Beiträge von Duccia Helena

    Dagny ging langsam um den Riesen herum, ohne ihn wirklich aus dem Blick zu lassen.
    Sicher, mit etwas Abstand, sah sie dann den beiden zu wie sie miteinander kämpften. Sie war überrascht über die Hartneckichkeit des Fremden, sein Geschick und seine Ausdauer. Albjon kam richtig ins schwitzen.
    Als es vorbei war, war sie fast schon enttäuscht doch auch froh das es kein echter Kampf war. Sie war sich nicht sicher wer dann als Sieger hervorgegangen wäre.
    Albjon forderte seinen Bruder jetzt heraus und sie hatte Zeit sich die Übungswaffen anzusehen. Sie hob ein Gladius an und versuchte es erst mit einer Hand aber da sank es schnell in Richtung Boden, so das sie mit der zweiten zugreifen musste. Dass das Ding so schwer war hatte sie nicht gedacht, wie konnte man damit nur so geschickt kämpfen, dachte sie sich und betrachtete es weiter, drehte es hin und her.

    Jetzt war es raus, er hatte es gesagt. Ihr Herz schein einen Satz zu machen und dann stehen zu beleiben. Mi großen Augen stand sie vor ihm und sah ihn an.


    „Ich vermisse dich auch, sehr sogar. Erst nach dem du weg warst wurde mir das so richtig klar. Selbst die schönen Tage waren trübe und traurig. Wenn ich allein war, ohne jemanden aus meiner Familie, war ich verlohen und ohne leer. Bitte, lass mich nicht mehr allein. Versprich mir das.“


    Es kam einfach so, ohne das sie es wollte. Bis zu diesem Augenblick war es ihr auch noch gar nicht wirklich klar gewesen aber eben, sein Geständnis und seine Erklärung hatte alles verändert.


    „Ich weiß nicht ob man es uns erlaubt, darüber habe ich noch nie nachgedacht. In der alten Heimat, ich denke da wäre es kein Problem aber hier ist alles anders und viel schwerer. Ich höre immer ich bin etwas Besonderes und ich muss aufpassen was ich tue und sage. Was ist so besonders an mir das sogar du mich zur Frau willst. Ich bin so viel jünger als du, du könntest jede andere haben.“


    Sie sah ihn an und trotz dem was sie sagte strahlen ihre Augen.


    „Nicht das du mich falsch verstehst, ja ich will dich schon haben. Doch ich verstehe es nicht.“


    Schob sie noch schnell hinterher, nicht das sie sich erneut missverstanden.

    Dagny prallte mit etwas großem dunklen vor sich zusammen als sie frisch gewaschen zurück in den Garten kam. Sie machte einen Schritt zurück und besah sich was ihr da so unerwartet im Weg stand. Sie legte den Kopf fast in den Nacken und das Ende des Riesen zu sehen und ihr blieb ausnahmsweise mal die Sprache weg ,was und vor allem wer war das den?

    Das Zeug war einfach zu gut und sie reichte ihm ihren Becher freiwillig.


    „Ein Schock, ja das war es und auch jetzt ist es noch so ab und zu. Ich kann so manches einfach nicht verstehen. Sie nehmen alles so schrecklich ernst, vor allem sich selbst. Sie haben viele große Dinge erbaut und doch frage ich mich wozu?“


    Sie lacht


    „Ach ja ein Bad im dem es immer warm ist und es heißes Wasser gibt ohne das man es ranschleppen muss, ja das ist wirklich etwas auf das ich bestimmt nicht verzichten mehr möchte und auch die Häuser wie unseres. Warm und gemütlich selbst beim Sturm und nicht alle Tiere mit dabei. Aber der Wein mit dem Wasser, ihh bäh. Das hier ist das doch schon was ganz anderes.“


    Erneut nahm sie einen herzhaften Schluck.

    Ihm ging es wohl nicht anders, er stammelte etwas vor sich hin und wie es so oft bei solchen Dingen ist konnte Dagny sich auf einmal nicht mehr beherrschen und begann zu lachen.


    „" ähhhhm.......... Nunja.......ist das alles was du mir sagen willst ohne das es jemand hört? Da hast du aber schon mehr zustande gebracht.“


    Sie blieb auf einmall stehen und sah ihn an, ihr Blick war ernst und fast schon Herzzerreißend.


    „Harlif, bitte, es tut mir leid. Ich weiß auch nicht was in mich gefahren war. Ich wollte dich nicht verletzen. "


    Eigentlich wollte sie ihm jetzt alles sagen, das es ihr leid tut, das sie irgendwie eifersüchtig war und noch nicht mal wusste auf wen oder was, das er ihr fehlte und das sie Angst hat vor dem was sie fühlt, aber nichts von dem kam ihr über die Lippen. Nur ihre Augen zeiten die tiefe Trauer und Unsicherheit in ihr.


    "Sag was du mir sagen willst ich höre diesmal zu. Das verspreche ich dir."


    Soviel hatte sie gelernt in der vergangenen Zeit.

    Sie schüttelte den Kopf, als ob sie etwas abwerfen wollte und wirklich kam ihre Unbekümmertheit und Lebensfreude wieder zurück. Wie so oft wen sie etwas wollte oder sie etwas beschäftigte legte sie den Kopf etwas schief und sah ihn mit vorwitzigem Blick an


    „Wenn das so ist, das du mir vertraust kann ich dich ja auch um etwas bitten, oder?“

    Sie nahm den Becher entgegen und sah ihn immer noch etwas skeptisch an.


    „Ja, ich bin euch allen auch sehr dankbar dafür. Endlich habe ich eine Familie, eine Familie die mich sogar liebt…“ sie sah ihn an und lächelte, „…hoffe ich doch zumindest, oder?“


    Sie glaubte das es Bier war, was er ihr gab den als sie das letzte mal vom Met naschen wollte haben alle sie daran gehindert. So prostete sie ihm zu und nahm eine tiefen Schluck….oh es war süss und schmeckte wirklich gut. Mhhhhhhhhh noch einen gleich hinterher.

    Dagny war etwas überrascht darüber das ausgerechnet Loki sie hatte rufen lassen. Sie überlegte aber kam nicht dahinter was er wohl wollte. So machte sie sich auf und betrat neugierig den Balkon.


    „Heilsa Loki.“

    Dagny lachte und strich sich noch mal mit der Hand über die Nase.


    „Meinst du ich kann das? Mit dem Bogen kann ich ja etwas umgehen, zumindest zum Hasen jagen reicht es.“


    Klar würde sie es ausprobieren, warum nicht. Sie hatte ja eindrucksvoll erlebt was es bedeute sich zu verteidigen und somit zu überleben.

    Ein kleines Familientreffen? Dagny kam gerade aus dem Garten, noch mit frischer Erde an der Nasenspitze und einem Korb am Arm der ihr Werkzeug trug. Sie hatte wieder ein paar neue Pflanzen in die jung , frische Erde gebracht und war mit sich und der Welt zufrieden.
    Als sie die versammelte Mannschaft vor sich sah erhellte sich ihr Gesicht noch mehr und vor allem bei Arbjons Ansicht. Ihn hatte sie seit dem Fest nicht mehr gesehen.


    „Heilsa.“ Grüsste sie alle.

    Langsam wurde es kühl und die Sonne verschwand hinter den Bäumen. Dagny wendete ihr Pferd.


    „Habe ich dir je Schande bereitet? Ich bin dir so dankbar dafür das du mich in der Familie aufgenommen hast. Ich habe niemanden mehr nur noch Dich und die Familie. Du bist wie ein großer Bruder für mich, ich würde eher sterben als dir Schande zu machen. Da sei dir ganz sicher.“


    Ihr Blick war ernst und auch etwas treuer war wieder darin. Seit langem hatte sie nicht mehr daran gedacht das ihre direkte Familie ausgelöscht war. Jetzt war sie hier zuhause und es war ein schönes zuhause. Eigentlich kannte sie es ja auch nicht anders als das sie allein war doch war der Gedanke trotzdem schmerzlich das es da noch etwas anderes gegeben hatte und sie niemals mehr erfahren würde was es ist wirklich eigene eigene Familie zu haben.
    Vielleicht später, wen sie Ihre eigne Familie haben würde vieleicht aber das lag nun in einer etwas dunklen Zukunft.

    Dagny sah sehr zufrieden aus, sie freute sich sichtlich jemanden in ihrem Alter im Haus zu haben .


    „Warum sollte es mir etwas ausmachen, natürlich zeige ich dir alles Sveija aber jetzt iss erst mal in Ruhe.“


    Als Witjon so deutlich gähnte lachte sie.


    „Geh du mal ins Bett, dies hier ist auch eher eine Frauensache als das wir dich Schratt dabei haben wollen, oder?“


    Verschmitzt lächelnd sah sie zu dem Mädchen.

    Sie spürte seine Berührung und eine Welle der wärme und Vertrautheit jagte über ihren Rücken.


    „Du wolltest mit mir reden, über Dinge die nur für meine Ohren bestimmt sind.“


    Sie zögerte, wollte sie doch noch etwas sagen, sich bei ihm entschuldigen für ihre Reaktion doch kam kein Wort mehr über ihre Lippen. Ihr Herz raste und schlug ihr bis zum Hals.

    Dagny strich sich den schlichen Rock glatt, rückte den Gürtel zurecht. Es war der, den ihr Halrlif damals auf dem Markt gekauft hatte.


    „Ich wollte zwar gerade mit Witjon zur Schola, aber ich denke das kann warten oder du zeigst uns wo sie ist und begleitest uns.“


    Sie warf ihren beiden Begleitern einen Blick zu der sehr deutlich sagte dass sie sich wirklich zurückhalten sollten, der Anstand wurde schon gewahrt durch sie.

    Zitat

    Original von Tiberius Artorius Imperiosus


    Ach, eine Frau in die Mann sich verlieben kann ;)


    Mann muss bei dir halt nur aufpassen :D


    Ach was :) ich bin doch ein unschuldiges, junges, unwissendes Mädchen und das noch vom Lande *fg*

    Dagny sah mal wieder zwischen den Männern hin und her, lief hier wieder was ab was sie nicht beeinflussen konnte?
    Mit Harlif reden, allein ohne das jemand zuhörte?
    Wie sehr vermisste sie die Gespräche mit ihm in den letzen Wochen, oder war es sogar schon Monte her als sie auf der Weide waren? Sie lächelte als sie daran dachte und erneut wurden ihre Wangen rot und heiß.
    Sie würde dazu jetzt nichts mehr sagen, dies war nun Harlifs Entscheidung und sie hoffte im stillen das er den Vorschlag annahm.

    Kaum hatte sie das gesagt tauchte schon der nächste ihrer Familie auf. Erst war niemand da und dann kamen sie geballt, was war so typisch für sie.
    Phelan baute sich vor ihm auf wie einer der alten Helden aus den alten Sagen. Aber das was dann geschah, damit hatte sie nicht gerechnet.


    „Sag mal wer bist du das du meinen Vetter so anmachst. Er hat dich ruhig etwas gefragt und du…, du blaffst ihn so an.“


    Sie drehte sich zu Phelan


    „Das ist Harlif und er und Witjon sind zusammen gestoßen weil er keine Augen im Kopf hat.“


    Wieder zu Harlif


    „Was willst du mir sagen was du mir nicht vor den beiden sagen kannst?“


    Sie wäre am liebsten gleich mit ihm gegangen aber sie wusste das sie das jetzt nicht durfte, sie wollte schnell das Missverständnis aus der Welt schaffe aber sicher würden die beiden das jetzt auch nicht zulassen. Sie waren jetzt nicht zuhause du sie musste darauf achten wie sie in der Öffentlichkeit da stand. Hoffentlich machte er jetzt nicht noch alles schlimmer, sondern fand einen Weg. Auf der anderen Seite konnte sie auch nicht zulassen das er so mit ihre Familie umging.

    „Oh ne, das meinst du jetzt nicht ernst. Wehe du baust wirklich so was, ich rede nie mehr mit dir.“


    Ihre grünen Augen blitzten ihn an. Als er auf das letzte mal zusprechen kam sah sie auf den Boden und etwas röte schoss ihr ins Gesicht.


    „Es…es tut mir leid. Ich weiss nicht was da in mich gefahren ist.“


    Irgendwie schossen ihr fast schon wieder die Tränen in die Augen und sie schluckte sie runter.