Beiträge von Marcus Aurelius Corvinus

    "Das sollte genügen", erwiderte ich, nachdem die Decima mir das Dokument gereicht und ich es eigehend studiert hatte. Wenn sich nun der Decimus dagegen aussprechen sollte, vorausgesetzt, er lebte noch, dann würde den cultus deorum keine Schuld treffen. Ich befestigte den Papyrus an der Wachstafel, die die Akte Decima Flavas darstellte, und nickte. "Sehr gut. Das wäre im Prinzip alles. Was noch fehlt, ist der Eid, den du leisten musst. Ich werde mich dann um alles Weitere kümmern. Du wirst in Kürze einen Brief erhalten, der beinhaltet, wer dein Lehrer sein wird und wo du dich einfinden sollst - ich nehme an, du wohnst im Hause Meridius'? Hast du sonst noch Fragen, Decima? Wenn nicht, gehe ich mit dir zusammen hinunter zum Heiligtum."



    Sim-Off:

    Ich gehe davon aus, dass du als Schülerin einsteigen möchtest. Sollte das nicht der Fall sein und du gleich als Priester einsteigen wollen (hierfür benötigst du die probatio rerum sacrarum I), kannst du mich gern SimOn berichtigen.

    Zitat

    Original von Marcus Flavius Aristides


    "Man muss nicht unbedingt in ihren Diensten stehen, um ihre Gust zu erlangen. Aber du hast natürlich recht, es öffnet einem durchaus Türen in der Politik, wenn man zuvor oder zeitgleich im cultus deorum tätig ist. Den Menschen ist ein Name gleich viel geläufiger, wenn sie ihn schon von gelegentlichen Tempelbesuchen her kennen", erwiderte ich auf die Worte des Flaviers hin. Mit einem Ohr hörte ich, wie die anderen sich gerade über die lex mercatus unterhielten. Der Flavier indes schien nicht recht zu wissen, welches Ziel ihm als nächstes vor Augen stand. Ich kaute auf einem Stück Fisch herum und bedachte ihn nachdenklich. Mir war, als hätte es vor Ewigkeiten einmal eine Verabredung zur Jagd gegeben. Jahre musste es her sein, inzwischen war es sicher längst vergessen. Und auf der Hochzeit war es mir nicht verborgen geblieben, dass Aristides scheinbar nicht gänzlich gesund aus Parthien zurückgekehrt war. Das Bein wirkte ein wenig steif, auch wenn man das mit einer toga natürlich nicht hinreichend beurteilen konnte. Dennoch, dass er einen anderen Weg als den militärischen suchte, sprach dafür, dass er nicht weiter militärisch tätig sein wollte.


    "Hast du im Tempel nach Antworten gesucht?" fragte ich ihn geradeheraus. Mitunter waren Kopf und Ziel klarer, wenn man Zwiesprache mit den Göttern hielt. "Was sagt deine Frau?" Er würde sicherlich schon mit ihr darüber gesprochen haben. Gewiss würde Epicharis es gutheißen, wenn ihr Mann im Senat säße. "Ich?" fragte ich dann, im ersten Moment verwundert über die Art der Frage, dann nickte ich jedoch. "Ich bin im collegium septemvirorum tätig, ja. Wäre dieser Weg nichts für dich? Immerhin hättest du tatkräftige Unterstützung, wenn ich da allein an deine Vettern denke."

    Zufrieden nickte ich. Durus hatte erfasst, was ich hatte ausdrücken wollen. Und eine zeitlich befristete Arbeitsstrafe war kaum gleichzusetzen mit der gleichen Zeit eines Exilaufenthaltes. Über den Hintergrund des Aeliers hatte ich nicht weiter nachgedacht, als ich die Stimme erhoben hatte, zudem war mir diese Vorgeschichte nur rudimentärst bekannt, da die Flavier befürchtet hatten, dass die ehemalige Verbannung der Aelier durch einen flavischen Kaiser nun auf sie gespiegelt werden würde. Doch Valerianus hatte bisher keinerlei Absichten dieser Art erkennen lassen. Ich schob die Gedanken beiseite und verfolgte die Diskussion weiterhin mit Interesse.

    Zitat

    Original von Aelia Caenis


    Im Grunde war es nur ein unvorsichtiges Tippen gewesen, denn niemand belastete seinen Fuß mit dem ganzen Körpergewicht, wenn er doch merkte, dass sich kein ebenerdiger - und damit Halt versprechender - Boden darunter befand. Dennoch musste es die Dame durchaus geschmerzt haben, was ein Blick in ihr Gesicht verriet. Ein Laut allerdings drang erst einmal nicht über ihre Lippen, und die Zeit, die sie für eine Erwiderung brauchte, strafte die Aussage Lügen, die sie traf. Ein wenig zerknirscht zogen sich meine Brauen zusammen, Aelia Caenis, wie die Dame hieß, schien so zart zu sein, dass man sie allzu leicht auch hätte zerbrechen können. "Sehr erfreut", war die obligatorisch höfliche Antwort. Eine Verwandte der Braut, eine Aelia, und damit auch Verwandte des Kaisers war sie also.


    Auf ihre Bemerkung hin blickte ich zu Vespa hin, die tatsächlich strahlte. "In der Tat. Mögen die Götter darauf achten, dass sie auch den Weg der Ehe stets mit einem Lächeln gehen werden", bemerkte ich ein wenig theatralisch und blickte schmunzelnd zu Laevina, die in diesem Moment nach dem Prudentier fragte. Ein wenig unpassend war die Frage schon, allerdings wurde sie doch im Verrtauen und noch dazu unter Frauen gestellt - ich zog es vor, diese Frage zu überhören - da konnte man sie durchaus gelten lassen. Zudem solcherlei Festivitäten für sie noch neu waren, zumindest in dem Umfang wie es in Rom zumeist der Fall war. Von den Ängsten und Qualen, die Caenis durchstand, war nach außen hin nichts zu bemerken, und so angelte ich mir arglos einen Becher Wein vom Tablett eines vorübergehenden Sklaven und ließ die beiden Frauen erst einmal die Frage bezüglich des Bräutigams klären.

    Das war interessant. Ich nickte ein wenig zeitverzögert und vermerkte ebendies im Wachs der Tafel. "So. Ich habe alles vermerkt. Zum Start finde dich bitte spätestens zur hora quarta* am Marsfeld bei der Rennleitung ein. Dornen an den Achsen und derlei sind nicht erlaubt. Ahja, und wo du schon hier bist... Siehst du Decimus Serapio vorher noch? Er nimmt ja auch am Rennen teil, würdest du ihm diese Informationen auch zukommen lassen?"

    Während die zwei Frauen einander beschnupperten und sich bekannt machten, spätstückte ich weiter. Auf diese Weise kam ich am heutigen Tage zu mehr Obst als sonst. Die Woche war bisher außergewöhnlich mild gewesen für den Herbst, heute war es gar warm zu nennen. Mit einer Serviette wischte ich mir den Saft vom Mund.


    Schließlich lehnte ich mich etwas zurück und betrachtete die beiden nacheinander. Tillas Glöckchen klingelten und Laevina nahm Tillas Dienste an. Beifällig nickte ich. "Sehr gut. Dann steht es dir jetzt frei, ob du sie irgendwann noch näher einspannen oder zu deiner Leibsklavin machen möchtest. Ich schenke sie dir, Laevina, sozusagen als Willkommensgeschenk. Damit wirst du auch diejenige sein, die irgendwann über ihre Freilassung entscheiden kann, auch wenn ich natürlich hoffe, dass du eine solche Entscheidung nicht allein triffst." Ich zwinkerte Laevina zu.



    Sim-Off:

    Laevina, diesen Schritt bitte noch im Control Panel beauftragen, damit ich bestätigen kann, es soll ja alles seine Ordnung haben. :)

    Das war unfassbar. Maßlos enttäuscht schüttelte ich den Kopf. Statt die Dinge zu benennen, die Macer ihm als Patron würde bieten können, sollte ich ihm Dinge nennen, die belegten, warum Macer ungeeignet war. Zeugte nicht gerade das davon, wie unvorbereitet er war? Wie wenig informiert über den Menschen, den er als Patron auserkoren hatte? Ich lehnte mich im Sessel zurück und faltete meine Hände. "Weder geht es um einen Käfig noch bin ich derjenige, der etwas begründen können muss", erwiderte ich trocken. "Wenn du nicht einmal die Vorzüge benennen kannst, die dein zukünftiger oder bereits Patron vorzuweisen hat, gibt das Aufschluss genug über deine Voreiligkeit. Macer ist Senator und curator aquarum, überdies hat er einige Zeit die Ersten als Legat befehligt. Du möchtest weder in die Verwaltung noch ins Militär, sieht man vielleicht von einem Tribunat im Zuge des cursus honorum einmal ab, wozu auch die Unterstützung eines Nicht-Militärs vollkommen ausreichend ist. Was bleibt, ist die Senatorenwürde. Vermutlich hast du in deinem Eifer vergessen, dass ich vor kurzem selbst in den Senat berufen wurde, Titus ist auf dem besten Weg dorthin. Übrig bleibt...nichts. Nichts, was dir einen Vorteil verschaffen könnte, sieht man von einer Stimme im Senat oder vielleicht auch einigen wenigen - wenn man seine senatorischen Klienten berücksichtigt - ab. Ist dir das Begrüundüng genug?" fragte ich ihn ernst. Vielleicht fiel es ihm im schlichten Ausschlussverfahren letztendlich selbst auf. Ich seufzte und drängte den Ärger über seine vorlaute-dreisten Worte zurück.


    "Mir geht es nicht um das Vertrauen, das du in mich hegst. Es geht mir darum, dass du es nicht für nötig erachtest, mit mir über deine Pläne zu reden. Und gerade, wenn sie von so großem Ausmaß wie die Wahl eines Patrons sind, enttäuscht es mich einfach, wenn ich so etwas hinten herum mitbekomme, und erst nachdem es ins Rollen gekommen ist. Ein Soldat würde auch nicht bei einer anderen Einheit um Versetzung bitten, sondern sich erst mit seinem Vorgesetzten darüber unterhalten. Nicht, dass ich mich als Legat betrachte, aber dies ist eine Familie, und wenn man sich in solche Abhängigkeiten begibt, ohne vorher nachzudenken und sich mit der Familie kurzzuschließen, kann es einfach nicht funktionieren. Das geht so nicht, links weiß nicht, was rechts tut oder dass es überhaupt etwas tun will - oder bereits getan hat. Das ist inakzeptabel." Ich schwieg einen kurzen Moment und seufzte tief. Dann fügte ich resignierend an: "Und nenn mich nicht ständig Corvinus, ich komme mir ja vor wie ein alter Mann." Ganz abgesehen davon, dass es einfach nicht üblich war, sich innerhalb der Familie mit dem Beinamen anzureden. Sicher tat er das, weil er sauer war.

    >>>
    Zunächst nur ein Punkt, der erst allmählich Gestalt annahm, kroch die Sänfte einer Raupe gleich vom Horizont dem Theater entgegen. Unruhe keimte in mir. Seit dem roséfarbenen Fiasko hatten wir uns nicht wiedergesehen. Im Anschluss an das Gespräch mit Aquilius war ich nicht geblieben, um Celerina einen kurzen Besuch abzustatten. Vorgeblich dringliche Geschäfte hatten mich eine erneute Begegnung, die womöglich ähnlich peinlich wie jene im Garten geendet hätte, umschiffen lassen. Nun stand ich dort, den Stoff meiner toga über dem Arm, und erwartete mit gemischten Gefühlen die Sänfte, die sich quälend langsam näherte. Es gab nun kein Zurück mehr, selbst nicht in dem Wissen, dass Siv mein Kind unter dem Herzen trug.


    Letztendlich stoppte die Sänfte nur wenig entfernt, die Träger, welche vormals im Gleichschritt gelaufen waren, um unangenehmes Schaukeln zu vermeiden, setzten das schwere Holzgefährt ab und ich trat heran, ein möglichst erfreutes Lächeln auf den Lippen. Ein Sklave in rotbrauner tunica strich einseitig den Vorhang zur Seite, verbeugte sich kurz und trat dann zurück. "Flavia Celerina", grüßte ich sie und reichte ihr die Hand, um den Ausstieg zu erleichtern. Hin und wieder segelten bunte Blätter herab, gingen flirrend zu Boden und gesellten sich zu dem Laubteppich dazu, mit dem ab und an der Wind einen Reigen tanzte. ich betrachtete die Flavierin, ignorierte die Sklavin, die ihr Schatten war - Siv hatte ich ganz bewusst nicht hierher mitgenommen - und neigte ehrerbietend den Kopf. "Wenn du mir diese Bemerkung gestattest, du siehst ganz bezaubernd aus." Zufrieden war ich nicht mit meinen Worten, sie klangen in meinen Ohren wie hohle Phrasen, und selbst an den langen Strahlen der schräg einfallenden Sonne mochte ich mich nicht recht zu erfreuen. Doch dies hier musste sein, es war meine Pflicht, und eine bessere Braut hätte ich ohnehin nicht ergattern können. Gemessen führte ich Celerina an den oberen Rand des Amphitheaters, von dem aus man einen herrlichen Überblick über das ganze Rund hatte. "Wiillkommen im amphitheatrum des Horaz , sagte ich und ließ die Umgebung wirken.

    Es war typisch für die hohen Herrschaften, dass kleine Ewigkeiten verstrichen, ehe sie bereit waren, auszugehen. Die Sklaven hatten geduldig gewartet, etwas anderes war ihnen ohnehin nicht übrig geblieben. Dann endlich öffnete sich die Tür erneut und die Flavierin trat heraus, gefolgt von einer Sklavin. Augenblicklich gingen alle aurelischen Sklaven in Habacht-Stellung und blickten ihr entgegen. Der Sklave, der auch an der porta geklopft hatte, begab sich zu Celerina und half ihr zuvorkommen, das Gefährt zu besteigen. Und als die Flavia eingeladen und auch ihre Sklavin gut verstaut war, hoben die Träger die Sänfte an und begannen, durch die Straßen und Gassen Roms zu pflügen, stetig dem Ziel entgegen.

    "Vielen Dank. Wir werden einfach warten, bis sie sich gerichtet hat", erwiderte der Sklave seinem Sklavenkollegen und nickte dem Griesgram noch einmal zu. Es war schließlich nicht nur unter den Patrizierinnnen verpönt, ungeschminkt oder unpassend gekleidet aus dem Haus zu gehen oder auch nur das Zimmer zu verlassen. Der Sklave in seiner rostbraunen tunica gesellte sich wieder zu den acht Sänftenträgern, von denen zwei die dunkelste Haut hatte, die er je gesehen hatte. Dann stellte er sich auf eine geraume Wartezeit ein. Man konnte ja nie wissen, wie eine Frau reagieren mochte, wenn sie überraschend auf einen allem Anschein nach geheimnisvollen Ausflug eingeladen wurde.


    Im Süden des Esquilin, am Fuße eines kleinen, nur spärlich bewaldeten Hügels außerhalb der Servianischen Mauer und daher ruhig gelegen, befand sich ein kleines, nur selten genutztes Amphitheater. Ich hatte vor Jahren einmal einer Aufführung dort beigewohnt, und sowohl die schöne Lage als auch die widererwartens gute Akustik waren mir im Gedächtnis hängen geblieben. Diesen Ort hatte ich mir ausgesucht, und Brix war bereits vor rund zwei Wochen mit dem Verwalter des kleinen Theaters in Verbindung getreten, um ein Abkommen auszuhandeln. Für den heuten Nachmittag und den Abend hatte ich mir die Freiheit genommen, das Theater zu mieten. Der Verwalter hatte Verbindungen zu einer kleinen Truppe von Mimen, und diese Beziehung wurde genutzt, um dem geplanten Vorhaben Programm beizusteuern. Ich erhoffte mir dadurch einerseits Kurzweil, andererseits insofern abendfüllendes Programm, alsdass ich nicht turtelnderweise den Abend verbringen musste.


    Heute war es nun also soweit, mittig waren bequeme und wärmende Sitzpolster und Kissen in sattem Dunkelrot mit gelben Quasten drapiert worden, damit man bequem saß und sich zudem nicht verkühlen konnte. Unzählige Öllampen waren verteilt und bereits entzündet worden, obgleich es noch ein wenig dauern würde, bis die Sonne den Horizont küsste. Ein wenig entfernt, zwischen den schlanken Stämmen der Bäume, hielten sich eine Hand voll Sklaven bereit, um Getränke und vorbereitete Kleinigkeiten zu servieren - Austern befanden sich nicht darunter, ebensowenig wie roséfarbene Schmankerl. Unten um das Bühnenrund herum waren Feuerschalen aufgestellt worden, die später gewährleisten sollten, dass man auch sah, was unten vor sich ging. All dies erfasste ich mit einem langen, verkniffenen Blick, dann nickte ich dem wartenden Verwalter zu, der daraufhin grinste, verschwand und mich allein wartend zurück ließ. Ich war eigentlich niemand, der auf derlei Kleinigkeiten Wert legte. Zweifelnd besah ich mir den ganzen Tand nochmals, fühlte mich fehl am Platze - und doch war Prisca der Meinung gewesen, die vielen Lichter würden in der Dunkelheit eine ansprechende Wirkung auf Celerina haben.


    Eine schlichte weiße toga kleidete mich, darunter eine azurfarbene tunica mit silbernen Verzierungen, sowie schlichte, hellbraune Sandalen aus Antilopenleder. Die obligatorischen Ringe waren den Fingern zwar aufgesteckt, auf sonstigen Putz hatte ich bewusst verzichtet. Langsam begab ich mich zum oberen Ende des Amphitheaters, leicht nachdenklich darauf wartend, dass die Sänfte mit dem aurelischen Löwen darauf auf der geschlungenen Straße bald in Sicht käme. Ich bezog Posten an einer Stelle, von der aus man das Theater noch nicht einsehen konnte, zwischen jungen Pinien, Zedern und einigem anderen Gesträuch, seufzte, und heftete meinen Blick auf jenen Punkt in der Ferne, in welcher die Sänfte bald würde zu sehen sein.

    Mit leisem Klacken wurde die aurelische Sänfte vor der porta der villa Flavia abgesetzt. Leicht schaukelten die Vorhänge in der Nachmittagsbrise - es war ein angenehmer Herbsttag. Die stämmigen Träger rührten sich nicht, doch ein beredter Sklave in rostbrauner tunica löste sich hinter dem Gefährt und ging zielstrebig auf das Holz der Tür zu. Überdies passierte nichts.


    Einige Male pochte der Sklave, und als er das Gesicht des flavischen Türsklaven erspähte, räusperte er sich. "Wir sind hier, um Flavia Celerina abzuholen. Mein Herr, der Senator und septemvir Marcus Aurelius Corvinus erwartet sie in Einverständnis mit seinem ehrenwerten Freund Caius Flavius Aquilius. Wir werden dafür sorgen, dass ihr nichts geschieht und sie wohlbehalten am Ziel des Ausfluges angelangt." Er hatte seine Worte sorgfältig gelernt, das wurde durchaus deutlich. Die Betonungen stimmten, und es sollte nun klar sein, dass Flavia Celerina allein erwartet wurde, und dass die aurelische Sänfte eigens für sie bereit stand.

    Habs schon Step-by-Step via PN-Erwiderung auf seine hin versucht, allerdings kommen da Antworten zurück, die mich allmählich glauben lassen, dass es sich hierbei um einen Troll handelt, und zwar um einen recht gefräßigen.

    "Setz dich doch, Decimus", forderte ich meinen Besucher gut gelaunt auf. Am selben Tage hatte sich noch ein anderer Decimer angemeldet. Ein Decimus Verus sagte mir zwar nichts, doch musste das nichts heißen. Willkommen war jeder Fahrer so und so. Ich zog mir die Tafel mit den Namen derjeniger heran, die sich bereits für das Rennen gemeldet hatten. Viele Namen standen nicht darauf, doch ich hoffte, dass man dennoch Spaß haben würde. "Decimus Crassus war das, ja?" fragte ich noch einmal nach und schrieb dann den Namen in das Wachs. "Ich nehme an, du startest mit einem Gespann von Decimus Meridius?" hakte ich nach, denn dies war allein des Namens wegen eine für mich logische Schlussfolgerung. Meridius kannte ich ja.

    Zwar waren die Bänke im Senat alles andere als bequem, was gewiss Absicht war, damit den desinteressierteren patres das Wegdämmern erschwert wurde, doch beim heutigen Diskussionsthema war ich konzentriert mit von der Partie. Hatte ich mich bei der ersten Debatte sehr zurückgehalten, drängte sich mir heute ein Gedanke auf, den ich aussprechen wollte.


    "consul Aelius, ich habe eine Anmerkung zum ersten Absatz des seschsundfünfzigsten Paragraphen deiner Neufassung. Eine Zeitstrafe, die länger währt als sechs Monate... Diese Formulierung umfasst ein sehr breit gefächertes Sortiment an infrage kommenden Strafen. Ist es nicht weniger schwerwiegend, für ein Jahr ins Exil verbannt zu werden, denn zwölf Monate im carcer zu sitzen?"

    Wenn du die Datei bei http://www.imageshack.us hochgeladen hast, bekommst du einen Link. Ich hab das eben mal mit deinem Avatar gemacht. Imageshack spuckt mir dann diesen Link aus:


    Code
    http://img530.imageshack.us/img530/7743/avatar7313cc1.jpg


    Den kopierst du dir. Dann gibst du folgendes ein:


    Code
    [img][/img]


    Zwischen diese beiden Tags (ein Tag beginnt mit [ und endet mit ] ) fügst du den Link ein, den du von Imageshack bekommen hast. Sollte dann so aussehen:


    Code
    [img]http://img530.imageshack.us/img530/7743/avatar7313cc1.jpg[/img]


    Und das wiederum gibt dann folgendes Erscheinungsbild im Beitrag:


    [Blockierte Grafik: http://img530.imageshack.us/img530/7743/avatar7313cc1.jpg]


    Jetzt alles klar?



    edit: Ich hab mir eben deinen Beitrag in der casa mal angesehen. Im Grunde ist das so schon richtig, jetzt brauchst du eben nur noch den richtigen Link. Dieses Bilderlink.suffix war ja nur ein Beispiel, wie so ein Link aussehen kann.

    "Ich weiß." Das war alles, was ich bezüglich der Hochzeit entgegnete. Ich gab nicht zu, dass ich vor der Ungewissheit zurückschreckte, die eine Ehe für das eigene Leben mit sich brachte. Ich hatte keine Ahnung, wie es sich anfühlen würde, eine Ehefrau zu haben, mich um sie zu kümmern. Dass es war, wie eine Schwester zu haben, wusste ich seit der Sache mit Deandra besser. Inzwischen hatte Prisca diese Stelle eingenommen, ohne bewusst etwas dafür zu tun. Dass ich manchmal noch an Deandra dachte, wie es früher war, erzählte ich keinem. Ich wusste, wie die meisten darüber dachten, und im Grunde war ich froh, dass mein Verlöbnis mit der vermeintlichen Schwester allmählich in Vergessenheit geraten war. Dennoch, ich konnte nicht einmal mir selbst eingestehen, dass ich Angst hatte vor dem, in das ich mich selbst hinein bugsierte. Eine Ehe brachte schon Veränderungen und Pflichten zur Genüge mit sich, doch würde ich nicht irgendwen heiraten, sondern eine Flavia, die Nichte meines besten Freundes. Dieser Umstand verschärfte all jenes nochmals, sodass ich nur mehr vorwärts, nicht aber zurück gehen konnte. Auch hier verbot es mir mein Stolz, mit jemand anderem außer Prisca darüber zu reden. Mit Aquilius, der schließlich direkt mit von der Partie war, war es mir ebenso wenig möglich, darüber zu regeln.


    Und nun das. Als wäre all dies nicht schon kolossal genug gewesen, hatte sich die Situation nochmals verschärft. Es war ein Kind auf dem Weg, ein Kind, dessen Geburt die Götter guthießen. Ich konnte mich unmöglich dagegen stellen, selbst wenn...selbst wenn ich es wollte. Was ich nicht tat, wie mir bewusst wurde. Der Duft von Sivs goldenem Haar kitzelte in meiner Nase, die kuriose Mischung von Herbem und Fruchtigem, die mir so vertraut war und nun so fremd schien. Kurz blitzte eine falsche Realität in meinem Geiste auf, die Langhäuser und einen See beinhaltete, gleichsam sommerliches Wetter und eine Welt abseits allem Standesdenken, doch beim nächsten Lidschlag schon wähnte ich mich wieder mit beiden Beinen fest auf dem Boden der Tatsachen, dem römischen Boden der Tatsachen. Wenn ich in jenem Moment einen Sinn dafür gehabt hätte, so wäre mir sicher das Klischee aufgefallen, dem Siv mit ihrer Was-denkst-du-Frage mehr denn entsprach. So aber, den Kopf angefüllt mit so vielschichtigen Gedanken, bemerkte ich nicht, wie klischeehaft dieser Moment war. Sie wollte wissen, was möglich war. Alles. Sie wollte wissen, was machbar war. Nicht weniger. Sie wollte wissen, an was ich dachte. An vieles und doch nichts Relevantes. Und sie wollte wissen, was ich wollte.


    Die Klarheit, die Prägnanz und Präzision dieser Frage schien vonnöten gewesen zu sein, dass ich mich näher damit auseinandersetzte. Sivs Hände, die den Stoff meiner tunica so kräftig zerknitterten, waren wie Haken, die mich in der Gegenwart hielten. Ich hielt sie gleichsam fest, weiterhin starrend und zugleich starr, gedankenverloren und zugleich gedankenlos. Mein Verstand wusste sich nicht klar zu artikulieren, und nach mehreren vergeblichen Ansätzen, etwas zu sagen, ganz gleich ob harsch, abschmetternd, aufbauend oder hoffnungschenkend, schwieg ich weiterhin. Ich hatte das Gefühl, ein jedes Wort würde falsch sein und doch nicht vermitteln können, was ich wirklich und wahrhaftig dachte. Stille zog sich wie zäher Honig dahin, nur unterbrochen vom rhythmischen Klopfen meines Herzens und dem Sivs. Gleich wie quälend ihre Worte auch gewesen waren, ich wusste keine Antwort. Nicht, weil ich sie nicht wissen wollte, sondern weil ich es wahrhaftig nicht wusste. Gequält schloss ich die Augen, gab mich der trügerischen Sicherheit der gewollten Düsternis hin, auch wenn sie erzwungen war, dem Duft ihres Haares, der Gewissheit, ihr Nahe zu sein. "Ich weiß es nicht, Siv. Ich weiß es nicht."


    Nicht mehr als eine Sekunde verstrich, bis ich mich von ihr löste, vermied, sie anzusehen. Mehr Aufmerksamkeit schenkte ich dem Boden zu meinen Füßen, betreten betrachtete ich die Maserung der feinen Mosaiksteinchen. "Ich... Entschuldige mich." Zerstreuung war es nicht, die mich diese Worte murmeln und dem Raum entschwinden ließ, ganz so, als sei es ein Rückzug aus feindlichem Gebiet. Ich ahnte nicht, nein, ich wusste, dass ich Siv damit nur mehr Fragen zurückließ als sie ohnehin schon hegen musste, und doch konnte ich nicht anders als zu fliehen vor der Wirklichkeit, gleichwohl sie mich verfolgte wie mein eigener Schatten, wohin ich auch ging. Dennoch, es galt, zu opfern, und dies würde ich tun und, so die Götter es wollten, eine Antwort finden - und wenn nicht dies, so zumindest ein kleines Stück der mir verlustig gegangenen inneren Ruhe.

    Vater: Publius Aurelius Naso
    Mutter: Cassia Melina


    Die Mutter bitte auch bei Aurelia Antonia eintragen, damit ist Severa dann die Schwester von selbiger.
    Und bitte den Status noch richtig nachtragen, der wird noch falsch angezeigt. :)

    "Herein bitte", drang es auch kurz darauf von innen durch das Holz der Tür. Ich hatte eine Hand in den Nacken gelegt und betrachtete kritisch eine Rechnung über etwas, das ich nicht zu bezahlen bereit war. Als ich den Blick hob und den Eintretenden musterte, erkannte ich selbigen nicht. Augenblicklich schob ich die Wachstafel beiseite und legte die Hände locker auf die Tischplatte. "Salve", grüßte ich. Wer das wohl war, so kurz nach der salutatio am Morgen?