Beiträge von Publius Redivivus Maxentius

    Maxentius hörte nur gelinde aufmerksam zu. Trotzdem hatte er die Worte des Optios aufgenommen und machte sich jetzt daran, das Ganze zu trainieren. Er musste sich ernsthaft dazu zwingen, sich Mühe zu geben, um vor dem Optio kein schlechtes Bild abzugeben. Er hielt den Bogen wie dieser gesagt hatte, streckte ihn schräg nach oben, um eine elliptische Flugbahn zu erzielen und schoss. Volltreffer. Maxentius wollte seinen Augen nicht trauen. Er schoss noch einmal, und das Gleiche passierte. Er hoffte, dass der Optio das nicht gesehen hatte, nachher würde dieser noch auf die Idee kommen, ihn in die Hilfstruppen zu stecken :D. Die nächsten Male gab er sich Mühe, vorbeizuschießen, was ihm auch ganz gut gelang.


    Sim-Off:

    Falsch ist das nicht, aber wenn ich mich nicht ganz irre, gibt es da noch die eine oder andere Sache zu ergänzen. Ich habe vor ein paar Jahren mal in Gallien...äh...Frankreich mit dem Bogen geschossen. Also, bei den antiken Bögen und vor allem aufgrund der Formationen, Reichweiten, die erreicht werden mussten etc. etc. hielt man natürlich den Bogen schräg nach oben, sodass der Pfeil einen Bogen beschrieb, geradeaus flog der nich so sonderlich weit und vor allem wahrscheinlich in den Rücken der Kameraden :P. Ich nehme mal an, dass du das weißt, das solltest du nur vorsichtshalber ma noch mit dazuschreiben. Zur Haltung : Man hält den Schaft (mein ich jedenfalls, also das Ende des Pfeiles) knapp neben die Wange, sodass nur der Daumen sich noch zwischen Pfeil und Wange befindet. Außerdem ist die Stellung der Füße sehr ähnlich der Haltung beim Kampf mit Gladius und Scutum, aus Gründen des Gleichgewichts. Ich hoffe, ich hab dir jetzt nicht nur Sachen gesagt, die du schon weißt.

    Maxentius sah sich um. Er selbst hatte keine Ahnung von Bögen, diese Waffe hatte ihn bisher auch noch nicht sonderlich interessiert, weil sie, wie der Optio gesagt hatte, eben von den Hilfstruppen oder anderen Völkern verwendet wurde.


    Ein anderer Probatus jedoch trat aus den Reihen und meldete sich.


    "Ich kenne mich ein wenig mit dem Bogen aus, Optio, allerdings nicht sonderlich gut."

    Maxentius begann zu laufen. Bis er hierher gekommen war, war er jeden Tag mindestens eine halbe Stunde gelaufen. Jetzt allerdings war er ein wenig außer Übung, und so begann sein Atem schon nach 10 Runden schwerer zu werden. Er ließ sich davon nicht beirren und lief weiter. Irgendwann fingen seine Beine an, zu schmerzen, und er musste sich schon ernsthaft zusammenreißen, um weiterzulaufen. Der Optio machte keine Anstalten, stop zu sagen, und so zwang Maxentius sich, nicht schlappzumachen. Was ihn auf den Beinen hielt, war nur noch seine Wille, und auch der begann langsam zu schwanken.


    An Duumvir Appius Redivivus Romanus
    Casa Rediviva
    Tarraco
    Provincia Hispania


    Geehrter Pater!
    Ich bin jetzt seit einer Woche bei der Legio, und ich muss sagen, ich fühle mich sehr wohl hier. Ich denke, ich habe meinen Platz in dieser Welt gefunden. Die Temperaturen behagen mir im Gegensatz zu denen in Tarraco sehr, mein Optio ist nett (für einen Optio) und das Training meines Ziehvaters hat viel geholfen: meine Ausbildung geht gut voran.


    Es wird wohl nicht mehr allzu lange bis zu meiner Beförderung zum Legionarius dauern, wenn es so weitergeht. Das hoffe ich jedenfalls. Dann muss ich auch nicht mehr die Hälfte meines Wochenlohnes für einen einfachen Brief verbraten.


    Der Großteil der Legionäre ist momentan nicht hier, die befinden sich in Raetia, sodass ich bis jetzt noch nicht sonderlich viele Kontakte knüpfen konnte, aber ich bin bis jetzt auch immer in der Lage gewesen, mich mit mir selbst zu beschäftigen, sodass mir das auch jetzt nicht sonderlich schwerfällt.


    Ich hoffe, euch in Tarraco geht es genauso gut wie mir (relativ gesehen, ich denke nicht, dass ihr euch in Matsch und Kälte und in Gegenwart brüllender Optiones gut fühlt) und es passiert nichts schlimmes. Ich wäre voller Freude, wenn du mir zurückschreiben würdest.


    Dein dich liebender Sohn und Probatus der Legio II Germanica,


    Publius Redivivus Maxentius.


    Sim-Off:

    Normalzustellung, das Geld ist überwiesen worden.

    Maxentius nahm sich 20 Übungspila und stellte sich an die Abwurfstelle. Sein Ziehvater hatte ihm den Kampf mit dem Gladius einigermaßen beigebracht, über Pila jedoch nur die Theorie, die er eben aufgesagt hatte. So verschätzte er seine Kraft bei den ersten fünf Würfen ziemlich, sodass die Wurfspeere jedesmal über das Ziel hinaus und auch nicht unweit daran vorbei flogen. Beim sechsten Mal warf er weniger heftig, das Pilum flog einen perfekten Bogen und traf genau die von ihm aus gesehen linke Seite der Übungspuppe, wo sich der Schild befunden hätte. Maxentius war überrascht. Er nahm sich noch ein Pilum, dieses traf genau den Kopf. Beim nächsten Mal wurde er allerdings aufgrund dieser Erfolge übermütig und warf wieder komplett vorbei. Bis zum 15. Wurf änderte sich das nur wenig, die letzten fünf Pila flogen jedoch wieder zunehmend genauer. Er ging zu den Puppen, um sich seine Übungswaffen wiederzuholen. Dabei bemerkte er, dass einige der anderen Probati scheinbar schon einige Übung im Werfen des Pilums hatten, andere hingegen die gleichen Probleme wie er selbst. Er stellte sich wieder auf, nachdem er seine Pila aufgesammelt hatte, und übte weiter.

    "Ich, Optio!" rief Maxentius.


    Er hatte das Gefühl, seine Kameraden sahen ihn ein wenig seltsam an und fragten sich, warum er so strebsam war. Kurz war ihm das peinlich, aber jetzt war es eh zu spät.


    "Das Pilum ist eine Wurfwaffe, die vor dem Ansturm auf den Gegner geworfen wird, um Mannesstärke und Kampfmoral zu schmälern. Die Spitze ist aus weichen Metall gemacht, dadurch wird erreicht, dass es im Schild des Gegners steckenbleibt und nicht wieder zu entfernen ist. Dadurch wird der Schild unbrauchbar und der entsprechende Feind verwundbar. Aus Caesars 'De Bello Gallico' kann man entnehmen, dass dadurch sogar ganze Schildwälle unbrauchbar gemacht werden können, wenn die Schilde dessen sich überlappen und die Pila diese mehr oder weniger 'zusammentackern'."


    Er zögerte und räusperte sich.


    "Diese Konstruktionsweise allerdings hat auch den Nachteil, dass das Pilum nicht zur Reiterabwehr verwendet werden kann."