Beiträge von Faustus Decimus Serapio

    Zitat

    Original von Kaeso Annaeus Modestus


    Mir liefs kalt über den Rücken, als der Kerl auf einmal anfing mit dem Messer rumzuspielen, und instiktiv wich ich einen halben Schritt zurück, oder versuchte es jedenfalls, in dem ganzen Gedränge, und hakte zugleich den Daumen in den Gürtel, neben der Dolchscheide, um die Waffe im Notfall schnell ziehen zu können. Hatte der Lunte gerochen? Manche dieser Typen haben ja einen sechsten Sinn für Urbaner. Es konnten aber genauso gut auch die ganz normalen Drohgebärden sein. Da ich - als verhinderter Schauspieler - eine hohe Meinung von meiner Verstellungskunst hatte, tippte ich eher auf letzteres.
    Was gut war: sein Kumpan drehte sich um, und bot mir damit einen kurzen Blick auf seine hässliche Visage. Tja, schade, aus der Nähe betrachtet sah er unserer Beschreibung gar nicht mehr so ähnlich. Ich konnte nur hoffen, dass Celeste bei der Suche erfolgreicher war.
    “Na sicher!“ antwortete ich dem Galgenvogel, „Appi“ also, in gutgelauntem Tonfall. Pah! So wie der hatte mich schon sehr lange keiner mehr betitelt, seit meiner Probatuszeit nicht, und es kratzte mächtig an meinem Stolz. Aber das war natürlich ein unprofessioneller Impuls, und ich schluckte den Stolz schnell herunter.
    “Meinste nich? Was glaubst'n Du wer der Beste is?“
    Die Enge hier machte mich nervös. Ein Mann drängte sich mit entschuldigender Geste um mich herum, ich vergewisserte mich unwillkürlich dass er dabei nicht den Beutel an meinem Gürtel mitgehen ließ. Dann ging die erste Runde los, mit Trommeln und Gebrüll, und ich muss zugeben, auch mich zog das Spektakel in seinen Bann. Die Bretterbegrenzung der Arena wankte, als der Molosser dagegenkrachte. Und wie dieser treudoofe Riesenhund auf einmal zum Schlächter wurde, das erinnerte mich irgendwie daran, was für eine grausige Zerstörungswut man in bestimmten Situationen auch in ganz anständigen, netten Leuten wecken kann... wie bei der Einnahme Circesiums damals.

    In dieser Umgebung gingen wir auf dünnem Eis. Doch ich wusste, dass ich mich auf meine Männer verlassen konnte, und das gab mir Sicherheit.
    “Neun Sesterzen auf Ultor!“
    Ich zählte die Münzen auf das Fass, das dem schmierigen Buchmacher als Tisch diente, und bekam eine abgegriffene Wettmarke. Die hielt ich in der Hand, und lungerte noch eine Weile in der Nähe der Buchmacher herum, um zu beobachten wer so alles auf Ultor setzte. Besonders, ob jemand aus der Gruppe, die mir Celeste bezeichnet hatte, Anstalten dazu machte. Leider war es verdammt unübersichtlich, finster, und der Einzug der Rattenbeisser brachte noch viel mehr Durcheinander. Aber ich konnte doch erkennen, dass einer der beiden Strolche, die gerade an der Arena Ärger gemacht hatten, auf das Frettchen setzte. Da war er natürlich nicht der einzige, aber es war ein weiteres kleines Verdachtsmoment. Obgleich Miles Furius sich die beiden schon genauer angesehen hatte, beschloss ich also, selbst einen Blick auf sie zu werfen.


    Ich liess mich etwas zurückfallen, neben den Princeps Prior, um ihm derweil das andere interessante Ziel zu übertragen. Während mal wieder der Applaus aufbrauste, meinte ich leise zu Redivivus: “Behalte die Gruppe dort drüben vor der Spelunke im Auge, die mit dem Krüppel. Möglich, dass da die Ratte, die uns noch Geld schuldet, dabei ist.“
    Dabei vermied ich es, zu diesen Leuten herüberzublicken, um nicht ihren Verdacht zu wecken. Falls Celeste tatsächlich den Verdächtigen da ausmachen konnte, würde sie uns schon Bescheid geben – mir oder auch Redivivus, der unsere „Expertin“ natürlich auch kannte, da er sie damals ja überhaupt erst ausfindig gemacht hatte.


    Ich selbst stürzte mich nun mitten ins Gedränge um die Arena, und wand mich wie ein Aal zwischen den Zuschauern durch. Um ein paar blaue Flecken reicher, langte ich neben den beiden Spießgesellen an. Dius Fidus und Furrina! Denen wollte ich nicht alleine in einer dunklen Gasse begegnen. Genau solche Leute hatten mir damals, bei der Sache mit Callistus' Lotos, die Hölle heiß gemacht. Aber das war lange her, und heute hatte ich eine Mission.
    Gerade zog Ultor in die Arena ein. Ich klatschte und johlte mit der Menge, dann quatschte ich, wie von der Begeisterung hingerissen, meinen Nebenmann an – es war der kürzer geratene der beiden dunklen Gestalten: “Ultor is einfach der Beste! Orcus is der einzige der ihm's Wasser reichen kann, aber der hat ganz klar 'n schlechten Tag. Ultor wird se alle fertig machen!“
    Mal sehn ob der Mann sich zum Fachsimpeln animieren ließ. Lässig legte ich eine Hand auf die Verschalung der Arena, aber innerlich war ich äusserst angespannt. Was mich nebenbei verwunderte war, wieviel Geld hier dann doch im Umlauf war – wahrscheinlich alles Blutgeld!

    Offenbar war ich nicht der einzige, der Geschmack an dem attraktiven Barbaren gefunden hatte. Dreitausend wurden geboten. Ich wandte den Kopf zu dem Bieter, der sich nicht mit kleinen Schritten aufhielt, und schwankte ob ich weitermachen sollte. Doch sobald ich nicht mehr den muskulösen Leib des Sklaven vor Augen hatte, meldete sich auf einmal wieder die Stimme der Vernunft, die ich bis dahin überhört hatte, und sprach streng: Faustus, Faustus, was würde wohl deine gute Tante Lucilla sagen, wenn sie wüsste, dass du die Einkünfte ihrer Güter für einen gutgebauten, aber mehr als aufmüpfigen Sklaven verschleudern willst?! Hm?!


    Oh wie enttäuscht sie da wäre. Ja, da wurde ich wieder gewahr, dass ich mir doch eigentlich nur ein gutes Buch hatte kaufen wollen. Mit einem letzten bedauernden Blick auf den strammen Sklaven, wandte ich mich schnell ab, bevor die Versuchung erneut zu groß wurde, und ging wieder meiner Wege... Tja! Immerhin würde ich mich nicht mit dem Burschen herumärgern müssen. Ich sollte mir jetzt etwas stoisches kaufen. „Von der Seelenruhe“ vielleicht. Mit diesem Gedanken strebte ich zu den Buchhändlern, und diesmal ohne vom Wege abzukommen.

    Wenn Blicke töten könnten, würde ich jetzt in meinem Blute liegen, und qualvoll mein Leben aushauchen. So groß meine Freude war, hier im Mittelpunkt zu stehen, so schön die Genugtuung, den arroganten Flavus an solch marginaler Stelle zu sehen – ich hatte doch Bedenken wie wir in Zukunft miteinander auskommen sollten. Und irgendwie muss man das ja, in einer Familie.
    Diese Sorge wog allerdings nicht sonderlich schwer, an diesem wunderbaren Tag. Zu meiner Erleichterung hatte Flavus sich davongemacht, und zusammen mit meinem neuen Vater - Vater! - und all den Verwandten, Freunden und Klienten, verließ ich überglücklich die Basilica Ulpia. In einem fröhlichen Zug begaben wir uns zur Casa Decima und liessen die trockene Zeremonie mit einem guten hispanischen Tropfen ausklingen.



    Schade, ich hatte ein wenig darauf spekuliert, mich mit dem ein oder anderen Informationsfetzen bei meinem Kommandanten ins rechte Licht zu rücken. Aber ich nickte verständig. Mir fiel auf, dass Livianus nicht auf meine letzte Bemerkung einging, dabei war der Praefectus immerhin der mächtigste Mann Roms... Ich fragte mich, wie mein Onkel eigentlich zu ihm stand? Vielleicht war Livianus aber auch einfach schon einen Gedanken weiter.


    Meine Gedanken jedenfalls rasten immer noch wild durcheinander - zuerst die Schreckensbotschaft, dann völlig unerwartet die Aussicht auf die Adoption - Entsetzen und Euphorie folgten nahtlos aufeinander. Ich hatte das Bedürfnis, jetzt einen Ausritt zu machen, in aller Ruhe, frische Luft und Natur, dann würde ich bestimmt auch meine innere Balance wiederfinden. Und, ganz wichtig, ich musste die Familie zusammentrommeln, für die baldige Zeremonie zur Adoption. Noch einmal bedankte ich mich ganz überschwänglich bei Livianus, dann machte ich mich auf, um das in die Wege zu leiten.

    Die Wache war informiert und grüßte den Senator respektvoll.
    “Salve Senator Purgitius. Ich werde dich sogleich zum Stadtpräfekten führen. Bitte erlaube, dass ich zuerst die kurze Durchsuchung, die wir bei allen Besuchern vornehmen müssen, an dir und deinem Begleiter durchführe.“
    Gesagt, getan. Danach marschierte der Soldat mit den Besuchern zur Principa, und brachte sie - vorbei an einer Menge von Bittstellern und Speichelleckern, die an diesem Tag bei Salinator antechambrierten, viele schon seit Stunden - direkt zum Stadtpräfekten.




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    Unter einem halbverfallenen Torbogen wurden Waffen verkauft. Das sahen wir uns genauer an. Musca griff zu und wog eine Sica in der Hand, deren Griff von einigen Kerben geziert wurde.
    “Is' ganz schartig. 'ch geb dir acht dafür.“
    Der Verkäufer grinste, bleckte dabei schwarze Zahnstummel.
    “Wenn's Denare sin, na sin wa im Geschäft.“
    Er hatte eine echte Verbrechervisage, die ich mir für alle Fälle einprägte. Wie viel einfacher wäre es, in Rom das Verbrechen einzudämmen, wenn das Verbrechen nicht so gut bewaffnet wäre!
    Musca lachte hohl über die Forderung, und dann begannen die beiden zu feilschen.


    Ich lehnte mich daneben an die Mauer, und hielt unauffällig Ausschau. Das Elend hier war teilweise schon überwältigend. Zum Beispiel die kleine Bettlerin da drüben – wie erbärmlich sie doch aussah. Eine aufgeputzte Dirne spazierte an uns vorbei und fing lüsterne Blicke und Kommentare. Ich schnappte ausserdem auch den ein oder anderen Gesprächsfetzen auf, der mich wünschen ließ, wir könnten das ganze Pack hier in einen großen Sack stecken, dann sortieren, und so etwa die Hälfte von ihnen in die sardischen Bleimienen verschiffen. Aber wir waren ja auf ein ganz spezifisches Ziel aus, heute nacht, und durften uns nicht ablenken lassen.
    Mit einem Mal stand die kleine Bettlerin neben mir. Ich hielt den Atem an, denn ihr Geruch war nicht gerade von Rosen – wie verblüfft war ich, als das zerlumpte Wesen mit Celestes Stimme zu mir sprach. Einen Augenblick lang hob sie das Gesicht, ich sah sie lächeln. Bona Dea, diese Tarnung war perfekt, erschreckend perfekt, Celeste war ja völlig entstellt.
    “Die Fünf wird hoch gehandelt. Aber Ultor soll ja auch sehr stark sein, dies Jahr, auch wenn er nich mehr der Jüngste ist.“, plauderte ich. “Für den richtigen Tip is da wohl jeder dankbar.“


    An der Arena gab es einen kleinen Tumult, als ein Kerl, dem man gleich ansah, dass mit ihm nicht gut Kirschen essen war, zwei andere mit kräftigen Tritten verjagte, Kurz darauf gesellte sich ein weiterer ebenso finsterer Geselle zu ihm. Ich merkte auf. Der erste dieser Galgenvögel könnte unserer (leider recht vagen) Beschreibung entsprechen. Und wir vermuteten ja auch zwei Komplizen hinter der Sache. Aber von hier aus war er nicht gut zu erkennen.
    Ich wandte mich zu Miles Furius, reichte ihm den Weinschlauch “Hier, aber lass mir auch noch was übrig!“ und raunte ihm ganz leise zu:
    “Sieh dir die beiden Strolche da darüben mal genauer an. Die an der Arena. Besonders den größeren, der da eben geschlägert hat, ich will wissen ob er Pockennarben im Gesicht hat. Aber nicht auf Streit einlassen.“


    “Sind überhaupt schon alle Favoriten da?“, plauderte ich weiter mit Celeste, und blickte kurz zu den beiden Verdächtigen an der Arena. “Orcus hab ich noch nich gesehn.“
    Musca hatte mittlerweile sein neues Spielzeug erstanden, und gesellte sich zu mir. Er zeigte es vor, und ich begutachtete anerkennend die heimtückische Klinge, weil ich mir dachte, dass Subura-Messerstecher das sicher so machen würden. Musca schien etwas verwundert zu sein, mit wem ich mich da unterhielt. Absichtlich hatte ich nichts von meiner Informantin gesagt, weil es ja leider immer mal wieder lecke Stellen bei uns gab, und ich Celeste nicht gefährden wollte. Musca war zwar absolut vertrauenswürdig, und erzählte solche Dinge niemandem als seinem besten Kumpel Silio weiter, aber Silio hatte eine große Klappe und quatschte zu viel.
    “Lass uns mal wettn gehen.“, meinte ich zu Musca, und begab mich durch die Menge zu einem der Buchmacher.

    Es war beinahe ein Jahr her, dass Octavius Cato, der ehemalige Praefectus Castrorum der Vigilen, auf offener Straße erstochen worden war. Damals waren wir einigen dürftigen Spuren nachgegangen, ohne dass uns Erfolg beschieden gewesen wäre. Doch nachdem ich Celeste, meine äusserst vielseitige Scriba, ausgesandt hatte, um sich in gewissen Kreisen, wo wir Urbaner nicht sehr willkommen waren, genauer umzuhören, schien es nun, dass eine der Spuren hin zu einer verdächtigen Person doch noch nicht ganz erkaltet war. Und diese führte uns hierher: zum Großen Rattenbeissen.


    Gemeinsam mit Miles Musca und einem weiteren vertrauenswürdigen Soldaten betrat ich, in Zivil natürlich, den Platz. Es war ein malerischer Anblick, die Feuer (brandgefährlich, der Funkenflug), die urigen Subura-Gestalten (bis an die Zähne bewaffnet), die ausgelassene Stimmung der Besucher. Hätten sie gewusst was wir waren, wäre die Stimmung sicherlich gekippt, und hätte die fröhlich Feiernden in einen ebenso ausgelassenen Lynchmob verwandelt. Dies hier war eine der Ecken von Rom, die die Autoritäten abgeschrieben hatten, hier herrschten die Banden, und die liessen sich von uns nicht gerne in ihre schmutzigen Geschäfte reinreden. Natürlich will ich damit nicht behaupten, alle Subura-Bewohner wären Verbrecher, beileibe nicht, und ich habe ja schliesslich früher auch mal eine Zeitlang in der Wassergasse gewohnt. Aber Freunde würden wir hier vergeblich suchen. Heute Nacht waren wir hinter den feindlichen Linien, nicht weniger als wir es damals in Circesium gewesen waren!


    Meine Männer und ich trugen einfache Tuniken und grobgewebte Überwürfe. Auch die Details mussten stimmen, um hier nicht aufzufliegen, von den abgetretenen Schuhen bis zu den Waffen, die offensichtlich keine soldatischen waren, und es war alles nicht zu gleichförmig, nicht zu ordentlich.
    Ich hatte mir in der letzten Woche den Ansatz eines stoppeligen Bartes wachsen lassen, und trug ein fieses, unterarmlanges Messer unter dem Mantel – es stammte aus der Kammer, in der wir die beschlagnahmten Waffen einlagerten – Musca hielt in der Hand einen abgegriffenen Stab mit Metallbeschlägen.
    Ausser unserem Dreiergrüppchen hatte ich nur noch eine Handvoll umsichtiger Stadtsoldaten nach und nach hier einsickern lassen, um ebenfalls die Augen offen zu halten. Je mehr wir waren, desto höher die Wahrscheinlichkeit aufzufliegen. Verstärkung wartete erst im nächsten CU-Posten, und der lag am Argiletum, ein ganzes Stück von hier. Nur im allerdringlichsten Notfall würden wir sie herbeirufen, mit den kleinen Holzpfeifen, die wir alle gut verborgen bei uns trugen. Es gab eine Kette von Posten, die das Signal dann weitertragen würden – ich hoffte natürlich, dass das nicht notwendig werden würde, es könnte in dieser Nacht leicht zur Strassenschlacht ausarten, und das wäre nicht gut für unseren Ruf.


    Irgendwo in der Menge musste sich auch Celeste befinden, jedenfalls wenn sie meinen Anweisungen gefolgt war. Sie sollte die Augen nach dem verdächtigen Subjekt aufhalten, und mich wenn sie ihn erblicken sollte, unauffällig auf ihn aufmerksam machen. Ich konnte sie aber zwischen all den Menschen nicht ausmachen. So mischte ich mich mit meinen Begleitern unters Volk, und erstand am Ausschank einen Weinschlauch. Ich reichte das haarige Ding herum, trank ein, zwei Schluck, und besah mir wie jeder andere Besucher erst mal was das Fest zu bieten hatte.

    Mit einem Tablett voll Opfergaben und Räucherwerk trat ich eines Abends vor die Ara. Bei mir lief zur Zeit fast alles bestens und vieles besser als ich es mir hätte träumen lassen, und gerade da war es wichtig, der Geister der Verstorbenen zu gedenken, und sie mit den ihnen gebührenden Opfern zu ehren. Sonst konnten sie zu viel Glück auch schnell ins Gegenteil umschlagen lassen.
    Aus einem irdenen Topf nahm ich mit einer Zange ein paar glimmende Kohlen, die aus dem Herd in der Küche stammten, und legte sie in eine Räucherschale auf dem Altar. Ich schichtete noch etwas Räucherkohle darüber, fachte die Glut mit meinem Atem an, und sah zu, wie sie sich langsam weiter vorwärtsfrass, das Schwarz zu leuchtendem Rot machte. Es knisterte ganz leise, manchmal bildeten sich winzige Funken und zerstoben blitzschnell. Allein diese Vorbereitungen, die vertrauten Handgriffe, versetzten mich in eine ruhige, fast meditative Stimung. Erst als alles durchglommen war, legte ich das verzierte Gitter über die Kohle, und streute ein paar Körner Weihrauch darauf. Während der erst Rauch aufstieg zog ich mir eine Ecke meines Sagum über den Kopf, und liess mich auf die Knie nieder. Jetzt war ich auf Augenhöhe mit den kleinen Figuren der Laren und Penaten, die auf unserem Altar standen und über das Wohl des Hauses wachten.


    “Ihr Ahnen, divi parentes und dii manes, lares familiares und dii penates, ich bin hier um euch zu danken, für euren Schutz und eure Gunst, für euer Wohlwollen und eure Hilfe.“
    Mehr Weihrauch verzehrte sich über der Glut, der Rauch waberte gen Decke und drang mir intensiv in die Nase. Ich nahm einen Krug mit Ölivenöl zur Hand und liess den Inhalt in eine Feuerschale auf dem Altar fliessen. Mit einem Span entzündete ich es. Flammen huschten über die goldgelbe Oberfläche, und in diese hinein goß ich aus einem weiteren Krug in geschwungenem Strahl etwas Milch, dann Mulsum, zuletzt reinen Honig. Der löste sich nur schwer aus dem Topf, floß zäh; Tropfen für Tropfen verzischte in der Feuerschale.
    “Nehmt Öl und Milch, nehmt Mulsum und Honig, ihr Ahnen und haltet auch weiterhin schützend eure Hände über unsere Familie. Beschirmt uns vor Krankheit, vor Unglück und Tod, lasst keine üblen Geister über unsere Schwelle ins Haus hinein kommen“, bat ich ehrfürchtig während der libatio.


    Mit langsamen Bewegungen legte ich eine weitere Opfergabe auf dem Altar ab. Es war die Statue eines kleinen Pferdes, aus Bronze zierlich gefertigt und mit Sattel und Zaum versehen. Die war für meinen Bruder, der Pferde so geliebt hatte. Sein Tod lag noch nicht lange zurück.
    “Appius mein großer Bruder, ich weiß nicht ob Dein Schatten hier weilt, oder in dem Land das Du Dir zur Heimat erwählt hast. Ich wollte Dir nur sagen, dass Dein Faustillus Dich nicht vergessen hat... und ich hoffe dass Du es gut hast wo immer Du auch bist... und dass Du jetzt mit Deiner Aeala vereint bist.“
    Das war zu traurig. Ich schluckte schwer und starrte düster in die Flammen. Von unserer engen Familie waren nur noch Seiana und ich übrig... ach nein, korrigierte ich mich, ich hatte ja nun wieder einen Vater, und auch zwei Geschwister dazu, wobei ich auf den Bruder wirklich keinen Wert legte. Aber die Schwester war sehr liebenswert.


    Für meine Mutter legte ich einen Strauss Myrthenzweige auf die Ara – das waren ihre Lieblingsblumen gewesen, und für meinen leiblichen Vater die kleine Bronzefigur eines Adlers, der ein Gladius in den Klauen hielt. Das war unpersönlich, aber ich wusste wirklich nicht womit man seinen Manen eine Freude bereiten könnte. Etwas steif sprach ich sie an:
    “Meine Eltern, seid versichert dass ich voll Respekt und Liebe an euch denke... und dass ich euch auch als Livianus' Sohn immer ehren werde!“
    Mehr wusste ich den beiden gegenüber nicht zu sagen, und streute schnell den Rest Weihrauch auf die Glut, dazu Myrrhe und Narde. Eine würzig süsse Note mischte sich in den Rauch – die erinnerte mich infamerweise an guten ägyptischen Hanf. Ich krauste die Nase, und versuchte nicht daran zu denken, wie lange ich mich nun schon kasteite und mir des Anstands halber solche kleinen, wie auch die größeren, Freuden versagte.


    “Ihr Ahnen, divi parentes und dii manes, lares familiares und dii penates, nehmt diese Gaben und nehmt meinen Dank.“
    Mit einer Wendung nach rechts erhob ich mich. Ich liess das Sagum vom Kopf gleiten, und öffnete dann ein Fenster, um die dichten Rauchschwaden abziehen zu lassen.

    Es war höchste Zeit, mich mal wieder bei meiner Tante zu melden. Sie hatte mir praktisch den Hals aus der Schlinge einer öffentlichen Blamage gezogen – da sollte ich mich wenigstens bedanken. In meinem Arbeitszimmer nahm ich Papyrus und Schreibzeug zur Hand, und verfasste einen Brief nach Hispania:



    An
    Decima Lucilla
    Casa Decima Lucilla
    Tarraco
    Hispania



    Liebe Tante Lucilla, hochverehrte Patrona,


    ich schulde Dir großen Dank! Durch Dein Eingreifen in dieser unsäglichen Germanicer-Geschichte, hast Du es verhindert, dass ich in den Prozess mit hineingezogen wurde. Es kam gar nicht bis zur Hauptverhandlung. Livianus und Mattiacus haben vorher beschlossen, den Zwist mit dem Germanicer öffentlich beizulegen. Er hat sich auf der Rostra bei Livianus entschuldigt, dann haben sie gemeinsam im Concordia-Tempel ein Opfer dargebracht. Es ist gut, und ich bin froh, dass es so ausgegangen ist, auch wenn dieser Germanicer deswegen keinen Deut weniger ein niederträchtiger Lump ist. Erst im Nachhinein habe ich erfahren, dass er bei Livianus Kandidatur vor den Senat auch völlig haltlose Lügen über mich verbreitet hat, um Livianus anzuschwärzen. Jetzt noch packt mich die Wut, wenn ich diese Worte niederschreibe. Dir zuliebe will ich versuchen, die Germanicer insgesamt differenziert zu betrachten, aber dieser eine Germanicer hat wirklich nichts als Verachtung verdient. Und Livianus hatte gar keine andere Wahl als ihn anzuzeigen, immerhin hatten seine Verleumdungen Livianus' Ehre in Frage gestellt.
    Wirklich tausend Dank für Deine Hilfe, dank der ich glimpflich davongekommen bin! Den Advocaten Tiberius musste ich so zum Glück nicht bemühen. Es war so eine Erleichterung, Deinen Brief zu bekommen! Eine Zeitlang hat mich diese Sache echt mitgenommen – schon zu wissen, dass man damit nicht alleine gelassen wird, tut dann einfach sehr gut.


    Wie geht es Dir? Und Cossus? Viele Grüße zurück an meinen kleinen Großneffen! Ihr könnt froh sein, den Sommer bei Tarraco zu verbringen. Hier über Rom liegt mal wieder die Gluthitze und lässt allerhand Gerüche aufsteigen. Ein frischer Seewind wäre da das höchste der Gefühle.


    Es gibt noch eine große Neuigkeit. Stell Dir vor, Livianus hat sich entschieden, mich als seinen Sohn anzunehmen! Obwohl er vor kurzen erst Flavus kennengelernt hat. Er meinte, er habe diese Entscheidung schon vor längerem getroffen, und es sei im Sinne meines verstorbenen Vaters. Als Praetor hat Livianus die Zeremonie selbst durchgeführt. Es war sehr feierlich, und Du kannst Dir sicher denken, dass ich überglücklich bin. So lange habe ich geglaubt, dass es mir nie gelingen wird, seinen Erwartungen Genüge zu tun. Wenn ich nur daran denke, wie er in Zeugma, in dem großen Heerlager damals, herausfand, dass ich sub aquila gegangen war, und - anstatt erfreut zu sein worauf ich ja hoffte - ausser sich vor Wut war. Das ist jetzt anders geworden. Es ist sehr ungewohnt, ihn mit 'Vater' anzusprechen, aber ich gewöhne mich daran.
    Auch wenn ich nun unter seiner Patria Potestas stehe, an unserem Patronatsverhältnis ändert sich nichts. Ich habe Livianus vor der Adoption um Erlaubnis gefragt und er ist einverstanden, dass ich Dein Klient bleibe. Ich könnte mir auch keine bessere Patrona vorstellen!


    Kannst Du mir vielleicht einen Rat geben? Es geht um Flavus. Er scheint es nicht gut aufzunehmen, dass ich jetzt sein Adoptivbruder bin. Aber er ist sowieso ein arroganter Schnösel, unheimlich strebsam, aber ohne sich die Sachen ehrlich zu erarbeiten. Zur Zeit ist er auch noch Tribun bei den CU. Wie zu erwarten hat er keine Ahnung von nichts und trägt bloß seine Rüstung spazieren um die Mädchen damit zu beindrucken.
    Was mich aber ernsthaft stört: er spricht schlecht über seinen – unseren Vater, und würdigt Livianus' Leistungen für das Imperium gnadenlos herunter. Ich finde, Livianus sollte wissen, wie respektlos und undankbar sich Flavus hinter seinem Rücken aufführt, damit er das endlich unterbinden kann. Aber ich habe Bedenken, dass es seltsam aussehen könnte, wenn ich es ihm sagen würde - eben so als ob ich Flavus anschwärzen wollte. Hast Du vielleicht eine Idee, wie man es Livianus neutral wissen lassen könnte?


    Übrigens habe ich seit einiger Zeit eine Scria personalis, die mir bei der Verwaltung Deiner Ländereien hilft. Sie heißt Celeste und ist sehr gescheit und gewissenhaft. Durch sie bin ich darauf aufmerksam geworden, dass der Gutsverwalter der Terra viridis, Hostius, sich mit imaginären Ausgaben immer wieder was beiseitegeschafft hat! Stell Dir das mal vor. Ich glaube, er dachte, dass er es bei mir ja mal versuchen kann. Aber ich habe ihn rausgeworfen und Stertinianus an seine Stelle gesetzt, der ist zwar jung aber er erscheint mir zuverlässig.


    Der Familie geht es soweit gut. Bei der Fiesta zu Livianus' Rückkehr haben wir ausgelassen gefeiert. Ich habe da zum ersten Mal auch Magnus' Frau Venusia kennengelernt, die mit ihren Zwillingen nun auch hier in der Casa wohnt. Das sind aufgeweckte Kinder, und Tante Venusia ist eine sehr würdevolle Matrona, gar nicht so wie ich mir eine Germanin vorgestellt hätte. Es war sehr schön so viele Verwandte hier versammelt zu haben, und vielleicht nimmst Du beim nächsten Mal ja auch die weite Reise auf Dich.


    Vale, und meine besten Wünsche für Dich und Deinen Sohn!
    Grüß mir Tarraco!


    Dein Faustus

    Erwartungsvoll fixierte ich den Sklaven, neugierig ob er nun gehorchen würde oder nicht, und verfolgte den Widerstreit, der sich auf seinem Gesicht abzeichnete. Sehr hübsch, dieses lebhafte Mienenspiel. Es bedurfte erst eines zweiten Stoßes durch einen der Schergen da oben, bevor er sich herabließ zu sprechen. Dieser übermässige Stolz missfiel mir, ich fand ihn unpassend für einen Sklaven, doch was er dann von sich gab überraschte mich sehr. Ein geistreicher Barbar! Erstaunt hob ich die Augenbrauen und lachte auf, amüsiert darüber solch klassische Worte aus so widerspenstiger Quelle zu hören.
    “Gut gebrüllt, Sklave.“
    Ich grinste heiter zurück, fühlte mich durch das spöttische Lächeln aber durchaus herausgefordert. Die Zähne schienen jedenfalls ganz in Ordnung zu sein, soweit man das sehen konnte. Und die sonstige Erscheinung, wie gesagt, sie war recht ansprechend. Wenn der Sklave sauber und entlaust wäre, dann sicherlich noch mehr.
    Meine jugendlich-schwärmerischen Vorstellungen von der weltumspannenden Freundschaft, die ihre Bande um die Welt schlingt und alle Schichten miteinander verbindet, diese Vorstellungen hatte ich schon längst abgelegt, und spätestens seit dem Desaster mit Hannibal vollends begraben. Ich hatte ja gesehen was man von solchen idealistischen Vorstellungen hat: man wird getäuscht und verraten. Deshalb war ich ganz unbefangen, als ich die Hand hob, und aus einer Laune heraus laut: “Zweitausendfünfhundert!“ bot. ;)

    Hm... Livianus' Anweisungen schmeckten mir nicht so besonders. Die Vigilen waren nicht gerade die prestigeträchtigste aller Einheiten... ganz im Gegensatz zur Prima, aber ich hatte davon geträumt, mich zu einer Legion in irgendeiner exotischen Grenzprovinz versetzen zu lassen, wo die Chance bestand, sich bei abenteuerlicheren Dingen als dem Straßenbau auszuzeichnen. Wo man mit echten Barbaren in Kontakt kam, und malerische Impressionen fremder Länder mit nach Hause brachte! Syrien hatte in der Hinsicht meine Neugier angefacht. Verdammt. Ich sah nicht gerade begeistert aus, aber ich nickte, und akzeptierte den Wunsch meines Onkels.


    Seine Antwort zum Patronatsverhältnis erleichterte mich – halbwegs. Lucilla würde mir den Kopf abreissen, wenn ich ihr den Rücken kehrte, und vor allem schuldete ich ihr Treue für ihren Einsatz für mich. Nicht ganz zuletzt würde ich ungern die herrlichen Ländereien zurückgeben, die sie in meine Hände gelegt hatte.
    “Danke. - Lucilla kennt wirklich alle Welt hier in Rom, und über das Netz ihrer Freundinnen erfährt sie immer rasend schnell alles was sie wissen will. Zudem hat sie ein sehr gutes Verhältnis zu ihrem Patron, dem Konsular Vinicius Hungaricus.“, lobte ich meine Patrona noch, und hoffte, dass das 'vorerst' sich zu einem 'auf unbestimmte Zeit' auswachsen würde. Jedenfalls hatte ich den Entschluß nie bereut. Es mag daran liegen, dass ich unter so vielen Frauen aufgewachsen bin, aber ich bin davon überzeugt, dass die Macht unserer Matronen oft unterschätzt wird.


    “Wo Du gerade den Praefectus Urbi erwähntest. Als ich ihm bei Deiner Ankunft Meldung machte, sprach er den Wunsch aus, mehr über die genauen Umstände Deiner Rückkehr zu erfahren. Er schien wirklich Anteil an der ganzen Sache zu nehmen.“, berichtete ich, aufrichtig in meinem guten Eindruck von meinem Kommandanten. “Ich weiß jetzt natürlich nicht, was er schon alles im Senat erfahren hat, aber ich wollte Dich fragen, ob es vielleicht noch Dinge gibt, Hintergründe vielleicht, über die ich ihm berichten kann. Oder berichten soll. - Du musst wissen, ich habe den Eindruck, dass Praefectus Vescularius mir ein gewisses Wohlwollen entgegenbringt.“

    Tiberius und Germanicus kamen ursprünglich aus derselben Gens, sie waren beide Claudier. Gut, am Ende waren sie beide Iulier, aber es ist ein Beispiel für die Adoption des Neffen durch den Onkel gleicher Abstammung.
    Dass es Adoptionen innerhalb der Familie gab, zeigt der iulisch-claudische Stammbaum ja sehr deutlich. Es wäre doch sehr merkwürdig, wenn es innerhalb der Familie und bei nicht verwandten Personen, aber nicht innerhalb der Gens möglich gewesen wäre.
    Woher stammt diese Information denn? Ich meine, gibt es da irgendeinen Beleg dafür, dass innerhalb der Gens nicht adoptiert wurde?

    “Vater!“ Bis über beide Ohren strahlend begab ich mich in Livianus‘ Arme, und umarmte ihn meinerseits einen Augenblick lang fest – aber nicht zu stürmisch, denn die Zeremonie war ja für die Öffentlichkeit bestimmt, und da wollte ich nicht allzu sentimental erscheinen, oder gar den eleganten Schwung seiner Togafalten gefährden.
    Verus war der erste, der seine Glückwünsche rief, dann erhoben sich andere Stimmen, und der Jubel hallte durch die Basilica. Ich war so unbeschreiblich glücklich! Prompt trat ein feuchtes Glänzen in meine Augen. So vor aller Augen anerkannt, ja geehrt zu werden, das ließ Zweifel dahinschmelzen, das war nun wirklich und wahrhaftig der Schlusstrich unter meine Fehltritte als missratener Neffe. Fortan würde ich ein guter Sohn sein, und meinem... Vater!... nichts als Ehre machen. Ja, ich würde so ein guter Sohn sein, wie es der leidige Flavus im Leben nicht schaffen würde. War der überhaupt hier? Ja, da hinten, da konnte ich ihn erspähen - ganz am Rand, genau da wo er hingehörte.

    Natürlich war ich mit zum Tempel marschiert, wo die Versöhnung nun auch den Göttern vorgeführt werden sollte. Ich stand bei den Anhängern von Livianus und Mattiacus, ganz vorne, damit es nicht so aussah als ob ich mich verstecken wollte, und beobachtete das Ganze. Wobei ich mich fragte, in wie weit die Eintracht, die auf einmal zwischen Livianus und dem infamen Germanicer zu herrschen schien, jetzt gespielt war, der Inszenierung wegen. Gut gespielt war sie auf jeden Fall.
    Ein Rundblick zeigte mir, dass Flavus sich die Zeit zu vertreiben wusste, und sich gleich mal ein Mädchen aufgerissen hatte. Da fühlte ich mich noch unbehaglicher hier, und ließ den Blick weiterschweifen zu den kalten, unnahbaren Marmorstatuen vor dem Tempel. Hoffentlich ging das ganze schnell über die Bühne, ich hatte schon wieder Sehnsucht nach der Castra.

    Skeptisch musterte ich Isis, als sie ihre Erklärung vorbrachte. Die klang zwar stimmig, das Gesindel wurde ja wirklich immer frecher, doch ich war trotzdem geneigt zu glauben, dass es da einen Zusammenhang gab. Ich sollte diese Sache genauer untersuchen, dachte ich bei mir, vielleicht kann unser Optio Valetudinarii, der so furchtlos ist wenn es um Leichen geht, sich den Toten morgen mal genauer ansehen. Meine Gedanken waren träge vor Müdigkeit, doch ich wurde sehr schnell wieder wach, als die Frau erneut so begehrlich auf mich zukam. Bona Dea, die war ja vollkommen mannstoll!
    “N… nicht nötig.“, wehrte ich zurückweichend ab. Brrr! Sie hatte was von einer Sirene. Erst anlocken, dann zerfleischen. Sie leckte sich ja schon die Lippen.
    “WirhabennurunserePflichtgetan! ValeIsis. - Vale Camilla, es war mir eine Freude, und bitte sieh dich in Zukunft besser vor.“
    Hastig zog ich mich zurück, mit den beiden Milites, die ich an der nächsten Ecke dann zurück zu ihrer Station schickte. Und an der übernächsten Ecke fand ich eine Taverne, die noch offen hatte. Dort verbrachte ich die nächsten Stunden damit, meine Erinnerungen an ein Tal im Mondlicht, irgendwo zwischen Dura und Edessa, in rotem Wein zu ertränken.