Beiträge von Cimon

    Der dunkle Sklave lächelte, als Marei sich einverstanden zeigte und nickte leicht. Er würde mit Ursus sprechen, wenn es passen würde. Momentan musste er die Zeit gut abpassen.
    Immer wieder zeigte er Marei die geschriebenen Worte. Als sie fertig schien, gab er alles nötige an sie weiter, sah ihr aber immer über die Schulter, um ihr beim Schreiben zu helfen und Tipps zu geben. Zunächst fing er damit an ihr zu zeigen, wie sie den griffel besser halten konnte, um schöner und länger schreiben zu können. Dabei hörte er ihr weiter lächelnd zu.


    Dabei musste er lachen, als Marei meinte das Schweinsblasen ecklig seien und sie lieber den Stock nehmen würde. Als sie ihm über den geschorenen Kopf strich, wurde sein Grinsen breiter. Sie war wirklich eine tolle kleine Schwester, die ihm auch noch das Schwimmen beibringen wollte. Seine Angst versuchte er nicht zu zeigen, als er antwortete.


    "Nein, nein ... danke. Ich lerne es lieber nicht. ich... ähm. Naja, ihr seit leichter, weil ihr im Wasser seit. Dinge, die ... schwimmen, werden im Wasser leichter."


    ob er das jetzt gut erklärt hatte? Er hatte nicht den Anspruch ihr alles in gänze korrekt zu erklären. Cimon wollte es ihr so sagen, das sie es verstand. Das war das wichtigste für ihn.

    Draußen kam ein dunkler Sklave bereits näher und näher. Mit leicht geneigtem Kopf grüßte er eine Dame im Eingangsbereich. Sie wirkte so als würde sie dort eine Arbeit verrichten. Cimon bekam die Auskunft, das die beiden Mädchen noch drinnen waren, doch als sie los wollte, um die beiden zu holen, hielt er sie auf. Er wollte den Spaß der beiden Mädchen nicht unterbrechen. Lieber wartete er im Eingangsbereich. Der Sklave blieb an einer Wand stehen und wartete dort mit gerader Haltung. Dabei nickte er jedem Besucher der Thermen ergeben zu. Sollten die beiden Mädchen nach ihm fragen, so würde diese nette Dame ihnen bestimmt sagen das er da war. Das reichte ihm. Angebotenes Trinken lehnte er höflichst ab, denn er wollte keine Arbeit machen.
    Während Cimon ruhig da stand, ging er im Kopf den Tagesablauf seines Herren durch und machte sich einige geistige Notizen.

    ~ Ursus et Cimon


    Nach den erledigten Arbeiten des Tages und nachdem Ursus Cimon für den Abend frei gab, machte der Nubier sich auf die Suche nach Marei. Er suchte alle Lieblingsplätze des Mädchens ab. Die Tafel versteckte er noch hinter seinem Rücken. Es war nicht auffällig, da seine Haltung dem oftmals nicht ganz unähnlich war. Er lächelte die ganze Zeit und freute sich bereits darauf, ihr die Tafel zu überreichen. Hoffendlich schlief sie noch nicht ...

    Cimon sah die tägliche Post durch und da entdeckte er ganz unten etwas... Seine Augen verengten sich leicht. Nach den ersten Worten, die er las, erkannte der Nubier, an wen der Brief war und auch von wem. Also lies er die restlichen Zeichen unberührt. Es ging ihn ja nichts an. Wenn Marei es wollte würde er ihr den Brief vorlesen ... oder besser sie würde ihn ihm vorlesen. Mit einem Schmunzeln legte er die tafel beiseite und machte mit der täglichen Arbeit weiter. Später am Tag würde er Marei suchen. Vielleicht würde sie ihm ja auch über den Weg laufen... Er würde es auf jeden Fall nicht vergessen.


    ~Praetorium | Post für Marei

    Es war nicht leicht für Cimon gewesen, zu versuchen sich zu erklären. Der Nubier wusste nicht einmal, ob er sich verständlich ausgedrückt hatte. Sonst viel es ihm doch nicht so schwer. Es waren nicht einmal die Schmerzen oder das was geschehen ist ... nur wer es war ... wer es verlangt hatte. Bei jedem anderen Herren zuvor wäre es nur eine Narbe von vielen gewesen. Doch von Ursus ... Wie konnte er soetwas nur in Worte fassen? Oder würde Phaeneas ihn jetzt auslachen. Auch hier war es anders. Bei jedem anderen wäre es ihm nicht so wichtig gewesen. Aber hier lag es ganz anders. Seine grauen Augen sahen hilfesuchend in jene von Phaeneas.


    Als sein Liebster sich heranziehen ließ, setzte Cimons Herz kurz aus. Dann kam Phaeneas seinem Zeichen immer näher und der Nubier bekam eine Gänsehaut. Sein Atem wurde nervöser. Aber er konnte nicht sagen ob es etwas schlechtes war. Nein, es war fast ein angenehmer Schauer ... seltsam.


    Ein Kuss folgte. Ein Kuss der Cimon schwindeln lies. Er schloss die Augen und bebte wegen des stärker werdenden Schauers. Dabei sprach Phaeneas etwas aus, was sein Herz nun fast rasen lies. Die Muskeln des Nubiers zitterten leicht, als ihn Gefühle und Empfindungen übermannten. Er liebte sogar das Zeichen? Verwirrt öffnete er die Augen. Es dauerte einen Moment bis er erkannte ... ja, es gehörte zu ihm. Und wenn Phaeneas es liebte, wie konnte er es dann hassen? Es machte das alles nicht vergessen, aber es sorgte dafür, das er das Zeichen annehmen konnte. Vielleicht vergab er Ursus nicht, doch er mochte das Gefühl geliebt zu werden. Tief atmete er durch und umarmte Phaeneas innig, dabei schmiegte er sich an ihn und Küsste jedes bisschen Haut, an das er heran kam. Hände, Arme, Hals, Nacken, ... Augen, Stirn, und schließlich... Diese wundervollen Lippen. Er konnte nicht anders als es Phaeneas gleich zu machen. Denn er wollte seine Liebe nicht nur Zeigen... er wollte sie aussprechen, am liebsten herausschreien... aber das wäre doch ein wenig zu viel gewesen.


    "Ich liebe dich... Ja, auch ich liebe dich, mein Phaeneas ... mein Liebster ... Ich liebe dich. Und alles an dir."


    Cimons Hände suchten einen Weg über den Rücken seines Liebsten. Noch gab es zuviel Stoff zwischen ihnen. Und noch hatte er ein wenig ... Befürchtungen. Phaeneas' Küsse aber hatten auch das letzte bisschen Zweifel, der in ihm wieder erwachen wollte, gelöscht. Cimon wollte sich ihm hingeben, wollte all den Stoff zerreißen. Allerdings bemerkte der Nubier, das er seinen Phaeneas ganz langsam entdecken wollte. Dabei wurde ihm bewusst, das er selber nicht der erfahrenste war. Also sollte er wohl besser seinem liebsten Bithynier die Führung überlassen und ihm vertrauen. Sein Herz, seine Seele, sein ganzes Sein konnte nur noch in diesem Augenblick existieren.

    Es gefiel Cimon, wie sehr Phaeneas ihm näher kam. Und wie sehr er sich ihm hingab. Es war ein Gefühl der Sicherheit und bedenkenlosen Liebe, das der Nubier verspürte. Etwas unbekanntes, etwas das er nie wieder missen wollte.
    Die Nähe, Wärme und Hingabe ließ ihn für den Augenblick vergessen. So ergab er sich dem Kuss und den Gefühlen die Cimon dabei bis in jede Faser seines Körpers spüren durfte. Er schien nicht 'Satt' werden zu können. Seine Hände konnten nicht ruhig bleiben. Zitternd und fordernd wollten sie Phaeneas erforschen. Die Angst schien nun so fern zu sein, als hätte sie niemals existiert. Doch weit trauten sie sich nicht ... Vom Hals zum Rücken... denn die Berührung des Geliebten stachelten ihn dazu an. Sein Körper wand sich in ungewohntem Wohlgefühl unter den Berührungen des Bithyniers. Atemlos ließ er sich ein wenig weg schieben und haschte doch noch einmal nach Phaeneas' Lippen. Sehnsucht lag in seinen Augen. Diese Berührungen... Dort wo er einst Schmerzen gefühlt hatte ... all seine Narben schienen zu verschwinden, wenn sein Geliebter ihn berührte.


    Cimon begegnete dem Blick seines Gegenübers und wollte diesen ebensowenig lösen wie die Nähe, die er noch immer spürte. Er hoffte nur, das Phaeneas ihn nicht noch weiter weg schieben würde. ... Dann kam die Frage ... unausweichlich war sie gewesen und doch übervorderte sie ihn einen Moment. Nur leicht zitterten seine Muskeln und er konnte nicht sofort antworten. Nach einem erneuten Durchatmen sah er seinen Geliebten wie ... wie ein geschlagener Hund an.


    "Es ... es ist schwer zu erklären, Phaeneas. Liebster ... ich ... es war nur so... schmerzhaft und ... ich habe mich wie ein ... wie ein Tier gefühlt. Er hatte gesagt ich hätte die Wahl. Und doch sagte er im gleichen Moment das er es erwartete ... ich kann es nicht vernünftig erklären ... aber es zeichnet mich wie ein Brandmal die Kuh zeichnet... und das schmerzt mich."


    Seine Hand ging in den Nacken und er strich über das ungemochte Mal. Wie vernünftig oder unvernünftig war das? Cimon wusste es nicht... er fühlte es einfach. Der Nubier hoffte nur, das Phaeneas nun nicht schlecht von ihm denken mochte. Zitternt griffen seine Hände wieder nach seinem Liebsten und er wollte ihn sanft an sich ziehen.


    "Lass mich vergessen..."


    Mehr konnte er nicht sagen. Cimon vertraute Phaeneas und wollte ihm geben was er brauchte, wollte nehmen was er bereit war zu geben. Sicher wusste er nicht, was dem Bithynier genau gefiel und ob es ihm selber gefallen mochte ... aber da seine Furcht geschwunden war, konnte er es einfach auf sich zu kommen lassen... es erforschen.

    Tief atmete Cimon durch bis er dann brüderlich die Hand auf Mareis Schulter legte. Wie sollte er es ihr nur erklären? Es war keine leichte Angelegenheit, die Sache mit dem Sohn des Legaten.


    "Vielleicht sollte Dominus Ursus es wissen. Aber dann lass besser mich mit ihm sprechen. Und Marei ... Es gibt da einen wichtigen Unterschied zwischen euch beiden. Was auch bedeutet das es uns nicht zusteht darüber nachzudenken das er bestraft werden sollte. Das ist falsch, Marei. Denn trotz allem ist er unser Herr. Ich werde aber mit Dominus Ursus über seinen Sohn sprechen, du hast mein Wort."


    Denn auch er wollte nicht das dem Jungen etwas schlimmes wiederfahren würde. Aber der Nubier ahnte, das Marei besonders viel Angst hatte... und er ahnte wieso das so war. Tröstend wollte er sie in den Arm nehmen. Etwas anderes viel ihm nicht ein.


    Vielleicht würde der Brief sie ja ablenken. Und so zeigte er ihr nur zu gerne seine sauber niedergeschriebenen Zeilen. Er lachte kurz auf als sie meinte das noch Platz wäre...


    "Ja, da hast du recht, Marei. Es ist noch reichlich Platz für mehr Sätze."


    Lächelnd schrieb er dann weiter, was sie ihm 'diktierte'. Immer wieder musste er grinsen und sah Marei dabei an. Ihre Gedanken so zu hören war recht interessant und es gefiel ihm, wie sehr da das Kind aus ihr sprach. Auch wenn sie immer älter wurde und aufwuchs... nach dem was geschehen war, war es gut, wenn sie noch ein wenig 'Kind' sein durfte. Auch wenn es sicher nicht mehr lange sein würde. Anerkennend sah er sie an. Sie konnte wohl gut schwimmen. Das beeindruckte ihn durchaus.


    Als er die blauen Flecke sah, sah er sie bedauernd an und strich ihr brüderlich übers Haar. Ihre Frage lengte Cimon ab und er erstarrte kurz. Bis er dann ein wenig niedergeschlagen den Blick senkte. Ebenso wie seine Stimme.


    "N...Nein... das kann ich nicht.
    Ich... ich denke die Soldate 'waten' mehr als das sie schwimmen. Das heißt sie gehen... aber ich glaube man kann 'Schweinsblasen' nutzen. ... Also mit Luft gefüllt, da man so über Wasser gehalten werden müsste. Aber in der Therme... da könnte jemand neben dir her gehen und dir einen Stock reichen, dann kannst du dich immer daran fest halten."


    Ihm persöhnlich würde das vermutlich besser gefallen... oder wenn jemand neben ihm ... ihr her gehen würde und sie hielt. Er sah recht nachdenklich aus. Wirklich eine interessante Frage.

    Geduldig und mit einem Lächeln auf den Lippen hörte Cimon Marei zu, wie sie so fröhlich erzählte. Das gefiel ihm, sie schien so unbeschwert und so sollte es doch auch sein. Ab und zu nickte er und dachte nur heimlich an seine eigene weit weniger schöne Kindheit.


    Die Frage die dann folgte ließ Cimon die Augenbraue heben und nachdenklich werden. Schließlich sah er Marei verständnisvoll an, bevor er die rechten Worte gefunden hatte. Kurz spürte er Trauer über das was geschehen war und strich Marei brüderlich über den Kopf.


    "Aber es ist ein wichtiger Unterschied, Marei. Er ist ... behüteter als jeder andere an diesem Ort. Ich bin mir nicht sicher ob es gut ist es Ursus zu sagen. Soldaten mögen keine... verräter. Und aufhalten kann man den Kleinen offenbar kaum. ... Römer ... sie bestrafen auch mal ihre Kinder und... möchtest du das Dominus Durus bestraft wird?"


    Es war wichtig auch darüber nachzudenken. In Cimons Augen war es das beste den Jungen zu beobachten und zu schützen ohne es ihm zu deutlich zu zeigen oder Ursus Sorgen zu bereiten. Denn die würde er doch haben, wenn er seinen Sohn in Gefahr vemuten musste. Der Nubier nahm sich vor selber öfter ein Auge auf Durus zu haben.


    Ihre spontane Umarmung überraschte Cimon und sorgte für eines der seltenen Lachen des Sklaven. Dabei erwiederte er die Umarmung. Die Strafe schien nun wieder vergessen zu sein... gut so, besser sie dachte an die schönen Dinge im Leben.
    Noch immer hielt er nun die Tafel in den Händen und sah Marei fragend an. Er begann zu grinsen als sie ihm sagte was sie schreiben wollte. Doch er schrieb es eifrig auf. Ein Sax hatte sie also auch bekommen? Der dunkle Sklave kam kaum mehr aus dem Staunen raus. Als sie fertig war... oder eine kleine Pause machte? ... Sah er sie lächelnd an.


    "Ich habe es notiert, Marei. Doch wenn du fertig bist, werde ich es dir vorlesen und möchte von dir, das du es dann aufschreibst. Du möchtest den Brief ja selber schreiben, nicht wahr? ... Ich werde auch ganz langsam diktieren, versprochen."

    Fragend und ein wenig erstarrt beobachtete Cimon seinen Phaeneas. Es war kompletter Unsinn? Keiner konnte mit ihm mithalten? Unwiederstehlich? Langsam, sehr langsam begann er zu lächeln. Diese Worte taten wirklich gut. Ob er ihn ausgesucht hätte wenn er ihm nicht gefallen hätte? ....


    "Ich schätze ... nein..."


    Cimons graue Augen strahlten Phaeneas an. Wie dumm er doch gewesen war. Aber der Nubier war es einfach nicht gewohnt, in dieser Art betrachtet zu werden. Allerdings fing es an ihm zu gefallen. Seine zitternden Hände gingen zu Phaeneas' Hals und in den Nacken. Wie wundervoll er war.


    Langsam begann er zu nicken und sah ein wenig zu Boden, als sein Liebster fragte ob es an der Tätowierung lag. Der dunkle Sklave sah von unten her zu Phaeneas und lächelte ein wenig unsicher.


    "Ja... ja, das hat es. Ich... sie fühlt sich nicht gut an. Vielleicht hilfst du mir, sie zu vergessen?"


    Vielsagend sah er den Bithynier an. Wenn er das alles doch nur wegküssen würde können. Aber wenn es jemand konnte, dann sein Phaeneas. Niemand sonst. Er würde sich in seine Arme begeben. Vollkommen und ohne Angst. Ja, seine vielen Befürchtungen, über das was geschehen konnte, verschwammen immer mehr. Cimon kam ihm näher und zog ihn leicht an sich, während seine Lippen die von Phaeneas suchten. Er wollte vergessen. Wollte sich ihm hingeben. Wollte eins sein mit seiner Liebe.

    Der Nubier lächelte versöhnlich, als Marei von ihrer Freundin sprach mit der sie wohl viel 'unterwegs' war. Er glaubte nicht das ihre Mama etwas dagegen hatte. Sicher wollte Frija nur das das kleine Mädchen ein wenig mehr lernte. Das würde es ihr später im Leben leichter machen.
    Cimon beobachtete wie Marei ihren Beutel ausleerte und dachte darüber nach wie sie es mit einem Brief anstellen konnten. Also griff er wie nebenbei unter sein Bett und holte eine Wachstafel hervor. Den Griffel dafür nahm er von einem kleinen, einfachen Tisch, der neben dem Bett stand. Er schrieb viel und gerne.


    Es gefiel ihr also nicht in der Küche? Ein Grinsen erschien auf seinen Lippen.


    "Allerdings kannst du in der Küche warme Leckereien ergattern."


    Cimon zwinkerte. Denn er wusste das Baldemar das gerne tat. Sich einfach etwas zu nehmen... unvorstellbar für den Nubier. Aber er verstand das andere es anders sahen als er. Aufmerksam hörte er ihr zu. Sie versprach es. Das reichte Cimon auch vorerst. Lächelnd nickte er zufrieden.


    "Weißt du, es ist eben so, das wir das tun müssen, was die Herrschaften von uns verlangen. Aber wir sind in einem guten Haus, glaub mir Marei. Wenn wir unsere Arbeit gut machen, schützen sie uns und geben uns was wir brauchen. Und mehr..."


    Lächelnd deutete er auf seine Schreibutensilien die er einst von Ursus bekommen hatte. Auch seine Kleidung war sehr gut. Er tat seine Arbei gut und versuchte stehts sich zu verbessern. Dafür wurde er gut behandelt. Nur das eine Tat ihm noch immer ein wenig weh... aber darüber sprach der Nubier nicht.
    Seine Augen verengten sich ein wenig und er verstand nicht so recht was sie sagen wollte. Vermacht? Fragend sah er sie an.


    "Vermacht? Meinst du sie hatte Schuld? Hmmm ... dann meinst du sicher das du es ihr verdangst, oder?"


    Seine Stimme klang weich und freundlich. Leicht schüttelte er den Kopf. Nein, die Tasche hatte er noch nicht gesehen. Er betrachtete sie und nickte anerkennend.


    "Die ist wirklich sehr schön. Und ein wahrlich herrlicher Platz für Nina."


    Erneut lächelte er und deutete dann neben sich. Er klopfte mit der Hand auf die Matratze... er wollte nicht so deutlich sagen, das die Schuhe nicht aufs lacken gehörten. Das agte er oft. Und sein Blick sprach sicher Bände. Allerdings konnte Marei bestimmt sehen, das Cimon nicht wirklich sauer war.

    Phaeneas' Lächeln hatte Cimons Herz gewonnen und seine Augen gefesselt. Es nahm ihm ein wenig seiner Befürchtungen. So das er vor hatte die Inizietieve seines Liebsten zu erwiedern.
    Kaum das Cimon auf dem Boden gekniet hatte, wollte er schon wieder Phaeneas nahe sein und ihn mit Küssen bedecken. Seinen Duft in sich aufnehmen. Auch ihm gingen Schauer durch den Körper und er hatte seine Mühe, den Atem einigermaßen ruhig zu halten.


    Welch ein Bild er so knient abgegeben hatte, war ihm wahrlich nicht bewusst. Und er sah langsam auf, als Phaeneas sich derartig elegant zu ihm kniete. Die Berührung an seiner Schulter beruhigte den Nubier ein wenig. Was war? Wie sollte er es nur sagen?


    Eine Hand suchte jene, die auf seiner Schulter ruhte und legte sich sanft darauf. Die andere ging zum Halstuch und löste geschickt den leichten Knoten. Tief atmete er durch, während er nach den richtigen Worten suchte.


    "Ach, Phaeneas... Es ... ich fürchte... dir nicht zu gefallen."


    Hatte er das wirklich gesagt? Wie sollte er jetzt noch der starke Mann sein? Die Narben und das Zeichen im Nacken sorgten dafür, das Cimon glaubte nicht genug zu sein. Er ließ seine Hände sinken, wobei das Tuch zu boden sank. Seine Augen suchten die von Phaeneas, wobei sein Atem unruhiger wurde. Cimon wahr sich nicht sicher was er nun wollte... wie er es wollte. Aber er spürte wie sehr er sich in Phaeneas' Arme wünschte.
    Unfähig sich weiterhin zu bewegen blieb der Nubier wie erstarrt an Ort und Stelle. Seine Muskeln zuckten leicht. Sein Körper wusste eher was er wollte, als das Cimon es erahnte.

    Es waren sehr anstrengende Tage gewesen. Die Sache mit dem Kaiser und seinem Sohn schien immer größere Wellen zu schlagen. Und Cimon machte sich Sorgen um Ursus... um einfach alle. Das alles durfte er sich aber nicht ansehen lassen. Ebensowenig wie seine Sorge um Phaeneas. Der Nubier konnte nur hoffen das es ihm gut ging.


    Nun gönnte er sich einen Moment der Ruhe und... Mareis Stimme zauberte ein Lächeln auf seine Lippen. Gerade wollte er seine Beine auf dem Bett ausstrecken und ein wenig schlafen. Doch rasch setzte er sich auf, als schon der Kopf durch den Türspalt sah. Lächelnd winkte er sie herein.


    "Ja, für dich Marei, bin ich doch immer da, das weißt du doch."


    Er klopfte neben sich und sah sie fragend an. Cimon wartete ab, was Marei zu ihm führte. Es dauerte nicht lang, da kam auch schon die Antwort. Langsam und in seiner ruhigen Art nickte der dunkle Sklave langsam.


    "Das ist richtig von deiner Mutter. Komm, ich helfe dir gerne."


    Bei seinen Worten besah er sich den Beutel, den Marei bei sich hatte. Ja, das wahren wohl ihre Schreibsachen. Cimon rückte noch etwas beiseite um ihr mehr Platz zu machen, falls sie den Beutel ausleeren wollte. Seine grauen Augen beobachteten das Mädchen, während sie weiter erzählte. Dabei zog sich kurz seine Augenbraue nach oben.


    "Der Brief wäre eine hervorragende Idee, Marei. Na dann komm... lass uns etwas schönes schreiben."


    Sein Lächeln lud sie brüderlich ein, einzutreten. Dennoch war da etwas, was er sagen musste. Ernst sah er sie an. Ernst aber in keinster Weise böse.


    "Du weißt warum das mit dem Brief passiert ist, oder? Marei... es geht nicht darum das du deinen Herren jeden Brief gibst. Es geht darum das du tust was sie verlangen. Sehen sie das du einen Brief hast, und wollen sie ihn sehen, musst du ihn zeigen. Du warst unhöflich zu deiner Herrin, Marei. ... So etwas darst du nicht mehr machen, ... versprichst du mir das bitte?"


    Nun wurde sein Blick sanfter. Denn Cimon mochte es nicht, wenn Marei Ärger bekam. Er wollte das sie sich besser einlebte als Sklavin, dann würde es ihr auch besser gehen. Hier bei Ursus und Septima ging es ihnen wirklich gut. Es gab so viele Herrschaften wo es anders war ... daran wollte er lieber nicht denken.

    Zwar vertraute Cimon seinem Phaeneas doch er spürte deutlich Unsicherheit in sich aufsteigen. Sein Atem zeigte dies überdeutlich, ebenso wie seine straffe Haltung. Die Lippen des Nubiers zitterten ein wenig und es machte den Anschein als wollte er etwas sagen, tat es dann aber doch nicht.
    Die Tür war zu und sie beide alleine ... die Augen des dunklen Sklaven sahen unbeugsam zu Phaeneas, wobei ein Schauer auf den anderen folgte.
    Er hatte eine Prüfung bestanden von der er nicht im geringsten ahnte, dennoch glaubte Cimon zu wissen, dass er der richtige für den Bithynier war. Sie gehörten zusammen, es musste einfach so sein. Mit einem schweren Schlucken bekämpfte er die ungefragte Angst, die ihn zu überrumpeln drohte. Unsicher stand er da und spürte wie der eine oder andere Muskel leicht zuckte.


    Zitterte Phaeneas etwa? War es ein Schauer? Der Nubier lächelte ein wenig. War er auch unsicher? Dass konnte Cimon sich einfach nicht vorstellen. Nicht bei einem Mann, der doch so erfahren war. Ja, er bewunderte ihn dafür sogar.


    Jede Berührung zog einen kribbelnden Schauer mit sich. Die Angst, das seine Narben Phaeneas abschrecken könnten war fort. Der Bithynier wusste davon. Zwar kannte er nicht alle Narben und sicher nicht die grausamsten. Doch zu gerne würde er sich jeden Gedanken daran fortküssen lassen.


    Sein Hals wurde ihm trocken und erneut musste er sich diese unbegründete Angst nieder schlucken. Er vertraute ihm auch? Wieder lächelte der Nubier. Seine Lippen formten ein stummes ... ja....
    Mehr konnte er nicht tun. Sein ganzer Körper schien zu zittern und er sehnte sich danach ihm ganz nah zu sein...


    Plötzlich erstarrte Cimon als Phaeneas an sein Halstuch ging. Es verbarg das grausame Mal... die Tätowierung im Nackern... die die das Zeichen des Hauses der Aurelier zeigte. Das einzige das er Ursus niemals verzeihen würde. Er wollte sich wehren, sah aber ein, dass es falsch gewesen wäre. Seine Knie gaben nach. Und langsam sank er nieder... nieder vor seinen Phaeneas und senkte den Kopf, wie in ergebenheit. Seine Hände griffen dabei nach dem Bithynier und er berührte ihn sachte an der Hüfte. Er vertraute ihm. Das musste er ihm nun zeigen.
    Cimon verstand nicht was sein Körper, seine Gefühle gerade mit ihm anrichteten.
    Er wollte nicht aufhören Phaeneas nahe zu sein, wollte ihn mit Küssen bedecken... doch seine Unsicherheit arbeitete gegen eben dieses Ziel ebenso wie seine Angst... Angst Phaeneas könnte ihn nicht ... attraktiev finden... oder schlimmer noch... Cimon würde durch sein Verhalten alles zerstören. Wo war nur seine Stärke und Ruhe, wenn er sie brauchte? Wie konnte er ihn jetzt noch als Mann ansehen? Tief und ein wenig stärker als gewohnt atmete Cimon durch.

    Alle schienen irgendwie angespannt und Cimon konnte es nur zu gut verstehen. Der Kaiser ... Als 'wichtigster' Sklave von Ursus war er oft in seiner Nähe und immer ein 'Schatten' am Rande, soweit es seine Gestalt zuließ. Die Besprechung die folgen mochte, würde sicher nicht leicht werden. Um so wichtiger war es, das die Randbedingungen stimmten. Also hatte Cimon dafür gesorgt, das alles da war. Wein, Wasser zum verdünnen, Säfte und kleine Obsthappen die niemals fehlen durften. Dazu standen kleine Schalen zur Verfügung und die Becher würden von ihm gefüllt werden. Er kannte bereits die Vorlieben der wichtigen Offiziere und handelte entsprechend. Auch achtete er darauf, das an den jeweiligen Sitzplätzen der höheren Offiziere die entsprechenden, bevorzugten 'Kleinigkeiten' zum Essen standen.


    Sein Herr würde sehr stark verdünnten Wein bekommen, da Cimon wusste das Ursus es bevorzugte 'klar' zu bleiben. Die anderen Sklaven hatte Cimon hinaus geschickt und kümmerte sich um den Rest alleine. Damit die Soldaten unter sich bleiben würden. Da sein Herr ihm vertraute, konnte er sicher bleiben um für das leibliche Wohl zu sorgen. Denn der Nubier würde niemals dieses Vertrauen missbrauchen.


    Als Iulius Licinus eintrat neigte Cimon, zum ergebenene Gruß, wie bei jedem anderen auch seinen Kopf. Doch bei Licinus kam noch ein ehrliches kurzes Lächeln hinzu. Unauffällig würde der Nubier ihn fragend ansehen um abzuschätzen, ob Licinus etwas trinken wollte. Für den dunklen Sklaven war der Römer gar nicht so weit unten und er sah auf ihn auf... So viel Arbeit und so viel Verantwortung und bei allem war er ganz nah bei der truppe. Gespannt wartete Cimon ab, ob Iulius Licinus etwas trinken wollte, oder ob er mit militärischer Haltung ablehnen würde... auch etwas was der Nubier bewunderte... Disziplin und Haltung... und alles ohne die Peitsche, nein freiwillig und aus Überzeugung. Das schaffte er selber erst seit Ursus, dafür aber mit einer entsprechenden innersten Überzeugung.

    Nur zu gerne ließ Cimon sich hineinziehen, wobei er Phaeneas gespannt ansah. Sicher hatte der Nubier auch Befürchtungen, besiegte diese aber mit dem Gedanken an den Bithynier. Hier, hier waren sie zu den Saturnalien alleine gewesen und schon da hatte er ... irgendwie mehr erhofft, ohne es zu dem Zeitpunkt wirklich klar gewusst zu haben. Aber jetzt... jetzt schien es um so deutlicher. Unsicher lächelte Cimon Phaeneas an als dieser ihn in die Mitte des Raumes schob.
    Der dunkle Sklave wartete ab und beobachtete wie sein Geliebter die Tür schloss. Seine Augen suchten die des vinicischen Sklaven. Ein Schauer durchfuhr ihn als Phaeneas ihn betrachtete und er konnte nicht verhindern, das er seine Gestalt straffte um 'ordentlicher' und 'stärker' zu wirken. Diese Augen... sie hilten Cimon gefangen.


    Zunächst zärtlich dann vordernd erwiederte er den Kuss und legte seine Arme um Phaeneas. Er hielt ihn fest und sicher bei sich und wollte ihn nicht gehen lassen... nie mehr. Cimon wollte gar nicht frei gelassen werden, nein er fühlte sich ... sicher und geliebt... hier wollte er bleiben.


    Auch das Herz des dunklen Sklaven begann immer schneller zu schlagen und er hatte mühe sich zu konzentrieren. Fester zog er ihn an sich und bemerkte die eigene Unsicherheit. Unfähig weiter als bis hier zu gehen hielt er ihn nur in seinen Armen, küsste ihn und doch wanderten seine Hände über den Rücken entlang. Tief atmete er Phaeneas' Duft ein. Dann löste er doch noch den Kuss auf, um sich auf den Weg zur Halsbeuge zu machen. Er genoss den Duft, die Nähe, die Wärme ... was brauchte er schon mehr ... als diesen Mann? Er war sich sicher... Phaeneas würde ihn leiten und Cimon würde folgen. Leise nur wisperte er das eine...das wichtigste...


    "Ich vertraue dir, Phaeneas... Liebster."


    Vertrauen und Liebe... er hatte das Gefühl, dank Phaeneas, beides vereint in einer Seele, nun in seinem Leben gefunden zu haben.

    Wenn er es doch nur geahnt hätte, wie es Phaeneas ging. Dabei fehlte auch dem Nubier ein wenig der Schlaf, da er des Nachts wach lag und an IHN dachte. Darüber wie viel Glück er hatte und wie unsicher ihrer beider Zukunft war. Wie gut das sie beide verständnisvolle Herren hatten.
    Zumindest machte dies ihre gemeinsame Zukunft nicht absolut unmöglich.


    Der Nubier verschlang die Blicke von Phaeneas und wusste nicht was er sich erhoffte, wartete allerdings gehorsam ab, was geschehen mochte. Er sah so erschöpft aus und Cimon hatte nicht vor schon wieder etwas absolut falsches zu sagen oder zu tun.
    Ja, er bewunderte seinen Geliebten und nichts würde das ändern können. Doch die Überraschung traf Cimon derartig, das er sie nicht verbergen konnte. Jeden Tag? Seine Gedanken begannen zu rasen und er betrachtete Phaeneas von oben bis unten. Bis er schließlich verlegen nieder schaute. Nur langsam erschien ein Grinsen auf seinen Lippen und er nickte verständnisvoll. Irgendwie gefiel ihm diese Vorstellung, dachte er doch daran, dass er selber schuld daran war.


    Sie würden also irgendwo alleine sein können ... Cimon lächelte verlegen. Sah dann offen in die Augen des Bithyniers, als dieser seine Hand ergriff... Der Nubier ließ sich bereitwillig mitziehen und konnte seinen Blick kaum von Phaeneas lassen. Seine Hand zu spüren gefiel ihm und er genoss die wenige Nähe, die sein Geliebter nun doch zuließ auch wenn es nur diese eher beiläufige Berührung war.
    Nur leise und mit leicht zitternder Stimme wagte er nach zu fragen.


    "Wo...wohin gehen wir?"


    Auch Cimon spürte immer mehr eine seltsame Ungeduld in sich und konnte es kaum erwarten bis sie am Ziel waren. Und schon wurde seine Frage beantwortet und Cimon stockte kurz, bevor er mit noch größerer Freude Phaeneas weiter folgte.

    Da lief etwas falsch, das erkannte Cimon ganz langsam. Phaeneas beschwerte sich zunehmend und rückte etwas weg ... Cimon sah ihn verwirrt und traurig an. Er verstand nicht was geschah, vermutete aber das er selber gerade einen riesen Fehler gemacht hatte. Seine Hände sanken nieder und er ließ sich zurück sinken, so dass der Nubier vor dem Schlaflager hockte, mit dem Gesäß auf den Beinen.


    Er erkannte, das es besser sein würde, die Dinge zu nehmen wie sie waren bevor er voreilige Schlüsse zog. Obwohl ihm der Duft, den Phaeneas umgab zunehmend gefiel. Jedoch erkannte der Sklave, das es besser sein würde, ihm nicht wieder zu nahe zu kommen.


    "B...Bitte verzeih. Ich habe gedacht ..du... "


    Kurz warf er einen Seitenblick zu dem Sklaven, den er zunächst als 'Rivalen' gesehen hatte. Sah er herüber? Naja, das wäre nicht verwunderlich, geschah doch gerade an diesem Platz etwas... Cimon sah sich um. Seine Stimme wurde dann sehr leise.


    "Können wir irgendwo...alleine sein?"


    Es war ihm peinlich, derartig schlecht von Phaeneas gedacht zu haben und wollte das alles lieber ohne Zeugen besprechen. Oder... oder fragen wieso sie sich nicht in den Armen lagen, wieso sie nicht die gemeinsame Zeit genossen, bevor er am folgenden Tag wieder gehen musste. Und wer wusste schon für wie lange sie sich nicht sehen würden?


    Aus dem neuen Abstand heraus sah der dunkle Sklave seinen Liebsten direkt in die Augen. Fragen standen in selbigen. Die Situation überforderte ihn leicht und er betrachtete einige stille Momente seinen Phaeneas sehr genau. Dunkle Augen untersuchten seinen Gegenüber und nur langsam glaubte er zu verstehen. Es war doch so wie er zunächst gedacht hatte...oder? Lange her war es, als er selber so... und es endete mit übermäßigen Schmerzen, als Atonis ihn dafür bestraft hatte. Er nickte nur leicht. Unsicher näherte sich erneut seine, nun zitternde Hand dem Bett ... verharrte an der Decke.


    "Oh.... ja...ich ... ähm...."


    Wie sollte er fragen? Was sollte er sagen? War Phaeneas fertig mit ... dem was er tat? Sollte er helfen? Nein! Sie sollten sich vorher besser kennen lernen. Und dann war da das Verhalten des Bithyniers, was Cimon so verstand, das es ihm wohl peinlich war...


    "Ist nicht schlimm..."


    Zumindest glaubte er das. Es würde keine Strafe folgen und Cimon war ihm nicht sauer deswegen. Nein, er beneidete ihn sogar ein wenig, was seine Augen auch durchaus zeigten. Nur auszusprechen wagte er es nicht.


    Bei allem fiel ihm nicht auf, wie dumm seine stotternden Worte klingen mussten. Vielleicht war es an der Zeit die alten Fesseln abzulegen und es zu zulassen... sein Lächeln wurde wärmer und verriet das er mit ganz besonderen Gedanken spielte. Wäre es wirklich so gut gewesen, jetzt mit Phaeneas alleine zu sein? Ja, auch wenn Cimon sich zusammenreißen müsste, damit er ihn zunächst besser kennenlernen würde ... bevor... an sich brauchte er es gar nicht. Oder? Ein wenig Angst hatte er sogar. Selbst wenn es ihm nicht gefallen würde, er liebte ihn doch.