Beiträge von Flavia Domitilla

    Die Sänftenträger der Flavia hatten sich nun wahrlich den belebtesten Platz in ganz Rom ausgesucht. Ihre Custodes hatten große Mühe, den gaffenden Mob auf Abstand zu halten. Schon gar nicht irgendwelches Gesindel, wie Sklaven, Bettler oder sonstige Tunichtgute.


    Domitilla selbst wirkte äußert angespannt. Letztendlich musste sie sich damit abfinden, dass sie auch nicht mehr die frischeste Rose im Garten war. Der Zahn der Zeit nagte auch unerbittlich an ihr. Erschreckend schnell ging sie auf die Dreißig zu. Nur noch zwei Jahre standen schützend davor. Jede Frau die Erfahrungen in Kinderkriegen hatte, konnte ihr bestätigen, dass die Möglichkeit einem gesunden Kind das Leben zu schenken mit jedem Jahr mehr schwand. Domitilla hätte einiges darum zu geben, um eben dieses Manko ihres ansonsten so perfekten Körpers, aus der Welt zu schaffen.


    Ganz vertieft in ihre eigene Gedankenwelt stand sie am Straßenrand und wartete. Praxilla, eine blonde aus Delos stammende Sklavin, die vor einigen Monaten zur neuen Leibsklavin der Flavia avanciert war, nachdem ihre alte Amalthea das zeitliche gesegnet hatte, stand neben ihrer Herrin und hielt Ausschau. Sie musste nicht lange warten, denn die ersten der Luperci kamen schon bald angerannt. Ob ihrer Domina das bewusst war? Noch kannte sie die Flavia noch nicht so genau. Zwar hatte sie schon einiges über ihre Launen und ihren manchmal recht eigensinnigen Humor gehört, letztlich aber war sie ihr aber noch fremd. Nur eines hatte Domitilla ihrer neuen Sklavin anvertraut, dass diese Segnung ihre letzte Chance war und dass sie alles mit Freuden über sich ergehen lassen wollte, wenn sie doch endlich ein Kind lebend zu Welt bringen könnte. An und für sich mochte sie dieses blutige Ritual nicht besonders, doch natürlich behielt sie dies tunlichst für sich. Vielleicht war das unterschwellig der Grund weswegen sie keinerlei Reaktion zeigte, als einer der Luperci sie ansprach.
    Die Custodes wurden bereits schon unruhig, als dieser spärlich bekleidete Mann vor ihr Stand und von der Domina kam rein gar nichts! Auch Praxilla wurde langsam unruhig, doch sie traute sich nicht, die Flavia darauf hinzuweisen oder sie gar leicht anzustoßen. Als das Warten auf eine Antwort beinahe zur Qual wurde, gab die Sklavin stellvertretend für ihre Herrin eine Antwort. „Natürlich wünscht die Domina eine Segnung. Deswegen steht sie ja hier!“ Um einfach nur das schöne Wetter zu genießen gab es weitaus bessere Plätze. Unglücklicherweise hatte der Priester die Flavia unverrichteter Dinge stehen lassen und war weitergerannt. Womöglich hatte er Praxillas Worte nicht mehr gehört. Doch kurz darauf kam ein weiterer Läufer angerannt der ihr doch noch einen Segen zu Teil werden ließ.
    Sehr erfreut darüber, dass sie nun endlich diesem Massenspektakel entfliehen konnte, stieg sie wieder in ihre Sänfte, so dass die Sänftenträger sie von hier fortbringen konnten.

    Ich hätte da mal eine Frage, da sich mein Göttergatte ja damals mit mir ins Exil agesetzt hatte...


    Gäbe es für Domitilla grundsätzlich die Möglichkeit einer Scheidung, bei der Lepidus nicht sein Einverständnis geben kann, da er ja im Exil weilt. Sterben lassen kann ich ihn ja nicht... 8)

    Nachdem sie Rom lange Jahre den Rücken gekehrt hatte, kam der Tag, am dem sie der urbs aeterna einen Besuch abstattete. Das Leben auf dem tiberischen Landgutes ihres Gatten hatte deutliche Spuren hinterlassen. Fernab von Rom in der campanischen Provinz hatte nicht die aktuelle Mode gezählt oder der neueste Tratsch. Ihre Garderobe entsprach schon lange nicht mehr dem römischen Standard.
    Ebenso hatte das Alter gnadenlos seinen Tribut gefordert. Natürlich hatte es Mittelchen gegeben, die so manche Falte retuschieren konnte. Doch auch das konnte nicht über Domitillas tatsächliches Alter hinwegtäuschen. Wenigstens hatte sie auf ihre Figur achten können.
    Was der Flavia jedoch am meisten Kummer in ihrem Eheleben bereitet hatte, war die Tatsache, dass sie ihrem Gemahl kein Kind schenken konnte. Es hatte mehrere Schwangerschaften gegeben, doch die Götter hatten jedes Mal anders entschieden. Die Ehe von Tiberius Lipidus und Flavia Domitilla war verdammt, kinderlos zu bleiben! Aufgrund dessen hatte sich das Paar mit der Zeit auseinander gelebt und sogar das Wort ‚Scheidung‘ war einmal gefallen. Jedoch war man von diesem Gedanken wieder abgerückt. Stattdessen pflegten die Eheleute diverse Liebschaften mit Sklaven und Peregrinen.


    Einen letzten Hoffnungsschimmer hatte die Flavia jedoch, weshalb sie die Reise nach Rom im Februar angetreten hatte. Mit einer kleinen Entourage bestehend aus zwei Custodes, vier Sänftenträgern, mehreren Sklaven für das Allernotwendigste und natürlich ihrer Leibsklavin war die Patrizierin in Rom angekommen.
    Am Tag der Luercalia bahnte sich eine Sänfte mit tiberischem Wappen durch die Straßen Roms. Eigentlich hatte die Flavia direkt zur Cacustreppe getragen werden wollen. Doch weil die Masse an Menschen ihr den Weg versperrt hatte, steuerten die Sänftenträger das Forum Romanum an. Selbstredend würden sich die Sklaven dafür später zu verantworten haben!


    Mit der Hilfe ihrer Leibsklavin entstieg die Flavia der Sänfte. Ihre Leibwächter bahnten ihr einen Weg durch die Menge, bis ganz nach vorne. Dorthin wo hoffentlich gleich die Luperci erschienen. Sie hoffte auf eine göttliche Segnung und auf eine erfolgreiche Schwangerschaft, bevor es für sie endgültig zu spät wurde.

    Ich bitte 1000 Mal um Entschuldigung für meine lange Absenz. Die Erkältung ist inzwischen wieder abgeklungen, jedoch habe ich Momentan alle Hände voll zu tun, da ich mich bei der Flüchtlingshilfe engagiere und mich derzeit um eine afghanische Familie kümmere. Ich hoffe, am Wochenende wieder mal etwas schreiben zu können.


    Ach ja und Glückwunsch an den Imperator! :)

    Oh doch! Ihr Dauergrinsen hielt an. Vorerst noch. Das nannte man dann wohl, gute Miene zum bösen Spiel machen. Im Stillen aber verfluchte sie ihn und wünschte ihm die Pest auf den Hals. Das schaffte vielleicht zunächst ein wenig Befriedigung, täuschte aber nicht über die Tatsache hinweg, dass sie eine Gefangene war. Gefangen in dieser Ehe!
    Doch ein Gutes hatte diese Unterhaltung. Sie schaffte neue Erkenntnisse. Sie beleuchteten nicht nur die dunklen Seiten ihres Mannes, etwa seine krankhafte Asexualität, oder seine soziopathischen Anwandlungen. Nein, sie offenbarten Domitilla auch einige seiner Schwächen und Ängste. Er fürchtete sich regelrecht vor körperlicher Nähe. Selbst der Berührung ihrer Hand wich er aus. Nun, das erklärte Vieles. Bei ihr zu liegen musste für ihn die reinste Tortur bedeuten.


    Langsam verblasste dann doch ihr Grinsen, Spätestens dann als er ihr Angebot, sich ein paar Sklavinnen zu nehmen, mit einer bösartigen und unverschämten Bemerkung ablehnte. In der Tat, sie hatte einen gefühlsarmen kranken Irren geheiratet, der alles Zwischenmenschliche verabscheute und nur ein Interesse daran hatte, nach außen hin zu glänzen und noch mehr Macht zu gewinnen. Ein Scheitern, so hatte sie heute erlebt, war dabei nicht vorgesehen. Ihr selbst fiel dabei nur die Aufgabe zu, schmückendes Beiwerk zu sein. Ein solches Dasein hatte sich die Flavia nun wirklich nicht für sich gewünscht! Es schien wohl ganz und gar ausgeschlossen, dass sie in dieser Ehe jemals die wahre Erfüllung ihre Sehnsüchte und Erwartungen fand. Eine schmerzliche Erkenntnis, die sie entweder in eine tiefe Krise stürzen konnte oder aber aus der sie gestärkt hervorgehen konnte, indem sie es einfach nicht hinnahm, für den Rest ihres Lebens an diesen Menschen gekettet zu sein.


    „Nur nicht so schnell, mein Lieber!“, entgegnete sie ihm, als er ihr eine Art Handel vorgeschlagen hatte. „So schnell kommst du mir nicht davon! Ich habe da auch noch ein paar Bedingungen für unser zukünftiges ‚Zusammenleben‘ einzubringen! Gut, ich werde dich nicht mehr mit ‚meinem Körper bedrängen‘, so wie du es eben so schön ausgedrückt hast. Stattdessen werde ich nach außen hin die überglückliche Ehefrau mimen, die dir stets zur Seite steht und die dich zu allen öffentlichen Veranstaltungen begleitet. Du wirst dir dabei meiner Loyalität stets sicher sein können. Doch dafür verlange ich, dass du mir jegliche Freiheiten zubilligen wirst! Und wenn ich jede sage, dann meine ich auch jede! Selbstverständlich werde ich dabei äußerste Vorsicht walten lassen und diskret vorgehen. Schließlich habe ich ja einen guten Ruf zu verlieren. Falls du nicht einwilligen solltest, wovon ich dir nur dringend abraten kann, wirst du es bitter bereuen, mein Guter!“ Inzwischen warf sie ihm einen kalten Blick zu und auch ihre Stimme hatte nichts mehr liebenswertes an sich. „Du solltest wissen, mein Liebster, inzwischen bin ich an einem Punkt angelangt, an dem es mir gleich ist, ob ich nun in diesem Haus als deine Frau gefangen bin, oder zusammen mit dir, aufgrund eines großen ungeheuerlichen Skandals, untergehe. Glaube mir, ich verfüge über Verbindungen, die nur darauf warten, dich fallen zu sehen.“ Dabei dachte sie in erster Linie an ihre liebe Freundin Sergia. „Na ‚Schatz‘, was sagst du jetzt?“

    Spätestens jetzt war es ihrer guten Erziehung geschuldet, so dass sie ihre Emotionen noch einigermaßen im Griff halten konnte und ihm gegenüber nicht handgreiflich wurde. Eine Andere hätte ihm wahrscheinlich dieses dämliche Lächeln aus dem Gesicht herausgeschlagen. Dazu auch noch dieses schmierige Getue! Er behandelte sie doch tatsächlich wie eine Irre! Als wäre sie nicht zurechnungsfähig. Dabei war es doch sonnenklar, wer von ihnen beiden der Verrücktere war! Dieser verfluchte Mistkerl versuchte nun den Spieß umzudrehen und damit traf er bei ihr genau ins Schwarze! Doch glücklicherweise erinnerte sie sich der weisen Worte ihrer Mutter, die sie in solchen Situationen stets zur Besonnenheit aufgerufen hatte. Contenance! Genauso hatte sie sie immer ermahnt! Haltung bewahren und den Feind mit den eigenen Waffen schlagen. Sie durfte sich nicht länger so von ihren Gefühlen lenken lassen, denn irgendwann würden diese sie mit fortreißen.


    Allmählich entschwanden die wütenden Züge aus ihrem Gesicht. Ihre Muskulatur begann sich zu entspannen, nur um kurze Zeit später ein ebensolches Lächeln auf ihr Gesicht zu pflanzen, welches sie im Antlitz ihres Gatten erblickte.
    „Ach ja? In der Tat! Ich habe wohl etwas überreagiert!“, meinte sie beschwingt lächelnd und lachte etwas gekünstelt. Auch ihre Stimme hatte sich verändert. Sie klang nun viel höher, freundlicher, süßer... zuckersüß. „Nun gut, vielleicht war meine Wortwahl, was dich und die Geschehnisse in unserer Hochzeitsnacht betreffen, dir gegenüber nicht wirklich... treffend gewählt. Da habe ich mich wohl zu sehr von meinen Gefühlen leiten lassen. Aber wer könnte mir das verdenken, schließlich bin ich ja eine Frau! Und ganz zu schweigen von meinen Erwartungen an dich..,“ leicht schüttelte sie ihren Kopf und hatte dabei diesen verschmitzten Ausdruck auf dem Gesicht. „... die, wie sich nun herausgestellt hat, tatsächlich etwas... nun ja... zu hochgeschraubt waren. Dadurch habe ich dich nur in Verlegenheit gebracht, weil ich dachte, ein so großer und beeindruckender Mann, wie du es bist, ist auf allen Gebieten versiert. Bitte entschuldige, dass ich so unachtsam und rücksichtslos war und dich auf diese Art bloß gestellt habe. In Zukunft werde ich dir gegenüber etwas mehr Verständnis aufbringen und Nachsicht walten lassen. Ich verspreche es dir, so war ich hier stehe... äh sitze! Ich meine, es ist ja keine Schande, wenn man am Anfang ein paar Anlaufschwierigkeiten hat, nicht wahr? Das kann doch jedem mal passieren! Wir sind doch nicht perfekt, nicht wahr!“ Diesmal war sie es, die grinste und ihm aufmunternd zuzwinkerte. „Ich meine, im Notfall… also versteh mich jetzt nicht falsch… ich will ja nur dein Bestes, das musst du mir jetzt einfach glauben... also was ich sagen wollte, du kannst dir auch gerne eine der jüngeren Sklavinnen kommen lassen…. nur zu Übungszwecken natürlich. Da hätte ich absolut nichts dagegen und würde auch nichts sagen.“ Bei diesem delikaten Thema wusste sie punktgenau zu erröten. „Also was ich einfach damit sagen will, lass uns das Geschehene vergessen und lass uns einfach noch einmal von vorne beginnen! Wenn du also guten Willens bist, so wie du sagst, dann will ich das auch sein! Na, was sagst du dazu? Wie wunderbar versöhnlich ich doch sein kann! Da staunst du, was!? Ja, das tue ich nur, weil du es mir wert bist, mein Liebster!“ Dabei rückte sie etwas näher an seinen Schreibtisch heran, so dass ihre Hand die seine zu fassen bekam. Natürlich hatte sie während all dem ihr Dauergrinsen in ihrem Gesicht behalten.

    Nun mokierte er den Friedfertigen, doch bei diesem Irren musste man auf alles gefasst sein. Im Grunde hätte die Flavia zufrieden sein können. Er würde sie keinesfalls ohne weiteres mehr anrühren. wenn sie denn endlich schwanger war. Wenn! Im Augenblick aber schien er selbst das nicht fertig zu bringen, obgleich dies mit Sicherheit zu behaupten, noch viel zu früh war.
    „Ich soll es gut bei dir haben? Du hast dich seit dem ersten Moment unserer Zweisamkeit nur als Ekel gebärdet. Du machst es mir verdammt schwer, mich hier wie zu Hause zu fühlen. Kein einziges gutes Wort kommt aus deinem Mund und da behauptest du, ich hätte es gut bei dir! Aber nun gut! Es ist wie es ist!“ Dummerweise würde es so bis an den Rest ihres Lebens sein. Mit etwas Glück ergab sich vielleicht etwas, was eine Scheidung rechtfertigte… irgendwann. Dann wäre sie wieder frei!


    Natürlich prallten ihre Worte an ihm ab, wie Wassertropfen an einem Lotusblatt: Es wäre ja auch zu einfach gewesen, ihn zur Besinnung zu bringen. Stattdessen begann er nun von wirren Verschwörungstheorien zu faseln. „Aha, frühere Vesularier-Anhänger also! Mhm,“ entgegnete sie ruhig mit gespielter Nachdenklichkeit. Er sah anscheinend kleine grüne Männchen, wo absolut gar nichts war! Wenn das kein ausgesprochen schwerwiegender Fall von Paranoia war! Ihr Mann musste besessen sein! Von Dämonen vielleicht! Oh Schreck, was sollte sie da nur tun! Nun, zunächst versuchte sie es mit herkömmlichen Mitteln. „Hörst du dir eigentlich selbst dabei zu, was du sagst? Soweit ich mich erinnere war der Duccier ein Anhänger Palmas. Wo also sollen deiner Meinung nach denn die Vescularier-Anhänger lauern?“ Domitilla schüttelte verständnislos den Kopf. Soviel Schwachsinn auf einen Haufen hatte sie schon lange nicht mehr gehört. Aber das zählte ja offensichtlich nicht. Schließlich war sie ja nur eine Frau, die absolut keine Ahnung von Politik hatte und die nun endlich begreifen sollte, wo ihr Platz war.
    „In der Tat mag ich in den Dingen der Politik nicht sonderlich bewandert zu sein. Dennoch verfüge ich über gesunden Menschenverstand, den du scheinbar auf dem Weg vom Senat nach Hause verloren hast! Und was meine Pflichten angehen, bist du wohl der Letzte, der mich darüber aufklären sollte. Ich bin mir sehr wohl darüber bewusst. Ob du dir allerdings darüber bewusst bist, was deine ehelichen Pflichten sind, wage ich zu bezweifeln. Wenn alle römischen Ehemänner so wären wie du, dann hätte es Rom wohl kaum aus der Wolfshöhle herausgeschafft!“ Ihr platze fast der nicht vorhandene Kragen! Wie konnte er es wagen, das Wort „Pflichten“ überhaupt nur in den Mund zu nehmen?!

    Viel zu sehr war er mit sich selbst beschäftigt, als dass ihm die Gegenwart seiner Frau bewusst geworden wäre. Als sie sich jedoch endlich bemerkbar machte, war er davon regelrecht überrascht. Doch viel Zeit blieb ihm nicht, denn zum einen hatte sie sich bereits zum Gehen umgewandt und anderseits hatte der Pegel seiner Wut erneut einen Höchststand erreicht, dem nur durch Druckausgleich nachzukommen war. So versuchte er sie zunächst auf verbalem Wege festzuhalten. Womöglich weil ihm körperlicher Kontakt einfach zuwider war.


    Domitilla blieb sofort stehen und wandte sich zu ihrem Ehemann um. Sie musste nur in sein wutentbranntes Gesicht schauen, um zu sehen, was ihre Worte in ihm bewirkt hatten. Doch nun nachzugeben und still zu sein, war nicht ihr Ding. Hier fehlte es noch ein wenig an Würze! Und so streute sie noch mehr Salz in die offene Wunde.
    „Und was wenn nicht? Hä?! Schlägst du mich dann oder sperrst mich ein? Aber eins sage ich dir, Lucius Tiberius Lepidus, lege nur ein einziges Mal Hand an mich und du kannst deine Karriere ein für alle Mal abschreiben!“, drohte sie ihm. Wenn ihr Vetter Gracchus auch nur den Hauch eines zarten Lüftchens bekam, was hier geschah, würde er dem Tiberier seine Unterstützung im Senat und im Collegium Pontificum entziehen. Zumindest glaubte das die Flavia.


    Selbstredend hatte ihn die Art und Weise, wie sie ihn angegangen war, erschüttert. Zumal für die Flavia eine solch derbe Ausdrucksweise keinesfalls üblich war. Besagtes Schimpfwort hatte sie wohl einmal aufgeschnappt, als sie in iher Jugend die Sklaven ihrer Mutter belauscht hatte und danach, wie sich nun herausstellte, als hilfreiche Vokabel verinnerlicht. „Es bedarf nicht der Subura, um es auf den Punkt zu bringen. Sieh dich doch nur an, du ertrinkst ja förmich in Selbstmitleid!“
    Schließlich begann er sich zu rechtfertigen und wäre es nicht ihr Gatte gewesen, der sich bei ihr beklagte, hätte sie es ihm wohl abgenommen und wäre vor ihm nun eingeknickt, um ihm auch noch Trost zu spenden. Doch Trost war für den Tiberius in Domitillas Gefühlswelt nicht vorgesehen. Schon seit ihrem ersten Abend wurde ihr regelmäßig übel, wenn er sich selbstbeweihräucherte und sich dann auch noch in seiner Selbstgefälligkeit sonnte.
    „Ach ja? Weil die anderen Jungs nicht mit dir spielen wollen? Drum ist der kleine Lepidus jetzt ganz arg wütend?“ Ihre Stimme hatte sich kurzzeitig geändert und man hätte meinen können, sie spräche mit einem Kind. Doch dann kehrte wieder die Schärfe zurück. „Ist dir eigentlich auch nur ein einziges Mal in den Sinn gekommen, dass vielleicht du der Grund dafür sein könntest, warum das so ist?“ Wahrscheinlich nicht. Selbstkritik gehörte wohl kaum zum Wortschatz des Tiberiers. Aber vielleicht traf auch ihn irgendwann einmal diese Erkenntnis.


    Nur widerstrebend leistete sie seinem Willen Folge und nahm auf einem Stuhl Platz. Sie wusste zwar nicht, wozu das gut sein sollte. Denn eigentlich hatte sie seine Schmähungen und Unverfrohrenheiten mehr als satt. Glücklicherweise trennte der Schreibtisch sie.

    Die Zeit war dahingeplätschert. Die Erinnerungen an die glanzvollen Hochzeitsfeierlichkeiten verblassten langsam, wie billiger Tand. Grauer Alltag war eingezogen in der Villa Tiberia. Alle Befürchtungen, die Domitilla zum Beginn ihres Verlöbnisses gehegt hatte, hatten sich noch in ihrer Hochzeitsnacht bestätigt. Nein, nicht ganz. Einen kalten Fisch hatte sie nicht geheiratet. Eher ein widerliches Scheusal. Die ersten Tage danach hatte sie sich in ihrem Cubiculum eingeschlossen. Nur durch gutes Zureden ihrer Leibsklavin hatte sie ein wenig Nahrung zu sich genommen. Später dann nutzte sie die Zeiten, in denen Lepidus im Senat weilte, um etwas frische Luft im Garten zu schnappen. Sobald er jedoch zurückkehrte, sorgte sie dafür, dass sie sich nicht über den Weg liefen.


    Nur durch die Berichte ihrer Sklaven bestand noch eine kleine Verbindung zur Außenwelt. So hatte Domitilla zum Beispiel erfahren, dass Lucia gemeinsam mit ihrem Mann die Stadt verlassen hatte und nach Germania umgezogen war, was sie als echten Verlust empfand. Candace hatte den Vorschlag gemacht, ihr einen Brief zu schreiben. Doch ihr wollten nicht die rechten Worte einfallen, die umschrieben hätten, wie untröstlich sie war, nun in der Falle zu sitzen… für den Rest ihres kümmerlichen Lebens.
    Da sie nun schon tagelang nicht mehr das Haus verlassen hatte, wurde Candace damit beauftragt, sie auf dem Laufenden zu halten. Nur ungern belauschte und spionierte sie dem neuen Dominus hinterher. Letztendlich aber hatte sie keine Wahl. So erfuhr die Flavia auch vom Ausgang der Wahlen und dass ihr Gatte wohl nicht das erwartete Ergebnis erzielt hatte, als er sich zum Aedilen wählen lassen wollte. Im Gegensatz zu ihrem Neffen, der ein erdrutschartiges Ergebnis eingefahren hatte, erhielt Lepidus nur einen Bruchteil der möglichen Stimmen.


    Während sie nun lesend in ihren Räumen weilte konnte auch sie sich nicht vor dem Geschrei entziehen, welches durch die Räume der Villa hallte. Natürlich wusste sie, wer der Urheber dieses Geschrei war. Enerviert legte sie ihre Schriftrolle zur Seite. „Was ist da los, Candace?“
    Die Sklavin war ganz eingeschüchtert und traute sich kaum etwas zu sagen. Seitdem der Dominus zurückgekehrt war, herrschte große Furcht unter den Sklaven, er könne seine Wut an ihnen auslassen. „Es ist der Dominus, Domina. Er ist wie von Sinnen. Wegen der Wahl. Er vermutet ein Verschwörung.“ Die Flavia kräuselte die Stirn, als sie Candaces Ausführungen hörte. „Eine Verschwörung? Mumpitz! Das hat er sich selbst zuzuschreiben, dieser Idiot!“ Einen Moment sinnierte sie noch, schüttelte leicht den Kopf und wollte sich wieder ihrer Lektüre widmen. Doch dann drang wieder die Stimme ihres Mannes zu ihr und wirkte sich störend aus. Erneut legte sie die Schriftrolle zur Seite, dann erhob sie sich, glättete ihre Tunika und schritt erhobenen Hauptes aus ihrem Refugium.


    Lepidus‘ Schreie kamen aus seinem Officium. Als sie den Türrahmen erreicht hatte, sah sie ihn. Er saß an seinem Schreibtisch und hämmerte wie ein Irrer auf seinen Schreibtisch ein. „Verloren,“ schrie er. Dabei wirkte er so jämmerlich, so erbärmlich. Doch Domitilla hegte alles andere als Erbarmen für ihren Gatten. Ihre Abneigung war inzwischen zu echtem Hass umgeschlagen. Sie beobachtete ihn eine ganze Weile, bis er sie zu langweilen begann.
    „Hör auf, so herumzujaulen wie ein getretener Hund! Davon wird auch nichts besser. Sieh nur, wie jämmerlich du bist, du erbärmlicher Schlappschwanz! Reiß dich zusammen, Mann und raube mir nicht den letzten Nerv!“ Angewidert wandte sie sich ab und wollte wieder gehen.

    Endlich bequemte sich der Herr, um ihr zu helfen. Offenbar halfen bei diesem Holzkopf nur Drohungen! Doch bevor er sie auch nur anrührte, flüsterte er ihr die nächste Verhöhnung ins Ohr. „Oh, ich wünschte, ich hätte es bereits hinter mir! Auf dass ich deine Gegenwart so schnell nicht wieder ertragen muss!“, zischte sie ihm zu. Dann endlich begann er ihr zu helfen. Allerdings nicht ohne sie auch noch einmal darauf hinzuweisen, was für ein toller Kerl er doch war. Eigentlich hatte sie erwartet, er würde ihr das Kleid einfach in Stücke reißen, um sie noch mehr zu kränken. Dass er es nicht tat, wunderte sie nur. Nie wäre es ihr in den Sinn gekommen, dass er so seine Schwäche offenbart hätte. Sie fiel jedoch nicht auf diese anscheinend "nette" Geste herein. Domitilla hatte sich endgültig ihre Meinung über ihren Gatten gebildet.
    „Das wird sich noch zeigen, wie nett, du tatsächlich bist!“, giftete sie zurück. „Im Augenblick bist du nur widerwärtig!“


    Wenigstens gelang es ihr nun, sich langsam aus dem Stoff zu winden, bis sie dann auch gänzlich entblößt vor ihm stand. Aus Scham verschränkte sie zunächst ihre Arme vor den Brüsten, was im Grunde eigentlich völlig zwecklos war. Eigentlich hatte sie nichts zu verbergen, denn der Tiberier hatte eine wohlgestaltete junge Frau geheiratet, deren Haut zart war und die Farbe von Alabaster hatte.
    Schließlich legte sie sich auf das Bett, so wie er es verlangt hatte. Nun lag sie da, ganz verkrampft, wie das Schaf auf der Schlachtbank, darauf wartend dass dieses Scheusal sie nun befleckte. Noch schnell sandte sie ein stilles Stoßgebet an Iuno. Vielleicht nützte es ja etwas und die Göttin erhörte sie in ihrer Not. ‚Oh Iuno, große Göttin, bitte gewähre mir Fruchtbarkeit, auf dass ich schnell schwanger werde, damit ich diesen Widerling so schnell nicht wieder auf mir ertragen muss!‘

    Das konnte doch nicht wahr sein! Sie musste sich doch eben wohl verhört haben! Domitilla bedachte den Tiberier mit funkelnden Augen. Noch hielt sie sich zurück, doch aus ihrer Scham erwuchs langsam Wut. Er saß da, bereits entblößt, auf dem Bett, welchen von nun an ihres sein sollte und sagte allen Ernstes, dass er glaube, seine Arbeit bereits getan zu haben.
    Als dann noch einige unnütze Ratschläge folgten und sie sich langsam verhöhnt vorkam, begann es in ihr zu brodeln. Nichts hasste sie mehr, wenn sich jemand auf ihre Kosten lustig machte. Und auch wenn dies ihr frischgebackener Ehemann war, hatte er nicht das Recht, sie so zu behandeln. Nein, so hatte sie sich ihre Hochzeitsnacht wirklich nicht vorgestellt. Und auch der elende Mistkerl, der ihr Mann sein sollte, hatte sich binnen kürzester Zeit als Schlange erwiesen. Je mehr ihre Wut wuchs, umso verzweifelter versuchte sie, sich aus dem Kleid zu winden. Noch hatte sie das Kleid ja schonen wollen. Doch anscheinend würde es diese Nacht nicht überstehen. Genauso wie ihre Hoffnungen auf ein harmonisches Eheleben. „Na schön, dann reiß es mir eben vom Leib, du Grobian! Wenn du unbedingt einen Erben willst, dann hilft du mir jetzt, verdammt!“, schrie sie wütend.

    Der Tiberier entgegnete ihr ein sanftes Lächeln. Nun ja, ungeduldig war wohl nicht die richtige Umschreibung, für das, was sie fühlte und dachte. Sie wollte nur diesen Teil der Hochzeit endlich hinter sich wissen. Letztendlich wartete dort draußen vor ihrer Tür die Meute, die danach gierte, zu erfahren, ob die Ehe vollzogen worden war.
    Bevor sie jedoch etwas erwidern konnte, sprach er weiter und begann, sich an ihrem Gürtel zu schaffen zu machen. Seine Worte wollten nichts Gutes verheißen, doch sie verstand nicht recht, weshalb ihr Lächeln nur mäßig langsam aus ihrem Gesicht gewichen war. Wie mechanisch löste er dann den Knoten und flüsterte ihr etwas ins Ohr, was sie erschauern ließ. In seiner Stimme lag etwas Dämonisches und in seinem Lächeln etwas Widerwärtiges. Es schien, als bestätigten sich gerade ihr schlimmsten Befürchtungen. Statt eines fürsorglichen und liebenden Ehemanns, hatte sie ein Monstrum geheiratet.


    Den Wollgürtel hatte er achtlos zur Seite geworfen. Dies hier hatte nicht mit dem zu tun, was sie erhofft, ja erwartet hatte. Kein bisschen Zärtlichkeit kein Funken Zuneigung. Für ihn war dies nur ein Punkt auf der Tagesordnung, der möglichst schnell abgehakt werden musste. So forderte er sie schließlich auf, sich selbst zu entkleiden, während er bereits begann, sein Gewand abzulegen. Bei der Falvia allerdings war dies um einiges schwieriger, zumal sie sich für gewöhnlich nie selbst entkleidete. „Aber das kann ich nicht!“, begann sie vorsichtig aufzubegehren. „Du wirst mir wohl helfen müssen!“, meinte sie schließlich, während sie sich unbeholfen mit dem Kleid abmühte.

    Domitilla schloss die Augen, als er ihr näher kam, da sie der festen Überzeugung war, ihr Gatte würde nun damit beginnen, Hand an sie zu legen. Dies geschah aus ihrer Furcht, der Anspannung und einer gehörigen Portion Schamgefühl heraus. Doch stattdessen schien er erst einen Schluck Wein zu brauchen. Oh ja Wein! Dummerweise hatte sie es versäumt, sich einen Becher mit in ihr Cubiculum zu nehmen. Nun fühlte sich ihr Mund so seltsam trocken an. Nun ja, es musste eben auch ohne Wein gehen! Aber auch mit Wein, schien es zumindest bei ihrem Gatten auf Anhieb nicht zu gehen, denn der redete er erst einmal weiter. Vorsichtig öffnete sie wieder die Augen und sah in dabei an, wie er nun zunächst über die Ereignisse des Tages und dann wenig später weit darüber hinaus zu referieren begann. Er hatte dabei dieses Funkeln in seinen Augen. Anfangs nickte sie ihm ja noch zustimmend zu. „Ja, einfach großartig, die kaiserliche Familie…!“, pflichtete sie ihm zustimmend bei, merkte aber bald, dass dies kein Gespräch werden sollte, sondern lediglich ein Monolog war. Auch den Part, als er über den Vescularier sprach und die schreckliche Zeit, da ihre Familien verfolgt wurden, hätte sie natürlich jederzeit unterschreiben können. Statt etwas dazu zu sagen nickte sie nun nur noch lächelnd und kam sich langsam etwas dumm vor.
    Wieder trank er einen Schluck Wein. Was hätte sie dafür gegeben, nun auch einen Schluck zu trinken? Ein Königreich für einen Becher Wein! Ja, Wein! Den konnte sie langsam aber sicher wirklich gebrauchen, wenn dieser Kerl nicht endlich die Klappe hielt und zu Potte kam! Tat er aber nicht! Stattdessen mokierte er sich über die Tatsache, dass man ihn seinerzeit nicht gleich als Pontifex ins Collegium aufgenommen hatte, sondern er als Aedituus anfangen musste. Tja, jeder fängt eben mal klein an, dachte sich Domitilla und seufzte leise. Natürlich hätte sie solches nie laut ausgesprochen. Als er dann immer noch weiter redete und redete und … ja richtig! – redete, wurde es ihr langsam zu bunt.
    „Lucius…“ Nun, da sie seine Ehefrau war und ihm wohl kaum näher stand als sonst irgendwer, mit Ausnahme seiner Schwester natürlich, fand sie es angebracht, ihn bei seinem Praenomen anzusprechen. „Sei endlich still und fang an!“ Es hatte sie viel Überwindung gekostet, das zu sagen. Ihr nächster Gedanke aber war dann plötzlich, ob es vielleicht sein Schamgefühl gewesen war, das diesen Redeschwall ausgelöst hatte. Er hatte doch nicht etwa Angst davor zu versagen oder gar andere schwerwiegendere Probleme…?!

    Der Rest der Feierlichkeiten war wie ein Film an Domitilla vorübergegangen. Im Grunde hatte sie auf ein baldiges Ende gehofft. Doch an das, was danach noch kommen sollte, fürchtete sie sich am meisten. Spätestens als der Brautzug ihr neues Heim erreicht hatte und man sie in ihr zukünftiges Gemach führte, wurde ich bewusst, dass es nun kein Zurück mehr gab. Bevor man die Tür zu ihrem Cubiculum schloss, hatte sie in all die Gesichter der Hochzeitsgäste geschaut, die ihr ihre erwartungsvollen Blicke zugeworfen hatten. Sie hatte nun zu funktionieren und ihre Pflicht zu erfüllen. Dabei war ihr Lepidus, trotz ihrer Treffen im Vorfeld der Hochzeit noch immer so fremd geblieben. Natürlich war der lange Tag auch an ihr nicht spurlos vorübergegangen war. Auch ihre Füße schmerzten und eigentlich war sie müde. Doch ihre Angespanntheit war ein gutes Aufputschmittel. Dazu kam noch, dass es äußerst bedrückend für sie war, mit ihm nun in einem Raum zu sein, wusste sie doch genau, was nun folgen sollte.
    Eine unangenehme Stille machte sich breit. Nur hin und wieder drangen einige dumpfe Geräusche und Stimmen der feiernden Gäste zu ihnen ins Zimmer hinein. Domitillas Herz pochte. Krampfhaft versuchte sie sich in Erinnerung zu bringen, was ihre Mutter ihr geraten hatte. Dazwischen drängten sich auch die Worte der Lupa, die sie vor längerer Zeit aufgesucht hatte. Sie sollte nicht wie ein Brett im Bett liegen und es einfach nur erdulden, wie ein Schaf, das zur Schlachtbank geführt wurde. Nein, die Lupa hatte ihr geraten, es zu genießen und sich einfach treiben zu lassen. Das war leichter gesagt, als getan. Zumal sie fürchtete, Lepidus könne einen falschen Eindruck von ihr gewinnen, wenn sie zu sehr genoss.
    Nun standen sie sich gegenüber. Er brachte ein paar ziemlich gezwungene Worte heraus. Sie grinste darauf nur verlegen. „Ja, sehr kräftezehrend,“ meinte sie verschmitzt und wartete darauf, dass er sich daran machte, den Wollgürtel, den ihre Mutter geknüpft hatte und der um ihre Tunica recta gebunden war, zu lösen.

    Zitat

    Original von Myrddin Ariamir
    Ja ganz Frisch und Neu aus den untiefen meiner Heimat geborgen.


    Na, was sagt man dazu! Noch eine spektakuläre Blockbergung eines latènezeitlichen Fürstengrabes! *ganz neidisch guck*


    Hierzulande hofft man ja noch auf eine ähnliche Sensation, wenn in ein paar Jahren ein Neubaugebiet an den Grenzen Bad Dürkheims entstehen soll. So lange muss die Dürkheimer Fürstin noch auf ihren Fürsten warten.