[Blockierte Grafik: http://img25.imageshack.us/img25/7963/alexanderdergroe.jpg]| Alexander der Große
"Novum vetus vinum bibo, novo veteri morbo medeor!"
Alexander der Große, Bezwinger der Perser, Eroberer der Welt, prostete Herakles zu, prostete seinem Hephaistion zu, und leerte lässig seinen Becher. Der Herakles legte seine Keule über die Schulter und ging weiter, und Alexander wandte sich nun wieder ganz seinem Gefährten zu, der sich zwischenzeitlich ein bisschen zu sehr in Richtung der Nachbarkline orientiert hatte. Die Aufmerksamkeit Hephaistions gewann der Feldherr aber schnell zurück, indem er ihm die Hand in den Nacken legte, und ihn näher zu sich zog. Alexander lächelte ein wenig mokant, genoss die Erwartung, die sich in den Zügen seiner neuen Bekanntschaft abzeichnete, drückte ihm dann, ohne sich im Geringsten um die Umgebung zu scheren, einen leidenschaftlichen Kuss auf die Lippen.
"Bona Meditrinalia, mein Hetairos. Hör mal, ich habe eine Idee..."
"Bona Meditrinalia Alexandros meus..." schmachtete der Hephaistion, und Alexander musste, angesichts von dessen verzücktem Blick ein selbstgefälliges Schmunzeln unterdrücken. Der Mann war Wachs in seinen Händen!
"Sieh Dir mal die atemberaubende Göttin dort drüben an..."
ZitatOriginal von Aurelia Prisca
"Die mit den Flügeln? Sieht irre aus. Ich glaube, das ist was Mesopotamisches."
"Nein, die Athene in Veilchenblau. Oder ist das Fliederviolett...?"
"Pflaumenblau würde ich sagen. Sehr elegant... ist ja eine heikle Farbe, die wenigsten Frauen können das tragen... Aber ihr steht es hervorragend."
"Schön! Da sie dir auch gefällt frage ich sie mal, ob sie nicht rüberkommen will! Könnte interessant werden."
"Ähm...... ich weiß nicht ob das eine so gute Idee ist......" Hephaistion schien noch nicht vollständig überzeugt, doch Alexander war schon aufgesprungen.
"Bin gleich wieder da!"
Federnden Schrittes näherte der Feldherr sich der Göttin. Unterwegs bediente er sich an einem der üppigen Blumenarrangements, die die Säulen schmückten. Ungeniert zog er einige langstielige Orchideen aus dem Strauß. Eben trug außerdem ein Sklave einen der federngeschmückten Pfauenbraten an ihm vorüber.
"Moment!"
Alexander stahl dem knusprigen Vogel einige seiner schillernden Schwanzfedern, kombinierte sie mit den Orchideen und band den Strauß mit einer Efeuranke zusammen. Dann rückte er seinen goldenen Siegerkranz zurecht, trat vor Athene und schenkte ihr ein flamboyantes Lächeln.
"Meine Verehrung! Geheimnisvolle Schöne, nimm diese Huldigung aus meiner Hand!" Mit großer Geste überreichte er den extravaganten Strauß. "Ich bin Alexandros der Große. Und dies – dort drüben, der eben die Augen vor Deinem glühenden Blick abwendet – ist mein Gefährte Hephaistion. Bis jetzt haben wir Deine Majestät andächtig aus der Ferne bewundert, doch wir würden uns überglücklich schätzen, wenn Du, verehrteste Athenaia, Dich entschließen würdest, Dich zu uns zu gesellen, und uns die Ehre erweisen würdest, uns dieses Gastmahl mit Deiner göttlichen Präsenz zu erhellen!"
Diese Worte sprach Alexander sehr erst, voll Inbrunst, nur um seine Mundwinkel zuckte es vergnügt. Mit dandyhafter Geste bot er Athene die Hand, bereit sie durch den Saal zu geleiten.
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