Der Brautzug durch die Stadt war durchaus amüsant. So mancher anzügliche Spruch war Ursus tatsächlich noch unbekannt und so grinste er hier und da amüsiert über den Einfallsreichtum der Gäste. In die Gesänge stimmte er fröhlich mit ein und hatte zwischendurch seine Probleme, den Nüssen auszuweichen, die sich als gefährliche Stolperfallen entpuppten. Doch sie erreichten die Casa Annaea unbeschadet. Langsam arbeitete Ursus sich weiter vor, denn er hatte noch eine ausgesprochen ehrenvolle Aufgabe zu verrichten. Varus hatte ihn gebeten, die Braut über die Schwelle zu tragen und natürlich hatte er zugesagt. Doch jetzt, als Stella den Türrahmen dem Brauch entsprechend mit Wolle und Öl versehen hatte, wurde ihm doch ganz flau im Magen. Er durfte auf keinen Fall stolpern oder sich sonstwie ungeschickt anstellen!
Ein wenig verlegen lächelnd trat er nun an die Braut heran. "Nun ist der große Moment gekommen", raunte er ihr leise zu. Es war gar nicht so einfach, ihr Kleid nicht zu sehr zu verknittern, sich nicht in der eigenen Toga zu verfangen und dabei noch einigermaßen geschickt zu wirken, als er sie auf die Arme nahm. Sie war ja erwartungsgemäß nicht schwer, aber die Festkleidung war eben doch ein Hindernis. Trotzdem schaffte er es, sie ordnungsgemäß über die Schwelle zu tragen, ohne daß irgendein Unglück geschah. So konnte er sie im Inneren des Hauses sicher absetzen.