Beiträge von Appius Quintilius Promotus

    Als Marhabal mit der Küche soweit fertig war, ging er in sein Zimmer und fiel auf das Bett. Jedoch schlafen tat er nicht. Er lag einfach nur so da und überlegte. Er brauchte einen Patron und zwar einen der ein klein wenig was auf der hohen Kante hatte und nicht unbedingt ein Patrizier war. So überlegte er an wen er sich wohl wenden konnte. Er ging ein paar Namen durch welche er ein mal aufgeschnappt hatte, viele waren es nicht aber naja. Unter den Namen welche ihm spontan eingefallen waren dabei, Germanicus Avarus und dessen Neffe Sedulus, Caecilius Crassus der ehemalige Gardepraefect, Matinius Agrippa und den einen Octavier so wie Vinicius Hungaricus. Er ging die Namen das ein um das andere mal durch aber er wußte nicht wirklich zu wem er würde gehen sollen.


    So stand er wieder auf um sich den Garten zu betrachten.

    Marhabal konnte so glaubte er zumindest recht gut verstehen was in Valerian nun vor sich ging. Einem Wildfremden einfach so sein Haus zur Verfügung stellen und darauf aufpassen zu lassen, das mochte schon einiges an Überwindung kosten. Aber es war in guten Händen, denn der Punier hatte nicht vor seine eben gewonnene Freiheit achtlos in den Tiber zu werfen.


    Ja das ist es Herr und nicht nur für dich. Und was dein Gefühl angeht, so werde ich dich nicht enttäuschen, das verspreche ich dir.


    Lächelte der Punier.


    Gut Herr. Aber ich hoffe das ich nicht in die Castra kommen muß und die Arbeiter auch alleine in Schach halten kann.


    Griniste Marhabal. Und das konnte er. Hatte er auch die anderen Sklaven des alten Tiberiers in Schach halten können und das nicht zu knapp.


    Der Punier nahm die Hand Valerians entgegen und drückte diese ebenfalls mit festem Griff.

    Vale Quintilius Valerian. Und noch ein frohes Schaffen.


    Rief er ihm hinter her und begab sich selbst dann in die Küche um dort für Ordnung zu sorgen.
    Zum Glück war sie nicht so groß wie diese in der Villa der Tiberier und so war er doch recht schnell mit dem Saubermachen dort fertig.
    Als nächstes ging er in sein Zimmer um seine Habe was ja nicht viel war dort zu verstauen und das Bett auszutesten.

    Marhabal merkte das sich Valerian etwas durch den Kopf gehen ließ. Und er fragte sich was es wohl war. Aber seine Neugier ihn zu fragen war dieses mal nicht Sieger geworden sondern sein Wille es nicht zu tun.
    Dann hielt Valerian ihm den Zweitschlüssel vor die Nase. Er konnte es irgendwie immer noch nicht so recht glauben, es war für den Punier wie ein Traum. Sollte er nun in seinem Leben auch endlich ein mal Glück haben. Es sah fast schon so aus.


    Herr ich danke dir.


    Und er nickte ihm schon fast scheu zu.


    Das Nötigste ist ja hier. Das was ich brauchen werde, kann ich mir auch besorgen. Ich denke nicht das es sehr viel sein wird.


    Als Valerina dann meinte das es für ihn Zeit werden würde Streife zu gehen nickte Marhabal.


    Nein Herr, von meiner Seite aus liegt eigentlich nichts vor. Es ist so weit alles klar.

    Vermutlich war das der Fehler gewesen und der Punier war sich sicher das Valerian ihn kein zweites mal machen würde - oder doch?
    Aber wahrscheinlich hätte er genau so gehandelt. Wer würde dem Ruf der Praetorianer schon wiederstehen können?
    So meinte er schließlich.


    Nun Herr, es hat so sollen sein.


    Und zuckte dabei mit den Schultern. Was sollte er da groß darauf antworten auch wenn es wahrscheinlich wieder eine rethorische Frage war, welche ja die Römer zu Hauf stellen konnten... 8)


    Da magst du recht haben Herr.


    Dabei grinste Marhabal breit. So konnte man das auch sehen.


    Dampf machen ist eine meiner leichtesten Aufgaben Herr. Das konnte ich eigentlich schon immer recht gut.


    Was auch der Tatsache entsprach.


    Gut, sollte es Probleme geben, werde ich bei dir vorstellig werden. Wahrscheinlich ist es eh einfacher als wenn ich erst groß irgendwelche Briefe schreibe.


    Er wartete bis Valerian wieder aus dem Zimmer war. So viele Sachen hatte er ja nicht bei sich das er dafür groß an Platz benötigen würde.


    Schön. Dann werde ich mich bei Gelegenheit einrichten.


    Gespannt was als nächstes kommen würde sah er Valerian an.

    Nun, es ist doch aber schon einige Zeit her oder? Sollte ihr Zorn da nicht schon längst wieder verflogen sein Herr?


    Wobei, bei den Frauen war es immer so eine Sache. Es gab ja welche mit machten ja einen Staatsakt aus solchen naja vielleicht war es nicht gerade eine Nichtigkeit aber weit davon entfernt war es seiner Meinung nicht.


    Das es dir nicht recht, das kann ich voll und ganz nachvollziehen Herr. Mir wäre es auch nicht recht meine Schwester Meilen von mir weg zu wissen und dann auch noch in einer Provinz wie Germania.


    Von daher konnte Marhabal Valerian recht gut verstehen.


    Oh! Doch das ganze Haus. Nun ja, da werden die Arbeiter ja einiges zu tun haben.


    Auch wenn er selbst es ein wenig anderst sah. Aber gut, es war ja auch nicht sein Haus.


    Ja, die Hoffnung stirbt zuletzt hat mal irgendein Philosoph von sich gegeben.


    Aber welcher vermochte Marhabal nicht zu sagen.
    Dann war er aber doch recht überrascht als die Antwort mit der Miete kam.


    Ähm. Danke Herr. Mehr fällt mir leider gerade nicht ein was ich zu deiner Großzügigkeit sagen soll. Und das du auf mich zählen kannst!


    Als Valerian dann urplötzlich das Thema von Miete zum Zimmer wechselte konnte der Punier im ersten Moment nicht ganz folgen so erfreut war er darüber seine paar Sesterzen nicht auch noch für die Miete hinlegen zu müssen.


    Ähm nein Herr. Es sind ja eigentllich alles schöne Zimmer von daher. Ich werde dieses hier nehmen.


    Er deute auf eines der freien Zimmer als sie sich auf dem Rückweg vom Garten ins Haus machten.

    So lange würde er hier wohl nicht leben nahem Marhabal an um dies hier in vollen Zügen genießen zu können und folgte dabei der Geste Valerians.


    Wenn du das sagst, wird es wohl so sein Herr.


    Er selbst glaubte da nicht wirklich daran. Was vielleicht ein Fehler war.


    Hat sie denn dort einen Mann gefunden oder wollte sie sich einfach nur von dir abnabeln Herr?


    Fragte der Punier ein wenig verlegen.


    Es ist gut zu wissen das man Freunde hat, die auf etwas oder jemanden obacht geben was einem sehr am Herzen liegt. Die kann man eigentlich gar nicht genug haben.


    Er nickte zustimmend.


    So wird`s wohl hoffentlich sein Herr. Was genau willst du eigentlich renovieren lassen, doch nicht etwa das ganze Haus oder?


    So schlimm sah es nun ja nicht aus und so wie es Marhabal schien war auch noch jeder Balken und Stein an seinem Platz.


    Er war zu nichts verpflichtet sagte Valerian und doch war er es irgendwie. Schließlich konnte er hier wohnen das war ja eigentlich schon Verpflichtung genug. Da viel ihm auch noch etwas dazu ein.


    Ich werde erst ein mal sehen wie weit ich alleine mit dem Garten komme. Sollte es Probleme geben oder ich Hilfe benötigen, werde ich es dich wissen lassen Herr.
    Herr, wie schaut das eigentlich mit der Miete aus?


    Schließlich würde Valerian ihn hier nicht für lau wohnen lassen nahm er ein mal an.

    Der Punier winkte ab.


    Alles nur Geschwätz sag ich dir Herr.


    Und so war es auch. Und überhaupt, warum sollte er sich hier in Rom irgendwie auch nur ansatzweise fest binden wollen wo es bald in den Norden des Reiches ging. Zumal er wußte das mal als Legionär eigentlich eh keine Frau haben durfte.


    So folgte er Valerian durch das Haus und sie kämmten sämtliche Zimmer durch.


    Du hast eine Schwester Herr?


    Fragte er erstaunt.


    Du wirst ihr hoffentlich berichten das du mich hier einquartiert hast. Nicht das sie nichts ahnend auf ein mal vor der Türe steht und einen Schock oder dergleichen bekommt wenn sie mich hier vorfindet.


    Wenn er hier schon wohnte, so konnte er sich wenigstens gescheit nützlich machen.


    Ich werd es zumindest versuchen Herr.


    Sie kamen schließlich im Garten an und er bereute seine Worte auch sogleich als er diesen erblickte.
    Dies war schon kein Garten mehr, sondern schaute eher aus wie tiefster Urwald. Alleine würde er dieses Kraut und Rübendurcheinander eh nicht bewältigen können.


    Wenn ich das so sehe Herr, sicher bin ich mir da eigentlich nicht mehr. Aber ein Mann ein Wort und wenn ich mir sonst wo Hilfe her holen muß.


    Tja, nur woher. Schließlich gab es die sogenannte Hilfe ja nicht für lau...
    Er verzog sein Gesicht und rümpfte die Nase. Hier hatten die Nachbarn voll und ganz versagt. 8)

    Naja, wenn du die Frauen herbeischaffst Herr... Du mußt doch massig kennen nehm ich mal an.


    Quitierte der Punier lachend auf die Frage Valerians wenn sie vielleicht auch retorischer Natur war.
    Aber er hatte wahrlich nicht vor hier die Sau heraus zu lassen. Ratz fatz würde er am Ende noch im Carcer sein Dasein fristen und darauf hatte Marhabal wirklich keine Lust.


    Natürlich Herr. Schließlich sollte ich ja wissen wo hier was ist und wo ich was finden kann.
    Wieviele Zimmer hat denn eigentlich dieses Haus?


    Uii, er durfte sich sogar ein Zimmer aussuchen und brauchte nicht in der Besenkammer schlafen. Das war ja schon mal was. So mußte dieses Haus ja über einige Zimmer verfügen.


    Oh, doch schon so bald?


    Da hatte er ja kaum Zeit sich hier einzugewöhnen, was ihm aber bestimmt nicht schwer fallen würde.


    Ich glaube zwar nicht das ich den grünen Daumen habe, aber den garten werd ich bestimmt halbwegs wieder hinbekommen. Ansonsten frage ich bei meinen Bekannten nach. Die kennen sich damit sicherlich aus.


    Sie waren zwar allesamt noch Sklaven, aber hatten massig Ahnung was Grünzeugs anging.

    Als ob ich so aussehe als würde ich wilde Orgien feiern. Bin froh wenn ich meine Ruhe habe.


    Brummte der Punier. Wobei, hin und wieder mal ein Mädel das zu Besuch war, warum eigentlich nicht.


    Wie, einen Garten gibt`s hier auch?


    Er zuckte mit den Schultern. Schließlich kannte er ja die hiesige Nachbarschaft nicht.


    Was weiß ich. Vielleicht haben sie Vorurteile gegenüber Punier oder Freigelassenen. Wenn du es nicht weißt, ich auf alle Fälle nicht. Bin ja neu heir in der Gegend.


    Dann mußte Marhabal doch grinsen.


    Da hast du allerdings recht. Langweilig wird`s ihnen dann mit Sicherheit nicht.


    Schließlich betraten sie die Küche. Marhabal schaute dabei über die Valerians Schulter welcher allerlei an Nahurngsmittel hervor tat. Ob jetzt noch genießbar oder nicht war eine andere Sache.


    Ja doch, noch ein wenig aufgeräumt und Staub gewischt, dann ist sie quasi wie neu.
    Gut, dann lass uns das doch gleich mal machen. Oder wolltest du mir zuvor noch etwas anderes zeigen?

    Da hatte Valerian wohl gar nicht mal so unrecht was Marhabal ihm auch mit einem Nicken quitierte.


    Das stimmt allerdings Herr. Aber was sollte ich armer Teufel schon groß hier anstellen? Ich kenne ja kaum wen in Rom und das wird sich wohl auch nicht so schnell ändern.


    Gut die Tiberier und deren andere Sklaven halt. Doch er wollte ja diesen Teil seines Lebens aus seinem Gedächtnis so weit es ging verdammen.


    Wenn du sagst das die Nachbarn in Ordnung sind bin ich ja beruhigt. Doch was werden sie wohl sagen wenn sie erfahren das du einen Freigelassenen hier wohnen läßt. Werden sie sich nicht ihre Mäuler darüber zerreißen?


    Denn nichts anderes konnte er sich sehr gut vorstellen.


    Ja, jeh größer ein Haus desto mehr Schmutz fällt an. Ich kenne das nur zu gut.


    Er hatte ja Jahre damit zubringen müssen die Villa seines Herrn bei Misenum in Schuß zu halten.


    Ich habe gelernt mit relativ wenig auszukommen Herr. Von daher ist`s nicht schlimm wenn nicht viel da ist. Das Nötige kann ich mir durchaus noch kaufen. Wie gesagt, ein wenig Geld habe ich noch.


    So folgte er Valerian in die Küche und sah sich dabei ein wenig um.

    Du hast ja großes Vertrauen in deinen Nachbarn.


    Stellte der Punier fest.


    Ich würde glaube ich nicht einfach so meine Hausschlüssel hergeben, wer weiß was die hier alles so feiern?


    Wäre ja nicht das erst mal wo so etwas vonstatten ginge.
    Er sah sich ein klein wenig um und fühlte sich schon fast heimisch. Sicher es war ein wenig kleiner als in den Villen der Tiberier aber dafür war es auch um so gemütlicher fand er.


    Ich finde es schaut nett hier aus. Fast so wie bei mir Zuhause. Mein Heim war auch nicht wesentlich größer.

    Wenn du dich da mal nicht täuschst Herr.


    Gab der Punier zurück. Da er ja nun wußte was sein neuer "Chefe" beruflich tat, konnte er ihn ja nicht mehr einfach so duzen.


    Da bin ich mir sicher Herr. Die Richtige Frau und es sieht schon wieder ganz anderst aus.


    Vorausgesetzt sie würde Valerian einen Sohn zur Welt bringen. Sie liefen noch ein wenig plaudernd durch die Straßen als sie endlich das Haus erreichten.


    Na so schlecht schaut es doch gar nicht aus.


    Meinte er und sie betraten auch sogleich das Innere des Hauses.

    Spitzeldiesnte also. Dachgte sich Marhabal. Aber gut, solche Aufgaben mußte er ja auch geben und solsnge man ihn in frieden ließ, konnte es dem Punier ja auch egal sein.
    So nickte er nur.


    Na wollen wir es mal hoffen. Vorallem werd ich mich in Zurückhaltung üben müssen schätze ich. Denn hin und wieder hab ich doch ein loses Mundwerk.


    Grinste der Punier eben so.


    Als Valerian von seiner Familie sprach und es kaum noch wen gab, quasi so wie bei ihm selbst, tat er ihm schon leid. Gab es doch nichts schöneres so wie hilfreicheres als die Famlie auch wenn man sich hin und wieder gegenseit nervon konnte.


    Das tut mir leid zu hören Herr.


    Meinte der Exsklave nur knapp und folgte Valeria durch die Straßen Roms bis sie an dessen Haus angekommen waren.

    Marhabal konnte sehen das sein komischer Gesichtsausdruckt als von Valerian hörte er sei bei den Praetorianer recht erquickend fand. Noch bevor zu grinsen begann. Würde er wahrscheinlich wenn es denn anderst herum wäre auch.


    Und was für eine Arbeit gehst du zur Zeit nach. Eine Bestimmte?


    Fragte er interesseriert.


    Ja das kann ich mir vorstellen. Drum lieber nach Germanien, da ist es ja dann doch nicht so warm wie man sagt.


    Schließlich kannte er ja auch Sklaven die aus den tiefsten Wäldern Germaniens stammten und hin und wieder von Zuhause erzählt hatten.


    Derb bin ich hin und wieder auch. Von daher würde es mir nicht viel aus machen schätze ich. Wie heißt es so schön. Gleich und gleich gesellt sich gern.


    Grinste der Punier breit. Was dieses Bier anging, so würde er es erst ein mal probieren müssen um sich ein Urteil darüber bilden zu können.


    Na das freut mich doch zu hören!


    Lächelte er. Vielleicht würde das seine Chance um 15% erhöhen.


    Ja gerne. Ich bin schon gespannt auf meine neue Bleibe, auch wenn es nur für kurze Zeit sein wird.


    Er nahm seinen Becher und trank den Rest des Weines der noch über war aus. Schließlich sollte man ja nichts verkommen lassen. 8)

    Marhabal war froh das er seinen Schluck schon in sich hatte, sonnst hätte er ihn wohl bei der Antwort Valerians geradezu wieder hinaus geprustet und wahrscheinlich noch in das Gesicht seines Gegenübers.
    Er sah ihn mit weit aufgerissenen Augen an und wußte im Moment nicht was er sagen sollte. So kam nur ein Ähm... dabei heraus.
    Da half jetzt nur noch einen Schluck trinken was er auch tat.
    Als der Punier seine Fassung zumindest halbwegs wieder erlangt hatte, versuchte er erneut eine Antwort.


    Bei den Praetorianer also?! Aber wenn du im Dienst bist, wo ist dann deine Uniform, deine Rüstung?


    Oder war er gar als Spitzel unterwegs. Na das passte ja alles wie die Faust auf`s Auge. Ausgerechnet einen Praetorianer mußte er sich für einen Zusammenstoß aussuchen auch wenn es ein Netter war. Es gab ja sonst auch keine anderen Passanten in Rom mit welchen man hätte zusammenstoßen können. Ne hübsche Sklavin z.B.. Aber gut, so war es halt.


    Ach schau an, bei der Legio II Germanica also. Ich glaube die wäre auch was für mich.


    Er war einfach nicht davon ab zu bringen.


    Dann könntest du mir ja vielleicht sogar ein Empfehlungsschreiben mitgeben? Was meinst du?


    Grinste der Punier breit. Aber erst mußte er irgendwie das Bürgerrecht erlangen... Und einen Patron und und und...


    Wenn ich erst in der Legion wäre, würde mir das nichts ausmachen denke ich.


    So konnte er sein bisschen Geld schon nicht unsinnig aus dem Fenster schmeißen. Überlegte der Punier.

    Die Idee an sich war ja gar nicht mal so falsch aber gebrannte Kinder scheuen eben das Feuer. Und selbst wenn er sich nicht adoptieren lassen würde, so würde ihm das Geld auch nicht ausreichen um etwas in der Art aufziehen zu können.


    Ich habe mit dem Kaufmannsleben abgeschlossen. Das Risiko ist mir zu hoch mich wieder in eine solche Situation zu begeben. Dann bevorzuge ich doch lieber etwas, wo ich keine "Dummheiten" machen kann.


    Gab er offen zurück auch wenn er dabei nicht reich werden würde.
    Auch der Punier lächelte. Da fiel ihm auf das Valerian jetzt doch einiges von ihm wußte, er aber überhaupt nichts über ihn, außer seinen Namen.


    Ja, darauf kann man trinken. Und auf die deine. Was immer du noch vor hast.


    So trank er einen großen Schluck und meinte dann.


    So, du hast jetzt einiges von mir gehört Herr, wenn ich in deine Dienste treten soll, so erlaube mir auch wenigstens eine Frage.
    Was machst du beruflich? Ich meine wenn du dir gerade eine Renovierung leistest, so kannst du ja nicht schlecht verdienen.


    War die Schlußfolgerung des Puniers. Aber er konnte damit ja auch falsch liegen.

    Bei den Göttern, du sagst es. Aber wenn ich ehrlich bin, ich glaube ich würde es wieder machen. Allerdings würde ich dann die Ware über Land transportieren lassen, zumindest einen Teil davon. Es würde zwar länger dauern und es könnte auch ein wenig teurer sein und bestimmt genau so gefährlich sprich Banditen lauern auf den Wegen der Karavanen immer, aber so ein Angebot auszuschlagen, wäre wahrlich nicht eines Kaufamannes würdig.


    So war es eben. Gewinnen oder verlieren. Manch einer würde in der Zukunft seine ganze Habe in Aktien investieren und diese wenn er Pech hatte an der Börse verspekulieren und damit zu grunde gehen. Einige würden sich auch ob des Verlustes ihr Leben nehmen.


    Ja, hin und wieder stelle ich auch gute Fragen.


    Lächelte der Punier und hörte dann die Antwort welche ihn wiederum sehr beeindruckte.


    Prinzipien braucht der Mensch selbst wenn man in aussichtslosen Situation ist so wie ich es war und jetzt auch wieder bin. Außerdem habe ich auch meinen Stolz.


    Und davon hatte Marhabal jede Menge.


    Gut, dann soll es so sein.


    Und er hob seinen Becher.


    Auf... ?

    In meiner Heimat wäre ich Kaufmann. Ja man soll es nicht glauben.


    Antwortete der Punier.


    Hätte ich nicht mein ganzen Geld und ein bisschen mehr in diese eine Ladung investiert. Aber das Angebot war so was von verlockend, wer da nicht zugeschlagen hätte, dem wäre nicht zu helfen gewesen. Es lief auch alles so weit ganz gut, der Handel war perfekt bis auf die Tatsache das das Schiff welches meine Waren transportierte in einem Sturm abgesoffen ist. So war meine Existens als Kaufmann beim Hades und hatte nebenher noch Schulden welche ich nicht mehr begleichen konnte, selbst dann nicht als ich meine ganze Habe veräußert hatte. So mußte ich in die Sklaverei.


    Erzählte er jetzt doch recht gedrückt seine Leidensgeschichte.


    Nein nicht wirklich. Sind ein komisches Volk, Patrizier halt.


    Dabei machte er eine wegwerfende Handbewegung. Nahm sich eine Olive und kaute darauf herum.
    Als er das Angebot Valerians vernahm funkelte in ihm ein kleiner Hoffnungsschimmer. Zaghaft nickte er und wollte wissen warum er dies tat.


    Gerne doch. Doch sag mir Quintilius Valerian, warum tust du das?


    Jetzt war er auf die Antwort gespannt welche ihm Valerian geben würde.

    Da er ja hoffte auf irgendeine Weise das Bürgerrecht zu erlagen, hatte er sich noch keine Gedanken über sein weiteres Vorgehen gemacht wenn nicht. So abtwortete der Punier ehrlich.


    Nein, habe ich ehrlichgesagt noch nicht. Aber ich könnte mir denken vielleicht wieder in meine alte Heimat zu gehen wenn gar nichts fruchtet. Sie werden mich dort zwar auslachen und mit ihren Fingern auf mich deuten aber das würde wohl mir der Teit auch vergehen schätze ich.


    Wieder sah er den Becher an aber dieses mal trank er auch einen Schluck.


    Das weiß ich nicht. Und ich habe mir auch da noch keine Gedanken darüber gemacht außer das ich, glaube ich, nicht mehr viel mit dieser Gens zu tun haben möchte. Es ist schon schlimm genug für mich das ich noch ihren Namen abbekommen habe. Mehr oder weniger. Doch was erdultet man nicht alles wenn man dadurch wieder ein freier Mann sein kann.


    Marhabals Antwort dürfte wohl so ziemlich eindeutig gewesen sein was Patrizier und auch diese Gens betraf. Für ihn was diese Thema mehr oder weniger vom Tisch.

    Ja das habe ich mir auch schon gedacht. Doch für meine Feiheit kann ich ja nichts. Wäre mein ehemaliger Herr nicht verstorben, so wäre ich wohl noch Sklave.
    Wenn du es genau wissen möchtest, es waren Baal-Qarnaim, Melkart und Tanit. Doch ob es hilft, das wissen eben nur sie.


    Bei seinen letzten beiden Sätzen konnte er sich ein Grinsen nicht verkneifen. Er, wo doch eh kaum an Götter glaubte, egal von welchem Volk.


    Als Valerian ihm offenbarte das er selbst keine Gens oder ein Mitglied aus einer Gens kannte welche denn eventuell bereit gewesen wäre warum auch immer wen zu adoptieren gingen die Hoffnungen Marhabals schon den Gasgraben hinunter.


    Tut es auch nicht. Es wäre auch nur zu schön gewesen um wahr zu sein. Es hätte ja auch sein können das ein Dummer mal seinen Tag gehabt hätte. Aber wenn nicht, muß ich eben auch mit leben.


    Er sah seinen Becher an und drehte diesen in seiner Hand.


    Erben möchte ich nicht mal etwas.


    Gab er ehrlich zu. An das Geld was es kosten würde, daran hatte er noch gar nicht gedacht.


    Dann bräuchte ich ja auch noch einen Patron der mir bei der Geldsache weiterhelfen würde.


    Naja zum Postdienst wollte er eigentlich nicht wirklich.


    Sicher kann ich lesen.


    Bestätigte er. Schließlich war er ja nicht immer Sklave gewesen sondern wurde einer weil er Schulden hatte, welche er nicht zurück zahlen konnte. Aber dies war eine andere Geschichte.