Beiträge von Gaius Caecilius Crassus

    'Pah, Frauen!', dachte sich Crassus, 'war ja klar, dass sie wieder keine Ahnung hat. Ein Nachwuchsrennen. Jetzt vergleicht die den Nachwuchs schon mit den richtigen Fahrern! Wie absurd.' Innerlich schüttelte er nur den Kopf und sah mit einer hochgezogenen Braue zu der Iulia. Der Tod ihres Mannes muss sie wohl ganz wirr gemacht haben. Als ob die Aurata überhaupt eine Konkurrenz für die Präsina wäre. Crassus wartete eigentlich nur darauf, dass man die Aurata während einem Rennen zwei mal überrundete. Veneta? War ja schon einmal die richtige Richtung, aber ein wirklicher Konkurrenten war das auch nicht. Purpurea vielleicht, ja, die noch am ehesten... aber Aurata?
    Wie der Name schon sagt, war das ein "Nachwuchsrennen." Das hat ungefähr so viel Aussagekraft, wie ein leeres Fass Wein. Von diesem Rennen aus, kannst du absolut keine Rückschlüsse auf die Factios und deren Stärken an sich ziehen. Das wäre idiotisch. Nimm lieber die letzten richtigen Wagenrennen... das müsste die der Factio Veneta gewesen sein. Und wer hat da, welch Überraschung, gewonnen? Lupus von der Präsina.


    triumphierend sah er zu der Iulia. Aurata eine ernsthafte Gefahr, pah! Der musste man mal einige Lektionen im Wagenrennsport beibringen, sie hatte ja gar keine Ahnung. Oder zu den nächsten Wagenrennen mitnehmen. Aber so kann es definitiv nicht weiter gehen.

    Crassus musterte die Iulia von der Seite. Sie schien in traurigen Erinnerungen zu schwelgen. War ihr ja eigentlich auch nicht zu verübeln, hatte, so viel hatte Crassus ja schon mitbekommen, sie doch ihren Mann im Krieg verloren. Und, so hatte sie ebenfalls gesagt, war sie ja auch immer mit ihrem Mann, und damit mit der Legio, mitgereist. Das musste für eine Frau das schwerste Leben überhaupt sein, dachte sich Crassus weiter. Sie, als eine der wenigen ehrhaften Frauen, unter so vielen Männern, die die Huren im Tross auch bald besser beschreiben konnten, als ein gewöhnliches Legionslager. Er schüttelte den Kopf und bemitleidete Iulia fast wegen ihrem Schicksals. War es doch fast sicher keine Hochzeit aus Liebe gewesen. Andereseits, sagte er sich und zuckte gedanklich mit den Schultern, hatte sie mit einem Praefectus Castrorum sicher keinen armen Mann geheiratet, der ihr, sofern ihm die Heirat gefiel, auch einige Wünsche erfüllen konnte. Wie auch immer es war, es ging Crassus ja doch nichts an.


    Was einen an der Praesina reizt? Na, mal ehrlich, so eine Frage konnte ja nur eine Frau stellen, die wieder mal gar keine Ahnung hatte. Die Professionalität bei den Grünen ist im gesamten Imperium unangefochten. Da ist es nicht verwunderlich, dass sich die besten Fahrer auch dort befinden. Denn eine gute Oganisation ist die halbe Miete - und für die andere Hälfte sind eben diese besten Fahrer zuständig. Du siehst also, die Präsina kann eigentlich gar nicht verlieren.
    Und wenn man gefragt wird, ob man diesen Posten übernehmen würde, dann sagt man nicht Nein. Nicht bei dieser Factio. Da ist die restliche Arbeit fast egal.

    Gewiss nicht! Niemand wäre gerne freiwillig in so einer deprimierenden Lage. Zu wissen, nie den eigenen Bruder übertreffen zu können, zu wissen, dass man sich immer mit den großen Erfolgen des Bruders stellen muss und immer mit ihm verglichen wird, zu wissen, dass man sich an seinen Bruder einen Moment lang länger erinnern wird an einen selbst, ne, das wäre mir zu depri. :D

    Jeder Soldat da draußen wünscht sich mehr als das Gladius und Scutum in seinen Händen. Jeder möchte so schnell als nur irgendmöglich, aber vorallem auch gesund, wieder in die Heimat zurückkehren. Ich habe keinen Soldaten erlebt, der in die Legio gegangen ist, um zusterben. Aber der Feind vor einem, fragt einen nicht, ob man zurückkehren möchte. Er haut drauf, egal was man sich wünscht. Und dann kannst du Glück haben und du überlebst, oder aber du hast kein Glück. Dann musst du aber so tapfer sein und dem Tod mutig in die Augen sehen, damit die Nachwelt dein Erbe bewahren kann.
    Kein Soldat lebt mit der Notlösung, wie du sie nanntest, aber jeder Soldat ist gewillt, seinen Willen, seine Meinung zu ändern, sollte es anders kommen als erhofft.


    Crassus sah auf den Boden vor sich und schritt langsam neben der Iulierin vorran. Langsam hob er seinen Blick und blinzelte einen Moment lang in die Sonne und fragte sich warum, er eigentlich damals in die Legio eingetreten ist. So nötig hatte er das Geld nicht, schließlich war sein Cousin ja Senator gewesen. Ja, es war nur das Fernweh gewesen. Crassus, jung, motiviert, ungeduldig, wollte die Welt sehen und erleben. Und wo geht das besser als in der Legio? Einen Moment fragte er sich, ob er mit dem heutigen Wissen noch einmal eintreten würde. Er zögerte. Doch dann kam die Überzeugung wie eine Flut über ihn. Ja! Er würde sich noch einmal zum Kriegsdienst verpflichten.


    Ich engagiere mich in meiner Freizeit in der Factio Praesina. Aber leider hat das nichts mehr mit versüßen zu tun, nachdem ich zum Princeps der Factio gewählt wurde. Hatte ich davor als Reichspraefect nur wenig Freizeit, jetzt habe ich so gut wie keine mehr.

    Crassus war absolut nicht amüsiert, hatte er den Witz erst viel zu spät erkannt: Dir trau ich so ziemlich alles zu. Aber mit der Immunität des Volkstribun, den Prätorianern im Rücken, kannst dir ja auch alles erlauben. :D
    versuchte Crassus Lucianus etwas zu provozieren, in dem er ihn wieder in den Schatten seines Bruders stellte und sein Bestreben das Volkstribunat zu erhalten, mit einem niederen Beweggrund begründete.

    Gut. Dann habe ich hier noch das andere Dokument, Centurio. Hänge es zu den anderen Aushängen.


    meinte Crassus trocken und ohne auch nur einen Gesichtsmuskel unnötig zu verziehen, während er dem Centurio das andere Dokument überreichte.


    IN NOMINE IMPERII ROMANI
    ET IMPERATORIS CAESARIS AUGUSTI



    ERHEBE ICH DEN
    OPTIO
    CLARUS HELIOS
    COHORTES VIGILES


    MIT WIRKUNG VOM
    ANTE DIEM IV NON IUN DCCCLVI A.U.C.
    (2.6.2006/103 n.Chr.)


    ZUM
    CENTURIO
    COHORTES VIGILES



    - DCCCLVI AB URBE CONDITA -



    Gaius Caecilius Crassus
    http://imperium-romanum.info/i…vig-praefectusvigilum.png

    Steh bequem.


    meinte Crassus ohne aufzusehen. Erst nach einigen Minuten, während denen er ein Dokument fertig ausfüllte, hob er seinen Blick und sprach mit dem Optio weiter.


    Hab hier zwei Dokumente für dich. Das Eine er überreichte dem Optio das erste Dokument bedarf deiner Überarbeitung. Stelle Nachforschungen an und teile dann das Ergebnis dem Bittsteller per Brief mit.


    an den Praefectus Vigilum


    ~~:~~


    Salve, Praefectus, und Ave Caesar.


    Mein Name ist Marcus Artorius Valerianus, und ich wurde beauftragt nach dem Verbleib eines Mannes namens Sergius Catilina zu suchen. Dieser Mann soll angeblich in einem der Carcer verstorben sein, und die Gens Sergia wünscht sich seiner sterblichen Überreste anzunehmen um ihm ein angemessenes Begräbnis zu gewähren.


    Ich hoffe, dass du mir bei meiner Suche behilflich sein kannst, denn gewiß werden die Namen der Gefangenen und ihr genauer Aufenthaltsort in den Listen niedergeschrieben. Somit bitte ich dich um Einsicht in jene Listen, sowie um die Erlaubnis die sterblichen Überreste des Sergius Catilina an mich nehmen zu dürfen, sollten sie gefunden werden. So du etwas Zeit für mich erübrigen kannst würde ich mich selbstverständlich auch über eine kurze Unterredung freuen.


    Bitte übersende mir deine Antwort in die Casa Artoria, und möge Iuppiter über dich wachen.


    M. Artorius Valerianus


    Fragen dazu?

    Crassus fragte sich was Victor sich da dauernd für Notizen machte.. naja, eigentlich auch egal, wird er ja sowieso nie erfahren.


    Ja, das hätte ich. Ich wurde kürzlich zur Hochzeitsfeier vom Legatus Augusti Pro Praetore Decimus und seiner Verlobten eingeladen. Die Feier wird in Germanien stattfinden. Wird es mir erlaubt sein, dorthin zu reisen? Oder wirst du selbst dorthin reisen, um dieser Feier beizuwohnen, sodass ich hier bleiben muss?

    IN NOMINE IMPERII ROMANI
    ET IMPERATORIS CAESARIS AUGUSTI


    ENTLASSE ICH
    CENTURIO
    CAIUS AURELIUS CORUS
    COHORTES VIGILES


    MIT WIRKUNG VOM
    KAL IUN DCCCLVI A.U.C.
    (1.6.2006/103 n.Chr.)
    .


    MITTELS HONESTA MISSIO
    NACH § 10 COD MIL
    UND VERANLASSE DIE AUSZAHLUNG EINES DONATIVUMS IN HÖHE VON
    1440 Sz
    NACH COD MIL §10 (3)



    - DCCCLVI AB URBE CONDITA -


    Gaius Caecilius Crassus
    http:///images/sigs/vig-praefectusvigilum.png





    IN NOMINE IMPERII ROMANI
    ET IMPERATORIS CAESARIS AUGUSTI


    ENTLASSE ICH
    OPTIO
    MARCUS ANNAEUS METELLUS
    COHORTES VIGILES


    MIT WIRKUNG VOM
    KAL IUN DCCCLVI A.U.C.
    (1.6.2006/103 n.Chr.)
    .


    MITTELS HONESTA MISSIO
    NACH § 10 COD MIL
    UND VERANLASSE DIE AUSZAHLUNG EINES DONATIVUMS IN HÖHE VON
    1260 Sz
    NACH COD MIL §10 (3)



    - DCCCLVI AB URBE CONDITA -


    Gaius Caecilius Crassus
    http:///images/sigs/vig-praefectusvigilum.png

    Das trifft sich ja wunderbar. meinte Crassus und überreichte dem Centurio ein Dokument, das offenbar schon vor einigen Stunden angefertigt wurde.


    IN NOMINE IMPERII ROMANI
    ET IMPERATORIS CAESARIS AUGUSTI


    ENTLASSE ICH
    CENTURIO
    CAIUS AURELIUS CORUS
    COHORTES VIGILES


    MIT WIRKUNG VOM
    KAL IUN DCCCLVI A.U.C.
    (1.6.2006/103 n.Chr.)
    .


    MITTELS HONESTA MISSIO
    NACH § 10 COD MIL
    UND VERANLASSE DIE AUSZAHLUNG EINES DONATIVUMS IN HÖHE VON
    1440 Sz
    NACH COD MIL §10 (3)



    - DCCCLVI AB URBE CONDITA -


    Gaius Caecilius Crassus
    http:///images/sigs/vig-praefectusvigilum.png


    Viel Glück in der Zukunft, mögen die Götter mir dir sein. Vale. und Crassus wandte sich wieder anderen Dingen zu.
    Den Brief des Optios Metellus, der etwas später eintrudelte, nahm er mit einem Kopfnicken zur Kenntnis und legte ihn dann bei Seite.

    Crassus nickte verstehend. Auch ihm war klar, dass das ja der Hacken an der Sache war.


    Natürlich ist eben das, das Problem an der ganzen Sache. Aber es ist leider nicht zu ändern. Kriege werden immer Verluste mit sich bringen, es werden immer Römer an den Grenzen sterben müssen, damit wir hier in Ruhe leben können und dafür sorgen können, dass es mehr römischen Nachwuchs gibt. Bisher hat der Krieg immer nur so viel Opfer gefordert, wie es Rom auch verkraften konnte, sodass es nicht unterging oder ausstarb. So wird das auch in Zukunft weitergehen. Die Kriege werden weiterhin tragische Verluste fordern, die übrig gebliebenen und überlebenden Soldaten werden dafür sorgen, dass Rom nicht ausstirbt.
    So werden alte Familien aussterben, neue geboren. Die Welt bleibt in Bewegung. Ich selbst war im Krieg, habe Kameraden fallen sehen, habe sie zu Grabe gebracht - es war schmerzhaft. Aber gleichzeitig habe ich mir geschworen, dass ich dafür Sorge, dass ihr Erbe nicht vergessen wird, dass noch in vielen Generationen ihr Opfer bekannt sein wird. Nun liegt es wieder an mir, an einem Überlebenden, dafür zu sorgen, dass es die besagten Generationen überhaupt gibt.
    So haben auch die Gefallenen einen Teil an der Nachwelt geleistet. Die Gefallenen sorgen für die Erinnerungen, die Überlebenden für den Nachwuchs, der die Erinnerungen aufnimmt und weitergibt. Man muss keine Kinder haben um die Nachwelt mitzuformen. Und je tapferer die Gefallenen ihrem Schicksal entgegensehen, umso mehr junge Römer werden sich dem Kriegsdienst verpflichten.


    Sicher, die Wahl eines Patrons ist eine wichtige und sollte wohl überlegt sein, denn sie kann das ganze Leben verändern.

    Crassus nickte bedächtig. Er hatte zwar nicht vor sich ein Weingut zu kaufen, aber ein Landgut wollte er sich einmal kaufen, in einer ruhigen, schönen, warmen Gegend, auf welches er sich dann zurückziehen konnte, wenn er irgendwann mal gar keine Lust mehr auf Rom hatte.


    Wenn du dafür Geld brauchst, scheue dich nicht danach zu fragen.