man diese angehen konnte, musste der junge Mann natürlich sein Wissen zertifizieren lassen!


    "Hast du im Übrigen schon den Cursus Res Vulgares an der Schola Atheniensis absolviert? Oder den Cursus Iuris? Wenn du letzteren hättest, könntest du mir möglicherweise ein wenig bei meinen juristischen Aufgaben helfen, was dir vielleicht etwas praktischere Kenntnisse unseres Rechts vermittelt. Was meinst du?"


    Plötzlich fiel Durus etwas ein, was den jungen Mann ebenso beschäftigen konnte, was für ihn hingegen überhaupt keine Rolle spielte: Geld!


    "Du kannst natürlich bei mir wohnen. Und wenn du Geld brauchst, werde ich dir gern vorschießen - du kannst es mir ja zurückzahlen, wenn du einmal ein reicher Senator bist."

    Einen Moment dachte Durus über diesen Vorschlag nach - eigentlich war er tatsächlich keine dumme Idee. Und da er ohnehin nicht so viel Herzblut auf den Wortlaut des Gesetzes verschwenden wollte, stellte er alles kurzerhand um:


    "Dann folgendermaßen?


    I. Über die Provinzen des Imperium Romanum
    Die Einrichtung einer Provinz wird durch eine separate Lex Provincialis beschlossen, die gemäß den Bestimmungen des Codex Universalis verabschiedet wird. Diejenigen Provinzen, die der Verwaltung des Kaisers unterstellt sind, werden als kaiserliche Provinzen bezeichnet.


    II. Über die Provinzverwaltung
    Eine Provinz wird von einem Proconsul verwaltet, der durch den Senat ernannt wird. In Provinzen, in denen der Kaiser Proconsul ist, entsendet er als seinen Stellvertreter einen Legatus Augusti pro Praetore.
    Der Statthalter verwaltet die Provinz umfassend, er stellt die öffentliche Ordnung sicher. Der Legatus Augusti Pro Praetore ist Befehlshaber des in der Provinz stationierten Militärs.


    Zur Unterstützung des Statthalters in der Rechtsprechung der Provinz wird ein Legatus Iuridicus, zur Verwaltung des kaiserlichen Privatbesitzes ein Procurator Rationis Privatae vom Kaiser ernannt. Die Steuerverwaltung einer Provinz des Kaisers übernimmt ein Procurator Augusti, die aller anderen Provinzen ein Quaestor Provincialis.


    Als Verwaltungsstab ernennt der Statthalter einen Procurator Civitatium sowie einen Princeps Praetorii. Der Procurator Civitatium übt die Aufsicht über die Civitates aus und kann städtische Beamte bei groben Verfehlungen entlassen sowie ernennen. Der Princeps Praetorii ist der Sekretär des Statthalters.
    Zur Unterstützung der Verwaltung können Scribae, Beneficarii sowie Apparitores ernannt werden.


    III. Über Civitates
    Eine Provinz ist in Civitates aufgeteilt, die in jeder Provinz gesondert bestimmt werden. Eine Civitas besteht aus einem Hauptort (Oppidum) und Vici sowie Villae Rusticae. Das Oppidum kann als Vicus, Municipium oder Colonia organisiert sein. Über den rechtlichen Status einer Civitas verfügt der Kaiser bzw. der Senat von Rom.


    Die Civitas wird verwaltet von der Curia Civitatis, welche sich zusammensetzt aus einer Versammlung der Decuriones der Civitas, sowie gewählten Magistraten nach dem Vorbild der Stadt Roma.
    Sie werden bestimmt durch eine Lex Municipalis, welche gemäß den Bestimmungen des Codex Universalis verabschiedet wird.
    "


    Das machte die Sache tatsächlich wesentlich kompakter, wenn auch nicht unbedingt übersichtlicher.

    Schweigen im Walde - bis sich der Praetor zu Wort meldete und eine Zusammenfassung wünschte. Wahrscheinlich befürchtete er den gleichen Fehler, den Durus damals als Consul gemacht hatte und der zur Niederlage in der Abstimmung geführt hatte.


    Er blickte auf die Notiz-Tabula und begann dann zu antworten, nachdem er sich ächzend erhoben hatte:


    "Natürlich, sehr gern.


    I. Über die Provinzen des Imperium Romanum
    Eine Provinz ist unterteilt in Civitates, welche für jede Provinz gesondert bestimmt werden. Diejenigen Provinzen, die der Verwaltung des Kaisers unterstellt sind, werden als kaiserliche Provinzen bezeichnet. Die Etablierung und der rechtliche Status einer Provinz erfolgt in einer separaten Lex Provincialis, die gemäß den Bestimmungen des Codex Universalis verabschiedet wird.


    II. Über die Provinzverwaltung
    Eine Provinz wird von einem Proconsul verwaltet, der durch den Senat ernannt wird. In Provinzen, in denen der Kaiser Proconsul ist, entsendet er als seinen Stellvertreter einen Legatus Augusti pro Praetore.
    Der Statthalter verwaltet die Provinz umfassend, er stellt die öffentliche Ordnung sicher. Der Legatus Augusti Pro Praetore ist Befehlshaber des in der Provinz stationierten Militärs.


    Zur Unterstützung des Statthalters in der Rechtsprechung der Provinz wird ein Legatus Iuridicus, zur Verwaltung des kaiserlichen Privatbesitzes ein Procurator Rationis Privatae vom Kaiser ernannt. Die Steuerverwaltung einer Provinz des Kaisers übernimmt ein Procurator Augusti, die aller anderen Provinzen ein Quaestor Provincialis.


    III. Über den Verwaltungsstab.
    Der Statthalter ernennt einen Procurator Civitatium sowie einen Princeps Praetorii. Der Procurator Civitatium übt die Aufsicht über die Civitates aus und kann städtische Beamte bei groben Verfehlungen entlassen sowie ernennen. Der Princeps Praetorii ist der Sekretär des Statthalters.
    Zur Unterstützung der Verwaltung können Scribae, Beneficarii sowie Apparitores ernannt werden.


    IV. Über Civitates
    Eine Civitas besteht aus einem Hauptort (Oppidum) und Vici sowie Villae Rusticae. Das Oppidum kann als Vicus, Municipium oder Colonia organisiert sein. Über den rechtlichen Status einer Civitas verfügt der Kaiser bzw. der Senat von Rom.


    V. Über die Verwaltung der Civitas
    Die Civitas wird verwaltet von der Curia Civitatis, welche sich zusammensetzt aus einer Versammlung der Decuriones der Civitas, sowie gewählten Magistraten nach dem Vorbild der Stadt Roma.
    Sie werden bestimmt durch eine Lex Municipalis, welche gemäß den Bestimmungen des Codex Universalis verabschiedet wird.
    "


    Er überlegte kurz, ob er einen Fehler gemacht hatte oder wieder irgendetwas vergas. Aber darauf würden ihn seine Senatskollegen schon aufmerksam machen!

    "Hervorragend."


    meinte Durus und begann dann direkt über weitere Schritte nachzudenken. Er hatte ja schon öfter junge Männer unterstützt, aber waren diese meist Söhne oder zumindest Enkel von Senatoren gewesen.


    "Wir müssen zuerst versuchen, dich in den Ordo Senatorius zu hiefen. Vorher macht es weder Sinn, dass du ein Tirocinium Fori beginnst. Das Problem ist, wo wir dich solange unterbringen. Zur Zeit haben wir eher ungünstige politische Umstände, weshalb es nicht ganz so einfach werden wird wie zu Iulianus' Zeiten."


    Er rief sich nachdenklich das Kinn.


    "Kannst du gut schreiben? Oder sorgfältig lesen? Dann könnte man dich etwa bei den Acta Diurna unterbringen, wo du vielleicht gleich auch etwas Bekanntheit sammeln könntest, ohne in abhängige Dienste treten zu müssen. Ansonsten müssten wir eben einen akzeptablen Posten in der Provinzverwaltung suchen, das wäre dann allerdings wieder etwas schwieriger..."


    Forschend sah er zu seinem Gegenüber. Ob er überhaupt geeignet war für eine derartige Karriere? Als Patron war es immerhin seine Pflicht, den Jungen auch einzuschätzen!

    Damit hatte Durus gerechnet. Es kamen ständig unzählige junge Männer nach Rom um Karriere zu machen. Doch nur wenigen gelang es, meist aus dem Grunde, dass sie entweder gar keine oder falsche Kontakte pflegten. Doch auch wenn er nur sehr entfernt verwandt war - er gehörte zur Familie. Und so war es die Pflicht von Durus, den jungen Mann etwas zu beraten.


    "Beleidigen? Eigentlich nicht..."


    Andererseits wäre ein Germanicus als Patron eines Tiberius natürlich schon ein Schlag ins Gesicht der Ahnen.


    "Vielmehr geht es darum, sich den richtigen Patron zu suchen. Denn der falsche kann dich leicht unmöglich machen im Senat. Die Germanici beispielsweise haben zwar viele Klienten, doch ist dies meist Pöbel - eines Patriziers weniger als unwürdig. Daher rate ich dir, deinen Patron gut zu wählen."


    Er machte eine Pause.


    "Ich selbst würde dir daher mein Patronat anbieten. Ich bin Consular und Pontifex pro Magistro. Zweifelsohne könnte ich dich in verschiedensten Kreisen bekannt machen und unterstützen. Und damit selbstverständlich deine Karriere fördern."


    Natürlich war es auch möglich, dass Lupus einen anderen Patron wählte und Durus ihn trotzdem unterstützte. Doch andererseits war Lupus nur sehr entfernt mit ihm verwandt und Durus war wohl potent genug un den Aufstieg des jungen Mannes zu protegieren, ohne sich den Einfluss auf ihn mit jemand anderem teilen zu müssen.

    Septima schien seine Worte aufmerksam aufzunehmen und zu reflektieren, was Durus wiederum recht gefiel. Auch schien sie sich für die Philosophie zu interessieren! Als sie dann jedoch nach seinen damaligen Interessen fragte, lächelte Durus ein wenig verschämt.


    "Ich denke, ich habe beides getan: Gelernt und gefeiert!"


    Noch gut erinnerte er sich an die Stunden im Museion - aber auch an jenes erste Mal, als er mit Freunden ein Bordell in Rhakotis aufgesucht hatte. Alles wirkte jedoch unwirklich fern, wie aus einem anderen Leben - er war wirklich alt geworden!


    Doch plötzlich kehrte das Mädchen zurück zum Lob ihres Onkels, sodass dieser fast ein wenig gerührt war. Zwar hatte er schon öfters Lob erhalten, doch von einer Nichte war das etwas völlig anderes. Und so fiel auch sein Lächeln weniger stolz als gerührt aus.


    "Vielen Dank. Ich tue, was ich kann."


    bemerkte er.


    Sim-Off:

    Ich erkläre dir gern auch noch mehr. Aber wir können es natürlich auch beenden, v.a. wegen der Zeit, die das hier schon dauert.

    Der Senat schwieg, während Durus auf weitere Kommentare wartete. Zur Sicherheit fragte er noch einmal in die Runde:


    "Gibt es weitere Kritik an meinem Antrag? Sonst würde ich beantragen, ihn in der neuen Form zur Abstimmung zu stellen."


    Er blickte zu Furianus, der offiziell für diesen nächsten Schritt zuständig war.

    Durus hingegen interessierte sich sehr dafür, wer als Nachfolger des kränkelnden Kaisers vorbereitet wurde oder nicht - unabhängig von dessen Volljährigkeit! Doch auch Furianus konnte ihm hier nicht weiterhelfen.


    "Hm, dann täte er gütlichst daran, den jungen Mann mehr in die Öffentlichkeit zu rücken und als Nachfolger zu präsentieren."


    kommentierte er daher knapp, ohne davon auszugehen, dass dies geschehen würde.

    Der Tiberier stützte sich auf seine Faust und blickte den jungen Mann prüfend an. Cursus Honorum - und davor Pontifex werden? Offenbar musste er noch viel lernen!


    "Und hast du denn schon einen Patron oder sonstige Kontakte hierher?"


    fragte er daher, denn bisher konnte er sich nur vage an den Versuch des älteren Tiberius Lupus erinnern, in die Ämterlaufbahn einzusteigen - ansonsten jedoch wenig von dieser Familia. Daher würde es ohne Kontakte zweifellos schwierig werden.

    "Soso..."


    kommentierte Durus, der nicht sonderlich übellaunig, sondern vielmehr immer grimmig dreinblickend. Er deutete mit seinem Stock auf eine Sitzgruppe aus Korbsesseln und machte sich selbst auf den Weg dorthin.


    "Und was führt dich hierher?"


    fragte er dann, während er sich mit einem Ächzen setzte.