Das war in der Tat erfreulich, wenn ich der ganzen Sache selbst auch ein wenig skeptisch entgegen sah. Der kürzlich in der Acta veröffentlichte Artikel hatte mir persönlcih doch zu denken gegeben. Allerdings zweifelte ich die Worte meines Patrons nicht an, sodass ich vermutete, dass seine bloße Anwesenheit in Spanien bewirkt hatte, dass Gauner und Mogler der Provinz in Habachtstellung gegangen waren. Es war demnach eine weise Entscheidung gewesen, Hungaricus dorthin zu entsenden.
Beiträge von Marcus Aurelius Corvinus
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Nachdem Orestes gegangen war, verging nicht viel Zeit und es klopfte erneut. Caecus, der halbblinde Sklave, brachte mir einen kleinen Stapel Briefe. "Herr, von deinem Patron. Und von der Herrin Prisca!"teilte er mir mit und reichte mir den Stapel, wobei er auf die beiden obersten Papyri wies. Von Prisca? Ich nahm den Stapel und legte ihn achtlos auf den Schreibtisch, doch den obersten Brief griff ich mit fliegenden Fingern und öffnete ihn. Zerstreut und bereits lesend wies ich Caecus an zu gehen, was er nach knapper Verbeugung auch tat.
Prisca... Meine Prisca kehrte heim! Sie bat mich, ihr zu vergeben, und bereits während ich las, wischte ich diese ihre Ängste hinfort. Wie hätte ich ihr auch jemals böse sein können? Ein wenig betrübte mich, dass sie von der geplanten Hochzeit mit Aquilius sprach - ja, da war erneut die keimende Eifersucht. Aber sie würde bald heimkehren, und bis zur Hochzeit hatte ich sie dann hier im Haus. Mit einem fröhlichen Lächeln im Gesicht platzierte ich den Brief auf dem Schreibtisch und widmete mich dem Schreiben meines Patrons...den ich schändlich vernachlässigt hatte. Mit einem Seufzer brach ich das Siegel und begann zu lesen.
Vier weitere Briefe später saß ich am Schreibtisch und verfasste eigenhändig eine Antwort an Hungaricus. Prisca zu antworten, würde nichts bewirken, ich wusste schließlich nicht, wo sie sich gerade aufhielt.
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Dies war das längste Gespräch des heutigen Tages, auch wenn eigentlich nur Fhionn sprach. Ich gab mich schweigend und hörte vorerst nur zu, was Fhionn mir dankte, indem sie allmählich auftaute und so immer mehr erzählte. Allein dieses Verhalten, das eine Art geplatzter Knoten war, sollte mir wohl verdeutlichen, dass Matho ihr ganz schön zugesetzt hatte. Es war bisweilen schwierig, ihr in ihrem gebrochenen Latein folgen zu können. Entgegen meines Willens nahm der schwelende Zorn langsam ab, doch nichtsdestotrotz blieb Fhionn, was sie war: Eine Mörderin. Selbst, wenn ich ihr das Kreuz ersparte, würde ich sie dennoch nie wieder guten Gewissens in diesem Haus behalten können.
Als sie geendet hatte, stand ich immer noch am Fenster und sah hinaus. Und schwieg. Zwei Vögel wippten auf einem kahlen Zweig unweit des Fensters, erschraken und flogen auf, als ich mich umwandte und Fhionn mit vor der Brust verschränkten Armen und eisernem Gesicht musterte. "Selbst wenn es stimmt, was du sagst, bleibst du dennoch eine Mörderin, Fhionn. Matho war mein maiordomus. Du hattest nicht das Recht, ihn zu töten, ganz gleich, was er euch auch angetan haben mag. Ihr hättet zu mir kommen müssen. Ihr hättet mir sagen müssen, was unrecht war. Ich kann nicht verstehen, warum nicht einer auf die Idee gekommen ist, mir zu erzählen, was Matho mit euch tut. Kannst du mir sagen warum?"
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"Dann sollte ich dir wohl einen Aufpasser zuteilen, der acht gibt, dass du nicht an unpassender Stelle im Stehen einschläfst", witzelte ich. Ihr Lachen gefiel mir. Bevor sie ihre Mutter besuchen gereist war, hatte es sich noch mädchenhaft und kindlich angehört, nun wirkte Severa durch und durch erwachsen. Bald würde wohl die Zeit komme, sich nach einem geeigneten Partner für sie umzuschauen. Ich seufzte. Mein Patron hatte inzwischen ein Eheweib, und wer käme sonst in Frage, ohne dass es einen Abstieg bedeutet hätte? Ein Jammer, dass der vielversprechende, junge Flavius den Kontakt zu seiner Familie abgebrochen hatte. Ich betrachtete Severa seitlich. Sie hatte noch Zeit, sagte ich mir. Ich würde schon Prisca bald verlieren....
Ihre Worte Melina betreffend klangen ein wenig verbittert, eher wütend als traurig. Vermutlich war es dann wirklich besser, erst keine Einladung zu versenden. Ihrer beider Verhältnis schien nicht sonderlich gefestigt zu sein, und wieder erinnerte ich mich an meine beiden Neffen und seufzte tief. Severa lenkte mich ab, indem sie meine Frage beantwortete, und das war gut so. Tatsächlich wollte sie wohl erst einmal noch ihre Freiheit genießen. Ich konnte es ihr nicht verdenken - wie hätte ich auch, wo ich doch selbst beinahe dreißig und noch nicht verheiratet war? Sie klang ein wenig so, als würde sie sich dafür schämen, dass sie nichts besonderes plante. "Gut. Wenn du nichts dagegen hast, würde ich es gern sehen, wenn Manius ein wenig auf dich aufpasst. Und vielleicht könnt ihr beiden, du und Laevina, euch ja mit Minervina anfreunden." Minervina wirkte sehr zurückgezogen und eingeigelt auf mich. Es täte ihr sicher gut, wenn sie öfter raus käme aus dem Haus, und wer war besser dafür geeignet, sie aus der Deckung zu locken, als zwei Gleichaltrige?
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"Ah", machte ich und lehnte mich bequem zurück. Daher wehte also der Wind. Betont unschuldig blickte ich zwischen Severa und Laevina hin und her. "So, einkaufen wollt ihr also." Die beiden ein wenig auf die Folter zu spannen, machte mir gerade Spaß. So tat ich, als müsse diese Information erst einmal durch meinen Geist sickern, obwohl ich gedanklich schon eine passable Summe überschlug, die weder mich in den Ruin stürzen noch die beiden alt aussehen lassen würde.
"Jaja... Lasst mich überlegen, wann war ich zuletzt einkaufen?" Ich überlegte nun tatsächlich, konnte mich allerdings nicht recht daran erinnern. Wir hatten einen Haussschneider, der unter anderem auch mir [selbst i]togae[/i] maßschneiderte, Tuniken ließ ich stets kaufen. Der Jagd nach Schnäppchen konnte ich einfach nichts abgewinnen. Ich machte also ein nachdenkliches Gesicht und zuckte dann mit den Schultern. "Naja. Es muss so lange her sein, dass ich mich nicht mehr daran erinnern kann.... Hm. Nun, an welche Summe hattet ihr denn gedacht?" Das war vermutlich nun eine heikle Fragestellung. Mit kaum zu unterdrückendem Grinsen wartete ich auf die Nennung einer Summe. Daran, dass die beiden vielleicht darauf bestehen konnten, mich mitzunehmen - oder gar einzukleiden - kam ich nicht.
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"Dein Tatendrang ehrt dich, allerdings muss ich dich noch um ein wenig Geduld bitten. Sobald ich wieder in der regia bin, werde ich in den Archiven einen geeigneten magister für dich suchen. Wenn dieser gefunden ist, wird dein Anliegen dem..." Ich hatte rex sacrorum sagen wollen, verstummte jedoch, da wir derzeit keinen rex hatten. "...dem Zuständigen angetragen, der dich dann ernennen wird. Du selbst wirst dann umgehend darüber informiert werden, wer dein Lehrmeister sein wird und wo du dich einzufinden hast. Ich nehme an, der Brief soll an die villa Claudia geschickt werden?" Fragend blickte ich ihn an. Er war zwar ein Claudier, aber er erschien mir zumindest willens, seiner Familie Ehre zu erweisen, indem er voller Elan seinem Ziel entgegen strebte. Vermutlich würde er in wenigen Monaten nicht einmal mehr halb so viel Feuereifer haben, denn so war es meistens, aber gerade in diesem Moment erinnerte mich der Claudier an Avianus.
Weder Gestik noch Mimik verrieten, ob er wusste, dass ich eine Verlobung mit seiner Verwandten gelöst hatte oder wenn ja, was er davon hielt. Ich entschloss mich, unverfänglich zu fragen, räusperte mich also. "Wie geht es Claudia Deandra? Ich hörte, sie sei in Hispania."
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Neben all der köstlichen Speisen – Durus verstand es wahrhaftig, seine Köche auszuwählen – waren die Gespräche etwas, das ich genoss. Auch, wenn mich die Ansicht des Flaviers zugegebenermaßen ein wenig verwunderte, schien er doch nicht sehr davon überzeugt, dass die Götter ihm würden helfen können. War ihm das Thema lediglich unangenehm? Vielleicht hatte er auch schlechte Erfahrungen gemacht. Jedenfalls wollte ich ihm keine Debatte aufnötigen, wo nur allzu offensichtlich war, dass sie ihm nicht behagen würde. Viel mehr als das Thema schienen ihm die erlesenen Speisen zu schmecken, die der Tiberius auftischen ließ. Und obwohl sich langsam auch in mir ein Völlegefühl ausbreitete, konnte ich mich einer gewissen Begeisterung ob des Geschmacks nicht erwehren und ließ mir ein letztes Mal den Teller füllen.
„Tatsächlich?“ fragte ich überrascht. „Darf ich fragen warum?“ So ganz wollte sich mir der Zusammenhang nämlich nicht erschließen. Oder konnte es sein, dass Epicharis diesen Umstand gefordert hatte, noch ehe sie den Bund mit ihm einging? Wenn dem so war, musste sie eine sehr ausdrucksstarke Frau sein. Bisher hatte ich im Gebäude der Acta allerdings nicht viel davon bemerkt. „Einen parthischen Sklaven, sagst du? Das klingt interessant. Hast du ihn selbst gefangen? Ich kann dir nur wünschen, dass er nicht irgendwann auf die Idee kommt, dir im Schlaf die Kehle durchzuschneiden. Die Parther sind doch ein niederträchtiges Volk. Das beweist auch die Tatsache, dass sie ihre Beute mit Falken schlagen. Kein Tier kommt doch auf die Idee, dass sich der Jäger von oben nähert. Allerdings dürften sie da nur mäßig erfolg haben, denn wer hätte je davon gehört, dass ein Vogel ein Reh erlegte“, sagte ich mit leicht spöttischem Unterton. „Ich bin gespannt, ob aus diesem Falken etwas wird. Du musst mir unbedingt davon berichten.“
Fisch, Fleisch, Muscheln, Filet... Durus hatte scheinends weder Kosten noch Mühen gespart. Eine Gaumenfreude jagte die nächste.....und ein Fauxpas folgte auf den anderen. Während sich das Gespräch der anderen nun um standesübergreifende Heiraten drehte und Orestes enthusiastisch mitdiskutierte – was mir ein Schmunzeln entlockte – begab sich der alte Verwandte Durus’ erneut vor allen anderen auf dünnes Eis. Arbeitete er nicht am Palast? Kurios. Er lallte hörbar, vertrug vermutlich den Wein nicht recht. Marginal zuckte eine meiner Brauen in die Höhe, die Frage des Flaviers vernahm ich nur mit halbem Ohr. „Im Sommer?“ Ich wandte mich wieder ihm zu, hin und her gerissen zwischen den Themen. „Ich würde es gern, habe es aber während der letzten Jahre so gut wie nie geschafft, obwohl wir ein ganz ansehnliches Landhaus in Mantua haben“, erwiderte ich dem Flavier ein wenig abgelenkt und fing nun den wütenden Blick von Durus auf. Ein wenig verwundert blickte ich zwischen der aufmüpfigen Sklavin, dem Alten und Durus hin und her, ehe ich die Reaktion der Gäste beobachtete. Ich tauschte einen Blick mit Orestes. Es war klug von ihm, zu warten, bis sich die Situation geklärt hatte.
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Da die Sodalitäten in Rom sind, sich IR-neue Charaktere aber nicht immer in Rom aufgehalten haben können, ist eine nachträgliche Kooptation durchaus machbar. Wenn das allerdings gar nicht mit der Hintergrundgeschichte deiner ID zusammenpasst, wird sicher jeder magister mit sich reden lassen, wenngleich auch ein Ausspielen die weitaus schönere Variante ist. Manchmal ist das aber nicht möglich.
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"Nun", begann ich und legte die Fingerspitzen aneinander. "Ich würde dich dann der Priesterschaft des Apollo zuteilen, da Pluto öffentlich kaum verehrt wird. Du hättest somit kaum bis gar nichts zu tun. Als Diener des Apollo bist du besser aufgehoben. Ich nehme an, du hast eine entsprechende Ausbildung erhalten oder verfügst über ein fundiertes Wissen bezüglich unserer Religion*?"
Einen Test gab es nicht, wohl aber fühlte sich der Pompeier augenscheinlich in einer Prüfungssituation. Als er mit seinem Anliegen herausrückte, wurde mir auch klar, warum. Überrascht hob ich eine Braue und schwieg einen Moment. "Nun ja, von den Pompeii ist bisher kaum etwas zu hören gewesen, und ich muss gestehen, dass das, was zu vernehmen war, doch eher befremdlich anmutete. Hat nicht ein Verwandter von dir diesen Verein um einen fremden Kult herum gegründet?" erkundigte ich mich. Sicher, ich war kein kleines Licht im cultus. Dennoch interessierte mich eines. "Warum möchtest du mein Klient werden? Und was kann ich von dir erwarten, wenn ich diesem Antrag zustimme?"
Sim-Off: * Zum Priester ernennen kann ich dich erst, wenn du die probatio abgelegt hast. Das wird nicht mehr lange dauern, ich weiß, dass es gerade an meiner Absentia hängt.
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Zitat
Original von Medicus Germanicus Avarus
Der gewählte Magistrat ist doch heute schon viel zu wenig mit seiner Aufgabe beschäftigt. Erst muß er die Amtsgeschäfte übernehmen, wozu der Senat die alten Magistrate auch erstmal verabschieden muß. Da ist teilweise schon ein Monat 'weg wie nix'. Dann arbeitet er sich ein oder wird eingearbeitet (solange es einen gut gefüllten CH gibt) und schwupps muß er die Aufgaben auch schon wieder abgeben und Bericht erstatten über etwas, das er nichtmal zu Ende gebracht hat (zu Ende bringen konnte)Dies war nun schon zweimal auch etwas, das ich selbst bemängelt habe. Ich wäre aus oben genannten Gründen auch für eine Verlängerung auf 4 Monate. Jemand, der seine 3 Monate nicht nutzt, der kann auch den 4. Monat mit Nichtstun verbringen. Denen aber, die etwas ausspielen wollen, wird diese eventuelle Neuregelung zugute kommen.
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Sim-Off: Wertkarte der Familie, bitte. Zusätzlich gilt es, ein Frachtstück unbescholten zu überliefern. Hierzu erfolgen eine gesonderte PN sowie ein Angebot an den CP via WiSim.
Ad
Marcus Vinicius Hungaricus
villa proconsularis in Tarraco
HISPANIAM. Aurelius Corvinus M. Vinicio Hungarico s.d.
Geschätzter Patron,
tatsächlich geschah während der letzten Zeit nichts Herausragendes, und so ist es wohl Zufall, dass mich dein Brief gerade jetzt erreicht, wo sich etwas ereignet hat, das dir zu berichten sich lohnt. Du hast der letzten Ausgabe der Acta Diurna vielleicht entnommen, dass meine Verlobte bei einem Brand in Ostia ums Leben gekommen ist. Ich habe selbst erst davon erfahren, als mir der Artikel kurzfristig vorgelegt wurde. Diese Tragödie bedeutet auch, dass ich mich nun erneut auf die Suche machen muss. Du hast nicht zufällig eine Empfehlung?Auch sonst ist es eher ruhig in Rom. Mein Neffe Titus Ursus kandidiert ein zweites Mal zum quaestor, der Kaiser hat ihm und Aelius Quarto einen Dispens zugesagt. Auch Tiberius Avianus wird sich zur Wahl stellen, er ist ebenfalls mein Neffe und wird zum vigintivir kandidieren. Ich selbst habe ob dessen auf eine Kandidatur verzichtet, gedenke aber, mich in der kommenden Amtszeit aufstellen zu lassen. Ich hörte, dass Flavius Gracchus sich zum Prätor wählen lassen wolle, und eine Zusammenarbeit kann ich mir hier durchaus vorstellen.
Aelius Quarto scheint sich zum Ziel gesetzt zu haben, unseren Gesetzen und Vorschriften, hauptsächlich die Wahl und Strafen im Allgemeinen betreffend, auf den Zahn zu fühlen. In jeder Sitzung des Senats trägt er neue Änderungsvorschläge und Anmerkungen vor, die mir bisher allesamt schlüssig erscheinen. Die Früchte seiner Arbeit wurden erst kürzlich in der Acta veröffentlicht.
Mein Neffe Ursus, welcher der ihm zugeteilte quaestor ist, wurde mit der Kontrolle und Prüfung der Bauvorgänge im Fall des Ulpianum betraut worden. Soweit ich dies verfolgt habe, steht es hierbei wohl nicht zum Besten, sowohl was die Finanzierung als auch den Fortschritt anbelangt.
Dein Bericht wurde gestern erst im Senat verlesen, und ich muss sagen, dass er mich überrascht hat. Vermutlich hat deine Anwesenheit aber dafür gesorgt, dass sich die Situation sehr gebessert hat. Erst kürzlich hatte ich einen subauctor nach Hispania entsandt – Caius Columnus, du dürftest ihm begegnet sein. Sein Bericht mutet recht schockierend an, doch wenn du berichtest, dass es inzwischen wieder ruhig ist, beruhigt mich das ebenfalls.Mit großer Überraschung habe ich deine Worte über die Sekte der Christianer gelesen, muss dir allerdings berichten, dass ich bisher selbst nie einen von diesen Christianern getroffen habe. Äußerst beunruhigend ist der Sachverhalt allerdings im Hinblick auf Flavius Furianus. Ich werde jemanden darauf ansetzen und dir schreiben, sobald ich etwas Brauchbares herausgefunden habe. Falls du weitere vertrauliche Informationen hast, die uns weiterhelfen könnten, finden wir sicherlich einen besseren Weg als den schriftlichen, diese zu teilen – es arbeiten sehr fähige Leute für die Acta. Vielleicht ist es zudem sinnvoll, den praefectus urbi oder den praefectus praetorii zu kontaktieren. Wenn sich diese Sekte in Rom ausbreitet, werden sie wohl am ehesten davon wissen, doch ob sie auf einfache Nachfrage hin der Acta etwas offenbaren würden, ist fragwürdig.
In diesem Zusammenhang kann ich dir noch mitteilen, dass Caecilius Crassus sein Amt an einen Artorius namens Lucius Avitus abgibt. Ich selbst kenne den Mann nicht, doch er soll ein Kriegsveteran der Prima sein, der in Parthien gekämpft hat.Mit diesem Brief übersende ich dir auch meine herzlichsten Glückwunsche zu deiner Hochzeit. Leider werden sie dich wohl zu spät erreichen, doch hoffe ich, dass das kleine Präsent über meine Verspätung hinwegzutrösten vermag. Die Götter mögen euch gewogen sein und viele Nachkommen schenken.
Vale bene.
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ROMA, KAL DEC DCCCLVIII A.U.C. (20.11.2008/105 n.Chr.)
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Soeben ist die IC. Ausgabe der Acta Diurna erschienen. Wir wünschen unseren Lesern viel Freude und Information mit der neuen Ausgabe.
Die Redaktion.
Die Themen dieser Ausgabe:
- Der Hispania Report
- Sagenwelt des Nicocrates Evax
- Kurzmeldungen
- Frag Lucius
- Politisches aus Germania
- u.v.m. -
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Den Disput zwischen Durus und dem Kaiser verfolgte ich stumm. Es war gewagt, was hier vonstatten ging. Ich fühlte mich seltsam fehl am Platze. Die Vorwürfe waren vorgebracht, die pontifices zweifelten die Beweise nicht an und wie es schien, der Kaiser selbst auch nicht. So gab es für mich nichts weiter zu tun, und bis zum Ende der Versammlung hüllte ich mich in Schweigen, bis die contio schließlich aufgelöst wurde und nach und nach alle den Raum verließen. Ich ließ mir Zeit, und als einer der Letzten verließ ich nach einem Nicken in Gracchus' Richtung und mit einem großen Fragezeichen in meinem Kopf den Versammlungsraum. Wie würde es da nun weitergehen? Ich beschloss, die Beweise baldestmöglich und persönlich der administratio zu überstellen, damit der Kaiser damit tun konnte, was er für richtig hielt. Auch, wenn ich argwöhnte, dass dort nicht mehr viel zu erwarten war.
Mit wirren Gedanken, die sich um den Kaiser und die unglaubliche Milde rankten, die er hatte walten lassen ob dieser frevlerischen Tat, trat ich schließlich den Heimweg an.
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"Ah", machte ich und zog eine Tafel heran. "Demnach hast du die nötigen Voraussetzungen." Die Bemerkung war mehr eine Feststellung denn eine Frage. Ich schrieb den Namen des Pompeius auf und sah ihn dann prüfend an. "Ein weiteres Anliegen? Nur zu. Und ich müsste dann noch wissen, welcher Gottheit du am geneigtesten bist oder ob es bestimmte Präferenzen bezüglich deines Einsatzortes gibt."
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Ich drehte mich nach rechts, verbeugte mich ergeben und blickte hernach stumm und aufgewühlt den Sklaven an, der das geschmückte Opfertier hielt. Er verstand und folgte mir, als ich die Nische im Inneren gemessen verließ und einen der Opferplätze für das Blutopfer anstrebte. Dort wartete bereits ein sacerdos, den ich mit einem Nicken grüßte. Frische Blumenkränze zierten den schmäleren Altar, vor dessen Mitte sich eine Bodensenke befand. Der Sklave platzierte das Schwein mit einigen Strickzügen genau dort. Ich glaubte, noch nie in dieser Verfassung geopfert zu haben. Verwirrt, im Zweifel und mit diesem unvergänglichen unguten Gefühl im Herzen. Konnte daraus etwas Gutes erwachsen? Einige Spritzer mola salza trafen mich und riefen in Erinnerung, was ich erbitten wollte. "Iuno, anmutige Königin unter den Göttinnen, ich bitte dich ergebenst, in deiner Güte dieses Tier als Geschenk anzunehmen. Stehe mir bei, hohe Herrin, mit deinem Rat. Sei mir das Licht, das den rechten Weg weist, auf dass ich in deinem Ermessen und mit deinem Wohlwollen handeln mag."
Der Priester befreite das Schwein nun von seinen wollenen Binden und reichte mir das üppig verzierte Opfermesser. Ich strich dem Tier über den Rücken, das mulmige Gefühl mit aller Macht zu verdrängen suchend. Als der Priester das Messer wieder hielt, folgte der rituelle Wechsel von Frage und Antwort. Das Messer fand seinen Weg, und während das Schwein zunächst in die Knie ging und dann ausblutete, betete ich stumm zu Iuno, dass sie verstehen möge, weshalb ich hier war. Gurgelnd verschwand das dunkelrote Schweineblut in dem Loch im Boden, tränkte gleichsam die weißgekalkten Läufe des Tieres und das massige Kinn. Kleine weiße Farbkrumen schwammen in der zähen roten Flüssigkeit und versickerten. Irgendwann schmälerte sich der stetige Strom, und der Priester trennte den Bauchraum der Sau auf, um die vitalia herauszuschneiden und zu begutachten.
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"Iuno." Zum Bersten angefüllt war mein Kopf. Gedanken, Vorsätze und Ängste mischten sich und schienen meine zurechtgelegten Worte zu übertünchen. Der namenlose Sklave im Hintergrund hatte keine andere Aufgabe als jene, die gekalkte Sau im Zaum und ruhig zu halten. Ich stand vor dem Altar, beide Hände am Fuße der Iunostatue auf dem prächtigen Altar. Irgendwo neben mir hörte ich, wie knisternd der Weihrauch verging, sich löste und kräuselnd zur Decke hin aufstieg.
"Du größte aller Göttinnen, mater regina. Vergib mir, nicht eher gekommen zu sein." Langsam hob ich den Kopf und sah der steinernen Ausführung der Göttin ins erhabene Antlitz. "Du, erhabenste Iuno, hast mir dein Missfallen offenbart, in einem Traum. Und doch komme ich nicht, um für mich Gnade zu erbitten, sondern um deinen Rat zu suchen, du mächtige Schutzherrin." Ich beugte mich hinunter, hob einen kleinen Korb mit Früchten auf den Altar und förderte dann einen einzigen Blütenzweig aus dem Flechtwerk zu Tage. Rundliche Blüten, in zartem Rosa und kräftigem Magenta gehalten, durchsetzt mit violetten Sprenkeln und einer goldig gelben Mitte saßen rechts und links des dunklen Geästs. "Die Blüten dieser Orchidee, mater matrum, sind das Kostbarste, das meinen Garten ziert. Ich schenke sie dir, auf dass du dich daran erfreuen magst." Behutsam platzierte ich den Zweig zu Füßen der Statuette, hernach senkte ich das Haupt vor der Göttin. "Vergib mir, gerechte Patronin, denn ich habe gefehlt." Sie musste wissen, was ich meinte. Dass ich Siv meinte, mein Leben meinte. Alles schien schief zu laufen. Meine Lippen senkten sich auf den kühlen Marmor des Sockels und zogen sich wieder zurück, als ich ihn demutsvoll geküsst hatte. "Geliebte Mutter, die du deine Hände schützend über jene hältst, die dich preisen. Ich bitte dich um deinen weisen Rat, damit ich in deinem Sinne rechtens entscheiden kann. Ich bitte um deine Güte und deine Weisheit, auf dass ich deine Weisung richtig zu deuten vermag. Führe mein Denken zu deinem Wohl, wie der Soldat sein Schwert zum Wohle Roms führt. Darum bitte ich dich, Iuno Regina." Kaum vermochte ich, dem strahlendweißen Antlitz standzuhalten. Was nur sollte ich tun? Siv war schwanger, ich war der Vater. Es gab keinen Grund, daran zu zweifeln. Es lag nun in meiner Macht, den Arzt kommen zu lassen. Es war einzig meine Entscheidung, auch, ob ich dem Kind später eine bessere Ausbildung zukommen lassen würde, als es üblich war für einen Sklaven. Und Siv hatte der Göttin bereits geopfert. Ich konnte mich nicht dagegen stellen, und ich wollte es auch nicht. In meinem Kopf wirbelten die Gedanken nur so umher. Deswegen war ich hier, um die nötige Ruhe zu finden zur Entscheidung. Vielleicht, um ein wenig Zuversicht zu erhalten.
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Sonderlich begeistert wirkte der Claudier nicht gerade von der Aussicht, in die Politik zu gehen. Andererseits lag dieses Feld wohl auch nicht jedem, und das machte es wieder verständlich. Ein Nicken meinerseits folgte auf seine Worte. Lachen musste ich allerdings, als er von der Navigation in Rom sprach. "Bisweilen ist es tatsächlich einfacher, einfach dem Sänftenführer zu sagen, wohin man möchte", erwiderte ich.
Schweigen breitete sich kurz aus. "Also denn. Du solltest dir vielleicht die Tempel schon mal genauer ansehen, in einem von ihnen wirst du schließlich bald deinem Dienst nachgehen. Quirinus war das, nicht?" Immerhin musste ich ihn dann einem Mentor zuteilen, und da sollte ich schon wissen, welcher es werden sollte. Auch, wenn ich wohl die Listen würde bemühen müssen, da mir namentlich keiner bekannt war, der geeignet erschien oder frei war.
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Wo auch sollte man mich anders finden als in meinem Arbeitszimmer? Und wenn ich im folgenden Jahr kandidieren wollte, würde das wohl wieder mehr werden. Allerdings hatte Ursus einen Dispens erhalten, und Avianus wollte unsinnigerweise schon jetzt kandidieren, was er sich nicht hatte ausreden lassen. Also hatte ich selbst es vorgezogen, zurückzustecken. Drei Aurelier in der gleichen Wahlperiode wären wohl etwas zu viel des Guten gewesen, doch da sonst niemand daran dachte - so glaubte ich zumindest - war es an mir, dies zu tun.
Ich schrieb gerade einen Brief an den Verwalter meines Olivenhaines, als es klopfte. "Herein", bat ich und schrieb den Satz noch zu Ende, ehe ich aufsah. Dann aber stahl sich ein Lächeln auf meine Lippen und ließ die Feder fallen. "Na so etwas. Wann bekommt man schon Besuch von zwei Nymphen? Was habt ihr auf dem Herzen?"