Beiträge von Cimon

    Plötzlich fühlte Cimon sich sehr unwohl in seiner Haut und er musste tief durchatmen bevor er seinem Herren ergeben antworten konnte. Die Fragen waren nicht leicht zu beantworten ... vorallem da er den Jungen in der Tat schützen wollte. Rasch bemühte er sich in einer beschwichtigenden Geste.


    " Es ist nichts was zu einer all zu großen Sorge führen sollte, Herr. Aber er war wohl am Tor und .... alleine. Vielleicht ist meine Sorge auch unbegründet, doch vorallem in diesen Zeiten könnte dein Son, Ursus, ein Ziel für einen Angriff darstellen. Denn Du bist ein zu schwer zu treffenden Ziel, Herr."


    Ergeben neigte Cimon seinen Kopf und hoffte nicht allzu unverschämt mit seinen Worten gewesen zu sein. Sein Vorschlag, den Jungen zu beobachten war wohl zu viel und er horchte untergeben den Worten seines Herren dazu. Dann wagte Cimon sich tatsächlich noch weiter und wusste doch, das es richtig war diesen einwandt einzubringen.


    "Natürlich ist er sicher Herr ... Ich meine nur, das ... wie sicher können wir sein, das nicht ein einziger Mann in der Castra gekauft sein könnte, Herr?
    ... "


    Überrascht riss er dann die Augen auf. Er hatte doch niemals an sich selber gedacht, was seine Reaktion auch deutlich zeigte. Wo er sonst seine Gesichtszüge vollkommen unter Kontrolle hatte, entgleißten sie ihm nun.


    "... Ähhh.... Nein, Herr. Wirklich nicht. Natürlich bleibe ich an deiner Seite, Ursus. ... Ich ... ich hatte an niemand speziellen gedacht. Nur jemand dem du vertraust, Herr."


    Offen und voller Überraschung sah er Ursus direkt an und konnte es kaum fassen, das er sich derartig undeutlich ausgedrückt hatte, das sein Herr ihn falsch verstanden hatte. Was für ein unverzeilicher fehler ... darüber würde der Nubier wohl noch einige Zeit naachdenken müssen.

    Versöhnlich lächelte Cimon, als Marei auf ihre kindliche Art die Probleme einfach so löste... ja, wenn ein paar Honigkirschen doch nur alle Probleme würden lösen können.
    Dann schüttelte er leicht den Kopf, als Marei ihre Bedenken laut aussprach.


    "Nein, du bist natürlich nicht feige, Marei. Im Gegenteil. Es wäre sehr schlau von dir. Ja, natürlich werde ich auf mich aufpassen, du hast mein Wort kleiner Wirbelwind."


    Offen lächelte der Nubier und nickte erneut. Ja, vielleicht waren sie beide klug, doch Licinus war offenkundig der Klügere. Dann musste er fast lachen und korregierte noch einmal den korrekten Sitz der Decke, damit Marei ja nicht wieder kalt werden würde.


    "Man weiß es einfach, wenn man älter wird. Nein ... ich kann ... recht gut morgens aufstehen. Aber das ist bei jedem anders und kann sich auch mit der zeit ändern."


    Versöhnlich zwinkerte der Nubier ihr zu. Wie er es schaffte wusste Cimon nicht zu erklären. Es war einfach so und oft waren es sogar schlechte träume die ihn aufschrecken ließen. Davon erzählte er Marei lieber nichts ... was nun? Er beließ es dabei und fing an eine Geschichte zu erzählen...
    Über einen dunklen Löwen und einer Prinzessin die er schützte ...

    Es war Genuss und Liebe, die er erfuhr... die er gemeinsam mit Phaeneas erfahren durfte. Endlich einmal konnte er sich hingeben und alles andere vergessen. Seine Seele fühlte sich geheilt und Cimon versuchte all das zurück zu geben.
    Die Augen seines Liebsten hielten ihn, nicht zum ersten Mal, gefangen und der Nubier konnte nicht anders als sich darin zu verlieren, sich hinzugeben und zu bemerken was auch er nun wollte.


    All das sollte nicht enden und der dunkle Sklave zeigte dies auch ausgiebig. Er genoß deutlich die Liebe die Phaeneas ihn spüren ließ. Sein Herzschlag spielte den Rhytmus des Liebenden.
    Nur zu gerne ließ Cimon sich führen auch wenn er leicht zitterte. Diesmal hatte es nichts mit Angst zu tun. Es war neu, ungewohnt und überwältigend. Phaeneas machte es sich vor ihm bequem und der Nubier bewunderte ihn einige Augenblicke, bis ...
    Er liebte ihn nicht nur für diese Entscheidung, nein, auch für alles andere, was jeden Schmerz in Cimons Leben verschwinden ließ.


    Liebe und Zärtlichkeit erfüllte den Raum und sein eigenes Herz. So verbrachten sie nicht nur den Augenblick ... Sondern eine lange Zeit, die für Cimon doch zu kurz war. Allerdings war die spätere Müdigkeit derartig erholsam, das er Phaeneas liebevoll in die Arme nahm um so mit ihm einzuschlafen ...
    Was wohl die Tage noch bringen würden? Nicht lange und Cimon würde wieder gehen müssen. Wann nur würden sie sich wieder sehen können? Sich schreiben können? Das die Zeit bis zum nächsten Wiedersehen von derartigem Chaos geprägt sein würde, konnte niemand von ihnen ahnen.
    ...

    Was Marei und Domina Esquilina kurz vor seinem recht forschen Eingreifen besprochen hatten, war vollkommen an Cimon vorbei gegangen. Der Sklave war absolut und mit jeder Faser seines Körpers mit dem befasst was seine Aufgabe war ... Beschützen um jeden annehmbaren Preis.
    So war es ihm auch gleich, wie sehr der Bettler jammerte. Der war seinem Ziel im Wege und hatte in diesem Augenblick keinerlei Wert. Da waren die stimmen der Frauen eher ein Problem. Cimon konnte nur hoffen das niemand von Rang und Namen dabei war. Dann würde es ziemlichen Ärger geben ... Noch einmal drehte er sich zu ihnen um und sein geschultes Auge erkannte das er wohl nichts zu befürchten hatte ... Sofort kümmerte er sich wieder um die beiden Mädchen.


    Der Nubier musste schon ein wenig grinsen als Marei durch ihr Ausrufen deutlich machte das ihr der kleine 'Flug' gefiel. Cimon nickte als sie meinte er hätte Honigkirschen gut bei ihr und schenkte ihr ein aufmunterndes Lächeln. Doch die ärmste Esquilina machte ihm Sorgen. Hatte er sie zu sehr erschrocken. Rasch war er bei ihr und hockte sich neben sie. Der dunkle Sklave meinte zu erahnen das sie sonst zu viel Angst vor ihm hatte. Und das durfte nicht sein ... Eine Herrin sollte doch keine Angst vor einem Sklaven haben. Er bemühte sich trotz der gebotenen Eile um eine sehr ruhige Stimme.


    "Domina Esquilina, Verzeih bitte mein Vorgehen, aber ich muss dich schützen Herrin. "


    Gut das der Wagenlenker sich entlich um seine Arbeit kümmerte und seinen Wagen versuchte aus dem Weg zu bekommen. Damit war auch dieses Problem nicht mehr das seine.
    Der Sklave bemerkte wie Esquilina Mareis Hand fest hielt und sah sie schon ziemlich schuldbewusst an. Dann stand er doch wieder aufundbedeutete den beiden weiter zu gehen. Er wollte nicht mehr zu langen der Nähe einer möglichen Gefahr bleiben. Dabei achtete darauf hinter den beiden zu gehen um besser auf sie acht geben zu können. Sollten ihnen Passanten entgegen kommen würde er sie schon mit seinen düsteren Blicken zum Ausweichen bekommen. Allerdings nur solange es niemand 'höheres' war. Dann würde er wohl versuchen müssen die beiden Mädchen ausweichen zu lassen. Zumindest sah sein momentaner plan so aus.


    Es schien so als wenn Esquilina mit zunehmenden Abstand zu der 'Gefahrenstelle' sich entspannte. Was auch Cimon sehr beruhigte. Er würde den beiden zu ihrem Ziel folgen sei es nun das eine Haus oder das Andere. Die Zeit würde er an diesem Tag auf jeden Fall noch haben.

    "Es ist leider nicht so leicht, Wirbelwind"


    Cimon lächelte und hoffte sie mit ihrem Spitznamen ein wenig aufmuntern zu können. Sie sollte sich nicht zu viel Sorgen machen. Dabei bemühte er sich die eigenen Ängste zu verbergen. Als er weiter sprach Klang seine stimme sanft und ruhig.


    "Da ist ein Mann in Rom, der nicht reden will. Und gegen diesen gilt es anzugehen. Aber bitte mach dir nicht zu viele Sorgen, kleine große Marei. Es wird alles gut werden."


    Was sollte er auch anderes sagen, als immer wieder zu betonen das nichts schreckliches geschehen würde. Für Grauen und Panik war später Zeit, sollte der Versuch den rechtmäßigen Kaiser zu unterstützen fehlschlagen.
    Langsam und nachdenklich nickte der dunkle Sklave zu Mareis Erklärung sie könne ihn wecken wenn sie etwas ungewöhnliches hören würde. Auch wenn das bedeuten möchte das sein Schlaf in nächster Zeit wohl ziemlich Leiden könnte. Doch das war es Wert. Wenn Marei so besser würde schlafen können.


    "Ja, das ist wirklich eine ausgezeichnete Idee, Marei. Aber Pass dabei immer gut auf dich auf,ja? Sollte es zu .... Ungewöhnlich sein, dann Versteck dich besser."


    Er würde sie dann schon finden, da war er sich sehr sicher. Besser sie achtete auf sich selber wenn das Chaos Mantua doch noch erreichen sollte als das sie sich seinetwegen in unnötige Gefahr bringen würde.
    Wenigstens mummelte sie sich ein und Cimon hoffte sehr das das kleine Mädchen bald würde schlafen können. Und vor allem mit angenehmen Träumen. Ihre großen Kinderaugen sorgten für ein deutliches Laecheln in seinem Gesicht.
    Was sie dann sagte klang an sich nicht unvernünftig ... Und es würde ihr vielleicht die Sorgen nehmen.


    "Dominus Licinus ist ein sehr kluger Mann. Du tust gut daran auf ihn zu hören, Wirbelwind. Und dein Sax wird dir mit Sicherheit helfen können."


    Nun deckte er sie ordentlich zu und sah sie mit der ihm eigenen ruhigen Stärke an.


    "Nun ist es aber Zeit für dich zu schlafen, Marei."


    Cimon zwinkerte sie an und blieb bei ihr sitzen. Er würde so lange bleiben bis sie schlafen würde. Und wenn es nötig wäre würde er ihr auch eine guten Nacht Geschichte vom dunklen Löwen und der Prinzessin erzählen.

    Ergeben neigte Cimon den Kopf als Ursus die erste Tabula an sich nahm und meinte sie müssten mit dem leben was sie hatten. Der Nubier ahnte bereits das sein Herr die Zahlen auswendig konnte, doch ebenso meinte er zu wissen das Ursus sich die Dinge gerne mehrfach ansah um so erneut über die Dinge nachsinnen konnte. Manchmal hatte er dann neue Ideen ... Doch die momentane Situation war nichts was man nun doch gut retten konnte ... Die Würfel schienen bereits gefallen zu sein. Und ein Krieg unvermeidbar. Cimon versuchte nicht allzu besorgt zu wirken ... Wer ihn kannte würde es in seinen Augen ablesen können. So wich er dem Blick von Ursus besser aus.


    Der Nubier grinste ein wenig verlegen, als er bemerkte das seine Frage Ursus überrascht hatte. Natürlich ... Cimon durfte meist offen sprechen wenn sie unter sich waren. Allerdings wollte er in einer solch schweren und angespannten zeit lieber vorsichtiger sein. Der Nubier senkte kurz den Kopf zur Einleitung als er zu sprechen begann.


    "Nun, Ursus ... Es geht um deinen Sohn. Dominus Durus. Er ist recht unbesonnen. Was an sich ja gut ist für ein Kind ... Aber einige Menschen in deinem Haushalt machen sich Sorgen, es könnte ihm etwas zustoßen, Herr."


    Er machte eine kurze Pause und atmete tief durch. Besser er nannte keine Namen und würde es allgemein lassen. Vielleicht würde das ja reichen. Nun sah er Ursus direkt an um so zu zeigen wie ernst es in seinen Augen war. Dabei blieb seine Haltung aber eine seltsame Mischung aus Ruhe und Ergebenheit auf der einen Seite und stärke auf der anderen. Cimon hatte bei Ursus gelernt, das er nicht auf dem Boden kriechen musste um Ergebenheit zu demonstrieren. Und das stärke wie auch Stolz durchaus zu einem Sklaven passen konnten. Es waren die Kleinigkeiten in Bewegung und Haltung die den Unterschied ausmachten.


    "Herr ... Ursus ... Vielleicht wäre es nicht unklug wenn immer jemand bei ihm wäre dem du vertraust, Herr. "


    Der Sklave hoffte sehr das seine Worte nicht zu vermessen waren. Allerdings wusste er auch das Ursus ihm die Grenze aufzeigen würde sollte er sie doch einmal überschreiten. Und er vertraute seinem Herren dies ohne die Zuführung von Schmerzen zu tun.

    "Ja, das wäre wohl sehr lustig, Marei."


    Cimon lächelte offen und fragte sich in der tat wer diese Zeilen beantworten würde. Dann nahm er das Schreiben entgegen und lagte es zu einer weiteren, die er seinem Phaeneas schicken wollte. Nun gut, dazu musste er dies ersteinmal schreiben. Es fiel ihm nicht leicht seinem Liebsten zu schreiben, vor allem da er ihm viel lieber sehr nahe sein wollte.


    Mareis Brief würde er einem Boten mitgeben, wenn es denn jemanden gab, der in nächster Zeit richtung Rom reisen würde. Was er nicht für ganz unwahrscheinlich hielt.
    Der große dunkle Sklave nahm Marei brüderlich in den Arm und bestätigte abermals das er es ihr zeigen würde. Noch während er ihr vom Wetter erzählte, schlief die Kleine ein und Cimon legte sie lächelnd auf seinem Lager hin und deckte sie ordentlich zu. Er würde sie in ruhe schlafen lassen und sie für den Rest des Tages vor eventueller Arbeit beschützen.
    Hätte er geahnt, das sie bald wo anders wohnen würde, wäre sein herz sehr schwer geworden. Doch so konnte er noch ein wenig seine brüderliche Ader entdecken.

    Lächelnd nickte Cimon als Marei meinte das sie sich bei Esquilina bedanken würde. Aber das neue Thema über die bevorstehenden Probleme sorgte dafür das der Nubier sich zunehmend schlechter fühlte. Doch das versuchte er ihr nicht zu zeigen. Langsam nickte er, denn es würde sicher länger dauern als eine Nacht.
    Dann runzelte er leicht die Stirn denn er verstand ihre letzte Frage nur in Teilen.


    "Vermutlich wird es länger dauern, ja. Aber natürlich werde ich gut auf mich aufpassen, kleiner Wirbelwind. ... Es... nein es ist nicht weit zu meinem Zimmer. ... Aber was meinst genau damit?"


    Bei allem versuchte er noch ein wenig aufmunternd zu lächeln, damit Marei später nicht seinetwegen schlecht schlafen würde. Cimon korregierte die Decke und achtete darauf das Marei sicher darin untergebracht war. Dann strich er wieder brüderlich über ihren Kopf, um ihr so die Sorgen ein wenig zu nehmen.

    Der Augenblick wurde immer perfekter und Cimon fing doch tatsächlich an sich treiben zu lassen. Auch der Nubier wollte nicht daran denken, was die Zukunft brachte, wie oft sie sich würden sehen können ... es zählte nur das hier und jetzt. Das war das richtige und das was er wollte.


    Phaeneas' Umarmung hatte Cimon noch ein wenig mehr angespornt, ebenso wie der Genuss, der seinem Liebsten ja förmlich im Gesichte stand. Es gefiel dem Nubier solche Gefühle bei ihm auszulösen und er war bereits gespannt, wohin ihn diese Reise fürhen würde. Eines aber war sonnenklar ... Phaeneas würde ihn sicher durch all das Unbekannte leiten.
    Er küsste Phaeneas auf die geschlossenen Augen und forschte sich mit den Lippen weiter über die freie Haut.
    Cimon war es als liebte er zum ersten male ... zum ersten Mal mit Körper, Seele und Geist ... und dessen ergab er sich nur zu gerne.


    Unsicher war er sich nur noch dessen, was er tun sollte, was geschehen sollte, wie sein Liebster es geschehen lassen würde ... und ob es ihm, Cimon gefallen würde ... das eine von dem Aiden gesagt hatte, das es ihm ganz sicher nicht gefallen würde ... dank dieser Worte hatte er noch immer ein wenig Angst, doch die Leidenschaft und die Liebe schien diese Befürchtungen zu betäuben ... es würde geschehen und er vertraute Phaeneas ... mit Herz und allem was er hatte.


    Dann überraschte ihn sein Liebster mit einer einzigen Bewegung, die den Nubier lächelnd und bewundernd drein schauen ließ. Er beobachtete den Bithynier sehr genau und folgte jeder Bewegung ... zunächst nur mit den Augen, dann mit den Händen. Er zitterte und konnte es kaum fassen, wie nah er ihm war und wie sehr er ihn spüren durfte.
    Plötzlich spürte er die Arme seines Liebsten um den Hals und er lächelte ihm lustvoll entgegen. Er folgte der Bewegung und ein Schauer durchlief ihn. Auch sein Atem ging schneller, erhitzter. Er hielt es kaum aus, ihn nicht zu küssen, wartete aber noch ab ... die Luft schien erfüllt von der Spannung die sie umgab. Der Atem seines Liebsten machte ihn schier wahnsinnig. Was man wohl nur zu deutlich sehen musste.
    Er wollte sich die Kleidung vom Leibe reißen, empfand es aber als zu schnell und zu hecktisch. Der dunkle Sklave wollte den Moment nicht durch überhastetes handeln zerstören.


    Als er dann die Linien bemerkte, fing er an sich an jenen entlang zu küssen und sie zu liebkosen. Mit Lippen und Händen. Jeder einzelnen Linie wollte er folgen. Alles was der Grund dafür war, wollte er fortspülen. Wollte Phaeneas zeigen wie sehr er ihn liebte, alles an ihm liebte. Von oben ganz langsam nach unten, dabei drückte er Phaeneas sanft in eine liegende Position. Er sollte genießen und sich von Cimons Küssen forttragen lassen. Ganz langsam liebkoste er sich am Körper seines Geliebten entlang und erforschte ihn dabei sehr eingehend. Cimons Neugier kannte nun keine Granzen mehr ... und keine Scheu.
    Für den Nubier war Phaeneas' Körperbau genau richtig ... perfekt ... und das wollte er ihm nun auch zeigen.

    Sein Herr trat ein und Cimon neigte zur begrüßung den Kopf und trat so beiseite das Ursus freien Weg auf seinen Platz haben würde. Dabei schenkte er ihm Saft ein, da es für den bereitstehenden, verdünnten Wein sicher noch ein wenig zu früh war. Der Saft stand immer bereit wenn Cimon das 'Sagen' hatte ... so auch heute. Sicher würde er Ursus den verdünnten Wein geben, sollte sein Herr auch nur den kleinsten Hinweis darauf geben, das er es wollte.
    Sein Herr hatte lieber einen klaren Kopf, das wusste Cimon und auch das der klare Kopf nun wichtiger war als jemals zuvor.


    "Guten Morgen Ursus. Die Post habe ich nach dringlichkeit sortiert Herr. Obenauf sieht du die aktuellen Zahlen des lagers. Ich dachte das wäre momentan das wichtigste, Herr."


    Den Tagesablauf legte er nun auf die andere Seite, zu Ursus' Linker, damit er immer einen Blick darauf werfen konnte. Dabei machte er sich bereit eventuelle Fragen zu beantworten, hatte der Nubier doch alles im Kopf.
    Der Nubier wartete ab und sah seinen Herren besorgt an. Er wusste es nicht einzuschätzen, ob er es wagen konnte ... aber hatte sein Herr ihm nicht einmal gesagt, das er immer offen würde sprechen können? Jedenfalls wenn sie unter sich waren. Also atmete er tief durch und fast ein wenig zu hörbar aus.


    "Herr? Darf ich heute wohl ein offenes Wort mit dir sprechen? Eines was nicht mit der täglichen Post zu tun hat mir aber wohl am Herzen liegt?"


    Ergeben sah er Ursus an und neigte dann den Kopf ... abwartend wie sein Herr antworten würde. Alles war möglich und Cimon würde mit allem leben können ... denn es war immer die Entscheidung des Herren, wann über was gesprochen werden durfte. Doch eines wusste er sicher ... eine Strafe würde nicht folgen. Was seine Ergebenheit nur noch stärker festigte.

    Marei war sehr aufmerksam und Cimon war stolz, wie schnell sie verstand und es umsetzte. Das zeigte er auch mit seinen Augen und dem Lächeln. Sie konnte wirklich stolz auf sich sein. Anerkennend nickte er schließlich und betrachtete das Werk.


    "Also nicht an Adula sondern an die Hausherrin ... nun gut ... lass mal sehen ... das hast du wirklich gut gemacht Marei. ich bin mir nur fast sicher das Adula da einiges zu sagen haben wird."


    Naja, so wortkarg, wie er sie bislang erlebt hatte.... wenn auch nur am Rande und durch Erzählungen ... da würde sie sicher nur ein Brummen und ein paar Wortfetzen von sich geben ... oder? Oder doch mehr? Eine interessante Frage, die sich da stellte. Wenn der germanische Sklave von Septima doch nur mehr sagen würde, so könnte er ihn fragen. Cimon lächelte ob dieser abstrusen Gedanken, die ihm so, früher niemals gekommen wären.


    was die Kindererziehung anging war Cimon ja kein Fachmann, aber er wusste zumindest ein paar Kleinigkeiten. Doch damit wollte er Marei jetzt nicht belästigen. Sie war wirklich sehr wissbegierig und nun war sich Cimon nicht mehr so sicher ... nicht das er etwas falsch erklärt hatte ... also konnte er nicht viel sagen ...


    "Ähm ... Ja. Ja, ich werde es dir einfach mal zeigen. Das alles."


    Sagte er zögerlich und überlegte schon wie er den Unterricht bezüglich schwimmenden und nicht schwimmenden Dingen gestalten könnte.

    Der dunkle Sklave stieg kurz in ihr Kichern ein, als sie auf diese herrlich kindliche Art auf seine geschlossenen Augen reagiert hatte. Es war schön sie zu überraschen und zu merken wie sie sich über den Brief freute. Ihr Wortspiel hatte auch Cimon ein Lachen entlockt.
    Ihr geflüsterter Dank sorgte dafür das Cimon Marei kurz brüderlich in den Arm nahm.


    "Nicht mir musst du danken, beste Marei. Kleiner wirbelwind... es ist Esquilina, die dir diese Zeilen schrieb und dir dieses Geschenk machte."


    Er freute sich über die Freundschaft die Marei gefunden hatte. Auch wenn es eine Herrin war... und damit unpassend... es war eine Freundschaft und sie würde sicher beiden Mädchen gut tun.
    Traurig musste Cimon nicken als er Mareis weitere Wörter hörte aber er versuchte dabei nicht sein Lächeln zu verlieren, das er in diesem Moment nur für Marei reserviert hatte.


    "Ja, das ist es... es kommt etwas sehr schlimmes. Aber Dominus Ursus wird uns sicher durch diesen Sturm lenken und wenn wir ihm folgen, so wartet am Ende Ehre und Freude auf jeden von uns.
    Dominus Ursus wird das Recht und das Erbe des Kaisers verteidigen. Das ist das einzig richtige was er tun kann. Hab keine Angst meine Kleine Marei. Am Ende wird alles gut werden ... ganz bestimmt.
    ... Ich... ich Marei, werde beim ehrenwerten Dominus Ursus bleiben. Ich muss ihn doch schützen. Ich werde gut auf ihn acht geben."


    Ja, daran glaubte der Nubier mit ganzem Herzen. Und er würde dafür sogar sterben.

    Cimon hörte nicht auf die Worte der beiden Mädchen. Er sah sich aufmerksam um. Beobachtete und fing an sich Sorgen zu machen, da es immer voller wurde.
    Der Wagen, der so ungeschickt anhielt ließ Cimon böse in die Richtung des Lenkers schauen. Er hatte eine Aufgabe. Und zumindest eine der beiden Damen war eine römische Bürgerin. Und seinem Herren war es sicher wichtig, das die beiden heile ankamen.
    Der große Nubier schüttelte leicht den Kopf über das sinnlose Streitgespräch. Die Menschen hinter ihnen kamen näher. Das alles gefiel Cimon nicht. Also griff er kurzentschlossen den Bettler am Kragen und zog ihn mit einem Ruck hoch und warf ihn dann hinter sich den Menschen entgegen. Es war ihm egel, was mit dem passierte. Er hatte zwischen ihm und den Willen seines Herren gesessen. Das war nur selten gesund für die Menschen in seiner Nähe.


    Und dann machte er sich daran Marei zu zeigen wie stark er wirklich war. Er griff vorsichtig nach beiden Mädchen um sie über den vorderen Teil des Wagens hinweg zu heben. Bei allem blieb er äußerlich ruhig und schwieg. Nichts ließ er unbeobachtet.


    Von den Plänen Mareis ahnte der Nubier nichts. Zum Glück ahnte er es nicht. Aber er hatte auch ganz andere Dinge im Kopf. Das meiste davon waren Sorgen um die Gesundheit der beiden. Den Wagenlenker sah er erbost an. Der sollte sich ja nicht wagen, etwas zu sagen. Die grauen, kalten Augen des Nubiers fixierten ihn auf eine Weise, wie der Sklave es erst bei Ursus gelernt hatte. Er nutzte dies auch nur, im Sinne seines Herren oder wenn er glaubte zu dessen Wohl zu handeln.


    Er hielt die beiden sicher im Arm. Wobei er so dafür sorgte, das sie sich wohl loslassen müssten. Aber sollten sie über den vorderen Teil des Wagens gehoben sein, würden sie sich wieder halten können. Denn dann musste er sie los lassen um ihnen geschwind zu folgen.

    Zumindest war sie ein wenig gewaschen und Cimon wollte nicht oberlehrerhaft sein. Das eine Mal konnte er es doch durchgehen lassen, oder? Der Nubier lächelte und wuschelte ihr durchs Haar.


    "Das werden wir dann wohl ändern müssen, kleine Marei. Ich werde dann mal dafür sorge tragen, dass du eine Waschschüssel bekommst."


    Zumindest das konnte er für sie tun, und er freute sich sogar ein wenig darüber. Immerhin würde sie sich dann in der Früh gründlich waschen, dass sollte ihm reichen.
    Lächelnd nickte Cimon und schloss die Augen, als sie ihn darum bat. Zuerst merkte er wie sie neben ihm Platz nahm dann sagte sie etwas und er konnte sich ein breites Grinsen nicht verkneifen.


    "Kann ich wieder schauen?"


    Erst wenn er eine positieve Antwort bekommen würde, könnte er seine Augen öffnen. Das würde er auch ganz langsam machen. Cimon wollte ihr zeigen, wie ernst er sie nahm und das sie sich auf ihn verlassen konnte.
    Ihre Frage welche Geschichte es war sorgte bei dem dunklen Sklaven für ein freundliches Lächeln.


    "Eine ganz besondere Geschichte. Aber sie ist nicht von mir. Jetzt ab unter die Decke und ich lese sie dir vor, ja?"


    Dazu stand er kurz auf, um sie noch zudecken zu können. Erst dann setzte er sich wieder auf die Bettkante und nahm die Tafel so zur Hand das marei es nicht würde lesen können. Mit dunkler, sanfter Stimme begann er nun zu lesen. ...


    "Liebe Marei dir schreibt Esquilina, ...


    Na sowas, das ist ja eine ganz andere Tafel ... nicht die Ilias ..."


    Sein Grinsen unterbrach das Lesen kurz und er sah Marei verschwörerisch an, bevor er weiter laß ...


    " ich bin jetzt schon viele Tage auf dem Landgut, weil Marcus gesagt hat, dass bald was ganz schlimmes passieren wird und ich dann nicht im Lager bleiben soll.


    Aber hier ist es sooo langweilig und es passiert doch überhaupt nix. Ich würde mir wünschen du wärest hier, weil hier ganz wenige andere Kinder sind und keine so tolle Freundin wie du.


    Außerdem, wenn es im Lager gefährlich ist, dann ist das noch doofer, dass du da bist, weil ich will nicht, dass dir was passiert.
    Außerdem könnten wir uns dann zusammen um die Babyziegen kümmern, die wir ganz neu haben. Die sind ganz, ganz winzig. Nur so groß wie, mmmh, weiß grade nicht. Wie mein Bein, wenn ich es einknicke. Verstehst du, was ich meine?


    Dass du mir deine Haarklammer geschickt hast, hat mich ganz dolle gefreut. Ich versteh nur nicht, warum meine Augen da nass geworden sind, weil ich war ja nicht traurig.
    Ich hab dir auch was geschickt, ein Medaillon, dass dich beschützen soll, wenn es gefährlich wird. Das gab es in Cremona von einem alten Phoniker und ist aus dem Zahn von einem Tier in Asia.


    Hoffentlich geht es dir gut,


    es grüßt dich


    Esquilina ...


    Ich hoffe das ist eine schöne Geschichte, Marei. Ach... was ist das denn?"


    Vorsichtig löste er das Medaillon und nahm es in die Hand, bevor er Marei die Hand hin hielt und plötzlich dann die Hand öffnete... nun hing das Medaillon vor ihr und er konnte sein fröhliches Lächeln kaum unterdrücken. Bestimmt würde es Marei freuen von ihrer Freundin zu hören.

    Es schien geholfen zu haben, sich hin zu knien und Cimon nickte ergeben, als Domina Esquilina meinte, sie könnten gehen. Er lächelte ihr aufmunternd zu, denn der Nubier wollte ihr auf keinen Fall Angst machen. Er war zu ihrem Schutz da und davon abgesehen war sie, wenn sie auch ein Kind war, eine Herrin.
    Mareis Verhalten war tadellos und er lächelte sie offen an. Ja, er war sogar ein wenig stolz auf sie. Das Mädchen machte es wirklich gut. Und sie lernte schnell... wie gut das sie es ... freundlicher lernte als er damals.


    Dann neigte er leicht den Kopf und nahm den Korp von Esther entgegen. Der dunkle Sklave verabschiedete sich ergeben von Esther und sah ihr noch kurz nach. Sie arbeitete dort, wo man ertrinken konnte, was er bewunderte und doch war ihm ein wenig unheimlich.


    Wie gut das die Mädels ihn ablenkten. Als sie los liefen folgte er ihnen und achtete darauf sie ja nicht aus den Augen zu verlieren. Dabei sah er sich immer wieder wachsam um, damit den beiden nichts geschehen mochte.


    Wohin genau sollten sie nun gehen? Die Mädchen liefen vor und Cimon wollte es ersteinmal Domina Esquilina überlassen. Für den Tag hatte er ersteinmal jede Arbeit beendet und hatte Zeit für die beiden. Den Rest der Arbeit würde er auch die Nacht noch erledigen können. An Schlafen war momentan eh nicht zu denken.
    Das Flüstern konnte er natürlich nicht hören, aber es störte ihn auch nicht. Es gab nun einmal Geheimnisse die nur den beiden gehörte ... so war das doch als Kind... oder? Er war sich nicht sicher, da seine eigene Kindheit ganz anders verlaufen war, dennoch meinte Cimon es zumindsest erahnen zu können, wie es hätte sein sollen.

    Es tat gut Marei so fröhlich zu sehen und es hielt Cimons Lächeln fest. Ihre Begrüßung ließ den Nubier kurz den Kopf senken. Seltsam wie wenig es ihn inzwischen störte sich den Kopf rasieren zu müssen.
    Nachdem er sie losgelassen hatte, hörte er Marei aufmerksam zu. Er nickte, als sie fragte, ob er die Tasche noch kannte. Dabei sagte er nichts, da er sie nicht unterbrechen wollte. Cimon nahm ihre Hand. Um sie so vorgehen zu lassen.


    "Ja, gerne sehe ich mir dein Zimmer an, Marei. Es ist wirklich eine wunderbare Idee von Frija, dass du dir eine decke fertigen kannst. ... Oh, das ist aber nett von deiner Mutter, das sie dir ein Kissen zur Verfügung gegeben hat."


    Traurig dachte er an seine Mutter und musste darauf acht geben, das er diese düsteren Gedanken nicht nach außen zeigte.
    Wie gut das sie rasch ankamen und er dadurch aus seiner Vergangenheit gerissen wurde. Der Nubier lächelte, als Marei ihm ihr Zimmer präsentierte.
    Langsam trat er nach ihr ein und sah sich bewundernd um.


    "Es ist wirklich wunderschön dein kleines Reich, Marei."


    Mit einem sanften Nicken bestätigte Cimon das die Idee mit dem Kissen wirklich net gewesen war. Es war lange her, das er sie ins Bett gebracht hatte, also nickte er lächelnd und setzte sich neben das Bett auf den Boden.


    "Hast du dich denn schon gewaschen? Dann musst du dich umziehen und ich... hol mal eine tolle Geschichte hervor."


    Mit einer feierlichen Geste holte er die Tafeln hevor und beobachtete dabei ob die Überraschung gelingen mochte. Doch vielleicht würde Marei denken, das es wirklich nur eine Geschichte war und kein Brief ...

    Cimon stand am rande und sah sich immer wieder unauffällig um. Bis sich sein Blick mit dem einer Frau traf... sie schien jemanden zu suchen und sah ihn dabei sehr genau an. Ob sie ihn suchte? durch die umhergehenden Menschen erkannte er die beiden Mädchen, die bei der Frau standen. Er lächelte und nickte ihr ergeben zu. Langsam und sehr bedacht, ging er auf sie zu.
    Dann hörte er eine Stimme seinen Namen rufen und sein lächeln wurde kurz ... ehrlich. Bevor er wieder ernst, aber nicht unfreundlich schaute.


    Der Nubier erinnerte sich daran, das Esquilina ein wenig Angst vor ihm gehabt hatte, als sie sich das letzte mal gesehen hatten. Also trat er an sie heran und grüßte natürlich zunächst die Frau, die sich um die beiden offensichtlich gekümmert hatte. Dabei neigte er leicht den Kopf.
    Es dauerte nur einen Augenblick, dann kniete er sich zu den beiden Mädchen. In der Hoffnung nun nicht mehr so erschreckend zu wirken. Auch hier gab es eine klare Reihenfolge, die er einzuhalten hatte. Denn auch wenn sie Kinder waren, gab es einen Unterschied, einen sehr deutlichen. Zumindest für Cimon.


    "Salve, Domina Esquilina. Wenn du nichts dagegen einzuwenden hättest, würde ich dich und Marei gerne nach Hause begleiten."


    Dann sah er mit einem offenen Lächeln Marei an und strich ihr kurz brüderlich über den Kopf, um ihr zu zeigen, das er sie nicht zuerst begrüßen konnte und dennoch blieb sie ... seine kleine 'Schwester'.

    Genau beobachtete Cimon, wie Marei den Brief zu schreiben begann. Lächelnd gab er ihr immer wieder Hinweise, wie sie sich das Schreiben einfacher machen konnte und besah sich die Schrift. Sie schien langsam wirklich besser zu werden. Als sie fertig war, sah er noch einmal sehr genau hin und nickte dann anerkennend.


    "Das hast du wirklich gut gemacht, Marei. Nichts zu danken, jeder Zeit wieder gerne, meine kleine Marei."


    Brüderlich strich er ihr über den Kopf und lächelte ehrlich. Ihre Frage musste er sich kurz durch den Kopf gehen lassen. Sie stellte wirklich kluege Fragen. Nun gut, es gab keine dummen Fragen, nur dumme Antworten. Aber dennoch Zeigten die Fragen doch, wie wissbegierig jemand war.


    "Nun, sie brauchen bestimmt einige Tage, da diese zeilen nicht so wichtig sind, wie zum Beispiel die von Dominus Ursus. Aber ich kann mir nicht vorstellen das es viel länger dauert, dazu ist Rom doch zu nahe.
    Die Anschrift? Nun, das bekommst du immer leicht hin... sieh hin... "


    Und Cimon begann die Anschrift aufzuschreiben und erklärte dabei ...


    "Also, es geht an... also Ad,
    Es soll an Iunia Serrana,
    und sie woh in der Casa Germanica,
    Und diese liegt in Roma.
    Würdest du an jemanden in dem Haushalt schreiben... sagen wir zum Beispiel einen Sklaven ..."


    Er versuchte sich an einen Namen zu erinnern. Da gab es doch diese große eher seltsam wirkende Frau ... Adula.


    "Nehmen wir einmal an an Adula, dann würdes du am Anfang ebenso Ad schreiben und dann,
    ihren Namen, also Adula,
    danach würde ihre Beziehung zum Hause sich anschließen, also...
    Serva Iunia Serrana,
    der Rest dann wie gehabt..also die Casa und der Ort wo sie wohnt. ...
    Ich .... ich hoffe das war einigermaßen verständlich..."


    Fragend sah Cimon zwischen Marei und seinen Notiezen hin und her ... manchmal redete er doch ein wenig umständlich, doch der Nubier hoffte darauf, das sein gleichzeitiges aufschreiben geholfen hatte.


    Dabei war das zweite Thema nicht minder schwer ... er atmete tief durch. Erwas zu lesen und zu wissen bedeutete nicht, das man es erklären konnte. Zumindest wollte er es versuchen... für Marei. Dabei überging er die Vermutung, die nahelegte, das Marei Steine dort versteckt hatte, wo sie nichts zu suchen hatten ...


    "Naja... wir ... Hol mal tief Luft. Siehst du ... das ist in dir. Und noch viel mehr... und wenn du im Wasser bist, macht dich das leichter. Steine haben keine Luft in sich und deswegen gehen sie unter."


    Das war sehr ... sehr einfach dargestellt...oder? Aber würde es Marei helfen es zu verstehen und sie nicht zu sehr verwirren? Oder war es ZU einfach? Neugierig sah er Marei an.

    Natürlich wusste Cimon, welche Veränderung vor sich ging. Denn nur wenig entging dem Nubier, vorallem, da Frija hatte fragen müssen, ob das wohl gehen würde. Sklaven hatten nur selten einen Raum für sich. Er selber hatte da Glück. Bei Baldemar und Frija lag es sicher daran das Frija immer für ihre Herrin da sein sollte und von daher in der kleinen Kammer neben ihrer Herrin untergebracht waren. Aufgrund der Vergangenheit, hatte Cimon sich dafür ausgesprochen, das Marei alleine untergebracht werden mochte, bis sie ein wenig älter sein würde. Denn normalerweise waren die Sklave in soetwas wie Schlafsälen untergebracht gewesen.


    Er war sich nicht sicher, wie viel sein Wort zählte, doch der Nubier glaubte fest daran, das er inzwischen soetwas wie eine feste Größe im Sklavenhaushalt von Ursus 'herangewachsen' war.


    Auf seinem Weg Marei zu suchen, lief sie ihm über den Weg und Cimon lächelte ihr entgegen. Die Tafel hielt er noch verborgen hinter seinem Rücken, was kaum auffallen würde, da er eine ähnliche Haltung oft sein Eigen nannte. Sie schien sich wirklich zu freuen und der Nubier konnte es kaum verhindern, das sein Lächeln immer breiter wurde. Natürlich fing er sie auf. Dabei achtete er aber darauf, das sie nicht genau auf die Tafel schauen konnte. Es war nicht ungewöhnlich das Cimon eine Tafel bei sich führte. Denn auch wenn er sich sehr viel merken konnte, so schrieb er es dennoch auf... für sich und seinen Herren.


    "Salve meine beste Marei. Du hast dein eigenes Zimmer jetzt schon bekommen?"


    Ja, er wusste von dem Zimmer und hatte sich ja auch dafür ausgesprochen, aber das es so schnell geschah war irgendwie an ihm vorrübergezogen. In letzter Zeit hatte der Nubier einfach zu viel um die Ohren. Dennoch minderte es in keinster Weise seine gute Stimmung.


    "Magst du es mir vielleicht zeigen, Marei?"


    Dann würde sie ihren ersten Brief von ihrer guten Freundin in ihrem neuen Zimmer lesen können, das hörte sich irgendwie gut an. Cimon korrigierte seine Haltung ein wenig, da er sich zur Begrüßung hatte hinabbeugen müssen. Der dunkle Sklave strich sich die Kleidung wieder korrekt glatt und sah Marei fragend an.

    Nachdem die Post durchgesehen war und der Tag begonnen werden konnte, machte Cimon alles für den Morgen bereit. Ursus hatte kaum Zeit in letzter Zeit für den morgendlichen Sport... wen wunderte es. Aber der Start in den Tag war wichtig. Also hatte Cimon die anderen Sklaven an diesem tag angewiesen, welche Kleidung wie zurechtzulegen war und was zu Trinken bereit stehen sollte. Auch das Wasser sollte gut temperiert sein. Sicher all das war nicht mehr zwingend seine Aufgabe, doch Cimon stand gerne früh morgens vor allen anderen Auf und bereitete den Tag vor.


    Nun wartete er zusammen mit der täglichen Post, stark verdünntem Wein, einigen Kleinigkeiten zum Naschen, Obst sowie eine Tabula, auf der er den tag in Stichworten festgehalten hatte. Nur für den Fall das Ursus an diesem tag lieber schweigend beginnen wollte.


    Mit gerader, ja fast stolzer Haltung stand der dunkle Sklave da und sach sich noch einmal im Raum um, ob alles perfekt war. Ja, er kam zu dem Schluss, das es gut war. Zur Perfektion fehlte noch das eine oder andere ... Cimon machte sich geistige notizen um es am nächsten Tag besser zu machen.
    An diesem tag wollte er noch etwas anderes mit seinem Herren besprechen. Etwas was er versprochen hatte ... doch dazu musste Ursus Zeit haben ...