Ein (nachträgliches) Happy Birthday auch von mir!
Beiträge von Marcus Iulius Dives
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| Alexander
War das ein echtes Lob von dem Iulier? Der Cellarius war da irgendwie etwas skeptisch. Wo kam Crassus her? Achaia? Hispania? Vielleicht hielt er den Misener für nicht gut genug? - Weil er wahrscheinlich noch nie welchen getrunken hatte! Alexander war fest davon überzeugt, dass vor allem die Griechen hauptsächlich Panscher waren. Die hatten nichts drauf! Aus Hispanien hingegen kam tatsächlich der eine oder andere gute Tropfen. Aber auch die hatten es sehr schwer vor allem gegen die kampanischen Weine. Der Wein der Caesaren, der Falerner-Wein, gehörte beispielsweise zu ebenjenen und auch der Misener stammte logischerweise aus Kampanien. Misstrauisch verengten sich Alexanders Augen.
Doch der Höhepunkt sollte erst noch kommen. Da hatte dieser Iulius doch tatsächlich ein Gedächtnis wie ein Sieb! Offenbar hatte er schon wieder vergessen, dass Alexander der Cellarius war und kein einfacher Laufbursche. Vielleicht aber, so kam es ihm, kurz bevor er erneut das Wort erheben wollte, noch rechtzeitig in den Sinn, war die Ausbildung dieses Iuliers aber auch so grausig gewesen (typisch bei diesen griechischen Lehrern!), dass der schon mit dem Begriff eines Cellarius nichts anfangen konnte. Aber das zu lehren überließ der Sklave anderen. Mit der gleichen Laune wie er gekommen war, verließ Alexander anschließend wortlos das Cubiculum.
CELLARIUS - CASA IULIA~~~
[Blockierte Grafik: http://i662.photobucket.com/albums/uu347/Kaysepunkt/180px-Edward_G_Robinson_in_The_Ten_.jpg] | PhocylidesEs dauerte eine Weile bis es erneut an der Tür klopfte.
"Dominus Crassus?", hörte man den Maiordomus fragen - sofern man dessen Stimme erkannte.Er betrat das Zimmer, nachdem er die Erlaubnis beziehungsweise Aufforderung hierzu erhielt und begann ein Gespräch:
"Salve. Ich habe hier eine Kanne des Miseners deines Onkels Proximus. Der schwört auf diesen Wein. Wo soll ich ihn dir hinstellen?", erkundigte er sich freundlich. Eigentlich hätte auch er in diesem Moment tausend andere Sachen zu tun, doch nachdem sich erst Tsuniro diesem Iulier verweigert hatte und auf einmal nun auch Alexander sich beschwerte, musste der Maiordomus notgedrungen einmal schauen, was hier los war. Er war schließlich auch dafür verantwortlich, dass der Haushalt in der Casa anständig lief. Letztlich fiel also alles auf ihn zurück...
"Ah, ich sehe der Stammbaum hat dich erreicht. Du hast schon einen ersten Blick darauf geworfen?", begann Phocylides dann aber erstmal mit einem leichteren Thema. Vielleicht gab es ja Fragen, die er klären könnte... und damit wären sie dann im Gespräch. Ja, das schien eine passable Strategie fürs Erste zu sein. Ansonsten müsste er sehen, wie er auf die Vorfälle zu sprechen käme.
MAIORDOMUS - CASA IULIA -
Und manchmal sollten sie ebenjenes Auge wohl besser zudrücken..., dachte sich Dives zu den Worten des Senators hinzu, während jener hinter dem Tisch hervor kam. Der Iulier war sich nämlich nicht so sicher, was die Götter so von dieser oder jener Sache halten mochten, wenn sie tatsächlich stets ein Auge auf ihn haben würden. Das freundschaftliche Auf-die-Schulter-klopfen ließ den jungen Decurio diesen Gedanken schnell wieder bei Seite schieben. Er lächelte und deutete ein leichtes Nicken an.
"Das wünsche ich dir auch.. Sedulus.", erwiderte er freundlich und bestätigte damit gleichsam die erneute alte Anredeform. Dives konnte nur hoffen, dass der Germanicer dies nun auch beibehalten würde und nicht wieder aus irgendeinem Grund plötzlich in seinen Briefen auf 'Iulius Dives' oder schlimmeres umschwenkte."Vale bene!", verabschiedete sich der junge Decurio dann und ging zu Tür. Dort drehte er sich noch einmal um, weil ihm der Gedanke kam, dass dies unter Umständen auch das letzte Mal sein könnte, dass Sedulus und er sich hier trafen. Wer wüsste schon, welche Opfer der Bürgerkrieg fordern würde... von Germanicern wie Iuliern?
'Wird schon werden.', dachte er sich und lächelte etwas angespannt. Dann trat er durch die Tür aus dem Raum und verließ kurze Zeit später das Anwesen. -
Und es dauerte nicht lange, da flatterten auch schon zwei kleine Vöglein scheinbar vergnügt und munter in der Nähe des vom Augur markierten Bereiches. Ob und falls ja, wie genau sie jenes Rechteck durchflogen, konnte wohl aber nur der Augur selbst mit Sicherheit ausmachen. Insofern also stieg die Anspannung im Iulier immer weiter und weiter in der Hoffnung möglichst bald erleichtert aufatmen zu können. Um sich etwas abzulenken - und vielleicht auch noch etwas über den Vogelflug zu lernen - versuchte Dives die beiden kleinen Punkte möglichst gut im Auge zu behalten. Tatsächlich kamen ihm die beiden wirklich äußerst klein vor, sodass er kleine Spatzen vermutete. Oder waren die hier noch kleiner als Spatzen? Der junge Decurio hatte nicht sehr viel Ahnung von Tieren, sodass er schon froh war einen Spatz von einem Adler unterscheiden zu können und zu wissen, dass Kühe nicht lila waren (zumindest noch nicht - wer wüsste schon, was die Zukunft brachte).
Hätte der Iulier auch nur geahnt, dass es sich um kleine basilei, wie sie von Aristoteles und Plutarch genannt wurden, handelte, wäre ihm sofort die 'krönende' Fabel des Äsop dazu in den Sinn gekommen: In jener wollten sich die Vögel einen König aus ihren Reihen erwählen. Dazu veranstalteten sie einen Wettkampf, den derjenige gewinnen sollte, der es vermochte am höchsten zu fliegen. Erwartungsgemäß stieg zunächst der Adler am höchsten in die Luft. Doch als jenen die Kräfte verließen, erhob sich plötzlich aus dessen Gefieder ein kleiner Zaunkönig, übertrumpfte den Adler um wenige Meter und rief aus: "Der König bin ich!"
Diese Schlauheit und List, die dem kleinen Vogel fortan stets nachgesagt wurde, änderte jedoch nichts daran, dass die Wahl von den anderen Vögeln nicht anerkannt wurde und der Zaunkönig in einem Mauseloch gefangen genommen wurde, aus welchem er allerdings mit einer weiteren Tücke fliehen konnte. Und was sollte dem aufmerksamen Leser dieser Fabel (und in diesem Augenblick vielleicht ja auch den beiden gewählten Duumviri von Ostia) damit klargemacht werden? - Es ist die beste Ausbildung für junge Staatsmänner, wenn sie sich erfahrenen alten Politikern anschließen, die bereit und fähig sind zu delegieren. Dabei sollen die Jungen aber nicht versuchen den Alten ihren Ruhm wegzuschnappen, denn zuerst müssen sie lernen richtig zu dienen, bevor sie herrschen können. *Sim-Off: * nach Karl Wilhelm Beichert: "Lebe, kleiner König – Wie der Zaunkönig zu seinem Namen kam"
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Sim-Off: Ich bin mal so frei. Zur Not ignorier mich oder schick mich weg.
| Nero Sulpicius Cornuntus
Der Hafenverwalter war seit etlichen Tagen nur noch am Rotieren und wusste kaum noch, wo ihm der Kopf stand. Spätestens mit seiner verabredeten Informierung darüber, dass die Classis Misenensis nun endgültig einrücken würde, war er zum locker 20 Stunden am Tag arbeitenden Esel geworden. Es gab etliche Diskussionen mit Händlern aus Africa und Hispania und ein leicht verrückter Gallier hatte ihm sogar damit gedroht ihn wie ein Skythe zu skalpieren, wenn er sein Schiff nicht in den Hafen einlaufen lassen würde. Nun, das entsprechende Schiff lag noch immer etwas abseits der Häfen vor Anker, während der Gallier eine unfreiwillige Auszeit unter Aufsicht nahm. Doch je mehr solcher Dinge passierten, umso anfälliger und dünnhäutiger wurde Cornuntus.
"Auch für zehn Aurei kriegst du keinen dieser scheiß Liegeplätze! Die Classis ist auf Befehl des Kaisers hier und sie wird sicher nicht für dich wieder verschwinden! Also rück mir vom Leib und lass mich meine Arbeit machen! Umso schneller ist das alles wieder vorbei!", brüllte der Sulpicier - mal wieder - einen besonders geschäftstüchtigen Verfolger an. Dann stampfte er weiter auf seiner Runde durch den Hafen. Wenigstens schien bei dem diese Durchsage angekommen zu sein. Für noch mehr Hartneckigkeit hatte er jetzt echt keinen Nerv! Es reichte ihm schon vollends, dass es wieder Zeit für eine Kontrolle des reibungslosen Ablaufs war.
"Salve, Centurio! Centurio... Decimus, richtig?", sprach er dann noch immer etwas verärgert über die letzte Begegung mit dem abrückenden Händler. Der Hafenverwalter hoffte, dass er den richtigen Mann getroffen hatte, denn mit ihrer Uniform sahen die ranggleichen Soldaten der Classis alle irgendwie gleich aus.
"Läuft bisher alles zur Zufriedenheit der Classis? Ich hoffe, ihr habt nicht ganz so viel Ärger mit manchen Händlern, wie ich...", versuchte es Cornuntus mit etwas Galgenhumor und rang sich ein schmales Lächeln ab. Er wäre froh, wenn das hier alles vorbei sein würde...
HAFENVERWALTER - PORTUS ROMAE -
Das Thema der Ulpier war damit erst einmal unter Dach und Fach. Nun müsste die Zeit zeigen, inwieweit sich Dives auf den Tiberier verlassen könnte. Der hätte immerhin viele Möglichkeiten jetzt zu agieren. Nicht zuletzt bestünde sogar ein kleines Risiko, dass er gegen den Iulier vorging. Gerade dieser Tage wäre es zwar nicht sonderlich aussichtsreich, wenn ein Patrizier einen nach außen salinatortreuen Iulier anzuschwärzen versuchen würde, doch war bekanntlich nichts unmöglich und in die Denkweisen anderer Leute hatte man keinen Einblick. Aber der junge Decurio hatte ein ganz gutes Gefühl, als Lepidus ihn verließ, um den Tempel zu betreten.
Tatsächlich war es für den vertretungsweisen Magister der Societas Claudiana et Iuliana nicht allzu schwierig einen Platz in vorderster Front zu ergattern. Bei der Brotspende, die zwar im Namen des Kultvereins getätigt wurde, doch vollständig aus dem Privatvermögen des Iuliers finanziert war, sollte eine gute Sicht ja wohl auch das Mindeste sein, was er heute hier erwarten könnte! Bei der Gelegenheit fiel ihm ein, dass er seinen Cousin unbedingt nach dessen Schlüssel zum Geldtresor der Vereinigung fragen müsste. Wie er nämlich erfahren hatte, lagerte nicht nur sämtliches Barvermögen sicher dort, sondern auch alle diesbezüglichen Aufzeichnungen und Unterlagen...
Doch an einem Feiertag machte man sich gefälligst keine Gedanken um Ausgaben und Kosten! So blinzelte Dives seinen leicht verträumten Blick schnell wieder weg und sah durch die vielen Leute. Sehen und gesehen werden, so lautete das Motto! Und in der Tat erkannte er dieses oder jenes Gesicht, grüßte kurz aus der Entfernung und unterhielt sich auch mit der einen oder anderen Person in seiner Nähe. Wirklich spannend war allerdings keins dieser Gespräche, sodass der Iulier stets versucht war die Unterhaltungen nicht allzu sehr in die Länge zu ziehen. Was würde wohl zuerst passieren? Würde sich hier noch ein interessantes Gespräch ergeben? Oder würde er erst die blutige Opferung erleben? Bislang glaubte er ja eher an letzteres und war wirklich schon ein bisschen gespannt, was der Tiberius zur Feier des Tages so sagen würde. -
| Cito
In zwei Stunden? Das war allerdings sehr kurzfristig. Hatte der Duumvir in seinem Schreiben keinen Terminvorschlag unterbreitet, der beiden Männern etwas mehr Zeit ließ? Cito wusste es nicht, denn er kannte den Inhalt des Schreibens nicht. Als treuer Cursor überbrachte er die Nachrichten seines Herrn stets ungelesen.
"Gut, ich werde das dem Duumvir ausrichten.", erklärte der Sklave und senkte einmal untertänig seinen Kopf. Wenn Aculeo bereits in zwei Stunden in der Curia eintreffen wollte, dann müsste sich Cito schleunigst wieder auf den Weg machen!
"Vale, Procuratore!", verabschiedete er sich und verschwand sogleich wieder aus dem neuen Amtssitz Aculeos in Richtung Curia Ostiensis...
CURSOR - MARCUS IULIUS DIVES -
| Alexander
Na, der war ja einer! Beinahe ein echter Schnelldenker... Aber eben auch nur beinahe. Um aus den wenigen Worten Alexanders das zu erfassen, was jener sagen wollte, brauchte dieser Iulius ja ganz schön lang. Dass diese jungen Römer aber auch kaum was im Kopf hatten! Gut, sie waren eben keine Makedonen, waren kein Alexander der Große, der bereits 20-jährig König wurde und nur zwei Jahre später mit seinem triumphalen Feldzug gegen die Perser begann. Dieser Crassus hier war sicherlich genauso unreif, wie dieser nach Aegyptus gezogene Flavus oder der in Ostia befindliche Dives! Allesamt Kinder...
Missbilligend blickte der Cellarius den Iulier an, als der doch tatsächlich den Namen 'Alexander' erwähnte. Was sollte das? Wollte er Nähe zu Alexander schaffen? Vertrauen erwecken? Da, wo der her kam, schien er ja nicht sonderlich viel über das Verhältnis zwischen Sklave und Herr zu wissen. Nicht, dass Alexander nicht gut behandelt werden wollte, doch einen Drang mit irgendeinem Römer besonders befreundet sein zu wollen, verspürte der Cellarius nicht im Ansatz. Wahrscheinlich war Crassus' Lehrmeister irgendein Grieche gewesen... genausoeine schlaffe Nudel, wie Phocylides! Man sah ja, was dabei herausgekommen war.'Das werde ich dann wohl...', antwortete Alexander gedanklich auf diese für ihn völlig unsinnige Frage. War wohl stark anzunehmen, dass er als Cellarius auch etwas Ahnung von der Materie hatte, was?! Nur Iulius Proximus war ein noch besserer Kenner der Weine, weshalb Alexander jenem aber auch stets aus dem Weg zu gehen versuchte. Manchmal behauptete auch der alte Potitus mehr von dem Traubensaft zu verstehen, doch waren dies aus Sicht des Sklaven nicht mehr als Anflüge von maßloser Selbstüberschätzung! Der war könnte schon froh sein, wenn er schwarzen und blutroten, sowie gelben und weißen Wein auseinander halten könnte. Mit verschiedenen Sorten brauchte man da gar nicht erst anfangen. Aber was sollte man von einem Römer auch anderes erwarten?!
"Den Misener deines Onkels Proximus.", erwiderte Alexander kurz und simpel und hoffte, dass diese Information nicht wieder Tage unterwegs wäre, um zu Crassus durchzudringen. Als Cellarius hätte er auch noch andere Dinge zu tun. Er war, gleich dem großen Held Alexander, ein Mann der Tat und nicht jemand, der die ganze Zeit unsinnig herumplaudern musste. So wie die Makedonen sich einst den Griechen im Korinthischen Bund übergeordnet hatten, so sollte auch Phocylides irgendwann in die Knie gezwungen werden...
CELLARIUS - CASA IULIA -
| Cito
Zur Abwechslung war der heutige Botengang für den Cursor des frisch gebackenen Duumvir Iulius Dives mal nicht ganz so weit. Er brauchte nicht einmal die Grenzen der Civitas zu verlassen, um sein Ziel zu erreichen. Im Amtssitz des Procurator Annonae angekommen, dauerte es dann eine Weile - die übliche Bürokratie gepaart mit einer gewissen Beamtenträgheit - bis sich Cito mitsamt seiner Nachricht bis zu Germanicus Aculeo persönlich durchgeschlagen hatte.
"Salve, Procuratore! Der Duumvir Iulius Dives schickt eine eilige Botschaft und würde sich optimalerweise darüber freuen, wenn du mir eine schriftliche oder mündliche Antwort gleich wieder mit auf den Rückweg geben würdest.", verkündete der Sklave und überreichte im selben Zug das Schreiben...[Blockierte Grafik: http://i662.photobucket.com/al…epunkt/Payiosbreit1-1.jpg]
Ad
Procurator Annonae
Paullus Germanicus Aculeo
Officium Procuratoris Annonae
Ostia, ItaliaSalve Aculeo,
Wie du nicht zuletzt daran siehst, dass dich dieser Brief in deinem neuen ostiensischen Amtssitz erreicht, habe ich bereits gehört, dass du vor einigen Tagen zum neuen Procurator Annonae ernannt wurdest. Meinen allerherzlichsten Glückwunsch dazu! Mögest du ein wenig mehr von dir Reden machen in dieser Position als dein direkter Amtsvorgänger! Und gerade in dieser schweren Zeit wünsche ich dir natürlich auch viel Erfolg bei der Bewältigung deiner neuen Aufgaben!
Doch auch mir haben die vergangenen Tage sehr viel Neues beschert. Du wirst es sicherlich schon auf dem einen oder anderen Weg mitbekommen haben: Ich wurde zusammen mit meinem Mitbewerber Cassius Hemina zum Duumvir von Ostia ernannt! Verzeih mir bitte, falls du bei der Verkündung des Wahlergebnisses in der Curia auch anwesend gewesen sein solltest und ich dich - vermutlich aufgrund meiner Aufregung an jenem Tag - nicht richtig wahrgenommen habe. In diesem Fall möchte ich mich aufrichtig bei dir entschuldigen für mein Fehlverhalten.
Nachdem ich nun sowohl über deine, wie auch über meine Karrierefortschritte kurz geschrieben habe, lass mich noch auf eine dritte Laufbahn zu sprechen kommen. Am heutigen Tag stellte sich mir ein 20-jähriger Helvetius Ocella, Enkel des einstigen ostiensischen Duumvirs Helvetius Gracchus, bei mir vor und ersuchte um eine Anstellung als städtischer Schreiber. Er hegt ein spezielles Interesse für die Themen Marktaufsicht und Straßenpflege, das heißt den Bereich des Aedilis Mercatuus. Wie du dir aber bestimmt bei jenem derzeit amtierenden Magistrat gut vorstellen kannst (zur Erinnerung: er gehört zu der Sorte Mensch, die meine etwas andere Lebensweise für inakzeptabel hält), bin ich nicht sonderlich gewillt dem Aedil einen weiteren Scriba direkt und alleinig zu unterstellen. Vielmehr hatte ich gehofft, dass du eventuell für den Amtsbereich Ostia noch eine helfende Hand gebrauchen könntest...
Selbstredend würde die Curia Ostiensis ihn offiziell beschäftigen und dementsprechend auch bezahlen. Innerhalb der Civitas Ostia könntest du praktisch frei über seine Dienste, insbesondere natürlich zur Abstimmung deiner Arbeit mit der des Aedils und den sonstigen Magistraten, verfügen. Solltest du ihn auch außerhalb des Stadtgebietes einsetzen wollen, so solltest du dies unbedingt vorher mit mir absprechen. Na, habe ich dein Interesse geweckt? Dann komm am besten morgen einfach zur Mitte der vierten Stunde in mein Officium und überzeuge dich selbst von den Fähigkeit und Fertigkeiten dieses Mannes! Einen ersten Auftrag habe ich ihm nämlich bereits erteilt, um ihn für uns alle besser einschätzbar zu machen.
Weiterhin könnten und sollten wir uns im Anschluss daran noch einmal bezüglich der Gebäudelisten für die kaiserliche Administration besprechen. In diesem Sinn möchte ich noch einmal meine Einladung in das Officium Duumvirorum wiederholen.
Mögen die Götter eine schützende Hand über Dich und die Deinen halten.
Vale bene,http://imperiumromanum.net/ima…el_gens_Iulia_Papyrus.png
SCITUM PER SIGNUM DUUMVIRI:
MARCUS IULIUS DIVES
DUUMVIR - OSTIAAnschließend stand sich Cito - wie es sich für einen guten Sklaven gehörte - still und leise die Beine in den Bauch und wartete auf eine Reaktion des Procurators...
CURSOR - MARCUS IULIUS DIVES -
| Alexander
Etwas genervt nickte der Cellarius. Was dachte dieser... Typ hier, was das sonst wäre? Dabei fiel Alexander auf, dass er den Mann gar nicht kannte. Kurz irritierte ihn dies, wenngleich er es hätte bei dem unbekannten Name erwarten müssen, und er guckte einen Moment lang relativ neutral zu dem Fremden.
"Iulius Crassus?", fragte er dann einfach nach - in merklich freundlicherem Tonfall als zuvor. Doch gleich im nächsten Augenblick wurde ihm diese Veränderung bewusst, sein Gesicht verfinsterte sich wieder und er schaute erneut eher grimmig drein. Den Anweisungen Folge leistend brachte er die Sachen zu dem Rundtisch in der Ecke. Gut hörbar landete zunächst die viel zu große Papyrusrolle auf dem Tisch und entrollte sich sogleich ein bisschen. Auf die leicht entrollte Seite ließ der Cellarius dann die Übersichts-Tabula mit lockerem Schwung aus dem Handgelenk fallen. Es hatte schließlich auch niemand um besondere Ruhe gebeten. Und er, Alexander, war cool. Er hatte es einfach voll drauf! Nur hatte das scheinbar noch niemand so richtig erkannt und IHN zum Maiordomus gemacht...Anschließend wandte sich der Sklave kurz zu Crassus und nickte diesem zu. Um ein Lächeln bemühte er sich nicht. Soetwas lag ihm nicht. Als er sich dann wieder zum Gehen wenden wollte, hatte der Iulier plötzlich noch einen Wunsch. Alexanders linke Augenbraue schnellte nach oben. Seit wann musste ER sich wieder um SOETWAS kümmern?!? Als Cellarius war er dafür verantwortlich, dass stets genug Wein im Haus war und immer rechtzeitig für Nachschub gesorgt wurde. Doch den Ausschank persönlich vorzunehmen?! Da fühlte sich der Sklave doch stark genötigt mal Klartext zu sprechen. Schlimm genug, dass dieser Iulius scheinbar noch keine Ahnung hatte, mit wem er es zu tun hatte. Man musste doch wissen, wer einem womit zu dienen hätte! Typisch dieser griechische Nichtsnutz Phocylides! Das wäre IHM, Alexander, in der Position des Maiordmous nicht passiert!
"Verzeih, aber ich bin der Cellarius.", bieb er weiterhin wortarm, selbstsicher und kühl. Sollte der doch die Keltin Breda fragen oder diese Schickse Tsuniro. 'Meinetwegen soll er sich auch direkt bei Locusta melden. - Ich bin... wäre... sollte eigentlich Maiordomus sein! Das hier gehört nicht zu meinen Aufgaben!' Da hatte Alexander gar nicht erst vor etwas einreißen zu lassen. Wozu sonst gab es diese verschiedenen Positionen, wenn dann doch jeder für alles verantwortlich wäre?! Nein, so lief das hier nicht. Nicht mit ihm!
CELLARIUS - CASA IULIA -
| Alexander
'Warum bin ich eigentlich hier?', fragte sich der Cellarius vor der Tür dieses Cubiculums stehend. Er hatte eine äußerst unhandliche Papyrusrolle dabei, auf der diverse Kritzeleien standen, die praktisch nur von einem Spezialisten gelesen werden konnten. Es handelte sich um einen Stammbaum der Iulii Caepiones, bei dem immer mal hier, mal dort etwas dazugeschrieben und dazwischengequetscht wurde, sodass er absolut unleserlich war. Weiterhin trug Alexander eine Tabula unter den linken Arm geklemmt, auf welcher die wichtigsten Informationen dazu standen. Um dem Wunsch des Crassus, den der Maiordomus ihm delegiert hatte, nachzukommen, pinselte er doch kein halbes Gemälde ab! Er war Cellarius, kannte sich folglich mit Zahlen und Tabellen aus und hatte daher - notgedrungen - eine Übersicht erstellt. Das musste doch bitte reichen.
'Warum verdammt bin ICH hier?', wiederholte sich sein Gedanke. Warum war nicht dieser wandelnde Schminkkasten Tsuniro für eine solch niedere Aufgabe ausgewählt worden?! Nein, die hatte sich aus irgendeinem Grund mit Händen und Füßen dagegen gesträubt und dieser unfähige (ja, Alexander wäre ein viel besserer Maiordomus!) Phocylides hatte ihr das durchgehen lassen. Stattdessen hatte der nun also ihm, dem Cellarius, diese Aufgabe aufs Auge gedrückt! Wenn das nicht der letzte Beweis dafür war, dass der Grieche eine Fehlbesetzung seiner Position war, dann wusste der Makedone auch nicht! Verdammte Griechen!* Poch Poch *
Nachdem er der Meinung war hereingerufen worden zu sein, betrat Alexander das Cubiculum. Mürrisch grüßte er, noch während er die Tür öffnete:
"Salve! Hauspost.", waren seine kargen Worte. Kurz blickte er mit schmalen Augen von links nach rechts - ohne jedoch seinen Kopf auch nur das kleinste Bisschen zu bewegen. Wo könnte er diesen Mist hier abladen...?!
CELLARIUS - CASA IULIA -
Eifrig war er ja schonmal! Mit einem freudigen, aber dennoch angemessen zurückhaltenden Lächeln registrierte der Iulier dies.
"Sollest du noch irgendwelche Fragen haben, dann wende dich damit einfach an meinen Klient Asinius Celer, der hier als Scriba in der Curia tätig ist. Das ist der Mann, mit dem du vorhin hier angekommen bist. Der kann dir sicherlich auch mit solchen Fakten, wie dem Alter des Betriebes oder ähnlichem weiterhelfen, falls du das brauchst.", gab der Duumvir dem Helvetier noch mit auf den Weg. Er selbst wollte sich heute nicht nochmal mit dem Thema beschäftigen müssen. Wofür hatte er sonst seine Scribae?!
"Dann wil ich dich in deinem Tatendrang auch nicht weiter aufhalten. Vale, Helvetius!", verabschiedete Dives seinen Gegenüber aus dem Sitzen. Glücklich dieses Anliegen damit fürs Erste bearbeitet zu haben, wandte er sich der nächsten Sache zu... Er rief seinen Vorzimmerbeamten Ostianus zu einem Diktat herein. -
Ganz offensichtlich überschätzte der Iulier die Kontakte und Verbindungen des Tiberiers nicht. Kurz hatte Dives ja tatsächlich etwas gezweifelt, da ein entfernter, greiser Urgroßonkel doch nicht sonderlich wahrscheinlich war. Zumindest nicht, wenn man bedachte, dass jener auch - und das bei der aktuellen politischen Lage - hier in Roma sein müsste (und natürlich am Leben). Aber Lepidus war in dieser Hinsicht wirklich ein Glücksgriff einer Bekanntschaft! Den Mann sollte sich der junge Decurio unbedingt warmhalten! Wer wüsste, wann er von dem und dessen Kontakten nochmal profitieren könnte?!
"Dann wäre es schön, wenn du dich bei Gelegenheit vielleicht mal mit dem Consular unterhalten könntest, wobei ich vermute, dass er mehr erzählen wird, wenn du den Namen 'Iulius' aus dem Gespräch heraus halten würdest. An dem Ergebnis der Unterredung wäre ich natürlich sehr interessiert...", erklärte Dives. Den Hinweis mit seinem Namen, der eine gewisse Salinatortreue vermuten ließ, hätte sich der Iulier dabei wahrscheinlich sparen können. Doch, so dachte er sich, besser man erwähnte eine Sache einmal zu viel, als einmal zu wenig. Und auch als in Rechtsdingen unstudierter Bürger - ganz im Gegensatz zum Purgitier, der ja wohl bereits für dessen Praetur den Cursus Iuris gesetzlich benötigt hatte - wäre der consularische Kommentar für den jungen Decurio äußerst interessant und hoffentlich ebenso aufschlussreich."Und wie versprochen!", deutete der vertretungsweise Magister dann nach vorn, als der Tempel des Apollo wieder langsam in Sichtweite kam. Am Rande des Platzes, der vom Aufgang zum Tempel und dem Marcellustheater begrenzt wurde, standen bereits so einige Stände und je näher man ihnen kam, umso mehr Brot konnte man entdecken. Die einzelnen Überdachungen waren schön geschmückt mit verschiedenen bunten Bannern und hier und dort mit einigen Lorbeerranken. Jedes Banner trug in großen Lettern den Namen der Kultvereinigung 'SOCIETAS CLAUDIANA ET IULIANA' und wurde rechts und links von verschiedenen Symbolen des Apollo flankiert. Geradezu schaute Dives beispielsweise gerade auf einen dunkelroten Banner mit links einem sonnengelben Blitz und rechts einem grasgrünen Lorbeerkranz. Die ersten Leute standen bereits da und der eine oder andere hatte auch schon Brot in den Händen.
"Ein gutes Gelingen!", wünschte Dives dem Tiberier schonmal, wenngleich sie noch nicht ganz da waren. Doch er hatte bemerkt, dass der Patrizier sich wohl bereits mental auf das Opfer vorbereitete...Sim-Off: Brot ist in der WiSim - auch für die "Nur-Mitleser"
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Dives nickte leicht, lehnte sich dann aber erstmal nachdenklich zurück in seinen neuen, überaus bequemen Amtsstuhl und überlegte. Welche Aufgabe könnte er dem jungen Mann hier übertragen, die auch möglichst zeitnah machbar war? Der Iulier warf noch einmal einen Blick auf die Tafel: Der Helvetius konnte lesen, schreiben und beherrschte die Zahlen. Er hatte Interesse am Markt und Erfahrung mit jenem und war wohl alles in allem ein eher praktischer Mensch - gemessen an bisherigen Studien. Für einen praktischen Mensch sollte es natürlich auch eine praktische Aufgabe geben! Der Duumvir lehnte sich aus seiner bequemen Position wieder etwas nach vorn.
"Nun, Helvetius. Wie gesagt, muss ich mich für eine endgültige Entscheidung erst noch mit dem entsprechenden Aedil sowie natürlich auch meinem Collega besprechen. Daher möchte ich erstmal sagen, dass es schön wäre, wenn wir für morgen gleich einen Termin machen könnten, zu dem du dann erneut hier erscheinst. Wie wäre es gleich... mit... Mitte der vierten Stunde?", schlug Dives vor. Bis dahin wäre dann hoffentlich auch Cassius angetanzt, der sein Amt bisher glücklicherweise sehr locker angegangen war, sodass vor allem der Iulier die Zügel in die Hand nehmen konnte."Und um uns gleich auch von deinen Fähigkeiten überzeugen zu können, wäre es sehr wünschenswert, wenn du bereits eine erste Aufgabe bis dato erledigen könntest. Unzwar besitzt die Civitas einen eigenen Barbier namens 'Kaiserschnitt'. Vielleicht warst du ja sogar schonmal da?", fragte der Duumvir rhetorisch und fuhr ohne eien Antwort zu erwarten fort:
"Wie dem auch sei, steht die Überlegung im Raum, den Betrieb zu verkaufen. Das ist sicherlich aufgrund der momentanen politischen und wirtschaftlichen Lage nicht ganz einfach, doch umso wichtiger ist natürlich eine gute Verkaufswerbung! Würdest du das schaffen bis morgen ein auch optisch ansprechendes Plakat für den Verkauf des Barbiers zu entwerfen?", erkundigte sich Dives. Damit war die Aufgabe für die Probearbeit gestellt. Gespannt-neutral blickte der Duumvir seinen Gegenüber an. -
Na, so ganz überzeugt war Serapio wohl nicht unbedingt von den spontanen Begründungen des Iuliers. Einen Praetorianerpraefecten konnte doch niemand etwas glauben machen... Nicht, wenn man nicht selbst auch vollends daran glaubte. Doch der Decimer lenkte schnell von dieser Frage weg zu einer anderen. 'Ein Rennsport-Fan?! Suuuper!!', schoss es euphorisch durch den Kopf des jungen Decurios und seine Augen begannen zu leuchten. Erst im zweiten Augenblick dachte er zurück an Decimus Flavus und daran, dass die Gens Decima hauptsächlich die goldene Factio unterstützte. Die Aurata! Da bekam die Euphorie im Gesicht des Iuliers glatt einen kleinen Dämpfer - noch bevor Serapio auch so überaus deutlich zur Sprache brachte, dass er doch tatsächlich auf den Rennstall stand, dessen Anhänger glaubten, dass die Venetae Seidenhöschen tragen würden!! Über die Tod- und Pestgesänge kam Dives ja noch hinweg. Aber SEIDENHÖSCHEN?!? So schw... schwer hatte er sich selbst noch nie in seiner Kleiderkiste vergriffen - bei Apolls Sinn für das Schöne (und nicht zuletzt natürlich dessem göttlichen Körper)! Er wusste ja nicht einmal, ob er in den Untiefen seiner Kleidertruhe überhaupt solche Klamotten aus dem letzten (?) oder gar vorletzten (?!?) Jahrzehnt hatte! Nein, diese Unterstellung war wirklich ungeheuerlich...
"Verdammt, du stehst auf die Aurata...?!?", tat der Iulier, als würde er nun aus allen Wolken fallen und wäre über diese Tatsache absolut erschüttert. Dann musste er die Luft anhalten, um nicht sofort loslachen zu müssen. Er versuchte wirklich die Spannung aufrecht zu erhalten und blickte möglichst ernst drein. Doch der junge Decurio war schon immer ein mieserabler Taucher gewesen, sodass langes Luftanhalten ganz gewiss nicht zu seinen Stärken zählte. Folglich platzte es auch schon im nächsten Augenblick aus ihn heraus: Herzhaft lachend ging er auf Serapio zu und legte ihm grinsend eine Hand auf dessen Schulter, während er sagte:
"Du, ich hab dich trotzdem..." lieb? ...gern? - Nicht, dass der Decimer gleich wieder ausflippte. "...gern."
"Ich hab dich trotzdem sehr gern.", wiederholte Dives nach einer kurzen Pause noch einmal etwas ernster, aber dennoch mit einem breiten Lächeln. Es wäre bestimmt toll mit Serapio mal gemeinsam ein Rennen anzusehen, sieben Runden lang verbal miteinander zu ringen, bevor man dann nach der Entscheidung in einem Akt der Zweisamkeit die ganze aufgebaute Spannung in.... andere Bahnen lenkte. - Eine Idee, die der junge Decurio von nun an bestimmt im Hinterkopf behalten würde.Zu Serapios in den Augen des Iuliers wirklich plumpem Spruch sagte jener bewusst nichts. Während er sich gedanklich notierte, dass sein decimischer Held also den Göttern sei Dank in Roma bleiben würde und nicht abgeneigt war ihn wiederzusehen, hatte er nämlich damit zu kämpfen sich ein Augenrollen zu verkneifen. Natürlich wollte Dives Spaß haben mit Serapio! Aber nicht nur - und danach hörte es sich stark an - körperlich, sondern auch auf geistiger Ebene. Na, wenn er da mal keinem Hirngespinst hinterher jagte...
Als hätte der Decimer diesen Gedanken gehört, strich er dem jungen, mittlerweile wieder bekleideten Decurio im folgenden Moment über die Stirn und durch die Haare. Und dann seine Worte... Offenbarten die etwa einen klitzekleinen Hauch von Sorge um Dives? Irgendwie süß. Der Iulier seuftzte kurz. Wie schade, dass der Kratzer wohl keine Narbe hinterlassen würde, die ewig an den heutigen Tag und das hier Erlebte erinnerte.
"Nimmst du mich mit?", fragte Dives auf Serapios Aufforderung zum Gehen und war gespannt, wie der darauf reagieren würde. Seine Hand hatte er dem Decimer entgegen gestreckt und hoffte, dass der diese nun ergreifen würde, damit sie gemeinsam den Weg zurück zur Biga nehmen könnten... -
Das Lächeln Massas entging dem Iulier, während er so überlegte. Ein neues Thema jedoch fiel ihm nicht ein. Eventuell ergab es sich ja auch spontan. Dives nickte. Also ging es jetzt ins Balneum... noch etwas schwimmen. Kurz huschte ein Lächeln über sein Gesicht. Dass die Sterne mit ihrem Leuchten um Aufmerksamkeit buhlten, war ein interessanter Gedanke... fast ein wenig romantisch. In jedem Fall aber mindestens sehr poetisch gesprochen. Ob Massa diesen schönen Künsten ähnlich zugewandt war wie Serapio? Ob letzterer soetwas mochte? Ob er es liebte ? Der junge Decurio beschloss, dass er sich bei Gelegenheit mal in der hauseigenen Bibliotheca und notfalls ja eventuell sogar in einem städtischem Lesesaal umschauen würde. Seine eigene Wortgewandheit erachtete er für eine eigene Poesie als nicht unbedingt ausreichend, doch letztlich müsste man das Rad ja auch nicht zweimal erfinden. Irgendjemand hätte bestimmt schon einmal ein paar passende Verse zu Papyrus gebracht. Man müsste sie eben nur finden...
"Natürlich hab ich das gewusst!", warf Dives auf die Frage des Decimers hin ein. Seine Mimik allerdings verriet nur allzu offensichtlich, dass dies keinesfalls ernst gemeint war. Zwar wäre es bei einem Classis-Angehörigen auch nicht wirklich unwahrscheinlich, dass der alles andere als wasserscheu wäre, doch wissen... Woher hätte der Iulier das wissen sollen?"Folg mir.", forderte der junge Decurio seinen Gast auf und ging voran. Der Weg zog sich ein wenig hin und Dives gab auf jenem immer wieder die eine oder andere Anweisung an diesen oder jenen unauffällig am Rande stehenden Sklaven. Zum Glück war das Balneum bereits angeheizt, weil der Iulier sich nicht selten das Vergnügen eines Bades im Mondlicht gönnte. Immerhin musste er es ja auch ausnutzen, dass er hier in Ostia eben einfach die Möglichkeit dazu hatte - anders als im stickigen, eng bebauten Roma.
"Ich bin mir sicher, es wird einen großen Trimphzug geben und großartige Spiele!", antwortete er auf irgendeinem Gang seinem militärischen Gast, dem er natürlich trotz der einen oder anderen sklavischen Ablenkung dennoch zumindest zugehört hatte. Von seiner absolut unzutreffenden und wohl auch völlig unpassenden Wortwahl dabei merkte er nichts."Da sind wir...!", verkündete Dives feierlich mit ausgebreiteten Armen. Ohne kurz anzuhalten oder sich auch nur umzudrehen, ging er schnurstracks geradeaus in den Raum hinein und begann sich zeitgleich zu entkleiden. Die viele Übung machte den Meister und so landete die Kleidung des Iuliers schon nach wenigen Schritten auf dem Boden des Balneums und er hatte nichts mehr an, als seine Füße in gemäßigtem Tempo die wenigen Stufen ins Wasserbecken nahmen. Er tauchte einmal kurz unter, machte zwei Schwimmzüge nach vorn und drehte sich kurz vor dem Ausgang ins Freie zu Massa um. Er war gespannt, ob der Decimer ihm sogleich ins Nass gefolgt war oder noch unentschlossen am Beckenrand stehen würde...
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Nicht nur Dives, sondern auch sein Collega wurde mit Beginn der Auspicien ganz still vor aufgeregter Anspannung. Gleich wäre es soweit: Sie würden wissen, ob der höchste und größte der Götter seine Zustimmung zum Wahlergebnis der Duumviratswahlen von Ostia geben würde. Vor allem zwischen den einzelnen Fingern sammelte sich beim Iulier nun der Schweiß - ein sehr unangenehmes Gefühl.
In seiner steigenden Nervosität schickte er zur Sicherheit noch ein kleines Stoßgebet zum Himmel:[size=3]"Iuppiter Optimus Maximus, höchster aller Götter und Herr des Himmels!
Schwurgott und Gott der Blitze, dem alle Vögel heilig sind und der den Vogelflug lenkt!
Bitte erinnere dich an das große Ochsenopfer, das ich dir nach meiner Wahl zum Quaestor dargebracht habe!
Nun bitte ich dich, lass deine Vögel zu meinem Wohle fliegen!
Ein... nein, zwei Rinder für mein Duumvirat!"[/size]Fast lautlos flüsterte Dives vor sich hin und in Gedanken wiederholte er vor allem seinen letzten Satz noch mehrmals: 'Zwei Rinder für mein Duumvirat!' Was der Iulier dachte, konnten die Götter natürlich nicht wissen, da auch sie, soweit Dives wusste, nicht in die Köpfe der Menschen schauen konnten. Doch ein ausgesprochenes Gebet - so leise es auch geflüstert sein mochte - das konnten sie hören. In der Hoffnung, dass man ihm in diesem Punkt keinen Bären aufgebunden hatte, erwartete der Iulier nun mit Spannung den Vogelflug...
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"Ach, die... ja klar.", nickte Dives eifrig. Diese Liste hatte er natürlich noch im Kopf - er hatte eben auf der Rostra ja auch noch von der kaiserlichen Administratio gesprochen. Nur gab es tatsächlich derzeit einfach so viele Dinge, die erledigt werden wollten, dass der Iulier bei der Frage Aculeos eben nicht gleich wusste, was - von diesen vielen möglichen Sachen - der meinte. Kandidat auf das Duumvirat zu sein bedeutete eben auch nicht unerheblichen Stress...
"Ich würde vorschlagen, dass wir uns spätestens nach Bekanntgabe der offiziellen Wahlergebnisse diesbezüglich treffen sollten. Falls meine Kandidatur tatsächlich von Erfolg gekrönt sein sollte, wüsste ich auch schon den idealen Treffpunt: das Officium der Duumviri!", verkündete der junge Decurio mit einem Grinsen im Gesicht. Falls es nicht klappen sollte, würde er dem Germanicer nochmal eine Nachricht zukommen lassen oder ihn einfach so versuchen aufzusuchen (dann hätte er ja schließlich Zeit).
"Wir sehen uns dann! Vale bene, Aculeo!", verabschiedete Dives dann seinen guten Freund. Kurz darauf setzte um ihn herum der Applaus für die Schlussworte der cassischen Bewerbungsrede für das Duumvirat ein und der nächste Redner betrat die Rostra. Der Iulier hörte sich auch dessen Ansprache, sowie die darauf folgenden drei an. Er hielt noch mit dieser oder jener mehr oder minder wichtigen Person einen kleinen Plausch, bevor er sich am Ende der Veranstaltung wieder in Richtung der Villa Iuliana aufmachte... -
'Na endlich!', ging es Dives durch den Kopf und mancheiner mochte ihm diese Worte in diesem Moment auch von den Augen ablesen können. Das war doch schonmal ein Plan, mit dem der Duumvir arbeiten könnte! Und sogar die mögiche Nachfrage, für welche Magistratur sich Ocella am meisten interessierte, beantwortete der unaufgefordert. Denn Marktaufsicht und Straßenpflege passten wohl am ehesten zum Aedilis Mercatuus. Der Iulier ging kurz in sich und überlegte. Ein neuer Scriba für den Aedil? Nein, so schnell tat er diesem Möchtegern nicht den Gefallen ihm einen weiteren Mann zu unterstellen. Der würde den bekommen, wenn er nichts taugte, ja! Ansonsten würde Dives ihn nämlich selbst behalten... oder das zumindest versuchen, denn zwingen konnte man bekanntlich niemanden.
"Nun, neue Scribae können wir hier durchaus noch gebrauchen, Helvetius. Ob ich dich allerdings beim Aedilis Mercatuus unterbringen kann, muss ich erst sehen.", erklärte der Duumvir mit zweifelndem Gesichtsausdruck. Diesbezüglich sollte er sich vielleicht mal wieder mit Aculeo zusammensetzen und in Erfahrung bringen, ob der mittlerweile seinen neuen Posten als Procurator Annonae hatte. Eventuell bräuchte der Germanicer ja in den Städten, um die er sich kümmern müsste, jeweils noch die eine oder andere helfende Hand. Gerade bei so großen Häfen und Horreae, wie es sie hier in Ostia gab, würde sich ein zusätzlicher Mann mitunter gar nicht so verkehrt machen."Hast du denn Kenntnisse, die dich für die beiden genannten Bereiche besonders qualifizieren?", stellte der Iulier die noch offene Frage von seiner tabula in spezifizierter Form. Gleichzeitig überlegte er, wie er herausfinden könnte, ob dieser Helvetius etwas taugte oder nicht. Probearbeit! Ocella würde einfach schon einen ersten Job bekommen. Nur welchen? Der Duumvir wartete zunächst die Antwort auf seine Frage ab, bevor er seine Entscheidung verkünden würde...
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Und wieder redete der Helvetius um den heißen Brei herum! Scheinbar diente dieses öffentliche Amt, um welches er sich hier bewarb, nicht unerheblich auch dazu herauszufinden, was er später einmal mit seinem Leben anfangen wollte. Dives wiegte seinen Kopf leicht hin und her und beschloss, nachdem er hörte, dass der Mann vor ihm bereits sein 20. Lebensjahr erreicht hatte, nochmal darauf einzugehen... nachdem er sich auch angehört hätte, wer dieser Helvetius Gracchus war. Tatsächlich war jener also vor unzähligen Jahren Duumvir der Civitas Ostia gewesen, wobei dem Iulier schien, dass es nach dessen Duumvirat scheinbar ganz schön bergab gegangen sein musste mit dessen Karriere. Was der wohl angestellt hatte, dass er von einem mit zweieinhalb Aurei vergüteten, angesehenen Posten auf eine mit nur schätzungsweise zwei Aurei bezahlte Position abgerutscht war, die sogar ein Libertinus ausfüllen konnte? Das in den städtischen Archiven herauszufinden versprach nicht unspannend zu werden, tat hier und jetzt jedoch nichts weiter zur Sache, denn seinem Großvater in die städtische Verwaltung nachzueifern, war ein verständlicher Antrieb hier vorstellig zu werden. Und darum war es ja gegangen.
"Ich verstehe. Also strebst du vermutlich an, ebenfalls irgendwann in den Ordo Decurionum von Ostia aufgenommen zu werden und später einmal auch das Duumvirat zu bekleiden?", nutzte Dives die Gelegenheit weiter in den Zukunftsplänen des Helvetiers herumzustochern. Letztlich könnte er diesen auch nur dann optimal fordern und fördern, wenn er wusste, wohin dessen Reise einmal gehen sollte. Der Duumvir selbst hatte bereits vor zwei Jahren, als er mit gerade 19 Jahren hier nach Ostia gekommen war, gewusst, dass das Dach seines Hauses einmal einen breiten Purpurstreifen tragen sollte. Darauf hatte er in dieser Zeit stets versucht hinzuarbeiten und noch immer stand dieses Ziel für ihn fest. Aber bekanntlich waren Menschen unterschiedlich... und kleine, bescheidene Brötchen zu backen hatte noch nie wirklich zu den Stärken des Iuliers gehört."Erzähl, was hast du dir vorgestellt hier künftig zu tun? Wie willst du dich in den Dienst der Civitas Ostia stellen?", schickte Dives gleich noch zwei Fragen hinterher, die nun doch wieder deutlich gegenwartsbezogener waren. Gleichzeitig zeigten sie die Bereitschaft des Duumvirs dem Helvetier zu einer Anstellung zu verhelfen.