Beiträge von Quintus Germanicus Sedulus

    Sedulus war ein klein wenig erschöpft auch wenn er sich für die Heimreise ein Pferd organisiert hatte. Sie waren öfters als auf dem Weg nach Mantua angehalten. Die Kinder mußten gestillt werden und die Windeln gewechselt. Aber all dies schafften die beiden Frauen, Serrana und Septima ausgezeichnet. Wenn es ans Windeln wechseln ging, verzog Sedulus immer die Nase und suchte sein Heil in der Flucht und besorgte dann und wann mit seinem Sklaven Teutus etwas für das leibliche Wohl.
    Als sie in der Casa angekommen waren, sah er zuerst nach den Neugeborenen ob sie den Rest der Reise wohl überstanden hatte. Sabina zumindest hatte es, denn sie wollte sofort spielen gehen.
    Sedulus schloss die Augen und nickte.


    Meinen Segen hast du meine Große!


    Dann ging Sedulus`Blick zu Gadatas.


    Gadatas, du wirst sie aber begleiten, hörst du.


    Der neuste Sklave hatte sich als sehr wertvollen Zuwachs herausgestellt und konnte mit Sedis Tochter recht gut umgehen.


    Dann suchte Sedulus einen Platz wo er sich für kurze Zeit hinsetzen konnte und fand diesen.


    Ihr entschuldigt mich. Wenn ich jetzt nicht gleich etwas unter meinen Hintern bekomme, zieht es mir die Füße weg.


    Entschuldigte sich Sedulus bei den Frauen. Vielleicht sollte er mal wieder ein wenig öfter ausreiten.

    Als sich Serrana selbst als ein fettes Weinfass bezeichnete, mußte Sedulus einen kleinen Moment lang grinsen.


    So schlimm war es nun ja auch wieder nicht.


    Befand er dann. Was ja auch zutreffend war.
    Dann wandte er sich ebenfalls an Sabina als er in das Gesicht seiner großen Tochter blickte. Er konnte zwar keine Gedanken lesen, aber Sedulus konnte sich vorstellen was in ihr vorging.


    Ich werde dich genauso noch lieb haben wie die ganze Zeit auch Sabina und das wird auch so bleiben.


    Erklärte er mit ehrlichen Worten und drückte seiner Erstgeborenen einen Kuss auf die Stirn und lächelte. Es war ein warmes Lächeln. Dann meinte er zu Serrana als sie ihn wegen der Namen für die Zwillinge ansprach.


    Ähm Namen? Darüber habe ich mir noch überhaupt keine Gedanken gemacht. Bis vor kurzem wußten wir ja nicht einmal, was es denn werden wird. Hast du denn schon eine Idee?


    Sedulus wollte es mit den Namen nicht überstürzen, schließlich mußten ja die Kinder ein Leben lang damit auskommen.

    Zitat

    Original von Iunia Serrana
    Serrana hätte keinen einzigen Augenblick in ihrem bisherigen Leben benennen können, in dem ihr Körper derart umfassend erschöpft und müde gewesen war und mit jeder einzelnen Faser nur noch nach Schlaf geschrien hatte. Innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde war sie eingeschlafen, doch als sie spürte, wie ihr die Kinder irgendwann wieder aus den Armen genommen und auf ein eigenes Lager gelegt wurden, kam sie aller Müdigkeit zum Trotz wieder zu sich, schlug die Augen auf und entdeckte als erstes ihren Mann, der auf der Bettkante saß und sie ansah. "Quintus." sagte sie lächelnd und fuhr sacht mit der Hand über seine Wange. "Bist du schon lange hier bei mir? Ich glaub, ich hab geschlafen." Ihr Blick glitt jetzt auf der Suche nach den Neugeborenen suchend durch den Raum, während sie sich so gut wie möglich aufrichtete. "Hast du die beiden schon gesehen? Sind sie nicht unglaublich? Könnte ich meine Kinder bitte noch einmal haben?" sagte sie schließlich an die Hebamme gewandt, nachdem sie diese in einer Ecke des Raumes entdeckt hatte. Praxilla nickte lächelnd, kam mit den beiden kleinen Bündeln zum Bett hinüber und legte sie der selig lächelnden Serrana zurück in die Arme, die in Ermangelung einer freien Hand ganz vorsichtig ihre Nase durch den weichen Flaum auf den kleinen Köpfen gleiten ließ. Für einen kleinen Augenblick schien die ganze Welt nur aus den beiden Babys, Sedulus und ihr selbst zu bestehen, doch dann nahm Serrana aus den Augenwinkeln eine Bewegung an der Tür des Cubiculums wahr und lächelte, als sie die Urheberin erkannte. "Sabina, wie schön, dass du da bist. Komm doch ein bisschen näher, ich möchte dich jemandem vorstellen."


    Sedulus lächelte seine Frau glücklich an.


    Nein, ich bin noch nicht sehr lange hier.


    Meinte er und wußte eigentlich selbst nicht wie lange er schon bei Serrana und den beiden Kleinen saß.


    Ja habe ich. Ich kann es immer noch nicht fassen, dass es gleich Zwei geworden sind. Aber vorallem danke ich den Göttern, dass es euch Dreien soweit gut geht. Doch ruhe dich noch ein wenig aus, es muß doch sehr schwer für dich gewesen sein.


    Sprach Sedulus in einem fürsorglichen Tonfall und winkte seine ältere Tochter Sabina zu Serrana und sich.


    Komm her meine Große.


    Der Vater streckte einen Arm nach seiner älteren Tochter aus.

    Die Reise mit den Sänften zum Gut der Tiberia Septima war eine recht ungemütliche Angelegenheit gewesen. Am liebsten hätte er sich ein Pferd bei der Legion ausgeliehen aber diese würden sie in nächster Zeit wahrscheinlich eh selbst benötigen. So hatte sie der zukünftige und schon Vater zu seinen beiden Frauen, seiner Frau Serrana und seiner Tochter Sabina in die Sänfte gesellt. Zum Glück waren diese groß genug gewesen und der Platz hatte soweit man es nennen konnte ausgereicht. Auf dem Gut angekommen ging es dann auch schon Schlag auf Schlag. Noch bevor Sedulus überhaupt fragen konnte, ob er denn bei etwas behilflich sein konnte, wurde er einfach beseite geschoben. Dann hatte er sich nach Sabina umgesehen, doch diese hatte gerade ganz andere Sorgen wegen einer ihrer vielen Puppen. Da beschloß sich der Vater erst einmal nicht einzumischen. Damit mußte das Hausmädchen wohl alleine fertig werden.
    Dann war es soweit. Aufgeregt hatte ein Sklavenmädchen nach ihm ausschau gehalten. Als sie Sedulus gefunden hatte, zog sie ihn einfach vor lauter Aufregung hinter sich her in das Zimmer wo seine Frau entbunden hatte.
    Als er eingetreten war, hörte zuerst zwei Kinderstimmen, so dass die Vermutung in ihm aufkeimte, dass eventuell auch das Kind von Septima in dieses Zimmer gebracht wurde. So fragte er die Hebamme zuerst nach seiner Frau.


    Geht es meiner Frau gut?


    Die Hebamma bestätigte dies mit einem Kopfnicken und erklärte ihm, dass sie schliefe da sie ein wenig erschöpft sei.
    Dann fragte Sedulus gleich weiter.


    Welches der beiden Schreihälse ist denn meines und was ist es? Ein Junge oder ein Mädchen?


    Die Hebamme schüttelte nur den Kopf und meinte dann lächelnd, dass beide Kinder von Sedulus seien und es ein Junge und ein Mädchen ist. Außerdem, das Beide gesund und munter waren wie man ja auch hörte.
    Prompt in diesem Moment wurde Sedulus greidebleich und er mußte sich einen Sitzplatz suchen.


    Zwillinge?


    Fragte er ungläubig.
    Die Hebamme grinste breit und bestätigte die Frage mit einem Nicken und reichte Sedulus ein Glas Wasser welches er in einem Zug leerte. Dann stellte er es ab und lächelte und ging die beiden Kinder begutachten bevor er an das Bett seiner Frau ging und sich darauf niederließ um ihr einen Kuß auf die Stirn zu geben und sie lange betrachtete.
    Leise meinte er nur.


    Jetzt weißt du auch warum du einen solchen dicken Bauch hattest. Gleich zwei Kinder...


    Dann rief er leise eine Sklavin zu sich, welche dann nach Sabina suchen sollte.

    Sedulus nickte.


    Ja, sie geht am Dienst an den Göttern förmlich auf. Sie läßt auch nichts auf sie kommen... Ja, dass hoffe ich auch.


    Dann machte Sedulus eine kurze Pause und nahm einen Schluck Wasser.


    Nein, ich habe schon eine Tochter aus meiner ersten Ehe. Ihre Mutter verstarb an einer Lebensmittelvergiftung.


    Trotz des freudigen Ereignisses welches bald bevor stand, die Geburt seines zweiten Kindes, trübte ihn die Erinnerung an den frühen Tod seiner frau doch ein wenig.

    Es kann nicht nur, es wird sicherlich auch lauter werden.


    Grinste Sedulus. Und da wußte er noch nicht einmal, dass es Zwillinge werden würden.


    Ich kann mich so auch nicht vorstellen. Aber vielleicht hatte ich ja auch schon Haare, ich weiß es nicht so genau.
    Wir nehmen noch Gadatas für Sabina mit.


    Fügte Sedulus noch den neuen Sklaven zu Sarranas Liste hinzu.


    Ich denke die reichen aus.

    Wie sollte Sedulus seiner Tochter erklären was hier in Mantua vorging ohne sie zu verschrecken? Und anlügen wollte Sedulus seine Tochter ja auch nicht.

    In der Stadt gibt es einige kranke Leute. Sie haben eine ansteckende Krankheit und da wir uns ja nicht anstecken möchten schon gar nicht Septima und Serrana wegen der Kinder, reisen wir also heute noch ab.


    Erklärte Sedulus seiner Tochter in knappen Worten. Dass man bei auch sterben konnte, oder vielmehr es auch tat wenn man diese Krankheit bekommen hat, verschwieg Sedulus vorsichtshalber.

    Es freut mich, dass ich dir helfen konnte Quintus Flavius Flaccus.


    Dann wunderte sich Sedulus ein wenig über die Frage wie es denn seiner Frau Serrana ginge. Als der Flavier ihm dann erklärte wer er war meinte Sedulus zu ihm.


    Ach, du warst also der Schüler Serranas gewesen? Wie klein doch die Welt und vorallem Rom ist. Ihr geht es den Umständen soweit ganz gut, danke der Nachfrage. Bald ist die Schwangerschaft auch überstanden und ich hoffe ich werde dann einen Sohn in den Händen halten.


    Schließlich starb die Hoffnung ja zuletzt.

    Ein wenig ratlos sah Sedulus nun drein. Die Sänften waren zu langsam und die Kutschen zu unbequem. Und vorallem, wo sollten sie hin? Bis wohin war die Seuche schon vorgedrungen bzw. von wo war sie nach Mantua gekommen?


    Weiß man denn wo die Seuche ihre Wurzeln hat? Nicht dass wir genau dorthin reisen, wo sie hergekommen ist.


    Dann kam Sabina ins Zimmer.


    Dn Göttern sei Dank, da bist du ja.


    Meinte der Vater zu seiner Tochter.


    Du wirst mir von jetzt ab nicht von der Seite weichen Sabina! Außerdem werden wir bald wieder abreisen


    Erklärte Sedulus seinem Kind.

    Sedulus nickte ebenso.


    Ja doch, man kann nicht klagen. Bei den anderen Rennställen sieht es da um einiges schlechter asus.


    Mehr wollte Sedulus zu diesem Thema auch nicht preisgeben.


    Ja, dass mag stimmen. Und Kreuzungen so wie Weggabelungen gibt es ja in Rom einige. Es geht ja nicht nur um die Erhaltung der Schreine, nein sie sollen ja auch dementsprechend mit Blumen und sowie Opfer versorgt werden.


    Erklärte Sedulus kurzerhand.

    Einer der Legionäre hatte Sedulus davon in Kenntnis gesetzt, dass es in der Stadt zu Todesfällen gekommen war. Man ging von einer Krankheit aus, da bei den Toten keine Spuren von Verletzungen zu sehen war. Sedulus wurde es ganz mulmig im Bauch und machte sich auf, seine Frau und die Anderen zu suchen. Im Tablinum fand er sie endlich.


    Salve alle miteinader. Habt ihr dass gehört? In der Stadt soll eine Seuche oder aber zumindest eine ansteckende Krankheit ausgebrochen sein... Es gab auch schon Tote. Das hat mir so eben ein Legionär berichtet, den aus der Zeit bei der II. noch kenne der hier her versetzt wurde.


    Tja, Zufälle gab es immer wieder. Auch wenn er sich dieses Treffen ein bisschen anderst und vorallem unter anderen Umständen gewünscht hätte.
    Fragend sah Sedulus die anderen an.


    Wir sollten abreisen! Und zwar schnell bevor man nicht mehr weiß. Es könnte alles mögliche sein.

    Spätestens wenn es noch lauter wird, wirst du es können mein Schatz.


    Grinste Sedulus breit.


    Na wenn es ein Junge wird, so hoffe ich doch so wie ich!


    Dann sah Sedulus erschrocken auf.


    Mach mir so nichts! So wie deine Großmutter, du machst mir ja jetzt schon angst! Wenn es ein Mädel wird, so wünschte ich, es würde so werden wie du.


    Sedulus nickte lächelnd.


    Das wird schon noch, glaube mir. Am besten du denkst nicht wirklich darüber groß nach.

    Sedulus schenkte seinem Gast das gewünschte Wasser ein und reichte es ihm.


    Bitte sehr, das Wasser...
    Nun, ich bin zur Zeit die Vertretung des Rennstalles der Veneta. Außerdem bin ich der Vorsitzende der Germanitas Quadrivii. Eine Patronage über eine Stadt habe ich noch nicht inne.


    Hätte er denn überhaupt Zeit für so etwas? Schließlich würde Sedulus bald erneut Vater werden und da würde er schließlich auch noch gefragt sein.

    Als Sedulus die angetretene Legion sah, begann er das Soldatenleben ein klein wenig zu vermissen. Erst bei den Urbanern und dann als Tribun bei der Zweiten. Es waren zwar nicht immer einfache Zeiten, aber es waren auch Schöne darunter und vorallem aufregende. So betrachtete er nun als Gast bei seinem Freund und dessen Einheit dieses Schauspiel.

    Freut mich dich kennen zu lernen Quintus Flavius Flaccus. Komm lass uns doch in mein Officium gehen, dort unterhält es sich ungestörter.


    Sie gingen durch das Officium seines Scribas. Im Officium Sedulus` angekommen meinte dieser dann zu dem Flavier.


    Setz dich doch bitte. Möchtest du etwas zum Trinken?


    Was der Consul wohl von ihm wollte? Auch Sedulus nahm platz.


    Was möchte denn der werte Consul von mir?


    Fragte Sedulus schließlich neugierig.

    Wie es schien, war Germania ruhiger geworden als es noch zu Zeiten seines Vateres war. Oder waren die Germanen einfach nur fauler geworden oder hatten gar zu einen hohen Blutzoll zahlen müssen und waren es einfach nur leid gegen das starke Rom anzurennen. Wie dem auch sei, auf alle Fälle war diese Situation gut für den Handel mit der Provinz Germanien. So sah Sedulus doch recht zufrieden aus.

    Sedulus hoffte dies natürlich auch.


    Dass wirst du sicherlich können mein Schatz.


    Meinte er dann lächelnd.


    Ich glaube sie werden gar nichts von dir denken. Sie kennen uns dort ja nicht einmal und ich denke, dass sie dort ganz andere Sorgen haben als eine Senatorenfamilie die sich dort für kurze Zeit bei einer anderen befreundeten Senatorenfamilie aufhält. Oder findest du nicht?


    Dabei sah Sedulus seine Frau frangend an.

    ich muß gestehen, nein. Da sich das Ulpianum mehr oder weniger noch im Bau befindet und sich eigentlich der Bauträger darum kümmern müßte, habe ich damit eigentlich nichts zu tun. Allerdings wenn man mir die Verantwortung dafür übertragen würde, dann müßte ich mich auch um das Ulpianum bemühen.


    Auf was Salinator mit dieser Frage wohl hinaus wollte?