Beiträge von Titus Duccius Vala

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    Hatte sich die Schlacht schon einen Großteil des Tages hingezogen, hatte die Verfolgung der fliehenden Kaiserlichen und die Festsetzung eines Großteils dieser den Rest des Tages verschlungen. Als die Sonne zu sinken begann, wurden die Verfolger zurückgerufen: die Fliehenden, die bis dahin noch nicht gepackt worden waren hatten halt Glück gehabt. Nachts würde man sie ohnehin nicht aufspüren können, und man brauche jeden noch einigermaßen kampfstarken Mann im Lager. Jedem derer, die zum Lager und damit zum Schlachtfeld zurückkehrten bot sich ein Anblick, den man nicht so leicht vergessen würde: was von weitem aussah wie eine riesige Müllkippe war von nahem gesehen nichts anderes als eine schreckliche Ansammlung der Hinterlassenschaften einer Schlacht. Zerstörte und auf der Flucht unachtsam liegengelassene Ausrüstung war ebenso zu finden wie tausende Körper von verwundeten, sterbenden oder schon toten Menschen als auch ihren tierischen Helfern.
    Das Schlachtfeld ließ keinem Sinn die Flucht ins Monotone: wurden die Augen durch den Anblick malträtiert, wurde die Nase eines jeden durch den fürchterlichen Gestank der Angst und des Todes attackiert, nur geringfügig durch den Qualm jener Brände verdeckt, die dort ausgebrochen waren wo die Kampfhandlungen Verschanzungen und Ausrüstungen hatten in Flammen aufgehen lassen. Am schlimmsten aber bekamen es die Ohren ab: das Geschrei, Gejammer und Gewimmer derer die litten drang einem jeden bis ins Mark... und es waren tausende, die hier bis zum Tode litten.
    Der Astico hatte sich bereits im Norden dunkelrot verfärbt vom Blut all jener, die in ihm gefallen waren, und so war er am Ende des Schlachtfeldes im Süden nicht weniger als eine bizarre Allegorie auf das, was hier geschehen war: Blut war in Strömen geflossen.


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    Hatte es erst so ausgesehen, als würde der Ausfall der achten Legion einige Schritte den Hang hinunter vollkommen versanden, weil der Legat der XXIII. seine Legion voll im Griff hatte, hatte sich schließlich in der südlichen Flanke doch etwas bewegt: die XXIII. Legion hatte sich dem Druck der auxiliaren Kavallerie der Ala I. und Ala II. und nicht zuletzt dem Druck der VIII. Legion beugen müssen. Was man allerdings erst nachher feststellte: das, was der XXIII. Legion den Rest gegeben hatte, war die Nachricht gewesen, dass der laberische Feldherr der Kaiserlichen gefallen war.
    Für die Soldaten der VIII. Legion und nicht zuletzt ihren Befehlshaber machte es keinen Unterschied: die XXIII. Legion brach und wandte sich zur Flucht... was dem Duccius die Möglichkeit gab seine Reihen neu zu ordnen und mit den beiden Reservecohortes, die noch nicht so lange im Kampfgeschehen gewütet hatten wie die anderen deutlich geschundeneren Cohortes seiner Legion, in die nunmehr freie südliche Flanke der XXV. Legion zu fallen um die II. Legion zu entlasten... und schließlich auch hier die Gegenwehr der Kaiserlichen zu brechen.
    "FÜR ARGENTORATE!!!" , konnte man Vala hören, als er seine Männer zu Pferde noch weiter motivierte, schließlich war der Sieg so nahe: "VORWÄRTS, MÄNNER!!! EIN LETZTES MAL, UND DER SIEG IST UNSER!!!"


    Titus Sempronius Blaesus

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    Und auch der Sempronier schloss sich mit den ihm verbliebenen Reitern beider Alen dem Angriff auf die XXV. Legion an, allerdings nicht in der Flanke der gegnerischen Legion... sondern direkt in ihrem Rücken. So wurde die nun südlichste Legion der Kaiserlichen massiv in die Zange genommen... und der Druck wuchs mit jedem Schritt eines benagelten Fußes oder Hufs. Auch er, der bereits zweifach siegreiche Offizier dieser Schlacht, feuerte seine Männer an die Entscheidung so schnell wie möglich herbeizuführen....
    "VORWÄRTS!! MACHT SIE NIEDER, MÄNNER, DENN MARS IST MIT UNS!!!"

    http://www.kulueke.net/pics/ir…pezielle/valahelfer09.png Selbst Lintrad blieb das triumphierende Geheul der germanischen Söldner nicht verborgen... irgendetwas war vorgefallen, und er hatte nicht die geringste Ahnung was. Wahrscheinlich würde er auch nicht rausfinden was da geschehen war bis er sich aufmachte um es herauszufinden... und so neugierig war er sicherlich nicht um wegen so einer Sache sein kostbares Leben auf Spiel zu setzen. Nein, er blieb wo er war, und beobachtete mit wachsendem Amüsement, wie die germanischen Söldner sich behaupteten. Zwar schafften sie es nicht die Römer zurückzudrängen (was bei abnehmend eintausend Mann wohl etwas zuviel gewesen wäre), aber sie blieben einigermaßen stabil wo sie waren... manchmal einige Schritte weiter hinten, mal weiter vorne.
    Als einer der Germanen, offensichtlich verletzt, sich nahe ihm in Sicherheit schleppte und dabei in offensichtlicher Raffgier einiges an metallenem Beiwerk an sich klammerte, dass offenbar kurz zuvor einem Römer abgenommen worden worden war, stapte Lintrad aus seinem Versteck und verlangte zu wissen, was dort vor sich gegangen war.
    Als der Mann ihm eröffnete, dass der römische Feldherr von einem ihrer Bogenschützen getötet worden war, lachte Lintrad nur lauthals auf, so bizarr war die Situation für ihn. Hatte man während des ganzen langen Marsches die paar Männer, die tatsächlich ihre Jagdwaffen mit auf den Raubzug genommen hatten, als arme Irre verschrien, sollen diese paar jetzt tatsächlich den Feldherrn der Gegner ausgeschaltet haben? Das würde zu Denken geben... und zwar lange.


    Lintrad, immernoch lachend, zog sich zurück in sein Gebüsch und beobachtete weiterhin amüsiert, wie sich man sich auf der Länge der Hügelkette den Kopf einschlug... bis schließlich dort, wo er den jungen Alrik vermutete, das gegnerische Heer auseinanderbrach.

    War es Wahnsinn, der Vala hierher getrieben hatte? Mitten in das Schlachtgetümmel, zwischen die fechtenden Männern der beiden Heere?
    Mit jedem Stich vom Rücken seines Pferdes hinunter, den Vala auf einen armen kaiserlichen Hund tat, kam ihm der Gedanke reeller vor: was bei Loki machte er hier? Wieso war er noch nicht tot? Ein Mann auf einem Pferd in einem Heer aus Infanteristen.. eine größere Einladung gab es nicht. Und doch blieb das tödliche Geschoss aus... wohl, weil sich alles Werfbare verworfen hatte. Und warum holte ihn niemand von seinem Pferd? Weil sich seine Männer um ihn scharrten wie Dreck sich meist zu einem Klumpen zusammenballte. Und dieser Dreckklumpen gab einem anderen Klumpen Dreck gehörig auf die Fresse.


    Wenn man von einem Sturm sprechen konnte, wenn römische Legionäre geschlossen unter Beibehaltung der Schlachtordnung (die sich ohnehin bald wieder auflösen würde) auf einen Gegner eindroschen, so hatte die achte Legionen gerade wohl einen auf die dreiundzwanzigste losgelassen. Dem ersten Ansturm der beiden frischen und unverbrauchten Cohortes hatten die Kaiserlichen wenig entgegenzusetzen, sie waren zwar nicht überrannt worden... sehr wohl aber übermarschiert. Hinter Vala wurden bereits die ersten kleineren Gruppen an Kaiserlichen entwaffnet, die auf der falschen Seite der Verschanzung stecken geblieben waren.. vor ihm war das Heer des falschen Kaisers in Rom einige Schritte hinter die Verschanzung zurückgewichen.
    Aber es brach nicht... soviel Glück war ihm dann doch nicht zuteil. Von unten konnte er beobachten wie das zurückgewichene Heer sich schwer damit tat etwas den verbissenen Angriffen des Semproniers und seiner Reiter entgegenzusetzen. Aber hier oben tat sich erst einmal gar nichts mehr.
    Der Legat der dreiundzwanzigsten Legion hatte es offensichtlich fertig gebracht seine Männer zusammenzuhalten und vor der Flucht zu bewahren, was Vala freilich sauer aufstieß, schließlich hatte er eigentlich genau dies vorgehabt: den Feind durch den massiven Ausfall zur Flucht zu drängen.
    Er konnte den Mann sogar sehen, immerhin hatte dieser sich in der brenzlichen Situation selbst in die ersten Reihen gestellt, ebenfalls mit zu Pferd, ebenfalls unbelligt vom Feinde. Nicht nur einmal wurden stumme Blicke ausgetauscht während man sich der einfacheren Männer des jeweiligen Gegners erwehrte... zu einem Duell der Offiziere kam es an dieser Stelle allerdings nicht. Nur Worte wurden hin und hergeworfen:
    "ERGIB DICH ENDLICH!"
    "ERGIB DICH SELBST, WELPE!!!"


    Der Vorstoß schlief ein... wie Vala es zu seiner eigenen Schande und erneut wachsender Verzweiflung erkennen musste. Wie lange sie sich jetzt hier auf dem unteren Hügel festbissen konnte er gar nicht mehr sagen. Wann hatte er den Befehl zum Vorstoß gegeben? Vor zehn Minuten? Einer halben Stunde? Einer ganzen? Er wusste es nicht mehr... dem Schweiß in seiner Tunika zufolge befand er sich schon eine ganze Weile im aktiven Schlachtgetümmel, auch wenn der Pulk an Männern um ihn herum kaum einen Gegner wirklich zu ihm durchließ. Wenn es mal doch ein vorwitziger Trottel schaffte sich Zugang zu ihm zu erprügeln war es schon fast zu einfach für Vala diesen mit einem Stich vom Pferd herunter wieder zurück zu drängen... oder gleich auszuschalten.


    Dann geschah irgendwas, auf das Vala schon längst nicht mehr gehofft hatte. Und das, so lange nach seinem Ausfall über die Verschanzungen hinweg, zeitlich entrückt wirkte: das gegnerische Heer löste sich auf. Erst waren es nur einige wenige, die Vala entweichen sah als der Sempronier seine Reiter ein weiteres Mal zurückzog um sich eine neue Stelle für seine Nadelstiche auszusuchen. Einige wenige Männer, die in offensichtlicher Unordnung das gegnerische Heer verließen, offensichtlich in Flucht.
    Als es dann mehr Männer wurden, fiel auch dem gegnerischen Legaten das Treiben im hinteren Teil seines Heeres auf... denn nach einem erneuten Nadelstich des Semproniers lösten sich gleich zig Männer aus ihren Formationen, warfen ihre belastende Ausrüstung von sich und rannten so schnell es ging in die Richtung in der der Sempronier nicht mit seinen Männern wartete. Der Legat erkannte den Prozess und verlor keine Zeit: Hals über Kopf preschte er durch die ihm verbliebenen Reihen seiner Legion und versuchte unten die Ordnung wieder herzustellen... und Vala begriff sofort die Wichtigkeit dieses Moments: "MÄNNER ARGENTORATES, SEHT!! DER FEIND FLIEHT! SEIN HEER LÖST SICH AUF!!! GREIFT EIN LETZTES MAL AN!! EIN LETZTES MAL IST MARS BEI UNS!!! GREIFT AN UND VERTREIBT DIE SCHERGEN DES URSUPATORS!!"
    Natürlich schrie er dies vor allem den Männern des Feindes zu, die das hastige Verschwinden ihres Legaten natürlich nicht übersehen hatten. Die Männer der Achten hatten die Auflösung des Feindes natürlich ebenfalls mitbekommen, und durch die Schlachtreihen rief man sich gegenseitig zu, dass man die Schlacht gewinnen würde... denn die XXIII. löste sich auf. Und auch in den Reihen des Gegners schien man sich dessen Gewahr zu werden, was unten vor sich ging: immer mehr Köpfe wandten sich ab um zu beobachten wie sie von den eigenen Kameraden im Stich gelassen wurden... und schließlich schien es nicht mehr zu brauchen als einen leichten Hauch von Seiten der geschundenen achten Legion, um die gegnerische Heer zu zerbrechen: Stelle für Stelle gab nach, ganze Centurien schienen in Unordnung zu verfallen und schließlich gänzlich zu fliehen... und plötzlich befand Vala sich mit seinen Männern in wilder Verfolgung den Hügel hinunter.
    Das Schwert hoch erhoben trieb er seine Männer durch die Reihen des Feindes, und längst ging es nicht mehr darum den Gegner zu vernichten als darum so viele wie möglich sofort gefangen zu nehmen um eine Neuordnung der Legion zu verhindern.


    Titus Sempronius Blaesus

    http://www.kulueke.net/pics/ir…/f-roemer-soldaten/30.jpg Und auf einmal stand er dem vollkommen abgekämpften Sempronier gegenüber, der sich dennoch zu einem müden Grinsen durchringen konnte: "Duccius... wie ich sehe, hat Pluto dich verschont."
    "Hah! Fortuna ist mir hold, Sempronius! Ich freue mich, dich noch wohlauf zu sehen..." , erwiderte Vala, dem diese Szene inmitten des Flucht-Verfolgungs-Getümmel reichlich unwirklich erschien.
    "Ich freue mich auch, mich noch wohlauf zu sehen...", grinste der Sempronier und deutete auf eine Gruppe von vier seiner Reiter, die in ihrer Mitte einen Mann zu Pferde festhielten, der ebenso abgekämpft aussah... und der Vala seltsam bekannt vorkam, "Ich hab mich schon einmal selbst beschenkt. Der Kerl meinte tatsächlich, man würde einen Legaten ohne Helm nicht wieder erkennen."
    "Gratuliere zu diesem Fang... aber es ist noch nicht vorbei, Sempronius... die anderen Legiones befinden sich noch im Kampf, wir müssen ihnen helfen." , nickte Vala mit sorgenvoller Miene gen Norden, wo immernoch Schlachtgetümmel zu hören war. Der Kampeslärm ließ sich nicht lange ignorieren, wo sie hier doch einen Moment der Ruhe erkämpft hatten.
    "Ja. Aber so Mars will werden sie das nicht mehr lang sein... die dreiundzwanzigste brach, weil sie nebst unserer Zange noch ein anderes Unheil ereilte... und das war zuviel für sie: ein paar Gefangene erzählten, dass Laberius Maturus von deinen Söldnern gemeuchelt wurde.", erzählte der Sempronier und stützte sich dabei auf seinem Sattel ab, während um sie herum immer größere Teile des gegnerischen Heeres von der Reiterei aufgehalten wurden um sie schließlich zur Aufgabe zu zwingen.
    "DAS sind wahrlich gute Nachrichten!" , jubelte Vala und schlug sich mit dem flachen Schwert auf den Helm, "Soviel Dusel können wir doch gar nicht haben. Aber genug dessen, es sterben immernoch Männer... lasst uns fortschreiten. Wir brauchen deine Reiter, und zwar alle... PICELIUS, VANNIUS!!!" , schrie er über die Köpfe der Männer hinweg zwei der ritterlichen Tribunen zu sich, "Nehmt eure Cohortes und sorgt für die Entwaffnung des Rests der dreiundzwanzigsten... aber behaltet uns im Auge, nicht dass uns jetzt noch der Sieg entgleitet. Sempronius,.. mach einfach da weiter wo du aufgehört hast. Nur bei der fünfundzwanzigsten. TERPOLIUS! BRING DEINE MÄNNER IN ORDNUNG, JETZT PACKEN WIR UNS DIE FÜNFUNDZWANZIGSTE!!! WEITER GEHT'S, NOCH HABEN WIR NICHT GEWONNEN!!!"
    Sprach's, und marschierte mit den beiden Reservecohortes direkt in die nun neue Flanke der fünfundzwanzigsten Legion...

    http://www.kulueke.net/pics/ir…pezielle/valahelfer09.png Als eine Gruppe römischer Reiter herbeigeritten kam, hatte Lintrad sich noch kleiner gemacht als man einem sowieso schon so kleinen Mann weiter zutrauen könnte. Im Buschwerk abseits der Via versteckt hatte er bisher beobachtet, wie die Germani sich mit Verve auf die römischen Legionäre geworfen hatten... und dabei für einige Unruhe sorgten.. zumindest soweit er das erkennen konnte.


    Sobald sich allerdings die Reiter der Römer gezeigt hatten, hatten die Römer wieder an Ordnung gewonnen und die germanischen Söldner zurückgedrängt... das wütende Geschrei derjenigen, die nun weichen mussten hallte gar bis zu ihm herüber.
    Lintrad konnte freilich aus der Entfernung nicht entdecken, was an den Reitern so besonders war, dass sie es schafften die Römer zu erneuter Ordnung zu rufen um die Söldner zurückzudrängen, aber sie hatten damit großen Erfolg.


    Es dauerte eine Weile bis sich die Germanen zu einem erneuten Vorstoß entschlossen, der versteckte Halbwüchsige hatte sich schon sorgen gemacht das Versteck wechseln zu müssen... doch dann nahm das Gebrüll vollkommen neue Dimensionen an, als die Germanen sich anscheinend mit neuer Energie auf die Römer warfen... offenbar genau dort, wo die Reiter die Römer anführten. Selbst aus der Distanz war unmissverständlich: die Germanen wollten auf Teufel komm raus die Reiter niedermachen... Stahl klirrte, Speere flogen und Flüche in mindestens zwanzig verschiedenen Dialekten wurden den Römern entgegengeworfen während sie mit dem berühmten germanischen Furor auf die Römer eindrängten.

    http://www.kulueke.net/pics/ir…/f-roemer-soldaten/08.jpgNachdem er bei den Offizieren der zweiten Legion Bericht erstattet hatte, ritt er weiter gen Norden zur Ersten, wo er sich ebenfalls den erstbesten höheren Offizier griff und ihm meldete: "KAVALLERIE DES URSUPATORS GESCHLAGEN UND GEFLOHEN! UNSERE REITEREI UNTERNIMMT ANGRIFF AUF LEGIO DREIUNDZWANZIG... TRIBUNUS DUCCIUS UNTERNIMMT MASSIVEN AUSFALL MIT DER ACHTEN ÜBER DIE VERSCHANZUNG MIT RESERVECOHORTES. FALLS ERFOLGREICH WIRD DIE ZWEITE FOLGEN. VIELLEICHT..."
    Was die Offiziere der Legio Prima dann befahlen war deren Sache.. aber es war klar, dass man auf eine Kettenreaktion hoffte.

    http://www.kulueke.net/pics/ir…/f-roemer-soldaten/08.jpgKurz nachdem der Jubel im Süden aus Richtung der VIII. erscholl und die ersten Soldaten der II. mitbekamen wie die südliche Flanke mit den beiden verdeckten Reservecohortes einen massiven Ausfallversuch unternahm, kam auch schon ein Meldereiter herbeigeritten, der sich lauthals schreiend nach irgendeinem Offizier erkundigte... und sobald er diesen gefunden hatte ihm die folgende Nachricht ins Ohr brüllte: "KAVALLERIE DES URSUPATORS GESCHLAGEN UND GEFLOHEN! UNSERE REITEREI UNTERNIMMT ANGRIFF AUF LEGIO DREIUNDZWANZIG... TRIBUNUS DUCCIUS UNTERNIMMT MASSIVEN AUSFALL ÜBER DIE VERSCHANZUNG MIT RESERVECOHORTES. FALLS ERFOLGREICH GLEICHES MANÖVER VON DER ZWEITEN ERBETEN..."
    Er musste nicht erwähnen, was man tuen sollte wenn der Ausfall nicht erfolgreich wäre: dann wäre die VIII. geliefert und die II. würde die neue Flanke stellen.

    Als eine weitere Stelle der langen Verteidigungslinie einbrach, und Soldaten der XXIII. Legion herüberströmten um die der VIII. Legion zu Kleinholz zu verarbeiten, hatte Vala ganz klar mit dem Gedanken gespielt doch noch ein Testament aufzusetzen. Nicht, weil er eins brauchen würde (seine Familie würde sowieso entrechtet und ihres Besitzes beraubt sobald dieser Krieg in einigen Momenten erst einmal mit vielen toten Rebellen zuende gegangen war), sondern weil es irgendwie eine zwangsläufige Anwandlung war sein Testament machen zu wollen wenn man dem Tod ins Auge blickte. Dann war ihm eingefallen, dass Sirius sich gerade um den einige hundert Schritte weiter auf dem Hügel im Feldlager untergebrachten Praefectus Praetorio kümmerte... der wahrscheinlich in nicht allzu ferner Zeit aus seiner Gefangenschaft befreit werden würde.

    http://www.kulueke.net/pics/ir…pezielle/valahelfer11.png "Habe ich schon gesagt, dass das hier alles verdammt SCHEISSE aussieht, Junge?" , knurrte der Primus Pilus der achten Legion, schlechter gelaunt denn je zuvor. Sein Gesicht war mittlerweile nur noch eine starre Maske aus Dreck, Blut und all dem anderen Zeug das auf Schlachtfeldern so durch die Gegend flog (wahrscheinlich die Eingeweide eines unglücklichen Kaiserlichen), und so konnte Vala nurmehr erahnen wie schlecht gelaunt die Visage dahinter wirklich war. Die erste Centuria der Legion war mittlerweile ganze sechs Mal vorne gewesen und wie alle anderen Centuriae auch bedeutend geschrumpft... das Feldlazarett war mittlerweile nicht mehr im Wald auf der Hügelkuppe unterzubringen und längst den Hügel hinuntergewachsen. Und Valas Hoffnungen die Schlacht zu überstehen ins bodenlose gefallen. Das war es... sein erstes Kommando, und er versaute es kräftig.
    "Ja... ja... hast du." , verzog Vala missmutig die Lippen, längst auf seinem Gaul zu einer Art Salzsäule im Schlachtgeschehen erstarrt, gleichwohl vor Schreck erstarrt und dabei äußerst repräsentativ dreinschauend.
    "Wessen Idee war diese bescheuerte Finte noch einmal?" , hackte der Primus Pilus weiter unverdrossen auf ihm herum, um ihm die wenigen Momente vor der Niederlage noch saurer zu gestalten, und seine Worte ätzten wie blanke Säure, "Du weißt schon, die mit den zwei zurückgehaltenen Cohortes im Wald, die der Gegner im Norden vermutet und bei ihrem plötzlichen Auftauchen für Furcht und Schrecken sorgen sollen?"
    "Meine." , seufzte Vala, innerlich ein Häufchen elend, außen einfach nur stumm und starr.
    "Dann wissen wir ja jetzt bescheid..." , trat der Paccius noch einmal genüsslich nach, "Wer gleich ein komplettes Heer auf dem Gewissen haben wird. Gratuliere, du gottverdammter..." , bevor der Primus Pilus mit seiner Schimpftirade fortfahren konnte, wallte Jubel auf... und das nicht von Seiten der Kaiserlichen, wie Vala und offensichtlich auch der Paccier erwartet hatten. Irritiert suchte Vala den Ursprung des Jubels, der die Schlacht für einen Herzschlag lang zum Stillstand brachte, weil alles nach dem Ursprung des Jubels Ausschau hielt... und als einer der nahestehenden Soldaten mit einem glockenhellen "DA!!! SEHT!!! DIE REITEREI DES URSUPATORS FLIEHT!!" den Hügel hinunter deutete, wo tatsächlich gerade die Männer der beiden Alen unter Sempronius Blaesus der fliehenden Kavallerie des Gegners nachsetzte. Die Hoffnung, die dieses eine Bild in Vala weckte, schlug sich in ihm nieder wie ein der Einschlag des Monds selbst. Einen Moment wurde ihm schwarz vor Augen, weil sich mit Gewalt ein ebenso großes Stück Anspannung in ihm löste das ohne Probleme die Alpen hätte einebnen können.
    "Welche Göttin hast du gefickt, dass sie dir jetzt so dermaßen den Arsch rettet?" , fluchte der Paccier in der Tonlage eines Menschen, der Erleichterung nur durch Flüche kommunizieren konnte... wie alles andere auch. "Ach, vergiss es... hauptsache irgendwer rettet uns jetzt... " , wollte der alte Offizier fortfahren, da hatte Vala sich schon umgewandt und so laut den Hügel hochgebrüllt, dass ihm der Hals noch Tage darauf schmerzen würde: "JETZT IHR NARREN!!! BRINGT SIE RUNTER!!! MACHT ENDLICH!!! TERPOLIUS!!! BRING SIE VERDAMMT NOCHMAL RUNTER!!!!"
    Der ritterliche Tribun war seinen Sold auf jeden Fall wert, und er hatte den Jubel ebenso mitbekommen wie den Grund dafür: keine Minute später marschierten zwei nahezu komplette Cohortes frischer, unverbrauchter und vor allem vollkommen ausgeruhter Legionäre aus dem Wald heraus und kamen unter dem Jubel ihrer bereits schlachtgezeichneten Kameraden den Hügel herunter marschiert, um mit Macht in die Stellen zu brechen, die gerade heiß umkämpft waren.... just in dem Moment, in dem von unten der Sempronier mit seinen Reitern die ersten Salven Hastae auf die XXIII. Legion niedergehen ließ und die Falle dadurch zuschnappen ließ.
    "DIES IST DER MOMENT DEN MARS UNS GESCHENKT HAT, GLORREICHE MÄNNER DER ACHTEN, IHR HABT WACKER GEKÄMPFT!!!" , brüllte Vala wie ein Wilder seinen Männern zu, vollkommen Trunken von dem Wink des Schicksals, der ihnen gerade zuteil worden war.. und trieb sein Pferd durch die Reihen seiner Männer, um sie ein letztes Mal zu animieren!
    "DIE REITEREI DES URSUPATORS IST GESCHLAGEN! SEMPRONIUS BLAESUS KOMMT UNS ZUHILFE, TREIBEN WIR IHM DIE SCHÄNDER PATAVIUMS IN DEN RACHEN!!! ER IST DER AMBOSS... WIR SIND DER HAMMER!!! FÜR ARGENTORATE!!! SCHLAGT ZU!!!"
    Vollkommen heiser geschrien gab Vala seinem Pferd die Sporen und führte es schließlich direkt ins Getümmel, wo er den erstbesten Kaiserlichen einfach niederritt... und erst jetzt griff er zum ersten Mal in der ganzen Schlacht an sein Gladius um es auch wirklich zu gebrauchen.
    Hinter sich brauchte er nicht zu blicken, zumindest die ausgeruhten Soldaten der beiden bisher zurückgehaltenen Cohortes hatten seinen Schlachtruf aufgenommen und stürzten sich nun auf die Kaiserlichen um sie zurück hinter die Verschanzungen und noch viel weiter zu treiben... und hoffentlich auch zunehmend jene, die sich bereits schon seit einiger Zeit mit den Kaiserlichen schlugen. Vala konnte nur hoffen, dass die Legati der anderen Legionen sahen, wie sie auf den Gegner einstürmten um es ihrem Beispiel gleich zu tun.... denn jetzt galt es: alles oder nichts!

    http://www.kulueke.net/pics/ir…pezielle/valahelfer09.png War es seine Idee gewesen, zurück zum Schlachtfeld zu marschieren? So wie seine Beine sich anfühlten waren sie quer durch Italia gelaufen um schließlich wieder dahin zurückzufinden wo sich gerade zigtausende Römer gegenseitig den Schädel einschlugen... dabei waren sie nur etwas mehr als eine Stunde durch die Gegend getigert!
    Lintrad war sicherlich alles andere als ein perfekter Stratege, und Uodalrihhi hatte mehr Ratgeber als nur ihn um die tausend germanischen Söldner zu befehligen. Letztlich waren sie den Weg wieder hochmarschiert, den einige Stunden zuvor die kaiserlichen Truppen hochmarschiert waren... und auf einmal tauchten sie mitten im Rücken der kaiserlichen Schlachtlinie auf. Das war auch für einen Laien wie Lintrad gar nicht mal so blöd.. hatte allerdings auch seine Risiken. Von unten herab konnte er sehen, wie sich in der südlichen Flanke des Schlachtfeldes, unter dem Kommando seines ehemaligen Schützlings, Kaiserliche und Rebellen zu hunderten massakrierten... aber daran liefen sie vorbei. Sie liefen auch an der zweiten Legion vorbei, die sich mit der XXV. Legion schlug... und ebenso an der ersten Legion, welche versuchte die vierzehnte Legion vom Sturm auf die Hügelkette abzuhalten. Alles in allem aus der Entfernung betrachtet ein interessanter Anblick... und doch ging ihm nicht im geringsten auf, wo sie jetzt eigentlich hinwollten.
    Als sie die erste Legion und ihren Gegner passierten, sah Lintrad die Gelegenheit gekommen das zu tun, was er immer tat kurz bevor die ersten Kampfhandlungen losgingen: er verpisste sich.
    In seinem Fall war das relativ einfach... er ließ sich einfach ins Gras abseits der Straße fallen. Auf ihn achten würde sowieso niemand... und ihn vermissen? Nein, sicher nicht.
    So konnte er aus sicherer Entfernung beobachten, wie sich Uodalrihhi und die ihm folgenden Germanen die zig Schritte zum Schlachtfeld in immer sichtbarerer Anspannung zurücklegten... und schließlich zwischen der XIII. und der XIV. Legion quasi beiden in den Rücken fielen. Natürlich waren die Römer nicht dumm und hatten sich bereits zur Abwehr der unerwartet und doch nicht plötzlich auftauchenden Germanen aufgestellt... und doch: das, was nun hinten gebunden wurde, erleichterte den Verteidigern Vicetias und den Männern der Legio I. oben auf dem Hügel die Arbeit.
    Lintrad konnte nicht einmal ausmachen, mit welcher Verve sich die Barbaren aus dem Norden auf die Römer warfen.. aber er hatte eine recht gute Vorstellung davon. Jeder Römer trug Metall am Leib, dass im freien Germania einen guten Preis abwerfen würde. Jeder tote Römer bedeutete mehr Beute.. und mehr Beute war genau das, was die Germanen sich holen wollten.

    Für den schnellen Überblick:

    Wann sollte ich ein Bild NICHT im IR einbinden?


    Wenn der Urheber NICHT eindeutig und klar erkennbar zum Bild schreibt, dass man dies (mglw. unter einer CreativeCommons-Lizenz) verwenden darf
    und
    wenn der Urheber des Bildes nicht klar zu identifizieren ist


    BITTE LESEN - Nähere Erläuterung:


    Viele von uns benutzen Bilder um IR um die Atmosphäre plastischer und greifbarer darzustellen und die Vorstellungskraft mit etwas mehr als nur Text zu unterstützen. Wie die SL zuletzt festgestellt hat, gibt es da für die einzelnen Spieler als auch für die Betreiber des IR an sich einiges zu beachten:



    Es ist ziemlich knifflig mit Bildern in Foren um sich zu schmeissen... vor allem, weil Bilder im Internet massenhaft zugänglich sind und eben dadurch auch suggeriert wird, dass man sie nach eigenem Belieben benutzen und verteilen könnte... solange es nicht kommerziell geschieht.


    Fakt ist jedoch, dass ein Großteil der Bilder im Internet urheberrechtlich geschützt ist. Sogar die sogenannten Screenshots/caps aus Filmen sind urheberrechtlich im Besitz des jeweiligen Filmverlags der die Rechte an dem Film an sich besitzt. Das gleiche gilt für so ziemlich jede Art von grafischer Abbildung: Fotos, digitale Grafiken, Screenshots aus Filmen, Clips, Programmen (auch Computerspielen!)
    Man sollte vor allem bedenken: Bilder müssen nicht mit einem Copyright-Vermerk versehen werden, damit sie geschützt sind, sondern sie müssen mit einem entsprechenden Copyright-Vermerk versehen werden, damit ersichtlich wird, dass sie es _nicht_ sind.
    Solange ein Bild nicht mit einem entsprechenden Vermerk versehen ist, kann man durchaus und ohne große Zweifel davon ausgehen, dass es nicht freigegeben und die Nutzung stark eingeschränkt ist.
    Weiteres zu dem Thema gibt es hier und hier und hier.


    Kurzum: wenn der Urheber eines Bildes nicht klar ersichtlich ist, und er nicht eindeutig und sofort erkennbar das Bild freigegeben hat, darf man das Bild nicht benutzen.
    Es bringt rein garnichts, den Link auf den Urheber zu setzen, wenn dieser nicht erlaubt hat das Bild weiterzuverwenden.


    Die Thematik ist relativ komplex und für Laien (und somit auch für mich) schwer nachzuvollziehen, aber man kann den Umgang mit Bildern relativ einfach runterbrechen: solange nicht eindeutig klar gemacht wurde, dass ein Bild gemeinfrei verfügbar ist, sollte man lieber die Finger davon lassen. Wie die SL schon deutlich gesagt hat: es bringt dabei rein gar nix das Bild bei einem Upload-Dienst hochzuladen und von dort aus zu verlinken.


    Eine Möglichkeit sich auf der Suche nach gemeinfreien Bildern zu orientieren sind Bildersuchmaschinen und Bilderplattformen die eine Filterung nach den CREATIVE COMMONS ermöglichen. Die CreativeCommons garantieren zwar noch nicht automatisch eine Gemeinfreiheit, allerdings sind viele Bilder, die mit dieser Art der Lizensierung versehen sind, unter bestimmten Voraussetzungen verwendbar. Z.B. wenn man die Quelle angibt, sprich einen Link auf die originale Veröffentlichungsseite unter Angabe des letztendlichen Urhebers.


    Meine präferierte Option ist die Suche nach Bilder auf der großen Flickr.com-Community, weil diese die Suche nach Bildern mit CreativeCommons-Lizensierung anbietet.


    Ein Beispiel: dieses Bild eines römischen Tempels ist vom Urheber mit einer CC-Lizenz versehen worden, die man rechts unten unter 'LIZENSIEREN' einsehen kann.
    Der Nutzer hat bei diesem speziellen Bild angegeben, dass
    1. der Urheber genannt werden muss
    2. das Bild nicht kommerziell verwendet werden darf
    3. das Bild nicht bearbeitet werden darf
    Sprich: man kann es unter Einhaltung dieser Einschränkungen durchaus für sich selbst verwenden. Unter anderem auch hier im IR.


    [URL=http://www.google.de/#hl=de&gs_nf=3&gs_rn=0&gs_ri=hp&cp=13&gs_id=4g&xhr=t&q=lizenzfreie+bilder&pf=p&tbo=d&sclient=psy-ab&oq=lizenzfreie+b&gs_l=&pbx=1&bav=on.2,or.r_gc.r_pw.r_qf.&fp=93dfb23b5a9e9a56&bpcl=39650382&biw=1366&bih=650]Das ist allerdings nur eine von vielen Möglichkeiten sich im Web mit lizenzfreien oder lizenzoffenen Bildern zu versorgen.[/URL]


    Diese Angaben sind allerdings mit Vorsicht zu genießen, auch wenn ich mich etwas eingehender mit der Thematik beschäftigt habe bin ich noch kein Fachmann was das angeht. Aber ich hoffe, zumindest etwas Orientierung angeboten zu haben... :)


    Zitat

    Nachtrag zur Veränderung von Bildern: Man kann Probleme mit dem Urheberrecht an Bildern übrigens NICHT dadurch vermeiden, indem man mit einem Grafikprogramm einfache Filter über das Ursprungsbild laufen lässt. Das Bild wird durch diese simple Veränderung NICHT zu einem neuen Bild, an dem man selber das Urheberrecht hat.
    Rahmen ist auch hier: solange das Ursprungsbild zweifelsfrei erkennbar ist, liegen auch die Rechte am 'neuen' Bild beim ursprünglichen Urheber.

    http://www.kulueke.net/pics/ir…pezielle/valahelfer05.png Sirius gehörte definitiv zu den Menschen, die fünf Opfer darbringen würden wenn dieser vermalledeite Krieg endlich sein Ende hatte.. und sie nach Rom zurückkehrten. Wo alles wieder so würde wie früher... Intrigen! Mord! Affairen! Alles war besser als das, was er in den letzten Monaten erleben durfte... Flöhe. Schlechtes Essen. Noch mehr Flöhe. Jeden Tag marschieren. Die Berge. Die stinkenden Pack- und Reittiere. Die noch viel schlimmer stinkenden Soldaten. Das miese Wetter. Und sowieso: Germania!
    Jetzt, wo das alles seinem Ende zuging, verspürte Sirius so etwas wie allumfassende Hoffnung. Hoffnung, dass es bald wieder zurückging.. nach Rom. Dass dabei tausende Männer ins Gras beißen würden und sie schlussendlich keine schlechten Chancen hatten diese Schlacht zu verlieren, was unweigerlich zur Hinrichtung seines Herrn und damit auch zu seiner eigenen führen würde, spielte dabei keinerlei Rolle und wurde in regelrechtem Perfektionsimus verdrängt. Wichtig war: er kam zurück nach Rom.


    Nach dem ewigen Warten vor der Schlacht, bei der Sirius nichts weniger getan hatte als Nichts, war schließlich die Schlacht selbst eingetreten... bei der Sirius wiederum nicht viel mehr tun konnte als: Nichts. Für die niederen Tätigkeiten gab es hinreichend besser qualifizierte, und um seinen Herrn hinterherzudackeln gab es jene, die vor allem darin geübt waren die Klappe zu halten und niemandem auf die Nerven zu gehen. Also blieb Sirius nicht viel mehr, als das Zelt seines Herrn zu hüten.. was er aus purer Langeweile schon drei Mal in schiere Unordnung gebracht hatte, nur um es danach wieder aufräumen zu können.
    Er hatte das vierte Mal Unordnung beinahe abgeschlossen, da kamen gleich zehn der stinkenden Soldaten anmarschiert und packten ungefragt jemanden auf das Feldbett des Tribuns, der auffällig anders gekleidet war als die meisten anderen der stinkenden Typen die man so in eine Armee steckte: schwarz.
    "Oh, Besuch." , freute Sirius und betrachtete den bewusstlosen Neuankömmling wie ein Koleopterologe einen neu entdeckten und noch vollkommen unbekannten Käfer, und wandte den Blick nur geringfügig ab um sich von einem der Soldaten sagen zu lassen, dass der Mann auf direkten Befehl seines Herrn und des flaminischen Feldherrn persönlich hier sei, und er alles dafür zu tun habe, dass der Mann ordentlich versorgt wäre.
    "Ahja..." , war Sirius einzige, wenn auch offen enttäuschte Reaktion auf die blecherne Ansage, hatte er sich doch etwas spannenderes von dem unerwarteten Besuch erwartet als nur die stumpfe Tätigkeit eines Haussklaven ausführen zu dürfen.
    Viel gab es dahingehend auch nicht wirklich zu tun... der Bewusstlose blieb eine ganze Weile lang bewusstlos, ein Capsarius kam in gewissen Abständen (zunehmend blutverschmierter) zu, und der dumpf durch die Zeltwände wabernde Schlachtlärm blieb ein ebenso monotones Kaleidoskop an unterschiedlich emotional aufgeladenem Geschrei und allerlei militärischen Krach. Also flüchtete Sirius sich in seine eigenen Gedanken...


    Faustus Decimus Serapio, der Prätorianerpräfekt höchstselbst. Sirius fragte sich ja schon wie man es fertig gebracht hatte, einen der wichtigsten Kerle der gegnerischen Armee so schnell zu kaschen. Nicht, dass er wusste, welche genaue Funktion der Prätorianerpräfekt in der Armee der Kaiserlichen gehabt hatte... aber so ein Prätorianerpräfekt hatte es an sich überall wo er auftauchte der wichtigste Kerl zu sein. Außer, der Kaiser war anwesend... allerdings gab es von denen gerade zwei, also wurde der zweitwichtigste durch diese seltsame Konstellation eigentlich der drittwichtigste... auch wenn die beiden Aspiranten auf den Thron sich rein formell den ersten Platz teilten, und der folglich drittwichtigste wiederum doch der zweitwichtigste Mann war.


    Und dann wachte der Kerl auf. Sirius erwartete ja schon freudestrahlend ein Donnerwetter, irgendetwas explosives, dass die den Präfekten innerhalb und vielleicht sogar die ihn außerhalb des Zeltes bewachenden Soldaten dazu bringen würden den zweit/drittwichtigsten Mann Roms einmal richtig windelweich zu schlagen... immerhin würde das ein Anblick sein, denn man in Sirius' Stellung nicht oft geboten bekäme. Und auf das Glück zu erleben, wie einer der beiden Kaiser windelweich geprügelt würde, wollte er sich nicht verlassen. Dann also lieber gleich hier bei der Gelegenheit mit dem Prätorianerpräfekt anfangen.
    Allerdings rührten sich die Soldaten kein Stück. Kein. Verdammtes. Stück.
    Nicht einmal nen lockeren Tritt in die Magengrube gab es. Der Kerl durfte sogar ungeschoren Worte formulieren! Nach seinem Schwert verlangen! Bei der Untätigkeit der Soldaten erwartete Sirius nichts anderes, als dass sie es ihm mit einem Höflichkeitsknicks in rosa Seide eingepackt und einer Schleife versehen reichen würden. Taten sie aber auch nicht. Sie taten gar nichts!
    Was Sirius nach einigen Momenten der Stille dazu anließ, sich händeringend zu erheben und den Zweit/Drittmächtigsten Mann des römischen Reichs schief anzugrinsen: "Eh... nein." Es dauerte einen weiteren Moment, in der die Soldaten sich nicht rührten und Sirius dümmlich grinste, bevor ihm gewahr wurde, dass das wohl nicht der optimalste Start war, weshalb er sich zu ein wenig Förmlichkeit aufraffte: "Ich fürchte, du wirst auf dein Schwert warten müssen, bis man entscheidet es dir erneut zukommen zu lassen. Du bist offensichtlich Gefangener des Legatus Augusti Gaius Flaminius Cilo und des Tribunus Legionis VIII., Titus Duccius Vala. Ich bin Sirius, und hier, um dir deine Gefangenschaft bis zum glorreichen Sieg der Männer des Cornelius Palma... blabla... oder bis wir hier alle von den Horden des Salinator niedergetrampelt werden so angenehm wie möglich zu machen. Lass dich nicht davon irritieren, dass sich draußen tausende Männer gegenseitig massakrieren, das ist nur temporär... und gleich wieder vorbei. Möchtest du etwas trinken? Wir hätten da... Wasser... Wein... Wein mit Wasser, Wasser mit Wein. Bier. Bier mit Wasser. Wasser mit Bier. Zudem Wein mit Bier... und Bier mit Wein. Einen kleinen Happen vielleicht? Wir hätten da Brot.. und Käse... und Brot mit Käse... und Käse mit..." , diese Litanei nahm so schnell nicht ihr Ende, und ließ vor allem auf die Kreativität schließen, die man brauchte um sich die arg reduzierte Speisekarte eines Heeres schönzureden. Sehr. Schönzureden.



    SKLAVE - TITUS DUCCIUS VALA

    http://www.kulueke.net/pics/ir…pezielle/valahelfer09.png Seine Beine schmerzten. Sein Kopf surrte vom ganzen Wein. Das penetrante Lärmen der Schlacht, das ihn umgab wie ein wütender Schwarm Mücken der sich einfach nicht vertreiben ließ. Und vor allem: er hatte nicht die geringste Ahnung wo sie waren.
    Doch, hatte er natürlich schon, immerhin war unschwer auszumachen von wo der Lärm kam. Das schlimmste an der ganzen Sache war, zu wissen dass die Schlacht ziemlich weit weg war.. und schon seit einiger Zeit wütete. Ohne sie.
    "Ich will ja nicht allzu penetrant wirken..." , versuchte er mit schmerzendem Kopf (verdammter Wein!) abermalst ihren Anführer zu bewegen, "...aber sollten wir nicht langsam mal zusehen, dass wir unseren Teil zu den Kämpfen beitragen?"
    Der großgewachsene, blonde und vor allem strunzdumme Anführer ihrer tausendköpfigen Truppe würdigte den Kleinwüchsigen nicht einmal eines Blickes... obwohl er nach jedem Wort von Lintrad auf eine Idee kam, die der des Zwergs immer recht ähnlich war. Natürlich vollkommen selbstständig.
    "Nein...", brummte Uodalrihhi und verschränkte die Arme, während er wieder einmal in einer Pose durch die Gegend starrte, die er offensichtlich für imposant und beeindruckend hielt.
    "Wie, nein?" , fragte Lintrad mit kritischem Blick nach. Offene Widerworte war er von dem Fürstensohn gewohnt, immerhin musste der seinen Stand vor seinen Männern verteidigen, in dem er sich von einem Halbwüchsigen nichts sagen ließ.
    "Nein halt.", donnerte ihr Anführer, blickte eine Weile lang betont herrisch und männlich, und schob dann doch eine Erklärung nach, "Vielleicht finden wir doch noch einen Hof, bei dem wir etwas Wein und so finden!"
    "Es wird uns nicht weiterbringen, trunken zu der Schlacht aufzulaufen... die nun schon seit einiger Zeit vor sich geht!" , wandte Lintrad mit vorwurfsvollen Blick ein, denn seine Geduld hatte schon deutlich gelitten... und erntete dafür von dem germanischen Fürstensohn, der sich doch bisher als so lenkbar erwiesen hatte, einen vernichtenden Blick: "Wer sagt, dass wir das überhaupt noch wollen?"
    Lintrad lief es bei diesen Worten kalt den Rücken runter.. nicht allein, weil Uodalrihhi auf einmal so etwas wie einen eigenen Willen zeigte, sondern, dass er dies gerade auch in dieser brenzligen Situation tat. Er wollte sich gar nicht ausmalen was es für Konsequenzen haben würde, wenn sie noch weiter in der Gegend rumtingelten und auf eins dieser bizarr großen Landgüter stießen, die die Römer Latifundia nannten. Oder doch, vielleicht war das gar nicht so schlecht...
    "Oh Uodalrihhi, das ist eine wahrlich vortreffliche Idee..." , versuchte Lintrad es daher auf eine andere Art und Weise, "...wir könnten weiterhin plündernd durch diese fruchtbare Gegend ziehen und warten, bis sich die Heere der Römer gegenseitig aufgerieben haben, um dann mit reicher Beute zurück gen Norden zu ziehen. Eine große Idee von einem großen Mann... dem sicher auch ein großer Plan inne ist, wie wir uns den Römern erwehren, so die Schlacht einmal vorüber ist."
    "Wie?", zeigte der große Germane sich sichtlich irritiert, während er einem seiner Schwertmänner einen der zuvor erbeuteten Weinschläuche reichte, "Was für Römern sollten wir uns dann erwehren?"
    "Och..." , spielte Lintrad den arglosen und blickte den ihn um mindestens vier Köpfte überrangenden Mann als Wicht der Unschuld an, "...diejenigen, welche die Schlacht gewinnen wollen und danach an uns Rache nehmen wollen. Entweder, weil wir nicht auf ihrer Seite in den Kampf eingegriffen haben... oder weil wir im vorneherein nicht auf ihrer gestanden haben."
    "Öh... sollten die Kaiserlichen uns nicht dafür danken, dass wir den Rebellen nicht geholfen haben? Vielleicht sollten wir zurückkehren und gleich auf ihrer Seite eingreifen, dann können wir uns ihres Dankes sicher sein!" , postulierte Uodalrihhi und überzeugte Lintrad damit wieder einmal auf's Neue, dass er nur altes Laub zwischen den Ohren hatte.
    "Sicherlich auch eine Idee, die zu bedenken wäre.." , heuchelte Lintrad mit aller Überzeugungskraft, die er in seine Stimme legen konnte, "...dummerweise ist der Feldherr der Kaiserlichen, ein Mann namens Manius Laberius Maturus, als ein Mann von besonderer Ehrenhaftigkeit und Tugend bekannt. Er soll Verrat und Hinterhalt über alles hassen. Als er mitbekommen hat, dass einer seiner Feldherrn sich seinem Befehl widersetzt hat, Patavium und seine Bevölkerung mit aller Ehrenhaftigkeit zu behandeln und dem größten Schutz angedeihen zu lassen, soll er des großen Leids wegen tausend Tränen geweint haben... und den Offizier als Exempel vor dem ganzen Heer gehäutet haben... aber ich bin mir sicher, wenn du dich ihm nur überzeugend genug erklärst, wird er dir für deinen Seitenwechsel vergeben und uns alle mit der Beute aus den Höfen umher und der Schlacht einfach gehen lassen."
    Das ließ den Anführer der germanischen Söldner eine Zeit lang in nachdenkliches Schweigen versinken.. wobei man ihm das Nachdenken nicht ansah, denn der Fürstensohn kannte nur zwei Gesichtsausdrücke: wütend und dumm. Im Moment sah er also ziemlich dumm drein... was Lintrad normalerweise andächtig staunen ließ (auch Dummheit barg ihre eigene Faszination), ihn im Moment aber unter all dem, was auf dem Spiel stand nur auf die Nerven ging.
    "MÄNNER!", schrie Uodalrihhi schließlich, ohne auch nur ein weiteres Mal auf Lintrad einzugehen, "ES WIRD ZEIT, DASS WIR UNSEREN TEIL DER ABMACHUNG EINHALTEN! MACHT EUCH BEREIT, WIR SCHREITEN ZUR SCHLACHT!!"
    "Na endlich..." , raunte Lintrad, auch wenn er jetzt den ganzen Weg wieder zurücklaufen durfte.
    "Öhm...", lehnte Uodalrihhi sich dann doch noch einmal zu ihm herunter, "...wo issen die?"
    "Wo ist wer?" , fragte Lintrad irritiert.
    "Nun... also... die Schlacht?", brummte Uodalrihhi sichtlich zerknirscht.
    "Ach, die... da... einfach da lang, immer dem Lärm nach."
    "MÄNNER! MIR NACH, ICH WEIß WO ES LANG GEHT!", rief Uodalrihhi erneut, und zeigte mit der Selbstsicherheit des Idioten in die gleiche Richtung, "IMMER DEM LÄRM NACH!!"

    Die Perspektive des Offiziers wollte Vala so gar nicht eins werden. Mit zunehmender Dauer des Gefechts verwandelte sich seine Nervosität in eine beinahe unerträgliche Anspannung die seine Magengrube auszuhalten hatte... wie lange schlugen sich seine Männer jetzt schon mit den Kaiserlichen an den Verschanzungen? Eine Stunde? Zwei? Und wie lange lag der annaeische Legat jetzt schon schwer verwundet in seinem großen Zelt im wäldlichen Lager? Eine Stunde?
    Die Kaiserlichen schienen das Fehlen des Rebellenführers förmlich zu riechen, denn immer wieder brachen sie mit Macht durch die Löcher, die sie in die Verschanzung getrieben hatten, und an nicht wenigen Stellen hatten sie diese komplett überwunden und trieben die Männer der achten Legion langsam den Hügel hinauf. Hunderte waren schon gefallen, und Vala schien das Geschrei der Verwundeten und Sterbenden schon gar nicht mehr zu hören.. sonst wäre er wohl schon taub.

    http://www.kulueke.net/pics/ir…pezielle/valahelfer11.png Der Primus Pilus der achten Legion, der mit seiner Centurie bisher gleich drei Mal ganz vorne an der Front gewesen war und sich seitdem mit Blut und Dreck schmückte, besah sich neben dem Tribunen und dessen Reittier stehend das Geschehen an ihrem Teil des Schlachtfeldes, und gab sich dabei recht wenig angetan.
    "Hat denen jemand erzählt, dass wir den Praefectus Praetorio beherben?", murrte der alte Haudegen mit deutlich unerfreuter Tonlage, und nickte in Richtung des südlicheren Teils ihrer Front, wo ein Wechsel der kaiserlichen Centurien der vierten Cohors gerade richtig einheizte.
    "Ich hoffe doch..." , ächzte Vala zurück, nahm den Helm ab und wischte sich den Schweiss von der Stirn, "..anders möchte ich mir den Druck nicht erklären, den die auf uns machen."
    "Pah." , schnaufte der Paccier verächtlich, "Wir haben bisher in den zwei Stunden fast eintausend Männer verloren... entweder verletzt, oder gleich tot. Die zweite Cohors haben die so kleingeschlagen, dass wir nach der Schlacht..."
    "Ich weiß deine Zuversicht wirklich zu schätzen, wo du schon anfängst von der Zeit NACH der Schlacht zu reden..." , ätzte Vala mit nur halbherzigem Lächeln, "..aber wir stecken noch mittendrin."
    "Dann wird es gleich Zeit die beiden Cohortes aus dem Wald zurück zu holen, Tribun." , nickte der ältere Centurio in Richtung des Waldrandes, hinter dem sich immernoch fast eintausend Mann die bisher nichts getan haben als Däumchendrehen.
    "Noch nicht..." , murrte Vala, und nickte stattdessen in Richtung des abfallenden Geländes, dorthin wo sich die kaiserlichen und rebellischen Auxiliare gerade um die äußerste Flanke schlugen, "...geben wir dem Sempronier noch etwas Zeit. Der Effekt von frischen Verstärkungen dürfte noch stärker sein, wenn sie zeitgleich mit der einbrechenden Flanke eintritt."
    "Du spielst verdammt hoch, Junge!" , gab der Paccier zu Bedenken, "Wir müssen arg aufpassen, dass WIR nicht gleich einbrechen!"
    "Ein paar Momente noch... lass den Auxiliaren Zeit." , drängte Vala.
    "Mit jedem dieser Momente sterben mehr unserer Männer. Und deine Söldner sind auch nicht wieder aufgetaucht." , gab der Paccier sich wenig überzeugt.
    "Ein paar Momente noch..." , wiederholte Vala, als würde er ein Mantra runterbeten...
    "So Mars sie dir gibt. Du riskierst gerade nicht weniger als unsere Legion." , verschränkte der Primus Pilus die Arme, und blickte finster auf das Fechten nicht allzu weit vor ihnen.

    http://www.kulueke.net/pics/ir…pezielle/valahelfer01.png Natürlich stand Accius Damio während des Bürgerkriegs in regem Kontakt zu seinem duccischen Schützling, der sich gerade als Tribun (Tribun! Im Rebellenheer! Hatte der Junge es weit gebracht! Sogar auf der Proskriptionsliste stand er!) im Norden herumtrieb.. auch wenn er selbst in der Öffentlichkeit das eine oder andere Mal recht Salinator-freundlich auftreten musste. Er hatte Frau und Kinder, und die galt es zu schützen... dafür musste man sich schon das eine oder andere Mal hin und herbiegen, ging ja gar nicht anders.
    Was allerdings immer wieder Mal im Abstand von einigen Tagen, manchmal Wochen zu ihm eintrudelte schien ihm doch recht vielversprechend. Der Duccier nannte keine Zahlen, aber das Heer schien groß zu sein. Und dem letzten Schreiben nach zu urteilen, das in die Stadt zu ihm geschmuggelt wurde, stand ein erstes Treffen mit dem Gegner unter Laberius Maturus jeden Moment ins Haus. Genau genommen: quasi sofort. Wahrscheinlich war die Schlacht schon geschlagen, und sie würden morgen oder übermorgen vom Ergebnis des ganzen hören. Hoffentlich in Form der Kundgabe einer vernichtenden Niederlage.


    Das allerdings hing vor allem davon ab, ob die vor ein paar Tagen losmarschierten Prätorianer zu spät kamen um dem kaiserlichen Heer beizustehen, oder doch noch rechtzeitig eintrafen. Damio war kein Militär, aber die Masse der Prätorianer auf dem Marsfeld war schon einschüchternd gewesen.


    Die Bitten, die Vala mitgeschickt hatten, waren unter anderem recht delikater Natur gewesen... unter anderem galt es jemandem ein Schreiben zu überbringen, dessen Loyalität zum Ursupator/Kaiser/Kaiserursupator/Usurpatorenkaiser niemand wirklich anzweifeln konnte. Und doch setzte sein Schützling auf den Mann... was Damio nicht im geringsten verstand.
    Weshalb er auch keinen seiner eigenen Leute zur Casa Pompeia schickte, sondern über vier Ecken den Brief weiterreichen ließ, um selbst nur die Übergabe des Briefs bewachen... zu lassen. Er war ja nicht blöd. Außerdem: Frau und Kinder, und so.



    Dementsprechend war es einer der vielen gesichtslosen Tagelöhner Roms, der an der Porta Pompeia stand und die Nachricht eines 'alten Freundes' für den Hausherrn überbringen wollte.


    Gaius Pompeius Imperiosus
    - privat -
    Casa Pompeia
    Roma


    Tiberius Dellius Venno amico suo s.d.,


    es ist seine Zeit her, seit ich dir das letzte Mal geschrieben habe.. und dafür möchte ich mich entschuldigen. Uns haben Stürme auseinandergetrieben auf die wir kaum einen Einfluss hatten. Sei dir aber gewiss, dass ich dich und deine Freundschaft nie vergessen habe.
    Um dieser Freundschaft willen möchte ich dir nun auch etwas mitteilen, was für dich wie auch für mich von großer Bedeutung sein kann. Das Wetter im Norden ist rau, aber das sind wir... also ich und meine Handelspartner... gewohnt. Das gigantische Grau der Berge konnte nicht verhindern, dass wir einen sehr verlässlichen Handelsposten im Norden Italias aufgeschlagen haben... mit einem großen Bestand an Waren. Aber das weißt du sicherlich schon. Nun steht in Bälde, wahrscheinlich schon morgen oder übermorgen, eine ernste Auseinandersetzung mit einem konkurrierenden und in Rom gerade sehr einflussreichen Konglomerat an. Dem zufolge, was wir über sie wissen, sind sie ebenfalls nicht schlecht ausgestattet... allerdings bei weitem nicht so gut wie meine Partner und ich. Das schienen unsere Konkurrenten auch zu wissen, und so haben sie sich einer Ortschaft im Nordosten Italias angenommen um auf Kosten der hiesigen Bevölkerung ihren Bestand zu sichern. So etwas geschieht im Eifer des Handels, das weißt du... das weiß ich. Aber es nutzt der Sache meiner Partner und mir über gebühr.


    Ich rechne damit, dass dir in wenigen Tagen nach Erhalt dieser Tabula mitgeteilt wird, dass das in Rom sehr einflussreiche Konglomerat, dem du auch recht zugetan bist, im Norden gescheitert ist. Wie die Gesetze des Marktes nun mal sind, werden meine Partner danach keine große Zeit verlieren wollen und nach Rom selbst streben... mit unvorhersehbaren Folgen für die dortigen Märkte und jene, die sie in diesen Tagen beherrschen.


    Unserer Freundschaft willen wünsche ich, dass du nicht zu jenen gehörst die über Gebühr leiden müssen weil sie den falschen Händlern ihr Vertrauen geschenkt haben.. aber um das gewährleisten zu können musst du meinen Worten vertrauen. Sobald klar wird, dass meine Partner und ich gen Rom streben, verlasse dein Haus nicht, denn es wird sicherlich turbulent zugehen... die Straßenhändler könnten glauben, Rache für deine Preise und deine Loyalität zu gewissen Händlern nehmen zu können. Bleib in deinem Hause und suche dir genug Marktschreier um dich eine Zeit lang behaupten zu können... aber so meine Partner und ich Rom betreten: wehre dich nicht. Auf garkeinen Fall.
    Ich möchte nur sehr ungern von deinem wirtschaftlichen Ruin hören.


    Achja... für den Fall, dass es im Norden doch anders ausgehen sollte: meine Ländereien im Norden sind im Zweifelsfall sicher... aber ich besitze zwei Stück Land in Calabria. Ich bin mir sicher, du hast die notwendigen Mittel um sie einer Person meines Blutes zuzuschreiben, die noch in Rom weilt.


    Ich hoffe darauf, dich in nicht allzu vielen Tagen so geschäftstüchtig vorzufinden wie ich dich zuletzt gesehen habe. Gruß an deine Frau...


    V.

    Vorne an den Verschanzungen wurden so viele Pila, Bolzen, Bleistücke und andere Geschosse zwischen den Gegnern ausgetauscht, dass die Luft von weiter hinten betrachtet nur so vor den Dingern surrte.... immer wurden unterbrochen von einem sterbend fallenden oder verletzt taumelnden Legionär, der schleunigst von einem seiner Kameraden ersetzt wurde.
    Vala durfte durchaus mit Zufriedenheit feststellen, dass die achte Legion dem ersten Ansturm standgehalten hatte... und sich Rebellen und Kaiserliche immernoch dort befanden wo sie vor dem Ansturm gewesen waren: erstere auf und zweitere vor dem langgezogenen Wall. Dabei ging es zunehmend im engen Nahkampf voran, die Männer verbargen sich hinter ihren Scuta und tauschten stets wütender werdende Stiche miteinander aus, bis irgendeiner umfiel. Der Druck, der dabei auf die Soldaten oben lastete war stark, aber noch hielten sie aus... jedes Mal wenn Vala sich zur Ermunterung der Soldaten nach vorne begab, und zur Sicherheit von seinem Pferd stieg (man hatte ihm kurz zuvor einen Prätorianerpräfekten präsentiert, den er doch bitte in Ketten zu legen, zu bewachen und zu bewirten hatte... und der auf eine gewisse Art von seinem Pferd geholt wurde. Das machte vorsichtig.), verging die Zeit wie im Fluge... vor allem wenn der Gegner wieder einmal versuchte an einer Stelle mit besonders viel Druck durchzubrechen. Noch gelang ihm das nicht... noch. Aber Vala bekam natürlich mit, wie nicht nur auf Seiten des Gegners Männer verletzt schrien, sterbend röchelten oder tot schwiegen.. Verluste gab es auf beiden Seiten, und er hoffte imständig, dass der Gegner mehr Männer verlor als er selbst. Und das hoffentlich auch durch die stetig weiterfeuernde Artillerie.


    Weiter hinten, wieder auf seinem Pferd, durfte er mitansehen wie die Auxiliare unter dem Kommando des Semproniers zum Angriff auf den Flankenschutz des Gegners überging, und er sandte ein Stoßgebet zu den Göttern, dass es ihm gelingen würde die kaiserliche Kavallerie auszuschalten. Zwar liefen sie hier oben auf dem Hügel kaum Gefahr von der Kavallerie des Gegners aufgerollt zu werden.. allerdings hatte der Sempronier durchaus die Möglichkeit nach dem Ausschalten der feindlichen Kavallerie den Gegner vom Fuß des Hügels herab zu vertreiben und zwischen sich und den Legiones in die Zange zu nehmen.


    Verging die Zeit vorne bei den kämpfenden Männern noch im Eilschritt, hatte Vala hinten das Gefühl, sie würde vor sich hinkriechen. Leidende und sterbende Männer füllten den Waldrand mit Gejammer und Geächze, und das Geschehen an der Front, die keine hundert Schritte entfernt war, erschien fast surreal.
    Einer seiner Begleiter machte ihn auf den annaeischen Feldherrn aufmerksam, der anders als er selbst nicht nur die achte Legion zu beaufsichtigen hatte, sondern die gesamte südliche Hälfte des Heeres. Der Annaeer schien sich gerade seiner eigenen Armee zuwenden zu wollen, und hielt in gewissem Abstand zur Front das Haupt aufrecht erhoben und eine souveräne Manier... bis er auf einmal plötzlich, unabgesprochen und vollkommen unangekündigt vom Pferd fiel.
    Nicht nur Vala schaute einen Moment lang ziemlich dumm aus der Wäsche, als der annaeische Legat vom Rücken seines Pferdes zwischen seinen Männern verschwand, aber das Geschrei ließ nicht lange auf sich warten: "DER LEGAT IST TOT!!! SIE HABEN DEN LEGATUS GETÖTET!!!" Das Jubelgeschrei der Kaiserlichen ebenfalls nicht.
    "Bei den Göttern... nein! Bitte nicht!" , flehte Vala, während er mit einigen anderen Offizieren sein Pferd im Sprint aus dem Wald jagte und zur Stelle eilte an der das Reittier des Legaten von einem sehr verunsichert dreinschauenden Legionär gehalten wurde... und fanden den Annaeer am Boden liegend, von seinen Soldaten umringt und offensichtlich kaum bei Bewusstsein vor.
    In seinem Torso steckte der Bolzen einer Manuballista.
    "Scheisse!" , fluchte Vala, und sah sich hilfesuchend um. Zwar war schon ein Capsarius zur Stelle geeilt, allerdings hatte für Vala jetzt vor allem die Nachricht Priorität, dass man ihren Feldherrn vom Pferd geschossen hatte.
    "Was sollen wir tun, Tribun?", fragte einer der Adjudanten des Annaeers Vala mit hilflosem Blick... und Vala biss die Zähne zusammen: "Packt ihn wieder auf's Pferd!"
    "Wie bitte?", blickte der Capsarius ihn fassungslos an.
    "Packt ihn wieder auf sein Pferd, seht zu, dass er nicht herunterfällt und vor allem LEBENDIG aussieht! Bei den Göttern, macht das!" , befahlflehte Vala die Männer um ihn herum an, und deutete auf den Gaul, "Die Legion braucht einen lebendigen Legaten, sonst gehen wir hier alle drauf... also seht zu, dass ihr der Legion einen lebendigen Legaten zaubert! Und zwar schnell!!!"
    Unschlüssige Blicke wurden ausgetauscht, bis ein Centurio einen jüngeren Soldaten anblaffte und sich sein Gladius geben ließ... um es dem Annaer am Rücken vorbei durchzustecken und es unten im Gürtel zu befestigen. Das Prozedere dauerte seine Zeit, und die Soldaten ringsum taten ihr möglichstes um die Chose vor den anderen Soldaten zu verbergen... aber am Ende saß ein ächzender und stöhnender Annaeus Modestus, immernoch kaum bei Bewusstsein, mit einem abgebrochenen Bolzen in der Brust halbwegs aufrecht auf seinem Gaul und wurde mit einem gewissen Umweg in den Wald zum Lazarett geführt... hauptsache, jeder sah ihn.


    "SO MÄNNER!!!" , brüllte Vala (der zuvor den an der Aktion beteiligten Männern klar gemacht hatte, dass jedem eine satte Belohnung winkte der die Klappe hielt... und jedem eine sofortige Beorderung auf den Wall, der das nicht tat) laut hörbar für jeden, schwang sich selbst auf seinen Gaul und übte sich im Präsenzzeigen... auch wenn er dabei selbst gefahr lief, per Manuballista von seinem Pferd gepflückt zu werden, "DIESE SCHWEINE HABEN UNSEREN LEGATEN ANGEKRATZT!!! SEHT ZU, DASS IHR BESSER ZIELT ALS DIE ANFÄNGER!! GEBT IHNEN SAURES, DAMIT DER LEGAT STOLZ AUF EUCH SEIN KANN, WENN SIE IHN IN EIN PAAR MINUTEN WIEDER ZUSAMMENGEFLICKT HABEN!!"

    Zitat

    Original von Paullus Atius Scarpus
    Ja natürlich Tribun. Doch habe ich den Verdacht dass die Befehle und Sandkastenspiele dem Feind ziemlich am Allerwerstesten vorbeigehen und er seinen eigenen Weg gehen wird. Ich kann mir nicht vorstellen dass DIE da drüben einfach auf unsere Linien maschieren werden. Deshalb, falls sich niemand findet der korrigierte Befehle überbringt, wird die ALA Numidia selbständig handeln. So ist es und so wird es geschehen.


    "Vorsichtig, Atius, was du da gerade redest kommt arg in die Nähe von Verrat, und der wird dich deinen Kopf kosten... egal wie diese Schlacht ausgeht." , warnte Vala den impertinenten Decurio, und entschied sich, das Problem so einfach wie bequem aus der Welt zu schaffen, in dem er den Atier in den Aufgabenbereich eines anderen verschob: "Die Ala II Numidia, und damit auch du, wird der Ala I Scubulorum zugeordnet, Atius. Du unterstehst hiermit dem Befehl des Praefectus Sempronius und hälst dich an das, was er entscheidet. Verstanden? Sehr schön... abite."

    Zitat

    Original von Narrator
    Tiberius Ostorius Remmianus
    Kurze Zeit später bot sich den wartenden Legionären auf der Gegenseite ein Bild, das ein Römer aus dieser Perspektive normalerweise nicht kannte: Langsam und geordnet näherte sich dem Fluss eine Gefechtsformation, dreifach gestaffelt wie aus dem Handbuch für römische Offiziere. Die Kaiserlichen klopften mit ihren Pila auf die Schilde, was bei rund 20 000 Mann ein gewaltiges Donnerrollen erzeugte, das die Hügel zu den Stellungen hinaufzog.


    "Ich glaub's nicht..." , entfuhr es Vala unwillkürlich, als er sah wie sich unten die Kaiserlichen in Formation begaben und ihnen entgegenkamen, "...das klappt tatsächlich." Schnell wurde ein weiterer Melder herbeigewinkt, um die folgende Order aufzunehmen: "Lauf zu Tribunus Terpolius, und sag ihm, dass er seine Männer wieder herunterführen soll, sobald der Gegner unsere Linien erreicht hat." Kaum war der Mann weg, richtete Vala wieder seinen Blick auf das, was da von unten gerade durch den Fluss marschierte. Noch waren die gegnerischen Legionen nicht in Reichweite der Rebellen-Scorpiones, aber wenn, würde es Stahl hageln.
    Natürlich ließ ihn das beeindruckende Geschepper tausendfach kundgegebener Kampfeswut auch ihn nicht unberührt, was auch sein Pferd nervös tänzeln ließ während er in den eigenen Reihen vor allem Präsenz zeigte. Viel mehr als die Finte, die der Flaminier sich ausgedacht hatte konnte er ja nicht einmal befehlen. Vala bekam jetzt schon eine ungefähre Ahnung davon, wie es sich verhalten würde als Führungsoffizier eine Schlacht zu durchleben: verdammt langweilig. Als er aber mitbekam, dass sich nicht nur er durch das Scheppern der gegnerischen Schilde beeindrucken ließ, und ihm der auffordernde Blick des Primus Pilus nicht verborgen blieb, raffte er sich zusammen und lenkte seinen Gaul zwischen die Centuria, die direkt Aufstellung an den Verschanzungen genommen hatten und somit die erste Verteidigungslinie stellten, und den Centuria welche zum Nachrücken etwa drei Meter Platz gelassen hatten. Genug für Meldeläufer, Funditores, Trossbuben und alles andere Volk das sich in einer derartigen Verteidigungsschlacht schnell hin und herbewegen musste. Und auch genug Platz für Vala, um langsam an seinen Leuten vorbeizureiten und ihnen Mut einzureden.


    "DAS DA UNTEN IST DAS GEKLAPPER DES TODES, MÄNNER. DES TODES TAUSENDER UNSCHULDIGER IN PATAVIUM. DAS SIND KEINE SOLDATEN ROMS, DAS SIND UNGEHEUER, DIE SICH NICHT SCHEUEN IHRESGLEICHEN ZU MORDEN UND SICH IHR HAB UND GUT ANZUEIGNEN." , brachte Vala hervor, während er langsam sein Pferd zwischen den Männern der achten Legion herführte, "DIESE MÄNNER SIND DIE SCHANDE DES EXERCITUS, SO WIE IHR HERR VON DEN VESCULARIERN DIE SCHANDE DES PALATINS IST. KEIN ZEHN SEINER MÄNNER KÖNNEN GEGEN EINEN VON EUCH BESTEHEN! KEINE ZEHN SEINER MÄNNER WERDEN GEGEN EUCH BESTEHEN! BLEIBT TAPFER, DENN IHR VERTEIDIGT AN DIESER STELLE NICHT WENIGER ALS DIE ZUKUNFT ROMS, DES REICHS UND DAMIT AUCH DIE EURER FAMILIEN! WAS DIE IN PATAVIUM VOLLBRACHT HABEN WERDEN SIE AUCH JENEN ZUFÜGEN, DIE SICH GEGEN SIE STELLEN! ALSO SORGT VERDAMMT NOCHMAL DAFÜR, DASS SIE DAS NICHT MEHR KÖNNEN!!! ROMA VICTOR, TAPFERE MÄNNER ARGENTORATUMS!!!! PALMA VICTOR!!! ROMA VICTOR!!! UND JETZT LASST DIESE HURENSÖHNE WISSEN, WAS IHR VON IHNEN DENKT!!!"
    Als wäre es ein klassisches Kommando gewesen, ließen die Soldaten der achten Legion ihrer Nervosität und Angst und Wut und all ihren Gefühlen freien Lauf, in dem sie einen Schwall an Beschimpfungen auf die Kaiserlichen niedergehen ließen.
    "VON DEN GÖTTERN VERDAMMTE MÖRDER!!!" TYRANNENSÖHNE!! RINDERBEILIEGER! Dreckskerle! Bastarde! waren dabei nur wenige einer ganzen Litanei an Beschimpfungen, mit denen die Männer der achten den Gegner bedachten.


    Sobald der Gegner allerdings eine gewisse Schwelle überschritten hatten, verstummten die Beleidigungen der Rebellen, und machten einem ganz anderen Geräusch Platz: dem Surren, Knarren und Klacken von Scorpiones, die ihre tödliche Ladung mit äußerster Geschwindigkeit auf den Feind zusausen ließen. Und immer wieder das charakteristische Brüllen der Geschützkommandeure: MITTITE!!!!