Beiträge von Titus Aurelius Ursus

    Ursus hörte bereits Stimmen und Gelächter aus dem Triclinium, als er sich durch das Atrium dem Speiseraum näherte. Er hatte den größten Teil des Tages in der Stadt verbracht, dem Opfer beigewohnt und sich einfach ein wenig von der guten Stimmung der Menschen treiben lassen. Es war eben doch immer etwas anderes, an diesen Tagen in der Stadt zu sein, als sonst im Jahr. Und Ursus fand, daß es am ersten Tag am intensivsten zu fühlen war.


    Gut gelaunt betrat er das Triclinium. "Bona Saturnalia wünsche ich euch allen! Ah, das duftet ja gut! Ich muß auch gestehen, daß ich ziemlich hungrig bin." Er ließ sich auf einer Cline nieder und schaute lächelnd in die Gesichter der Anwesenden. "In so großer Runde waren wir aber auch schon lange nicht mehr zusammen", stellte er fest und freute sich sehr darüber. Gerade Prisca bekam er leider nur so selten zu Gesicht.


    Siv war auch anwesend. Das wunderte Ursus zwar, da die meisten Sklaven sich zu den Saturnalien gerne aus dem Haus verdrückten, doch wenn sie sich in dieser Runde wohl fühlte, dann störte er sich auch nicht daran, daß sie da war. Sie hielt eine Schriftrolle in der Hand. Vielleicht schon ein Saturnaliengeschenk?

    Die Türen waren die falschen? Alle? Ursus musterte Lucius neugierig. Dieses Gespräch entwickelte sich in eine unerwartete und erstaunliche Richtung. "Du siehst nur Türen zu einem leidvollen Leben? Jedes Leben kennt Leid, das ist wohl nicht zu ändern. Aber man darf doch nicht nur das Leid sehen. Im Gegenteil sollte man den Blick auf die positiven Dinge behalten und daraus seine Kraft ziehen." Das war zumindest seine Meinung.


    "Du hast die Pflicht zur Macht? Ja, in gewisser Weise magst Du recht haben, daß dies die Konsequenz aus den Pflichten ist, die man hat, wenn man in eine hohe Familie geboren wurde. Ich sehe meine Pflicht darin, den Weg in die Politik zu gehen. Als Patrizier gibt es wenig anderes, das man tun kann. Und ja, dieser Weg bringt mit der Zeit immer mehr Macht mit sich. Macht hat die Angewohnheit, zu korrumpieren. Doch liegt es am Ende nicht doch bei dem Menschen selbst, ob er dieser zugegebenermaßen sehr starken Versuchung widersteht oder nicht? Bist Du so sicher, ihr nicht widerstehen zu können?" Er wußte auch von sich selbst nicht, ob er es können würde. Noch hatte er nicht viel Macht, noch war die Versuchung nicht da, zumindest nicht spürbar da. Würde er ihr erliegen?

    Ursus überlegte einen Moment, ob es noch etwas erwähnenswertes gab. Doch ihm fiel dazu nichts weiter ein. Und so schüttelte er den Kopf. "Nein, ich wüßte nicht, was noch erwähnenswert wäre. Dies alles kommt für mich auch sehr überraschend. Doch ich weiß, es ist die richtige Entscheidung." Er könnte keiner Sodalität angehören, deren größter Teil der Mitglieder aus niederen Gründen gegen ihn gestimmt hatte. Auch wenn er sich den Collini grundsätzlich immer noch verbunden fühlte. Immerhin würde er ein Salier bleiben. Wenn er denn aufgenommen wurde. "Das ist sehr freundlich von Dir, die Abstimmung so zu legen." Er war schon gespannt darauf, wer zur Wahl stehen würde. Vielleicht Gracchus selbst?


    Er erhob sich also, damit sie sich in den Versammlungssaal begeben konnten, ließ Gracchus aber respektvoll den Vortritt.

    Quarto kannte den Mann praktisch nicht? Das hätte Ursus nun nicht erwartet. Immerhin hatte dieser Mann eine nicht unerhebliche Macht in seinen Händen. Ein wenig runzelte er schon die Stirn, als Quarto seinen Vorschlag machte. Aber es war an sich eine gute Idee. So konnte Ursus den Mann kennenlernen, was ganz gewiß kein Fehler war. Und er konnte sich auch nicht vorstellen, daß der Artorier sich nicht spätestens dann einverstanden erklärte, wenn der Consul ihn darum bat. Also nickte er schließlich. "Ich halte es für eine gute Möglichkeit. Und suche ihn gerne auf. Zu wann soll ich ihn in Deinem Namen einladen?"

    "Nein, bisher hatte ich keine Gelegenheit, ihn kennenzulernen. Hat er Verwandte bei der Legio II in Germania?" Er mußte unwillkürlich an Raetinus denken. "Was ist er für ein Mann?" Die Frage war hoffentlich kein Anzeichen dafür, daß dieser Artorier genauso mit Vorsicht zu genießen war wie der Praefectus Urbi.


    Das frische Brot war einfach herrlich zu der Suppe und Ursus brach sich noch ein Stück davon ab.

    Ursus kannte den Praefectus Urbi noch nicht persönlich. Er hatte ihn nur von weitem gesehen und ihn auch nicht sonderlich sympathisch gefunden. Doch mehr konnte er zu ihm warhaftig noch nicht sagen. Allerdings hatte er Aelius Quarto zu schätzen gelernt und neigte daher dazu, seinem Urteil zu vertrauen. Zumindest solange er keine Gelegenheit hatte, sich selbst ein Bild zu machen.


    "Was ist mit den Praetorianern? Könnten nicht auch sie eine Eskorte stellen? Immerhin ist es kein weiter Weg, also auch kein langwieriger Einsatz." Sicher, es war nicht ganz ihr Aufgabenbereich. Doch wer könnte besser eine große Menge Geld schützen, das immerhin für ein Projekt gebraucht wurde, das dem Kaiser sehr am Herzen lag?

    Damit war dann wohl alles geklärt. Ursus leerte seinen Becher. "Nun, dann hoffe ich darauf, daß wir beide dieses Geschäft ein gutes werden nennen können." Er erhob sich und nickte dem Gallier zum Abschied noch einmal zu. "Ich wünsche Dir noch einen schönen Tag, Beriolix."


    Sim-Off:

    Wird sogleich erledigt

    Sie tauschten einen kräftigen Händedruck aus, Ursus gab sich durchaus Mühe, es dem Gallier gleichzutun, und besiegelten so die Abmachung. "Ich werde Dir heute noch das Geld zustellen lassen, Du wirst sicher verzeihen, daß ich so viel Geld nicht mit mir herumtrage." Er war ja nicht lebensmüde. "Und Dein Sohn sollte morgen früh in unserem Rennstall vorsprechen, er wird dann dort erwartet und kann sich gleich mit allen bekannt machen und natürlich auch mit dem Gespann vertraut machen, mit dem er arbeiten soll." Jetzt, wo die Verhandlungen abgeschlossen waren, nahm Ursus einen kräftigen Schluck aus dem Becher. Gar nicht so schlecht, dieser Wein.


    Sim-Off:

    Wohin soll ich überweisen?

    Ursus mochte Flavius Gracchus noch nicht sonderlich gut kennen, doch hätte er bei ihm auch keinesfalls mit lautstarker Empörung gerechnet. An der Körperhaltung, an der Aufmerksamkeit, die er ihm schenkte, an dem Heben seiner Augenbraue und der gewissen Schärfe seiner Worte glaubte Ursus zur Genüge zu erkennen, daß Gracchus ihn überaus ernst nahm und die Taten des Fabius verurteilte. Nicht, daß er daran gezweifelt hätte.


    "Ich danke Dir für Deine Unterstützung, Flavius Gracchus. Und hoffe, daß die Salii Collini eines Tages von Fabius und seinen schädlichen Einflüssen gereinigt sein werden. Es ist eine Schande, wie sehr er die Sodales korrumpiert hat." Es war wirklich beruhigend zu hören, daß es weitere Maßnahmen gegen Fabius geben würde. Denn mit solch einer dreisten Vorgehensweise durfte niemand durchkommen, das war zumindest Ursus' Meinung. Auch den Sodales, die sich hatten kaufen lassen, grollte er. Sie konnten sich gewiß sein, daß er sich ihre Namen und Gesichter gut merken würde. Doch das war in diesem Moment nicht wichtig.


    "Im Übrigen ist wohl damit zu rechnen, daß auch mein Onkel Corvinus bald um Aufnahme bei den Salii Palatini ersuchen wird." So gut vermeinte er seinen Onkel jedenfalls zu kennen, auch wenn dieser nichts entsprechendes erwähnt hatte.

    Ursus hatte gar nicht damit gerechnet, daß die beiden Augen für ihn haben würden, schon gar nicht, daß sie auch noch zu ihm kamen, um mit ihm zu sprechen. "Salve, Varus", begrüßte er den Freund fröhlich lächelnd. Dann kam auch schon Stella dazu und auch sie begrüßte er mit einfem fröhlichen "Salve, Stella." Wie schön sie war! Aber auch Varus bot einen stattlichen Anblick. "Auf keinen Fall hätte ich es mir entgehen lassen, heute bei euch zu sein und dem Opfer für Iuno beizuwohnen." Er wünschte ihnen wirklich alles Glück der Welt und trat wieder in die Menge zurück, als die beiden Hand in Hand den Tempel betraten.

    Ursus schaute nach dem Sprecher und auch nach der Dame, die ihren Sklaven für sich reden ließ. Immerhin gab es nicht so erschreckend viele Frauen, die sich wirklich für Politik und gar Gesetzestexte interessierten. Ah, Flavia Epicharis, ehemals Claudia Epicharis. Er erinnerte sich, daß sie damals bei den Feierlichkeiten zur Meditrinalia im Hause der Aurelier anwesend gewesen war. Eine faszinierende Persönlichkeit, ganz ohne Frage.


    "Nein. Ich war an den vielen Gesetzestextänderungen, die der Consul erarbeitet hat, nicht direkt beteiligt." Es war nicht seine Art, Unwahrheiten zu sagen. Doch er hielt es auch nicht für nötig, sich näher zu erklären oder gar zu verteidigen. Wie sollte man auch all die kleinen Arbeiten und Wege, die er dem Consul abgenommen hatte, damit er genau für diese Gesetzesarbeiten genügend Zeit hatte, beschreiben?

    Dieser Gallier machte Ursus wirklich Spaß. Schöne Zahlen, das hätte glatt auch von Prisca kommen können. "Gerade 400 und 700 fand ich besonders schön", lächelte er und meinte das keineswegs spöttisch. "Aber wenn Dir die 750 so viel besser gefallen, dann will ich mich wegen dieser 50 Sesterzen nicht so haben. Also 400 jetzt und 750 nach dem ersten Rennen." Er reichte Beriolix die Hand, um die Abmachung mit einem anständigen Händedruck zu besiegeln. Hoffentlich war dieser neue Fahrer dieses Geld auch wert.

    "Ich werde weiterhin so oft wie möglich auf der Baustelle nach dem Rechten sehen. Wenn sie merken, daß ihnen auf die Finger geschaut wird, arbeiten sie sicherlich zügiger." Ganz abgesehen davon, daß es Ursus ziemlich spannend fand, den Fortgang der Arbeiten zu beobachten. Besonders interessierte ihn, wie sie die Kuppel hinbekommen wollten. Sobald das Geld ausgezahlt war, würde es genau damit weitergehen.


    "Genau das ist mein Problem, ich habe zwar ein paar Sklaven zur Verfügung, die durchaus in der Lage sind, sich ihrer Haut zu wehren, doch für solch eine Aktion sind sie gewiß nicht ausreichend. Ist es wohl möglich, eine Eskorte zu erhalten?" Es ging ja nur um eine kurze Aktion, einen Transport des Geldes durch die Stadt, bis zum Quirinal halt, wo sich das Haus des Statilius befand.

    Das frische Brot verbreitete einen angenehmen Duft. Nur zu gerne ließ sich Ursus auf dem ehrenvollen Platz zur Linken des Gastgebers nieder, um sich etwas von der Suppe und dem Brot servieren zu lassen. "Ja, das Endergebnis war doch dann gar nicht schlecht, bei der langen Diskussion hätte ich durchaus mit Gegenstimmen gerechnet. Das Geld kommt aber nun endlich zur Auszahlung. Es wäre mir lieb, wenn ich es persönlich an Statilius weiterreichen könnte. Vielleicht kann ich ihm damit sein Vertrauen in die Arbeit der Consuln wiedergeben." So konnte er auch sichergehen, daß der Mann sein Geld vollständig und unverzüglich erhielt.


    "Die Bauarbeiten werden dann sicher sehr zügig vonstatten gehen. Und ich denke, als nächstes - und möglichst bald - sollten die Statuen bestellt werden, damit auch sie rechtzeitig fertig werden." Man wußte ja, wie diese Künstler waren, sie brauchten immer länger als sie vorher angegeben hatten.

    Ursus hatte zwar auch gefeiert, aber angesichts der Reise, die sie vorhatten, hatte er sich am Vorabend doch zurückgehalten und war auch vergleichsweise früh ins Bett gegangen. So tauchte er eigentlich relativ gut gelaunt und reisefertig beim Wagen auf. "Ich werde reiten", verkündete er. Das würde sowohl Arbo, als auch ihm gut tun. Außerdem würde es im Wagen schon eng und unbequem genug werden.


    Er wies die im Stall tätigen Sklaven an, sein Pferd zu satteln. Das würde zwar ein paar Minuten dauern, aber die anderen waren ja noch nicht da, das dauerte also auch noch eine Weile. "Na, Louan, ich hoffe, Du hast in den letzten Tagen dann doch noch trainiert. Damit Du uns nicht blamierst." Er grinste breit, weil er das nicht ganz so ernst meinte. Louan war bestimmt bewußt, daß er gegen eine starke Konkurrenz antrat und würde sich wohl auch entsprechend vorbereitet haben.

    Ursus lachte, als Corvinus andeutete, daß auch er sich zu den Wettkämpfen anmelden sollte. "Nein, nein, ich werde da ganz sicher nicht antreten, ich bin nicht mehr so im Training wie nach meinem Tribunat. Leider möchte ich sagen." Zwar lief er immer noch täglich, doch so wie am Anfang hielt er es auch nicht mehr durch. Es gab immer so viel zu tun. "Also, ich komme gerne mit und werde versuchen, mich dafür frei zu machen. Versprechen kann ich hier und jetzt noch nichts, da ich erst hören muß, was der Consul in der nächsten Zeit so für mich zu tun hat. Aber grundsätzlich möchte ich mitfahren. Und Louan, ich werde Dich ganz sicher anfeuern. Es wird nur schwer, wenn ihr beide gegeneinander antretet. Da müssen wir dann euch beide anfeuern."


    Noch immer lachend löste sich Ursus von der Wand, an der er lehnte. "Also Mantua. Na, da dürfen wir ja sehr gespannt sein. Caelyn, Du darfst auf jeden Fall mitfahren, egal ob ich kann oder nicht. Und bestimmt wirst Du Gelegenheit haben, etwas mit Deinem Bruder allein zu unternehmen." Manchmal war sie einfach unmöglich. Sie war eine Sklavin und konnte von Glück reden, daß er ihr so etwas erlaubte. "Dann werde ich Niki mal nicht länger von der Arbeit abhalten", grinste er noch, bevor er die Küche verließ.

    Nicht nur weil Ursus zu dieser Hochzeit eingeladen war, sondern auch weil er sowohl Stella als auch Annaeus Varus sehr schätzte, nahm er sich die Zeit, um diesem Opfer beizuwohnen. Er schloß sich der Prozession an, die in einem feierlichen Zug dem Iunotempel entgegenstrebte. Ja, er wünschte ihnen auch den Segen Iunos. Sie waren gewiß gute Eltern und ihre Ehe sollte unter einem guten Stern stehen.

    "Sehr gerne", erwiderte Ursus und nahm Platz. "Hungrig bin ich in der Tat, vielen Dank." Er hatte seit dem Frühstück nichts mehr gegessen und das war schon eine Weile her. Also hatte er auch keine Scheu, sich etwas zu nehmen. "Ich muß ehrlich sagen, daß ich sehr gestaunt habe, wie lange sich die Beratung über die Auszahlung des Geldes hingezogen hat. Immerhin liegt es doch schon seit Jahren bereit", kam er auf die Senatssitzung zu sprechen.

    Aquilius hatte Rom verlassen? Ursus staunte nicht schlecht. Denn auch Prisca hatte nichts dergleichen erwähnt. Und die sehr kurze Antwort, die Gracchus zu diesem Thema gab, war ein deutlicher Hinweis, daß er nicht weiter nachfragen sollte. Ohnehin war sein jetziges Anliegen dringlicher für den Moment.


    Ohne viele Worte zu machen folgte Ursus dem Flavier in den Nebenraum. "Danke", sagte er zu Gracchus, während er eintrat. Denn es war wirklich freundlich von ihm, sich die Zeit für das Gespräch zu nehmen. Nachdem der Sklave den Raum verlassen und Gracchus sich gesetzt hatte, nahm Ursus auf einem der anderen Stühle Platz. "Nun, als ich heute an der Versammlung der Salii Collini teilnehmen wollte, kam mir auf der Treppe der Curia mein Onkel Corvinus entgegen. Er war... recht aufgebracht, wenn ich das so ausdrücken darf, und teilte mir nur mit, daß Fabius Antistes seine erneute Cooptation gefordert hätte, da er Corvinus seinen Karriereabstieg zu Lasten legt. Als ich die Curia dann betrat und Fabius zur Rede stellte, erging er sich in Beleidigungen gegen meinen Onkel und meine Familie, übte gar Kritik an dem Kaiser selbst. Das Stillschweigen, das über die Gründe seiner Absetzung als Rex Sacrorum herrscht, nahm er als Anlaß, diese als unrechtmäßig hinzustellen. Es kam, womit ich schon gerechnet hatte, er forderte auch meine erneute Cooptation. Es ist bezeichnend, daß diejenigen, die gegen mich stimmten, mir nicht in die Augen sehen konnten. Nur wenige stimmten für mich. Dein Verwandter Flavius Lucullus übrigens war sehr empört über die Ereignisse. Was anschließend geschah, weiß ich nicht, da ich die Versammlung verlassen mußte." Ursus atmete tief durch. Die Ereignisse machten ihm immer noch zu schaffen. "Nun, und so bin ich denn hier, denn ein Salier möchte ich bleiben."

    "Baustellen aufsuchen gehört momentan auch zu meinen Pflichten", lachte Ursus, "Na gut, nur eine Baustelle. Aber immerhin eine ziemlich große. Über Deine Pflichten weiß ich ehrlich gesagt nur sehr wenig. Was genau tust Du?" Es war nie verkehrt zu wissen, wo andere ihre Aufgabengebiete hatten. Man wußte doch nicht, wann man mal Hilfe genau in diesem Bereich brauchte.


    "Du hast kein Interesse daran, weiter zu kandidieren?", staunte Ursus. "Warum nicht? In Mogontiacum hast Du doch bewiesen, daß Du sicherlich einen guten Praetor abgeben würdest?" Reichte es Sedulus, ein Senator zu sein? Gut, dahin mußte Ursus ja erst einmal kommen. Doch eigentlich hatte er nicht vor, sich dann zurückzulehnen. Jedes Amt hatte seinen Reiz.


    Der Fremde, der sich der Blicke des Senators und des Quästors unangenehm bewußt wurde, duckte sich unwillkürlich und zog den Kopf zwischen seine Schultern, als erwarte er, von etwas getroffen zu werden. "Na...so 500 solltn schon drin sein." Seine Stimme war leise genug, daß nur Avianus ihn verstehen konnte.