Beiträge von Marcus Octavius Nauticus

    "Nicht zwingend... Prinzipiell besteht die Möglichkeit, für ein Schiff zwei Kapitäne einzutragen. Außerdem gibt es hier in Germania auch noch einige Schiffe ohne Kapitän. Da gibt es also mehr als genug Möglichkeiten, ohne dass deine darunter leidet."

    "In der Tat. Es geht um die nächste Fahrt. Ich habe beschlossen, Schiff und Besatzung ordentlich zu fordern. Ich habe gehört, dass der Ozean ganz im Norden komplett zugefroren sein soll. Das werden wir überprüfen. Ich rechne mit vier Wochen auf See, aber wir sollten mehr Vorräte mitnehmen. Ich möchte, dass du Vorräte für sechs Wochen an Bord nimmst. Du hältst doch vier bis sechs Wochen auf See aus, oder?"

    Am nächsten morgen kamen in wir Colonia Ulpia Traiana an. Aufgrund des Tiefgangs der Tempestas beschloss ich, dass wir nicht am Kai sondern an der Pentere Augustus anlegten.
    Nachdem die Tempestas vertäut und die Segel gerefft waren, ließ ich die Besatzung antreten.


    "Männer, ihr habt jetzt alles notwendige gelernt, um die Tempestas zu navigieren. Deshalb bekommt ihr drei Tage Landgang. Danach werden wir zu einer mehrwöchigen Testfahrt aufbrechen. Und das mir niemand meckert! Das hier ist das teuerste und schnellste Schiff der Classis! Es ist eine große Ehre, hier an Bord zu dienen, denn hier dient nur die Elite! Und noch etwas: Benehmt euch an Land! Ihr seid keine Barbaren, sondern die besten Seeleute des Imperiums! Also, keine Pöbeleien, Schlägereien und Saufgelage! Das ist alles. WEGTRETEN!"


    Ich gab Maximus ein Zeichen, dass er bleiben sollte.

    Es war Nacht und ich stand auf dem Achterdeck und beobachtete die Sterne. Es war sternenklar, doch der Wind war eisig und ich wickelte mich in meinen Umhang. Wir kamen gut voran, morgen würden wir in Ulpia Traiana anlegen. Ich suchte den Polarstern und fand ihn kurz darauf. Ich stellte mich in die Mitte des Achterdecks, so dass aus meiner Sicht alle drei Masten auf exakt einer Linie waren. Dann zeigte ich mit der rechten Hand auf den Polarstern und schätzte den Winkel zum Kiel ab. Der Kurs war exakt West, so weit ich das sehen konnte. Mein Orientierungssinn hatte mich wie immer gut geleitet. Es war keine Kurskorrektur notwendig, also ging ich unter Deck, in meine Kajüte.


    Logbuch des Dreimastseglers Tempestas, ANTE DIEM XIV KAL NOV DCCCLIV A.U.C. (19.10.2004/101 n.Chr.)


    Wir haben gestern und heute Segelmanöver geübt. Liegen auf Höhe Baltrum, etwa 10 Meilen nördlich der Insel. Der Kurs ist West, der Wind kommt aus Westnordwest. Die Geschwindigkeit beträgt 3-4 Kn.


    Es gab keine besonderen Vorkommnisse.


    Proreta Marcus Octavius Nauticus
    Kapitän der Tempestas
    Kommandant der Classis Romana Germanica

    Wir waren inzwischen weit nach Osten gekommen, aber auch wieder näher ans Festland. Ich sah am Horizont die vor einigen Wochen von mir kartographierten Inseln. Der Wind kam aus Richtung WNW. Da wir nach Westen mussten, konnte ich noch einen weiteren Befehl üben.


    "Männer, ihr habt recht viel gelernt, jetzt kommt der letzte Teil unserer Reise. Und der letzte neue Befehl. Wenn ich sage die Segel hoch an den Wind, dann meine ich, dass wir mit einem möglichst flachen Winkel gegen den Wind fahren. Das heißt für euch, dass ihr das Optimum finden müsst, in dem die Segel zu stehen haben. Gleichzeitig heißt das, dass ihr dem Steuermann sdagen müsst, wann das Schiff in einen zu flachen Winkel gerät. Haben das alle verstanden?"


    "JAWOHL, HERR KAPITÄN!"


    "Sehr schön. DIE SEGEL HOCH AN DEN WIND! KURS WEST!"


    Der Steuermann riss sofort das Ruder hart nach Steuerbord. Die Temperstas drehte gen Westen und die Segel standen schon bald in einem Winkel von nur noch knapp zehn Grad zum Kiel.


    "Ruder geradeaus!" rief ein Nauta, genau im richtigen Moment, wie ich fand.


    Ich nickte zustimmend, und so fuhren wir hart am Wind, mit etwa 3-4 Kn, dem Sonnenuntergang entgegen.

    Gute Idee, Commodus ;)


    Wenn ich mich richtig erinnere, gab es nicht nur die Möglichkeit, durch den Dienst in den Auxiliareinheiten das Bürgerrecht zu erlangen, sondern auch durch den Dienst in der Flotte. Korrigiert mich bitte, wenn ich mich irre.

    Wir haben das Thema im Imperium schon mal ausführlich diskutiert und sind zu dem Entschluss gekommen, dass Frauen nicht zur militärischen Laufbahn zugelassen sind. Und ich will um Himmels willen nicht die gleiche Diskussion zweimal geführt haben.

    Hä??? Bis gerade 'ne Vorlesung??? Was studierst du den??? Ich meine, von 10.00-20.00 in 'ner Berufungskommission ist schon hart, aber zu so unchristlicher Zeit 'ne Vorlesung? Protokolle und Ü-Zettel machen ist am abend schon eher normal.

    Auch heute wurde wieder gesegelt. Insbesondere schiften der Segel stand auf dem Programm.


    "So, Männer, ich sage das nur einmal, also hört gut zu. Wenn das Schiff mit dem Heck durch den Wind geht, dann heißt das halsen. Dazu gebe ich dann den Befehl rund achtern. Das bedeutet, dass ihr die Segel so schiften sollt, dass sie auf der anderen Seite stehen. Wenn ich will, dass ihr die Vorsegel schiftet, dann sage ich über vorn. Alles verstanden? Gut. Du! Wie heißen die Vorsegel?"


    Der Nauta schaute mich entsetzt an, antwortete aber "Fock und Klüver, Herr Kapitän?"


    "Genau so heißen sie! Und das nächste mal will ich eine Antwort, und keine Frage. BESATZUNG, ÜBER VORN!"


    Sofort rannten sie los und schifteten die Vorsegel.


    "RUDER, HART BACKBORD! BESATZUNG, RUND ACHTERN!"


    Ich ließ das Schiff nur ein wenig schräg zum Wind fahren. Die Segel waren gedreht und wurden festgemacht.
    Ich betrachtete die Vertauung der segel an Deck.


    "Was soll das für ein Webleinstek hier am Besan sein?"


    "Was stimmt denn nicht?" fragte ein Nauta.


    Ich trat gegen das Tau und der Knoten löste sich sofort. Fast im gleichen Moment raste der Besanbaum nach vorne.


    "DAS stimmt nicht! Einfangen! Festmachen! Bewegung!"

    Mitten in der Nacht begann die Tempestas stärker zu schaukeln. Die Segel waren eingeholt, also lag es nicht daran, dass wir fuhren. Ich ging an Deck. Der Wind war eisig.
    Der zweite Steuermann hatte Wache am Ruder.


    "Agrippus, Meldung!"


    "Jawohl, Herr Kapitän! Es hat aufgebrist, der Seegang wurde höher. Die Wellen sind in etwa mannshoch, ragen bis zu einem Drittel der Bordwand über Wasser. Ansonsten alles ruhig."


    Ich ging zur Reling und betrachtete die Wellen. Sie waren fast zwei Meter hoch, aber die Bordwand ragte 5 m aus dem Wasser. Wir waren weit davon entfernt, voll beladen zu sein, deshalb lagen wir zu leicht im Wasser. Das war sicher einer der Gründe, warum wir so stark schwankten. Außerdem lagen wir quer zum Wind.


    "Geh unter Deck und wecke zwei Matrosen. Wir werden Fock und Klüver hissen. Dann luven wir an. Wenn wir nicht mehr treiben, sondern langsam fahren, liegt das Schiff ruhiger in der See."


    Agrippus nickte kurz und ging unter Deck. Nach wenigen Minuten kam er mit zwei müden Gestalten an Deck. Der eisige Wind weckte sie endgültig auf.


    "So, ihr geht jetzt zum Fockmast und hisst Fock und Klüver. Verstanden?"


    Beide nickten. "Jawohl."


    "Jawohl... was?"


    "Jawohl, Herr Kapitän!"


    Ich nickte und sie gingen zum Fockmast. Wenig später waren beide Segel gehisst. Ich schickte die beiden wieder in ihre Kajüte und wendete mich an den zweiten Steuermann.


    "Agrippus, trimm das Schiff."


    "Zu Befehl, Herr Kapitän."


    Ich ging wieder unter Deck und legte mich schlafen.