Ich spürte, wie Siv unruhig wurde, während ich selbst den Anschein gab, die Ruhe in Person zu sein. Sie schien nicht nachvollziehen zu können, was mich dazu bewog, mich zu entschuldigen. Ich musterte sie stumm. "Nein", sagte ich. "Es ist nicht dein Fehler." Meine Kehle schien plötzlich ausgedorrt zu sein. Ich angelte meinen Weinbecher, trank jedoch nichts und stellte ihn dann wieder fort. Ich musste mich zügeln. So viel Wein wie in der letzten Zeit hatte ich selten getrunken. So fuhr ich mir stattdessen über die Lippen und legte die Arme auf die Sessellehnen. "Ich habe viele Fehler, Siv, ich weiß das. Aber es war nicht recht, das mit dir. Vor Germanien. Und wie ich dich behandelt habe, als ihr zurück wart. Das war nicht angemessen. Und es tut mir aufrichtig leid. Ich war...ich habe mich hineingesteigert." Ich blickte zum Schreibtisch hinüber, wo der unbeschriebene Papyrus lag. "Celerina ist erfrischend. Sie ist alles andere als langweilig, und vielleicht ist es das, was eine Ehe mit ihr harmonisch werden lässt. Aber ich liebe sie nicht." Ein Schlucken, der Gedanke an mehr Wein, den ich beiseite drängte. Seltsam, wie gut es tat, darüber zu reden.
Mit dem Daumen der rechten drehte ich den Senatorenring am Ringfinger, ein beinahe unverkennbares Zeichen, dass es mich beschäftigte, was ich sagte. "Du warst nicht dumm. Du warst nur ehrlich." Jetzt sah ich Siv an, ließ noch einen Moment verstreichen. "Ich war es nicht." Mein Kopf rauschte, so sehr drehten sich die Gedanken darin, immer schneller fegten sie dahin. Ein dünnes Stimmchen höhnte piepsend wegen einer Entschuldigung bei einer Sklavin, doch es ging recht schnell unter in den dahinrasenden Geadnken. Es klopfte plötzlich, jemand fragte ob er eintreten durfte, doch ohne den Blick von Siv zu lassen, wies ich denjenigen schroff ab. Es war wichtig, dass wir dieses gespräch hier und jetzt zu Ende führten. Ohne Unterbrechung.