Sie bekam keine Antwort, konnte diese aber an Bridhes Mimik ablesen. Es musste wohl ein stummes 'Ja' sein oder der Streit war unerwartet verlaufen. Schweigend zog Tilla die Tafel wieder zurück und wischte weg, was sie geschrieben hatte. Nach Bridhes Worten setzte sie sich neben diese auf die Stufen. Die Stadt wollte die 'Katze' kennenlernen? Bei einem Einkauf? Nun denn... Und dann? Bringt er dich heim? Was machst du bei deinen Herren? fragte sie langsam gebärdend, beheilt Micipsas Reaktion im Auge.. sie wusste nicht, wie er auf ihre Zeichen reagieren würde. Es gab Menschen in dieser Stadt, die nahmen sie als Sprachzeichen wahr und andere nahmen sie als Ver-Zauberzeichen wahr. Ich helfe in der Küche, gehe mit Niki einkaufen und erledige auch Botengänge und darf viel den Herrinnen Aurelii helfen.
Beiträge von Tilla Romania
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Tilla rutschte eine Stufe höher und versteckte sich hinter Bridhes Rücken. Denn dieser dunkelhäutige Mann, der da näher und näher kam, wurde größer und größer. Ihr schien, sie müsste den Hals recken, um überhaupt in sein Gesicht blicken zu können, aber Tilla vergaß für den Augenblick, dass sie auf einer Treppe saß. Scheu lugte sie hinter Bridhes Rücken hervor, traute sich ein bisschen wieder hervor, blieb aber dennoch dicht bei Bridhe sitzen. Die 'Katze' war ihr aus dieser Nähe ein wenig unheimlich. Es war auch eine ganz andere Situation als auf dem Sklavenmarkt.
Immer noch scheu dreinblickend lugte sie zu Micipsa auf und kaute auf den Lippen. Bridhe sprach schon für sie, stellte sie sogar mit ihrem Namen vor, erklärte zudem, dass sie stumm war. Dann war das schon mal geklärt... Das war also Bridhes Aufpasser. Wieso eigentlich bekam diese junge Frau einen solchen? *Hast du ihn bei dir, damit Severus dir nicht mehr wehtut?* kritzelte sie eilig auf die Wachstafel unter die Abbildungen der Köchin nieder, um dann hoffentlich mit der kommenden Antwort etwas schlauer zu sein. Zaghaft tippte sie Bridhes Arm an, zeigte ihre Frage vor. -
Je länger Prisca neben ihr sitzend von der Tafel ablas und die angenehme Ruhe im Zimmer anhielt, umso besser gelang es Tilla zur Ruhe zu kommen. Sie wischte sich mit Hilfe ihrer Tunka die Tränen ab, und wünschte sich ein Taschentuch für ihre laufende Nase zu haben. In Ermangelung dessen zog sie alles hoch und bemühte sich es leise zu tun. Denn diese nette Erwachsene neben ihr wollte sie nicht verlieren. Sie hatte sie angenommen und sogar ihre wertvollen Sachen berühren lassen, bevor sie sie überhaupt in den Händen hielt, liess sie an ihre Parfümflaschen schnuppern und brachte ihr mit Hilfe einer anderen Sklavin ein wenig Frisier-Kunst bei und jetzt...
Jetzt war sie... einfach da. Leise schniefend nahm sie die vollgeschriebene Tafel wieder entgegen, wischte sie sauber und fing wieder mit Schreiben an. *Weil es beinahe jeden Tag geschah, dass der Tod vorbeikam... Keiner konnte dem entgehen, was er getan hat.. musste immer zuschauen und durfte nichts tun... um zu helfen.* Ihre Schreibhand tat allmählich weh. Was musste sie auch so zittern und die Faust so verkrampft ballen? Durfte sie sagen, was ihr in den Sinn kam? Wenigstens dieses eine Mal. Es nicht mehr für sich behalten zu müssen. Es endlich rauszulassen. *Ich habe ihn gehasst, oft den Tod gewünscht. Egal wann, wie, wo. Immer dann wenn nach einem langen Tag voller Blut.. wenn ein leeres Bett ganz verloren im Raum stand. Ich hab es nie gesagt. Immer für mich behalten.*
Tilla gab die Tafel an Prisca zurück, sog ihr erneutes Versprechen des aurelianischen Schutzes wie ein Schwamm in sich auf, versuchte nach all den hervorgebrochenen Worten aus der Vergangenheit an diese schützende Hand über ihr zu glauben. Und schüttelte den Kopf, zog die Tafel wieder heran, um verstanden zu werden. Es war gut schreiben zu können. Der alte Mann war weise gewesen. Nein.. ich kenne.. keinen. Nicht meinen papan nicht meine maman. Nur diesen blauen Stein. Die alte weißhaarige Frau hat immer was ganz seltsames zum Stein gesagt: Dir fehlt die Mutter; drum such – ich befehl es dir, Römer – die Mutter… Mit verquollenen Augen, verklebter Nase und brennenden Augen sah Tilla Prisca hilfesuchend an, während ihre Stirn noch ein bisschen mehr vor Fieber glühte. Demnach muss ich wohl Römerin sein... so wie du. Das 'du' klang vertraut.. viel besser als das 'ihr' und 'euch'.
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Sie musste nicht sehr lange neben Siv stillstehen. Denn da erklang schon ein neuer Auftrag. Tilla wartete, bis sie Ursus Blick erhaschte und nickte ihm zu. Den Blick von Helena hatte sie gesehen und freute sich ihn bekommen zu haben. Komm... winkte sie Siv und deutete zu einem kleinen Sideboard, wo das Obst nur darauf wartete zerschnippelt zu werden. Leise trabte Tilla rüber und sah sich an, was es denn an Obst und Früchten gab. Mhm.. eine große Auswahl. Äpfel? Birnen? Was meinst du? Oder eher Orangen und Weintrauben? Mit den Gebärden bemühte Tilla sich Siv von den anderen Anwesenden abzulenken. Von dem Hass auf die Römer wusste sie, wusste aber nicht wirklich was damit anzufangen. Die Aurelier waren bisher sehr freundlich zu Tilla gewesen. Der Besuch des Tätowierers war durch die viele aufgebrummte Arbeit schnell vergessen. Tilla merkte, sie schweifte mit ihren Gedanken ab und zog sich mühsam wieder in die Gegenwart zurück. Für die beiden zuletzt erwähnten Früchte brauchte man nur kurz die Schale anzuritzen und dann die Schale von der Orange zu schälen. Soviel wusste sie von früher und nun auch von der Köchin Niki. Tilla ergriff eine Orange, ritzte sie an und begann zu schälen. Die beiden krummgewachsenen Scheiben sortierte sie aus, steckte sich die eine eilig in den Mund und schob die andere Siv zu. Mit einem verschmitzten Lächeln, legte Tilla alles andere dann auf dem Teller aus. Mhm.. das schmeckte. Welche Farbe magst du? fragte sie die Ältere spontan, wartete auf ein Zeichen, ob sie fertig mit Obst schnippeln war. Ich mag die Farbe Blau. fügte Tilla nach einer Pause hinzu.
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Tilla spitzte die Ohren. Streit mit Severus? Sie selbst wusste dank ihrem allerallerersten Metrausch nicht mehr, dass Bridhe beim Samhainfest ums Feuer tanzte, weil sie Fliegenpilz gegessen hatte. Zusammen sein? Oh.. ich.. mhm.. wart ihr.. Sie suchte nach dem richtigen Wort, runzelte die Stirn. ..öhm.. ein Paar? Jetzt.. keines mehr? Keinesfalls wollte sie die Aufmerksamkeit von Severus auf sich lenken. Nur.. somit war dieses Wissen jetzt ganz nützlich für das Treffen mit ihm. Nun heulte die Ältere. Und jetzt? Sollte sie sie trösten? Ist er.. sehr sauer? Vorsichtig legte sie eine Hand auf Bridhes Rücken, streichelte drüber hinweg und zog die Hand nach einer Weile zurück. Ihre Wangen röteten sich vor Verlegenheit. Wie? Der junge Mann mochte sie? Och komm... Luca hiess er auch noch, dass gefiel ihr besser als Cnaeus und er war die dritte ihr bekannte Person, dessen Namen mit einem 'C' als Anfangsbuchstaben begann. Echt wahr? Das.. das.. das ist schön zu wissen. 'stotterte' sie nun langsamer gebärdend. Saturn.. was? Aale? Ach.. die Saturnalien!!! Keine Ahnung.. ich hab nichts von einer Einladung zu Euch gehört. Öhm.. bestimmt ist er das.. also bei dem Fest meine ich. Herrjeh! Ihr Blick huschte zu der Menschenmenge, der sie vorhin entflohen waren, erfasste die 'Katze'. Da war er ja. Zurück zu Bridhe schauend zuppelte Tilla ein dunkelgraues Taschentuch hervor, reichte es ihr entgegen. Da.. für dich... deine Tränen. Tut mir leid, Ich fand.. ihn.. ehm.. ganz nett. Lesen kann er ganz gut.
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Sie sang die Lieder und schrieb sie demnach auch noch auf papyrus auf. Ahso. Na denn... Cadhla singt auch. Nur verstehen tue ich ihre Lieder nicht. Es klingt jedenfalls schön. erwiderte Tilla. Und nickte eifrig als Bridhe begriffen hatte, wen sie meinte. Ja, den meine ich. Er sieht einer schwarzen Katze sehr ähnlich... versuchte sie Bridhe aufzumuntern. Leider musste ich dann auch schon wieder gehen. Hat Cnaeus noch viel gefragt wegen dem Theater? Bei uns im Haus? Sollte sie ihr verraten, dass sie Severus nun getroffen und in die 'dreidreidrei' sprich den alten Pferdestall eingeladen hatte? Die 'Katze' ist hier? Ja.. die anderen sollen auch irgendwo sein. Eigentlich sollte auch Cadhla mitkommen, aber die wurde aufgehalten.. ebenso die Köchin, die mir den Händler zeigen wollte. Jetzt bin ich alleine hier. 'plauderte' Tilla munter drauflos und fügte letztendlich hinzu was sie bemerkt hatte. Was ist los? Gehts dir nicht gut?
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Lieder? Das Thema Musik war Tilla gänzlich unbekannt. Kam sie doch nur selten damit in Berührung. Durfte noch nicht einmal Fanfare spielen. Eben weil sie das Instrument noch nicht richtig spielen gelernt hatte. Eine Flöte hatte sie schon mal gehört, aber auch dieses Instrument gelangte nicht in ihre Hände. Pfeifst du die? Mit den Lippen? Sie deutete auf ihre Lippen, formte ein stummes 'o' bzw 'u'. Das Lippenbild sah gleich aus. Da sie zugleich auch Bridhes Mimik beobachtete, um ja nichts mitteilsames zu verpassen, bemerkte sie deren Stimmungsumschwung. Tilla befürchtete sogleich etwas falsches 'gezeigt' zu haben, fand an ihren Gebärden nichts 'schlimmes' und legte den Kopf schief.
Über die Irritation der Älteren schmunzelte sie verschmitzt. Die 'Katze'. Der schwarze Mann. Gekauft für eure Villa. Sagte Cnaeus, der nette junge Mann. Um Bridhe noch ein paar Anhaltspunkte über das letzte Treffen zu geben, fuhr sie fort. Auf dem Sklavenmarkt. Er hat mir eine Wurst spendiert. Und du hast getrunken aus seiner Flasche. Sie zog die Stirn in Falten, sah die Gasse hoch und runter. Die 'Katze' wird nun dein Aufpasser sein? Ist er hier? Cnaeus hat auch viel gefragt über Theater bei meinem Herrn. Jetzt war ihr Errinnerungsvorrat erschöpft. Nun war die andere Frau dran. Irgendwie dachte sie gerne an Cnaeus zurück. Aber jetzt saß sie bei Bridhe. -
Boah. Hast du es gut. Das würd ich auch gerne haben. Zum Bilder und Menschen zeichnen. staunte Tilla, blickte auf ihre Wachstafel hinunter. papyrus bekam sie nur selten in die Finger, musste sich eigentlich immer mit den Tafeln abfinden, die sie vom Haus der Aurelier zur Verfügung gestellt bekam. Wenn sie papyrus in die Finger bekommen würde, dann würde sie auch viel öfter zeichnen und skizzieren: was sie sah, wie sie ihre Umwelt wahrnahm, die Augenblicke festhalten, die immer viel zu kurz waren. Und was machst du damit? fragte sie bei der Älteren nach. Sie erinnerte sich an eine Bemerkung Nikis, dass es höflich wäre andere zu fragen, wie es ihnen ginge. Kurz kaute Tilla auf den Lippen. Bridhe kannte sie auch nicht so gut. Gibt es etwas Neues von Euch... ähh... dir?? umschiffte sie mit ihren Gebärden die spitze Klippe. Sie entdeckte bei näherem Umsehen eine leergefegte Treppe. Dort konnte man sicher Pause halten, oder? Kurzerhand folgte Tilla ihren Impulsen, nahm ein dunkles Tuch aus dem Korb und legte es auf der Treppe aus. Komm... forderte sie erneut die Ältere auf, klopfte auf die zugedeckten Stufen und nahm mit dem Korb auf der einen Hälfte Platz, während die andere für Bridhe frei blieb. Ist noch gar nicht so lange her. Das Treffen. Jungen Mann namens Cnaeus. Was macht die 'Katze?' Tilla war nicht bewusst, dass Bridhe den Spitznamen für Micipsas noch nicht kannte.
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Sie schreckte über den zornigen Ausruf zusammen, zog instinktiv den lästigen Korb näher an sich heran. Dann endlich erkannte Bridhe sie. Tilla lächelte zaghaft, sich noch nicht ganz sicher fühlend und atmete tief durch, um das bisschen aufsteigende Panik zu unterdrücken. Die Stelle, wo sie standen gefiel ihr absolut nicht. Erstens zu voll, zweitens zu eng und drittens zu laut. Da kamen auch schon diejenigen entgegen, die sie unsanft angestupst hatte, zeigten eine ungehaltene Miene. Tilla verzog das Gesicht. Nein, hier konnte sie ihrer zufälligen Begegnung nicht antworten. Komm... winkte sie Bridhe, deutete auf eine leerstehende Gasse und bahnte einen Weg zu diesem Ziel, darauf hoffend, dass Bridhe nachkommen würde. Im Gegensatz zur proppenvollen Straße war eine leere Gasse schon viel besser. Lud regelrecht zum Spazierengehen und tief Luft holen ein. Tilla drehte sich wieder zu der Älteren um und begann zu gebärden, wobei sie dies langsam tat. Auch damit Bridhe sie verstand. Einkaufen soll ich. Sogar mit Korb. Tilla verdrehte genervt die Augen, stellte den Korb ab. Ihre Hände zogen die Tafel hervor auf denen Abbildungen zu sehen waren, was sie einkaufen sollte. Laut Niki sollte sie diese Bilder dem Händler vorzeigen und sie würde es bekommen. Für die Küche. Neues Rezept. Köchin macht Obstsalat.. Das letzte Wort stand übrigens unter den Wörtern auf der Tafel, fasste das Endergebnis zusammen. Und was machst du? fragte Tilla die Ältere, legte den Kopf schief.
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Tilla hatte lieber die Hände frei. Aber Niki hatte ihr diesen Korb regelrecht aufgedrängt. Äpfel, Birnen und Weintrauben sowie Mandeln, Nüsse und Rosinen sollte sie besorgen. Niki hatte von einem Sklaven ein Rezept bekommen und das wollte die Köchin nun unbedingt ausprobieren, 'Obstsalat' nannte man es. Die Köchin hatte mitkommen wollen und sie in letzter Minute alleine losgeschickt. Tilla lächelte still in sich hinein. Das Fehlen der Köchin passte ihr gut. Endlich wieder ganz alleine rausgehen. Eine Hand in der Nähe des kleinen Messer haltend, welches sie unter ihrem Umhang am Gürtel trug, eilte sie zum mercatus urbis und sah sich um. Nun, wo war dieser Händler? Tilla setzte die Ellenbogen einige Male unsanft ein, um durch das Gedränge zu kommen und eilte flink sogleich von dannen, um das Geschimpfe nicht zu hören. Ach herrjeh... warum musste es so voll sein. Und sie so klein? Sie wünschte sich die Fähigkeit an den zusammenhängenden Hauswänden entlangkrabbeln zu können... wie eine Spinne.. wie eine Fliege von Ort zu Ort zu fliegen.. Bums!! Tilla stiess mit einer Frau zusammen, stolperte und schreckte zurück. Herrjeh!! Wo war sie nur mit ihrer Aufmerksamkeit? Erschrocken sah sie die Frau an, dann jedoch überzog ein breites Lächeln ihr Gesicht. Bridhe? Du bist es? Entschuldige... es ging alles so schnell. Tilla sah Bridhe forschend an. Alles in Ordnung? Ich wollte dir nicht wehtun... entschuldige. beteuerte Tilla noch einmal, selbst noch etwas erschrocken, dass sie mit ihren Gedanken woanders gewesen war. Mit Bridhe zusammen bildete sie eine kleine Insel, die die Passanten nun umkurven mussten.
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Neeee... mir ist das nur aufgefallen. beteuerte Tilla Hektor gegenüber und legte den Kopf schief. Keine andere Tür? Mhm... dann kam er vielleicht übers Fenster hinein und hinaus? Tilla dachte nicht weiter drüber nach, widmete sich dem Festhalten an Lunas Mähne und versuchte so gut es ging die Blicke der Fußgänger zu ignorieren. Von hier oben auf dem Rücken der Stute sah alles noch mal anders aus. Manch einer egal, ob Mann, Frau oder Kind sah zu ihr auf. Ein seltsames Gefühl so angeschaut zu werden. Und noch ein seltsameres Gefühl war es von Hektor beobachtet zu werden. Tilla kuschelte sich in den Umhang, warf Hektor hin und wieder einen neugierigen Blick zu.
Stubsnäschen? Tilla schielte auf ihre eigene Nase. Hing da schon wieder etwas Mehl oder anderes? Nein, sie war vollkommen sauber. Tilla atmete erleichtert auf und grinste Hektor amüsiert an. Das ist doch wirklich mal was neues. begeisterte sie sich über die Wahl der Geste. Meinst du so ein Mittelding-Tempo zwischen gemütlich und eilig? neckte sie ihn wegen seiner ernst klingenden Stimme. Und riss die Augen auf. Ans Meer? Wirklich? Veräppelst du mich nicht? Prisca hat mal gesagt, dass sie mich mitnimmt aber nicht heute!! Oh mann.. was für eine Überraschung! Nein, ich war noch nicht dort.. ich meine am Meer. Tilla trieb Luna mit den Fersen an und gelangte neben Hektor. Wann sehen wir es? Ist es noch weit zum Meer?
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Er hatte erst jetzt Lesen gelernt? Wie alt war er denn? Tilla sah ihn erstaunt an, wanderte mit den Augen zwischen Tafel und seinem sich bewegenden Mund hin und her. Das machst du recht gut, für das vor kurzem erlernte Lesen. meinte sie lobend zu Severus. Er hielt die Tafel immer noch bei sich, dann versuchte sie es eben auf eine andere Weise. Während er über die Menschen mit den hellen Haaren zu erzählen begann, formte sie mit den Fingern die Buchstaben 'G', 'E', 'R' und 'M' sowie 'A' und 'N' und strich sich übers Haar, deutete auf die Sonne, die sich derzeit hinter den Wolken versteckte. Kein Volk. G-E-R-M-A-N. Siv ist das. versuchte sie ihm mittzuteilen und spitzte die Ohren über die Götter. Thor hatte also viele Namen, beinahe noch mehr als Tilla bis jetzt gesammelt hat. Wenn er auf seinem Wagen über den Wolken fährt und den Hammer schwingt, erbebt Himmel und Erde und Du hörst den Donner grollen. Thor? Ein Wettergott der den Donner macht? Das ist ihr neu. Er wollte ihr noch mehr Geschichten erzählen? Geschichten sind es, die Tilla ablenken vom Leben als Sklavin. Begeistert über das Angebot, klatschte sie in die Hände. Tilla lächelte ihn an und streckte die Hand nach der Tafel aus. *Au fein. Prima. Das klingt nach guten Geschichten. Jetzt muss ich aber los. Wir sehen uns dann morgen mittag in der dreidreidrei. Salve und bis morgen.* Diese Worte sind dann asbald auf der Tafel zu lesen. Tilla rollte das papyprus zusammen, winkte Severus zu und lief davon.
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Tilla schüttelt den Kopf, schiebt das Bündel sachte, aber bestimmt zurück. Nein, der Umhang gehört jetzt dir. Ich schenke ihn dir. Ich werde mir einen neuen Umhang 'besorgen'. erwidert sie Nero gegenüber. Aus dunklen Augen registriert sie sein Lächeln und spürt es richtig gemacht zu haben. Tilla nickt Nero zu. Behalte ihn. Sie wird von den Worten abgelenkt, die vom Uniformierten kommen. Dieser hält nun einen Beutel in den Händen und beschenkt sie mit Worten, die ihre Wangen erröten lassen und Tilla zu Boden sehen lassen. Jetzt hat sie wieder neue Wörter gehört. Mime Das gefällt ihr. Er erwähnt auch die erlogenen Namen aber sie hofft, dass es die Mutter nicht so genau wahrnimmt. Tillas Bild von Uniformierten verändert sich immer mehr, soviele neue Aspekte tauchen darin auf. Stumm muss Tilla mitansehen, wie nun andere Arme ihn hochheben und auf den Arm nehmen. Und sie hebt die Augenbraunen, als sie sieht wie müde Nero aussieht. Er soll jetzt ins Bett gehen.. sogar ein Medicus wird kommen. Ist der kleine Mann etwa krank? Ja, wir sehen uns wieder. wiederholt sie und verspricht es ihm zugleich noch einmal, schenkt ihm eines ihrer seltenen Lächeln, bis sie ihn nicht mehr sehen kann.
Eine Frage fällt in ihren Kopf.. wie heisst die Frau eigentlich, die seine Mutter zu sein scheint? Tilla grübelt, ihren Namen hat sie, siet sie hier drinnen ist, noch nicht gehört. Nur 'Claudia' weiss sie. Still nickt Tilla mit dem Kopf und schüttelt ihn danach. Nein, er weiss nicht was passiert ist. Es geschah alles so schnell. gebärdet sie langsam. Innerlich legt sie den Kopf schief. Stumm sein und exquisiter Geschmack. Was hat das miteinander zu tun? Ihre Wangen röten sich erneut über das Lob, dass sie bekommt. Einen Wunsch? Sie weiss schon, was sie tun möchte. Mit wenigen kurzen Schritten nähert Tilla sich Callista, nimmt die Tafel wieder an sich und wischt alles weg. Sie will es aufschreiben, um verstanden zu werden. Wenn ich darf. Ich möchte euren Sohn Nero gerne besuchen und wiedersehen. Da ich nicht sprechen kann, versuchte ich ihm aufzuschreiben, wer ich bin. Er konnte lediglich meinen Namen erlesen und erklärte mir, er erkennt noch nicht alle Buchstaben. Wenn ich darf, würde ich ihn besuchen und ihm das Lesen beibringen. Und nebenbei könnte sie dann die stummen Sklaven beobachten und versuchen herauszufinden, ob sie auch eine 'Zeichensprache' haben. Mit einem zaghaften Lächeln riecht Tilla Callista die Tafel wieder dar und tritt zurück, dorthin wo sie gestanden hat, wo sie Nero heruntergelassen hat. Sie vermisst den kleinen Mann schon jetzt.
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Tilla nickte ernsthaft, wiederholte die Geste, die Siv ihr nachmachte. In Ordnung. Und fand es ganz lustig, dass die Geste in ihrem 'Gespräch' schon so oft aufgetaucht war. Zum Glück war Siv ihr nicht böse, schien die Störung ihres Schlafes schon wieder vergessen zu haben. Vorsichtig beugte sie sich vor, nahm das ihr angebotene Stück in die Hand und probierte eine Winzigkeit abknabbernd von der Nuss. Interessiert, mit wachem Blick registrierte sie die Gesten der älteren Frau. Tilla stellte fest, dass Siv sich wirklich Mühe gab. Genau wie Ursus, der alles wissen wollte, was dies und das zu bedeuten hatte. Leider hatten sie die mit ihm erfundenen Gesten noch nicht anwenden können. Aber vielleicht passierte das ja noch...
In deinem Land? Sie bauen keine Nester wenn es kalt wird und fliegen dann fort? Und wohin? Nur weil es kalt ist? Komisch... vielleicht ist der Vogel da oben aus deinem Wald? beendete sie ihre Nachfrage. Tilla kräuselte nachdenklich die Nase, dachte über Sivs Worte nach, versuchte sie zu verstehen und aß dabei die Nuss auf, die gar nicht so schlecht schmeckte. Schnee? Was ist das? Wie das Wasser das einfriert und wieder schmilzt? Die Flüsse überquellen lässt? Tilla verwendete als Gesten: 'Wasser', 'Frieren' und 'Wegfliessen'. In der Luft entstand eine Regenwand, dann ein in Kurven sich windender Fluss. Das Wasser kommt über die Ufer, überschwemmt alles und nimmt alles mit. Genau wie das Meer. Warst du schon am Meer? Das kommt und geht und bleibt dabei immer blau.
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Tilla trat mit einem stummen Seufzer auf den Lippen, kurz nach Helena ein. Brachte ein Tablett zu einem kleinen Beistelltischen, stellte es unten drunter. Laut der Köchin Niki sollte es nachher für das Abräumen benutzt werden. Auf dem Weg zum Tischchen sah sie sich um, schaute wer denn alles von den Aureliern da war. Ursus, Helena und 'der Sänger'. Immer noch wusste sie den Namen von letzterem nicht. Tilla stellte sich neben Siv auf. Hej. begrüßte Tilla die blonde Frau mit schneller Geste, lächelte scheu. Die Herrin Helena trug Weiss. Sofort sah Tilla an sich runter. Wie immer Tannengrün. Braunes Leder zierte die Saumrände, Ärmel und Schulternähte, dazu passend trug Tilla einen selbstgeflochtenen Gürtel.
Helena wollte etwas trinken.. so verstand Tilla ihren Wink. Da sie inzwischen ein wenig Übung und von anderen Haussklaven gelernt und abgeschaut hatte, trat Tilla zu den Getränken, schenkte Weinkelche für zwei Personen voll, stellte sie aufs Tablett. Siv trat stand derweil bei den Erwachsenen, fragte diese was sie haben wollten. Stumm trat Tilla neben Siv vor, reichte zuerst Helena, dann dem 'Sänger' je ein gefülltes Trinkgefäß. Vorsichtig stupste sie Siv an, nickte zur Wand. Komm. Sie haben jetzt was zu trinken. Mit wenigen Schritten ging Tilla wieder auf ihren Platz. Musst nicht fragen. Sie meist Wein mit Wasser trinken. erklärte Tilla ihr rasch.
Und nun? Jetzt hiess es stillstehen. Für Tilla immer noch eine recht schweres Unterfangen. Der 'Sänger war also von einer Reise zurückgekehrt? Daher kannte sie ihn also nicht so gut wie die anderen Erwachsenen im Haus. Still lächelte sie über Ursus Lob zu Nikis Küche in sich hinein, lugte zu ihm rüber. Sie sollte ihn wieder skizzieren... gerade so, wie das Licht der Kerzen und Öllampen auf sein Gesicht fiel, würde das ein gutes Bild werden.
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Mit tränenüberladneen Augen erwiderte sie den direkten Blickkontakt, der von ihrer Seite aus Angst bestand. Die Worte der Älteren trösteten Tilla kaum.. sie war immer noch der Meinung dass... nur ein Schleier sie am Leben hielt und vom Tod trennte. Ach, sie schrieb es besser auf, bevor sie die Gedanken wieder weinen liessen. *Mein alter Herr.. der hat immer gesagt.. wer an den Tod denkt.. ist dem Tod höchst willkommen. Er wie Cadhla hat viele.. getötet.. uns um die Grube aufstellen lassen.. wenn einer von uns einen.. Fehler gemacht hat.. und uns gezwungen.. bei der Bestrafung zuzuschauen. Im Hinterhof. Als jüngste musste ich... vorne am Rand stehen.. Seine Lieblingssklaven.. die holten mich immer wieder auf meinen Platz zurück.. wenn ich weglief.. Er hat alles selbst gemacht.. Augen.. aus.. stechen.. Finger.. und Hände.. hacken.. Adern.. öffnen.. Immer mit Messern... so viel Körpersaft.. in der Grube.. rotes Blut... Sicherlich auch zwei Menschen.. getötet nachdem ich weggelaufen auf die Straße.. die weisshaarige Frau.. die mich aufzog und gesund pflegte.. den alten Mann der mich lehrte.. zu schreiben.. zu lesen.. Sie sagten.. beide.. ich solle leben.. für sie. Ich habe einen von seinem Haus gesehen.. gefragt.. er sagte.. es ist wahr... er hat sie getötet. Mich mitgenommen zum Herrn hat er nicht.. Hat gesagt.. ich solle mich nur gut verstecken auf der Straße.* Tilla liess den Griffel los und kauerte sich zitternd zu einem Häufchen Elend zusammen. Sie fühlte sich überhaupt nicht gut, ihre Stirn glühte nach der Erzählung über die blutige Vergangenheit, die ihre Kindheit gewesen war. Bestimmt wurde sie noch krank...
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Puh.. er konnte lesen. Imaginär wischte Tilla den unsichtbaren Schweiss von der Stirn ab, wartete geduldig im Nieselregen stehend bis er wieder seine Nase vom papyrus löste und sie ansah. Ja, mit Heuboden. Für weiche Landung. Wenn dein Fuß daneben tritt. Unschuldig lächelte Tilla ihn an, wartete auf seine Worte. Und die kamen auch sogleich. Wieder nannte er sie bei ihrem Spitznamen, ihre sonst so ernsten Mundwinkel hoben sich amüsiert noch ein Stückchen mehr nach oben. Severus im Auge behaltend trat sie wieder vor und nahm ihr papyrus wieder entgegen.
Mittags sich zu treffen war für sie allerdings nicht in Ordnung. Dann musste sie sich davon schleichen!! Bestimmt gab es eine Möglichkeit, dass wer ihr Fehlen deckte. Siv aus dem Sklavenhaushalt der Aurelier fiel ihr ein. Die hatte auch so helle Haare wie Severus. Spontan holte Tilla ihre Tafel vor und kritzelte noch etwas nieder. *Kannst du dir den Ort merken? Zu Mittag ist in Ordnung. Mir fiel gleich auf, du hast so helle Haare. Wir haben jetzt auch wen bei uns im Haus mit dem gleichen Farbton. Siv ist eine Germanin und soll ihrem Namen nach die Braut von Thor sein. Stimmt das, dass Thor ein Gott ist?* Neugierig sah Tilla den großen Blonden an. Jetzt war sie aber gespannt auf seine Antwort.
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Tilla nickte nochmals als sie mit ihrem Namen angesprochen wurde und hörte aufmerksam lauschend zu. Schon der Name des Fremden erregte ihre Aufmerksamkeit. Pegasus? Hiess er wirklich genauso wie das berühmte Pferd? Sie lächelte beide Männer offen, und zugleich auch überrascht an. In Ordnung. deutete Tilla ganz simpel an und traute sich noch ein paar Schritte näher. Ihr Herr ging von dannen. Heute abend gab es also eine cena. Bestimmt waren schon die Küchenangestellte eifrig zugange. Aber Tilla war nun in Marcus Auftrag Pegasus zugeteilt. Also wurde nix mit ihrem Plan dem Kaninchenstall und dem Kletterbaum einen Besuch abzustatten. Scheu suchte sie Pegasus Blick, fragte sich still, was er brauchte, damit sie ihm 'zur Hand' gehen und ihm zeigen konnte. Was war das nur für ein seltsamer Spruch: 'zur Hand gehen'. Sollte sie ihm vielleicht ihre Hände vorzeigen? Was kann ich für dich tun.. Öhm.. sie brauchte eine Anrede. Oh verflixt.. was machte sie jetzt? ..dominus. Damit löste Tilla das Problemchen, hoffte es richtig gemacht zu haben.
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Anstatt das Nero wie befürchtet ihr rabiat weggenommen wird, stehen zwei Männer in grober Kleidung vor ihnen, die sich ohne Sprache und nur mit Kopfnicken untereinander verständigen. Tilla kann den etwas geöffneten Mund kaum noch verschliessen. So baff ist sie über Neros Erläuterung, dass die Sklaven seiner Mutter stumm sind. Somit wären diese Erwachsenen die allerersten Personen überhaupt, die wie sie stumm sind und unter der Sprachbehinderung zu leiden haben. Dieses unerwartete Wissen nimmt ihr ein bisschen von der Angst vor dem Ärger, der sie drinnen bestimmt erwarten wird. Der kleine Mann übernimmt für sie das Antworten. Tilla lächelt betreten. Dass sie wirklich eine Sklavin ist, muss sie Nero noch beibringen. Frei wie der entflogene Singvogel kann sie sich wahrlich nicht nennen. Sanft schiebt sie Nero auf dem Arm hoch und folgt dem mit der hellen Haut. Dass der Uniformierte mitkommt, findet sie für ihre Erfahrungen als ehemaliges Straßenkind ungewöhnlich, ganz gut.
Oha. Der Anblick des Atrium gibt ihr zu denken. Sehr sehr edel ausgestattet. Wieder sind Säulen zu sehen. Sie ist in eine der Villen drinnen, dessen Mauern sie bisher nur von außen bewundern durfte. Die Farben der Blumen und Blätter gefallen ihr. Sie erkennt nicht, dass diese nur aufgemalt sind. Und doch errinnert es sie an das Viertel, wo sie für kurze Zeit in einem Zelt gesessen haben. Doch Tilla kann nicht lange an das zauberische Geschehen im Zelt denken, denn Neues geschieht, was ihre Aufmerksamkeit fordert. Eine Frau und noch eine Frau.. welche von ihnen scheint die Mutter zu sein?
Es ist diejenige in dem blauen Kleid. Sie spricht streng, ohne Freude über das Wiedersehen zu ihrem Kind. Der kleine Mann antwortet ihr nicht. Tilla streicht Nero eine Strähne aus dem müden Gesicht, lauscht dem Gespräch zwischen dem Miles und der jungen Frau. Schliesslich liegt die Aufmerksamkeit der Frau wieder bei ihr. Mit einem zaghaften Lächeln nimmt Tilla die Tafel wieder entgegen, blickt die andere Frau an, die Nero zu sich nehmen will. Langsam hockt sich Tilla nieder, löst ihren Umhang von ihrem Schützling und stellt ihn liebevoll auf seine eigenen Füße. Impulsiv umarmt sie ihn. Wir sehen uns wieder. Versprochen! gebärdet sie danach, entschliesst sich auf seiner Augenhöhe hocken zu bleiben und nimmt die Tafel um zu schreiben.
*Ich bin Tilla, Sklavin des MARCUS AURELIUS CORVINUS, villa Aurelia. Genau wie eure Sklaven bin ich stumm und ohne Stimme. Mein Weg kreuzte sich mit eurem allein anwesenden Sohn auf dem Forum Romanum. Dort war ein schlechter Mann. Er wollte ihn mit sich nehmen. Ich habe Nero gegen ihn zu handeln geholfen. Wir liefen weg und er verfolgte uns. Bis in einen Tempel. Der böse Mann wollte mich töten. Nero lenkte ihn ab. Der Priester bemerkte alles und war komischerweise wütend. Auf alle. Scheuchte uns hinaus.* Die weiteren Worte erzählen nichts vom Zaubererviertel bei Isbu. Es geht die Mutter nichts an, findet Tilla.
*Wir flohen wieder hinaus und mischten uns unter die Menge. Nero stellte sich mir vor. Von Zugehörigkeit zur villa Claudia fand ich nichts in seinem Namen. Dann trafen wir auf die Uniformierten. Die wollten Nero wiederum mitnehmen, weil sie ihn anhand der Buchstaben auf seiner Kleidung und dem Halbmond erkannten. Zeichen, die ich bis dato noch nicht entdeckte. Ich wollte Nero mit den Soldaten nicht alleine lassen. Sie drohten mir mit der Castra und meinten im gleichen Satz, dass er hier in dieses Haus gehört. Ich sagte, ich bringe ihn selbst zurück. Der Soldat kam mit, um sicherzugehen, dass er wieder zu seiner Mutter zurückfindet. Nero ist ein tapferer Junge. Ich half ihm und er half auch mir. Wir waren beide alleine unterwegs und halfen uns gegenseitig.* Die Tafel ist vollbeschrieben, kein Wort mehr findet Platz. Tilla erhebt sich, reicht die Tafel beiden Frauen entgegen. Sie knotet die Kordel auf und hält Nero ihren Umhang entgegen. Als Geschenk. Als Errinnerung. Eine neue Farbe kommt zum Vorschein. Tilla trägt eine moosgrüne Tunika, deren hochgerutschter rechter Ärmel die Tätowierung als Sklavin der Villa Aurelia zeigt.
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Die Freude über die zurückbekommene Tafel verschwand mit jedem Wort, welches Aurelia ihr entgegenzischte. Tilla stellte sogleich das aufgeregte Hüpfen ein und schob die Lippen nach vorne. Och menno... es sah ganz so aus, als ob sie noch länger auf die Antworten warten müsste. Aber danach... nach dieser Aufgabe durfte sie bei Prisca verweilen. Diese Aussicht hob ihre Laune wieder nach oben. Ja. Sie drehte sich das Glöckchen anstupsend um und ging zu der einen Sklavin die sie fortgeschubst hatte. Die hatte ein paar Kenntnisse ihrer Gebärdensprache, denn die Tafel hatte Aurelia zu sich genommen. Ihr Ziel, dass die Ältere sie annahm, hatte sie somit doch noch erreicht!
Und eben dieser Sklavin 'erzählte' Tilla was die Herrinnen wünschten. Die Sklavin erzählte es den anderen und stob von dannen ohne Tilla noch anzuweisen, was SIE denn tun könnte. Schulterzuckend sah das stumme Mädchen den anderen nach. Nun denn. Wenn sie nichts mit ihr tun haben wollten oder lieber selbst die Herrinnen bedienen wollten. Tilla sah zaghaft über die Schulter zurück, entdeckte, dass diese inzwischen mit dem Uniformierten sprachen. Leider konnte sie nichts verstehen, von dem was gesprochen wurde. Vielleicht war es auch ganz gut so. Mit wenigen Schritten entzog sich Tillas den Augen, die womöglich ihr Nichtstun entdecken konnten und wartete geduldig auf die Sklavin. Schliesslich sollte Tilla servieren und nicht die andere. Ein wenig später hielt sie ein weisses Tablett in den Händen, gedeckt mit Schälchen Obstsalat und passendem Besteck, Apfelfruchtsaft, Wein. Das Tablett war schwer. Die Sklavin hatte danke inem bittendem Blick von Tilla ein Einsehen und half es zu Aurelia zu tragen. Das Glöckchen wurde von Tilla angestupst. Dingdingding. Vielleicht sollte sie pfeifen lernen? Nur.. von wem? Mit einem zaghaften, scheuen Lächeln präsentierte Tilla den Anwesenden das Tablett. Den Blick zum Gesicht des Uniformierten vermied sie. Ging es jetzt ins Kolosseum hinein oder wollten die Herrinnen den Imbiss hier vor dessen Toren einnehmen? Diese stumme Frage stand in Tillas dunklen Augen.