Beiträge von Aulus Iunius Seneca

    Seneca hatte sich wie der Rest seiner Truppe ordentlich rausgeputzt, und stand an der Tribüne, die Menge stets im Blick. Natürlich hatten sich auch einige Männer unauffällig unter die Menge gemischt, man überließ nichts dem Zufall, aber sicher war in jedem Falle dass Nichts und Niemand durch die Reihe der Gardisten durchkäme, und der Imperator das Fest sicher genießen könnte.
    Ab und zu schlenderte Seneca die Reihen auf und ab, viel zutun gab es nicht wirklich, imposant aussehen und niemanden passieren lassen, das sollte die Elite des Reiches hinbekommen.

    Seneca stockte kurz, Vigiles oder Flotte, nichts was wirklich einen Reiz auf ihn ausüben würde, von der Eliteeinheit des Imperiums zur Feuerwehr, das schien nicht wirklich erstrebenswert, dann doch lieber mit ein paar Schiffchen am Ende der Welt herumschippern, aber Seiana, und seine Tochter, der Iunier steckte wie so oft in einer Zwickmühle, auch wenn er vorerst eine Antwort zu finden hatte..
    "Nun, wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich wohl die Flotte wählen Duccius.", erklärte Seneca ohne den Senator dabei ein Signal zu senden dass beide Optionen nicht gerade seine Wunschposten waren, aber das Leben war ja auch nicht immer eine Wunschvorstellung..

    "Ich verstehe mich auf das Handwerk des Krieges, und auch wenn ich manchmal vermute, dass dieses Taktieren auch in der Politik von Nutzen ist, ziehe ich es vor im Militär zu bleiben. Die Prätorianer zu führen wäre eine große Ehre, zweifelsohne.", erklärte Seneca und hoffte dass die etwas angespannte Stimmung nun wieder abkühlen würde, "Ich bin mir aber bewusst dass dieses Ziel schwer, oder auch gar nicht zu erreichen sein wird, und der Weg dorthin noch ein langer mit vielen Stationen ist Duccius.", fuhr Seneca fort und wunderte sich dass der Duccius noch nicht so wirklich etwas von ihm verlangt hat, abgesehen vom offensichtlichen natürlich.

    Autsch, für einen vermeintlichen Aufsteiger aus der germanischen Provinz, zumindest erzählte man sich das immer vom Duccius, pochte dieser ziemlich deutlich auf die Werte der höher geborenen. Seneca schärfte kurz seinen Blick, hielt einen Moment inne, und antwortete dann etwas eng angebunden..
    "Ich habe verstanden." und fuhr dann fort um die Situation zu entschärfen, "Verzeih... Besiegeln wir es."

    Zitat

    Original von Titus Duccius Vala
    Aber genug dessen... hast du es schon einmal versucht, oder warum benötigst du als ausgezeichneter Kriegsveteran der Prätorianer gerade jetzt einen Patron?"


    "Der Krieg, ja..", entgegnete Seneca etwas abwesend, der Stachel der Niederlage saß noch, ob auf der Seite eines Tyrannen oder nicht, niemand mochte es zu verlieren, der Ausgang war der richtige, doch Seneca wünschte sich er hätte zumindest diese eine Schlacht im Krieg mit seinen Männern gewinnen können, "Nun, gekrönt ist eventuell das falsche Wort, aber, wenn man die moralischen und politischen Faktoren beiseite lässt, haben sich meine Männer gut geschlagen Duccius." erklärte Seneca und hörte sich dann die Erläuterung des Senators an, welcher er noch mit einer kurzen Denkpause bedachte..
    Auf der einen Seite hatte er natürlich recht, ein Centurio war mehr Soldat als Offizier, und seinen Männern verpflichtet. Auf der anderen Seite jedoch, und das ärgerte den Iunier, bestand der Stab oft aus unfähigen reichen Söhnchen, ohne Erfahrung im Felde, hineingeboren in einen Stand welcher für sie Qualifikation genug war, um ihn und seine Männer in waghalsige Unterfangen zu schicken, als Nummern, nicht als Menschen. Der Duccius hatte recht mit seinen Worten, nur Senecas Blickwinkel schien ein anderer zu sein..
    "Unter uns Senator, genau das ist es doch was fehlt, Männer die selbst geblutet haben, für die Soldaten mehr sind als Nummern, die wissen dass der Verlust einer Centurie den Verlust von guten Männern bedeutet, den Verlust von Söhnen, Brüdern, Freunden.."...und Vätern... Aber als betroffener hielt sich Seneca mit dieser Äußerung zurück.."Deshalb möchte ich meine Führungsqualitäten auf einer höheren Ebene ausüben, ich denke erfahrene Soldaten wären eine Bereicherung für den Stab, und keine Bedrohung für die reichen Bübchen der Nobilitas." hoffentlich hatte der Senator einen Sinn für Offenheit und Ehrlichkeit, und würde nicht direkt dem Stab der Prätorianer schreiben.

    "Nun, in dem Falle muss ich wohl um Verzeihung bitten, und verstehe deine doch sehr direkte Art der Konversation.", entgegnete Seneca zurückhaltend, und hörte dann weiter dem Duccius zu, welcher, wie sich es der Iunier bereits gedacht hatte, einige Fragen zu seiner Person stellte..
    "Nun, ich entstamme dem Stamm des Lucius Iunius Ursus, mein Vater, Iunius Valentius, diente in der Legio IX. in Hispania als Offizier, wo auch ich das Licht der Welt erblickte. Auf einem Feldzug fiel er vermutlich, er gilt als verschollen, aber nach so langer Zeit...", erklärte Seneca und fuhr fort, "Nachdem auch meine Mutter und meine Schwester einem Fieber erlagen, machte ich mich auf den Weg nach Roma. Ich war jung, und schloss mich schnell den Urbanern an. Bereits als einfacher Miles, und unter Kaiser Valerianus, wurde ich dann in die Ränge der Prätorianer rekrutiert, wo ich in den Mannschaften diente, bis ich kurz vor dem Bürgerkrieg zum Centurio befördert wurde." sagte Seneca nicht ganz ohne Stolz auf das erreichte, obwohl all dies unter der Herrschaft des Salinators einen faden Beigeschmack hatte, welchen Seneca nur allzu gerne vergessen hätte..
    "Ich bin noch recht jung für einen Centurio, und habe Ambitionen. Viele meiner Verwandten sind im Ritterstand, mein Onkel, Iunius Silanus, dient dem Imperator als Procurator a Libellis, und meine Cousine, Iunia Axilla, ist verheiratet mit dem Procurator a Memoria." wenn er sich nicht irrte, er hatte ewig nichts von Axilla oder Imperiosus gehört, "Meine andere Cousine, Iunia Serrana, ist die angetraute des Senators Germanicus Sedulus. Und mein Vetter dient unter mir." wusste der Iunier zu berichten, und hoffte er war nicht zu detailliert gewesen, "Meine Verwandten sind sehr in der Gesellschaft integriert, und haben Kontakte, ich hoffe diese zu meinem Vorteil nutzen zu können, und selbst erhoben zu werden, sodass mir eine größere militärische Verantwortung anvertraut wird. Die Examen der Offiziersschule habe ich bereits erfolgreich bestanden."

    Der Duccius kam ohne Umschweife auf den Punkt. Seneca war sich nicht sicher ob er das gut oder seltsam finden sollte, aber es ersparte ihm den üblichen Tanz, welchen er sowieso nie wirklich beherrschte, und gewissermaßen verabscheute...
    "Nun Duccius, wenn du so direkt fragst.", Seneca nickte dem Sklaven zu und nahm sich einen Becher, und direkt danach auch einen kleinen Schluck, "Ich bin ein Offizier der Garde, und habe Ambitionen, doch ich habe keinen Patron.", sprach der Iunier frei heraus, "Du bist ein aufstrebender Politiker, gewissermaßen unkonventionell, und da es ebenfalls nicht üblich ist dass jemand in meiner Position noch keinen Patron hat, kamst du mir nach unserem Gespräch damals als naheliegender Patron in den Sinn.", erklärte Seneca recht nüchtern, sicher, ein paar Komplimente waren dabei, aber der Iunier musste sich jedesmal arg überwinden um Speichel zu lecken, und er schätzte den Duccier auch nicht als jemanden ein, der sich damit allzu leicht beeindrucken ließe..

    Zitat

    Original von Titus Duccius Vala
    Ein Schatten schlich sich auf die Miene des Pustus Blumus als der Prätorianer sich als solcher zu erkennen gab, und selbst wenn er bei jeder anderen Einheit einen Ausweis verlangt hätte (immerhin konnte sich jeder dahergelaufene Auxiliarveteran in eine Toga schmeißen und als Prätorianer ausgeben), die Zeit unter dem Vescularier und gewisse damit verbundene Geschehnisse hatten ihre Spuren hinterlassen. Weshalb sich die Tür für den Prätorianer auch leise öffnete und der benannte Iunius ins Atrium geführt wurde, wo wenig später ein sichtlich überrascht wirkender Vala eintraf und den Iunier begrüßte.
    "Iunius! Es ist einige Zeit her, seit wir uns das letzte Mal gesehen haben... ich hoffe es ist dir seitdem gut ergangen? Was bringt mir die Ehre des prätorianischen Besuchs in diesem Hause?" Natürlich war die Begegnung damals schon lange aus seinem unmittelbaren Gedächtnis gewichen, aber dafür hatte er ja Sirius.


    "Iunischer Besuch, Duccius, iunischer Besuch. Die Tatsache dass ich dich Aufsuche ist gänzlich privater Natur, sofern du etwas Zeit erübrigen kannst.", entgegnete Seneca, und wusste nicht so recht wie er das Thema später in die gewünschte Richtung lenken sollte, aber bis dahin war ja noch etwas Zeit für Floskeln, sodass ihm sicherlich irgendwas einfallen würde, und außerdem würde der Duccier wohl selbst darauf kommen dass der Iunier nicht nur die Gesellschaft des Senators suchte..

    Zitat

    Original von Titus Duccius Vala

    http://www.kulueke.net/pics/ir/nscdb/y-diverse/82.jpg

    Wieder war es Pustus Blumus, der die Tür öffnete und dem Mann vor derselben mit fragendem Blick begrüßte: "Salve, dies ist das Heim der Familia Accio Damionis... und des Duccius Vala. Womit kann ich dir dienen?"


    Seneca hatte natürlich nicht erwartet dass ihm Vala persönlich die Tür öffnet, und dennoch war sein Kommen wohl von dem Duccius weder für den heutigen Tage erwartet, geschweige denn angekündigt worden, aber wofür war man denn bei der Garde, wenn man nicht einen respektablen Rang in die Wagschale werfen konnte..
    "Aulus Iunius Seneca, Centurio der Prätorianer, VI. Centurie, II. Kohorte, ich möchte bitte mit dem Senator Duccius Vala sprechen.", dass sein Besuch eher privater Natur war, würde Seneca natürlich nur auf Nachfrage erwähnen, er hoffte jedoch dass ihn sein Rang einfach die Tür öffnen würde..

    Seneca konnte sich noch gut an das unverfängliche Gespräch mit Senator Duccius erinnern, es war nicht viel mehr als ein netter Plausch an einem der vielen Stände, und dennoch dachte sich der Iunier dass dieser Kerl doch den nötigen Einfluss, und den Ehrgeiz hatte, es noch weit zu bringen.
    Und auch wenn Seneca mittlerweile Centurio der Prätorianer war, so hatte seine Trivia ein gigantisches Manko, eine Lücke, so groß dass sie ihn bei jeder diesbezüglichen Frage die Schamesröte ins Gesicht trieb: Er hatte noch keinen Patron.
    Was natürlich auf der einen Seite beeindruckend war, immerhin ist er Offizier einer Eliteeinheit geworden, und das ohne Hilfe, aber es wurde einfach Zeit sich mit den Gepflogenheiten der römischen Gesellschaft abzufinden, und das war der Grund warum er sich heute in seinen schicksten Zwirn gesteckt, und sich auf den Weg zur Casa Accia gemacht hatte.


    Vor der Tür zupfte er noch einmal seine Toga zurecht, atmete tief ein und klopfte an die Porta.

    "Noch nicht Miles.", sagte Seneca knapp und deutete damit an dass Avianus die Ehre haben würde heute seinen persönlichen Scriba zu mimen, immerhin konnte er sehr gut lesen und schreiben, er war ein Iunier, bei ihm konnte sich Seneca sicher sein.
    Auch wenn diese Schrift vor der sie gerade standen teilweise schon beseitigt war, gab es zahlreiche andere welche noch auf den Mauern prangten. Wenn jemand irgendwen beobachtet hätte, könnte man einfach 1 und 1 zusammenzählen, doch Seneca war noch skeptisch, für ihn schien es wie ein Fall der irgendwann einfach zu den Akten gelegt werden würde, doch der mittlerweile schon recht erfahrene Centurio wurde immer wieder überrascht...

    Seneca erreichte mit seiner Truppe die Schmiererei, und aus Gründen der Zurückhaltung hatten sich die Männer in kleinen Grüppchen über das Forum verteilt..
    "Halt halt halt halt..", sagte Seneca während er näher an die Reiniger herantrat und sich zu erkennen gab, "Centurio Iunius Seneca von den Prätorianern. Ich möchte eure Arbeit nicht Stören, doch wir müssen uns diese Schriften kurz genauer ansehen."


    Nicht dass man aus diesen viel hätte schließen können, aber es war doch ein guter Anfang befand Seneca, und besser als letztes Mal sollte es bestimmt ausgehen, denn immerhin verstarb der Täter noch während des Verhörs...

    "Morgen die Damen!", rief Seneca mit einem Grinsen während die kalte Luft durch die Lagergassen wehte, "Wir erhielten kürzlich ein Schreiben von der kaiserlichen Kanzlei. Es handelte sich um einige Beschwerden ob der zahlreichen Schmierereien gegen den Kaiser.", erklärte der Iunier, "Obgleich wir diese nicht entfernen müssen..", 'was in etwa der momentanen Wertschätzung unserer Einheit gleichkäme', dachte er sich im stillen, "Müssen wir doch die Nadel im Heuhaufen finden und die Täter ermitteln. Wir beginnen an den Verschmutzungen selbst, sofern sie noch nicht entfernt sind. Unauffällig, und in zivil. Beeilt euch."

    Ja das hat sich geklärt, danke nochmal dass es dann recht glatt lief :)


    Aber Thema Prätorianer und verlorene Posten ;) wir wollen nicht drängeln, aber trotzdem frage ich mal vorsichtig wann wir mit einem neuen PP rechnen können?


    Lieben Gruß und guten Rutsch! :)

    Ad Primicerius ab epistulis
    Administratio Imperatoris
    Roma, Italia


    Sei gegrüßt Primicerius
    Die Delegation der Prätorianer hat die Hasta Pura erfolgreich an den Praefectus Alae Iullus Quintilius Sermo übergeben. Die Zeremonie fand gleichzeitig mit dem Kommandowechsel der Ala II Numidia in Confluentes statt. Nach der Übergabe ließ der neue Präfekt seine Männer erneut den Eid auf den Imperator schwören. Ansonsten gab es keinerlei Vorkommnisse.
    Quintilius Sermo richtet dem Kaiser seine Grüße aus, und ist dankbar und hocherfreut über seine Auszeichnung.
    Bei weiteren Fragen stehe ich dir, oder dem Kaiser gerne zur Verfügung.


    Hochachtungsvoll,


    Centurio Aulus Iunius Seneca, II. Kohorte, VI. Centurie


    Unauffällig bewegte sich ein Bote in der Abenddämmerung..
    Er klopfte zweimal an die Tür, schob eine Rolle unter dem Schlitz durch, und verschwand umgehend wieder in den dunklen Gassen der Stadt..


    Ad Seiana


    Ich habe an dich gedacht. Ich bin zurückgekehrt, du weißt ja wo du mich findest. Ich hoffe du bist wohlauf und ich freue mich darauf dich wiederzusehen.


    In Liebe,


    AIS

    Man musste es dem Kommandeur zugestehen, er verstand es mit Worten umzugehen. Seneca betrachtete das Spektakel, ihre Aufgabe war erledigt, und nun blieb nur noch abzuwarten und zu beobachten, denn als Prätorianer konnte man wohl nicht anders, man notierte im Kopf stets Informationen, und natürlich blieb auch der erneuerte Eid nicht unbemerkt.
    Seneca freute sich auf zuhause, die Casa, etwas Ruhe und natürlich auf Seiana, gleichzeitig graute es ihm schon vor der Rückreise, 3 Wochen auf dem Rücken eines Gaules, aber immerhin weg von den Equites, welche teilweise ihre Abneigung gegen die Garde kaum verbergen konnten..


    Für den Rest der Zeremonie blieben die Prätorianer mit ihren Bannern ein wenig im Hintergrund stehen, bald schon würden sie ihre Sachen packen, und heimkehren..