Beiträge von Lucius Flavius Serenus

    Serenus, fünf Leibwächter und ein Kampfhund würden gegen sieben andere Leibwächter der Gens Flavia antreten.


    Seine Männer hatten ihre Umhänge abgelegt und zu ihren Waffen gegriffen. Sie standen links und rechts neben der Sänfte. Serenus lehnte sich gegen die Sänfte. Mit der rechten Hand tastete er nach dem Gladius seines Vaters unter einer dünnen Decke. In der linken Hand hielt er die Urkunde mit dem Siegel. Sein Kampfhund stand wachsam neben ihm. Dido und die beiden Trägersklaven waren hinter der Sänfte. Vor ihm nahte der Feind.


    Serenus ignorierte den plebeischen Pöbel, welcher ihnen neugierige Blicke zuwarf oder sensationslüstern stehen blieb, mit der Ausdauer und Arroganz eines Patriziers. Schließlich waren sie nicht alleine auf der Strasse unterwegs. Innerlich zitterte er vor Angst und mußte dringend mal für kleine Patrizier. Ob das seinem Papa vor Schalchten auch so ging? Aber dann ging alles rasend schnell.


    Die sieben Leibwächter kamen zum Stehen und schoben ihrerseits ihre Umhänge zurück. Ihre Hände lagen auf ihren Waffen. Einer, offensichtlich der Anführer, trat vor und blieb vor Serenus stehen. Er verbeugte sich kurz, jedoch weniger tief als seine patrizische Stellung es erfordert hätten und schielte dabei die ganze Zeit auf Elgus und die anderen Wachen. Der war Serenus gleich schon mal unsymphatisch. Auch wandte er sich nicht direkt an Serenus, sondern mehr oder minder an all seine Begleiter und ihn, als er sprach.


    “Dominus! Ich habe den Auftrag von Dominus Flavius Aristides dich um jeden Preis in die Villa zurück zu bringen. Sofort! Und ich weise darauf hin, daß auf Befehl von Dominus Flavius Aristides keiner der Sklaven in deiner Begleitung mehr auf dich zu hören hat.”


    Serenus schnaubte verächtlich und hob eine Augenbraue in flavischer Manier, daß seine Onkels und Tanten stolz auf ihn gewesen wären.


    “Nimm zur Kenntnis, Sklave, daß ich nicht mitkommen werde, sondern meinen Weg nach Ostia fortzusetzen gedenke. Ich weise dich und deine Leute darauf hin, daß ich unter dem Schutz des Augustus Ulpius reise und hier ein Schreiben mit mir führe, welches mir freies Geleit zusichert. Willst du etwa das Wort meines Vaters über das Wort des Augustus, des Beherrschers des gesamten römischen Imperiums stellen?”


    Serenus hielt das Schreiben hoch, seine Finger umfassten den Griff des Gladius. Der Anführer vor ihm warf einen Blick auf die Urkunde und das Siegel.


    “Netter Versuch, aber wenn man lesen ...”


    Mist! Der konnte wohl lesen. Aber weiter kam der Mann nicht, denn Serenus schwang das schwere Gladius mit dem rechten Arm mit ordentlich Schwung und traf den Mann mitten ins Gesicht. Das Blut spritzte nur so. Der Anführer brüllte vor Schmerz auf, taumelte einen Schritt zurück und seine Hände fassten nach seinem blutenden Gesicht. Serenus ließ die Urkunde fallen, packte das Gladius mit beiden Händen, setzte einen Schritt nach und rammte dem Mann mit aller Kraft das Gladius bis zum Heft in den oberen Bauch. Blut lief über seine Hände und quoll aus der Wunde des Mannes, so viel Blut. Mit einem röchelnden Schrei brach dieser zusammen und riss Serenus fast mit zu Boden, da dieser das Gladius nicht losgelassen hatte.


    “Angriff” brüllte Elgus und warf einem der Verfolger einen Dolch ins Bein. Nero schoss los und sprang knurrend einen der Verfolger an, welcher dem 80kg schweren Kampfhund nichts entgegen zu setzen hatte. Der Hund riss ihn zu Boden und grub sein mörderisches Gebiss in den Körper des Mannes. Jetzt war der Kampf ausgeglichen. Fünf gegen fünf und einen Kampfhund.


    Irgendwo schwirrte eine Schleuder, vermutlich die von Dido. Waffen wurden gezogen und Männer warfen sich aufeinander. Klingen prallten aufeinander. Stahl traf auf Stahl und Stahl traf auf Fleisch. Ein Kampf auf Leben und Tod war entbrannt. Und Serenus stand mittendrin.

    Die vier Trägersklaven keuchten und wurden merklich müder. Serenus machte ein Zugeständnis und ließ Nero (immerhin gut 80 kg Hund) aus der Sänfte raus, so daß dieser neben der Sänfte herlief. Bald schon zeichnete sich aber ab, daß die Verfolger, es warnen Sieben(!), sie einholen würden.


    Serenus ließ die Sänfte am Wegesrand stoppen und stieg aus. Sie konnten nicht entkommen. Also würde er kämpfen.
    In seiner Hand hielt er ein Schriftstück aus einer Mappe. Er wandte sich an seine fünf Leibwächter, die beiden Trägersklaven und die vier Sänftenträger. Seine Stimme und sein Auftreten brachten zum Ausdruck was er in Wirklichkeit war: ein Patrizier. Wenn auch noch sehr klein und jung an Jahren, obgleich seine Worte die eines erwachsenen Mannes waren. Allerdings hatte Serenus die ganzen 10 zurückgelegten Meilen von Roma in Richtung Ostia Zeit gehabt sich eine Rede auszudenken.


    “Ich bin Flavius Serenus, euer Dominus! Ihr habt mir zu gehorchen, denn ich entscheide über euer Schicksal. Obgleich ich euch keine Rechenschaft schuldig bin, so werde ich mich euch erklären, denn wir werden uns Seite an Seite meinen Verfolgern stellen. Ihr werdet unsere Verfolger erkennen, denn auch sie stammen aus der Villa Flavia. Es gab auf der Sponsalia einen kleinen Zwischenfall, bei dem Claudia Epicharis ihr wahres Gesicht offenbarte. Der Augustus Ulpius Iulianus, welchen ich einen väterlichen Freund nenne, sah dies in seiner Weisheit voraus und gab mir daher frühzeitig eine Vollmacht mit eindeutigen Anweisungen für eine mögliche Flucht. Auf dieser Flucht befinden wir uns und unsere Verfolger sind gekaufte Meuchler der Claudia-Hexe. Elgus! Siehst du als Führer meiner Leibwächter dieses Siegel, das Siegel des Augustus am unteren Ende dieses Schreibens? Der Augustus unterstützt meine Flucht. Daher frage ich. Wem gilt eure Loyalität? Mir, der Gens Flavia und dem Augustus oder einer Hexe der Gens Claudia, welche durch finstere Hexerei versucht uns allen zu schaden? Entscheidet euch hier und jetzt auf wessen Seite ihr steht!”


    Serenus hielt Elgus kurz ein Schriftstück hin, welches das Siegel des Augustus trug. Mit der anderen hand packte er das Gladius seines Vaters, welches sehr schwer war. Ein kurzer Pfiff und Nero stand aufmerksam an seiner Seite.


    Serenus spekulierte darauf, daß Elgus und die anderen alle nicht lesen konnten und somit nicht bemerkten, daß es sich hierbei um eine Schenkungsurkunde aus der Bibliothek handelte. In dieser Urkunde hatte der Augustus dem alten Onkel Senator Flavius Felix ein Grundstück für seine Verdienste um Roma übertragen. Serenus hatte die Urkunde in der Bibliothek, seinem neuen Arbeitszimmer, gefunden und vor allem wegen dem noch intakten Siegel an sich genommen. Der Fund war eher ein Zufall gewesen, aber er stellte den Willen des Schicksals nicht in Frage. Elgus betrachtete mit großen Augen das Siegel. Dann nickte er.


    “Dominus! Wir leben um zu dienen und zu beschützen. Wir werden die Verfolger aufhalten.”


    Serenus atmete innerlich auf. Er hatte sich vor Angst beinahe in die Tunika gemacht.

    Ein Dutzend Sklaven in weiten Umhängen, Modell Serenus-geht-auf-das-Forum, schwärmte aus der Villa und heftete sich auf Serenus Spuren. Unmittelbar hinter der Porta teilten sich die Verfolger.


    Zwei Sklaven machten sich zur Villa Cornelia auf um sich zu erkundigen, ob Dominus Serenus dort aufgetaucht war. Aufgrund der freundschaftlichen Beziehungen der Patrizierkinder ein naheliegender Schluss.


    Zwei Sklaven machten sich auf zum Palast des Augustus, da Serenus an der Porta dieses Ziel genannt hatte.


    2 Sklaven machten sich zum Forum auf um Serenus dort zu suchen, während man zur Sicherheit auch noch einen Sklaven zum Haus der Vesta schickte. Damit ging man alle naheliegenden Ziele von Serenus in Roma an.


    Die restlichen Sklaven schlugen aber den Weg nach Ostia ein, denn es war auch möglich, dass sich der kleine Dominus nach Baiae absetzen wollte. Und da lag OSTIA und eine Schiffsreise nahe.

    Serenus hatte sich direkt in Richtung Ostia abgesetzt um dort ein Schiff zu besteigen. Baiae war naheliegend, aber er vermutete, daß Oma schimpfen würde. Die hatte Papas Verlobung mit der Hexe Epicharis sicher zugestimmt. Also blieb nur noch das Exil für ihn: Aegyptus.
    Serenus war ja nicht doof. Das Exil war mit Sorgfalt von ihm gewählt worden. Tante Minervina war aus Aegyptus und hatte dort gewohnt. Die Gens Flavia hatte dort nicht nur eine Villa, sondern auch umfangreiche Ländereien, die er annektieren würde. Und Aegyptus war weit weg. Senatoren hatten dort Einreiseverbot, ebenso die Familienmitglieder, welche im Ordo Senatorius waren. Ha! Das würde schwer werden ihn dort zu erwischen. Dort würde er sich auch die erforderliche Bildung beschaffen und studieren. Dann würde er Truppen anwerben, nach Roma zurück reisen, die Villa Flavia erstürmen und die Hexe Epicharis zur Rechenschaft ziehen.


    In schnellem Tempo bewegte sich die Sänfte ohne Pause auf Ostia zu. Schade war nur, daß Serenus so viel in der Villa zurücklassen mußte. Seine ganze Habe beschränkte sich auf einen riesigen Beutel voll Geld, Kleidung für 2 Tage, Dido und Nero, die Büste von Mama und 2 kleine Kisten mit persönlichen Dingen. Die minimale Fluchtausrüstung also. Und das Schwert seines Vaters, falls er sich zur Wehr setzen musste. Lebend würde er sich nicht ergeben. Auch er hatte seinen Stolz und auch etwas Furch vor mehreren Jahren Zimmerarrest. Sein wichtigster Besitz war jedoch eine umfangreiche Sammlung von Hospitium-Anhängern, welche im alle Türen im Rahmen der Gastfreundschaft öffnen würden. Mit einem dieser Anhänger hätte er sich sogar im Palast des Augustus eine Unterkunft verschaffen können.


    In Ostia würde er seinem besten Freund, Cornelius Cicero, eine Botschaft senden, damit dieser weitere wichtige Gegenstände aus der Villa für ihn rettete. Er würde ihm ein Schenkungsschreiben zukommen lassen. Cicero würde die sachen als neuer Eigentümer abholen und konnte die Sachen dann nachsenden.


    Der schwarze Hüne, Elgus, bemerkte die Verfolger zuerst. Da stimmte doch etwas nicht. Er zerbrach sich schon die ganze Zeit den Kopf. Hier stimmt etwas ganz und gar nicht. Zuerst der schnelle Aufbruch, dann das wenige Gepäck. Und dann der direkte Weg nach Ostia, während die ganze Villa die Sponsalia des Vaters des jungen Dominus feierte. Was war hier los? Er wandte sich an den jungen Dominus.

    "Dominus! Ich glaube wir werden verfolgt. Was sollen wir tun? Es scheinen 5 bis 10 Verfolger zu sein. Sollen wir von der Strasse runter?"


    Serenus schaute sich um. Verdammt. Dann ließ er das Tempo erhöhen. Wenn er Ostia vor seinen Verfolgern erreichte, dann bestand eine gute Chance in der Stadt zu entkommen.

    Ah! Eine Katze auf den Schriftrollen von Onkel Gracchus. Das war dann akzeptabel im Hinblick auf die heutige Abneigung gegen Nero. In Sachen Schriftrollen war er etwas pingelig. wie Serenus bei den Ausgaben von “Sklave Gaius ist der Beste”.


    “Onkel Gracchus! Hunde und Frauen sind halt leider das Ergebnis des hiesigen Sklavenmangels in der Villa. Alle müssen heute auf Anweisung von Sciurus besonders hart arbeiten, weil sie sich in ihrem Sklavenquartier gestritten haben. Das bedeutet, daß sie nicht ausgelastet sind und daher auch heute nicht mit mir spielen dürfen. Daher heute kein rauhes und wildes Pack. Reichtümer habe ich genug in der Kajüte, nur der Fischteich ist zu klein für ein Schiff. Aber wir haben uns ein provisorisches Boot im Atrium gebaut.
    Es wäre echt toll, Onkel Gracchus, wenn wir einen Piraten in der Familie hätten! Dann wäre sicher endlich mehr Stimmung hier in diesem Mausoleum. Und einen Pirat in der Familie hat nicht jeder. Giftmischer, Mörder und Verrückte haben ja die meisten patrizischen Gentes zu bieten, aber keine Piraten. So, jetzt muß ich aber mit meinen Piraten im Atrium ein römisches Handelsschiff aufbringen. Wir sehen uns später alle beim Essen.”


    Und schon war Serenus mit Nero wieder aus dem Raum.

    Serenus studierte die Fragen. Die Fragen empfand er als genauso langweilig und einschläfernd wie den Dozenten.


    Er erhob sich und gab dem Schreibsklaven die Anweisung die Fragen für ihn in Schönschrift zu beantworten und diese auch noch zur Sicherheit mit den Ergebnisse von Onkel Gracchus abzugleichen und anschließend zu archivieren. Gut, daß er selbst nichts abgeben musste.


    Dann verabschiedete er sich von den Anwesenden und ging mit patrizischer Würde aus dem Raum, während ihm seine Leibwächter folgten, nachdem er einen mit einem Tritt gegen das Schienbein geweckt hatte. Ausnahmsweise sah er es dem Sklaven nach. Der Dozent war ein echtes Schlafmittel gewesen. So was von laaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaangweilig! :P


    Und natürlich ignorierte er diesen Paedagogus Theodorus von Klugscheisserus beim Verabschieden. Man hatte ja schließlich seine Würde. :P


    Und schon ging es weiter zur patrizischen Villa der Gens Cornelia, wo man im Gartenteich zum Schwimmen verabredet war.

    Serenus stieß einen Pfiff aus und Nero verstummte.


    “Aber Tante Leontia. Nero ist lammfromm, du kennst ihn nur nicht gut genug. Und er hört sehr gut. Ich beweise es Dir.”


    Serenus stand auf und packte Sphinx auf der Kline im Nacken und ging mit der zappelnden Katze am ausgestreckten Arm zur Tür und öffnete diese.


    “Nero! Hier Sphinx. Sphinx Pfui Pfui Pfui! Andere Miez Miez ja, Sphinx PFUI. Brav Platz und Ruhe!”


    Er schloss wieder die Tür und ließ die Katze von Tante Leontia wieder im Zimmer frei, welche unter einer Kline verschwand.


    Er schüttelte auf die Worte seiner Lieblingstante den Kopf.


    “Aber Tante Leontia, ich kann doch nicht auf deinen Schoss. Ich bin doch schon fast zehn Jahre alt. Und Dido ist nicht nur meine Leibsklavin, sondern auch meine treue Spionin hier im Haus. Fast jeder übersieht sie. Da muß ich sie ab und an belohnen. Und du meinst wirklich, daß Pirat und Meuchelmörder auf Dauer seinen Reiz verliert. Ja, vielleicht hast du recht. Wie wäre es mit Grabräuber? Ich hörte die Pyramiden sollen echte Herausforderungen darstellen? Oder doch eher Lyraspiel? Du meinst in der Politik geht es auch blutig zu. Ja, Politik macht sicher Spaß. Seit Onkel Furianus im Senat ist, ist er kaum noch zu Hause. Onkel Milo hat sich mal darüber lustig gemacht, daß sein Sitzplatz bestimmt schon von seinen Pobacken eingedrückt wurde und eine Mulde hat. Aber zuvor würde ich schon gern noch eine Pyramide ausrauben. Das ist sicher genauso lustig wie in der Nacht in unserer Fussbodenheizung herum zu kriechen. Wir wissen sogar, wo Onkel Gracchus ein Teil seines Geldes dort versteckt hat.”

    BRUMMELBRUMMELBRUMMELBRUMMEL


    Serenus rief Nero zurück, welcher artig gehorschte. Er hob die Augenbraue in einer Art und Weise, wie seine Onkel es noch um Längen besser konnten, aber auch bei ihm gelang es schon recht gut. Dann brummelte er vor sich hin, packte Nero am Halsband und ging zurück in Richtung seines Cubiciulums, wobei er Onkel Aquilius böse Blicke zuwarf.


    Wenige Sekunden nachdem die Dunkelheit ihn verschluckt hatte erklang noch einmal seine Stimme.


    “Einen schmerzenden Zahn beseitigen wir am Besten, indem wir dich an eine Säule binden. Dann binden wir eine schnur um den Zahn. Und an das andere Ende der Schnur an das Halsband von Nero. Ich werfe einen Knochen so weit ich kann und Nero rennt los und apportiert. Und schon ist der üble Zahn raus. Und ich habe kein Wort mehr gesagt, das war Nero!”


    Dann verklangen Schritte auf dem Kiesweg in Richtung Haus und ließen den Schluss zu, daß Serenus weg war.

    Serenus wanderte mit Dido und Nero durch die neu gestalteten Räumlichkeiten. Ein Mausoleum! Ja, genau, das war ja echt langweilig geworden. Wenig später zierten einige bunte Kreidezeichnungen den Boden, welche Onkel Furianus, Tante Antonia und Onkel Milo wenig schmeichelten. Lediglich Tante Leontia und Nero waren gut getroffen und ansprechend wiedergegeben worden.


    Ein halb fertiger Onkel Gracchus war dem Wunsch nach einer aufgeschnittenen Melone zum Opfer gefallen und harrte nun, wie die anderen Karrikaturen, auf einem Slaven mit Wassereimer und Wischmob.

    Serenus beobachtete noch etwas die Versteigerung der Sklavin, gab sich aber nicht den Hoffnungen hin, daß die anwesenden Plebeier einen Rest Intelligenz besassen und die Gebote moderat blieben. Die Plebeier besaßen eindeutig zuviel Geld. Es war an der Zeit sie vielleicht mal wieder zu enteignen. Der Tag würde kommen, wo er der Augustus war und dann ...




    :P meine Herrschaft wird kommen. :P

    Sein Leibwächter blickte ihn an, aber Serenus schüttelte nur den Kopf. Man würde sich in Aegyptus nach einen weiteren männlichen Sklaven umschauen. Diese erbärmlichen, neureichen Plebeier waren mal wieder der Meinung sich wie Hähne auf dem Mist aufzuplustern. Und merkten bei ihrer mangelnden Intelligenz gar nicht wie sie sich selbst langfristig die Preise kaputt machten.


    Die Gebahren auf dem Markt verlor immer mehr an Niveau. Vielleicht sollte er in Aegyptus doch mit der Sklavenzucht beginnen. Es war eine Sache seinen Papa zu ärgern, indem er 5000 und mehr Sesterzen bot, aber selbst Serenus Zorn kannte eine Grenze in Sachen Verschwendung. Nicht, daß sein Papa kein Geld gehabt hätte. Es war mehr eine Frage der Prinzipien. Er würde seinen Vater und die Hexe Claudia Epicharis anders treffen. Vielleicht mit einer “Fluchtafel der Impotenz” bei seinem Vater oder der “Fluchtafel des Haarausfalles” bei der bösen Stiefmutter in spe.


    Serenus gab den Leibwächtern ein Zeichen sich mit ihm zu entfernen. Schließlich waren es noch einige Meilen bis Ostia.




    Sim-Off:

    sklave: Sorry, aber ich habe von Papa Aristides und Onkel Gracchus einen Etat gesetzt bekommen, was Sklaven zum spielen, quälen und kreuzigen betrifft. Und da kommen wir langsam ran. Außerdem will ich noch einen kleinen Löwen kaufen. :P


    @Verus, Hadrianus und den Rest. Ich finde es doof, wenn Leute nur aus Langeweile die Preise hochtreiben oder Leute mitbieten, welche in der Wisim auf Platz 577 oder 114 stehen. Von welchem Geld wollt ihr die denn bezahlen, wenn ihr in der Wisim nicht fleißig Gelder verschiebt? Ich denke die Wisimbalken repräsentieren auch den sozialen Stand einer Person? Siehe auch Corvus und Victor. Schade für die Leute, die an den Sklaven ein echtes Interesse haben und mit denen sich auch beschäftigen wollen. Vielleicht mal als Gedankenanreiz für die nächste Versteigerung, wo ihr auftaucht. :(

    Langweilig. Der Germane lebte noch, also war der Fluch nicht gebrochen. Serenus überlegte sich, ob sein Onkel Gracchus hier wirklich der richtige Entflucher war oder ob er als kleiner Bruder von Arrecina nicht ran mußte. Zwischen ihm und seiner Schwester floss das Blut reiner und dicker als zwischen Arrecina und Onkel Gracchus. Er musste also Rutger töten um den Fluch zu beenden!


    Serenus entschloss sich das mal in Angriff zu nehmen und ging zu Bett.

    Serenus wartete bis das Opfer vorbei war.


    "Warum wenden wir nicht die etruskische Methode der Divination an, wenn die doch genauer ist als unsere? Mehr zu wissen kann doch nicht schaden. Ich habe mal gelesen, daß jedes Tier ein Herz hat. Wie kann es dann fehlen? Kennst du solche Fälle von untoten Opfertieren?


    Und warum übergibst du die gesammelten Organe dem Feuer? Machst du das, weil wir ganz reich sind und uns eine solche Verschwendung von essbaren Innereien im Gegesnatz zu den armen Pleibeiern leisten können? Wir hätten sie aber auch ruhig an meinen Hund oder die vielen Katzen in der Villa verfüttern können. Nero ist jetzt auch nicht sooooooooooo anspruchsvoll, wie manche glauben.


    Und Onkel Lucullus wird jetzt wieder gesund! Ist echt gut so ein Opfer. Wenn ich also mal Bauchschmerzen oder Zahnschmerzen habe, dann opfern wir schnell und dann bin ich am nächsten Tag wieder gesund."

    "Also zunächst einmal will ich Augustus werden, weil Oma das so will und weil ich der schlauste und beste Flavier bin und das meiste Potential dafür habe. Sagt zumindest Oma und Oma hat immer Recht.
    Außerdem ist es längst überfällig, daß unsere Gens wieder den Augustus stellt. Und Oma meint, daß die restlichen männlichen Mitglieder unserer Familie zuwenig Ergeiz haben, alle keinen Mut haben, sich als Versager wohl fühlen. Bis auf Onkel Senator Felix, aber der sei schon zu alt, dem würden die Visionen der Jugend fehlen.


    Ich finde die Vorstellung toll, daß ich Augustus werde. Dann gibt es keine Spinat- und Gerstenbreitage mehr und alle müssen mir gehorchen. Und dann werde ich uns Patriziern ihre alte Macht zurück geben und die Plebeier besteuern und teilweise enteignen. Und wer mault, dessen Gens werde ich bis zum letzten Mitglied austilgen und ihnen alles wegnehmen. Die Plebeier sollen bereits zittern und vor Angst in den Staub fallen, wenn nur der Schatten eines Patriziers auf sie fällt. Und zur Abschreckung und als Warnung, daß mit mir nicht zu spassen ist, brenne ich die ganze Subura nieder. Dann baue ich sie wieder auf. Die Plebeier haben Arbeit und bekommen auch Brot und sind zufrieden mir mir.


    Und mein Hund darf dann beim Essen direkt neben meiner Kline liegen.


    Natürlich bin ich mir bewusst, daß ich dafür den ein oder anderen Widersacher auch beseitigen muß. Aber dafür haben wir dann ja viel Geld für Handlanger. Und ich habe mächtige Onkels, die mir helfen und mein Papa steht mir mit einer Legio zur Seite."


    Serenus geriet ins Schwärmen und rückte gedankenverloren den bronzenen Lorbeerkranz zurecht, welcher ihm von Onkel Furianus an den Saturnalien geschenkt worden war und den er in der Villa oft trug."

    Serenus nickte. Sein Onkel hatte schrecklich gesagt, da war er sich absolut sicher. Sein Onkel schien sehr verwirrt zu sein. Vielleicht wurde man das, wenn man älter als 20 Jahre war.


    “Gut, Onkel Gracchus. Das nächste Mal frage ich dezent nach. Und ich gehe dann mal wieder in die Biliothek, sprich in mein Officium, welches mir Onkel Senator Felix zugewiesen hat.


    Serenus schaute seinen Onkel aus großen, unschuldigen Kinderaugen an und verließ dann das Officium.

    Zitat

    Original von Titus Tranquillus
    Schaut Euch diese Sklavin an: Klein, blond, langes seidenes Haar, gut für den Haushalt geeignet, schüchtern aber fleissig und gewissenhaft in ihrem Tun
    Das Anfangsgebot liegt bei 150 Sesterzen.[/b][/COLOR]



    Serenus tuschelte abermals mit einem seiner bewaffneten Leibwächter, welcher daraufhin seine Stimme erklingen ließ. Noch eine Gelegenheit für seinen neuen Haushalt in Aegypten. Und vor allem schien sie nicht so groß zu sein. Schließlich musste ihre Größe ja halbwegs zu den 140cm von Serenus passen. Halt so wie seine Leibsklavin Dido, welche nur 138,9 cm groß war.


    :P"Die Gens Flavia, vertreten durch den Neffen des angesehensten Senators von Roma, Senator Flavius Felix, äußert hiermit ihr Interesse an diese Sklavin und bietet 160 Sesterzen!"


    Sim-Off:

    ist das diese Flava, welche lauter schwere körperliche Hausarbeiten aufgelistet hat, aber sonst keine körperlichen Arbeiten wollte? :P

    Auch Serenus hatte sich auf dem Sklavenmarkt eingefunden. Er befand sich gerade auf der Flucht aus der Villa Flavia und sah hier gerade eine willkommene Gelegenheit seine eigenen Bestände auf Kosten seines Vaters und der bösen Hexe Epicharis aufzustocken. Sklaven konnte er in Aegyptus sicher gut gebrauchen.


    Serenus tuschelte kurz mit einem seiner bewaffneten Leibwächter, welcher daraufhin seine Stimme erklingen ließ, damit das Gebot von Serenus auch nicht in der Menge unterging. Obgleich sich Serenus mit deinem riesigen Untier von Hund und 4 unglaublich unauffällig aussehenden Begleitern, bei denen man den Aspekt Leibwächter schon 10 Schritte gegen den Wind riechen konnte, diesmal ganz nach vorne gedrängelt hatte. Seine Begleiter sahen so unauffällig aus, daß man sie fast schon für getarnte Praetorianer hätte halten können.


    "Die Gens Flavia, vertreten durch den Neffen des angesehensten Senators von Roma, Senator Flavius Felix, äußert hiermit ihr Interesse an diesem Sklaven und bietet 310 Sesterzen!"

    Zunächst hatte es ganz so ausgesehen, als ob der autoritäre Wille des Vaters sich durchgesetzt hatte. Ein Sklave erschien wenig später und teilte mit, daß der junge Dominus sich vorbereiten würde, es aber noch etwas dauere. Schön, schön!


    Eine gute Stunde später war immer noch nichts von Serenus zu sehen. Dafür erschienen zwei totenbleiche Sklaven, denen die Furcht und der Schrecken im Gesicht standen, vor Aristides und seiner Verlobten und verbeugten sich schlotternd. Jeder von ihnen hatte eine Platte in der Hand , auf der ein Gegenstand zu liegen schien, welcher jeweils mit einem kleinen Seidentuch bedeckt war. Die Sklaven sahen sich unsicher an. Dann räusperte sich der Erste und begann mit zitternder Stimme zu sprechen.


    “Dominus! Der junge Dominus hat uns aufgetragen dem Dominus Flavius Aristides und der Verlobten Claudia Epicharis seine Verlobungsgeschenke zu übergeben und eine persönliche Nachricht zu zitieren: “Papa, sieh welche Schönheit du verraten hast. Nein! Ich komme nicht zur Verlobung!”


    Mit diesen Worten entfernte der Sklave das Seidentuch und auf dem silbernen Teller lag auf einem kleinen Kissen die Totenmaske von Serenus Mutter.


    Der zweite Sklave begann zu sprechen, wobei seine Stimme ihm beinahe vor Angst versagte.
    “Dominus! Er gab mir noch ein Geschenk für deine Verlobte. Und auch ich habe eine persönliche Nachricht, die ich zitiere: “Ich bedauere, daß ich auf diese plebeische Art und Weise meinen Unmut bekunde, aber sie erschien mir angemessen. Diese Frau wir niemals Mama ersetzen! Und ich komme nicht zur Verlobung! Vale Serenus!”


    Der Sklave entfernte das Tuch und auf der Platte lag eine tote Ratte.



    :P :wink:
    bis irgendwann

    Zur Überraschung der Türsklaven, welche heute anläßlich der Verlobung eher mit einem Gästestrom in die Villa hinein rechneten, wurde die kleine Sänfte vorbereitet, mit welcher der junge Dominus Serenus und seine Leibsklavin stets mit vielen Leibwächtern zum Forum aufbrachen. Wenig später tauchten neben den Sänftensklaven noch 5 Leibwächter und 2 bepackte Trägersklaven auf. Auch wurden etliche kleine Kisten und Taschen in die Sänfte verpackt. Jedoch schien das Gepäck für die Reise eines Flaviers unglaublich gering zu sein. Sehr sonderbar. Zuviel für einen Besuch auf dem Forum, aber zu wenig selbst für einen zweitägigen Nachbarschaftsbesuch in der Villa Cornelia.


    Dann tauchten auch schon Serenus, Dido und der Hund auf. Die beiden Erstgenannten bestiegen die Sänfte.


    “Arcanthus, wir gehen noch schnell mein Verlobungsgeschenk für Claudia Epicharis beim Palast des Augustus abholen. Die Augusta war so nett es mir zu besorgen, als ich mich an sie wandte, aber sie bestand auf einer persönlichen Abholung. Wir sind in knapp zwei Stunden wieder da.”


    Lügen lag ihm als Kind einer Politiker- und Kaiserfamilie im Blut. Dann wurde die Sänfte schnellen Schrittes durch das Tor getragen und schlug augenscheinlich den Weg in Richtung Palast ein. Aber kaum war sie außer Sicht ließ Serenus zur Verwunderung der Wächter den weg in Richtung Ostia einschlagen. Eventuelle Fragen durch Elgus, den schwarzen Hünen, als Führer der Leibwächter unterband er indem er mit einer Schriftrolle wedelte, welche ein unglaublich wichtig aussehendes Siegel trug.


    “Wie ein Dieb in der Nacht stehle ich mich aus der Villa, aber zurückkehren werde ich wie der Zorn Iuppiters und erzittern wird diese Hexe, welche sich anschickt meine Stiefmutter zu werden.” brummelte Serenus leise und mißmutig vor sich hin.