Beiträge von Aurelia Prisca

    Allem Anschein hatte ihr Onkel seine Nichte nicht erkannt, oder zumindest hatte er nicht damit gerechnet sie ausgerechnet in einer flavischen Sänfte anzutreffen. Woher sollte er auch von den ehelichen Bänden zu den Flaviern wissen, wenn nicht von der übrigen schwindeligen Verwandtschaft aus Syria. Zu eben jener bestand im übrigen mehr schlechter als rechter Kontakt. Schade eigentlich, schließlich lagen dort die Wurzeln der gens Aurelia - genauer gesagt in Antiochia am Orontes. Na vielleicht hat mein Onkel ja ein paar Neuigkeiten aus der Heimat, sofern er zufällig in der Gegend war. … Oh …anscheinend möchte er nicht, dass ich ihn so nenne., schmunzelte Prisca gedanklich, während ihr Onk …pardon … während ihr ehrwürdiger Verwand … nein, halt so darf ich ihn ja auch nicht anreden …ja wie nun? … während:


    "Faustus? … sie mit Küsschen begrüßte: "So darf ich dich aber hoffentlich anreden? Oder wie hättest du es denn gerne, mein Lieber?, fragte Prisca mit einem kecken und gleichzeitig neckenden Tonfall, der keineswegs eingeschnappt sondern vielmehr scherzend und sehr vertraut klang und das, obwohl sie einander gefühlt seit einer Ewigkeit nicht mehr gesehen hatten. So viele Jahre, in denen so vieles passiert war - gutes wie schlechtes - und noch viel schlimmer … wir sind alle so viel älter … Eine grausame Erkenntnis, doch erträglicher zu ertragen angesichts der Tatsache, dass ihr Onkel noch ein paar Jahre mehr auf dem Buckel hatte.


    "Ach, … wenn es um Geschichten von früher geht, so bin ich sehr leidensfähig, selbst du sie stets mit eben jener Phrase beginnst, mein lieber Onk … Verzeihung. … Ich freue mich ebenfalls, Dich nach so langer Zeit endlich wieder zu sehen."


    Mit einem strahlenden Lächeln stand Prisca ihrem Onkel gegenüber und blickte erwartungsvoll zu ihm auf.


    "Was führt Dich nach Rom? … Und warum hat es so lange gedauert, bis Du uns endlich besuchst? … Du musst mir unbedingt von deinen Reisen berichten und wo Du überall warst. …. Aber lass uns doch hinein gehen"


    Mit einer einladenden Geste wies Prisca auf die porta und gleichzeitig hing sie regelrecht an seinen Lippen. Es dürstete sie wirklich danach zu erfahren, welche Abenteuer ihr Onkel aus der weiten Welt zu berichten wusste. Insbesondere deshalb, weil ihr eigenes Leben auf eine relativ überschaubare und gleichsam eintönige Welt zusammen geschrumpft war, seit sie als Matrone und Mutter von zwei Kindern ihr Dasein in Rom frönte. Ein Dasein, das ziemlich depressive Auswirkungen hatte angesichts der Tatsache, dass die eigene Existenz sich unausweichlich dem Ende zu neigte.

    [Blockierte Grafik: http://www.niome.de/netstuff/IR/nsc/Acanthus.pngAcanthus


    Wie unzählige Male zuvor öffnete auch dieses Mal wieder Acanthus die porta. Missmutig drein blickend wie immer, aber angesichts der Kenntnis der Identität, sowohl des Anklopfenden als auch der seiner Herrin, eben nicht seinen Standardsatz ("Wer bist du, was willst du") aufsagend, sondern stattdessen:


    "Salve! ... Und willkommen Daheim. ... Das Zimmer deiner domina steht wie immer bereit. Sofern deine Herrin einen Wunsch hat, lass es einfach den maior domus wissen."


    Mit einer knappen Verbeugung gab Acanthus auch sogleich den Weg in das Innere der villa Flavia frei. Sowohl der Hausherr als auch seine Angetraute waren sicher nicht weit, sofern der Flavia der Sinn nach einer sofortigen Unterredung stünde. Ansonsten bot die villa Flavia selbstredend jede auch nur erdenkliche Form des weltlichen Zeitvertreibs, egal wonach einem der Sinn auch stehen mochte ...

    Zitat

    Original von Faustus Aurelius Tigellinus


    "Entschuldigt den Stau hier, werte Flavia. Darf ich euch die Zeit vertreiben während die beiden die Türe einschlagen und den Ianitor fressen?"


    Dem Treiben an der porta schenkte Prisca keinerlei Beachtung. Vielmehr lag sie gedankenverloren in ihrer Sänfte, versunken in Erinnerungen und bemüht, sich die Erzählungen ihrer Mutter ins Gedächtnis zu rufen. Denn außer dem Namen ihres Onkels sowie dem Wissen um die verwandtschaftlichen Beziehungen hatte Prisca so gut wie keine Erinnerungen mehr an Faustus Aurelius Tingellinus. Dumpf nur hatte sie das Bild jenes verschwägerten Onkels vor sich, der viel herum gereist sein musste und entsprechend viel zu erzählen hatte. MIt ein Grund, weshalb sich Prisca sehr auf das Wiedersehen freute denn sie liebte es Geschichten aus aller Welt zu hören.


    Vorerst hörte sie aber nur eine Stimme, die direkt neben ihrere Sänfte ertönte. Mit einer Handbewegung streifte Prisca den Vorhang zur Seite und ihr Blick fiel jenen Fremden, der zweifelsohne ihr Onkel sein musste. Wer sonst sollte es sein. So ein Zufall, dass wir gleichzeitig hier ankommen Sofort umspielte ein Lächeln ihre Lippen während ihre Augen noch musternd auf ihrem vermeintlichen Onkel weilten.


    "Natürlich darfst Du mir die Zeit vertreiben. Ich bitte sogar darum, ... schließlich erhoffe ich mir viele spannende Geschichten von Dir, Onkel Faustus. .... Du bist doch Faustus Aurelius Tingellinus? Oder wurde ich gar falsch darüber informiert, dass mein ehrwürdiger Onkel heute ankommen sollte?"


    Nur um sicher zu gehen, stellte Prisca diese Frage, wobei sie eigentlich keine Zweifel hatte. Wer würde es schon wagen unter dem aurelischen Wappen zu reisen, wenn nicht die liebe Verwandtschaft ... und so langsam kamen ihr die Gesichtszüge wieder vertraut vor ... Du meine Güte. WIe schnell die Zeit doch vergeht ...

    War es Zufall oder Fügung, dass ausgerechnet zur selben Zeit eine weitere Sänfte vor den Mauern der villa Aurelia "einschwebte". Eine Sänfte mit den Insignien der ehrwürdigen gens Flavia, in die Prisca vor langer Zeit eingeheiratet worden war und demzufolge sie nicht mehr in der villa Aurelia zu wohnen pflegte.


    Nichtsdestotrotz war die Ankunft des verschwägerten Verwandten den eifrigen Sklaven nicht verborgen geblieben, weshalb die Kunde schnell die Runde zwischen den beiden patrizischen Häusern machte und somit schließlich auch die Ohren von Prisca erreichte, die sich selbstverständlich sofort auf den Weg machte, um den lieben Onkel höchstpersönlich zu begrüßen.


    Und so kam es, dass die flavische Sänfte kurze Zeit später (und wenige Meter) neben der aurelischen Sänfte abgestellt wurde und eine Sklavin vorgeschickt wurde, um an der porta anzuklopfen. Vielleicht war der Gast aus fernen Landen ja bereits innerhalb der heimischen Mauern, vielleicht auch nicht. Wie auch immer, ... alles war Zufall oder Fügung ...

    Zitat

    Original von Manius Flavius Gracchus
    "Doch sage mir, teuerste Gemahlin, nach was steht dir der Sinn zurück in Rom?"


    Tage, Wochen, gar Monate mochten vergangen sein, seit ihr liebster Gemahl diese Frage gestellt hatte: … Wonach steht mir der Sinn? … und noch immer hallte diese durch Prisca´s Kopf, brannte sich regelrecht in ihren Geist und bestimmte seitdem fast jede Minute ihres Seins. Wonach stand ihr der Sinn? Hatte sie nicht längst alles gesehen, ausprobiert und erreicht? Selbst ihr sehnlichster Wunsch war letztendlich in Erfüllung gegangen und lag nun in Form von zwei gesunden Kindern vor ihr: Gesund und wohlgenährt, friedlich schlummernd und unlängst der Brust entwöhnt, wodurch gefühlt für Prisca die letzte - ihr obliegende - Aufgabe erfüllt war und sich damit die "Sinnfrage" stellte: Wonach steht mir der Sinn? … "


    Die Antwort war einfach und gleichsam sinnlos, da das Streben nach einem erfüllten Leben stets nur Ernüchterung bringen konnte angesichts der Unfähigkeit jemals mit dem bereits Erreichten zufrieden zu sein.


    Längst reichte der Anblick ihrer beiden geliebten Kinder nicht mehr aus, um in Prisca jenes Glücksgefühl der absoluten Zufriedenheit hervorzurufen. Das konnte doch längst nicht ALLES sein, worauf sie ihr ganzes Leben lang gehofft hatte - oder doch? Noch war ihr Leben doch längst nicht zu Ende, zumindest so lange nicht, wie die Dicke ihrer Schminke nicht sämtlichen Tränen trotzen würde, die Prisca still und heimlich vergoss. Noch war die Zeit nicht gekommen um mit dem Erreichten zufrieden zu sein und demzufolge galt es weiter nach dem zu suchen, wonach der Sinn ihr stand …

    Mit einem wohlig klingenden Seufzer nahm Prisca den Kuss und die Willkommensgrüße ihres Mannes entgegen. Willkommen zuhause …, ja so fühlte es sich an. Ein sehr schönes Gefühl auch zu wissen, dass sie und die Kinder ihrem Mann sehr viel bedeuteten und diese Freude strahlte förmlich in Prisca´s Augen, mit denen sie ihren Gatten verliebt ansah. Gracchus hatte sich sehr verändert und spontan musste sie daran denken, wie kühl unnahbar und steif der Flavier beim ersten Treffen auf sie gewirkt hatte. Wann war das doch gleich? War das nicht, als mich mein Onkel mit Caius verheiraten wollte? Gefühlt lag dieser Tag eine Ewigkeit zurück und damals hätte Prisca wohl nicht im Traum daran gedacht, dass sie eines Tages einmal an Gracchus´ Seite sein würde.


    Sein Heiratsantrag war jedenfalls völlig überraschend für Prisca gekommen, doch heute freute sie sich umso mehr darüber. Mochte er zu dem Zeitpunkt noch aus anderen Überlegungen heraus die Ehe mit gesucht haben, so glaubte Prisca doch zu spüren, dass der unerwartete Kindersegen ihn sehr glücklich machte. So glücklich wie mich … Und dieses Glück würde hoffentlich noch lange dauern, auf das sie noch viele Tage wie diesen erleben durften … wenn Gracchus heim kam und wieder einmal von den drögen Senatssitzungen erzählte, so wie gerade.


    Du meine Güte. Bei solchen Themen würde ich glatt einschlafen, dachte Prisca amüsiert während sie den Worten ihres Gatten lauschte und gleichzeitig war sie aber froh, dass es "nur" solche langweiligen Alltagsthemen waren und keine Hiobsbotschaften über Kriege oder Krankheiten.


    "Oh, du Armer. Das hört sich wirklich nach einer sehr, seeeehr drögen Sitzung an.", stellte Prisca mit ehrlich bedauernder Miene fest. Sollte sie sich und ihrem Mann tatsächlich den Fortschrittsbericht der Abwasserkanäle antun, oder ihm lieber erzählen wie langweilig die Fahrt hierher gewesen ist? Monotones Geschaukel im Reisewagen, belgeitet vom steten Geklapper der Pferdehufe. … Wenn einem davon nicht irgendwann schlecht wurde, dann schläferte es einen in jedem Fall nach kurzer Zeit ein.


    Die Entscheidung nahm ihr zum Glück Quintus ab, der in diesem Augenblick zu blinzeln begann und einige Unmutslaute von sich gab: "Hmm, ich schätze mal Quintus will keine der beiden Geschichten hören", zwinkerte Prisca kichernd ihrem Mann zu und sogleich nahm sie Quintus in den Arm, um ihn kurz sanft zu wiegen, ehe sie ihn mit folgenden Worten ihrem Mann hin hielt: "Hier … Dein Sohn möchte seinem Vater gerne guten Tag sagen …" Und wie auf ein Stichwort hin, gluckste Quintus fröhlich los und fuchtelte dabei mit den Ärmchen wild in der Luft herum … Klein Prisca hingegen rührte sich (noch) nicht, sondern schnarchte - nach wie vor - leise und friedlich vor sich hin.

    Viel zu schnell vergeht die Zeit, die uns Menschen gegeben ist, erkannte Prisca zum wiederholten Male und es schmerzte durchaus, dass sie und ihre Nichte sich während der gesamten Schwangerschaft nicht gesehen hatten. Schließlich war das Entstehen neuen Lebens mit das Faszinierendste überhaupt, was das Leben selbst bereit hielt und dieses Erlebnis teilte man nur zu gerne. "Ja, es ist wirklich schade, dass wir uns so lange nicht gesehen haben …", pflichtete Prisca seufzend Drusillas berückend klingenden Worten bei und gleichzeitig streichelte sie aufmunternd die rechte Hand ihrer Nichte: "Umso mehr freue ich mich, dass du mich heute besuchst und auch ich würde gerne wieder öfter in der villa Aurelia vorbei schauen. … Vielleicht darf ich ja auch mal so unverschämt sein und Dich in die Pflicht nehmen, um auf meine Kinder aufzupassen. … Natürlich nur, wenn du das möchtest", verkündete Prisca schmunzelnd, dass sie Drusilla durchaus als "Kindermädchen" einzuspannen gedachte. Was natürlich keine Drohung sein sollte, sondern vielmehr eine besondere Ehre, denn Quintus und Klein Prisca waren ihr Ein und Alles und Prisca würde niemals ihre beiden Augäpfel jemandem überlassen, zu dem sie nicht absolutes Vertrauen hätte.


    Ein weiteres Mal musste Prisca schmunzeln, angesichts des willkommenen Kompliments an ihre Figur: "Wie ich das mache? Nun, ich treibe sehr viel Sport und lasse ich meinen Körper mehrmals am Tag von meinen Sklavinnen mit erlesensten Ölen einreiben. Im übrigen eine Prozedur die ich schon vor meiner Schwangerschaft zu tun pflegte." Und die sich offensichtlich ausgezahlt hatte: "Lass uns doch mal gemeinsam ein Schönheitsbad nehmen. Ich kann es dir nur empfehlen, auch wenn dein junger Körper auch ohne dies makellos schön ist.", lobte Prisca die Schönheit ihrer Nichte, wobei ein gemeinsames Schönheitsbad sicher ein entspannender Zeitvertreib und eine gute Gelegenheit für einen Plausch wäre.


    Interessiert lauschte Prisca anschließend dem Wortschwall ihrer Nichte und ihre Augen begannen sehnsuchtsvoll zu leuchten: "Der Osten! Oh wie sehr ich dich darum beneide, diese Orte bereist zu haben. Ich stelle es mir dort wunderschön vor", hauchte sie andächtig, denn eine Reise in den Osten war ein heimlicher Traum von ihr, der wohl leider in diesem Leben nicht mehr in Erfüllung gehen würde. "Mal abgesehen von meiner Studienreise damals nach Athen wurde mir nur die Ehre zu Teil, dieses grässliche Germanien bereisen zu müssen. … Brrrr, ich hoffe dir bleibt diese Erfahrung erspart" Prisca schüttelte sich, denn mit Germanien verband sie eigentlich nur schlimme Erinnerungen (außer natürlich der gemeinsamen Zeit mit ihrem Onkel).


    "Aber genug von meinem Germanien-Trauma … ich würde viel lieber mehr von deiner Reise erfahren. Was hast du so alles erlebt. Was gab es da alles zu kaufen? Wie waren die Menschen so,… waren vielleicht sogar einige interessante Männer darunter?", fragte Prisca zwinkernd und ganz ungeniert nach, schließlich waren sie ja unter sich. "Wie wäre es bei einer gemütlichen cena im Kreise der Familie? Oder besser noch auf einem Fest! Wäre das nicht wieder mal schön, wenn Aurelier und Flavier gemeinsam feiern würden?" Prisca war sofort Feuer und Flamme für diesen Gedanken und darüber vergaß sie fast, dass sie Drusilla ihre beiden Kinder noch gar nicht gezeigt hatte.

    Aha, ein paar Feste also, ab und an, auf der schöne Frauen tanzten … Nicht wirklich vergleichbar mit einer Theateraufführung, aber sicherlich auch ein schöner Zeitvertreib, dachte sich Prisca zu den Worten ihres Leibwächters und ein Schmunzeln umspielte ihre Lippen. "Nun, tanzende Frauen werden wir heute wohl eher nicht zu Gesicht bekommen, aber ich bin mir sicher, dass dir das Theater dennoch gefallen wird." Da war Prisca ziemlich sicher, obgleich sie immer noch keine Ahnung hatte, welches Stück sie zu Gesicht bekommen würden.


    "Wir haben im Grunde ziemlich ähnliche Interessen, denn auch ich liebe gesellschaftliche Veranstaltungen, auf denen man bei Speis und Trank gemütlich beisammen sitzt und sich amüsiert. Und auch ich treibe regelmäßig Sport, auf dem campus der Thermen. … Ehm, ich hoffe das sieht man meiner Figur auch an?", antwortete Prisca auf die Frage nach ihren Interessen bereitwillig und gleichzeitig nach einem Kompliment heischend.


    Für Komplimente war Prisca seit jeher empfänglich gewesen und mehr noch, seit der Geburt ihrer beiden Kinder. "Ach ja … meine beiden bezaubernden Kinder … sie sind zum Mittelpunkt meines Lebens geworden", bestätigte Prisca glücklich seufzend was Lyciscus mit seiner Bemerkung wohl ausdrücken wollte. Ihren Kindern galt natürlich Prisca´s Hauptinteresse, doch an diesem Tag wollte die Aurelia bewusst mal auf andere Gedanken kommen: "Im Augenblick interessiert mich aber am meisten, welches Stück heute gespielt wird. Ich hätte Lust auf eine Komödie, etwas zum lachen … ", bemerkte Prisca weiter, während sie den Säulengang weiter entlang schritten.

    Das lebende Hausinventar überbrachte sogleich die Nachricht von der Ankunft der Aurelia und es dauerte auch nicht lange, bis Prisca freudestrahlend das Tablinum betrat. Obgleich sie natürlich wusste, dass der Besuch insbesondere ihren beiden Kindern galt, waren Klein Quintus und Klein Prisca nicht in Begleitung ihrer Mutter, da sie im Augenblick (noch) friedlich in ihren Wiegen schlummerten. Die Sklavinnen hatten jedoch den Befehl, die Kleinen sofort in das Tablinum zu bringen, sobald sie aufwachten und bis dahin wollte Prisca von ihrer jüngeren Verwandten den neuesten Klatsch und Tratsch aus Rom erfahren, den sie während ihrer letzten Schwangerschaftswochen leider verpasst hatte.


    "Drusilla! Wie schön, dass du da bist. … Wie lange ist es eigentlich schon wieder her, seit wir uns das letzte Mal gesehen haben? … Komm her und lass dich anschauen", begrüßte Prisca ihre Nichte offen und herzlich lächlend und sie ließ es sich nicht nehmen, Drusilla sanft in den Arm zu nehmen und ihr einen lieb gemeinten Kuss auf Wange zu geben. "Du siehst einfach bezaubernd aus. …", bemerkte Prisca neidlos, während ihre Augen bewundernd über Drusilla´s Antlitz wanderten. Die Frage nach einem potenziellen Ehemann lag Prisca förmlich auf der Zunge, schließlich waren Aureliae seit jeher begehrte Partien, doch irgendwie war ihre Nichte noch immer nicht fest liiert … Oder hab ich da gar in letzter Zeit etwas verpasst?


    Die Frage stellte Prisca allerdings (noch) zurück, um sich erst einmal nach dem werten Befinden ihrer Familie zu erkundigen: "Wie geht es dir? … Und der übrigen Familie? Hat Lupus immer noch so viel zu tun? … Und du, was macht eine hübsche junge und begehrenswerte Dame wie Du sonst so, wenn sie nicht gerade ihre alte Tante besucht?", scherzte Prisca gut gelaunt und bot Drusilla gleichzeitig einen Platz neben sich auf der Kline an, um dort weiter in Ruhe zu plaudern.

    So leise und behutsam Gracchus auch war, seine Ankunft blieb Prisca´s Unterbewusstsein nicht lange verborgen und so schlug die Aurelia alsbald blinzelnd ihre Augen auf. "Willkommen zu Hause, Liebster", begrüßte Prisca ihren Gemahl mit meinem herzlichen Lächeln und einer zärtlichen Berührung seines Armes. Ihr Blick fiel dann auf ihre beiden Kinder, die immer noch friedlich nebeneinander schlummerten. Nur Quintus rührte sich kurz, um zu gähnen und seine kleinen Ärmchen zu strecken, wobei er sein Schwesterchen leicht an der Wange touchierte, was diese aber im Schlaf nicht weiter zur Kenntnis nahm.

    "Ach, ich könnte den ganzen Tag lang unseren Kindern zusehen", seufzte Prisca leise, ehe sie Gracchus wieder in die Augen sah. Ihr Blick war verliebt und strahlte eine innere Ruhe und Zufriedenheit aus, wie Prisca sie lange nicht gekannt hatte: "Wie war Dein Tag? War es wieder eine anstrengende Senatssitzung?", erkundigte sich Prisca sogleich mit echtem Interesse, denn sie wollte am Leben ihres Mannes durchaus teilhaben und ihn - so weit und so gut wie möglich - unterstützen.

    Wie ein Schatten folgte Lyciscus seiner Herrin und das war gut so, denn in Gegenwart ihres treuen Sklaven fühlte sich Prisca stets absolut sicher. Auf weitere Leibwächter hatte Prisca an diesem Tag verzichtet, um nicht inmitten der übrigen Theaterbesucher unnötig aufzufallen. Schließlich war Prisca heute (ausnahmsweise) mal ohne ihre beiden Kinder unterwegs, was selten genug vor kam. Aber für das Theater waren ihre beiden Lieblinge definitiv noch zu klein und außerdem benötigte Prisca mal dringend eine Pause von ihrer alltäglichen Mutterrolle.


    Und was wäre geeigneter als ein spontaner Theaterbesuch, um mal vom Alltagsleben abzuschalten und sich ganz der Welt der Schauspielerei hinzugeben. Wenn ich mich nur erinnern könnte, von was das Stück handelt?, kam Prisca zum wiederholten Male bezüglich des heutigen Schauspiels ins grübeln, während sie den Sklaven auf der Bühne einen flüchtigen Blick zu warf.


    "Sag mal Lyciscus, warst du schon mal in einem Theater? … Oder interessierst du dich mehr für andere Dinge?", wollte Prisca beiläufig von ihrem Sklaven wissen, der ihr irgendwie einen gelangweilten Eindruck machte. Und weil Prisca von Natur aus sehr neugierig war, bohrte sie gleich nach: "Erzähl doch mal! Was für Interessen hast du und was macht ein Sklave wie du so, wenn er nicht gerade am Rockzipfel seiner Herrin hängen muss?" Mit einem schelmischen Schmunzeln auf den Lippen neckte Prisca ihren Leibwächter ein wenig, in Anspielung auf die Tatsache, dass er seiner Aufgabe entsprechend immer ein paar Schritte hinter ihr her gehen musste.

    Das Theatrum Pompeium hatte Prisca schon immer fasziniert. Es war das erste völlig aus Stein erbaute Theater in Rom, welches über 17.000 Besucher fasste und wo sich - einst im angrenzenden Portikus - ein Drama der ganz besonderen Art abgespielt hatte. Aus diesem Grund ließ es sich Prisca nicht nehmen, bei jedem Besuch des Theaters, zuerst durch den Säulengang zu wandeln, hin zu der Stelle von der man sich erzählte, dass genau hier Gaius Iulius Caesar einst von seinen Gegnern ermordet worden war.


    Mit 23 Dolchstichen sollen sie ihn hier nieder gestreckt haben. Du meine Güte, was für ein Gemetzel muss das gewesen sein?! Alles voller Blut! Und Caesar soll dabei gerufen haben: "Auch du, mein Sohn" als ihm sein eigener Sohn Brutus den Dolch ins Herz rammte! Ein beklemmendes Gefühl beschlich Prisca jedes Mal, wenn sie sich die Szenen vor ihrem geistigen Auge vorstellte und sie es kaum fassen konnte, dass Eltern von ihrem eigen Fleisch und Blut umgebracht wurden. Vom eigenen Sohn, oder gar der Tochter …oder von beiden … nein …nein …nein, welch ein Wahnsinn wäre das? Ihre eigenen Kinder würden so etwas natürlich niemals tun, davon war Prisca felsenfest überzeugt, denn ihre beiden Lieblinge würde sie stets mit aller Liebe und Zuneigung erziehen.


    Bei ihrem Stiefsohn war sich Prisca hingegen nicht ganz so sicher und dementsprechend genoss sie den Erstgeborenen ihres Gatten mit Vorsicht. Ob Manius Minor schonmal daran gedacht hat, seine Stiefmutter hinterrücks zu meucheln? Vielleicht … vielleicht sogar schon mehrmals? … Unsinn! Mit einem leisen Seufzer wischte Prisca die aufkeimenden Zweifel und Gedanken zur Seite, um sich stattdessen wieder auf das Schauspiel zu konzentrieren, welches in etwa einer Stunde hier Premiere haben würde.


    Natürlich nicht hier im Portikus sondern auf der großen Bühne … Von was genau handelt das Stück gleich nochmal? Wieder kam Prisca ins grübeln und entsprechend gedankenverloren schlenderte sie weiter vor sich hin …


    Sim-Off:

    Jeder der mag ist herzlich eingeladen hier mit zu schreiben.. Als Besucher, Schauspieler, ganz egal, ich habe (noch) keinerlei Vorstellung was für ein Stück heute aufgeführt werden soll ^^

    Es war ein sehr emotionaler und tränenreicher Moment gewesen, als Quintus Flavius Gracchus et Flavia Prisca ihre Namen erhielten und sie von ihrem Vater in die Familie aufgenommen wurden. Ein Moment in dem Prisca vor Freude am liebsten nicht nur ihren Mann und ihre beiden Kinder, sondern die ganze Welt umarmt hätte. Ebenso flossen die Tränen bei ihr in Strömen, als Gracchus bereits kurz darauf zurück nach Rom musste. Und jedes Mal, wenn Prisca ihre Kinder anblickte, schimmerten ihre Augen sofort verräterisch und kullerte spontan die eine oder andere Träne ihre Wangen hinab. So viel geweint hatte Prisca ihr ganzes Leben zuvor nicht, doch waren es Tränen der Freude was wiederum zum Ausdruck brachte, wie glücklich sie war. Denn mit der Geburt ihrer Kinder war ihr sehnlichster- und letzter Wunsch endlich in Erfüllung gegangen. Nun hatte sie wirklich alles erreicht, was von einer braven römischen Bürgerin erwartet wurde und Prisca konnte es kaum erwarten, bis sie mit stolz erhobenem Haupt zwischen all den anderen Matronen Rom´s wandeln konnte. So langsam wurde es ihr nämlich auf dem Landgut langweilig, so ganz ohne Anschluss, obgleich sie natürlich die meiste Zeit mit ihren Kindern verbrachte.


    Zwei Kinder konnten allerdings auch ganz schön anstrengend sein, zum Beispiel wenn sie gleichzeitig nach der Mutterbrust schrien und das alle paar Stunden. Oder wenn Klein Gracchus und Klein Prisca spontan und ohne Vorwarnung ihren Mageninhalt über ihre Mutter entleerten, … Ja, das war jedes Mal eine ganz besondere "Freude" für Prisca, wenn sie das feuchtwarme Sputum ihrer Kinder auf der Haut spürte und sie sofort hysterisch wurde vor Angst, es könnte den Kleinen nicht gut gehen.


    Ein Segen wiederum war, dass Prisca sich nicht um die Entsorgung der vollen Windeln kümmern musste. Das war selbstredend Aufgabe der Sklaven, wobei man dem sich dabei ausbreitenden Geruch kaum entziehen konnte, außer man verließ während des Wechselvorgangs das Haus. Am Ende überstrahlte die Liebe zu ihren Kindern natürlich sämtliche unschönen Eindrücke und niemals hätte Prisca die Erfahrungen mehr missen mögen. Die Hauptsache war, dass es ihren beiden Lieblingen gut ging und sie gesund waren (und blieben). In dieser Beziehung gab es auch keinen Grund zur Sorge und dennoch musste Tisander von Korinth dies, der besorgten Aurelia, tagtäglich auf Neue bestätigen.


    Gleich nach der Sorge um ihre Kinder folgte die Sorge um ihre Figur und auch da konnte Prisca sich im Grunde nicht beklagen. Busen, Bauch und Po waren immer noch verhältnismäßig straff, das ständige Einölen der Haut hatte unschöne Schwangerschaftsstreifen auf ein erträgliches Minimum reduziert und dank ihrer eiserner Disziplin (in Bezug auf Ernährung und Sport) konnte sie sich bald schon wieder mit ihrem Spiegelbild anfreunden.


    Einer Rückkehr nach Rom stand somit nichts mehr im Wege und so kam es, dass die Aurelia mit ihren Kindern und ihrem Tross eines schönen Tages wieder den Stammsitz ihrer Familie erreichten. In dem ganzen Trubel hatte Prisca völlig vergessen ihre Rückkehr anzukündigen, wobei ihre Ankunft sicherlich nicht unbemerkt geblieben sein dürfte, nachdem Klein Prisca mit lautem Geplärr durch das atrium getragen worden war.


    Was ist mit ihr? Sie wird sich doch hoffentlich nicht verkühlt haben? Oder ist es nur ein Wind der sie plagt? Die besorgte Mutter ließ ihre beiden Augenschätze sofort in das tablinum bringen, wo sie auf weichen Kissen und Decken gebettet wurden. Und damit die Kleinen nicht froren, gab Prisca den Sklaven noch den Befehl das hypokaustum zu befeuern. Anschließend legte sich Prisca zu ihren beiden schlafenden Kindern, betrachtete diese verliebt und schlief alsbald selbst ein, so erschöpft wie sie von der Reise war (aber auch halb "betäubt" von der sich stetig ausbreitenden Wärme im ganzen Haus). ...

    Salve und herzlich willkommen im IR!


    Es freut mich sehr, dass du zu unserer Familie gehören möchtest und darum heiße ich dich kurzum in der gens Aurelia herzlich willkommen. :)


    Wie du vielleicht schon beim stöbern im IR bemerkt hast, sind momentan die bespielten Aurelier nicht gerade sehr aktiv. Abgesehen davon sollten sich genügend Gelegenheiten für ein Zusammenspiel mit den anderen gens Mitgliedern finden. Und gerne helfe ich weiter, wo ich kann (bin derzeit zwar auch nicht sehr aktiv, aber dennoch präsent hier im IR) ;)

    Über deine genauen Vorstellungen von deiner ID können wir uns per IM weiter unterhalten und deinen Platz im Stammbaum reichen wir anschließend nach. Und wenn du Fragen hast, dann frag mich einfach. :)


    Dann bleibt mir im Augenblick nur mehr eins, dir viel Spaß hier im IR zu wünschen!


    LG
    Aurelia Prisca

    … ach hätte Gracchus doch nur dabei sein können! … Wobei? … Bei der Geburt seiner Kinder natürlich! …


    Ihm würden wahrscheinlich noch heute die Ohren klingen von dem Geschrei seiner Gemahlin, die - unter kaum vorstellbaren Schmerzen und gleichzeitig voll überschwänglicher Freude - ihm nicht EIN Kind, …nein … nicht EINEN, sondern sage und schreibe ZWEI gesunde und putzmuntere Nachkommen zum Geschenk gemacht hatte.


    Ein Junge und ein Mädchen!


    Unglaublich! Und wahrlich ein Wunder, nach all der Zeit des vergeblichen Hoffens und noch ein größeres Wunder unter Berücksichtigung des Umstandes, dass Prisca diese Geburt tatsächlich überlebt hatte. Zwei Kinder!!!! … Gewachsen in ihrem Bauch und gezeugt von ein- und demselben Mann! Zugegeben, die Geburt war alles andere als einfach verlaufen. Nah an der Grenze zum Elysium entlang, aber doch einen Schritt zu weit entfernt als, dass Prisca am Ende das Zeitliche dabei gesegnet hätte.


    Allerdings hatte die Geburt durchaus ihre Spuren an der Aurelia hinterlassen, sodass an eine Rückkehr nach Rom noch nicht zu denken war.


    Lediglich ein Brief fand kurz nach dem Ereignis der Geburt seinen Weg nach Rom, um dem Vater die frohe Botschaft wenigstens zeitnah zu verkünden … Wie er die folgende frohe Kunde wohl aufnehmen würde? …:




    Ad
    Manius Flavius Gracchus
    Villa Flavia
    Roma


    Werter Flavius,


    mein Name ist Tisander von Korinth. Ich bin der Leibarzt deiner Frau und in dieser Funktion schreibe ich dir nun jene Zeilen, um dich von dem freudigen Ereignis in Kenntnis zusetzen, dass deine Gemahlin dir am heutigen Tage zwei gesunde Nachkommen zum Geschenk gemacht hat (vorausgesetzt natürlich, dass du die Vaterschaft für den Buben und das Mädchen anerkennen wirst).


    Nichtsdestotrotz möchte ich dich darüber informieren, dass die beiden Kinder (und ebenso deine Frau) sich derzeit bester Gesundheit erfreuen. An eine Rückkehr nach Rom ist dennoch so schnell noch nicht zu denken, angesichts der Strapazen, welche der Geburtsvorgang an Mutter und Kindern hinterlassen hat.


    Sorge dich jedoch nicht. So die Götter es wollen, werden die Deinen in absehbarer Zukunft so schnell (noch) nicht das Elysium betreten, sodass einer Familienzusammenführung grundsätzlich nichts im Wege stehen mag.


    Lasse diese (hoffentlich frohe) Nachricht also in aller Ruhe auf dich wirken, ehe du über das weitere Vorgehen entscheiden wirst.


    In diesem Sinne übersende ich dir meine ehrfurchtsvollen Grüße sowie meine Glückwünsche für die potenzielle Vaterschaft.


    Tisander v. K.

    Salve und herzlich willkommen im IR! :)


    Gerne kannst du bei den Aureliern einsteigen. Dein Name würde ja schonmal gut passen, soweit ich das überblickt habe. Wie bei allen gentes müssten wir uns dann noch Gedanken über die genauen Familienverhältnisse im Stammbaum machen. Falls du schon Ideen und Vorschläge zu deiner ID hast, können wir diese dabei gerne aufgreifen.


    Und je nachdem, ob du schon Erfahrung mit derlei Foren hast oder du ganz neu beginnst, helfe ich natürlich gerne weiter.


    Sollte dir eine andere gens mehr zusagen, kannst du dies selbstverständlich der Stadtwache mitteilen.


    Ich wünsche dir in jedem Fall schonmal viel Spaß im IR.


    LG
    Aurelia Prisca

    Das sommerliche Wetter hatte mich schon in den vergangenen Wochen weitgehend vom PC und IR fern gehalten. Jetzt geht es noch in den Urlaub nach Italien und ab 10.09. sollte ich aber wieder mehr Zeit und Muse für das IR haben. Bis dahin wünsche ich allen Alles Gute und eine schöne Zeit.