"Ein schöner Tag," murmelte Verus, der sich gerade auf einem kleinen Ritt um Rom befand. Er musste ein wenig ausspannen und seinen Kopf freibekommen. Ihm ging zu viel durch den Kopf, vorallem Selbstzweifel.
"Ich bin immer dann am Besten, wenn es mir eigentllich egal ist," dachte sich Verus. "Ich wusste stets was ich will, doch das wollen viele. Trotzdem setzte ich mich, zwischen alle Stühle. Ich strengte mich an, gehörte doch nie zu denen, die Erfolg hatten. Ich schwelge doch nur in unerreichbaren Plänen. Ich bin nicht mehr ich selbst. Ich bin vom Weg abgekommen.
Ich machte es allen recht, alle sollten mich lieben. Ich sehe nicht die Dämonen, die mich dazu trieben. Ich bin gefangen und nicht mehr frei. Ich dachte, ich könnte das Glück erzwingen, dieser Selbstbetrug bringt mir nichts. Ich möchte es nicht noch einmal austesten. Mein Spiegelbild ist mir nun mehr egal."
Seine Mimik wurde schwer. Einige Tränen der Verzweifelung rannen über sein Gesicht.
Er ritt in ein kleines Waldstück. Er holte tief Luft. Die Luft roch merkwürdig, merkwürdig süßlich. Verus ritt schneller. Schließlich fand er den Ort des Grauen. Leichen verbrannten auf einem großem Haufen und überall lagen Trümmer. Der Boden war in Blut gedrängt.
Er setzte von seinem weißen Schimmel ab. Hatte jemand überlebt? Verus schaute sich um. Er ging auf und ab. Der Geruch war fürchterlich.
Die Götter hatten ihn zu diesem Ort geführt aber warum?
Seine Seele sah genauso, wie dieser Ort, aus. Doch das konnte nicht der Grund sein.
Er suchte weiter, die Hand vor dem Munde und Nase. Beißender Roch drang in seine Augen. Sie brannten.
Er fand eine junge Frau etwas abseits. Ihr steckte ein Pfeil im Rücken. Er beugte sich zu ihr. Sie war tot. Er kannte sie, es war die Begleiterin von Aoide. Sie musste auch hier irgendwo sein.
Er rannte ein Stück weiter. Dort lag auch sie. Ihr steckte ebenso ein Pfeil im Körper. Doch sie bewegte sich ganz leicht. Verus konnte Atembewegungen erkennen oder war es nur eine optische Täuschung?
Er warf sich zu ihr auf den Boden. "Aoide!"
Verus zog mit einem geübten Handgriff den Pfeil aus der Schulter. Er zog seine Tunika aus und presste diese nun mehr auf die Wunde.
"Sprich' mit mir! Bitte!" - Rief Verus ängstlich, während er den Stoff auf die Wunde presste.