Es war sonnig und eigentlich viel zu angenehmes Wetter für die Jahreszeit. Witjon saß während seiner Mittagspause auf einer Bank vor der Freya Mercurioque. Genüßlich ließ er sich ein Wurstbrot schmecken und beobachtete den Trubel auf dem Marktplatz.
Plötzlich versperrte ein älterer Mann mit einem Maultierkarren Witjons Sicht. Er blickte hoch und wurde prompt in einem merkwürdigen Dialekt angesprochen.
Gerlef
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"Eh da. Bis du hier für Warenannahme zuständich?"
Witjon zog eine Augebraue hoch und antwortete freundlich:
"Jawohl, ich bin der Scriba Consortii der Freya Mercurioque. Was kann ich denn für dich tun?"
Der Händler stieg von seinem Karren und reichte Witjon die Hand zum Gruß.
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"Heilsa. Ich bin de Gerlef. Bin schon öfters hier gwesen, son paar Sachen vekaufen."
Witjon stand auf und gab dem Mann die Hand. Gerlef...der Stand doch auch auf dieser Liste der germanischen Händler, die Beziehungen zu der Freya hatten.
"Sehr angenehm. Mein Name ist Numerius Duccius Marsus. Dann bist du sicherlich hier, um uns Gewürzkräuter und Balsam anzudrehen."
Gerlef grinste. Genau deshalb war er hier. Er führte Witjon zur Ladefläche seines Gespanns. Dort hob er die Plane hoch und deutete auf einige Kisten.
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"Hier habsch einige der besten Gwürze, die man jenseits der Alpn kriegn kann. Und dadrinne is das Balsam verstaut, das de gute alte Albin habn will. Der atmet doch noch odr?" fragte Gerlef mit einem hoffenden Blick.
Witjon winkte ab. Das würde er sich gleich ansehen.
"Ja, Albin lebt noch. So schnell haut den nichts um. Aber komm, lass uns doch erst einmal reingehen. Eine Erfrischung kannst du bestimmt gut gebrauchen und nebenbei plaudern wir ein bisschen über dein Angebot."
Er zwinkerte dem Helvetier zu und lenkte seine Schritte richtung Tür der Freya. Einem herumlungernden Angestellten rief er kurz zu, er solle bloß auf den Wagen aufpassen, dann öffnete er Gerlef die Tür.