Heute war mal ein etwas spannenderer Fall dran; davon zeugte auch die Menschenmenge, die sich um die Anklage und den Angeklagten gesammelt hatte. Es ging um eine "leichtlebige" Dame, die von ihrem Liebhaber verlassen wurde und ihn jetzt beschuldigte sie zum einen um eine erkleckliche Summe an Sesterzen erleichtert zu haben und sie dann auch noch umbringen hatte wollen, indem er mit genau jenem Geld ein paar Sklaven der besagten Dame bestach und diese ihr Gift ins Essen taten.
Dass ihr irgendwas nicht gut bekommen war, sah man der Römerin auf jeden Fall an und dass sie nicht bei bester Gesundheit war, bewies sie auch schon, als ihr Anwalt gerade mit seinem Eröffnungsplädoyer beginnen wollte, und sie mit einem theatralischen Stöhnen aus den Sandalen kippte.
In Anbetracht dessen, dass der Tag sowieso schon vorangeschritten und mit der Klägerin jetzt auch eine wichtige Zeugin der Anklage der Ohnmacht anheim gefallen war, beendete der Prätor Urbanus die Sitzung vorerst.
"Wir sehen uns morgen wieder hier, aber dann soll die Dame bitte in einem Stuhl sitzen bleiben, nicht dass sie noch schmerzhaft hinfällt und ihren wichtigen Körper, äh wichtige Körperteile,... nunja sie sich blaue Flecken holt. Vale!"
Victor sprachs und verschwand mit seinen Liktoren aus der Basilica richtung Thermen.