Beiträge von Numerius Duccius Marsus

    Ah, der Legat war also auch verständigt worden und Witjon konnte endlich sein Anliegen vortragen.


    "Salve Legatus Vinicius Lucianus. Ich bin hier, weil ich ein Anliegen habe, das unser beider Beziehung betrifft."


    Er machte eine kurze Pause, in der er sich anders auf seinem Stuhl hinsetzte, dann sprach er weiter:


    "Ich möchte direkt zur Sache kommen, langes drum herum Reden ist nicht mein Fall. Ich würde gerne dein Klient werden, wie es bereits so viele Bürger dieser Stadt sind."

    Witjon folgte dem Mann und kam seiner Aufforderung nach.


    "Vielen Dank." sagte er und setzte sich.


    Er war beeindruckt von den verzierten Wänden und Mosaiken. Dieses Haus war definitiv nicht schlecht gemacht, hier ließ es sich bestimmt sehr angenehm leben.

    "Du sprichst weise Worte." sagte er in ernstem Tonfall.


    Doch dann wieder mit einem breiten Grinsen:


    "Aber das Essen und die Gesellschaft hier sind so gut, da lasse ich mich gerne dulden."


    Er schaute zu den beiden Frauen und zwinkerte Sveija zu, die ihr Gespräch mit halbem Ohr verfolgte, während sie mit Marga kochte.

    Nach einer gefühlten Ewigkeit, aber realen zwanzig Minuten kam Witjon nach kurzem, energischen Klopfen wieder rein. Er hatte sich gut beeilt und reichte dem Magister ohne großen Kommentar die Tabula hin.



    Befehl


    Hiermit versetze ich den Optio Marcus Iulius Sparsus, Legio II, zu den Frumentarii. Für die Koordination seiner Einsätze überstelle ich ihn dem Magister Officiorum des Legatus Augusti pro Praetore.



    gez.


    M Petronius Crispus



    "Bittesehr. Ich bin dann wieder in meinem Officium, wenn's recht ist."


    Mit diesen Worten postierte er sich bereits wieder an der Tür, die Hand auf der Klinke.

    Sim-Off:

    Nur zur Info: Der Scriba hat einen Schreibtisch direkt im Arbeitszimmer der beiden Leiter der Freya. Es gibt nur ein Officium, in dem alle arbeiten. ;)



    Ein Mann trat ein, den Witjon noch nie gesehen hatte und stellte sich vor.


    "Salve." begrüßte er den Kunden. Er deutete auf einen Stuhl vor seinem Schreibtisch.


    "Du möchtest der Freya Mercurioque also ein Angebot machen? Nun, bitte setz dich doch erst einmal. Kann ich dir etwas zu trinken anbieten?"

    Es war sonnig und eigentlich viel zu angenehmes Wetter für die Jahreszeit. Witjon saß während seiner Mittagspause auf einer Bank vor der Freya Mercurioque. Genüßlich ließ er sich ein Wurstbrot schmecken und beobachtete den Trubel auf dem Marktplatz.
    Plötzlich versperrte ein älterer Mann mit einem Maultierkarren Witjons Sicht. Er blickte hoch und wurde prompt in einem merkwürdigen Dialekt angesprochen.


    Gerlef
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    "Eh da. Bis du hier für Warenannahme zuständich?"


    Witjon zog eine Augebraue hoch und antwortete freundlich:


    "Jawohl, ich bin der Scriba Consortii der Freya Mercurioque. Was kann ich denn für dich tun?"


    Der Händler stieg von seinem Karren und reichte Witjon die Hand zum Gruß.
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    "Heilsa. Ich bin de Gerlef. Bin schon öfters hier gwesen, son paar Sachen vekaufen."


    Witjon stand auf und gab dem Mann die Hand. Gerlef...der Stand doch auch auf dieser Liste der germanischen Händler, die Beziehungen zu der Freya hatten.


    "Sehr angenehm. Mein Name ist Numerius Duccius Marsus. Dann bist du sicherlich hier, um uns Gewürzkräuter und Balsam anzudrehen."


    Gerlef grinste. Genau deshalb war er hier. Er führte Witjon zur Ladefläche seines Gespanns. Dort hob er die Plane hoch und deutete auf einige Kisten.
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    "Hier habsch einige der besten Gwürze, die man jenseits der Alpn kriegn kann. Und dadrinne is das Balsam verstaut, das de gute alte Albin habn will. Der atmet doch noch odr?" fragte Gerlef mit einem hoffenden Blick.


    Witjon winkte ab. Das würde er sich gleich ansehen.


    "Ja, Albin lebt noch. So schnell haut den nichts um. Aber komm, lass uns doch erst einmal reingehen. Eine Erfrischung kannst du bestimmt gut gebrauchen und nebenbei plaudern wir ein bisschen über dein Angebot."


    Er zwinkerte dem Helvetier zu und lenkte seine Schritte richtung Tür der Freya. Einem herumlungernden Angestellten rief er kurz zu, er solle bloß auf den Wagen aufpassen, dann öffnete er Gerlef die Tür.

    Witjon beobachtete Landos Hetze einige Momente mit hochgezogener Augenbraue, als dieser ihn endlich anfuhr. Eine Liste der Verträge? Ja klar! Er holte eine Tabula aus einem Fach seines Schreibtisches und hielt sie Lando hin.


    "Gemach, gemach. Meinst du die hier? Die musste ich letztens neu abschreiben, weil deine Sauklaue nicht mehr zu erkennen war. Habe außerdem den Vorfall mit diesem vermaledeiten Usipeter hinzugefügt."


    Auf Harlifs Kommentar hin konnte er nur grinsen. Der Herr Hadrianus ließ sich also auch mal wieder blicken. :D




    Verträge mit Händlern ohne römisches Bürgerrecht


    Feste Handelsverträge:



      [*]Arno vom Stamm der Chatten: Getreide, Kräuter


      [*]Redinga: Bienenwachs, Kräuter


      [*]Swogi vom Stamm der Friesen: Fisch
      - raffgierig, betrügerisch?


      [*]Blotan: Stoffe
      - Einfacher Bauer, bescheiden


      [*]Otrejon vom Stamm der Vangionen: Holz, kleinere Ladungen Edelholz
      - Loyal, prorömisch!


      [*]Swambawera: Eisen


      [*]Grimon, Rich der Mattiaker: Getreide, große Mengen Kräuter
      - Prorömisch, allerdings durch Hungersnöte gezwungen, Getreidelieferungen einzuschränken


      [*]Truwon: Gold
      - Äußerst knauserig. Trotzdem sicherer Goldlieferant.



    Lose Handelsverträge:



      [*]Swogi vom Stamm der Friesen: Bernstein
      - Lieferungen kommen von jenseits des Gebiets der Langobarden. Regelmäßigkeit der Lieferungen ist nicht sicher einzuschätzen.


      [*]Bulon: Edelholz und Gold
      - Achtung: Kerl ist unberechenbar und gerissen, Vorsicht walten lassen


      [*]Gerlef, helvetischer Händler: gelegentliche Lieferung von diversen Kräutern und Balsam
      ~> Wichtig: Gute Beziehung aufrecht erhalten, da günstig und neutral sowohl Römern, als auch Germanen gegenüber


      [*]Ludrinar, Fernhändler: Weihrauch, Balsam, Gold



    Abgebrochene Beziehungen:



      [*]Laipon vom Stamm der Langobarden: Hinterhalt bei Warenübergabe, bewaffnete Auseinandersetzung; Kopf hängt am Stadttor Mogontiacums.


      [*]Rahjon: Aufgeflogener Betrüger, bei drei Stämmen gesucht, vermutlich in Nord-Magna verschwunden.


      [*]Brandulf, Sohn des Richs der Usipeter: Ursprünglich Eisenlieferant; Hat Handelsposten in Magna geplündert - Waren der Freya entwendet. Vergeltungsaktion konnte noch nicht realisiert werden.




    Stand: ANTE DIEM X KAL MAI DCCCLVIII A.U.C. (22.4.2008/105 n.Chr.)

    Witjon beobachtete grinsend, wie Sveija den Käse holte und wie Silko anfing, das Zeug so wunderschön schief zu schneiden. Als Marga plötzlich in Gelächter ausbrach, konnte er sich auch nicht mehr halten und lachte laut los.
    Als er sich wieder beruhigt hatte, klopfte er Silko auf die Schulter und meinte scherzhaft:


    "Das machst du gut, Großer. Immer weiter so, das kann nur Pluspunkte geben bei den Damen des Hauses."


    Witjon grinste verschmitzt und beugte sich wieder grinsend über seine Bohnen, als ihn Sveijas strafender Blick traf. *schnippel schnippel* :D

    Na dolle...er nahm das Messer und begann die Bohnen zu schnibbeln. Zum Glück kam Silko bald hereingeschneit und setzte sich zu ihm. Witjon grinste ihn an und meinte dann zu Sveija:


    "Der hier braucht auch was zu tun, glaub ich." :D

    Endlich wurde ihm geöffnet und ein junger Mann stand vor ihm, vermutlich einer der Sklaven des Legaten. Er fragte nach seinem Begehr und Witjon antwortete ruhig:


    "Salve. Mein Name ist Numerius Duccius Marsus. Ich möchte in einer privaten Angelegenheit mit dem Legaten sprechen."

    Witjon kam in die Küche geschlichen und entdeckte Marga und Sveija, die gerade die Cena vorbereiteten. Er lächelte freundlich und begrüßte die Damen:


    "Heilsa ihr Lieben. Womit wollt ihr meinen Magen heute Abend beglücken? Das duftet ja schon köstlich!"


    Grinsend nahm er sich einen Schemel und setzte sich zu Sveija an den großen Tisch in der Mitte des Raumes. Die war gerade dabei, Brot zu schneiden.

    Witjon war frisch gewaschen aus dem Balneum gekommen und kleidete sich nun ein. Das Wetter war gut und Witjon stand eine Zeit lang am offenen Fenster und schaute auf die Straße hinunter. Es war relativ ruhig in den Straßen in dieser Gegend und Witjon genoß die Ruhe und das Vogelzwitschern, das man aus dem Garten hinterm Haus hörte. Dann jedoch stieg ihm der Geruch von Essen in die Nase. Sofort schloss er das Fenster und machte sich auf in die Küche, denn sein Magen knurrte bereits wie er hungernder Eber.

    Nach den Waffenübgungen, die mit kurzen Unterbrechungen fast den ganzen Tag eingenommen hatten, war Witjon ins Balneum gegangen. Er brauchte ein wenig Ruhe und Wusch sich nun mit kaltem Wasser ab. Die Seife auf der Haut tat gut und er musste daran denken, wie ein Römer jetzt mit einem Schaber und Olivenöl auf der Haut herumwerkeln würde. :D
    Er wusch sich ab und begab sich dann, mit einem Handtuch bekleidet in sein Zimmer. Hoffentlich hatte Marga heute wieder etwas besonders leckeres gekocht, er war dem Verhungern nahe...

    Uuh das wird morgen Muskelkater geben dachte sich Witjon und legte die Übungswaffen beiseite, um sich dann erst einmal im Balneum zu waschen.


    Sim-Off:

    Wow okay, das ist dann ja ganz schnell über die Bühne gegangen. ;)

    Witjon trat ein und schloss die Tür hinter sich. Ohne viel drumherum kam er direkt zur Sache:


    "Salve Centurio. Ich belästige dich nur ungern mit solchen sinnlosen bürokratischen Klamotten, aber ich brauche eine schriftliche Bestätigung, dass du den Optio Marcus Iulius Sparsus zum Magister Hadrianus Iustus weitergeleitet hast."


    Mit einem entschuldigenden Gesichtsausdruck und einem leichten Schulterzucken erwartete Witjon die Reaktion des Soldaten. 8)